In Leipzig findet nächstes Jahr vom 14. bis zum 17. Juni der homöopathische Weltkongress statt. Auf der Internetseite des Zentralvereins für innovative Zuckerapplikationen sind jetzt erste Informationen zum Programm online. Beispielsweise kann man dort erfahren, dass Dario Spinedi und Jens Wurster, die Krebs homöopathisch behandeln und angeblich heilen, dort als „key speakers“ auftreten. Josef Hecken, der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, der kürzlich die wissenschaftliche Überprüfung der Homöopathie gefordert hat, steht noch nicht im Programm, aber das kommt sicher noch.*

Ich bin ja gespannt, welcher Politiker für diesen Kongress in seinem Grußwort schreibt, dass die Homöopathie heute zu einem modernen Behandlungsangebot gehört, dass er begrüßt, dass sich die Homöopathen auf ihrem Kongress wissenschaftlich mit dem Thema auseinandersetzen** und dass er sich freut, dass der Kongress im schönen Leipzig stattfindet und sich dort alle wohlfühlen mögen. Vielleicht böte sich noch der Hinweis an, dass ausländische Gäste vorsichtig sein sollen, wenn sie nachts Menschen mit homöopathischen Frisuren begegnen.****

——
* Nur zur Sicherheit: Das ist ein Scherz!
** Ein kritischer Reader von WissHom über die Nachweise der homöopathischen Heilung von Krebs steht schließlich noch aus.***
*** Noch ein Scherz.
**** Kein Scherz.

Kommentare (19)

  1. #1 rolak
    30. Oktober 2016

    Meine Güte, immer dieses Abgelästere über die armen¹ Homöopathen. Dabei ist doch längst bekannt, daß moderate Potenzen einsA wirken. ZB löst C4 egalwoher zuverlässig Blockaden durch Mauerwerk et al.

    _____
    ¹ ewentüll mit instantaner Seligsprechung! (Mt 5,3)

    • #2 Joseph Kuhn
      30. Oktober 2016

      🙂

  2. #3 Catweazle
    30. Oktober 2016

    Es gibt nun wirklich preiswertere, schnellere und schmerzfreie Methoden um sich nach einer Krebsdiagnose ins Jenseits zu befördern.

  3. #4 anderer Michael
    30. Oktober 2016

    Herr Kuhn,
    Ich bin verwirrt, bei mir erscheint zweimal Werbung des ILS auf Ihrem Blog zur Heilpraktikerfortbildung.Ist das Werbung , die der SB und Sie nicht beeinflussen können (ähnlich wie für ein Haarwuchsmittel in Nähe zu Ihrem Konterfei vor knapp einem Jahr) und die unselektiv Bezug auf Schlüsselwörter nimmt ( wenn Sie über Kleidung schrieben, käme Werbung von Modehäusern) oder ist das ein Scherz? Worauf bezieht sich die Fußnote mit den drei *** ?
    Haben die anderen Leser auch diese Werbung?

  4. #5 anderer Michael
    30. Oktober 2016

    Muss Zufall oder Schlüsselwörter generiert sein.Jetzt erscheint Werbung für Elektrikerbedarf, Mode und Orangensaft.

  5. #6 RPGNo1
    30. Oktober 2016

    Ob sich überhaupt eine Politiker aus der ersten Garde traut, ein Grußwort für den Kongress zu schreiben? Momentan ist die pro-Stimmung zur Homöpathiae eingetrübt, während die kritischen Stimmen lauter geworden sind (wozu sicher auch das erfolgreiche Buch “Homöopathie – neu gedacht” von Dr. Natalie Grams beigetragen hat).
    Irgendein Hinterbänler, der sich zusätzliche Stimmen für die nächste Wahl ausrechnet, wird sich aber wohl sicherlich finden lassen.

  6. #7 rolak
    30. Oktober 2016

    Ich bin .. bei mir .. andere auch?

    DIY, aM

  7. #8 rolak
    30. Oktober 2016

    Hinterbänler

    hehe, das gefällt mir, RPGNo1, schickes Kofferwort: Von Chef/Chefin zB wegen Aufsässigkeit zum Hintensitzen verbannt. Auf der langen Bank nach hinten geschoben worden. Sich wegen des Bannstrahls hinter der Bank versteckend.

  8. #9 anderer Michael
    30. Oktober 2016

    Danke Rolak
    Was es alles gibt! Targeted advertising!
    Klingt logisch.

  9. #10 Joseph Kuhn
    30. Oktober 2016

    @ anderer Michael:

    1. Frage: Hat rolak schon beantwortet. Immerhin kommt bei den Trump-Beiträgen keine Pornowerbung, oder das Darknet.

    2. Frage: *** bezieht sich auf Fußnote **.

    @ RPGNo1:

    “Ob sich überhaupt eine Politiker aus der ersten Garde traut, ein Grußwort für den Kongress zu schreiben?”

    Ich bin ganz sicher. Das bisschen Sturm im Wasserglas der Homöopathiediskussion kriegen die Politiker und ihre Redenschreiber vrmutlich gar nicht mit.

  10. #11 RPGNo1
    30. Oktober 2016

    @Rolak
    Sollte eigentlich Hinterbänkler heißen, aber so geht es auch. 🙂

    @Joseph Kuhn
    Ich befürchte es ja auch.
    Aber drüben bei der GWUP listen sie momentan so einige (Werbe-)Maßnahmen der Homöpathielobbyisten auf, die sehr stark Richtung hektischem Aktionismus gehen, so schlecht vorbereitet erscheinen sie. Es scheint doch einige Unruhe bei den Schlangenölverkäufern zu herrschen. So halte ich doch an ein klein wenig Optimismus fest, dass sich doch nicht ein allzubekannter Name als Grußwortschreiber herablässt. Mal sehen, was im neuem Jahr rauskommt.

  11. #12 rolak
    30. Oktober 2016

    eigentlich

    Ja doch, RPGNo1, doch ohne daß durch den Tippfehler, einem Buchstabenverlust, die Originalbedeutung geschmälert wird kommen neue Aspekte hinzu. Ulkigerweise ist mir das heute woanders auch schon passiert, die Kurzform wäre in etwa ‘Der Laden wurde von einem FamilienClan betriben.”

  12. #13 Bullet
    31. Oktober 2016

    Oh. Der ist schön. 🙂

  13. #14 Kathrin S.
    31. Oktober 2016

    Oh je, einerseits,aber auch: wenn die Globulivertreter ihre lange einigermaßen begrenzte Nische der Beschäftigung mit ohne vergehenden Leiden der einfacheren Art immer dreister verlassen, bieten sie auch mehr Angriffsfläche. HP gegen Krebs ist Betrug (nach evidenzbasierten Kriterien). Ob das juristisch auch ( schon) gilt, ist die andere Sache. Vielleicht ist das eine Gesetzeslücke. Viele ist bis ins Kleinste geregelt ( vor einem ungewollten Zeitungsabo ist man geschützter als vor einer betrügerischen Krebsbehandlung) meist erst, wenn der Bedarf deutlicher wird.
    Um das zu verändern, ist wahrscheinlich noch einiges an Aufklärungsarbeit von Nöten.

  14. #15 Kathrin S.
    31. Oktober 2016

    Sorry es muss natürlich heißen: ohnehin vergehenden Leiden

  15. #16 Uli
    31. Oktober 2016

    @Catweazle: “preiswertere, schnellere und schmerzfreie Methoden”

    Klar gibt’s die. Aber die sind allesamt nicht so profitträchtig wie die Zuckerkügelchen.

    Die sind nämlich
    a) teuer,
    b) bringen nix, weswegen sich das Leiden verlängert und verschlimmert
    c) Der Schmerz veranlasst das Opfer, noch mehr von dem teuren Zeugs zu kaufen, denn er/sie hat einfach zu wenig davon genommen

    Es ist schon eine perverse Welt…

  16. #17 RainerO
    7. November 2016

    In Wien findet wesentlich zeitnäher demnächst eine ähnliche Veanstaltung mit vielen der üblichen Verdächtigen statt.
    http://www.homeopathycongress.eu/2016/
    Natürlich mit Vorträgen über Homöopathie bei Krebs, Diabetes, Autismus. Veterinärmedizin fehlt auch nicht. Eine 15-minütigen Vortrag über den Umgang mit Kritikern gibt es ebenso.

  17. #18 Dr. Hans-Werner Bertelsen
    8. November 2016

    Wie jetzt? Den Patienten soll man immer noch Zuckerpillen geben? Kann doch nicht sein.

    Wo das doch
    a. schädlich für die Zähne ist
    b. schädlich für den Restorganismus, wenn noch keine Zähne durchgebrochen sind (die FDA warnt doch schon vor den Inhaltsstoffen: http://mobile2.tagesanzeiger.ch/articles/581b59f3ab5c371869000001

  18. #19 rolak
    16. März 2017

    Wursters Wursteleien wurden auch in der gestrigen PlusminusSendung behandelt – freundlich formuliert: Gelobt wurde er nicht.
    Gegen Ende agitiert Josef Hecken gegen die Kassenerstattung – doch dem Zuständigen, meinem ollen Schulkumpel wird wieder dasselbe wie schon damals häufig bescheinigt: will er nicht, dann reagiert er schlicht & einfach nicht…

    ⇒ Mediathek oder auch in Tuben.