Die Homöopathie ist eine naturwissenschaftlich unhaltbare Heilslehre des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Sie verdankt ihre große – und seit Jahren steigende – Beliebtheit nicht einer nachprüfbaren wissenschaftlichen Basis, sondern im Gegenteil einer nachfühlbaren Skepsis gegenüber der Wissenschaft seitens eines halbaufgeklärten Bürgertums. Man glaubt nicht mehr an den Satz, „die Wissenschaft hat festgestellt“ – und glaubt dafür puren Unsinn. Wenn man so will, ist die Homöopathie eine Kehrseite der Moderne, sie ist ihr Schattenwurf.

In der Medizin hat vor allem seit dem GKV-Modernisierungsgesetz 2003 und der Gründung des IQWIG ein starker Trend der Evidenzbasierung Einzug gehalten, vor dem Hintergrund einer Vielzahl medizinischer Interventionen, denen die Evidenzbasis fehlt. Demgegenüber stellt die Homöopathie ein durch rechtliche Konstrukte wie den „Binnenkonsens“ in § 135 SGB V gut geschütztes Reservat des Geglaubten und – oft – Gutgemeinten dar.

Die Homöopathie steht fest auf zwei Beinen: Ihre Anhänger haben ihre ganz eigenen Gründe, an die Wirksamkeit der Kügelchen zu glauben, und die Homöopathie hat starke politische Unterstützung. Ein aktuelles Beispiel ist die von der Bremer Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz übernommene Schirmherrschaft für den Deutschen Homöopathie-Kongress 2016. Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz – drei Gründe, eine solche Schirmherrschaft nicht zu übernehmen. Ich habe die Senatorin, Frau Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, vorgestern angeschrieben und um eine Erläuterung ihrer Sicht der Dinge gebeten, genauer gesagt, ich habe das Sekretariat der Senatorin und ihre Pressesprecherin angeschrieben:

Gesendet: Dienstag, 10. November 2015 um 20:02 Uhr
Von: “Joseph Kuhn”
An: britta.schwiethal@gesundheit.bremen.de, christina.selzer@gesundheit.bremen.de
Betreff: Deutscher Homöopathie-Kongress 2016

Sehr geehrte Frau Senatorin,
im nächsten Jahr findet in Bremen der Deutsche Homöopathie-Kongress 2016 unter Ihrer Schirmherrschaft statt. Ihr Ressort führt die Worte Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz im Titel, drei Worte, die nicht zur Homöopathie passen. Die konzeptionellen Grundlagen der Homöopathie widersprechen dem naturwissenschaftlichen Erkenntnisstand und Homöopathika konnten zudem auch nie ihre Wirksamkeit in guten Metaanalysen nachweisen – die australische Gesundheitsbehörde “National Health and Medical Research Council” (NHMRC) warnt neuerdings sogar vor ihrer Anwendung. Vor diesem Hintergrund irritiert Ihre Schirmherrschaft für diese alternativmedizinische Veranstaltung doch sehr.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir eine kurze und auf Scienceblogs.de veröffentlichungsfähige Erläuterung Ihrer Position zukommen lassen würden.
Mit freundlichen Grüßen,
Joseph Kuhn

Ob wohl noch eine Antwort kommt?

Kommentare (197)

  1. #1 Alexander
    12. November 2015

    Ich denke, dass die Menschen der heutigen Medizin aufgrund von Fehlern in der Vergangenheit kritisch gegenüber stehen. Dabei ist es glaube ich weniger die Wissenschaft an sich, sondern eher die Ärzte und Pharmaziefirmen.

    Studien werden gefälscht, Nebenwirkungen nicht richtig kommuniziert, minderwertige Materialien verwendet, unnötige Operationen werden durchgeführt etc. pp

    Das sind ja nicht wirklich Probleme der Wissenschaft, aber es wird halt alles vermengt.

    • #2 Joseph Kuhn
      12. November 2015

      Fast alles, was man über gefälschte Studien, verschwiegene Nebenwirkungen oder unnötige Operationen in der Medizin weiß, weiß man aus Studien der evidenzbasierten Medizin. Wenn man also eine bessere Medizin will, muss man das Vorhaben der evidenzbasierten Medizin unterstützen und nicht ihr Gegenteil, den Aberglauben. Fehlentwicklungen in der Medizin machen Homöopathika nicht wirksamer und Leute wie Herr Wurster nicht glaubwürdiger. Zudem sind die Hersteller von Homöopathika ganz sicher nicht die moralisch besseren Pharmafirmen, sie wenden die gleichen Methoden an wie alle anderen auch. Seien Sie also pharmakritisch, das ist gut so, aber seien Sie es bitte in konsequenter Weise.

  2. #3 Markus Termin
    12. November 2015

    @ Alexander: are true!

    Ich selbst habe auch gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht.

    • #4 Joseph Kuhn
      12. November 2015

      … genau wie mit der Astrologie. Wie eigenartig. Bestimmt halten Sie auch Tarotkarten und Stimmen aus dem Jenseits für ganz vernünftige Sachen, oder haben damit sogar schon gute Erfahrungen gemacht. Ich habe übrigens gute Erfahrungen mit Fränkischen Bratwürsten gemacht.

  3. #5 Norbert Aust
    Schopfheim
    12. November 2015

    Erfahrung = durch selektive Wahrnehmung bestätigte vorgefasste Meinung

  4. #6 Nemesiscain
    Wien
    12. November 2015

    @Alexander

    Aber wenn es um gefälschte Studien, unkommunizierte Nebenwirkungen und minderwertige Materialien sowie unnötige Verabreichungen geht ist die Homöopathie auch nicht weit davon entfernt.
    Die Studien die meist genannt werden von Homöopathie-Gläubigen sind meist auf positive Ergebnisse im Sinne der Homöopathie zugeschnitten worden oder haben systematische Fehler gehabt.
    Dass Globuli keinerlei Nebenwirkungen haben sollen wird einheilig versprochen aber dass widerspricht jeglicher medizinischer Vernunft, dass ein Mittel keine Überdosis oder Wechselwirkungen besitzen kann.
    Vor gar nicht so langer Zeit musste eine große Menge an Globuli zurückgerufen werden weil sie mit industriellem Antibiotika verunreinigt war und auch ansonsten kann niemand sagen was genau der Homöopath dort hinein mischt im “besten” Glauben.
    Gerne wird auch von Homöopathen gesagt sie nehmen für alles Globuli ein und empfehlen auch anderen bei kleinsten Gebrechen Globuli zu nehmen. Hier wird eindeutig unnötig etwas empfohlen ohne was unnötig in den meisten Fällen wäre.

    Mit den Gläubigen der Homöopathie mit denen ich bisher gesprochen habe waren die Fehler der Medizin in der Vergangenheit gar nicht bekannt. Sie nehmen die Globuli weil ein Bekannter oder gar Artzt sie empfohlen hat und es versprochen wurde dass sie natürlich, ohne Nebenwirkung sowie mit wissenschaftlich aufwendigen Begriffen ausgestattet sind. Diese “Feel Good”-Philosophie kaufen die Leute ein und nicht den medizinischen Nutzen, dies ist weithin bekannt als Placebo-Effekt.

    Das Problem der Wissenschaft ist eher die unzureichende Aufklärung und ein großer Lobbying-Apparat auf Seiten pseudowissenschaftlichen Gruppierungen.

  5. #7 Ralf Fromm
    Frankfurt
    12. November 2015

    Wer heilt hat recht. Und das waren in den letzten Jahren bei mir Homöopathen und nicht Ärzte. Und wenn es nur daran liegt, dass sie besser zuhören und sich nicht nur auf Laborwerte, Röntgenaufnahme und Pillen verlassen.

    • #8 Joseph Kuhn
      12. November 2015

      “Und wenn es nur daran liegt, dass sie besser zuhören …”

      Dagegen ist nichts einzuwenden. Zuhören ist eine (auch entsprechend zu honorierende) Voraussetzung für eine gute Medizin. Aber auch das macht Homöopathika nicht wirksam. Insofern hat da nicht der Homöopath geholfen, sondern eben der Zuhörer.

      Zum Homöopathie-Mantra “Wer heilt hat recht” gehört ein Nachsatz: falls er heilt und es nicht nur so aussieht oder der Zufall am Werke war. Daher sollte man den Satz umdrehen: Wer recht hat, heilt.

  6. #9 Markus Termin
    12. November 2015

    @ Joseph Kuhn: von fränkischen Bratwürsten wird mir immer etwas schlecht: sofern sie aus Massentierhaltung stammen.

    Können wir uns auf Hermannsdörfer Warmfleisch einigen? Tarot hat ein willkürliches “Element”, Astrologie nicht.

  7. #10 Markus Termin
    12. November 2015

    @ Ralf Fromm: are true!

  8. #11 kathrin
    12. November 2015

    Huch, was ist denn hier los 😉 ?
    Da kommen ein paar Homöopathiefans daher und sagen einfach,bei mir es gewirkt (wen verwundert’s, das ist manchmal bei Placebos so und Homöopathiegläubige dürfen das ja auch immer und zu jeder Zeit – daran glauben, sozusagen als normaler Gläubiger), aber die Übernahme einer Schirmherrschaft von offizieller Seite ist etwas ganz anderes, so wie es etwas anderes ist, wenn ein Mediziner mit Globulis hantiert.

  9. #12 sternschnuppe
    13. November 2015

    @joseph
    “Man glaubt nicht mehr an den Satz, „die Wissenschaft hat festgestellt“ – und glaubt dafür puren Unsinn”

    Glauben Sie an Gott ?

    Schwarz und Weiss wie üblich.
    Die Wissenschaft hat eingeräumt, dass Placebos positiv wirken können.

    Sie machen daraus eine Farce.

    • #13 Joseph Kuhn
      13. November 2015

      “Glauben Sie an Gott ?”

      Was hat denn das bitte mit dem Thema zu tun?

      “Die Wissenschaft hat eingeräumt, dass Placebos positiv wirken können. Sie machen daraus eine Farce.”

      Wo mache ich eine Farce daraus? Sie phantasieren.

  10. #14 Auggie Wren
    13. November 2015

    @ Markus Termin
    Sie behaupten, die Astrologie hätte kein willkürliches Element?
    Sie basiert sogar ausschließlich darauf! Nämlich aus einer Ansammlung willkürlicher Zuschreibungen. Und damit gibt es eine Analogie zur Homöopathie!

  11. #15 Sulu
    13. November 2015

    Die Wissenschaft hat eingeräumt, dass Placebos positiv wirken können.

    Sie hat nicht eingeräumt, sondern in Studien als belegt festgestellt. Das kann man aber gern als nützlichen “Kollateralschaden” der Homöopathie u.ä. Methoden sehen. Aber, welche Farce?

    Wer heilt hat recht.

    Dass dieses unsinnige Mantra nach so vielen Jahren intensiver Auseinandersetzung mit “altem Wissen” immer noch ernsthaft als “Argument” herhalten soll, das ist wirklich beeindruckend und in dieser hartnäckigen Ignoranz – lähmend.

    Diese “Feel Good”-Philosophie kaufen die Leute ein

    Das ist ein einleuchtender Gedanke, und passt auch gut zum gesellschaftlichen Habitus.

  12. #16 illuminati
    JK-Imperium
    13. November 2015

    Ich glaube Herr Kuhn, sie nehmen die Homöopathie zu ernst.

    Entspannen sie sich doch mal wieder.

  13. #17 sternschnuppe
    13. November 2015

    Warum der Stress. Lasst die sich doch ausselektieren.

  14. #18 sternschnuppe
    13. November 2015

    @sulu
    gibst du mir den Beweis.

  15. #19 sternschnuppe
    13. November 2015

    @sulu
    “sondern in Studien als belegt festgestellt.”
    Warum schreibst du nicht, dass es bewiesen wurde ?
    Fehlt dir das Vertrauen ?

  16. #20 sternschnuppe
    13. November 2015

    “Eingeräumt” hatte ich deshalb gewählt, weil ein psychischer Einfluss “früher” undenkbar war.

    • #21 Joseph Kuhn
      13. November 2015

      “Sternschnuppe”: Zuletzt haben Sie unter dem Pseudonym “Grumpy” hier herumgetrollt, jetzt fangen Sie wieder damit an, mit irgendwelchen Geschichten vom Thema abzulenken. Ergo: “Sternschnuppe” ist jetzt auch auf der Spam-Liste. Wir können das Spielchen beliebig oft machen.

  17. #22 DasKleineTeilchen
    13. November 2015

    @sternschnuppe:

    “Die Wissenschaft hat eingeräumt, dass Placebos positiv wirken können.”

    und homöopathen behaupten EXPLIZIT, daß homöopathie eben KEIN placebo ist, sondern “echtes” heilverfahren.

    immer wieder der gleiche bullshit. und versuch erst garnicht, mir jetzt die seit ewigkeiten immer wieder durchgekauten und längst widerlegten “argumente” der zunft schmackhaft zu machen; ich war selber jahre in diesem eso-sumpf und ich kenne deren “argumente” und “beweise”.

  18. #23 Dr. Webbaer
    13. November 2015

    Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz im Titel, drei Worte, die nicht zur Homöopathie passen

    In der Tat passen diese Wörter nicht zur Homöopathie, wobei es bei ihr nicht nur um eine Kugelkunde geht, sondern das angeblich medizinische Vorhaben (“Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden.”) geradezu wahnhaft ist.

    Danke fürs Reingrätschen!

    MFG
    Dr. W

  19. #24 Dr. Webbaer
    13. November 2015

    ‘Wer heilt hat recht.’ ist in Bezug auf die Homöopathie eine problematische Forderung, die im Einzelfall und ex post gelegentlich subjektiv als passend empfunden werden kann, dabei andere Fälle, in denen es für den Leidenden zu ungünstigen Folgen kam, weil die evidenzbasierte medizinische Behandlung unterblieb, ignorierend.

  20. #25 Ralf Fromm
    Frankfurt
    13. November 2015

    Natürlich kennt die Schulmedizin viele Funktionsweisen und Zusammenhänge im menschlichen Körper, kennt Krankeitsursache und die Wirkungsweise von Medikamenten, aber bei weitem nicht vollständig. Bestes Beispiel sind die regelmäßig wechselnden Ernährungsempfehlungen.
    Natürlich habe ich mir meinen Leistenbruch nicht Homöopathisch wegglobulisiert , sondern bin schulmedizinisch operiert worden.
    Natürlich habe ich mir Diagnosen des Heilpraktikers (der in meinem Fall ca. 3 Tage dafür benötigt hat) schulmedizinisch bestätigen lassen (die wiederum ca. 1 Jahr ohne Erfolg rumdiagnostiziert hatte).
    Meiner Meinung nach, sollten beide Lager Hand in Hand zum Wohle der Patienten zusammenarbeiten, statt in fundamentalistischen Grabenkriegen blind für andere Denkansätze zu sein.
    Weder hat die Wissenschaft die Weisheit mit Löffeln gefressen, noch wird ein Mölekül irgendeines Stoffes, das an einem Zuckerkügelchen klebt, wirklich entscheiden zu einer Heilung beitragen.
    Das Gesundheitswesen hat wesentlich gravierendere Probleme als diesen (albernen) Streit.

    • #26 Joseph Kuhn
      13. November 2015

      “andere Denkansätze”

      Die Homöopathie ist kein “anderer Denkansatz”. Hier setzt vielmehr das Denken aus. Die Homöopathie ist eine wissenschaftlich überholte Heilslehre, die wie Geistheilung, Bachblüten und anderer Unfug bestenfalls in gutgemeintem Glauben, schlimmstenfalls in betrügerischer Absicht an den Mann (und vor allem die Frau) gebracht wird. Man kann auch sonst nicht Medikamente, bei denen die Pharmaindustrie den Nutzen zusammenmanipuliert hat, “zum Wohle der Patienten” in eine Zusammenarbeit einbringen, nach dem Motto, man folge eben einem anderen Denkansatz. Wo bleibt denn da die Logik?

  21. #27 Dr. Webbaer
    13. November 2015

    @ Herr Fromm :

    Das Gesundheitswesen hat wesentlich gravierendere Probleme als diesen (albernen) Streit.

    Die Einfuhr von Esoterik in die evidenzbasierte, exoterische Gesundheitswissenschaft anzuwehren, müsste eine ihrer vornehmen Aufgaben sein.

    Nichts gegen erweiterte Wellness (das Fachwort) und so, das das Wohlbefinden adressiert, der Schreiber dieser Zeilen kann sich zudem erinnern selbst mal ein deklariertes Placebo eingenommen zu haben, als es ihm dreckig ging bevor der Arzt zur Diagnose schreiten konnte, und sich temporär besser fühlte.

    Aber es gilt unbedingt entgegenzuwirken, wenn Krankheit (zuvörderst) von Esoterikern behandelt wird, warum, dürfte klar sein, dennoch genannt: wegen den sich dann zwingend ergebenden “Schadensfällen”.
    ‘Hand in Hand’ geht da nüscht.

    MFG
    Dr. W (der beim von Ihnen Geäußerten zudem (wissenschaftlichen) Relativismus erkennt, eine ernste Gefahr heutzutage)

  22. #28 Dr. Webbaer
    13. November 2015

    *
    abzuwehren

    Ansonsten: Homöopathie als deklarierte ‘erweiterte Wellness’ ginge.

  23. #29 Ralf Fromm
    Frankfurt
    13. November 2015

    @Dr. Webbaer: Dann kann ich aber auch davon ausgehen, dass Sie es auch als vornehme Pflicht ansehen, Medizinern denen einfach ausgedrückt, das Portmonee näher liegt als das Patientenwohl, die Approbation entzogen wird und Pharmakonzernen ordentlich auf die Finger gehauen wird, wenn sie Schindluder treiben (.z.B. Medikamentenpreise).
    Erst mal vor der eigenen Haustüre kehren… (Damit meine ich die Schulmedizin und die Gesundheitsindustrie).

    • #30 Joseph Kuhn
      13. November 2015

      “Approbation entzogen”

      Auch der Arzt übt einen Beruf aus und muss Geld verdienen. Aber das Patientenwohl sollte ihm natürlich ebenso ein hoher Wert sein und bei vielen Ärzten ist das ja auch so. Ich hoffe, Sie sind konsequenterweise auch dafür, Ärzten wie Herrn Wurster die Approbation zu entziehen? Oder doch nicht, weil:

      “Erst mal vor der eigenen Haustüre kehren… (Damit meine ich die Schulmedizin und die Gesundheitsindustrie).”

      Und bis dahin haben die Hokuspokusmedizin und die Zuckerindustrie freie Fahrt?

  24. #31 Dr. Webbaer
    13. November 2015

    ‘Schulmedizin’, Gesundheitsindustrie und weitergehend der gemeine Sozialapparat sind insofern noch wesentlich härter i.p. Kritik ranzunehmen als die Homöopathie, die schnell wie günstig abgehandelt werden kann, korrekt.

  25. #32 Marcus Anhäuser
    13. November 2015

    Derweil meldet die BBC heute für England:

    Homeopathy ‘could be blacklisted’
    Ministers are considering whether homeopathy should be put on a blacklist of treatments GPs in England are banned from prescribing, the BBC has learned.
    http://www.bbc.com/news/health-34744858

    • #33 Joseph Kuhn
      13. November 2015

      Danke, sehr interessant.

  26. #34 schlappohr
    13. November 2015

    @Ralf Fromm:
    “.z.B. Medikamentenpreise”

    Hältst Du denn allen ernstes 15 Euro für ein paar Milligramm Zucker für angemessen? Du kannst davon ausgehen, dass die Pharmalobby selig lächelnd auf der Alternativwelle mitschwimmt. Das ist nur ein anderes Marktsegment mit einer anderen Zielgruppe, bei dem man sich praktischerweise die Zulassungskosten sparen kann, weil man keine Zulassung braucht.

  27. #35 Dr. Webbaer
    13. November 2015

    Ergänzend zur Schirmherrschaft der Eva Quante-Brandt ein O-Ton:
    -> http://www.homoeopathie-kongress.de/

  28. #36 Sulu
    13. November 2015

    Das ist nur ein anderes Marktsegment

    In dem man aus 9,- € für den MilchZucker mal eben 60.000,- € oder mehr machen kann*. Das nenne ich das perfekte Produkt, besteht eigentlich nur aus Gewinn.

  29. #37 schlappohr
    13. November 2015

    Eigentlich ist diese Homöopathienummer nichts anderes als ein weiterer Schattenwurf eines völlig unsinnigen Weltverständnisses, zusammen in einer Reihe mit vielen anderen Ideologien. Zweifellos gibt es Dinge, die die Naturwissenschaft (und damit auch die evidenzbasierte Medizin) noch nicht erklären kann, noch nicht ganz verstanden hat oder schlichtweg falsch macht(*). Jene viel zitierten Dinge zwischen Himmel und Erde, zu deren Erklärung man dann gerne auf “alternative Modelle” zurückgreift. Fest steht aber, das uns alleine die Naturwissenschaft _überhaupt irgendwelche_ Erkenntnisse gebracht hat. Nicht die Homöopathie hat die Erreger der großen Seuchen ausgerottet, nicht die “Traditionelle Chinesische Medizin” hat dafür gesorgt, dass sich die Lebenserwartung in den letzten Jahrhunderten locker verdoppelt hat.Und auch nicht die Astrologie hat uns ein zumindest grundlegendes Verständnis des Universums beschert.

    Das naturwissenschaftliche Gedankengebäude ist an vielen Stellen löchrig, es ist nicht immer schön, weit davon entfernt, fertig zu sein, die meisten Räume sind unbeheizt, es gibt keine Aufzüge und viele Treppen sind extrem steil. Aber es ist das Einzige und Beste, was wir haben. Es ist das Bedeutendste, was wir im Laufe unserer Existenz geschaffen haben, und trotz aller Unzulänglichkeiten ist es das Maß aller Dinge, unser einziges Werkzeug, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Wenn nun eine pseudomedizinische Behandlungsmethode bei der objektiven Beurteilung ihrer Wirksamkeit scheitert, weil sich eben diese Wirksamkeit auf Einzelepisoden beschränkt, aber auf großen Skalen im weißen Rauschen untergeht, dann ist das keine Schwäche der Wissenschaft, sondern schlichtweg ein Nachweis der Wirkungslosigkeit der Behandlungsmethode.

    Solange die Naturwissenschaft jedoch als eine von vielen möglichen Weltanschauungen betrachet wird, die man sich wahlweise zueigen machen kann, wenn es gerade handy ist oder man beim Durchzappen auf N24 hängen bleibt, weil sie gerade was Interessantes über Forschung bringen, solange werden die Zauberkünste wohl weiter existieren. Obwohl wir uns doch für so aufgeklärt halten.

    Es ist jedenfalls vollkommen sinnlos, einem Homöopathieanhänger vorzurechnen, wieviel Wirkstoff in einem D30-Präparat noch vorhanden ist. Das ist doch nichts als reine Theorie und akademisches Zeugs, wenn doch die Verdauungsstörungen des Dackels der Nachbarin deutlich weniger geworden sind, seit das Tier diese Zuckerkügelchen bekommt, die der Tierarzt empfohlen (und gleich mitverkauft) hat.

    (*) Wenn es diese Dinge nicht gäbe, hätten wir die Universitäten längst dicht gemacht, hätten aufgehört zu forschen und würden stattdessen Golf spielen.

  30. #38 Dr. Webbaer
    13. November 2015

    @ Schlapp :

    Vely schlau angemerkt, insbesondere der Absatz Ihrer Nachricht, der mit ‘Solange die Naturwissenschaft jedoch als eine von vielen möglichen Weltanschauungen betrach[t]et wird’ beginnt, kam hier gut an.

    Die Aufklärung ist ein Prozess, ihr Motto “Sapere Aude” scheint gut gewählt, angenommen werden darf aber nicht, dass sie in der Menge angekommen ist, weil zu schwierig,
    Sie ist eine Methode, deren Annahme eine Art Glaubensentscheid bedarf, sie hat sich durchgesetzt, u.a. ist zeitgenössische Wissenschaftlchkeit als skeptizistisch zu betrachten, es wird ja nicht mehr verifiziert.

    Insgesamt noch einmal: Vely gut Ihre Nachricht,
    MFG
    Dr. W (der sich nun langsam ausklinkt)

  31. #39 Michel
    Tisch
    13. November 2015

    Traurig, dass teilweise intelligente Menschen auf die Täuschungen der Alternativ-Medizin hereinfallen. Woran mag das liegen?
    Ich denke, diese Menschen haben keine Ahnung, wie man versucht durch Studien, Experimente etc. etwas zu beweisen oder wenigstens eine plausible Erklärung zu finden. Vielleicht, wenn man diese Personen Schritt für Schritt den Nachweis der Unsinnigkeit ihrer Annahmen demonstrieren würde, müssten sie dann eingestehen, besser noch erkennen, dass sie Quacksalberei unterstützen.
    Es ist bestimmt nicht einfach für intelligente Menschen, sich einzugestehen, dass man Betrügern auf den Leim gegangen ist, aber die Freude an der Erkenntnis, sollte das wieder wett machen.

    • #40 Joseph Kuhn
      13. November 2015

      “Woran mag das liegen?”

      Ein paar Erklärungsversuche gibt es über den Link im Blogbeitrag zu den “Gründen, an die Homöopathie zu glauben”.

  32. #41 Kathrin S.
    13. November 2015

    @ Ralf Fromm
    Die Argumentation mit Einzelbeispielen ist ein immer wieder gerne verwendetes Mittel, um die eigenen Aufassung zu untermauern, funktioniert aber in beide Richtungen – dummerweise.
    Also: Eine Freundin von mir, die nicht evidenzbasiert dafür mit der ganzen Palette der alternativen Handlungen eine Krebserkrankung behandeln ließ, hat erst kurz vor ihrem Tod erkannt – ähnlich wie Steve Jobs – dass das doch der falsche Weg war. Was belegt das?
    fehldiagnosen gibt es – ist nicht zu leugnen. Aber haben Sie sich malö damit beschäftigt, welch kruden Diagnosen Heilpraktiker und Homöopathen stellen. Die Fehlerquote liegt deutlich darüber….schon wegen der weit aus geringeren/schlechteren Ausbildung.

  33. #42 Ludger
    13. November 2015

    Auf den Kernsatz von Joseph geht niemand ein:

    Sehr geehrte Frau Senatorin,
    im nächsten Jahr findet in Bremen der Deutsche Homöopathie-Kongress 2016 unter Ihrer Schirmherrschaft statt. Ihr Ressort führt die Worte Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz im Titel, drei Worte, die nicht zur Homöopathie passen.

    Die Frage ist also, ob eine Wissenschaftsministerin Schirmherrin eines antiwissenschaftlichen “Kongresses” sein darf. Darf ein Justizminister Schirmherr des Kongresses der Taschendiebe sein? Wäre ein solcher Justizminister noch tragbar? Ist diese Wissenschaftsministerin noch tragbar?

    • #43 Joseph Kuhn
      13. November 2015

      @ Ludger:

      Danke für die Erinnerung an das Blogthema. In der Tat: Welcher Sturm würde durch die Medien gehen, wenn sie die Schirmherrschaft für einen Kongress über die Physik des perpetuum mobiles übernommen hätte (hoffe ich mal). Die Schirmherrschaft für den Homöopathie-Kongress scheint niemanden zu interessieren. Am Montag und Dienstag nächster Woche findet in Bremen die Tagung Wissenswerte” statt, eine Tagung von Wissenschaftsjournalisten. Ob das Thema dort jemanden interessiert?

  34. #44 Beobachter
    14. November 2015

    @ Joseph Kuhn, Ludger:

    Im Grunde ist es ein Skandal.
    Der Jeden interessieren müsste, besonders auch Wissenschaftler, Wissenschaftsjournalisten und überhaupt die “akademische Welt”.
    Denn Schirmherrschaften, übernommen von “bedeutenden, öffentlichen Persönlichkeiten”, sollen ja Zeichen setzend die Akzeptanz- und Förderungswürdigkeit, die Schutzwürdigkeit und die Seriosität/Glaubwürdigkeit der so schützend und unterstützend “Beschirmten” bei der anvisierten Klientel/Zielgruppe erhöhen.
    Wenn nun im vorliegenden Fall der Nutzen für beide Seiten tatsächlich in einem (beidseitigen) “Image-Gewinn” bestehen sollte, dann gnade uns Gott.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schirmherr

    ” … Der Nutzen besteht gegebenenfalls in einem Image-Gewinn für beide Seiten. Manche Schirmherren unterstützen aber auch mit aktiver Werbung und setzen ihre guten Kontakte dafür ein, weitere Unterstützer zu gewinnen. Schirmherrschaft ist jedoch – anders als Werbung oder auch Sponsoring – üblicherweise nicht mit Geldflüssen verbunden. … ”

    Was heißt hier “üblicherweise”?
    Geschäftsbelebend, wie auch immer, für die homöopathische Industrie wird diese Schirmherrschaft durch eine “Bremer Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz”, “Prof. Dr.”, auf alle Fälle sein.

    Wer lässt sich da vor welchen Karren spannen – und warum?
    Die Grenzen zwischen Wissenschaft , Politik, Wirtschaft und Humbug verschwimmen – unter anderem deshalb, weil selbst eine Wissenschaftssenatorin mit dieser Schirmherrschaft-Übernahme für Unwissenschaftlichkeit (hier: Homöopathie) “wirbt”, die “in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen ist” und sich zunehmender, allgemeiner Beliebtheit erfreut.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Quante-Brandt

    Anmerkung am Rande:
    Da liegt der Fall einer anderen “Schirmherrschaft” schon einfacher/offensichtlicher:
    http://www.ostmed.net/detox/detox.pdf
    Nämlich die des Wunderheilers Joao de Deus für ein alternatives Detox- “Hotel- und Therapiezentrum” in Brasilien, betrieben mit “renommiertem” deutschem medizinischem Personal (” … Zu diesem Projekt haben sich einige der bekanntesten integrativen Ärzte weltweit zusammengefunden: … “, “… geballte Kompetenz an einem Ort … “).
    ” … P.S.: die Chancen stehen sehr gut, dass der brasilianische Heiler Joao de Deus als „Schirmherr“
    einen Tag zwischen dem 14. und 21. Januar dort anwesend sein wird!”
    Hier wirbt man mit der Schirmherrschaft eines brasilianischen Wunderheilers bei betuchtem deutschem Klientel für “geballte” Unwissenschaftlichkeit.

    https://www.psiram.com/ge/index.php/Jo%C3%A3o_de_Deus

  35. #45 zimtspinne
    14. November 2015

    Hallo Leute!!??

    Wo ist eigentlich der mündige, informierte, hinterfragende, kritische, selbstbestimmte Patient?

    Zählt der gar nix?

    Ich fühle mich keineswegs irgendwem hilflos ausgeliefert.

    Am ehesten habe ich Angst, mal mit einer ernsthaften Erkrankung in der Maschinerie eines Krankenhausbetriebes (mit allem drum und dran) zu landen und keine informierten, durchsetzungsfähigen, in meinem Sinne sich einsetzenden Angehörigen zu haben…. das ist ein viel wahrscheinlicheres Szenario als im Kabuff eines Hokuspokusheilers zu landen. Unfreiwillig.

    • #46 Joseph Kuhn
      14. November 2015

      “Wo ist eigentlich der mündige, informierte, hinterfragende, kritische, selbstbestimmte Patient?”

      Hier in den Blogkommentaren. Vielen gefällt nicht, was die Senatorin macht. Sie dürfen es anders sehen, aber das macht Homöopathie nicht zu einer wissenschaftlichen Lehre.

      “Am ehesten habe ich Angst, mal … in der Maschinerie eines Krankenhausbetriebes … zu landen.”

      Nachvollziehbar, es ist oft schwer, im Medizinbetrieb nicht untergebuttert zu werden. Daher gibt es Konzepte wie das “Shared Decision Making”, den “Informed Consent” usw. – die heute auch im Medizinstudium vermittelt werden. Dass es in der Praxis oft anders aussieht – keine Frage, aber wenn alles rund liefe, bräuchte man diese Konzepte ja auch nicht.

      Nur: Was hat das mit dem Thema zu tun? Gar nichts!

  36. #47 zimtspinne
    14. November 2015

    Doch, es hat SEHR VIEL mit dem Thema zu tun!!!

    Kritik an der gängigen Medizin, zu der wir uns gefälligst zackzack und vertrauensvoll hin begeben sollen, ist hier offenbar nicht erwünscht und wird immer ganz schnell vom Tisch gefegt.
    Krimskrams, Kleinigkeiten, Pipifax – hab dich mal nicht so, die echten und bedrohlichen Probleme liegen ganz woanders – nämlich bei dem Teufelswerk Homöopathie!

    Warum rennen die Leute denn der evidenzbasierten Medizin in Scharen davon????

    Wegen genau dieser Überheblichkeit, Arroganz, Selbstgefälligkeit und im großen Ausmaß auch Inkompetenz.

    Ein ganz großer Teil Patienten geht nämlich nicht in der Erstlinie zum Heilpraktiker, sondern nachdem er eine Odysee an Schulmedizin und oft einen wahren Ärztemarathon hinter sich hat… ohne Verbesserung seiner Situation, ohne Ergebnis. Jedenfalls ohne Ergebnis, von dem er profitiert.

    Genau so einen Fall habe ich in meiner Famlie, ich weiß es deshalb nicht über dritte, Hörensagen (blablubb) sondern hab sozusagen jeden Entwicklungsschritt live mitbekommen.

    Geht es hier nicht zudem einfach nur um einen ganz banalen Verteilungskampf?

    Normale Leute zoffen nicht über Schulmedizin und Homöopathie. Das tun doch meist Leute, die von dem einen oder dem anderen konkret Vorteile haben; ihre Existenz damit sichern, ihre Brötchen damit verdienen.

  37. #49 Beobachter
    14. November 2015

    @ zimtspinne:

    Ja, wo ist er, der mündige, … etc. Patient?
    Leider gibt`s den viel zu wenig – drum zählt er im Medizinbetrieb auch wenig.
    Weshalb hat denn z. B. Homöopathie solchen Umsatz- “Erfolg”?
    Weshalb boomt Esoterik und Paramedizin?
    Das alles findet nicht im “Kabuff eines Hokuspokusheilers” statt, sondern in der Öffentlichkeit, in öffentlichen Kongresszentren und findet zunehmend Akzeptanz und Zuspruch.

    Der Otto-Normalverbraucher-Patient glaubt das, was in der “ApothekenUmschau” steht – und wenn`s dann noch wie Homöopathie von einer Politikerin/Professorin/Frau Doktor unterstützt wird, erst recht.
    Wenn die Leute bei massiven Beschwerden/ernsthaften Erkrankungen “freiwillig” z. B. geschütteltes oder gerührtes Nichts schlucken statt zum kompetenten Arzt zu gehen – umso schlimmer.

    Im Krankenhausbetrieb (und in Pflegeheimen):
    Wer da als Patient selber nicht mehr kann und keine informierten, engagierten, präsenten Angehörigen hat, ist wirklich hilflos ausgeliefert – in der Tat.

  38. #50 michael
    14. November 2015

    >Das alles findet nicht im “Kabuff eines Hokuspokusheilers” statt, sondern in der Öffentlichkeit, in öffentlichen Kongresszentren und findet zunehmend Akzeptanz und Zuspruch

    Das ist durch die Ärzte selbst akzeptabel gemacht worden, einige bieten das seit langer Zeit an.

    Dass ein Arzt von seinen Kollegen wegen Betrugs oder Körperverletzung angezeigt wurde, weil er Kranke mit homöpathischen Methoden behandelt, davon hab ich noch nie gehört.

    Und wenn die Mediziner Homöopathie+ Akupunktur + … praktizieren und den Leuten aufschwatzen, die Universitäten das lehren, dann kann die Senatorin auch die Schirmherrschaft über diesen Kongreß übernehmen.

  39. #51 Sulu
    14. November 2015

    Kritik an der gängigen Medizin, zu der wir uns gefälligst zackzack und vertrauensvoll hin begeben sollen, ist hier offenbar nicht erwünscht und wird immer ganz schnell vom Tisch gefegt.

    Ich habe mich mal vertrauensvoll einem Heilpraktiker hingegeben (soll man ja) – der hat an meinem Fuß “Niere8” (oder so) kräftig gedrückt, ich hate 3 Tage Fußschmerzen, aber er meinte, dass so meine Rückenschmerzen weggehen. Wenn jemals wieder irgendwer irgendwelche “Punkte” drückt, setzt es was…

    Aber ich hätte auch eine Menge z.B. am Krankenhausbetrieb zu kritisieren. Nur da ist nicht das MedizinSystem das Problem, sondern die marktwirtschaftliche Verwertungslogik. Die Esos haben das clever gelöst, die lassen einfach alles weg, was Probleme machen könnte und kassieren nur – freilich kümmern die sich um ihre Kunden, eben auch marktwirtschaftliche Verwertungslogik. Die können sich ihre Preise ja selber ausdenken und werden auch prompt bezahlt.

    Und Missstände in der Medizin machen Zauberei noch lang nicht wahr. Also Medizin und Magie sind einfach 2 verschiedene Dinge. Wieso wird das immer in einen Topp geworfen?

  40. #52 zimtspinne
    14. November 2015

    @ Beobachter

    ok, ich unterschätze wohl das Behandlungsbedürfnis der Menschen, da ich sehr selten überhaupt irgendwelche Medikamente einnahme und Arztrezepte häufig gar nicht einlöse, besonders die grünen, die ich voll bezahlen muss 😉

    Habe mal mit einer Apothekerin gesprochen, als ich ein pflanzliches Mittel gegen Speicheldrüsenentzündung einnehmen sollte. HNO (ein ganz toller der alten Schule, nimmt seinen Beruf und die Patienten ernst) hatte mich vorgewarnt, die Wirkung sei nicht sicher, eher hop oder top, er möchte mir aber immerhin irgend etwas anbieten.

    Jene Apo-Dame, bei der ich landete, die ich nach der Wirksamkeit des ganz schön teuren Präparates (um die 16 Euro, wenn ich recht erinnere) fragte, sagte das gleiche wie der Arzt. Ist meine Entscheidung, sie könne mir nix garantieren. Dann gab sie mir den Tipp, mal einfach intensiv Kaugummi zu kauen und viel zu trinken und genau das hatte ich als Tipp auch vielfach von Betroffenen im internet gefunden.
    Also ist doch alles gut? Ich hab nicht das teure, wahrscheinlich unwirksame Zeugs gekauft und Betroffene helfen sich vermehrt gegenseitig mit tatsächlich hilfreichen Tipps…. übrigens sehe ich dabei auch ganz oft die Kultur, dazu zu sagen, dass alles nur auf eigenen Erfahrungen und Empfindungen beruht und keine Garantie ist, dass dieses und jenes altbewährte Hausmittelchen auch bei jedem und jeder Erkrankung funktioniert.

    Ich gleiche jedenfalls alles miteinander ab und glaube keinesfalls einem Arzt als Gott in Weiß alles. Der wird erstmal auf Herz und Nieren geprüft. Habe so inzwischen für mich einen Pool an Ärzten, mit denen ich tatsächlich auf Augenhöhe sprechen kann, die mich ernst nehmen und nicht grantig werden, wenn man ihnen mal widerspricht, etwas in Frage stellt oder gar das unsägliche Internet erwähnt, wo man dies oder das gelesen hat 😀
    Im Gegenteil, diese Ärzte finden es super, mitdenkende und mitarbeitende, also aktive Patienten zu haben. Man wird dann auch ganz anders einbezogen.

    Problem ist, dass der normale Bürger gar nicht so viel wissen möchte. Das macht ihm viel zu viel angst.
    Das sind dann wahrscheinlich auch die Leute, die alles unreflektiert nehmen, was sie verschrieben bekommen und selbst dann noch, wenn heftige Nebenwirkungen auftreten oder das Medikament keine Wirkung zeigt.

  41. #53 zimtspinne
    14. November 2015

    @ Sulu

    das wird deshalb in einen Pott geschmissen, weil der bedürftige Mensch vor dem Auswahlproblem steht.

    Du warst doch sicher aus ähnlichen Gründen bei dem Heiler (ich kürz das mal ab aus Faulheit) wie mein Familienangehöriger? Nachdem die Ärzteschaft bei deinem Problem nix ausrichten konnte.

    Nun ist ein Zustand des Krankseins oder des Nichtfunktionierens oder des nicht 1000%-Funktionierens in unserer Gesellschaft sehr verpönt.
    Da muss dringend was getan werden…. wenn das dann auch noch natürlich ist und überhaupt und sowieso bio und öko und so….. dann kanns doch nur gut werden.

    Kranksein gehört aber nun mal zum Leben. Hatte mal einen ausgenzeichneten Vortrag gehört, dass Gesundheit keineswegs der Normalzustand sei sondern Krankheiten den Lebensweg eines jeden pflastern. Das fängt ja schon mit diversen Gendefekten an.

    Ich fände es mal sinnvoll, eine genaue Definition von Homöopathie zu machen.
    Fällt darunter etwa auch mein selbstgezogener und selbstgefpflückter Salbeitee, den ich bei den ersten Anzeichen von Schnupferei in größeren Mengen trinke?

    Meine erste Wahl bei überschaubaren Wehwehchen wären immer Großmütterchens Kräutlein und der gesunde Menschenverstand. Niemals würde ich es so machen wie viele in meinem Umfeld und mir bei jeder kleinen Unpässlichkeit drei bis vier Pillen einwerfen.
    Daran habt ihr hier aber komischerweise nix zu bemängeln? Dass viel zu oft viel zu leichtfertig Medis verschrieben und dann auch konsumiert werden.

    Der Doc sollte viel öfter sagen: Kriegen Sie endlich ihren fetten Arsch mal hoch und bewegen sich zünftig! Weniger Kuchen und Pommes wären auch hilfreich!

  42. #54 Sulu
    14. November 2015

    Du warst doch sicher aus ähnlichen Gründen bei dem Heiler

    nee, das war ein Kumpel, von dem ich eigentlich nur eine Rückenmassage wollte…

    Fällt darunter etwa auch mein selbstgezogener und selbstgefpflückter Salbeitee

    H. ist zimelich klar definiert, auch wenn die Esos das immer weiter”entwickeln”. Salbeitee gehört dafinitiv nicht dazu. Homöopath*innen nehmen z.B. Arsen (verdünnt bis nix mehr drin) und lassen sich damit von Vergiftungen durch Energie heilen. Mit Naturheilkunde hat H. nichts zu tun.

  43. #55 zimtspinne
    14. November 2015

    Mal ganz grundsätzlich zu diesem Dauerbrenner Homöopathie….

    Ich weiß nicht, ob ihr viel Kontakt zu Betroffenen schwerwiegender Erkrankungen habt und ihre Sorgen, Ängste und Nöte kennt. Oder ob ihr mehr so einem Theorie-Elfenbeinturm heraus argumentiert.

    Was schwer und hoffnungslos/unheilbar Kranke brauchen, sind Zuwendung, Aufmerksamkeit und Dinge, die einfach gut fürs Gemüt sind.
    Deshalb ist vielen Schwerkranken auch klar, dass dieses Mittelchen und jenes Wunderteechen wahrscheinlich nix bringen, aber es tut dem Gemüt so gut. Schon deshalb ist es absolut gerechtfertigt.

    Hinzu kommt, dass es manchmal ein wahrer Segen ist, wenn ein Mittel null Wirkstoffe beherbergt. Der Mensch behält seinen Glauben, dass er was tut und ihm geholfen wird, und wird nicht mit irgend einer Chemiebombe restlos kaputt gespielt. Die ja aus ganz ähnlichen Gründen zum Einsatz kommen wie die Globuli: Der Mensch will nicht sterben, er klammert sich mit aller Macht um jeden Preis ans Leben und er will Strohhalme haben. Die werden ihm gereicht. Von der Schulmedizin und vom Heiler. Beide verdienen an der Notlage des Patienten.

  44. #56 Sulu
    14. November 2015

    Der Mensch will nicht sterben, er klammert sich mit aller Macht um jeden Preis ans Leben und er will Strohhalme haben.

    Ich glaube, er will wieder ‘Gesundheit‘ bzw. Stabilität und keinen Strohhalm. Nimm mal Magenkrebs. Da braucht es u.U. nur Antibiotika und Protonenpumpenhemmer, keinen Strohhalm.

    Hinzu kommt, dass es manchmal ein wahrer Segen ist, wenn ein Mittel null Wirkstoffe beherbergt.

    Sicher, bei Krankheiten, die von allein ausheilen oder gar keine sind.

  45. #57 kathrin
    14. November 2015

    Die berechtigte Kritik an medizinischer Behandlung lässt paadoxerweise viele zu Homöopathen und anderen nicht evidenzbasierten Methoden Anwendende gehen, denen dann nicht selten blind vertraut wird, deren medizinische Kompetenz wesentlich ungesicherter ist als die eines langjährig ausgebikdeten Arztes. Sie nehmen Mittel, deren Wirkung oft nicht nachgewiesen ist, und ebenso nicht selten auf Placeboeffekten beruht. Das alles weil neben der berechtigten Kritik vielleicht auch überzogene Erwartungen an ein Medizinsystem gibt. Ärzte sollen fast Psycholgen sein ( es ist sicher sinnvoll, dass sie Kommunikationskompetenz haben, aber nicht alle Patienten erwarten, dass sie ihre persönlichen Nöte beim Mediziner lassen können, dafür gibt es andere Stellen). Sie haben Wünsche nach Heilung auch dort, wo es schwieirig ist z.B. Chronische Erkrankungen, fortgeschrittener Krebs. Es gibt negative Zuschreibungen ( seelenlose Apparatemedizin), die Ängste schürt, aber letztlich nicht hilfreich ist, weil überzogen.
    Umgekehrt kann ja jeder der will zum Heilpraktiker gehen. Aber genauso wie über die Risiken der ‘Schulmedizin’ viel geschrieb wird, ist eben auch Aufklärung über die Risisken von Placebomedizin sinnvoll.l.

  46. #58 zimtspinne
    14. November 2015

    Nein, er hat innerlich längst begriffen, dass es keine Gesundheit mehr gibt und keine Heilung. Todesahnungen haben nichts mit Hokuspokus zu tun, evolutionär ist es höchst sinnvoll, dass der Organismus in der Lage ist, sich auf den Tod vorzubereiten und ihn halbwegs gut über die Bühne zu bringen.
    Die heutige Medizin vermittelt aber ein Bild von Supermacht und das bestätigst du ja gerade wieder.
    Was genau hat Magenkrebs mit Antiotika und PPH zu tun?

    Und ja, bei eingebildeten Krankheiten sind Mittel ohne Wirkung ein Segen und sie sind es auch bei Schwerkranken. Aus zwei Gründen, die ich nannte. Der Mensch behält seinen Glauben an den Strohhalm, an das Wunder (nein, ihm geht es nicht mehr um Heilung!) und das Zeug richtet keinen größeren Schaden bei seinem eh schon kaum vorhandenen Immunsystem an. Wie etwa eine Chemotherapie (Antibiose fällt ja auch darunter).
    Klar, könnte man einen Menschen unglaublich lange künstlich am Leben erhalten… irgendwie… aber muss alles gemacht werden, was möglich ist?

    Ich werde demnächst doch mal meine PV überarbeiten. Bisher dachte ich eher an Unfall und Betreuung.
    Gar nicht auszudenken, dass ich mal so wiederfinden könnte: monatelang vollgempumpt mit Schmerzmitteln und BTM (wobei die noch das beste sind in so einer Situation), zwangsernährt und mich nicht mehr äußern könnend, Angehörigen ausgeliefert, die nicht loslassen können und am liebsten noch alle möglichen Behandlungen durchführen lassen möchten (die aber zum Glück im Wachkoma eh nicht möglich sind).

    Sowas macht mir angst. Nicht diese lächerliche Homöopathiegeschichte mit den zusammengeschüttelten Globuli, die man doch ganz leicht von sich fern halten kann. Mir sind sie jedenfalls bisher noch nie in freier Wildbahn begegnet. Wer die will, muss schon gezielt drauf los gehen.

    • #59 Joseph Kuhn
      14. November 2015

      “bei eingebildeten Krankheiten sind Mittel ohne Wirkung ein Segen und sie sind es auch bei Schwerkranken. … Der Mensch behält seinen Glauben”

      Sind Sie sicher, dass der Mensch immer “seinen Glauben behalten will”? In einem früheren Kommentar haben Sie gefragt, wo denn der mündige Patient bleibt. Eine richtige Frage. Also: Soll der hilfesuchende Patient, gerade auch in einer existentiellen Notsituation, durch einen Schwindel wie ein unmündiges Kind behandelt werden oder steht ihm – zumindest grundsätzlich – nicht erst einmal zu, wahrheitsgemäß informiert zu werden, wie es um ihn steht, welche Therapieoptionen es gibt und was von einer bestimmten Therapie zu erwarten ist?

      Ärzte sind grundsätzlich verpflichtet, ihre Patienten über den Nutzen und die Risiken einer Behandlung aufzuklären, das gilt auch für den Einsatz von Placebos. Aber Homöopathen meinen ja, sie würden mit einer wirksamen Arznei behandeln, sie können prinzipiell nicht wahrheitsgemäß aufklären und sie sind vermutlich in der Mehrzahl nicht einmal bereit, ihren Patienten so etwas wie “in der Medizin ist die Wirksamkeit der Homöopathie umstritten” zuzumuten.

      Es gehört zu den paradoxen Aspekten des Homöopathieklientels, dass Medizinkritik (nämlich Kritik an der “konventionellen” Medizin) mit blindem Vertrauen gegenüber dem Alternativmediziner einhergeht – weil der einem ja wirklich helfen will, anders als die Schulmediziner mit ihrem mechanistischen Denken, alle gleich, alle boniert.

  47. #60 Sulu
    14. November 2015

    Was genau hat Magenkrebs mit Antiotika und PPH zu tun?

    Die behandeln Helicobacter pylori, der zumindest einer der wichtigsten Risikofaktoren für Magenkrebs ist, so man jedenfalls neuesten Forschungen folgen darf. Ich bin kein Experte, war auch nur ein Beispiel.

    Sowas macht mir angst.

    Also da hilft z.B. eine Patientenverfügung und Absprachen im persönlichen Umfeld, das kann man heutzutage relativ gut regeln.

    Aber wie gesagt, all das spricht nicht für die H. Ich finde es unethisch, Menschen Heilsversprechen zu machen, für deren Therapieformen seit 200 Jahren keinerlei Belege für Wirksamkeit erbracht werden konnten, Belege für die Unwirksamkeit aber zu Hauf.

    Besser man setzt sich für eine bessere Palliativmedizin ein und wirkliche Reformen im Gesundsheitssystem, anstatt dieses nur zu verteufeln und sich immer neue Alternativen auszudenken.

  48. #61 Sulu
    14. November 2015

    Wer die will, muss schon gezielt drauf los gehen.

    Und es geht auch gar nicht darum, ob Heilpraxen existieren dürfen oder nicht. Es geht darum, dass sich eine Senatorin für Wissenschaft(!) vor diesen esoterischen Lobby-Karren spannen lässt.

  49. #62 zimtspinne
    14. November 2015

    zur letzten Frage:

    Seitdem ich mal das elende Geblubbere unserer Bundesbeauftragten für Drogen hörte, sage ich, ja, bei Politikern ist grundsätzlich alles möglich und zu erwarten! Nur keine Kompetenz!

    Es geht doch immer nur um wirtschaftliche Interessen, ist dir das noch nicht aufgefallen?

    Wissenschaftler stehen auch voll hinter dem Ökowahn, der beängstigende Formen annimmt (vor allem auch teure für das Fußvolk), obwohl nix oder kaum was davon wissenschaftlich belegt ist.

    • #63 Joseph Kuhn
      14. November 2015

      “Ökowahn”

      Speist sich nicht gerade daraus in der Regel auch die Glaube an die Homöopathie, also in Ihrer Sprache der “Homöopathiewahn”?

  50. #64 zimtspinne
    14. November 2015

    @ Sulu

    noch ein Wort zu Antibiotika und PPI….
    wenn die dauernd/häufiger zum Einsatz kommen müssen, dann sollte mal eher nach den Ursachen geschaut werden, nicht nur mal schnell die Symptome bekämpft, wie die Schulmedizin das üblicherweise tut.
    ich weiß, wovon ich rede, ich hatte mit PPI zu tun (aus anderen Gründen) und habe oft mit Ärzten, auch Internisten diskutiert. Auf meine Hinweise zu Ursachen gingen die überhaupt nicht ein!

    Antibiotikeinsatz oder dauerhafte Medikation mit PPI kann nicht wirklich das Ziel sein, das kannst du doch nicht ernst meinen.
    Zu letzteren solltest du dich mal genauer schlau machen. Die haben ein sehr hohes Abhängigkeitspotenzial, in der Form, dass der Körper versucht, gegen die Magensäureblockade anzugehen, indem er mehr Magensäure produziert… was zu Dosiserhöhung führt… und noch mehr Magensäure… schwer, da wieder von wegzukommen, wenn die eigentliche Ursache (zB Speiseröhrenentzündung) ausgeheilt ist. Dazu gibt es auch Studien. Wird nur kein Patient drauf hingewiesen, was für Langzeitfolgen es geben kann.
    Von Spätfolgen reden wir erst gar nicht. Ist doch logisch, dass es nicht sinnvoll sein kann, dauerhaft Verdauungsenzyme zu blockieren und man damit ein ganzes System durcheinander haut. Die Auswirkungen auf längere Sicht sind absolut nicht berechenbar und nicht absehbar. Und würde mich nicht wundern, wenn diese Konstellation am Ende sogar noch krebsfördernd ist.
    Enorm viele Menschen nehmen dauerhaft und regelmäßig diese Medikamente. Ohnen im geringsten darüber aufgeklärt zu sein, welche Neben- und Langzeitwirkungen sie haben. keiner, der das Zeug nimmt, ob vorübergehend oder dauerhaft, bekam von seinem Arzt darüber eine Aufklärung. Ich habe viele Leute dazu befragt. Das scheint gängige Praxis zu sein.

  51. #65 Beobachter
    14. November 2015

    @ Joseph Kuhn, # 46:

    “Der mündige, … Patient”, nur hier in den Blogkommentaren, ist dem Medizinbetrieb ziemlich wurscht, weil er nicht der Regelfall ist, von dem verantwortliche Entscheider im Medizinbetrieb ausgehen können.
    Die besten universitären Verbesserungskonzepte auf dem Papier nützen nichts, wenn sie aus Kostengründen nicht in die Praxis umgesetzt werden.

    @ zimtspinne, # 47:

    ” … Normale Leute zoffen nicht über Schulmedizin und Homöopathie. Das tun doch meist Leute, die von dem einen oder dem anderen konkret Vorteile haben; ihre Existenz damit sichern, ihre Brötchen damit verdienen.”

    Wissen Sie, warum ich hier gelegentlich “mitzoffe”, obwohl ich nicht das Geringste davon habe?
    Weil ich eine bessere Medizin für Alle will –
    Weil bei der sog. “Schulmedizin” vieles im Argen liegt und bei der sog.” Alternativmedizin” noch viel mehr –
    Weil ich in meiner Familie 10 Jahre lang live miterleben musste, wie zwei Greise (beide häusliche Pflegefälle) von einer Mitangehörigen und Vertreterin der Paramedizin-Branche gesundheitlich massiv geschädigt, finanziell über den Tisch gezogen und eingeschüchtert, verängstigt und manipuliert wurden.
    Und das unter den Augen der informierten Gerichte, Behörden und Ärzte – die sich keinen “Ärger” einhandeln wollten; schon gar nicht wegen des Wohls zweier pflegebedürftiger Greise, die eh bald sterben werden.
    Solche Erfahrungen machen wütend.

    @ michael, # 49:

    ” … Und wenn die Mediziner Homöopathie+ Akupunktur + … praktizieren und den Leuten aufschwatzen, die Universitäten das lehren, dann kann die Senatorin auch die Schirmherrschaft über diesen Kongreß übernehmen.”

    Eigentlich logisch.
    Die Mediziner selbst haben sich den Ruf/die Ethik/den Wissenschaftlichkeitsanspruch ihrer eigenen Zunft versaut, dulden selbst schwärzeste Schafe in ihren eigenen Reihen (z. B. MMS-Propagandisten/-Anwender), lassen ihre akademischen Hallen von Schamanen räuchern, praktizieren selbst Homöopathie.
    Warum soll eine Senatorin dann nicht diese Schirmherrschaft übernehmen, zumal sie ja nicht mal vom (medizinischen) Fach ist und deshalb vielleicht “von nichts weiß”?
    So weit sind wir schon …

  52. #66 Joseph Kuhn
    14. November 2015

    @ Zimtspinne: Noch einmal: Sie reden gerne von echten und vermeintlichen Fehlentwicklungen in der “konventionellen” Medizin. So manchem wird hier fast jeder zustimmen, z.B. dass man nicht leichtfertig Antibiotika nehmen soll, dass Ärzte es oft an der Aufklärung mangeln lassen usw. – aber was hat das alles damit zu tun, dass die Homöopathie wissenschaftlich nicht haltbar ist und eine Wissenschaftssenatorin daher nicht die Schirmherrschaft für einen Homöopathie-Kongress übernehmen sollte?

    Oder geht es Ihnen nur darum, von genau dieser Frage immer wieder abzulenken? Sie haben jedenfalls dazu in all ihren wortreichen Kommentaren bisher noch nichts gesagt.

  53. #67 zimtspinne
    14. November 2015

    @ Joseph Kuhn

    nein, darum geht es mir nicht! Ich habe nichts mit der Esoterikszene zu tun.

    Wäre bei der klassischen Medizin alles in Butter, hätte so ein Esoterikquark gar keinen Reiz, weil die Leute sich wunderbar bei ihren Haus- und Hofmedizinern aufgehoben fühlen würden.

    Warum rennen denn nun so viele davon und suchen ihr Heil bei mal mindestens dubiosen Quackern?

    Dort solltest du als Gesundheitswissenschaftler ansetzen. Nicht den Menschen Dummheit & Naivität vorwerfen.

    Warum ich immer wieder auf unseren Hauptmedizinzweig zurück komme? Weil der mich am Wickel hat! Ganz konkret deshalb und aus keinen anderen Gründen. Ich bin da pragmatisch und kritisiere grundsätzlich alles, auch Dinge, die ich an sich mag oder schätze.

    Ich bin angewiesen auf die Schulmedizin und wenn die ständig so einen riesengroßen Mist baut, dann kotzt mich das an! Verstehst du das wirklich nicht?
    Du lenkst davon ab mit diesem Heraufbeschwören von Horrorszenarien bezüglich der Nischengruppe Homöopathie, die auch ein Stück vom großen Medizinkuchen abhaben wollen.
    Kann man ihnen nicht mal vorwerfen!
    Ich überlege schon, ob ich mal eine Pilzgruppe gründe oder sowas!

  54. #68 zimtspinne
    14. November 2015

    @ Beobachter

    Deine Erfahrungen mit Paramedizin tun mir sehr leid und logisch wird man immer sehr von seinen eigenen Erfahrungen geprägt. Das gestehe ich anderen aber eben auch mir selbst zu.

    Nur mal eine Frage, wenn du darauf antworten möchtest: Wie gerieten die beiden Pflegebedürftigen überhaupt in die Fänge der Abzocker?
    Dann wäre da noch die Frage, wie es den Betroffenen damit ging. Das mag ja alles der Familie nicht zusagen, aber letztlich ist es das Leben und auch das Geld der Betroffenen, und damit können die tun, was sie wollen.
    Das ist ein großes Thema im Betreuungsrecht… dort sind Angehörige von Betreuten auch immer verärgert, wenn Geld sinnlos verschleudert wird (das sie gerne erben würden?) ich will nichts unterstellen, aber sobald hauptsächlich um Geld gestritten wird, werde ich hellhörig und glaube nicht mehr so recht an die Selbstlosigkeit der Angehörigen.

  55. #69 Beobachter
    14. November 2015

    @ kathrin, # 57:

    ” … Ärzte sollen fast Psycholgen sein ( es ist sicher sinnvoll, dass sie Kommunikationskompetenz haben, aber nicht alle Patienten erwarten, dass sie ihre persönlichen Nöte beim Mediziner lassen können, dafür gibt es andere Stellen). … ”

    Ärzte sollen/brauchen keine Psychologen sein, sondern sollten/müssten sich Zeit nehmen zur Erhebung einer regelrechten Anamnese, für notwendige Beratungsgespräche, zur Erklärung von therapeutischen Maßnahmen/Risikoabwägungen etc.
    Ist das schon zuviel verlangt?

    Diese aufzuwendende Zeit wird den Ärzten gar nicht oder viel zu gering von den GKV vergütet – und wird deshalb nicht aufgewendet.
    Ein Arzt muss auf den Patienten eingehen können, mit ihm sprechen – sonst fühlt sich der Patient nicht angenommen, verschweigt wichtige Symptome, Fakten zur Krankengeschichte, verweigert die notwendige Mitwirkung.
    Massive “persönliche Nöte”/belastende Lebensumstände können krank machen – deshalb sollte ein Mediziner auch davon wissen, um ggf. an kompetentere “andere Stellen” überweisen/sie empfehlen zu können.

    Das unterscheidet den Arzt vom KFZ-Mechaniker.

  56. #70 Ludger
    14. November 2015

    Wer einen Virusschnupfen mit einem Antibiotikum behandelt, begeht einen Behandlungsfehler. Im schlimmsten Fall kann ein solcher Arzt zu Schadensersatz verurteilt werden, wenn zum Beispiel aufgrund einer nicht indizierten Behandlung ein z.B. allergischer Schaden entsteht. Woher weiß man, dass die Behandlung nicht indiziert war? Nun ja, das sind Erkenntnisse der wissenschaftlichen Medizin. Nur wenn die richtige Behandlung erforscht ist, kann man sie von einer falschen Behandlung abgrenzen. So jetzt Auftritt der Homöopatie: Es wird eine Substanz gesucht, die als Urtinktur bei diesem Patienten ähnliche Beschwerden auslösen würde, wie genau der Patient schildert. Von der Ursubstanz wird eine Verdünnung genannt “Potenz” gewählt, die für die Behandlung verordnet wird. Sollte es eine D30-“Potenz” oder eine C200-“Potenz” sein? Das zu entscheiden ist die Kunst des Homöopathen. Und wo ist die wissenschaftliche Abgenzung von Behandlungsfehlern? Gibts nicht. Keine Wissenschaft, keine Behandlungsfehler. Wunderbar: eine Behandlung ohne Behandlungsfehler! Klappt bestens bei Unpässlichkeiten und selbstlimitierenden Erkrankungen. (Ich persönlich schlucke in solchen Fällen gar nichts.)
    Nun gibt es leider auch andere Krankheiten:
    Schlaganfall
    Herzinfarkt
    Lungenembolie
    Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer
    Syphilis
    Gebärmutterhalskrebs
    Brustkrebs
    Meningeom
    Bauchfellentzündung
    Erysipel
    Harnleiterkolik
    usw.
    Viel Spaß mit der Homöopathie

  57. #71 Beobachter
    14. November 2015

    @ zimtspinne, # 68:

    Ich würde gern ausführlich und mit Belegen antworten, aber erstens wäre es zum Thema “Schirmherrschaft Senatorin/Homöopathie” völlig off topic – und zweitens würde ich von der Paramedizin-Lobby verklagt werden, und Joseph Kuhn als Blogbetreiber bekäme erheblichen juristischen Ärger.
    Mir ist schon dreimal von einem 8-köpfigen Rechtsanwaltsteam mit Klage, hohen Geldstrafen, kostspieligen Prozessen etc. gedroht worden, sollte ich bestimmte, belegte Tatsachen/Vorfälle gegenüber Dritten oder gar im Internet erwähnen.
    Ich selbst habe weder das Geld noch die Zeit und Kraft, mich auf eine juristische Auseinandersetzung einzulassen.

  58. #72 zimtspinne
    14. November 2015

    @ Ludger

    Und wer erkennt den Behandlungsfehler des Arztes und bringt ihn zur Anzeige? Im Normalfall doch wohl keiner. Das verläuft sich so im Sande.

    Gibt es eine Statistik über gemeldete und geahndete Behandlungsfehler von Ärzten und wenn ja, wo finde ich die?

    Ich habe ein riesengroßes Problem mit dem Wirksamkeitsnachweis.
    Da soll ein Medikament bei einer ganzen Bevölkerung wirksam sein, deutlich über den Placebeoeffekt hinaus.
    Warum ist es dann bei Psychopharmaka üblich, erstmal diverse Mittel durchzutesten, bis eins gefunden ist, das Wirkung zeigt und seine Nebenwirkungen einigermaßen im Zaum hält?
    Es gibt böse Zungen, die behaupten, Antidepressiva wirken überhaupt nicht.

  59. #73 zimtspinne
    14. November 2015

    @ Beobachter

    alles klar, verstehe ich. Schade aber eigentlich, denn sowas sollte doch bekannt gemacht werden, am besten mit Namen und Adresse 😉

  60. #74 Joseph Kuhn
    14. November 2015

    @ Zimtspinne:

    “Wäre bei der klassischen Medizin alles in Butter … Dort solltest du als Gesundheitswissenschaftler ansetzen.”

    Das mache ich, siehe die Links in Kommentar #48. Aber deswegegen muss ich doch nicht zu dem homöopathischen Unfug schweigen.

    “Heraufbeschwören von Horrorszenarien bezüglich der Nischengruppe Homöopathie”

    Wo bitte habe ich “Horrorszenarien” heraufbeschworen? Ich habe kritisiert, dass die Bremer Wissenschaftssenatorin die Schirmherrschaft für einen Kongress einer wissenschaftlich unhaltbaren Heilslehre übernimmt. Und eine “Nischengruppe” ist die Homöopathie sicher nicht, wenn man sich die Nachfrage in der Bevölkerung und als Reaktion darauf das Angebot der Krankenkassen ansieht.

    “Gibt es eine Statistik über gemeldete und geahndete Behandlungsfehler von Ärzten”

    Zwei vielleicht hilfreiche Links:
    http://www.bundesaerztekammer.de/patienten/gutachterkommissionen-schlichtungsstellen/behandlungsfehler-statistik-2014/
    http://www.aktionsbuendnis-patientensicherheit.de/

    Beim Zentralverein der hömöopathischen Ärzte Deutschland suchen Sie Vergleichbares vergeblich. Im Gegenteil, dort präsentiert man die unsäglichen Behauptungen von Herrn Wurster – und zwar nicht als Horrorszenario.

    Behandlungsfehler und Verurteilungen von Homöopathen muss man mühsam ergooglen, das Nichts schadet jedenfalls nicht nichts:
    http://whatstheharm.net/homeopathy.html

  61. #75 ludger
    14. November 2015

    @ zimtspinne 14. November 2015

    @ Ludger
    Und wer erkennt den Behandlungsfehler des Arztes und bringt ihn zur Anzeige? Im Normalfall doch wohl keiner.

    Das hat zwar nichts mit der Frage zu tun, ob Homöopathie Wissenschaft ist, wohl aber mit der Frage, ob “Schulmedizin” Wissenschaft ist.
    Von der Website der Ärztekammer Westfalen-Lippe: http://www.aekwl.de/fileadmin/aerzteblatt/pdf/waeb0914_gak.pdf . Daraus:

    In den Jahren 2009 bis 2013 wurden ca. 7300 Anträge bei der Gutachterkommission der Ärztekammer Westfalen-Lippe eingereicht. Insgesamt wurde in 852 Entscheidungen ein Behandlungsfehler festgestellt.

    Genaueres wissen die Haftpflichtversicher oder auch Joseph Kuhn. Zu den entschädigungspflichtigen Behandlungsfehlern würde natürlich auch die Behandlung eines z.B. Tuberkulosepatienten mit ausschließlich Homöopathie zählen, weil es wirksame Therapieverfahren gibt, zu denen die Homöopathie eben nicht zählt.
    Wenn sich ein Homöopath aber aus Versehen um den Faktor 1000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000
    000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000
    0000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000
    000000000000000000000 vertut (C200 statt D30), dann wird er nicht schadensersatzpflichtig werden, weil das 10³⁷⁰-fache von nichts immer noch nichts ergibt.
    PS.: Es sollen 370 Nullen sein

  62. #76 zimtspinne
    14. November 2015

    @ Joseph Kuhn,

    nein, natürlich nicht.

    Ich hatte zugegeben auch keine Ahnung erstens über das ganze Ausmaß und zweitens über die tatsächlichen Gegebenheiten.

    Habe soeben gelernt, dass der Homöopath nichts dokumentieren muss. Das wusste ich nicht.

    Ich bin sowieso im höchsten Maße verwirrt über die Begriffe und Kompetenzen.

    Ich verstehe das ganze so: Es handelt sich um den Lifestyle- und Wellnessmarkt.
    Dort sind die Leute keine Patienten, sondern Kunden.
    Sie handeln und entscheiden eigenverantwortlich.
    Gibt es Probleme, ist dafür dann eher der Verbraucherschutz zuständig.

    Wenn jemand sich selbst schädigen möchte, dann hat er eben in einer Demokratie auch das Recht dazu. Solange er niemanden sonst schädigt (und selbst dann kommt er damit oft durch).

    Ich könnte jederzeit eine Selbsthilfegruppe für X oder Y gründen und dort die Leute gnadenlos manipulieren, sie zum Kauf dubioser Mittelchen animieren und ihnen einreden, das sie drigend eine Glaskugelberatung bei mir benötigen.

    Das machen WW (weight watchers) genauso und verdienen unglaublich damit.

    Man kann den Leuten nicht die Eigenverantwortung für ihre Entscheidungen und ihr Tun abnehmen.
    Höchstens dort, wo sie nicht mehr selbst entscheiden können.

    • #77 Joseph Kuhn
      14. November 2015

      “Es handelt sich um den Lifestyle- und Wellnessmarkt.”

      Zum Teil ja, aber da, wo Krankheiten behandelt werden, handelt es sich um Medizin. Es gelten dann die gleichen Regeln wie sonst auch, insbesondere auch die Verpflichtung zur Aufklärung über Nutzen und Risiken. Wenn die Homoöopathen Ärzte sind, gelten für sie auch die gleichen Regeln zur Dokumentation wie für alle Ärzte, ich glaube, selbst Heilpraktiker sind da nicht ganz regelfrei, da kenne ich mich aber nicht aus.

      “Man kann den Leuten nicht die Eigenverantwortung für ihre Entscheidungen und ihr Tun abnehmen.”

      Wie in Kommentar 59 schon gesagt: Damit sie eigenverantwortlich entscheiden können, müssen sie über ihre Situation und die Behandlungsoptionen aufgeklärt werden. Müssen, nicht sollen, oder können. Auch hier gilt für homöopathische Behandlungen das Gleiche wie sonst auch.

      “Ich könnte jederzeit eine Selbsthilfegruppe für X oder Y gründen und dort die Leute gnadenlos manipulieren”

      Solange es nicht als Betrug nachzuweisen ist. Aber wie dem auch sei: Zumindest sollte eine Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz nicht die Schirmherrschaft für das Jahrestreffen dieser Gruppen übernehmen, vielleicht können wir darauf doch noch einigen.

  63. #78 kathrin
    14. November 2015

    @Beobachter
    Sie rennen da offene Türen ein. Habe ja geschrieben, dass Ärzte kommunikative Kompetenz brauchen, gerade wenn es um schwerwiegende Erkrankungen geht, keine Frage.
    Aber es gibt eben auch Erwartungen von Patienten, die nicht realistisch sind. So etwas wie eine Art Rundumsorglospaket….
    Außerdem erlebe ich, dass manche Anhänger von alternativer Behandlungen nicht bereit sind, ein gute Haar an einem Arzt oder Krankenhaus zu lassen. Es entsteht eine Front gegen ‘Schulmedizin’, die unsachlich ist. Ich traue keinem Arzt, z.B., diesen Satz hörte unlängst von einer Freundin. Als seien alle Ärzte Scharlatane oder Betrüger oder was auch immer. Ich plädiere einfach für kritische Sachlichkeit und finde pauschales Verdammen nicht angebracht.
    Da schließt sich dann auch ein Kreis: Die Kritik an der Homöopathie, die durch Fakten begründet ist, wird dann auch als Verdammen aufgefasst.
    Es ist scheint dann zeitgemäß, nicht nach zu denken, und Schirmherrschaften zu übernehmen fürs Sanfte und sich einem Mainstream anzudienen.

  64. #79 zimtspinne
    14. November 2015

    @ Joseph Kuhn

    doch, genauso hab ich es gerade herausgefunden: Homöopathen haben keine Dokumentationspflicht und sind auch sonst an kaum Regeln gebunden.

    Desweiteren ist interessant, dass die überwiegende Mehrheit der “Kunden” von Heilpraktikern gar keine Ahnung hat, was genau eigentlich unter sein Behandlungsspektrum fällt.

    Viele verwechseln Naturheilkunde mit Homöopathie. Viele wissen gar nicht, dass Homöopathie nicht gleich Pflanzen (also natürlich) bedeutet, sondern Globuli so ziemlich alles enthalten können von nichts bis schwarze Materie.

    Sie denken, sie werden auf natürliche, sanfte Art behandelt, mit rein pflanzlichen Mitteln.

    vielleicht wäre an der Stelle der Beruf der Kräuterhexe mal zum An-Denken geeigenet….

    • #80 Joseph Kuhn
      14. November 2015

      “Homöopathen haben keine Dokumentationspflicht”

      “Homöopath” ist an sich ja keine Berufsbezeichnung. Es gibt homöopathtische Ärzte, 7.000 in Deutschland, sagt der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte. Diese “Homöopathen” unterliegen den gleichen rechtlichen Pflichten wie alle Ärzte, auch in der Dokumentation. Die Erlaubnis zur Behandlung von Krankheiten haben außerdem Heilpraktiker, von denen viele homöopathisch arbeiten. Für sie scheint es Dokumentationsempfehlungen von Verbänden, aber keine rechtlich verbindlichen Dokumentationspflichten zu geben, wenn sich am Sachstand von 2011 (http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/11/10/dokumentationspflicht-auch-fur-heilpraktiker/) nichts geändert hat. Und dann gibt es selbsternannte Heiler, Lebensberater und wer weiß was, Leute, die keine Heilkunde im rechtlichen Sinne ausüben dürfen, daher auch nicht zur Dokumentation ihrer “Heilbehandlungen” verpflichtet sein können.

  65. #81 zimtspinne
    14. November 2015

    ja gu, aber dann würde ich beim Kontaktieren des alternativen Heilers gleich vorab nach seiner Qualifikation fragen.

    Bei Angehörigem läuft es so: Heilpraktiker gibt weder Globuli noch sonstwas aus sondern es gibt nach Gesprächen eine Liste mit Mitteln, die man sich selbst besorgt.
    Was ich übers inet mache. Gibts auch in jeder Apotheke, dort sind sie wesentlich teurer.
    Das Problem ist, dass völlig ins Blaue hinein therapiert wird. Machen ja schon Hausärzte zu oft, aber die machen wenigstens noch ab und an ein Blutbild oder gucken mal in den Hals.
    Die Heilpraktikerin widerspricht auch ärztlichen Empfehlungen und Medikationen.
    zb wurde vom Facharzt Vitamin D Mangel festgestellt und Vitamin D verordnet in einer Dosis, die der HP viel zu hoch erschien.

    Wer hat nun recht?

    Muss Vitamin D überhaupt supplementiert werden, da wir ja an unserer niedrigen Spiegel in den Wintermonaten gewöhnt sind.

  66. #82 IO
    14. November 2015

    @ Marcus Anhäuser

    Man liest auch, dass die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) und die Federal Trade Commission (FTC) sich die Homöopathie vorknöpfen.

    Wenn das gut und richtig ausgeht, sollte es bald für diese hanebüchene Quacksalberei in den USA schwerer werden.

  67. #83 zimtspinne
    14. November 2015

    Sollten die sich nicht eher die amerikanische Lebensmittelindustrie mit ihren hanebüchenen Schwerpunkten vorknöpfen?
    Ich denke nicht, dass all die schwer- und schwerst-Adipösen in den USA ihre Ursache in den Besuchen bei Quacksalbern haben….

    • #84 Joseph Kuhn
      14. November 2015

      “Ich denke nicht, dass all die schwer- und schwerst-Adipösen in den USA ihre Ursache in den Besuchen bei Quacksalbern haben”

      Das Thema hatten wir doch eigentlich durch: Nur weil es noch andere Probleme in den USA gibt, auch viel wichtigere, hat die Quacksalberei keinen Anspruch darauf, von den Behörden geschont zu werden – oder gar darauf, dass ihre Kongresse mit einer Schirmherrschaft belohnt werden.

  68. #85 zimtspinne
    14. November 2015

    Ich würde eben die wichtigeren Probleme auch zuerst angehen und nicht zuletz bzw gar nicht.

    Was genau verspricht man sich eigentlich von einem Quacksalber-Verbot?
    Dass dafür dann ein himmlisch vielfältiger Schwarzmarkt entsteht?

    Die Amerikaner werden sich ganz sicher ihre Seelsorger und Quacksalber nicht wegnehmen lassen. Ob das nun behördlich geregelt wird oder nicht. Dann läuft es eben im Untergrund weiter. Ganz ohne Kontrolle.

    Wollt ihr das? Auch hier?
    Dann doch lieber Schirmherren, die ein Auge drauf haben könnten, wenn sie wollten.

    • #86 Joseph Kuhn
      14. November 2015

      Ich kapituliere. Werden Sie glücklich damit, Argumenten auszuweichen und immer neue Nebendiskussionen anzuzetteln, statt einen Gedanken einmal stringent abzuhandeln. In Ihrem Alltag müssen Sie ja selbst mit den Folgen fertig werden. Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass die Milchpreise immer weiter verfallen und Franz Beckenbauer trotzdem nicht die Schirmherrschaft für die Milchbauern übernommen hat. Manche meinen aber, der Ball sei flach, Studien dazu gibt nicht und man weiß ja, wie im Fußball gelogen wird. Die Globuli sind außerdem so klein, da sollte man sich erst mal um die großen Bälle kümmern. Die isst eh keiner, also, über was reden wir hier eigentlich, soll die Senatorin doch machen, was sie will.

  69. #87 Beobachter
    14. November 2015

    @ zimtspinne, # 76:

    So ist es …:

    ” … Ich könnte jederzeit eine Selbsthilfegruppe für X oder Y gründen und dort die Leute gnadenlos manipulieren, sie zum Kauf dubioser Mittelchen animieren und ihnen einreden, das sie drigend eine Glaskugelberatung bei mir benötigen. … ”

    Noch besser:
    Gründen Sie einen gemeinnützigen Verein (e.V.) – wegen der Steuervorteile;
    setzen Sie sich selbst als alleinverfügungsberechtigte Geschäftsführerin ein (über Mitgliedsbeiträge, Sponsoren- und Fördergelder) und engagieren Sie ein paar ältere Herren Doktoren (macht sich immer gut wegen der Glaubwürdigkeit/Seriosität) als Vorsitzende, Mitglieder und “Wissenschaftliche Beiräte” (als einigermaßen ansehnliche Frau hat man`s da leichter), von denen Sie mit Sicherheit wissen, dass sie auch z. B. für Glaskugelberatungen und -therapien u. ä. sind und damit möglichst viel Geld verdienen wollen;
    vernetzen Sie Ihren Verein mit anderen ähnlichen Vereinen, Stiftungen, Firmen (z. B. Glaskugelherstellern), Unternehmen – damit man sich gegenseitig Patienten/äh … Klientel zuschieben kann, wenn`s mit der eigenen Glaskugel nicht so geklappt hat und die anderen vielleicht mit Glaspyramiden “arbeiten/therapieren”; die Pyramiden-Leute werden sich im Gegenzug erkenntlich zeigen;
    verbrämen Sie das Ganze als “besonders gesund und eminent wichtig” und “wissenschaftlich erwiesen”;
    üben Sie nebenbei auf Ihrer Vereins-Website noch etwas allgemeine, berechtigte Gesellschaftskritik (z. B. gegen TTIP, Bienensterben, Monsanto) – damit es nicht so auffällt, um was es Ihnen eigentlich geht;
    und vergessen Sie vor allem im Impressum/Disclaimer und Haftungsausschluss nicht, zu betonen, dass Sie keinerlei Verantwortung übernehmen, Ihre Glaskugel-Therapie nicht den Gang zum Arzt ersetzt und der Patient/äh … Kunde akzeptiert, dass Ihr Vorgehen nicht den (mickrigen) “schulmedizinischen/schulwissenschaftlichen” Erkenntnissen entspricht und nicht anerkannt wird.
    Dann sind Sie für alle Fälle juristisch aus dem Schneider …

    Wer drauf reinfällt, ist selber schuld – und Ihr Verein wird trotzdem von der Krankenkasse aus dem Selbsthilfegruppen-Fond gefördert, weil die Nachfrage nach Glaskugel-Therapien stetig steigt – bei Patienten/äh … Kunden mit geringfügigen Befindlichkeitsstörungen.
    Sie brauchen als Vereinsgründerin/-Geschäftsführerin keinerlei Ausbildung – Sie müssen nur sich selbst, Ihre “Beratungen/Therapien”, Ihre Glaskugel-Variationen für Zuhause gut und eloquent verkaufen können (und das möglichst teuer – denn wirklich Gutes hat seinen Preis) und eine gewisse Überzeugtheit (echte oder gespielte) an den Tag legen.

    Aber wehe, Sie werden plötzlich zum bettlägerigen Pflegefall (was Jeden treffen kann):
    Dann müssen Sie beim MDK um die Pflegeeinstufung, bei der Krankenkasse um ein Pflegebett kämpfen und sich einen Hausarzt suchen, der noch Hausbesuche macht (obwohl er nichts daran verdient).

  70. #88 bruno
    nicht Bremen
    14. November 2015

    @JK (tl;dr)
    Danke für die Veröffentlichung der Mail (incl. -adressen).

    Wer weiss, wer nach dem Wochenende mal alles bei Britta und Christl nachfragt, ob und wie gut sich unsere Volksverdreher auch auf Länder-/ Kommunalebene mit Lobbyisten verstehen….

    …und ob man für das Ressort Wissenschaft/ Gesundheit/ VERBRAUERSCHUTZ(???) irgendwelche Qualifikationen braucht – oder ob ein Wünschelruten-/ Jodeldiplom reicht, um Senatorin werden zu können…

    Echt gruselig!

  71. #89 Beobachter
    14. November 2015

    @ kathrin, # 78:

    Auch bei mir offene Türen:
    “Rundumsorglospakete” gibt`s nicht – auch beim Arzt nicht.
    Das habe ich auch nicht gemeint oder gefordert.

  72. #90 BreitSide
    Beim Deich
    14. November 2015

    @Zimtspinne: “Habe mal mit einer Apothekerin gesprochen, als ich ein pflanzliches Mittel gegen Speicheldrüsenentzündung einnehmen sollte. HNO (ein ganz toller der alten Schule, nimmt seinen Beruf und die Patienten ernst) hatte mich vorgewarnt, die Wirkung sei nicht sicher, eher hop oder top, er möchte mir aber immerhin irgend etwas anbieten.

    Jene Apo-Dame, bei der ich landete, die ich nach der Wirksamkeit des ganz schön teuren Präparates (um die 16 Euro, wenn ich recht erinnere) fragte, sagte das gleiche wie der Arzt. Ist meine Entscheidung, sie könne mir nix garantieren. Dann gab sie mir den Tipp, mal einfach intensiv Kaugummi zu kauen und viel zu trinken und genau das hatte ich als Tipp auch vielfach von Betroffenen im internet gefunden.”

    16 Euro findest Du “ganz schön teuer”??? Dann kann es sich bei Deinem Leiden ja um kaum mehr als ein leichtes Kratzen gehandelt haben. Bist Du schon mal mit 16 Euro essen gegangen? Möglichst in München? Soviel zum Wert von Dingen…

    Was Deine Anekdote beweist: Der Schulmediziner hat genau das Richtige getan, indem er auf die Unsicherheit der Behandlungsmethode hingewiesen hat.

    Kaugummi zu kauen und zu trinken sind wirksame Methoden wie das Übliche: Bewegung, Bewegung, Bewegung…

    Spielen wir das Spiel mal weiter: Was hätte der Homöopraktiker wohl getan: Er hätte eine Stunde mit Dir gesprochen, Dich ausgependelt, irgendwelche abstrusen Elektrogeräte angeschlossen, Dir Zuckerkügelchen gegeben und ein Mehrfaches der 16 Euro kassiert.

  73. #91 BreitSide
    Beim Deich
    14. November 2015

    @Zimtspinne, das war aber jetzt nicht Dein Ernst:

    “Ich fände es mal sinnvoll, eine genaue Definition von Homöopathie zu machen.
    Fällt darunter etwa auch mein selbstgezogener und selbstgefpflückter Salbeitee, den ich bei den ersten Anzeichen von Schnupferei in größeren Mengen trinke? “

    Echt jetzt? Du hast offensichtlich nicht die geringste Ahnung, was HoPa überhaupt ist. Stimmt das wirklich?

    Dann würde ich Dir doch mal raten, Dir erst einmal die ganz rudimentären Grundlagen der HoPa anzueignen.

    Ich kann es kaum fassen, Du schreibst hier wie die Blinde von der Farbe :doublefacepalm:

    Oder war das alles nur Ironie und mein Ironiedetektor ist defekt?

  74. #92 zimtspinne
    14. November 2015

    @ Breitside

    tz, 16 Euro sind für mich ein Haufen Geld für etwas, das vielleicht wirkt, vielleicht auch nicht. Gut möglich, hätten die beiden richtig überzeugt argumentiert “dat hilft 1000%!” wäre ich vielleicht ins Wanken geraten 😉

    der Vollständigkeit halber, der HNO überwies mich noch zur Ultraschalluntersuchung, aber der Termin war erst in Wochen und ich brauchte doch eine Akuthilfe. Leider scheint es bei dieser Erkrankung nix auf dem Markt zu geben, so werden eben Ersatzmittel empfohlen. Hauptsache, der Patient geht raus mit einem Rezept!

    bei der Diagnostik kam raus, falls das interessiert, dass ich auf dieser Seite schon mehrfach Entzündungen hatte und man das mal im Auge behalten sollte… vor Schreck hatte ich seither den Mist nicht mehr. Was der mir anbot, war doch eindeutig ein Früherkennungsprogramm und sowas stresst mich viel zu sehr.
    Das wäre bei dem Quacki nicht passiert!!

  75. #93 BreitSide
    Beim Deich
    14. November 2015

    @Zimtspinne, was soll den dieser Unsinn:

    “Wissenschaftler stehen auch voll hinter dem Ökowahn, der beängstigende Formen annimmt (vor allem auch teure für das Fußvolk), obwohl nix oder kaum was davon wissenschaftlich belegt ist.”

    Was bitte bezeichnest Du mit Ökowahn? Kläranlagen, Rauchgasentschwefelungsanlagen, Katalysatoren, alternative Energien?

    Könntest Du Dich bitte etwas genauer ausdrücken? Oder war das nur mal so uns vor die Füße gek…?

  76. #94 BreitSide
    Beim Deich
    14. November 2015

    Also Zimtspinne, Du haust offensichtlich in jedem Post wieder eine neue Unsinnsbehauptung raus:

    “…nicht nur mal schnell die Symptome bekämpft, wie die Schulmedizin das üblicherweise tut.”

    Ähm, exakt das, was Du hier der Schulmedizin vorwirfst, macht die HoPa. Kannst Du aber natürlich nicht wissen, da Du ja noch nicht einmal weißt, was HoPa überhaupt ist.

    Aber nochmal zu Deiner Info: HoPa befasst sich AUSSCHLIESSLICH mit Symptomen. Glaubst Du nicht? Nachlesen macht schlau.

  77. #95 zimtspinne
    14. November 2015

    Ich meine damit, dass ich mir gerade eine neue Waschmaschine kaufen musste, die -halleluja!- im Normalprogramm 4 STunden und 15 Minuten wäscht. Sie muss so lange rumeiern, damit die Wäsche trotz nur kurz anfangs aufgeheizter Temperatur von 60 Grad, damit die Wäsche sauber wird und die Firma ihr heiß begehrtes Energielabel bekommt.
    Natürlich werde ich das tun, was die meisten mir bekannten Weibchen tun: verstärkt und fast immer die gar nicht so energiesparenden Kurzprogramme nutzen und die Wasserplus-Tasten bzw Extraspülgänge.

    In vorauseilendem Öko-Gehorsam beklatscht der deutsche Michel alles, was mainstreamig von oben kommt, mag es auch noch so hirnrissig sein wie der übertriebene Wassersparwahn oder die hässlichen Energiesparlampen.
    Da könnte ich noch hundert weitere Beispiele bringen, aber du weißt in etwa, worum es mir geht. Um Abzocke im Namen der Umwelt. Mit echtem Umweltschutz hat das schon ganz lange nix mehr zu tun.

  78. #96 BreitSide
    Beim Deich
    14. November 2015

    @Zimrspinne: “Ich bin angewiesen auf die Schulmedizin und wenn die ständig so einen riesengroßen Mist baut, dann kotzt mich das an! Verstehst du das wirklich nicht?”

    Nochmal: Was hat das mit HoPa zu tun, die wirklich ständig riesengroßen Mist baut, weil sie nichts anderes kann als riesengroßen Mist zu bauen?

    Soll ich Dir mal was erzählen von dem Mädchen, das erblindet wäre, wenn ihr Vater sie nicht den Klauen der Homöpraktikerin entrissen hätte?

    Und dem Mädchen, dem die Polypen schon aus der Nase wuchsen, bevor sie endlich die Homöquackerei aufgab?

    DAS kotzt mich an!

    Hast Du Dir mal die Leitlinien angeschaut, die es für die Anwendung von PPI gibt? Hast Du mal mehrere ärztliche Meinungen eingeholt? Warst Du mal in einer Uniklinik?

    Das sind Leute, die bemühen sich, nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen Dir zu helfen, und die diffamierst Du laufend.

    HoPas und Pendelschwinger besche…n ihre Patienten nur oder wurden selbst besch…en durch die Anbieter der teuren Kurse. NICHTS davon ist reell.

  79. #97 BreitSide
    Beim Deich
    14. November 2015

    @Zimtspinne: Muahaha, DER war gut:

    “ja gu, aber dann würde ich beim Kontaktieren des alternativen Heilers gleich vorab nach seiner Qualifikation fragen.”

    Und der trägt Dir dann alle seine “Diplome” vor, die er sich in schamanistischen Wochenendseminaren zusammengekauft hat. Und DU willst das bewerten? Dir musste hier ja erst mühsam hier beigebracht werden, was überhaupt die Unterschiede zwischen HoPa, Naturmedizin, Kräuterkunde, “sanfter” Medizin und Ähnlichem sind. Dann gehst Du also nochmal nach Hause und versuchst ein paar Tage lang, der Stichhaltigeit dieser “Fortbildungen” nachzuspüren?

    Wo Du noch nicht einmal wusstest, dass Behandlungsfehler dokumentiert werden und diese Dokus auch aufrufbar sind?

    Nochmal: Es ist ein Skandal, dass nachweislich nutzlose Verfahren mit Auftritten und Schirmherrschaften von Politikern geadelt werden.

  80. #98 zimtspinne
    14. November 2015

    Nein, Breitside, so läuft das nicht!

    Ich kann auch von der ärztlichen Erstmeinung eine vernünftige Aufklärung erwarten und dass meine Fragen erst genommen werden und nicht einfach weggewischt werden mit “ach, damit haben tausende andere Patienten kein Problem” (sinngemäß).
    Mein erster HA, zu dem ich wegen Speiseröhrenentzündung ging (die Diagnose hatte ich mir selbst anhand von Medizinbüchern gestellt) empfahl mir gar, doch ab und an mal ein Glas Milch zu trinken, dann wäre Sodbrennen sofort vorbei. Wohlgemerkt, ein Allgemeinarzt in einer Großstadt. Wäre ich nicht dran geblieben und hätte auf einer Magenspiegelung bestanden, hätte ich mich noch wochen- oder monatelang mit den Symptomen herumgequält. Weil ein Allgemeinarzt ein inkompetenter Depp ist!
    Das sind keine Ausnahmen. Ich könnte einige Behandlungsfehler aufzählen, die mir selbst und mir Nahestehenden passiert sind. In einem Fall (eine ältere Dame) hätte das auch durchaus lebensbedrohlich werden können.

    Heute bin ich zufrieden mit meinen Ärzten, aber erst seitdem ich ein anderes Selbstbewusstsein der Ärzteschaft gegenüber entwickelt habe und so lange suche, bis ich einen habe, der sowohl menschlich als auch beruflich gut ist.

  81. #99 Joseph Kuhn
    14. November 2015

    @ Breitside: Lass gut sein, ich fürchte, wir sitzen mit “Zimtspinne” einer weiteren Erscheinungsform von grumpy/Sternschnuppe/… auf. “Zimtspinne” entfaltet zudem ein derart hohes Maß an monotoner Diskussionsentropie, dass ich Hanlons’s Razor nicht mehr in Rechnung stelle.

    @ Zimtspinne: Ich glaube, ich hatte genug Geduld mit Ihnen. Immer die gleichen Argumentationsrunden zu drehen, ist nicht sinnvoll.

    • #100 BreitSide
      Beim Deich
      14. November 2015

      Ja, ich hab´s ein wenig spät gemerkt, aber da war es schon zu spät. Aber man kann das ja nicht so unkommentiert stehen lassen.

  82. #101 I
    15. November 2015

    Das Ärgerliche an der Homöopathie ist ja, dass es genau bei jenen wirkt, die an den Schwachsinn glauben. Was haben denn aufgeklärte Menschen für eine Alternative, als nicht an den Humbug zu glauben? Im Krankheitsfalle ist der an Schwachsinn Glaubende klar im Vorteil!

    • #102 Joseph Kuhn
      15. November 2015

      Da ist zwar irgendwie was dran, aber die Sache ist komplizierter und spricht am Ende nicht für die Glaubensmedizin:
      1. Zuhören und Zuwendung helfen bei allen Menschen.
      2. Auch Placebos wirken oft selbst dann, wenn die Menschen wissen, dass es welche sind.
      3. Das ärztliche Behandlungssetting an sich – Wartezimmer, Aufgerufenwerden, weißer Kittel etc. – hat “Placebowirkung” (manchmal Nocebowirkung, siehe z.B. den “Weißkittelbluthochdruck”).
      4. Im Krankheitsfall, wenn es um etwas Ernstes geht, hat “der an Schwachsinn Glaubende” keinen Vorteil, sondern einen gravierenden Nachteil, weil dann Placebomedizin zu wenig ist, egal ob mit oder ohne Aufklärung.

      All in all: Kein Freibrief für die Senatorin.

    • #103 rolak
      15. November 2015

      Zu 2) Es funktioniert sogar, sich selber in einen Zustand hineinzumanövrieren (Atemübung bis SchmalSelbsthypnose), der das Vertrauen zum Behandelnden erhöht. Funktioniert seit Jahren tadellos bei Zahnarztbesuchen.
      Eine andere Variante, das sich Heilungsprozesse bildlich angenehm Vorstellen, zB das Kribbeln/Zwicken bei WundVernarbung als den Seiteneffekt der kleinen Helferlein, die die Wunde zusammenstricken oä scheint aller Erfahrung nach sehr hilfreich und förderlich zu sein. Selbst wenn es nur die Stimmung etwas anheben würde…

  83. #104 regina
    15. November 2015

    @kuhn
    Da kann ich sie beruhigen … XXXXXXXXXXXXXXX … Erkären sie das doch bitte mal.


    [Kommentar editiert. “regina” ist grumpy/Sternschnuppe/…, der Kommentar und ein weiterer, der ganz gestrichen wurde, waren nur eine neue Runde im Diskussionsentropie-Karussell.

    Gelöscht sind auch zwei Kommentare von “zimtspinne” (und, sorry Breitside, auch der letzte von Dir, der nochmals auf “zimtspinne” einging). Lehrreich ist allerdings “zimtspinnes” – gelöschte – Bemerkung, wir würden nur Ja-Sager hier haben wollen, während sie “grundsätzlich alles hinterfrage”. Wir wollen keine Ja-Sager hier haben, aber auch nicht Leute, die absichtlich immer wieder von Neuem alles hinterfragen, egal wie oft die Dinge schon diskutiert und ausdiskutiert wurden oder die jedem Argument ausweichen und statt dessen ein neues Thema aufmachen. Das ist kein “Hinterfragen”, sondern Trollen und hier nur so lange geduldet, wie sich daran allgemein nützliche Klarstellungen aufhängen lassen. JK]

  84. #105 Lercherl
    15. November 2015

    Die sprichwörtlichen „Apothekerpreise“ gibt es nicht nur bei Zucker, sondern auch bei Salz. Es gibt jede Menge Salzwasserpräparate zum Befeuchten der Nasenschleimhäute. Hierzulande (A) verkaufen Apotheken 20 ml „Coldamaris“ um 9,50 €. Es handelt sich vermutlich um eine isotonische Kochsalzlösung, also 9g/l. Das ergibt € 52.777,77 für ein Kilo Salz – für die meisten Leute mehr als ein Jahreseinkommen.

    Aber zum Unterschied zu Homöopathika wird es auch als das verkauft, was es ist, nämlich Salzwasserspray.

  85. #106 Beobachter
    15. November 2015

    Um zur Ausgangsfrage zurückzukommen, “ob wohl noch eine Antwort kommt?”:

    Ich wage die leichtsinnige Prognose, dass keine kommen wird.
    Denn in diesem Fall ist es für eine Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz besser, gar nichts zu sagen/schreiben bzw. keine Stellung zu beziehen statt sich in die Nesseln zu setzen.
    Und das würde sie in jedem Fall tun.
    Entweder sie steht zu ihrer Schirmherrschaft und zur Homöopathie, was hieße, dass sie sich im Widerspruch zu “Wissenschaft, Gesundheit, Verbraucherschutz” befindet und für ihr Amt denkbar ungeeignet wäre.
    Oder sie äußert sich dahingehend, sie hätte über Homöopathie “nichts gewusst” bzw. wäre nicht umfassend informiert gewesen – und als Pädagogin und Germanistin auch ohne Fachkompetenz.
    Das würde bedeuten, dass sich beliebige Politiker vor beliebige Karren spannen lassen – zum beiderseitigen “Image-Gewinn”.
    Und es würde bedeuten, dass Politiker keine Fachkompetenz für ihr Ressort haben und sich auch keine aneignen müssen.

    (Wenn die Senatorin tatsächlich nicht antworten lässt, könnten diesen Fall ja weitere engagierte Wissenschaftsjournalisten aufgreifen und nachhaken – oder auch der skeptische Bremer Zahnarzt Dr. Bertelsen, der ja sozusagen vor Ort “am Drücker sitzt”.)

    Bei solchen Gelegenheiten fällt mir immer das “schöne” Beispiel mit unserer früheren Bundesministerin (!) für “Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz” Ilse Aigner und der laktosefreien Heumilch, frisch von der Kuh, ein (2013).
    Eine gelungene, öffentliche Demonstration von Inkompetenz (und m. E. Schleichwerbung, denn man macht Werbung, wenn man sagt, man kann/dürfe keine machen):

    https://www.youtube.com/watch?v=QNqjr28YDuU
    http://agrarblogger.de/2013/07/31/laktosefreie-heumilch-aigner-fallt-auf-werbespruch-herein/

    Ilse Aigner:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Ilse_Aigner

    Tja, “Homöopathie” ist “in”, “laktosefreie” Nahrungsmittel sind “in” – “Alternativmedizin” ist auch “in”.
    Ich bin mal gespannt, welcher Politiker demnächst die Schirmherrschaft für irgendeinen Quacksalber-Kongress übernimmt …

    Zeitgeist? – Zeitgeist!

  86. #107 Dr. Webbaer
    15. November 2015

    @ Beobachter :

    Entweder sie steht zu ihrer Schirmherrschaft und zur Homöopathie, was hieße, dass sie sich im Widerspruch zu “Wissenschaft, Gesundheit, Verbraucherschutz” befindet und für ihr Amt denkbar ungeeignet wäre.
    Oder sie äußert sich dahingehend, sie hätte über Homöopathie “nichts gewusst” bzw. wäre nicht umfassend informiert gewesen – und als Pädagogin und Germanistin auch ohne Fachkompetenz.

    Tertium datur: Es wäre für die Senatorin Frau Prof. Dr. Eva Quante-Brandt möglich eine indifferente Antwort bereit zu stellen.

    Sollte man nicht für möglich halten, diese dritte Variante, aber heutzutage leben in der BRD viele politischen Entscheider, mit Mandat also, vom Indifferenten, auch um keinen vor den Kopf zu stoßen.

    MFG
    Dr. W

  87. #108 Empty Walls
    15. November 2015

    “Die Homöopathie ist eine christlich unhaltbare Heilslehre des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Sie verdankt ihre große – und seit Jahren steigende – Beliebtheit nicht einer nachprüfbaren biblischen Basis, sondern im Gegenteil einer nachfühlbaren Skepsis gegenüber der Kirche seitens eines halbfrommen Bürgertums. Man glaubt nicht mehr an den Satz, „der Papst hat festgestellt“ – und glaubt dafür puren Unsinn. Wenn man so will, ist die Homöopathie eine Kehrseite des Glaubens, sie ist sein Schattenwurf.
    ___

    Merken Sie was?

    • #109 Joseph Kuhn
      15. November 2015

      Ja, grumpy/Sternschnuppe/…., so langsam fürchte ich, wir haben uns mit Ihnen einen psychiatrischen Fall eingefangen.

  88. #110 rolak
    15. November 2015

    Merken Sie was?

    Aber sicher doch, Empty Walls: Du hast Dich beim nick vertippt. ‘Empty Head’ war richtig, ne? Oder was soll dieses ‘Atheismus ist auch nur ein Glaube’2.0-Geblubbere?

  89. #111 bruno
    15. November 2015

    @all, die Homöopathie für Unsinn halten:

    schreibt doch bitte (wie ich in #88 bereits dezent anriet) an o.a. Mail-Adresse eine Bitte um Beantwortung von Herrn Kuhns Anfrage.

    Statt sich hier in unsinnigen Grabenkämpfen zu verstricken, wäre doch eine klare Ansage der Senatorin eine viel grössere Erhellung der Streitfrage und ein Lichtstrahl in die (dunklen) Machenschaften unserer Volkvertreter.

    Und wenn am Montagmorgen mal eben 20 Mails mehr im Postfach der wissenschaftlichen, verbraucherschützenden und auf die Gesundheit bedachten Senatorin landen, sieht sie sich evtl. bereit, Joseph Kuhns Anfrage doch wohlwollend zu betrachten und zu beantworten!

  90. #112 BreitSide
    Beim Deich
    15. November 2015

    @Josef Kuhn: Kein Grund zur Veranlassung! Sowas muss ich abkönnen 🙂

  91. #113 BreitSide
    Beim Deich
    15. November 2015

    @rolak: Da hat wohl wieder ein Esel den Anderen Langohr genannt 😆

  92. #114 Beobachter
    15. November 2015

    @ Dr. Webbaer, # 107:

    Diese dritte Form einer “Antwort” ist immer möglich – nämlich eine nichtssagende, “indifferente”.
    Somit wäre sie keine Antwort im Sinne von Stellungnahme, und deshalb habe ich diese Möglichkeit weggelassen.

    Wobei natürlich keine Aussage auch eine Aussage ist …

  93. #115 Anderer Michael
    15. November 2015

    Auch auf die Gefahr hin, dass manche meinen, jetzt muss er hier auch noch seinen Senf (nicht nur beim Simpson Paradoxon)ablassen, erlaube ich mir doch etwas beizutragen. Ich habe in den 80 -Jahren in Erlangen Medizin studiert. Es gab damals ein Institut für Geschichte der Medizin. Die Mitarbeiter dort waren im Regelfall keine Mediziner. Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, wirkte eine Zeitlang in Erlangen. Es gab eine Vorlesungsreihe dieses Institutes, wobei die Dozenten klar sagten, sie möchten als Historiker zur Frage, ob Homöopathie wirkt oder nicht, keine Aussagen machen, sondern das Leben Hahnemanns, sein wissenschaftliches Verhalten und die damals gängigen Vorstellungen in den Mittelpunkt stellen. Hahnemann war aus heutiger Sicht für die damalige Zeit eine beeindruckende Persönlichkeit. Zu einer Zeit, wo Innere Medizin bedeutete, man sitzt im Schaukelstuhl und denkt sich irgendetwas aus, was dann als Wahrheit zu gelten habe. Hahnemann führte als einer der ersten, so etwas wie Arzneimittelforschungen und -überprüfungen ein, aus heutiger Sicht natürlich unzureichend. Bei manche Erkrankungen war seine Therapie erfolgreich, nicht weil Homöopathie erfolgreich ist, sondern weil die damalige Therapie die Symptomatik deutlich verschlechterte. Sarkastischer Kommentar des die Vorlesung begleitenden Pharmakologieprofessors:” … der Patient verstarb trotz der Therapie, obwohl es hätte heißen müssen wegen der Therapie( gemeint schulmedizinische Therapie)…”. Ein Beispiel: Man stelle sich vor 200 Jahren einen Patienten mit sehr schwerer Durchfallserkrankung vor. Er ist ausgetrocknet. Infusionsbehandlung gab es nicht. Die damalige “Schulmedizin” behandelte diesen mit intensiven Aderlässen, heftigem Reizen zum Erbrechen, oder intensiven Einläufen (letztere könnten bei bestimmten Infektionen isoliert vielleicht noch von Vorteil sein). Alle diese Maßnahmen werden den Volumenmangel des Patienten doch erheblich verschlechtern. Welcher Arzt zu dieser Zeit dürfte wohl die besseren Erfolgschancen gehabt haben. Derjenige,der die brachialen Maßnahmen einsetzt, oder derjenige, der dieses sein lässt und dem Patienten wenigstens was zu Trinken gibt, damit er die homöopathischen Medikamente zu sich nehmen kann, sofern er nicht der Variante der Höchstpotenzler angehörte, die nur schnüffeln ließen. Ich denke und es ist für jeden leicht nachvollziehbar, dass im Regelfall der Homöopath die besseren Ergebnisse vorweisen konnte. Ich kann mir vorstellen, dass Hahnemann heute lebend mit seinem Forschergeist und seinem Innovationscharakter und den heutigen Möglichkeiten “seiner” Therapie sehr kritisch gegenüber stehen würde.

  94. #116 Anderer Michael
    15. November 2015

    Vielleicht noch ein kleiner Hinweis. Die “Schulmedizin” sieht die Homöopathie als Bestandteil ihres Wissens und Handelns, wie z.B. Herzchirurgie und Chemotherapie, an. Nur mit dem Unterschied, dass die Kriterien der Wirksamkeit, wie z.B. bei Herzchirurgie und Chemotherapie, für die Homöopathie nicht gelten. Begründung, so wie ich diese verstanden habe: Die Homöopathie lässt sich nicht standartisieren, ist individuell auf jeden Patienten zugeschnitten und kann demzufolge nicht verglichen werden. Es gab vor ein paar Jahren aber doch den Versuch einer Wirksamkeitsstudie mit differenziertem Ergebnis. Empfehle nachzulesen und auch die Interessenkonstellationen wirtschaftlicher Natur kritisch zu hinterfragen. Auch Ärzte können nicht von Altruismus allein leben.

  95. #117 rolak
    15. November 2015

    Empfehle nachzulesen

    Jau, da schnarrt der preußische Junker durch^^

    lässt sich nicht standartisieren

    fahnenflüchtig?

  96. #118 BreitSide
    Beim Deich
    15. November 2015

    @Anderer Michael: Sehr schöne Zusammenfassung.

    Nur: Du meinst wirklich, die Medizin sehe die HoPa als einen Teil ihrer selbst an? Naja, vielleicht auch wie eine Hasenpfote. Die heilt ja auch, wenn man nur feste daran glaubt. Oder auch nicht…

    Und ich sehe den Unterschied nicht in der Standardisierung, sondern in der schlichten Unwirksamkeit.

    Übrigens ist das so eine Sache mit der Individualisierung: Die Homöopathische Union verschickt auch jede Menge HoPa-Mittel, die ganz offensichtlich nicht individualisiert, sondern standardisiert sind.

    Ich kenne eine Mitarbeiterin bei Weleda, die lassen HoPa-Mittel in 10-Liter-Behältern schütteln. Wo ist da die Individualität?

  97. #119 Beobachter
    15. November 2015

    @ Anderer Michael, # 115:

    Nur eine kurze Frage:
    Sie haben, wie Sie oben schreiben, Medizin studiert – und behaupten:
    ” … Die “Schulmedizin” sieht die Homöopathie als Bestandteil ihres Wissens und Handelns, wie z.B. Herzchirurgie und Chemotherapie, an. … ”

    Sie nennen Homöopathie in einem Atemzug und gleichwertig mit Herzchirurgie und Chemotherapie.
    Meinen Sie das ernst?
    Wenn ja, gebe ich an dieser Stelle auf und empfehle Ihnen den Blog von Norbert Aust:
    http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/blog/

  98. #120 Ludger
    15. November 2015

    @ Anderer Michael #115

    “Die Homöopathie lässt sich nicht standardisieren, ist individuell auf jeden Patienten zugeschnitten und kann demzufolge nicht verglichen werden.

    Das Argument habe ich auch so gehört und es ist antiwissenschaftlich, weil es die Möglichkeit einer wissenschaftlicher Klärung abstreitet. Außerdem ist es falsch. Homöopathen könnten die Patienten nach ihren Regen diagnostizieren und das passende homöopathische Rezept ausstellen. Diese Rezepte würden dann zur Apotheke gegeben und die Medikamente nach Fertigstellung zum Teil nach Zufallsbedingungen von einer Treuhandstelle gegen Placebo ausgetauscht. Die weiteren Schritte der Studie können dann individualisiert und trotzdem doppelblind erfolgen. Das wollen die Homöopathen aber nicht, sie sind ja nicht blöd!

  99. #121 Anderer Michael
    15. November 2015

    Sehr geehrter Herr Beobachter (118),
    nicht alles was ich schreibe, ist gleichbedeutend auch meine Meinung. Ich verstehe Ihren Unglauben durchaus. Ich weiß nicht, wie man eine Seite verlinkt. Deshalb wenn sie bei der Suchseite “google” im Suchfeld die Begriffe Homoeopathie und Bundesärztekammer eingeben, kommen Sie auf eine Auflistung von Seiten. Gehen Sie bitte zur Bundesärztekammer, dort sehen Sie ein Curriculum zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Homeopathie der Bundesärztekammer nach den Richtlinien zur usw. . Sehr ermüdend dieses zu zitieren. Ich möchte grundsätzlich zu bedenken geben , dass nicht alles, was Ärzte in ihrer scheinbaren Mehrheit von sich geben, stimmen muss, nur weil es Ärzte sind. Neben wirtschaftlichen Interessen oder auch Zwängen gibt es auch Interaktionen mit gesellschaftlichen Vorstellungen, bei denen Ärzte mal mehr oder weniger die Triebkräfte oder auch nur die Getriebenen sind. Ein exotisches Beispiel: Im Medizinhistorischen Museum Ingolstadt finden Sie ein Farbbild des “Kachektischen Onanisten”, im 19. Jahrhundert bis ins 20. hinein ein Fehlurteil, bei dem Ärzte im Zusammenspiel mit gesellschaftlichen Vorstellungen die Meinung propagierten, Onanie/Masturbation wäre schädlich (Konjunktiv II)
    Bei nicht wenigen Ärzten, insbesondere im niedergelassenen Bereich, die Homoeopathie zusätzlich untergeordnet anwenden, herrscht dieVorstellung so sinngemäß. ” Bevor ich auf Spatzen mit Kanonen schieße, lieber Homoeopathie, da kann ich wenigstens medikamentös keinen Schaden anrichten” Das ist nicht meine Meinung, sondern eine Zustandsbeschreibung. Bitte nicht den Überbringer der Nachricht köpfen. Andererseits glaube ich mich aus der Vorlesung erinnern zu können, dass überzeugte Homoeopathen, zumindestens früher, die Vorstellung hatten (oder immer noch haben ?), dass sie hochpotente Arzneimittel besitzen, deren falsche Anwendung für Patienten erhebliche negative Folgen haben könnte.
    Sehr geehrter Herr Ludger (119),
    Die Argumentation ist nicht die meinige, ich habe sie zitiert. Welche Argumente die Homoeopathie Ihrem Vorschlag gegenüberstellt, weiß ich nicht. Wäre aber sicherlich interessant.
    Lieber BreitSide.
    Die Antwort lautet leider ja, siehe Bundesärztekammer, Curriculum , Zusatzbezeichnung usw. Ich kann nichts dafür.. Aber wie ich ausgeführt habe, sind Ärzte nicht die allwissende Krönung der Wissenschaft, aber im Umkehrschuss auch nicht immer geldgierig, dusselig, abgehoben, kritikunfähig oder im Corpsgeist verankert. Deinen Vergleich mit der Hasenpfote finde ich nicht schlecht, vielleicht wären auch sibirische Schamanen mal zu diskutieren. Meine Großmutter, Jahrgang 1901, pflegte bei Herpes zoster das Gesundbeten zu präferieren, scheint wohl geholfen zu haben ( vor der Ära der Virusstatika, warum, dazu gibt es eine Menge Vorstellungen, ob das Gesundbeten aber auch bei Beteiligung des V.Hirnnerven (Gefahr der schweren Sehbeeinträchtigung bis Erblindung) gut geholfen hat, möchte ich bezweifeln).
    Uff, Rolak (116)
    Jetzt ist es passiert. Rechtschreibfehler und vorgeführt. Jawohl Herr Fähnrich, gelobe Besserung und werde nachlesen. Bitte anmerken zu dürfen, dass bei mir kein Fall von Fahnenflucht vorliegt. Bin immer noch im Dienst mit Trommelpfeife Erste Sopranstimme im Spielmannszug, Desateure bekommen bei uns kein Freibier mehr. Deswegen undenkbar für mich. Meum est propositum in taberna moriri.

  100. #122 Anderer Michael
    15. November 2015

    Mann Rolak, ich bin vielleicht doof, ich habe wirklich geschrieben ” Empfehle nachzulesen”. Keine Meisterleistung meinerseits. (Ich) hoffe, du verstehst Spaß. (Ich) komme doch aus Bayern und lebe jetzt im Land der tausend Berge, nur für Eingeweihte.

  101. #123 BreitSide
    Beim Deich
    15. November 2015

    Du schlägst vor, in der Taverne zu sterben?

    Zur Medizin hab ich auch ein paar schöne Vorurteile:
    – Sehr konservativ,
    – Nur an Phänomenen interessiert,
    – Probleme mit exakten Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Erhaltungssätze…),
    – Hohe Kompetenz in Faktenwissen
    – Glauben alles, was der Prof sagt.

    Du kennst sicher den alten Witz: “Lernen Sie das Telefonbuch auswendig!”
    Ingenieur: “Wozu?”
    Mediziner: “Bis wann?”

    Geht nix über ein gutes Klischee… 😆

    Ich kenne aber auch Ingenieure, die an HoPa glauben…

  102. #124 Empty Walls
    15. November 2015

    XXXXXXXXXXXXXXXXXXX

    [Kommentar gelöscht, ein neuer Sockenpuppenkommentar von grumpy/Sternschnuppe/…, JK]

  103. #125 Joseph Kuhn
    15. November 2015

    @ Anderer Michael: Dass Hahnemann vor 200 Jahren durchaus fortschrittliche Impulse gesetzt hat, sehe ich wie viele andere auch so. Aber das war vor 200 Jahren. Eine Leseempfehlung meinerseits dazu:
    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2014/02/09/aus-der-zeit-gefallen-hahnemann-hoerbiger-reich-co/ oder auch http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2014/02/02/traeume-eines-geistersehers/

    Heute ist die Homöopathie eine Pseudowissenschaft, mit vielen harmlosen Anhängern, aber auch nicht wenigen realitätsbefreiten Fanatikern. Ein aktuelles Beispiel: http://www.homeopathy.at/prof-norbert-schmacke-ist-ein-uebler-denunziant-und-gwup-agitator/ Man kann sich ausmalen, wie dieser Blogautor, ein homöopathischer Arzt namens Retzek, seine Patienten über Nutzen und Risiken der Homöopathie oder der diversen anderen Methoden, mit denen er noch arbeitet, aufklärt oder wie er mit Behandlungsfehlern umgeht.

    Er bezieht sich auf das sehr lesenswerte, sachlich geschriebene Buch von Norbert Schmacke “Der Glaube an die Globuli”, in dem er gleiche Maßstäbe zur Bewertung aller Behandlungsverfahren fordert, also das Ende des “Binnenkonsens”, der die besonderen Therapierichtungen, u.a. die Homöopathie, im Arzneimittelrecht und im Leistungsrecht der Krankenkassen vor wissenschaftlicher Kritik schützt.

    Ob die Frau Senatorin auch diese Hetze der Wurster-Fans als Schirmherrin behüten will?

  104. #126 Ludger
    16. November 2015

    aus der zweiten verlinkten Seite

    Dr. med. Jens Wurster Clinica St. Croce / Tessin:
    “Es hat sich gezeigt dass die optimale Kombination von Schulmedizin und Homöopathie die besten Heilungserfolge bei Krebs bringt.”

    Saubere Erkenntnisse!
    Es hat sich gezeigt auch dass die optimale Kombination von Flicken und Homöopathie die besten Erfolge bei Fahrradplatten bringt.

    • #127 Joseph Kuhn
      16. November 2015

      Noch schlimmer: Wo hat sich das denn gezeigt? Wo ist die Studie, die belegt, dass die Kombination von “Schulmedizin” und Homöopathie bessere Heilungserfolge (was meint er damit überhaupt? Überlebensraten? wenn ja, welche?) hat als z.B. die “Schulmedizin” alleine? BTW: Die Diskussion um Herrn Wurster sollten wir drüben im Beitrag zu seiner Geschichte führen, damit die Themen nicht zu sehr ausfransen.

  105. #128 Beobachter
    16. November 2015

    @ Ludger, # 126:

    ” … Saubere Erkenntnisse!
    Es hat sich gezeigt auch dass die optimale Kombination von Flicken und Homöopathie die besten Erfolge bei Fahrradplatten bringt.”

    Das ist ein sehr schönes Beispiel; daran lässt sich m. E. die ganze Problematik aufhängen.

    Wenn es denn so einfach wäre:
    Der kranke Mensch ist eben nicht mit einem platten Fahrradreifen zu vergleichen.

    Überzeugte Homöopathen (die Beratungsgespräche, Anamneseerhebungen u. ä. bezahlt bekommen) verzichten oftmals auf`s ordentliche Flicken, weil sie an die Wirksamkeit ihrer Mittelchen glauben – und das ist sträflich (siehe “Homöopathen ohne Grenzen” bei Ebola ! ).
    “Schulmediziner”, die häufig quasi im Akkord flicken (müssen, weil sie nur das bezahlt bekommen), kommen gar nicht dazu, den Reifen zu fragen, warum er (vielleicht ständig) platt ist.
    Ob mit ihm vielleicht häufig über Scherben, Dornen gefahren wird oder weshalb sein Profil so dünn und empfindlich ist.

    Ich denke, über die Wirksamkeit/Unwirksamkeit homöopathischer Präparate braucht man sich wirklich nicht mehr streiten.
    Wo nix drin ist, kann auch nix wirken.
    Das, was bei der Homöopathie “wirkt” bzw. als wirksam/angenehm empfunden wird bei harmlosen Befindlichkeitsstörungen oder als Zusatz-“Maßnahme” zu regelrechter “schulmedizinischen” Behandlung bei ernsten Erkrankungen ist das “Drumherum”: die aufgewendete Zeit, das fragende Interesse, die Zuwendung, die Akzeptanz, die ein Patient/Kunde erfährt.

  106. #129 Adent
    16. November 2015

    @Beobachter
    Das ist doch ein sehr schönes Abschlussstatement zur HP, Daumen hoch. Woran alle HP-Befürworter hier kläglich scheitern ist Bezug aufs Thema zu nehmen. Das eigentliche Thema ist, wie dummdreist ist es für eine Senatorin für Wissenschaft sich als Schirmherrin für eine zutiefst unwissenschaftliche Sache (in diesem Fall die HP) herzugeben?
    Ist es Dummheit oder Kalkül, beides wäre schlimm und würde nach meiner Meinung den Rücktritt der Senatorin nahelegen. Das ist ähnlich schlecht, wie wenn sich die Finanzministerin (oder der Minister) nicht in den 4 Grundrechenarten auskennen würde.

  107. #130 Ludger
    16. November 2015

    Die Mitbehandlung von Krebskranken durch Aussenseiter-Heiler ist ein echtes Ärgernis. Die Betroffenen haben einen hohen Leidensdruck, eine hohe Motivation und schaden kann es ja nicht (???) (,solange eine wirksame Therapie durchgeführt wird). Wobei wir dann bei der Therapiesicherheit von Orthomol angekommen wären- aber das ist ein anderes Thema.
    Zur adjuvanten homöopathischen Therapie beim Fahrradplatten: Man könnte mehrere Studien machen und den Fahrradreifen in einem Eimer mit Wasser prüfen, dem prospektiv, randomisiert und doppelblind Tropfen einer Lösung Rosendorn D30 zugesetzt sind oder auch nicht. Bei zwei möglichen Antworten (hilft eher ja oder eher nein) hätte man 50% der Studien mit einem positiven und 50% mit einem negativen Ergebnis. Nach etwas Publikations-Bias erhält man wunderbare wissenschaftliche Studien, die den Nutzen der homöopathischen Rosendornen Tropfen beweisen.

  108. #131 Empty Walls
    16. November 2015

    Sorry Leute, ich bin nicht “grumpy”. Vergleicht mal die IPs…..

    • #132 Joseph Kuhn
      16. November 2015

      O.k., ich will das mal glauben, auch wenn jeder den PC wechseln kann, und schalte Sie vorläufig wieder frei. Aber bitte dann auch keine trolligen Kommentare im Stil grumpys.

  109. #133 Adent
    16. November 2015

    Ich korrigiere mich, es wäre ähnlich schlecht, wenn der Finanzminister sich für eine Organisation einsetzen würde, die für die Abschaffung des Rechnens in der Schule eintritt.

  110. #134 Beobachter
    16. November 2015

    @ Ludger, # 130:

    ” Die Mitbehandlung von Krebskranken durch Aussenseiter-Heiler ist ein echtes Ärgernis. Die Betroffenen haben einen hohen Leidensdruck, eine hohe Motivation und schaden kann es ja nicht (???) (,solange eine wirksame Therapie durchgeführt wird). … ”

    Ja, es ist ein echtes Ärgernis – nicht “nur” bei Krebskranken.
    Sie haben mich missverstanden – ich bezog mich ausschließlich auf die “Mitbehandlung” mit Homöopathika, die zumindest i. d. R. unschädlich, weil wirkstofffrei sind.

    Bsp::
    Wenn selbsternannte “Experten” ohne jegliche medizinische Ausbildung greise Pflegeheimbewohner (bei bekannter Niereninsuffizienz u. v. m., ohne Mangel an Mineralstoffen/Vitaminen) zusätzlich zur wichtigen und notwendigen hausärztlichen Medikation mit einer selbstgebastelten, immer wechselnden Kombination aus hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln (auch “Detox-Algen-Entgiftungspräparate” !) vollpumpen – ist das mehr als ein echtes Ärgernis; es ist gefährlich.
    Zumal dann, wenn diese Laien-Parallelmedikation nicht dokumentiert wird.

  111. #135 Dr. Webbaer
    16. November 2015

    Nur am Rande angemerkt:
    31-mal kommt die ‘Schulmedizin’ in der hiesigen Kommentatorik vor, teilweise wohl auch pejorativ verwendet, so dass angenommen werden darf, dass die Homöopathie zumindest dahingehend wirkt, dass sie unbegründete Skepsis gegenüber der evidenzbasierten Medizin bewirkt.

  112. #136 Ludger
    16. November 2015

    @Beobachter #132
    Das ist so.
    @WB #133
    Ich weiß, dass das Wort Schulmedizin von den Hokuspokus-Heilern in pejorativer Absicht geprägt wurde. Es juckt mich nicht. Ich bin selbstbewusst genug, das Wort synonym zu wissenschaftsbasierte Medizin für mich zu benutzen. Und ich nehme an, dass die meisten Leute froh sind, dass die Statik ihrer Wohnung von einem Schulstatiker berechnet wurde, wie auch die Brücken auf ihrem morgendlichen Weg zur Arbeit. Bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten ist eine ordentliche Ausbildung ganz nützlich. Das sehen die Hokuspokusheiler natürlich ganz anders.

  113. #137 Beobachter
    17. November 2015

    @ Ludger, # 136:

    Anmerkung zu meinem Beispiel # 134:

    Gefährlich auch deshalb, weil solche Laien- “Parallelmedikationen” monatelang und täglich unter den Augen des Pflegepersonals, des behandelnden Hausarztes und des Betreuungsgerichtes stattfinden können – die offensichtlich Homöopathika nicht von hochdosierten NEMs bzw. “Detox”-Präparaten unterscheiden können oder wollen; oder denen es völlig gleichgültig ist bei Patienten, die schon über 90 Jahre alt sind.
    Bis der betroffene Patient mit massiven Schmerzen und “akutem Nierenversagen” als Notfall im Krankenhaus landet und dort stationär behandelt werden muss.
    Erst dann wurde diese “Parallelmedikation” inkl. einer vom gleichen Laien “angeordneten” “ketogenen Diät” nach längerem Hin und Her unterbunden.
    Soviel zur Akzeptanz von Laien (!)-“Alternativmedizin” selbst in Alters-/Pflegeheimen …

  114. […] Homöopathie und ihre Schirmherren und -damen, Gesundheits-Check am 12. November […]

  115. #139 Dr. Webbaer
    18. November 2015

    @ Ludger :

    An Sie hat Ihr Kommentatorenfreund hier gar nicht gedacht, ansonsten klingt Schulmedizin begrifflich nicht so, dass man es haben muss, hier und jetzt. Aber Sie verwenden’s ja kontrapunktisch, unglaublich wie die Homöopathie nerven kann, woll?

    MFG
    Dr. W

  116. #140 Anderer Michael
    18. November 2015

    Zu 135
    Sehr geehrter Herr Dr. Webbaer,
    entweder mache ich Fortschritte oder erblicke ich gar bayerische Hintersinnigkeit, ich habe , zumindestens vermute ich es, Sie verstanden. Schulmedizin ist häufig ein Kampfbegriff, Abwehrargument und ähnliches. Für mich nicht. Ich wüsste nicht,warum es nachteilig sein soll, mehr als eine Baumschule besucht zu haben. Vielleicht macht der Begriff Schulmedizin eine Karriere als so eine Art Geusenwort. Nicht böse sein, aber bei 139 rätsel ich wieder. Sie sagen woll, das klingt nach Sauerland.

  117. #141 Dr. Webbaer
    18. November 2015

    @ Anderer Michael :

    Es handelt sich bei der sogenannten Schulmedizin um eine Art Kampfwort, das bevorzugt im d-sprachigen Raum genutzt wird – wenn Sie so freundlich sein könnten, mal auf diesen Wikipedia-Artikel zu schauen, insbesondere beachtend, was hierzu anders-sprachig bereit steht, nämlich: nüscht – und erkennbar etwas für die anderen ist.

    Nett das mit dem Sauerland,
    MFG
    Dr. W (der es kennt, aber nicht davon abstammt)

  118. #142 Ludger
    18. November 2015

    @ Anderer Michael

    Anderer Michael: ” klingt nach Sauerland”

    Damit meint WB möglicherweise mich. Allerdings ist der Ausdruck “woll” in ganz Südwestfalen üblich, nicht jedoch in Münster.

    Anderer Michael: “…aber bei 139 rätsel ich wieder…”

    Herr WB formuliert nach der Maxime: Warum einfach, wenns auch kompliziert geht, manchmal etwas kryptisch.

  119. #143 Anderer Michael
    18. November 2015

    2u 141
    Sehr geehrter Herr Dr. Webbaer,
    danke für den Verweis auf den Wikipediaartikel. Mir war nicht bekannt, dass “Schulmedizin” seit so langer Zeit ein Kampfbegriff ist, bewusst abwertend kreiert wurde und in einer Variante zur Schmähung jüdischer Ärztevon den Nazis verwendet wurde. Da muss ich erstmal nachdenken ( auch als Bayer, trotzdem ohne Bayern ist Deutschland verloren, sofern nun einer das Bonmot benutzen möchte, dass dies durchaus für Bayern gelten kann, aber auf den einen oder anderen Bayern könnte man getrost verzichten, entgegne ich gleich im voraus. Das sieht man in Bayern genauso)
    Den Halbsatz …” erkennbar für die anderen ist.” verstehe ich nicht.
    Sehr geehrter Herr Kuhn,
    mir ist aufgefallen, dass ich dreimal (115,116 und 121/122) zwar inhaltlich zur Homöopathie beigetragen, aber nicht zum eigentlichen Schwerpunkt. 140 und dieser Beitrag sind am Thema vorbei, auch wenn ich dabei etwas gelernt habe, und dies ist ev. auch der Sinn eines Blogs. Deshalb möchte ich nach Sichtung aller Kommentare versuchen, etwas zum direkten Thema sachlich beizutragen, damit nicht der Eindruck entsteht, dass ich Ihren Blog mit Nebensächlichkeiten zumülle. Wenn ich mich nicht melde, dann es mir nichts gescheites eingefallen, falls doch, eine Garantie für Sinnhaftigkeit des von mir Geschriebenen kann ich nicht geben.Wie sagt man so schön in Sibirien: Als Tiger losgesprungen und als Bettvorleger gelandet.
    zu 123
    Hallo BreitSide. Unter Beachtung der vorangegangenen Zeilen fasse ich mich kurz. Vorurteile, Stereotypien und Klischees erleichtern das Leben(nicht selten aber auch das Gegenteil heutzutage). . Nun, seit wann ist denn z.B. PHysik eine exakte Wissenschaft, Heisenbergische Unschärferelation, Brown´sche Molekularbewegung oder kosmologische Konstante (mal gilt diese, mal nicht). Den netten Witz kannte ich noch nicht, habe ihn mir gemerkt. Zum Glück ist noch keinem aufgefallen, es heißt mori und nicht moriri. Letzteres ist Altlatein und die Vagantenbeichte ist mittelalterlich (Hinweis meines Sohnes)

  120. #144 Andreas
    18. November 2015

    Was ist Homöopathie: Schwingungen/Informationen gegen Krankheiten in Globuli/Wasser etc. “gespeichert”.
    Albert Einstein sagte: “Everything is vibration”.
    Das heißt: “Alles ist Bewegung/Schwingung”

    Quanten: “Energieteilchen”, die sich bewegen.
    Was besteht aus Quanten? Alles.
    Also auch Krankheit/Gesundheit (evtl. in “Form” eines Virus/Bakteriums/Parasiten).
    Ergo kann man mit der passenden Schwingung eine krankhafte Schwingung auslöschen (wie Noise Cancelling).
    Wenn ein Arm ausgerenkt ist, renkt man ihn ein (gegenteilige Bewegung).

    Bestes Mittelchen ist Arnica. Vor allem für Handwerker auf der Baustelle: aus versehen mit dem Hammer auf den Daumen geschlagen, ein paar Kügelchen nehmen und schon wirds weniger Blau und vergeht schneller. Hab natürlich aber noch keinen Vergleichstest mit/ohne Arnica einnehmen nach auf den Daumen hauen gemacht…

    • #145 Joseph Kuhn
      18. November 2015

      “Wenn ein Arm ausgerenkt ist, renkt man ihn ein (gegenteilige Bewegung).”

      Und ich dachte, man renkt auch den anderen Arm aus, um nach dem Ähnlichkeitsprinzip zu heilen. So kann man sich täuschen. Ich vermute einmal, dass Sie der Meinung sind, da auch eine Senatorin aus Quanten besteht, geht das mit der Schirmherrschaft schon in Ordnung. Schreiben Sie ihr das doch bitte, sie wird sich bestimmt über Ihren Zuspruch freuen.

  121. #146 BreitSide
    Beim Deich
    18. November 2015

    Oh Mann, typisches Eso-Blabla. Alles ist irgendwie alles, Schwingungen und Energien, und Einstein ist immer gut.

    Arnika mag als Phytotherapie gut sein (hab ich keine Erkenntnisse zu), als Homöopathikum ist sie genauso wirkungslos wie wie alle anderen Homöopathika.

  122. #147 Beobachter
    18. November 2015

    Nun sind wir also schon bei der “Quantenheilung”, “energetischer Heilung” und “Schwingungsmedizin” – aha.
    Auch darüber wird sich die Frau Senatorin freuen …
    Es ist alles im Alternativmedizin-Paket enthalten – “all inclusive”; mit der Homöopathie als Einzelposten unter vielen.

    Denn die “Schwingungsmedizin” kommt sogar in Pressemitteilungen von umweltmedizinischen Vereinen vor, die von der Techniker Krankenkasse gefördert werden, also muss da doch was dran sein:

    http://www.fatigatio.de/aktuelles/details/artikel/10-umwelttagung-des-vhue-ev/
    ” … Kann die Schwingungsmedizin in diesem Fall etwas bewirken ? … ”
    “Schwingungen” helfen sogar gegen Parasiten ?!

    Und sieh an:
    http://www.umweltbedingt-erkrankte.de/index.php/links/40-andere-links
    (Verlinkung mit “Rayonex Schwingungstechnik GmbH”)
    http://www.rayonex.de/7.-umwelttagung-des-vhue-e.v.

    Eine Hand wäscht die andere …
    Und Schirmherrschaften zum “beiderseitigen Image-Gewinn” ?

    Könnte da ein ordentlicher Schwinger etwas bewirken ?

  123. #148 Earonn
    19. November 2015

    Andreas
    das war Satire, oder?

  124. #149 Beobachter
    19. November 2015

    Man sollte hier eine “Kennzeichnungspflicht” einführen – denn oft überholt die Realität jegliche Satire …

  125. #150 herzielein
    20. November 2015

    @joseph
    den groll den sie mir gegenüber hegen is berechtigt.
    …. ich weiss es nicht besser, nur anders.
    landete ich in der ecke ,weil ich ärzte kritisiere und deren qualifikation anzweifeilte oder weil antibiotika kein allheilmitttel sind ?
    aus hygienegründen wasch ich meine finger vor dem pinkeln.
    ich nehm es euch vorweg “was ein Idiot”
    mögen euch küsse zahlreich machen.

    • #151 Joseph Kuhn
      20. November 2015

      Grumpy? Falls ja: Der Groll kommt daher, dass Sie themenfremd herumtrollen und sich auch sonst an keine Regeln halten, z.B. in der Kommentarfunktion ständig falsche Mail-Adressen angeben. Hört Ihnen zuhause keiner zu? Haben Sie keine Freunde, denen Sie Ihre Ansichten erzählen können? Die Internetöffentlichkeit hat jedenfalls nicht darauf gewartet, daher wäre es mir recht, Sie würden sich einfach an die alte Regel halten “Selig sind die, die nichts zu sagen haben und trotzdem schweigen“. Ist schwer, ich weiß, aber probieren Sie es einfach mal, Sie werden eine kosmische Dankbarkeitsschwingung spüren.

  126. #152 Adent
    20. November 2015

    @herzielein
    “aus hygienegründen wasch ich meine finger vor dem pinkeln.”
    Ich hoffe stark auch danach 🙂

  127. #153 Beobachter
    22. November 2015

    @ Joseph Kuhn:

    Hat die Frau Senatorin auf Ihr Schreiben vom 10.11.15 schon antworten lassen?

    • #154 Joseph Kuhn
      22. November 2015

      Nein, das wird sie auch nicht. Sie hält sich an die Regel, die ich in Kommentar #151 zitiert habe, weil sie bei jeder öffentlichen Antwort nur verlieren kann.

  128. […] Homöopathie und ihre Schirmherren und -damen, Gesundheits-Check am 12. November […]

  129. #156 Harald Walach
    3. Dezember 2015

    Wer Homöopathie kritisiert, ist gegen den Fortschritt. Es ist einfach etwas zu kritisieren, was man nicht versteht.
    a) Homöopathie ist dem Mainstream einen großen Schritt voraus. Wer nicht nachkommt, der schwingt die Evidenzkeule.
    b) Evident ist: Homöopathie hat schon sehr, sehr vielen Menschen geholfen, und sehr wenigen geschadet.
    c) Evident ist auch: Bald wird ein Tropfen Trinkwasser mehr Breitband-Antibiotika enthalten, als dem gesunden Menschen und Tier verträglich wäre.
    d) Homöopathie kennt dieses Kontaminierungsproblem nicht. Vor Resistenzen schützt keine Evidenz aber Kohäerenz mit dem Seienden.
    e) Neue Erkenntnisse stellen zwangsläufig Etabliertes in Frage. Das Establishment reagiert ebenso zwangsläufig Kritik.
    f) Dieser Blog ist ein Lehrbeispiel für Publication-Bias.

    • #157 Joseph Kuhn
      3. Dezember 2015

      @ “Harald Walach”:

      Wer auch immer Sie sind, es ist nur bedingt lustig, den Namen eines real existierenden Menschen als Nick zu benutzen, um dessen Ansichten zu karikieren. Bitte unterlassen Sie das. Danke.

  130. #158 rolak
    3. Dezember 2015

    moin Harald, die Behauptungen a)-e) sind sattsam bekannt, allein, es fehlt der belastbare Beleg.
    zu f) Weil hier die weltumfassende Verschwörung zur Unterdrückung der glorreichen Homöopathie verschwiegen wird?

  131. #159 s.s.t.
    3. Dezember 2015

    @H.W.

    Homöopathie kennt dieses Kontaminierungsproblem nicht.

    Selten so gelacht. Das kann man nur behaupten, wenn man von Chemie genau 0,0 Ahnung hat.

  132. #160 CM
    3. Dezember 2015

    Vielleicht habe ich es verpasst: Es gab keine Antwort der Senatorin oder ihres Büros?

    • #161 Joseph Kuhn
      3. Dezember 2015

      Nein, siehe auch Kommentar #154.

  133. #162 kathrin
    4. Dezember 2015

    Apropos Wasser, war das nicht so, dass Wasser, da immer mit vielen anderen Mitteln vermischt, so’ n Art Breitbandhomöopathikum wäre, wenn das alles funktionieren könnte, weil ja wirklich alles in Spuren vorhanden ist. Da kann man sich doch die ganze Wirkstoffreduziererei sparen, nur ein bisschen Rhein- oder Moselwasser abschöpfen, schon kann man alles “heilen”.
    Ansonsten muss HP einfach genial sein,” altes, bewährtes” ( so wie Klosterfraumelissengeist) und gleichzeitig Fortschritt. Whow, das muss man erst mal nachmachen!

  134. #163 Beobachter
    4. Dezember 2015

    Apropos “Klosterfrau Melissengeist”:

    http://www.klosterfrau-marke.de/unternehmen.html
    (ist supi-innovativ/fortschrittlich geworden)
    http://www.klosterfrau-marke.de/unsere-produkte/pd/klosterfrau-melissengeist.html

    Das Zeug enthält 79 Vol.-% Alkohol (unter “Pfichttext” – “Warnhinweis”).
    Wenn es schon seit Generationen Wirkung zeigt gegen alles Mögliche, so dadurch, dass selbst Oma und Opa schon so betüddelt von soviel “Kräutermedizin” waren, dass ist ihre Befindlichkeitsstörungen vergessen/nicht mehr beachtet haben und plötzlich “sehr gelöst” waren… 🙂
    Kein Mensch liest sich vorher genau die kleingedruckten Dosierungsanweisungen durch – da müsste man ja erst nach der Brille oder Lupe suchen.
    Also rein mit dem feinen, gesunden Kräuter-Schnäpschen aus der Hausapotheke …

    Mit Homöopathie hat das ganz sicher nix zu tun … 😉

  135. #164 Beobachter
    4. Dezember 2015

    Korrektur Tippfehler (# 163):

    … dass ist ihre Befindlichkeitsstörungen …
    Bitte das “ist” durch “sie” ersetzen – danke.

  136. #165 Dr. Webbaer
    4. Dezember 2015

    Das – ‘Wer Homöopathie kritisiert, ist gegen den Fortschritt. Es ist einfach etwas zu kritisieren, was man nicht versteht.’ – kann nicht von Harald Walach, dem Original, sein; das Original wäre in seinen Aussagen mit Sicherheit weniger greifbar oder schwammiger.

  137. #166 kathrin
    5. Dezember 2015

    @Beobachter
    Ich muss zugeben, dass ich keinen Schimmer habe, was KFM überhaupt ist, es war für mich einfach ein Synoym für altbewährt, die Werbung düdelte das ja immer so vor sich hin, dass es untrennbar in die Hirne einging, sollte kein Vergleich mit Homöopathie sein, sondern nur diese stabile Verknüpfung von einem vemeintlichen Qualitätsmerkmal und einem Produkt anmerken, die ja auch bei der Homöopathie zu funktionieren scheint (sanft etc.), so dass dann wirklich keiner mehr nachfragt, was da eigentlich drin ist.

  138. #167 Dr. Webbaer
    5. Dezember 2015

    “KFM” wurde wohl in der BRD längere Zeit auf Rezept (!) verabreicht, über die Zielgruppe soll an dieser Stelle nicht weiter spekuliert werden, wirkstoffarm war das Getränk nicht.

    Was Sie in Ihren Nachrichten durchaus nachvollziehbar anmängeln, wie hier gefunden wird, ist die gelegentliche Nicht-Unterscheidung zwischen anekdotischer und evidenzbasierter Medizin oder “Medizin”.

    Das Sich-Verabschieden von der Sage oder Anekdote war übrigens ein wichtiger zivilisatorischer Schritt,
    MFG
    Dr. W

  139. #168 Beobachter
    5. Dezember 2015

    @ kathrin:

    Ja, es wird einem ständig suggeriert, es gäbe einen großen Topf mit dem Etikett: “natürlich/sanft/nebenwirkungsfrei” –
    und da werden dann Homöopathie, Naturheilkunde, Nahrungsergänzungsmittel hineingeworfen und Otto Normalverbraucher meint, es wäre alles irgendwie das gleiche.
    Und all dies sei immer gut und gesund im Gegensatz zur immer bösen “chemischen Keule”.
    Es wird nicht differenziert und nachgefragt – weder nach Wirkstoff noch nach Indikation.

    ” … so dass dann wirklich keiner mehr nachfragt, was da eigentlich drin ist.”

  140. #169 Harald Salach
    5. Dezember 2015

    @ Harald Walach
    S. g. Herr Kuhn,
    bitte löschen sie Posting #156 oder korrigieren Sie den Namen. Der Name wurde irrtümlich falsch geschrieben. Danke. H. Salach

  141. #170 Peter
    Berlin
    6. Dezember 2015

    Ich habe viele Freunde, meist Akademiker, die an Homöopathie, Energieheilung etc. glauben. Sie kritisieren in erster Linie den Medizinbetrieb. Ich denke durch dessen sozialistische Struktur (D) mit Budgets etc werden die Ärzte zu einer ‘6 Minuten-Medizin’ getrieben (z.B. 3 Monate Behandlung GKV beim Hautarzt in Berlin für 14€, dh bei 2 Besuchen 7 € brutto Einnahme (Praxis- und Mitarbeiterkosten etc. noch zu zahlen). Natürlich geht es den Ärzten gut, nur nicht so gut wie in schlechteren Systemen (USA, S, GB…). Also, kein Problem, aber es erklärt doch, warum bei Zeitdruck der wichtige und uralte schamanistisch-seelsorgerische Aspekt zu kurz kommt. Ich als Internist respektiere die Meinung meiner Freunde. Ich kann nur meine Optionen anbieten. Am Ende ist das Leben tödlich. Das Problem ist die der Ressourcenverteilung in unserer Gesellschaft und der Schutz Unmündiger. Und da muss eine Gesellschaft gemeinsam entscheiden. Zu einer reifen Entscheidung braucht es Diskurs wie in diesem Forum. Ich habe in all meinen Jahren in der Medizin nie den Eindruck gehabt, dass die Medizin, welche sich der wissenschaftlichen Methode bedient, von sich selbst behauptet recht zu haben. Es gibt neben der bedeutenden Mehrheit authentisch bemühter Ärzte auch einige Kollegen die die naturwissenschaftliche Methode nicht verstanden haben. Auf der anderen Seite ist es für uns Ärzte im Rahmen der “evidenzbasierten” Medizin ein großes Problem, dass Studien zu diesem Zwecke sehr teuer sind. Das führt zunehmend zu einer verzerrten industriebasierten Medizin. Sie ist sehr gut, aber leider profitorientiert und daher einseitig. Die Welt ist hochkomplex und wir bieten statistische Medizin. Das ist nicht perfekt, aber so ist das nun mal. Was haben die anderen “Systeme” vorzuweisen? Sie stellen die Falsifikation und Reproduzierbarkeit philosophisch oftmals in Frage und bieten gleichzeitig vermeintlich reproduzierbare und teilweise garantierte Heilsversprechen an. Auch interessant sind die Persönlichkeiten die diese verkaufen. Magisches unterkomplexes Denken ist populär in einem Land, in dem es noch die beste Medizin weltweit jederzeit auch für weniger Priviligierte gibt. Seien wir froh, dass wir uns so einen Luxus leisten können. Ich war schockiert zu erfahren, dass mein Cousin (selbstständiger Handwerker) und seine Frau (auch selbstständig) aus den USA sich aus Geldgründen jahrelang nicht krankenversichern konnten. Nur die Kinder waren es von staatlicher Seite. Ich hoffte Menschen weltweit könnten medizinisch so gut versorgt werden wie bei uns. Somit diskutieren wir – mal wieder – ein Luxusproblem bzw. First World Problem FWP. Es ist also immer ein Krieg der Ideen und Philosophien, oder? Ich würde aufgrund meines Wissens gemäß der überbrachten Geschichtsschreibung davon ausgehen, dass die Gesellschaft noch nie so frei war wie auf unserer kleinen Luxusinsel. Also enjoy und Verantwortung übernehmen: act local, think global!

  142. #171 Anderer Michael
    14. Dezember 2015

    Nun versuche ich auch etwas zur Sache zu sagen.
    Zunächst aber einige Vorbemerkungen. Ich hatte mir andere Blogthemen angesehen, mir fiel auf:
    1. Die Kommentatoren sind in Ihrer Menge überschaubar.
    2. Auch bei Themen mit medizinischen Inhalt, sind wahrscheinlich kaum Ärzte dabei, das möchte ich keinesfalls als Nachteil darstellen, im Gegenteil, für mich ist es durchaus interessant, wie andere die Medizin und ihre Akteure so sehen.
    3. Bei sehr abweichenden Meinungen wird geradezu fundamental und wenig konziliant dagegen gehalten, sofern eine Meinung sehr abweicht und mit wenig fundierten Grundlagen begründet wird ( Beispiel: ein “Winfried ….” und seine Meinung zu Kinderkrankheiten und Impfungen). Zunächst für mich überraschend, wo wir doch gesellschaftlich versuchen, allen gerecht zu werden, und im Rahmen von Toleranz und Kulturrelativismus irgendwie ein Mittelmeinungsmaß hinzubekommen ( Beispiel: die Vertreter der Gendertheorie relativieren die FGM mit Hinweisen auf die in der westlichen Welt sehr zu hinterfragende, sehr selten medizinisch zu begründende “Ästhetische Genitalchirurgie”, im übrigen auf Kosten des Steuerzahlers, gemeint ist die Tätigkeit der Gendergläubigen. Aber ich will nicht die Genderforschung generalisiert abqualifizieren, sofern unterschiedliche Verläufe oder Riskoverhalten bei Herzinfarkt zur Genderforschung gehören, so gibt es sinnvolle Untersuchungen dazu. Wenn die Genderforscher antirassistisch, antikolonialistisch, antiantiislamisch, antipatriachialisch, antirepressiv, procriticalwhiteness- tisch usw. werden, dann wird es mir zu ideologisch) . Ich möchte nicht falsch verstanden werden, ich finde es eigentlich gut. Ich erinnerte mich an den sarkastisch – ironischen Buchtitel : “Der Klügere gibt nicht nach.” Und ich sehe es als erholsam, dass es Leute gibt, die dieses Motto nicht nur als bedeutungsloses Bonmot verstehen. Die Medizin, die inhaltlich sehr häufig eine Defensivstellung einnimmt, darf ruhig mal neidisch sein und Respekt zollen.
    4.Immer wieder kam der positive Verweis auf die Evidence based medicine, die brauche ich wahrscheinlich nicht zu erklären, ich vermute, die meisten wissen hier besser Bescheid als ich. Aber auch auf die Gefahr, mich zu blamieren, aber ein Gebetsbuch für alle Fälle und Lebenslagen ist die EBM auch nicht. Man darf durchaus begründet von dieser EBM abweichen. Die Leitlinien, die darauf beruhen, sind durchaus zu hinterfragen und nach Interessenkonflikten zu analysieren. Wir wissen, dass je mehr Vertreter der pharmazeutischen Industrie in diesen Komissionen sitzen, umso mehr sind die Therapievorschläge auf medikamentöser Vorgehen basiert. Auch es gibt noch so etwas wie Erfahrung, Intuition und “ärztliche Kunst”. Aber diese genannten Aspekte sind ebenfalls nicht als Säulenheiligtümer anzusehen und als Abwehrargumente einzusetzen. Es gibt immer wieder ärztliche Verfahren, bei denen die Vertreter “gute” Erfahrungen gemacht, nie Komplikationen gesehen haben. Und dann kommen Theoretiker und rechnen Ihnen vor, dass sie viel zu wenig Praxis dabei haben , um eine sehr schwere Komplikation statistisch zu sehen, und demzufolge Ihre Erfahrung nicht viel wert ist. Ein altes Beispiel: In den 80ziger Jahren Kniepunktionen wegen Schmerzen und Gelenkerguss, dabei dann Gabe von hochdosierten Kortison und nichtsteroidalen Entzündungshemmern, sogenannte “Tübinger Bombe”, schwerste Entzündungen als Komplikation mit Invalidität, so um die 5000/ Eingriff. Für einen Lehrstuhlinhaber der Pharmakologie viel zu viel, weil er die Auffassung begründet vertrat, dass alternative Therapien (alternativ nicht im Sinne der sog. Alternativmedizin) ohne invasives Vorgehen vorhanden seien und ein niedergelassener Orthopäde wird sein Berufsleben lang so eine Komplikation wahrscheinlich nicht sehen,aber bei der Vielzahl der Punktionen, die stattgefunden haben, seien es insgesamt zu viele schwere Komplikationen gewesen ( bitte mich nicht hier im Detail festnageln, dass habe ich aus meinem Gedächtnis rekapituliert, und es soll nur ein Beispiel sein, des weiteren ist die intraartikuläre( = in das Gelenk hinein )Installation von Cortison durchaus gerechtfertigt, einen potentiellen Patienten möchte ich nicht verunsichern).
    Nun bin ich etwas älter, und Alte erzählen doch so gerne und langweilen ihre Umgebung. Eine Anekdote aus meinem Studium, Chirurgie Vorlesung, Dozent sagt: ” Nehmen Sie immer Ihren Patienten ernst, egal was dieser sagt.” Als Beleg präsentierte er uns eine junge Mutter, die von ihrer Beerdigung geträumt hat, vor Schrecken zum Hausarzt ging, Diagnose großer bösartiger Bauchtumor, wir sahen sowohl die Patientin, die uns ihren Traum erzählte, als auch das OP-Präparat, welches in einer Schale durch die Reihen ging. Als junger Assistenzarzt in der Notaufnahme : es kam eine um die 70 Jahre alte Dame, jünger wirkend, die nachts von ihrer Mutter geträumt hatte, die an einer Lungenembolie verstorben war und sie fürchtete, sie könne eine tiefe Beinvenenthrombose haben. Vom Untersuchungsaspekt nicht der kleinste Hinweis auf tiefe Beinvenenthrombose, moderner farbkodierter Duplex (Doppler plus Ultraschall )war nicht zur Verfügung, eine einfache Doppleruntersuchung ohne wesentlichen Befund, auch durch Oberarzt, schließlich den damaligen diagnostischen Goldstandard nutzend, radiologische Darstellung der Venen mit Kontrastmitteln mit Ergebnis beginnende ausgedehnte Thrombose. Man kann berechtigt einwenden, wir alle träumen immer wieder von schrecklichen Dingen, da wird es durchaus mal wahrscheinlich sein, das Traum und Diagnose zeitgleich erfolgen.(Ich verweise zusätzlich auf den Begriff ” Synchronizität” von C.G.Jung ). Aber Mediziner handeln manchmal nach solchen Erfahrungen, die schwer in die EBM einzugliedern sind, mal erfolgreich, mal eben nicht. Ich persönlich sehe bei diesen Träumen eher zufällige Konstellationen oder die Patienten hatten doch schon irgendeine Ahnung, haben diese im Traum verarbeitet oder haben einen vermeintlichen Traum als Vehikel gesehen, um sich einer unbequemen Wahrheit zu stellen.
    Dann gibt es auch so etwas wie Intuition, Eingebung oder wie auch immer man sagen möchte. Beispiel in Kurzform: Einer meiner ersten Notarzteinsätze, bayerische Kegelbahn, Sanitäter vor Ort, berichten Pat. habe Hyperventilation gehabt, erfolgreiche Beutelrückatmung. 1 Überraschung: vor mir steht ein muskelbepackter verlegen wirkender etwa 50 jähriger Bayer. Wieso soll der hyperventilieren? Ich ratlos. Wir hatten gerade mal wieder irgendeine Anweisung, möglichst viel ambulant zu behandeln. Also eigentlich kein Transport im NAW (= Notarztwagen) und Krankenhausaufnahme. Ich, wie gesagt ratlos und unsicher.2. Überraschung, in einen Transport ins Krankenhaus willigt dieser ein ( zu dieser Zeit ging ein gestandener Bayer nur mit dem Kopf unterm Arm ins Hospital). Im NAW wird vom Pat. wiederholt ein kaum auszuhaltendes Kribbeln in den Armen angegeben, ich immer noch ratlos, nur einfacher EKG-Streifen ohne Besonderheit, übliche Vorort-Diagnostik ohne wegweisenden Befund. Dann in der Notaufnahme im EKG Bild wie bei Hinterwandherzinfarkt. In der Frühbesprechung Gratulation durch Chefarzt für meine “Intuition” und dem richtigen Handeln. Ich habe sehr müde vom Nachtdienst nicht widersprochen und hatte mehr ein schlechtes Gewissen, dass ich den Herzinfarkt nicht früher in Erwägung gezogen habe (heute einfacher, weil suffizientes EKG im NAW Standard).Und ich möchte mich auch nicht als toller Hecht verkaufen, der mal so eben im Vorübergehen ein Leben rettet. Im Vordergrund stand Unsicherheit und Ratlosigkeit, aber eventuell doch ein bisschen Eingebung. Ich fragte später den Pat., ob dieses Kribbeln denn Schmerzen gewesen seien, er bejahte ebenfalls etwas verlegen. Nun , ein echter Bayer hat doch keine Schmerzen und wenn doch, viel Aufhebens deswegen war unpopulär. Ich frage mich, welche ebm-basierte chest pain guideline uns beiden damals geholfen hätte.
    Nochmal zu ungewöhnlichen Entscheidungen: Fall aus jungen Asssistenzjahren. 90 jähriger Pat., Diagnose Darmkrebs ohne festgestellte Metastasen. Er könnte durch ausgedehnte sehr belastende OP geheilt werden (nach damaligen Wissenstand, Standard von heute ist der Kunstfehler von morgen).Pat war ungewöhnlich, geistig und körperlich rege, aktiv im Posaunenchor. Damals begann eine Technisierung der Anästhesie, Rechtsherz/Pulmonaliskatheter war ein Allzweckinstrument, sehr aufwendig und komplex. Und es wurde im Kolloquium für “Problemfälle” diskutiert was noch alles zur OP-Vorbereitung zu tun und wie lange der Katheter notwendig sei. Dem alten kurz vor Rente stehenden leitenden Oberarzt wurde es zu bunt, er stand auf, sagte sinngemäß, er gehe jetzt mit dem Pat. vom EG mehrere Stockwerke über die Treppe und zurück, unterhalte sich mit diesem über Musik, und wenn er das schaffe, werde er ihn am nächsten Tag operieren. Was dann geschah. Dieser alte OA erzählte mir, als er jung gewesen sei, habe sein sehr alter ” Lehrmeister” wegen anstehenden OP´s verängstigten Patienten, überwiegend ländlichen Ursprungs, seine kräftigen Oberarme zur Beruhigung gezeigt habe, um zu demonstrieren, dass bei diesen Kräften nichts schief gehen könne. Ich hatte nachgerechnet, dass muss wohl in den 1930 Jahren gewesen sein. Ich will keinen Anästhesisten diskreditieren, ich weiß sehr wohl, dass Narkoseärzte durch gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung in der Lage sind, die Narkosefähigkeit zu beurteilen. Damals war aber eben eine etwas naive technische Fortschrittsgläubigkeit vorhanden, speziell wenn sie aus “Amerika” kam. In diesem Moment hat aber dieser alte OA gegen den Standard verstoßen, und sich auf seine Erfahrung und sein Urteil verlassen. Die OP ging gut, wäre es anders (mors in tabula) verlaufen, er hätte sich einiges anhören dürfen.
    Und noch ein Beispiel zu ” erfolgreichen Heilverfahren” am Beispiel Handauflegen und Gesundbeten bei Herpes Zoster (Gürtelrose), meine Großmutter schwor darauf. Dies ist eine Reaktivierung von Varizellen-Viren mit schmerzhafter Entzündung, Bläschenbildung in einem abgegrenzten Hautbereich (Dermatom). Wir wissen, dass diese Reaktivierung der Viren bei Stress, körperlich oder seelisch, bevorzugt auftritt. Wenn man sich vorstellt, dass die Menschen damals sehr häufig diesen Stresssituationen ausgesetzt waren, keine Medikamente vorhanden waren, aber diese Heiler “Erfolge” aufwiesen, wem soll man es verdenken, dass er/sie mit solchen Problemen zu diesen Heilern ging, zumal sie nicht allzu viel verlangten. Und wer weiß, ob nicht die persönliche Zuwendung, die diese abgearbeiteten, wenig geschätzten, wenn nicht gar verachteten Arbeiterfrauen erfuhren, ihr seelisches Gleichgewicht stabilisierten und eine schnellere Besserung der Beschwerden ermöglichte. So etwas hat sich in das kollektive Bewusstsein, zu mindestens früher, eingeprägt. Eventuell oder vermutlich sehr wahrscheinlich ist ein ähnlicher Mechanismus bei Schamanen, Hasenpfote, Ayurveda ( dort gibt es tatsächlich provoziertes Erbrechen als “Heilmethode”) oder Homöopathie denkbar, zu mindestens im Einzelfall.
    Die lange Vorrede sollte dienen, die Denkvorgänge und Handlungen der Mediziner zu verdeutlichen, die eben nicht mit exakter wissenschaftlicher eindeutiger Präzision zu vergleichen sind. Das soll eine wertfreie Äußerung sein, die man nicht in jedem Detail teilen muss.
    Jetzt ,Homöopathie im Alltag des Arztes. Dem Durchschnittsarzt ist klar, dass die H. keinen wissenschaftlichen Hintergrund haben kann. Wenige Ärzte wenden sie an, manche sind von der Wirksamkeit tatsächlich überzeugt, es sind beileibe nicht die schlechtesten Ärzte. Bei einem hoffentlich sehr kleinen Teil steht der finanzielle Aspekt ( sozusagen eine Marktlücke bedienen) bei der Anwendung der H. im Vordergrund, ketzerisch gefragt, kann man dieses bei der Struktur unserer Gesellschaft isoliert wirklich negativ sehen , sofern keine wirksamen Therapien verhindert werden und H. als „ Unterstützung „ angewendet wird ?.
    Ich habe nie H. benutzt. Wenn Pat. fragten, wand ich mich heraus mit den Worten: „ Ich habe keine Erfahrung damit und ich kenne keinen Wirksamkeitsnachweis.“ Je nach Enttäuschungsgrad fügte ich noch hinzu, dass ein fehlender Wirksamkeitsnachweis nicht zwingend bedeutet, dass ein solcher nicht irgendwann doch gefunden werden könne. Und je nach Auffassungsvermögen ergänzte ich noch Ausführungen über theoretische Aspekte von negativen und positiven Nachweisen, so gut ich es konnte. Ich hatte das ungute Gefühl, dass solche Gespräche unabhängig von der Qualität des Gesagten einen positiven Eindruck machten, weil sich die Patienten ernst genommen fühlten. Nur das zum Stichwort „sprechende Medizin“.
    H. wird nicht nur von Ärzten verwendet, auch von Apothekern, Hebammen und Heilpraktikern. Gerade letztgenannten Kreis, zu dem ich frecherweise einfach auch alles skurrile und esoterisch Anmutende hinzufüge, will ich nicht in Bausch und Bogen verurteilen. Ich kenne Personen aus dieser Gruppe der Heilpraktiker, die sich bei speziellen Systemerkrankungen die Mühe machen, Befunde zu lesen und zu interpretieren, anschließend dann Pat. am Hausarzt vorbei, der das nicht wollte, zum Facharzt schicken, genauer gesagt dem Pat. dieses empfehlen. Anderseits kann jeder Hausarzt aber auch über genügend Fälle berichten, wo aufgeregte Patienten vor Ihnen standen und beklagten irgendwelche ausgependelten gefährlichen Dysbalancen, die dringend geklärt und behandelt werden müssten. Auch erinnere ich mich an eine Untersuchung eines Journalisten, der sich als Ehemann einer an Brustkrebs erkrankten Frau ausgab und bei Personen der Alternativmedizin, Heilpraktikern und Heilern um Behandlungsvorschläge bat. Der Brustkrebs war im Anfangsstadium, aus meiner Erinnerung so T1, N0 oder N1, M1 gut differenziert, Hormonrezeptorstatus positiv. Im Ergebnis wollten einige Ärzte dem vermeintlichen Ehemann so manche teure Alternativmedizin aufschwatzen. Eine besonders skurril wirkende und umstrittene Geistheilerin aber, empfahl dringend bei der Konstellation und guter Prognose ein Tumorzentrum aufzusuchen. Roch sie die Falle? War sie vielleicht selber betroffene Patientin gewesen? Oder hatte sie sich den letzten Rest an Würde bewahrt und nicht durch skrupellose Geldgier ersetzt, wie, na eben andere …( ich will weder den Betreiber des Blogs noch mich in Probleme bringen).Zu mindestens hatte sie überdurchschnittliches Fachwissen und dieses richtig eingesetzt. Ich möchte keinesfalls meine Darlegungen als Plädoyer für diesen Personenkreis verstanden wissen, die Realität ist aber nun mal nicht nur weiß oder schwarz, manchmal eben grau, hellgrau, schwarzweiß, Licht und Schatten usw. Und die positiven Beispiele dieser Zunft verwiesen auf die „Schulmedizin“ um ihren Schützlingen zu helfen
    Häufig wird im Alltag Naturheilkunde und H. in einen Topf geworfen. Wenn aus diesem Angebot Substanzen eingesetzt werden, wie zum Beispiel im niedergelassenen Bereich (auch wenn diesen Ärzten die fehlende Wirksamkeit durchaus bewusst ist), dann mit der Begründung, „ich kann damit wenigstens keinen Schaden anrichten“. Bei Naturheilkunde ist diese Anschauung irrig, Pflanzenpräparate können Interaktionen eingehen, Medikamente aus der Plasmaeiweißbindung lösen, höhere Wirkspiegel und damit unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Ich möchte vermeiden, außerhalb des Themas neue Inhalte anzureißen. Naturheilkunde ist Naturheilkunde, alternative Medizin ist alternative Medizin und Homöopathie ist Homöopathie. Manchmal ist H. eine Notlösung. Klassisches klischeebesetztes Beispiel: Psychische Störung mit Somatisierungstendenz, Wartezeit auf Therapieplatz, in der Hoffnung Symptomatik zu lindern Therapieversuch mit H., sofern Pat. dafür zugänglich, und zusätzliche Hoffnung bis sich der Symptomenkomplex verschiebt, ist der Therapieplatz vorhanden. Will man das einem Arzt verübeln, er muss sich irgendwie im Alltag durchlavieren, die reinen Lehre hilft ihm nicht immer weiter.
    Wie ich in vorherigen Beitrag geschrieben habe, sieht die Deutsche Medizin H. als Teil ihrer Medizin an, wenn man so sagen möchte als Bestandteil ihrer „Schulmedizin“ (An dieser Stelle Dank an Herrn Dr. Webbaer für seinen richtigen Hinweis zum Begriff Schulmedizin, den ich falsch verwendete). Das ist zweifelsohne unlogisch. Erst recht , wenn unsere Standesvertretung (mich eingeschlossen )der Medizin einen naturwissenschaftlichen Hintergrund attestiert, auch wenn in der Ausübung der ärztlichen Kunst eben manches nicht immer logisch ist. Früher lächelte ich über den Begriff ärztliche Kunst, heute bin ich mir nicht sicher, ob nicht doch was dran ist, an der ärztlichen Kunst. Da kann man gerne rufen, Arroganz oder Überheblichkeit hier seid ihr zuhause. Ich denke, wenn man ärztliche Kunst betreibt, bürdet man sich erstmal viel Verantwortung und Verpflichtung auf und wenn man diesen gerecht wird, dann kommt der Sonderstatus. Ob wir heutige Mediziner diesem gerecht werden und ob er in unsere Zeit passt, ist eine ganz andere Frage. Noch zur Unlogik Homöopathie versus Naturwissenschaft. So richtig klar oder ins Bewusstsein getreten ist mir dieser Widerspruch erst jetzt , auch wenn ich es vorher schon wusste, ich aber es eben einfach nur hingenommen. Da kann man gerne sagen, dass ich ein Blitzmerker besonderer Schnelligkeit bin. Ich bin auch kein Philosoph, dessen Aussagen noch in zwei Jahrhunderten mit bourgeoisen Unterton gehaltvoll und gedankenschwer zitiert werden, um irgendeinen Quatsch zu legitimieren. Aber ist nicht vieles in unserem Leben, im Alltag, in der Politik usw. unlogisch. Wir wissen es und gehen darüber hinweg. Die Politik unserer Regierung ist doch in diesem Jahr besonders unlogisch, auch nicht unter der Vorstellung von Realpolitik sinnstiftend, die öffentliche Meinung ebenso (erinnert mich an die l`opinion publique, Orpheus in der Unterwelt), aber ich will nicht in ein Wespennest stechen.
    Bei dem Beitrag ging es doch darum , dass unter Schirmherrschaft der Bremer Senatorin für Wissenschaft usw. ein Homöopathie-Kongress stattfindet und Frau Senatorin wurde gebeten, dieses zu begründen. Wenn ich die Dame wäre, würde ich auf die „ naturwissenschaftlich fundierte“ Bundesärztekammer verweisen, darauf das es eine Musterausbildungsverordnung zur Erlangung der Zusatzbezeichnung Homöopathie gibt und das H. an Universitäten gelehrt wird. Unabhängig davon glaube ich nicht, dass eine Antwort kommt, ich denke die Dame ist zeitlich sehr gefordert und ev. auch da und dort fachlich in einem anderen Gebiet zu Hause.
    Zum Abschluss nach so viel Geschriebenen zur Erholung ein Mathematikrätsel, die Kinder und ich, wir haben keinen Hauch von Ahnung, wie es gelöst werden soll. Die Lösung haben wir weggeschmissen, damit keiner der Versuchung verfällt, heimlich nachzuschauen.
    -Zwei russische Mathematiker treffen sich im Flugzeug. „ Ich glaube, Du hast drei Söhne, wie alt sind sie?“, fragt Ivan. „Ja, ich habe drei Söhne. Wenn Du ihr Alter miteinander multiplizierst, erhältst Du 36, und die Summe ihrer Alter entspricht dem heutigen Datum“, antwortet Igor. „Tut mir Leid, Igor, das sagt mir noch nicht, wie alt Deine Söhne sind“, meint Ivan nach ein oder zwei Minuten. „Ach ja, ich habe vergessen zu erwähnen, dass mein jüngster Sohn rotes Haar hat.“ „ Aha, dann ist alles klar, ich weiß jetzt genau, wie alt Deine Söhne sind „, beendet Ivan die Unterhaltung.
    Wie ist Ivan auf das jeweilige Alter der Söhne gekommen?

  143. #172 Anderer Michael
    14. Dezember 2015

    Kleiner, aber gewichtiger Fehler meinerseits. Beim Tumorstadium nicht M1 sondern M0. Entschuldigung.

  144. #173 rolak
    14. Dezember 2015

    Man darf durchaus begründet von dieser EBM abweichen.

    You really think it is possible to escape general evidence based practice by another evidence based practice?

    Wie ist Ivan auf das jeweilige Alter der Söhne gekommen?

    Durch Nachdenken, Michael, Herr der Textwände, eine Technik, die offensichtlich nicht überall bekannt ist. Die Aufgabenstellung impliziert schon, daß es zwei mögliche Lösungen mit derselben AltersSumme gibt, und ja, nur eine davon hat ein Einzelkind als jüngstes.

  145. #174 rolak
    14. Dezember 2015

    es zwei mögliche Lösungen gibt

    Das sollte heißen, ‘es mehrere mögliche Lösungen gibt’, die ‘zwei’ kam schon aus der über die Aufgabenstellung hinausgehenden, jedoch aufgrund ihrer Nichtkomplexität unweigerlich bereits vor dem Tippen erledigten Kopfrechnung.

  146. #175 Basilios
    Shingeki no Kyojin
    14. Dezember 2015

    @Anderer Michael
    Also, sorry, aber falls Du wirklich etwas sagen wolltest, dann habe ich das überlesen. Oder es kam erst nachdem ich aufgegeben habe Deinen ganzen Kommentar durchzuackern.

  147. #176 Anderer Michael
    15. Dezember 2015

    Basilios. Shingeki no Kyojin. So aus deiner Sicht( , und vielleicht auch übergeordnet), es fehlen halt die vielen bunten Bilder. Danke für den Hinweis

  148. #177 Basilios
    Shingeki no Kyojin
    15. Dezember 2015

    @Anderer Michael
    Ich lese recht viel. Daher nehme ich mir oft recht wenig Zeit für Kommentare. Aber da ich unter anderem auch viele Mangas lese müssten die Bildchen für mich nicht zwingend bunt sein.
    Prägnant und Aussagekräftig wäre für mich halt wünschenswert. Ob in Text oder Bild.

  149. #178 BreitSide
    Beim Deich
    15. Dezember 2015

    @Anderer Michael: Ist das Absicht? Du kokettierst mit Deinem Alter, aber bei der bei Dir durchaus vorhandenen Intelligenz dürfte es Dir nicht entgangen sein, dass Du mit dieser Taktik das Format hier sprengst. Wie soll man denn Dir schlüssig antworten können?

    Ich habe es im Höcke-Neger-Schnaxler-Fred ansatzweise versucht. Da kommt aber auf einen Beitrag (der viel kürzer war als dieser) mindestens ein halbes Dutzend Antworten.

    Wenn Du ein Buch schreiben willst, keine Frage. Dies ist aber ein anderes Medium. Textwände schrecken schlichtweg ab.

    Fällt es Dir wirklich so schwer, in einem Beitrag Dich auf ein oder zwei Kernaussagen zu beschränken? Du hast noch viel Zeit…

  150. #179 Anderer Michael
    20. Dezember 2015

    Mein Kommentar # 171 ist absolut daneben, Kritik , die ich mehrfach bekommen habe, daher berechtigt.

    1. Kernaussage
    Medizin handelt unlogisch, einerseits betont sie naturwissenschaftliche Basis, anderseits betrachtet sie die H. als einen integralen Bestandteil (sonst gäbe es nicht entsprechende Curricula, Zusatzbezeichnungen usw.)

    2. Kernaussage
    Falls ich die Bremer Senatorin wäre und wollte die Schirmherrschaft behalten, würde ich in einer Antwort schlicht auf die Bundesärztekammer verweisen, allerdings gibt es meines Wissens kein Verbot, für Bremer Senatoren/innen den Verstand zu nutzen und die Bundesärztekammer ist nicht heilig.

    3. Aussage (eigentlich nicht das Thema)
    Die Evidence based medicine ist grundsätzlich auch nicht heilig und kritisch zu sehen, nicht vom Prinzip und ihrem Ansatz, aber EBM und ihre darauf begründeten Leitlinien werden von.Menschen gemacht.

    zu @Rolak # 174
    Man denke sich irgendeine Erkrankung, die medikamentöse Therapieoption in der Leitlinie ist bestens begründet, aber aufgrund Begleiterkrankung/Allergien kontraindiziert, also muss man von der Leitlinie abweichen. Desgleichen falls operative Therapieoption als Methode der Wahl, aber “multimorbider Problempatient” mit Sepsis, Gerinnungsstörungen, entgleister Diabetes mellitus und mehrfach voroperiert. Hierbei wird man sich irgendwie durchlavieren müssen.

    Zitat Deutsches Ärzteblatt aktuelle Ausgabe 50/2015, Beitrag ” Leitlinien Nicht alltagstauglich?” (Es geht darum, ob manche Leitlinie nicht allzulang ist)
    Zitat ” Der gut informierte Arzt kann in begründeten Fällen von ihnen (gemeint sind Leitlinien) abweichen. “

    • #180 Joseph Kuhn
      20. Dezember 2015

      So ist es. Evidenzbasierte Medizin ist nicht Leitliniengläubigkeit, das wäre widersinnig, sondern “umfasst die systematische Suche nach der relevanten Evidenz in der medizinischen Literatur für ein konkretes klinisches Problem, die kritische Beurteilung der Validität der Evidenz nach klinisch epidemiologischen Gesichtspunkten; die Bewertung der Größe des beobachteten Effekts sowie die Anwendung dieser Evidenz auf den konkreten Patienten mit Hilfe der klinischen Erfahrung und der Vorstellungen der Patienten.”

      Quelle: Netzwerk Evidenzbasierte Medizin > WAS IST EbM › Grundbegriffe der EbM › Definitionen

  151. #181 Anderer Michael
    4. Januar 2016

    Am Ende des sehr langen Beitrages # 171 habe ich ein Rätsel vorgestellt, welches für mich unlösbar war. Ich scheiterte beim Begriff “Datum”.Rolak deutete bei #173 und #174 an , dass er es quasi schon beim beim Eintippen im Kopf berechnet habe. Trotz intensiven Nachdenkens kam ich zu keinem Ergebnis. Ich kramte daher die Lösung aus dem Papiermüll, und war zunächst noch ratloser. Eine Erklärung gab es nicht. Das Datum soll der 13. sein. Damit ist das Rätsel auf dem Niveau 5/6 Klasse (Teiler von 36,Summe von 13 nur bei zwei Möglichkeiten, dann helfen die roten Haare). Wie kommt man auf das Datum? Erst heute habe ich es verstanden (der Hinweis zum Ende von #173 ist mir erst jetzt klar). Ehrlichen Respekt Rolak und ich habe mich blamiert !

  152. #182 OP
    15. Januar 2016

    Hier mal etwas erheiterndes und nicht ernst gemeintes zum Thema:
    BAHFest East 2014 – Barbara Vreede: Alternative Medicine (Info)

    • #183 Joseph Kuhn
      15. Januar 2016

      Nett. Habe mir erlaubt, den zweiten Link zu reparieren.

  153. #184 rolak
    15. Januar 2016

    habe mich blamiert !

    Seh ich ja jetzt erst^^
    Nee, Michael, sobald man es rausbekommt, ist man im Plus. Betrachtet allerdings das Problemchen anders, alles sieht auf einmal so unglaublich einfach aus – wie es eben ist, wenn man es schon weiß. Das ärgert einen, sicher, doch ‘peinlich’ und ‘blamabel’ ist nur eine aufgepfropfte Wertung für diese Empfindung (und das Erkennen von ihr bei anderen). Irrelevant.

    Und kein Mensch ist gefeit gegen diese gewissen Phasen

  154. #185 Beobachter
    15. Januar 2016

    Stimmt – diese “gewissen Phasen” braucht der Mensch zur Entspannung … 🙂

    Schöner Link – danke.
    Bin schon immer Asterix & Obelix-Fan.

  155. #186 Joseph Kuhn
    15. Januar 2016

    @ Anderer Michael, Kommentar #171, Ende der Textwand:

    “die Kinder und ich, wir haben keinen Hauch von Ahnung, wie es gelöst werden soll.”

    Versteckte Informationen zu erkennen, ist auch nicht einfach, eben weil sie versteckt sind. Vielleicht haben Sie übrigens eine versteckte Information über Ihre Kinder gegeben, z.B. dass diese nicht sehr internetaffin sind, sonst hätten sie die weggeschmissene Lösung schnell gegoogelt, siehe z.B. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/die-kniffligsten-mathe-raetsel-und-ihre-loesungen-a-819639-2.html und viele andere 😉

    Ein wenig Zeit bis zum Homöopathiekongress 2016 ist übrigens noch. Aber ob die Senatorin die Zeit zum Überdenken ihrer Schirmherrschaft nutzt? Eher nicht. Obwohl auch hier ein wenig googeln helfen würde, das über die Homöoapthie zu erfahren, was man als Wissenschafts-, Gesundeits- und Verbraucherschutzsenatorin wissen sollte. In dem Fall geht es nicht einmal um versteckte Informationen, sondern um allseits Bekanntes.

  156. #187 rolak
    16. Januar 2016

    um allseits Bekanntes.

    Jein, Joseph, oder wie ein gewisser Sender es formulieren würde: Im Prinzip ja, aber (gefühlt) immer weitläufiger ignoriert. Und letzteres sorgt halt dafür, daß es in weiten Kreisen nicht bekannt ist, bestenfalls im Bereich ‘Fehlinterpretation’ bis ‘unverschämte Lügen’ rationalisert bzw selbstgerechtfertigt wird.
    Oder noch anders: Es geht nicht ums Kennen, sondern um das (wissenschaftlich) verarbeitet haben. Dem wird allerdings kaum eine Chance gegeben (das nagende Unterbewußtsein läßt sich nicht abschalten, doch auch ziemlich gut ignorieren: ‘Zweifel ist ein Ausdruck des Glaubens`, ‘-ist eine gottgesandte Prüfung) wenn alles dem Eigenweltbild widerstrebende sofort unter ‘Werk des Teufels’ abgeheftet wird.
    Deswegen ist ja so ~angenehm, wenn irgendein Quack oder crank mal was Neues bringt: Auch sich letztlich als Blödsinn Herausstellendes dient dem Test der Theorie, des Weltbildes. Beim ersten Mal, danach reicht Verlinkung.

    BAH

    Selbst wenn im Mittel der Effekt nicht so besonders sein mag, da gibt es schon einige sehr starke Vorträge wie zB den von OP verlinkten. Wobei selten erwähnte Highlights für mich gewisse Lacher aus dem Publikum sind sowie die schier unglaubliche Beherrschung der Vortragenden dabei, eine ernste Miene zu bewahren.

  157. #188 Beobachter
    16. Januar 2016

    @ Joseph Kuhn:

    Ja, es ist so Vieles “allseits bekannt” – ein schöner Wieder-Anknüpfungspunkt für Diskussionswillige.
    Allseits Bekanntes wird ignoriert, wenn es nicht zur eigenen Interessenlage passt – oder aus purer Gleichgültigkeit.
    Es wird nicht “nach bestem Wissen und Gewissen” gehandelt – das ist nicht nur in Sachen Homöopathie so.

  158. #189 Adent
    16. Januar 2016

    @Anderer Michael
    Komisch, bei mir ist das Datum der 11te, nicht der 13te?
    2x3x6, alternativ wäre 3x3x4, das ist aber wegen des jüngsten Sohns nicht möglich.

  159. #190 rolak
    16. Januar 2016

    Hi Adent, nachdem das Gros der Lösung mehr oder weniger verklausuliert schon erzählt wurde: Mögliche Altersverteilung der drei Pänz (jeweils mit der Alterssumme):
      1) 1,1,36 →38
      2) 1,2,18 →21
      3) 1,3,12 →16
      4) 1,4,9 →14
      5) 1,6,6 →13
      6) 2,2,9 →13
      7) 2,3,6 →11
      8) 3,3,4 →10
    5) und 6) haben dieselbe Summe (das Datum), ‘Einzelkind unten’ gibt 5)

    Selbstverständlich ausschließlich unter der absurden Annahme, daß Zwillinge zur selben Zeit geboren werden, aber das ist ja ein Rätsel, nicht aus dem Leben.

  160. […] ein paar Monaten hatten wir hier auf Gesundheits-Check darüber diskutiert, dass die Bremer Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz, Frau Prof. Dr. Eva […]

  161. […] Homöopathie und ihre Schirmherren und -damen, Gesundheits-Check am 12. November […]

  162. #193 Thilo
    27. Februar 2016

    Falls jemandem langweilig ist: an der Viadrina gibt es eine neue Doktorarbeit zur Homöopathie: https://opus4.kobv.de/opus4-euv/frontdoor/deliver/index/docId/203/file/___Dissertation_20160103.pdf

  163. […] Homöopathie und ihre Schirmherren und -damen, Gesundheits-Check am 12. November […]

  164. […] Homöopathie und ihre Schirmherren und -damen, Gesundheits-Check am 12. November […]

  165. […] Es ist so weit: In Bremen beginnt morgen der diesjährige Homöopathiekongress unter der Schirmherrschaft der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz. […]

  166. […] Harry Glawe, CDU, etwas leichter machen als es sein Bremer Pendant hatte: Da war Gesundheit in einem Ministerium mit den Ressorts Wissenschaft und Verbraucherschutz, das alles zusammen muss man erst mal mit der Homöopathie in einem Grußwort, in dem man nichts […]