Flüchtlingen, die krank sind, muss geholfen werden. Das Asylbewerberleistungsgesetz soll das gewährleisten. Ob für das, was da nicht gut läuft, die Homöopathie die Lösung ist? Nach Meinung der Initiatoren von „Homöopathie in Aktion“ durchaus, wenngleich mit begrenztem Erfolg, wie die Erfahrungen einer Freisinger Heilpraktikerin zeigen. Sie bietet Bedürftigen und Flüchtlingen kostenlose Behandlungen an:

„Es waren sechs Patienten in diesem Jahr. Das waren alles keine Flüchtlinge, sondern Sozialhilfeempfänger. (…) Das Angebot hat sich scheinbar noch nicht herumgesprochen. Viele, vor allem Flüchtlinge, wissen meist gar nicht, was Homöopathie ist.“

Ich will dieses persönliche Engagement nicht ins Lächerliche ziehen, aber Flüchtlinge, die krank sind, brauchen eine fachkundige Versorgung beim Arzt oder Psychotherapeuten, im Bedarfsfall unterstützt durch Dolmetscher. Das wird Geld kosten, auch wenn es nicht gleich die Krankenkassen in den finanziellen Abgrund stürzt, wie die AfD behauptet. Insofern hoffe ich, dass die mangelnde Nachfrage der Flüchtlinge nach Homöopathie auch ein Zeichen dafür ist, dass sich die Defizite ihrer medizinischen Versorgung inzwischen halbwegs in Grenzen halten. Was im Gesundheitswesen noch zu tun ist, wird man etwas besser wissen, wenn im nächsten Jahr das von der Bayerischen Staatsregierung beauftragte Gutachten zur Flüchtlingsversorgung vorliegt. Dass darin ein Mehrbedarf für homöopathische Angebote festgestellt wird, glaube ich nicht.

Kommentare (29)

  1. #1 rolak
    18. Dezember 2016

    nicht ins Lächerliche

    Ins Sarkastische ginge die Interpretation dieser Aktion von ‘~im Sinne der AfD’ ausgehend bei einer Einordnung als Versuch der aktiven Minderung der absoluten Flüchtlingszahlen.

    Flüchtlinge .. hoffen .. ein Zeichen .. glauben

    ^^ welch weihnachtliche Wortwahl…

  2. #2 RPGNo1
    18. Dezember 2016

    Viele, vor allem Flüchtlinge, wissen meist gar nicht, was Homöopathie ist.

    Ich behaupte, dass es nicht unbedingt von Vorteil ist, wenn die Flüchtlinge von Homöopathen über Homöopathie aufgeklärt werden. Es kann nur der übliche Stuss dabei rauskommen: sanft, nebenwirkungsfrei, keine Chemie, “Natur”heilung usw.

    Übrigens: Laut Josephs Link arbeitet HiA mit den “Homöopathen ohne Grenzen” (!) zusammen. Das ist die Gruppe, die Ebola in Afrika homöopatisch behandeln wollte (https://www.psiram.com/ge/index.php/Hom%C3%B6opathen_ohne_Grenzen#Behandlung_auch_schwerer_Krankheiten, http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Kleine-Kuegelchen-gegen-Kriegstraumata-id38155457.html). Da schrillen bei mr sämtliche Alarmglocken.

    Vielleicht sollte das Informationsnetzwerk Homöopathie diese Aktionen näher unter sie Lupe nehmen und für korrekte Aufklärung sorgen.

  3. #3 rolak
    18. Dezember 2016

    unter die Lupe nehmen

    Da sollten sie aber auf richtig schönes Wetter warten, RPGNo1, mit viel Sonnenschein. Damits auch ordentlich zwickt.

    (!)

    Zusammenarbeit ist bei einem gemeinsamen Projekt ja erst mal nichts Ungewöhnliches. Frag mich nur, wie sie wohl auf die obskure Idee kamen, auf das Akronym hinzuarbeiten. Ist ja schon xfach belegt, bei mir erstgedankig dienstverscheißernd und HiN! für ‘Homöopathie in Notlagen’ lag so nah. Obwohl, die von HoG haben ja auch nicht besonders weit gedacht…

  4. #4 pederm
    18. Dezember 2016

    Wo doch Homöopathie zur Leitkultur gehört, da müssen die Migranten doch zwangsintegriert werden. Bah!

  5. #5 Rene F.
    18. Dezember 2016

    Einen schönen Sonntag, Herr Kuhn.
    Es scheint gleich in Ihren ersten Einleitungssätzen eine Ungenauigkeit zu liegen: Im ersten sprechen Sie von “Flüchtlingen”, im zweiten von “Asylbewerbern”.

    Worauf beziehen Sie sich jetzt genau:
    – Asylberechtige bzw. – antragssteller
    – “Richtige” Flüchtlinge nach der Genfer Konvention
    – Wirtschaftsmigranten (EU / Non-EU)?

    • #6 Joseph Kuhn
      18. Dezember 2016

      @ Rene F.:

      Lesen Sie einmal § 1 AsylbLG, der Unterschied zwischen Ihren ersten beiden Spiegelstrichen spielt da nämlich keine Rolle. Flüchtlinge aus der EU sind mir nicht bekannt, innerhalb der EU gilt Freizügigkeit. Wirtschaftsmigranten aus den USA (“Non-EU”) werden gemeinhin nicht als “Flüchtlinge” bezeichnet und fallen auch nicht unter das Asylbewerberleistungsgesetz. Wirtschaftsmigranten aus Albanien beantragen in der Regel Asyl, Leistungsanspruch siehe erster Satz. Davon abgesehen, hat der Rechtsstatus von Flüchtlingen mit dem Thema hier nur in homöopathischer Dosierung zu tun.

  6. #7 gedankenknick
    18. Dezember 2016

    Viele, vor allem Flüchtlinge, wissen meist gar nicht, was Homöopathie ist.
    Ich sage mal aus täglich gelebter Berufserfahrung, dass die allermeisten Anwender von Homöopathie auch nicht wissen, was Homöopathie eigentlich ist. Komisch nur, dass sich wahrscheinlich auch keiner schlau macht darüber, so ich das empfehle…

    • #8 Joseph Kuhn
      18. Dezember 2016

      “Komisch nur, dass sich wahrscheinlich auch keiner schlau macht darüber …”

      Das würde den Glauben stören.

  7. #9 echt?
    19. Dezember 2016

    Das zeigt doch nur, dass die Flüchtlinge noch nicht so eingedooft sind wie viele Deutschen.

  8. #10 RainerO
    19. Dezember 2016

    @ Rene F.
    Mit Verlaub: Es ist doch scheißegal, ob Flüchtling oder Asylbewerber. Homöopathen sind von denen fernzuhalten und notfalls mit nassen Putzlappen zu verjagen.

  9. #11 Henning
    20. Dezember 2016

    Die Stories werden immer krasser, ich will von diesen Irren gar nichts mehr wissen.

  10. #12 Rene F.
    20. Dezember 2016

    @Henning:
    Ja, echt krass. Und hier wird über Homöopathie für “Flüchtlinge” diskutiert *facepalm*

  11. #13 RPGNo1
    20. Dezember 2016

    @Rene F.
    Wenn Du über Flüchtlinge diskutieren willst, such ein entsprechendes deutschsprachiges Forum auf. Gibt doch genug davon im WWW.
    Hier in diesem Artikel geht es primär um Homöopathie und nicht um dein “Lieblings”thema Flüchtlinge/Ausländer etc, auch wenn du es gerne in diese Richtung lenken möchtest.

  12. #14 Earonn
    20. Dezember 2016

    Womit wollen die denn Flüchtlinge behandeln? D600 Bombe? Verdünnte Kindertränen? Wolldecken-Auszug?

    Ich hoffe, dass die Homöopathen gründlichst – und gern unter Einsatz nasser Putzlappen – von den armen Flüchtlingen ferngehalten werden. Diese Leute haben wahrlich schon genug durchgemacht, da muss es nicht auch noch Mumpitz in konzentrierter Dosis sein…

  13. #15 tomtoo
    20. Dezember 2016

    @RPGNo1
    Ist krass sry.
    Aber die AfD wird gegen Hömeopatische Hilfe sein. Mit folgendem Argument.
    Wasser und Zucker für Wirtschaftsflüchtlinge ! Das darf nicht sein!
    😉

  14. #16 Earonn
    20. Dezember 2016

    @tomtoo
    Vor allem, weil homöopathische “Mittel” so teuer sind!

  15. #17 tomtoo
    20. Dezember 2016

    @Earonn
    Wenn ich nicht schon wieder 10 Beishölzer kaufen müsste, wärs ja eigentlich echt lustig.
    😉

  16. #18 anderer Michael
    20. Dezember 2016

    Wenn ich richtig gelesen habe, hat die Dame noch keinen Flüchtling behandelt.

  17. #19 Arno
    20. Dezember 2016

    Das haben sie richtig gelesn, die Dame hat keinen Flüchtling behandelt.

    Das stört hier aber niemanden ….

    Worin besteht noch mal der Unterschied zwischen dieser Seite und der Bild Zeitung?

  18. #20 anderer Michael
    20. Dezember 2016

    Arno
    Die Welt hat sich geändert. Inzwischen muss man die “Bild ” schon fast zu den seriösen zuverlässigen Informationsquellen zählen.

  19. #21 Udo Endruscheit
    Essen
    20. Dezember 2016
  20. #22 Laie
    20. Dezember 2016

    Das dürfte sogar stimmen. Ich kann mir gut vorstellen, die Asylbewerber (ob nun echt oder wirtschaftlich) kennen sich in Homöopathie weniger gut aus, weil sie in ihren Heimatländern eher mit Wissen aus dem Koran gespeist werden und dort westliche Homöopathie keinen Absatzmarkt hat. Natürlich war die Empfehlung, keine Schweinefleisch zu essen vor einigen Jahrhunderten die richtige Weisung.

    Vielleicht können wir durch einen Islam-Gelehrten in Erfahrung bringen, wie wie Homöopathie dort zu werten wäre. Vieles gab es ja damals, als die Gesetze niedergeschrieben wurde, noch nicht.

    Denn wenn der Glaube sogar Berge versetzen kann, dann kann er auch heilen. Naja, man muss das halt können, sowas glauben.

    Nun könnte aber auch der Glaube an die Homöopathie als Glaubensabfall gesehen werden, dann ginge das wiederum nicht.

    Alternative Verwendungszwecke, die mir sinnvoll erscheinen, um das Zeug nicht in den Gulli zu schmeissen, wäre als Kaffeesüßstoff, damit wird der Kaffee gesünder, und Kaffee trinken eh alle.

  21. #23 Beobachter
    21. Dezember 2016

    @ Arno, # 19
    @ anderer Michael, # 20

    Anmerkung:

    Mittlerweile wird “Bild” als so “seriös und zuverlässig” betrachtet, dass diese “Informationsquelle” selbst bei den befreundeten Skeptikern nebenan “zum Weiterlesen” empfohlen wird.
    Vor allem dann, wenn es um Werbung für Bücher von (Wissenschaftsrat-)Mitgliedern geht:

    http://blog.gwup.net/2015/02/25/jetzt-kostenlos-hoaxilla-tv-mit-lydia-benecke-uber-psychopathie/

    https://www.gwup.org/ueber-uns-uebersicht/wissenschaftsrat

    Übrigens sind dort selbst verurteilte Betrüger wie Brian Dunning zitierfähig, das nur nebenbei.

    Die Zeiten haben sich wahrlich geändert …

  22. #24 RPGNo1
    21. Dezember 2016

    @Beobachter
    Wenn du einen Rochus auf die GWUP hast, warum lässt du dich nicht dort aus? Und wenn jemand wegen Betrugs verurteilt wurde, warum darf er dann trotzdem nicht weiterhin Skeptiker sein?

    Oder möchstet du hier einen persönlichen Kleinkrieg gegen Skeptiker eröffnen.

    @anderer Michael
    Ich finde in Josephs Artikel nur einen Link zur SZ, nicht zur Bild.

  23. #25 anderer Michael
    21. Dezember 2016

    Auf einen weiteren ungewöhnlichen Einsatz von Homöopathie hat mich Herr Courts aufmerksam gemacht. H. als Heilmittel bei Homosexualität und homosexuellen Symptomen wie Analverkehr. Dem Link bei ” abartig” folgen
    http://scienceblogs.de/bloodnacid/2016/12/15/esoterik-an-der-kieler-universitaet-et-tu-mi-chilone/#comment-110179

    RPGNo1
    Das war sarkastisch. “Bild” war früher das Beispiel von unseriöser Berichterstattung. Nur das hat sich geändert. Nicht das “Bild” weiterhin eine polternde Boulevardzeitung ist, aber was es inzwischen noch so alles gibt. Da ist Bild vergleichsweise seriös.

    Ja, ich denke an so manche öffentlich – rechtliche Nachrichtensendung.

  24. #26 Beobachter
    21. Dezember 2016

    @ RPGNo1, # 24:

    Ich habe auf niemanden “einen Rochus” und möchte auch gegen niemanden oder irgendeine Organisation einen “persönlichen Kleinkrieg eröffnen”.
    Es kann auch jeder organisierter Vereins-“Skeptiker sein”, der das für richtig und sinnvoll hält.

    Es ging mir anmerkend zum Stichwort “Bild” in den beiden Vor-Kommentaren um das zunehmende Schwammig-Werden des Begriffs der Seriosität und Glaubwürdigkeit von Informationsquellen (selbst bei “kritisch Denkenden”) – das hängt meistens ganz direkt von der Interessenslage der Person oder der Organisation ab, die sie zitiert.
    Und es kann sich ganz schnell ändern, wenn sich die Interessenslage des Zitierenden ändert.

    Wenn z. B. ein bekannter Skeptiker in großem Stil betrügt (und dafür verurteilt wird), lässt das Rückschlüsse auf seinen Charakter und seine Glaubwürdigkeit zu.
    Wenn z. B. ein bekannter Politiker im Rahmen seiner Amtstätigkeit nachweislich lügt, ebenso.
    Bei beiden werde ich dann künftig bei allem, was sie sonst noch von sich geben und vertreten, äußerst vorsichtig und kritisch sein und werde mich hüten, ihnen blindlings alles zu glauben, nur weil es sich um “prominente Fachleute” handelt und es vermeiden, sie zu zitieren.

  25. #27 RPGNo1
    21. Dezember 2016

    @Beobachter, anderer Michael
    Danke für die Antworten. Jetzt ist mir einiges klarer.
    Und es beweist wieder einmal, dass nonverbale Kommunikation über I-Net große Lücken aufweist. :( Ein persönliches Gespräch ist besser und, wenn möglich zu bevorzugen.

  26. #28 klauszwingenberger
    21. Dezember 2016

    Nun ja, Homöopathen ohne Grenzen (HoG) gibt’s schon. Eine Homöopathin ohne Skrupel (HoS) macht den Bock da auch nicht mehr fett.