Vor einem Jahr hat Sebastian Bartoschek bei den „Ruhrbaronen“ ein resignatives Fazit zur Auseinandersetzung um die Homöopathie gezogen: Der Kampf sei verloren, die Homöopathie hätte gewonnen. Inzwischen ist viel passiert. Mit enormer Medienwirksamkeit hat die frühere Homöopathin Natalie Grams die Seiten gewechselt und reflektiert öffentlich ihre Beweggründe – für die Homöopathen ein medialer Super-GAU. Das Netzwerk Homöopathie wurde gegründet, das sich durch eine sehr sachliche Aufklärungsarbeit auszeichnet. Vor diesem Hintergrund treten die Statements des Zentralvereins der homöopathischen Ärzte klarer denn je als das hervor, was sie sind: Lobbyarbeit zum Schutz eines Geschäftsfelds. Der Bremer Gesundheitswissenschaftler Norbert Schmacke hat sein Buch „Der Glaube an die Globuli“ veröffentlicht, in dem er den Blickwinkel der Debatte zurecht darauf ausrichtet, worum es gehen muss: den Abbau der rechtlichen Privilegien der „besonderen Therapierichtungen“ in Zeiten der evidenzbasierten Medizin.

Und dann die Tragödie mit den Sterbefällen im „Biologischen Krebszentrum Brüggen“: Obwohl an sich nicht der Homöopathie zuzurechnen, bekam dadurch die Debatte um „alternative“ Krebstherapien und die Befugnisse von Heilpraktikern eine ganz neue Dynamik. Plötzlich melden sich Politiker zu Wort und fordern eine Reform des Heilpraktikerrechts – und eine Überprüfung obskurer Therapierichtungen wie der Homöopathie. Auch der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses – des „kleinen Gesetzgebers“ im Gesundheitswesen – Josef Hecken sprach sich für eine wissenschaftliche Bilanzierung zur Wirksamkeit der Homöopathie aus. Wissenschaftlich wäre dies nicht mehr nötig, die Sachlage ist eigentlich klar, aber Politik funktioniert eben anders.

Ob es Herrn Hecken gelingt, das IQWIG mit einer Übersichtsarbeit zur Homöopathie zu beauftragen und welche Folgen das im Erfolgsfall haben wird, wird man sehen. Schließlich würde eine solche Übersichtsarbeit noch nicht die gesetzlichen Schutzvorschriften für die besonderen Therapierichtungen im SGB V und im Arzneimittelrecht beseitigen. Das müsste die Politik dann auch noch aktiv angehen, statt wie bisher ihre Unterstützung für die Homöopathie für moderne Aufgeschlossenheit gegenüber Unkonventionellem zu halten. Dass gerade die Homöopathie „Schulmedizin“ par excellence ist, eine Glaubensschule, konventionell verkrustet und rückständig, na gut, das wurde oft genug gesagt, ich will mich darüber hier nicht mehr auslassen.

Interessant ist, wie jetzt das Konzert der Pro&Contra-Stimmen zur Homöopathie orchestriert wird. Nachdem der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Herr Gassen, dem G-BA-Vorsitzenden zur Seite gesprungen ist, hatte sich der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie in ungewöhnlich klarer Positionierung auf die Seite der Homöopathen geschlagen. Wer bis dahin noch daran geglaubt haben mag, dass die Homöopathie eine sanfte Alternative zur Pharmaindustrie sei, hätte nun Anlass, darüber noch einmal nachzudenken.

Heute kann man in der Ärztezeitung lesen, dass Herr Neuwerk, Vize-Vorstand der BKK VBU, einer Kleinst-Krankenkasse, sich für die Homöopathie als Satzungsleistung der Krankenkassen ausspricht. Er bemüht drei Argumente, denen man immer wieder begegnet:

1. Das Gesetz schütze die besonderen Therapierichtungen – richtig, aber das spricht nicht für den Status Quo, sondern das muss sich ändern, denn dafür gibt es heute keinen vernünftigen Grund mehr.
2. Die Kosten seien vergleichsweise gering – ebenfalls richtig, doch dieses Peanuts-Argument lässt man zurecht in anderen Fällen auch nicht gelten und so nonchalant kann man mit Versichertengeldern einfach nicht umgehen.
3. Versicherte, die diese Satzungsleistungen nachfragen, würden “bei den großen Ausgabenblöcken wie Arzneimittel und stationären Leistungen nur unterdurchschnittliche Kosten verursachen”. Das mag sein, aber das liegt nicht an der Nachfrage nach diesen Satzungsleistungen, sondern an der Sozialstruktur dieser Versicherten. Und genau deswegen wollen die Kassen die Homöopathie auch als Satzungsleistung erhalten: weil sie damit den Wettbewerb um „gute Risiken“ bestreiten, also um Versicherte mit hohen Beiträgen und niedrigen Kosten. Das ist eine Fehlentwicklung des Kassenwettbewerbs, die es zu unterbinden gilt. Im Übrigen fällt die wirtschaftliche Bilanz für die Homöopathie, wenn man etwas genauer hinsieht, nicht so positiv aus, wie Herr Neuwerk meint, oder zu meinen vorgibt.

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Kommentare (53)

  1. #1 tomtoo
    12. September 2016

    Wie verkaufe und “potenziere” ich erfolgreich das “nichts”.
    Was soll ich dazu sagen,
    *kopfschüttel*
    Aber es scheint zu funktionieren also in Geldbeutel.

  2. #2 RPGNo1
    12. September 2016

    Es ist kein Wunder, dass der BPI die Homöopathie verteidigt. Zwei bekannte Firmen homöpathischer Mittelchen, Weleda und DHU, sind nämlich Mitglied des genannten Verbandes (http://www.bpi.de/bpi/mitglieder/mitgliederkarte/?tx_bpimaps_pi1%5Bmode%5D=list).
    Wie war das noch mit dem Gegensatz, böse Pharmaindustrie auf der einen und “gute Naturheilfirmen” auf der anderen?

  3. #3 peter
    12. September 2016

    Mercurius Quecksilber D5 führen zu Vergesslichkeit über 2 Tage!

  4. #4 tomtoo
    12. September 2016

    @peter
    Ich bin mutig ich nehme mal D30 vieleicht vergesse ich dann ein ganzes Jahr ?

  5. #5 roel
    *******
    12. September 2016

    @RPGNo1 Und schau mal hier:

    http://bdi.eu/der-bdi/mitglieder/bundesverband-der-pharmazeutischen-industrie-e-v-bpi/

    “Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) vertritt mit seiner über 60-jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Arzneimittelforschung, -entwicklung, -zulassung, -herstellung und -vermarktung das breite Spektrum der pharmazeutischen Industrie auf nationaler und internationaler Ebene. Über 240 Unternehmen mit rund 70.000 Mitarbeitern haben sich im BPI zusammengeschlossen. Dazu gehören klassische Pharma-Unternehmen, Pharma-Dienstleister, Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie, der pflanzlichen Arzneimittel und der Homöopathie/Anthroposophie.

    Ziel des BPI ist es, das Gesundheitswesen zukunftsweisend weiterzuentwickeln. Er beteiligt sich intensiv an der gesundheitspolitischen Reformdiskussion. Der BPI ist Dienstleistungsorganisation und Interessenvertretung für seine Mitglieder und besetzt unter anderem die Kompetenzfelder Arzneimittelsicherheit, Biotechnologie, Presse, Geschäftsentwicklung, Strategische Grundsatzfragen, Gesundheitswesen, Homöopathie und Anthroposophie, Innovation und Forschung, Klinische Forschung, Kommunikation, Kooperationen und Mitgliederbetreuung, Phytopharmaka, Politik, Recht, Selbstmedikation und Zulassung.”

    @Joseph Kuhn “…hatte sich der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie in ungewöhnlich klarer Positionierung auf die Seite der Homöopathen geschlagen.”

    Als interssenvertretung (auch) der Homöopathie können die gar nicht anders. Ich denke es gibt keinen offenen Wettbewerb “Wissenschaftliche Medizin” gegen “Homöopathische Medizin” nach dem Motto welche Mittel heilen besser (oder überhaupt). Es ist eher ein friedliches Nebeneinander, jedenfalls empfinde ich das so.

  6. #6 roel
    *******
    12. September 2016

    @Joseph Kuhn nochmal zur “ungewöhnlich klaren Positionierung”:

    vom 04.10.2005!

    “Die Hinweise zur Wirksamkeit des sicherlich bekanntesten und am meisten genutzten Verfahrens, der Homöopathie, sind so schwach, dass sie sich von Plazeboeffekten nicht abgrenzen lassen. Trotzdem werden homöopatische Behandlungen von einigen Kassen bezahlt.

    Die Stiftung-Warentest ist zu diesen Ergebnissen gelangt, in dem sie vorhandene Studien gesichtet und bewertet hat, also eine umfassende Literaturanalyse betrieben hat. Ähnlich negativ äußert sich im übrgen ein Artikel in der angesehen Medizinerzeitschrift Lancet, die die Wirkung von Homöopathie bestreitet.”

    Gegen diese Einschätzung wehrt sich beispielsweise der deutsche Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). “Die Stiftung Warentest erklärt knapp 3.000 Jahre alte Heilmedizin zum Placebo, nur weil deren Wirkung wissenschaftlich noch nicht umfassend belegt ist”, so BPI-Hauptgeschäftsführer Henning Fahrenkamp. “Millionen von Patienten machen seit Jahren gute Erfahrungen etwa mit der Homöopathie. Wenn die Stiftung Warentest jetzt das Gegenteil behauptet, verunsichert sie die Verbraucher. Sicherlich gibt es auch so genannte Heilmethoden, deren Wirksamkeit zweifelhaft ist. Dennoch werden schulmedizinisch austherapierte, chronisch kranke Menschen mit Hilfe alternativer Verfahren geheilt oder erfahren zumindest deutliche Linderung. Hochwertige Arzneimittel also pauschal abzuwerten, ist fahrlässig.

    Fahrenkamp erinnert daran, dass renommierte Kliniken wie etwa die Berliner Charite oder die Universität Bern anhand von groß angelegten Studien gezeigt haben, dass die Homöopathie in der Praxis einer konventionellen Behandlung oft mindestens ebenbürtig ist. Auch der vorab verbreitete Entwurf eines WHO-Reports fällt für die Homöopathie eher günstig aus. Darin heißt es: “Die Mehrzahl der wissenschaftlichen Studien in den vergangenen 40 Jahren haben gezeigt, dass die Homöopathie gegenüber Placebo überlegen und gleichwertig ist gegenüber der konventionellen Medizin in der Behandlung der Krankheiten von Menschen und Tieren.”

    http://www.medizinauskunft.de/artikel/diagnose/alternativ/04_10_alternativemedizin.php

  7. #7 Schlappohr
    12. September 2016

    Der schleichende Austausch evidenzbasierter Behandlungsmethoden gegen viel billigeren aber wirkungslosen Homöopokus kommt faktisch einem allmählichen Zusammenbruch der medizinischen Grundversorgung gleich. Ich frage mich, wann sich das in den Gesundheitsstatistiken niederschlägt. Ein Industrieland rottet sich selbst aus, weil aus Profitgier keine wirksamen Medikamente mehr produziert werden.

  8. #8 Gerry
    12. September 2016

    “Die Stiftung Warentest erklärt knapp 3.000 Jahre alte Heilmedizin zum Placebo […]”

    Ach, die Homöopathie wurde also gar nicht von Hahnemann erfunden?

    Und sich dann über das Image der Pharmabranche wundern….

  9. #9 rincewind.ii
    12. September 2016

    die BKK VBU hat ca. 460.000 Versicherte und ist damit keine “Kleinstkrankenkasse”. Sie hat sich in der Vergangenheit einige kleinere “kränkelnde” Schwesterkassen und auch ein paar gute Risiken einverleibt. Mit einem Zusatzbeitragssatz von 0,9% steht sie recht gut im Wettbewerb und weist einen “gesunden” Versichertenzuwachs aus. Wenn aus dem Haus etwas kommt, hat das sicherlich für die BKKn einen gewissen Signalcharakter. Erst recht, wenn “nahezu” zeitgleich die Siemens BKK herausfindet, dass die Leute lieber Brillen als Globuli bezahlt bekommen wollen…

    • #10 Joseph Kuhn
      12. September 2016

      @ rincewind.ii:

      die BKK VBU hat ca. 460.000 Versicherte und ist damit keine “Kleinstkrankenkasse”

      Einverstanden. Das war etwas gehässig formuliert. Gegenüber der BKK MEM mit ca. 2.000 Versicherten ist die BKK VBU geradezu “groß”.

      Was ich nicht verstanden habe: Teilen Sie die Sichtweise von Herrn Neuwerk? Bzw. was meinen Sie mit dem “Signalcharakter” konkret?

  10. #11 RPGNo1
    12. September 2016

    @roel
    Zu deinem Link von 2005: Die Meinung des BPI und von Herrn Fahrenkamp hat sich in 11 jahren immer noch nicht geändert trotz erdrückender Gegenbeweise. Ein Lobbyist bleibt halt ein Lobbyist.

  11. #12 s.s.t.
    12. September 2016

    …knapp 3.000 Jahre alte Heilmedizin…

    Als wenn (ein falsches) Alter für irgendetwas ein Argument wäre. Aderlass ist übrigens ungefähr so alt und seine hemmungslose Anwendung dürfte wohl zum Erfolg der HP beigetragen haben.

    (Ja ich weiß, es gibt heutzutage noch ein paar wenige Indikationen für Aderlass.)

  12. #13 UJ
    12. September 2016

    Ich kenne eine Reihe von Ärzten (vor allem Allgemeinmediziner), die ihre homöopathische Zusatzqualifikation vor allem deswegen erwarben, um sich mehr Zeit für ihre Patienten nehmen zu können, bzw. weil sie mit der Standardhonorierung der Krankenkassen für ein Beratungsgespräch (10,72€) nicht zufrieden sind.
    Insbesondere bei hausärztlichen Erstaufnahmegesprächen kommt man schnell in die wirtschaftliche Verlustzone, da die Zeit hierfür von den Kassen viel zu kurz veranschlagt wird. Kann man dasselbe Aufnahmegespräch aber als Homöopath abrechnen, hat man teilweise bis zu 45 min Zeit.

    Ich glaube, dass sich der Homöopathiehype ziemlich schnell erledigen würde, wenn Schulmediziner (hier vor allem die Hausärzte) mehr Zeit für Patientengespräche zu Verfügung stünde. Das würde auch nachweislich die Chancen für eine erfolgreiche Therapie verbessern, denn das Arzt-Patientenverhältnis spielt für den Heilungserfolg eine enorme Rolle. Unterhält man sich mit Patienten, die zu einer homöopathischen Therapieform gewechselt sind, fällt der Satz: “Meine Therapeutin/mein Therapeut nimmt sich wenigstens mal Zeit für mich” auffallend häufig. Das sollte zu denken geben.

    Ein weiterer Knackpunkt in Bezug auf Homöopathie begegnet einem bereits bei ihrem Gründer Samuel Hahnemann. Dieser war ein recht erfolgreicher Chemiker (der u.a. ein bis heute verwendetes Nachweisverfahren für Blei in Rotwein entwickelt hatte). Hahnemann war überzeugt, dass die Unmengen an Arsen, Blei und anderen Schwermetalle die die Ärzte seiner Zeit in z.T. abartig hohen Dosen verordneten, den meisten Patienten eher schaden als nützen würden. In diesem Zusammenhang erwiesen sich seine homöopathischen “Arzneien” als Segen, da sie einen meist ohnehin geschwächten Köper nicht zusätlichbelasteten. Sie halfen also dahingehend, dass sie nicht schadeten und dem Patienten damit Zeit zur Selbstheilung gaben. Nicht ihre Wirksamkeit war entscheidend, sondern ihre Unwirksamkeit!

    Das wäre die zweite große Lehre, die die Schulmedizin aus der Homöopathie ziehen könnte: Manchmal ist dezidiertes Nichtstun heilsamer, als den Patienten mit Wirkstoffen zuzudröhnen. Man kennt ja den Spruch: Ein behandelter Schnupfen dauert 7 Tage, ein unbehandelter eine ganze Woche :).

  13. #14 tomtoo
    12. September 2016

    @UJ
    Danke so habe ich dass noch nicht gesehen.

  14. #15 Joseph Kuhn
    12. September 2016

    @ UJ:

    Beide Punkte verweisen auf das damals positive medizinkritische Potenzial der Homöopathie. Beides hat sich unter veränderten Rahmenbedingungen in sein Gegenteil verkehrt: Die Homöopathie bringt ihre unwirksamen Mittel heute auch dort zum Einsatz, wo wirksame Mittel vorhanden und notwendig sind, z.B. in der Krebsbehandlung, und am anderen Ende des Spektrums der Krankheitsschwere befördert sie die Medikalisierung des Alltags, indem alles mögliche mit “Arzneimitteln” behandelt wird, ohne dass es nötig wäre. Das Aua wird nicht mehr weggeblasen, dafür gibt es Globuli.

    Völlig richtig ist, dass die Homöopathie viel an Anziehungskraft verlieren würde, würde die Medizin die alten Hausarzttugenden besser pflegen (und honorieren). Man sollte aber andere Triebkräfte hinter der Homöopathie, z.B. das Bedürfnis bei vielen Menschen, einer “Gegenbewegung” anzugehören und die Dinge “anders” zu machen als die Mehrheit, auch nicht unterschätzen. Die Homöopathie hat für manche etwas Identitätsstifendes – ähnlich übrigens wie die Zugehörigkeit zu einer Trutherszene.

  15. #16 zimtspinne
    12. September 2016

    Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen und halb ersoffen…. ob da noch etwas zu retten ist?

    Die Bevölkerung fährt großflächig auf HP ab. Wobei sie oft nicht unterscheiden zwischen Naturheilkunde und alten Hausmittelchen und Globuli und Zeugs mit Wirkstoffen, aber ungewisser Wirkung. Kommt alles in einen Pott.
    Spätestens seit mir eine liebe Freundin, 30 Jahre tätig als Krankenschwester, OP-Schwester, selbst an einer fortgeschrittenen Krebserkrankung leidend, die sie ausschließlich schulmedizinisch behandeln lässt.. seit diese Freundin mir von ihrer Katze erzählte, der sie bei ihren häufigen Kampfverletzungen Globuli unterjubelt, hab ich da komplett jeden Glauben an eine tiefere Logik verloren.

  16. #17 tomtoo
    13. September 2016

    @zimtspinne
    Wie soll auch eine Logik in der Bevölkerung enstehen ?
    Wenn doch der Antrieb dieser Logik verschleiert wird ?
    Also €
    Schlimme Sache aber wie soll Lieschen Müller (ich) das verstehen ?
    HP ist unphysikalisch,unchemisch,unbioligisch wird aber gut verkauft. Und im Notfall mit der Bergündung mann kann ja nix kapput machen. Ich verkaufe an Oma Anna in Zukunft auch eine virtuell installierte Steckdose , gibt auch Rabatt und sicher sind die auch.
    😉
    Also nicht wundern 😉

  17. #18 Ludger
    13. September 2016

    Joseph Kuhn #15:
    “Das Aua wird nicht mehr weggeblasen, dafür gibt es Globuli.”

    Meine Tochter wird schräg angesehen, wenn sie wegpustet und keine Arnikaglobuli verteilt. Dabei widerspricht der Gebrauch von Arnikaglobuli in diesem Fall den Regeln der Homöopathie, weil die Globuli bei fester Indikation (“Aua”) und unabhängig von den sonstigen homöopathischern Gegebenheiten (flächendeckend bei allen Kindern) gegeben werden. Das juckt weder die Herstellerfirma noch die Anwender. Auf jeden Fall lernen die Kinder, dass es bei Unpässlichkeiten was aus der Apotheke gibt.
    Mein Vorschlag:
    1.) Homöopathika von der Apothekenpflicht befreien und
    2.) Fernsehwerbung für Thomapyrin und andere “kleine” Analgetika verbieten.

  18. #19 Dr. Hans-Werner Bertelsen
    13. September 2016

    Die Kosten seien vergleichsweise gering? Was wird denn bitteschön verglichen? Der Homöopathie-Umsatz einer No-Name-BKK mit dem Gesamtumsatz dieser Kasse? Oder vergleicht man sinnvollerweise das jämmerliche Budget eines niedergelassenen Hausarztes (35.- Euro/Quartal – also 140.- Euro/Jahr) mit der Geldmenge, die für Scheinmedizin im Rahmen der “Selektivverträge” (was wird hier eigentlich “selektiert” – und von wem?) gezahlt wird: Auskömmliche, budgetunabhängigie(!) 390.-Euro/Jahr plus die Leistungen aus dem Budget als Beifang 140.-/Jahr. Somit ist jeder “Gläubige” 530.-Euro/Jahr “wert” – mithin das 3,8-fache der traurigen Kassenpatienten. 9.- Euro für ein tröstendes Gespräch? Niemand kann es zum Vorwurf machen, wenn sich diejenigen Kollegen, die auf Sprechende Medizin angewiesen sind (z.B. Landärzte, Hausärzte), anstatt bankrott anzumelden, lieber in “Fortbildungskurse” und “Jodeldiplome” investieren.

    Dieses verlogene Geschäftsmodell, angesichts des derzeitigen Kenntnisstandes, zum Schutze der Versicherten und der Patienten auch als ein verlogenes Geschäftsmodell zu benennen – das ist nun die Hausaufgabe der Bundesärztekammer. Diese Ehrlichkeit verlangt aber, wenn sie denn endlich zur Anwendung käme, als “therapeutische Konsequenz” eine Änderung der Bezahlung von Sprechender Medizin: Man kann, insbesondere kranken (!) Menschen nicht ersatzlos die Zuwendung streichen, ohne die Sprechende Medizin besser zu bewerten. Ich fordere seit vielen Jahren die Einführung einer Gebührenposition “Intensivberatung” für Gesetzlich Versicherte (Privatpatienten haben diese Positionen längst in ihrer Gebührenordnung GOÄ) bei adäquater Diagnose (z.B. Tumorerkrankung, V.a. Depression) – 100.-Euro/45 Min.

    Das würde sehr viel Abhilfe schaffen und dazu beitragen, den esoterischen Sumpf trockenzulegen. Wenn man sich davor drückt, hier endlich vernünftige Regelungen zu installieren, bleibt den Kollegen nur der verlogene, aber wirtschaftlich attraktive Weg der Scheinmedizin:

    http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/sonstige_fachbereiche/homoeopathie/article/434705/homoeopathie-kollegen-immer-attraktiver.html

  19. #20 Dr. Hans-Werner Bertelsen
    13. September 2016

    Wer es nicht glaubt, dem seien hier die “Selektivverträge” präsentiert:

    Vorreiter ist die “Securvita BKK”, die eine muntere Schar an Nacheiferern, ich nenne sie “Trittbrettkrankenkassen”, produziert hat:

    https://www.kvhb.de/sites/default/files/homoeopathie-securvita.pdf

  20. #21 Dr. Hans-Werner Bertelsen
    13. September 2016

    Offener Brief an die Ärztin für Homöopathie und Notfallmedizin, 2te Vorsitzende der DZVhÄ, 2te Vorsitzende der WissHom Dr. Michala Geiger

    Sehr geehrte Frau Dr. Geiger,

    toll ist es, dass Sie nicht sofort bei Ihrem Opa und Ihrer Mutter in die Homöopathie-Praxis eingestiegen sind, sondern zunächst im notärztlichen Bereich der Medizin wichtige Erfahrungen gesammelt haben. Erfahrungen, die sicherlich nicht schaden können – weder den Patienten, noch der eigenen Karriere. Wenn ich mir das Motto Ihrer Homepage ansehen, “zuhören – verstehen – handeln”, dann können Sie sicherlich nachvollziehen, dass ich persönlich von Ihnen erwarte, dass Sie Ihre Privat-Praxis schließen und sich wieder zurückbegeben auf den ehrlichen (und mitunter auch steinigen) Weg. Es mag bequem sein in einer Privat-Praxis für Homöopathie. Das fürstliche Einkommen lässt viel Zeit und Raum für andere Dinge – z.B. Engagement in Verbänden. Aber seien Sie versichert: Geld ist beileibe nicht alles auf der Welt und “Am Ende” werden Sie stolz auf sich sein, wenn Sie diese “Homöopathie-Lüge” nicht mehr aufrechterhalten müssen.

    Der Patientin, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, konnte notärztlich leider nicht mehr geholfen werden. Sie verstarb an einem anaphylaktischen Schock. Gutgläubig hatte sie, bevor sie sich vertrauensvoll ihre tödliche Injektion geben ließ, Globuli genommen. Aber die hatten nicht geholfen…

    Der Kollege, der ihr die tödliche Injektion verabreichte, war ebenfalls gerngeseher Dozent auf der “Medizinischen Woche Baden-Baden”. Aber das mag ein Zufall sein. Zu mir sagte er: “Herr Bertelsen, wenn gleich die Kripo kommt, können Sie ja normal weiterarbeiten. Sie haben damit ja nichts zu tun.”

    http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/02/08/insider-bericht/

  21. #22 Michael Fesser
    13. September 2016

    @Ludger, #18:
    Meine Tochter wird schräg angesehen, wenn sie wegpustet und keine Arnikaglobuli verteilt. Dabei widerspricht der Gebrauch von Arnikaglobuli in diesem Fall den Regeln der Homöopathie, weil die Globuli bei fester Indikation (“Aua”) und unabhängig von den sonstigen homöopathischern Gegebenheiten (flächendeckend bei allen Kindern) gegeben werden.

    Nicht nur das. Arnika-Globuli verletzen auch das Ähnlichkeitsprinzip und stützen sich stattdessen auf die tatsächlichen Wirkungen der Heilpflanze Arnika, welche in der üblichen Verdünnung von D12 natürlich nicht mehr vorhanden sind. Wenns dem Geldbeutel dienlich ist (und junge Mütter sind ja bekanntermaßen besonders empfänglich für jeden vermeintlich dem Kindeswohl dienenden Unfug), werfen also selbst Homöopathen ihre Regeln gerne mal über Bord. Unnötig zu erwähnen, daß es nach gleichem Schema auch homöopathische “Schmerzmittel” gibt, z. B. Ibuprofen C30.

  22. #23 zimtspinne
    13. September 2016

    Ibuprofen C30
    Das ist ja wohl ein schlechter Witz. Oder ein guter. Ich weiß gerade nicht…

    @ tomtoo
    In diesem Fall ist das aber wundernswert und das Logikloch überdimensional.
    Jene Dame ist absolute Anhängerin der “Schulmedizin”, durch und durch, sie hat sogar einen disclaimer in ihrem Blog, man möge sie nicht mit angeblichen Wundermitteln, Superfoods oder sonstigem eso-Schnickschnack belästigen. Sie diskutiert darüber nicht mal und lehnt sogar strikt Selbstversuche und Experimente zur Nebenwirkungsbekämpfung mit nicht dafür vorgesehen Medikamenten ab (zB Aspirin bei Blasenentzündung).
    Deshalb nahmen mich die Globuli für das rabaukige Freigängerkätzchen auch so wunder… das passt hinten und vorne nicht. Werde mal nachhaken, bin jetzt neugierig auf die Begründung geworden ^^

  23. #24 Omnivor
    Am Nord'pol' von NRW
    13. September 2016

    Natürliche Potenzierung?

    Soweit ich es verstehe, gehört zum Potenzieren nicht nur das Verdünnen, sondern auch das Schütteln zum Erdmittelpunkt.

    Wenn laut diess Artikels
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-20549-2016-08-29.html

    die Wellen ziemlich senkrecht von unten in Japan eintreffen, müssten sie doch im Pazifik die verdünnte Radioaktivität von Fukushima potenzieren. Das Meerwasser wäre dann doch ein natürliches Heilmittel gegen die Folgen von radioaktiver Strahlung.
    Damit kann man doch den Badetourismus ankurbeln und der gebeutelten Region helfen.
    Oder habe ich da was falsch verstanden?

  24. […] Science-Blog Gesundheits-Check fasst Dr. Joseph Kuhn die aktuelle Homöopathie-Debatte […]

  25. #26 tomtoo
    13. September 2016

    @zimmtspinn
    Ibuprofen c30 ist halt ein echtes “schmerzmittel” also erzeugt in der “potenzierung” heftigste schmerzen.

  26. #27 RainerO
    13. September 2016

    So sehr ich die zuehmende Diskussion über diesen Unsinn begrüße: passieren wird nichts, jedenfalls nicht in unserem Leben.
    Meine Rechnung ist (zu?) einfach: den Schutz für die “Besonderen Therapierichtungen” beseitigen können nur die Politiker. Die Politiker brauchen Wähler. Die Wähler glauben (leider) zu einem Gutteil an diesen Humbug. Folglich werden die Politiker nichts unternehmen, um die Wähler zu vergraulen.
    Mit weiterer massiver Aufklärung und Bildung in diese Richtung kann vielleicht eine ferne Folgegeneration hoffen, dass der Druck auf die Politiker so groß wird, dass dieser Unfug beseitigt wird. Jetzt nimmt sicher keinen den Schwarzen Peter.
    Hach, was bin ich froh, in Österreich zu leben. Da findet dieses esoterische Treiben nur bei Zusatzkrankenkassen statt.

  27. #28 tomtoo
    13. September 2016

    @PeterO
    Nein dass ist nicht die Politik.
    Da müsste sich Frau und Herr (studiert) Mediziener und Apotheker mal selbst an die Nase fassen warum sie “lieschen müller” so etwas verkaufen ?
    Dann kommt aber die “weiner story” ! Jetzt bin ich still da rege ich mich auf.

  28. #29 RainerO
    13. September 2016

    @ tomtoo
    Falls du mit “PeterO” mich gemeint haben solltest…
    Natürlich ist es die Politik! In Österreich gibt es (zum Glück) keine Heilpraktiker, schon gar nicht vom Staat geschützt. Esoteriker gibt es natürlich auch zuhauf, aber das Zeug müssen sich die Opf… – äh, Konsumenten selber zahlen.
    Meine Frau ist übrigens Apothekerin und überzeugte Homöopathie-Gegnerin. Verkauft wird Homöopathie et al. nur auf aktive Nachfrage nie dahingehend beraten. Wenn sie Unschlüssige erkennt, gibt es (vorsichtige) Aufklärung. Missionierungsversuche bei Überzeugten gingen definitiv nach hinten los.
    Natürlich ist das heikel. Wären alle Apotheken esoterikfrei, gäbe es kein Problem. Leider gibt es auf Zauberzeug spezialisierte Läden (ich denke da mit Grausen an die “Kaiserkrone” in Wien). So stehst du vor dem Dilemma, entweder reinen Herzens pleite zu gehen, oder pragmatisch weiter zu leben.
    Es würde schon mal helfen, die Apothekenpflicht von Homöopathika abzuschaffen. Nur, wer könnte das machen? Und schon wieder landen wir in der Politik.

  29. #30 Laie
    13. September 2016

    Apothenkenpflicht für den verkauften mit “Nichts”?
    Wie hoch ist denn bei diesem Geschäftsmodell die Gewinnspanne?

  30. #31 DasKleineTeilchen
    terra
    14. September 2016

    genau; apothekenpflicht. kann mir in der runde mal jemand sagen, wie die hersteller es *überhaupt* geschafft haben, auf placebo ne apothekenpflicht zu bekommen? die unwirksamkeit (jeneits von placebo) ist doch nicht erst seit gestern bekannt?

    @laie:

    ausm bauch heraus würde ich 80-90% nicht für unrealistisch halten?

  31. #32 tomtoo
    14. September 2016

    @RainerO
    Erstmal Entschuldiung wegen dem Nickname keine Absicht !

    Aber da ist ja die Feedbackschleife ! Verbrauche vertraut Mediziener/Aphoteker. Verbraucher wählt Politiker. Dass funzt aber nur wenn ałle ehrlich sind. Klar kann ich sagen aus wirtschaftlichen Gründen verkaufe ich noch ein bischen “nichts” dazu. Aber dann bin ich eben nicht nur mit dabei. Sondern ich handle aus wirschaftlichen Grŭnden wieder besseren Wissens. Der Verbraucher ist nur mit dabei und zahlt. Das ist imho nicht richtig.

  32. #33 noch'n Flo
    Schoggiland
    14. September 2016

    @ RainerO:

    So stehst du vor dem Dilemma, entweder reinen Herzens pleite zu gehen, oder pragmatisch weiter zu leben.

    Ich habe mich seinerzeit für das reine Herz entschieden. Hätte mich zwischenzeitlich zwar tatsächlich um ein Haar in die Pleite getrieben, umso besser lebe ich heute mit der Entscheidung. Meine Praxis ist esoterikfrei und wird es auch bleiben!

  33. #34 Klaus
    14. September 2016

    Ernsthaft? Der Herr Bartoschek rühmt sich nun damit, durch seine Resignation das INH initiiert zu haben?
    Es wird immer peinlicher.

  34. #35 noch'n Flo
    Schoggiland
    14. September 2016

    Ich frage mich gerade, ob ich der einzige bin, dem die Ironie von Sebastians Artikel, die feine Portion Zynismus und der triefende Sarkasmus in seinen Ausführungen aufgefallen sind.

    Leutz: es ist doch wohl klar wie eine Hochpotenz, dass der besagte Artikel nicht ernst gemeint war, oder?

  35. #36 zimtspinne
    14. September 2016

    bei 32 Grad im Schatten bin ich nur noch im Überlebensmodus – wenn es ein Globuli für bessere Hitzeanpassung gibt, kaufe ich das sofort in der Großpackung.

  36. #37 noch'n Flo
    Schoggiland
    14. September 2016

    @ zimtspinne:

    Versuchs mal mit Kaminfeuer C50.

  37. #38 zimtspinne
    14. September 2016

    der Soziallärm um mich rum bis früh um zwei hat den gleichen Effekt… ich geb die C50 also besser denen und dazu die Knollenblätterpilz- und Bärlauch-Globuli ohne Verpanschung.

  38. #39 tomtoo
    14. September 2016

    @noch’n Floh
    Kaminfeuer c50 ?!

    Ich lieg schon wieder auf dem Boden !

  39. #40 RainerO
    14. September 2016

    @ toomto
    Kein Problem, kann ja mal passieren… 😉
    Die Feedbackschleife unterbrichst du mit Bildung und Aufklärung. Je mehr Leute das Esoterik-Blabla durchschauen, desto eher wird es zu einer Neubewertung der “Besonderen Therapierichtungen” kommen.

    @ noch’n Flo
    Der Traum meiner Frau ist eine eigene esoterikfreie Apotheke. Als Angestellte kann sie sich maximal eine suchen, die das pragmatisch handhabt. Kein aktives Anbieten, keine offensive Werbung im Sichtbereich und Verkauf nur auf direkte Anfrage.
    Ich gratuliere zu deiner Entscheidung, aber ich denke, dass sich ein Arzt vielleicht ein wenig leichter tut. Mein Hausarzt macht auch keinen Hokuspokus und den musste ich nicht extra suchen. Vielleicht liegt es auch an Österreich (keine HP), Deutschland und die Schweiz sind da viel schlimmer dran. Da kann ich mir gut vorstellen, dass du mit euren “Naturheilern” deine liebe Not hattest (und hast). In Österreich gibt es dieses Brimborium nicht auf Kasse.
    Wenn man allerdings als Apotheke in einem dicht besiedelten Lebensraum wie Wien (und Umgebung) groß hinausposaunt, dass man keinen Zauberkram verkauft, kann man gleich zusperren.

  40. #41 Laie
    15. September 2016

    Ich hatte mal eine junge Sekretärin als Kollegin, die sich SiO2 (Quarz) als Strahlenfänger auf den Monitor hinstellte.

    Was lernt man denn heute in den Schulen in den Fächern Physik und Chemie – NICHT?

  41. #42 RPGNo1
    15. September 2016

    @Laie
    Unter meinem Arbeitsbildschirm auf dem Desktop-PC stehen die Bilder meiner beiden Neffen sowie zwei Souvenirs (Murmeltier aus Österreich, Kupferdrahtbäumchen von Mallorca). Sie haben gelegentlich eine beruhigende Wirkung auf meine Psyche, physikalische oder chemische Auswirkungen habe ich noch nicht bemerkt (außer einer gewissen Anziehungskraft auf den gemeinen Hausstaub). 😉

  42. […] führt die aktuelle Homöopathie-Debatte? Gesundheits-Check am 12. September […]

  43. #44 noch'n Flo
    Schoggiland
    19. September 2016

    @ RainerO:

    Wenn man allerdings als Apotheke in einem dicht besiedelten Lebensraum wie Wien (und Umgebung) groß hinausposaunt, dass man keinen Zauberkram verkauft, kann man gleich zusperren.

    Warum? Sollte es in einer Grossstadt wie Wien nicht genügend kritisch denkende Menschen geben, die zur Not auch einen etwas weiteren Weg auf sich nähmen, um so ein Modell zu unterstützen?

  44. #45 Ursula
    19. September 2016

    @RainerO

    Wenn man allerdings als Apotheke in einem dicht besiedelten Lebensraum wie Wien (und Umgebung) groß hinausposaunt, dass man keinen Zauberkram verkauft, kann man gleich zusperren.

    Ich habe mal vor ca. 2 Jahren eine Anfrage an die Apothekenkammer gestellt, bezüglich Homöopathie und Apothekenpflicht. Die Lage in Österreich ist tatsächlich so, dass du für Kunden homöopathische Mittel bereitstellen musst. Der Handlungsspielraum für Apotheken ist tasächlich nur der, solche Huschi Wuschi “Medizin” nicht aktiv anzubieten. Zum Glück kenne ich bei mir in der Nähe (21. Bez.) 3 Apotheken, die das tun, und wo die Globulis ganz, ganz weit hinten kaum sichtbar stehen. Apotheken, die den ganzen Schmarrn sehr aktiv bewerben, müssen zumindest auf mich als Kunden verzichten.

  45. #46 noch'n Flo
    Schoggiland
    19. September 2016

    @ Ursula:

    Die Lage in Österreich ist tatsächlich so, dass du für Kunden homöopathische Mittel bereitstellen musst.

    Da müsste man doch einhaken können – auf welcher Rechtsgrundlage basiert diese Forderung? Und auf welches wissenschaftlichen?

  46. #47 Laie
    20. September 2016

    @RPGNo1
    Ich will ja gar nicht widersprechen, dass es für die Psyche positive Dinge gibt, wie Fotos von Verwandten.

    Bei Eso-Therrischem – wie den Klo-Bullies bin ich jedoch trotzdem skeptisch! 🙂

  47. #48 Ursula
    21. September 2016

    @noch’n Floh
    Ich werd mal bei “Kritisch gedacht” schmökern. So dunkel kann ich mich erinnern, dass dort ein österr. Apotheker dazu Stellung genommen hat. Der ist eh bekannt, hat glaub ich auch kritische Bücher zu den Globulis und pseudomedizinischen Therapien geschrieben.

  48. #49 Ursula
    21. September 2016

    @noch’n Floh
    Dr. E. Berndt
    http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2014/12/11/homoeopathie-in-oesterreich/
    Ich habe jetzt nicht den ganzen Kommentarstrang durchgelesen, aber vielleicht ist hier der richtige Platz um nochmals nach zu haken.

  49. #50 Ursula
    21. September 2016

    @ mich
    100x schreiben, Globuli, Globuli. Globuli…
    peinlich…

  50. #51 Dr. Webbaer
    21. September 2016

    Witzig ist vielleicht in diesem Zusammenhang angemerkt, dass das von Homöopathen angewandte Heilungsprinzip oder “Heilungsprinzip”, nämlich Ähnliches durch Ähnliches (irgendwie) zu behandeln, bei Impfungen, wenn abgeschwächte Krankheitsbilder durch die Zufuhr von abgeschwächten Krankheitserregern evoziert werden, funktioniert bzw. idF präventiv wirkt, das sogenannte Immunsystem meinend.

    Womöglich haben sich die Erfinder der Homöopathie hier auf bestimmte Erfahrungen verlassen, die einstmals getätigt worden sind.
    Was historisch betrachtet auch gar nicht so schlecht gewesen sein muss.

    Blöd halt, dass sich so nicht allgemein ausbauen lässt, insbesondere heutzutage nicht, und am Schluss Leutz mit Kügelchen oder Globuli bereit stehen, die jeden evidenzbasierten medizinischen Ansatz versauen.
    Was in Einzelfällen auch tödlich sein kann.


    Inwieweit hier die bundesdeutsche medizinische Versorgung, mit ihrem ausgefeilten oder “ausgefeilten” Versicherungssystem mitmacht, bleibt spannend zu beobachten.
    Nackte wirtschaftliche Interessen von Krankenversicherungsträgern wirken hier wohl ungünstig, abgeholfen werden kann hier womöglich nur, wenn Versicherungsnehmer informiert werden und die Möglichkeit haben sich so oder so zu entscheiden, auch gegen Krankenversicherungsträger mit Homöopathie-Angebot oder sonstiger Esoterik (die auch massiv schaden kann).

    MFG
    Dr. Webbaer

  51. #52 RainerO
    22. September 2016

    @ noch’n Flo
    Ich denke nicht, dass das (derzeit) ein tragfähiges Geschäftskonzept wäre.
    Außerdem -> siehe Ursulas Anmerkung zur Pflicht der Bestellung von Homöopathika.

    @ Ursula
    Es könnte durchaus sein, dass du in einer der drei Apotheken von meiner Frau bedient wurdest. Eine der Apotheken, in denen sie arbeitet ist im 21.

  52. #53 Ursula
    23. September 2016

    @ RainerO
    Ja, vielleicht! Eine gute Apotheke ist sehr viel wert, und ich bin froh, eine solche gleich bei mir ums Eck zu haben.
    Ich habe dort schon sehr wertvolle und gute Beratung bekommen, die ich mir auch von Ärzten erwartet hätte und nicht bekommen habe.