Bevor es zurück geht nach Deutschland, noch ein paar Bilder aus La Palma. Die Europäische Nordsternwarte steht auf dem Roque de Los Muchachos, fast 2500 m hoch. Angeblich liegt im Winter dort ab und zu Schnee. Wir waren einmal Anfang Januar oben, da hatte es 15 Grad plus. Von unten sieht man von den Observatorien nicht viel, nur die Gebäudespitzen leuchten wie Eier in der Sonne.

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Wenn man oben ist, bietet sich derzeit allerdings ein beeindruckendes Naturschauspiel. Die Anlagen stehen im Moment nicht wie üblich in einer kargen Landschaft, sondern in einem gelben Blütenmeer. Der Codeso blüht, ein Busch, der an Ginster erinnert, auch klebriger Binsenginster heißt, aber botanisch kein Ginster ist, wie man bei Wikipedia nachlesen kann. Jetzt haben die Astronomen Anlass, auch einmal nach unten auf die Erde vor ihren Füßen zu schauen.

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Ein dauerhafter Aufenthalt in dieser Höhe soll übrigens gut für die Lebenserwartung sein, weil der niedrige Sauerstoffgehalt der Luft zur Ausbildung von mehr Herzkranzgefäßen führen würde.

Aber vielleicht auch nur, wenn man zu Fuß rauf und runter geht, wer weiß.

Auf dem Parkplatz ganz oben auf dem Roque warten regelmäßig ein paar Raben auf wer weiß was. Auf Touristen, die Essen mitbringen und davon etwas abgeben, zum Beispiel. Einer saß da, als ob er einen Adler mimen würde, hocherhobenen Hauptes, herrschaftlich vornehme Pose.

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Das aber nur, solange man ihm nichts zu knabbern hinhält: In dem Fall beugt er sofort das Haupt und langt zu – sehr vorsichtig, er gehört zu denen, die wissen, dass man die Hand, die einen füttert, nicht beißt. In der Hinsicht also eher Canarienvogel als Adler.

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Als letztes Bild ein Foto eines Schildes vor einer Apotheke in Los Llanos, dem Städtchen auf der Westseite der Insel. Ob die Reihenfolge der Angebote nachdenklich machen sollte? (Alle Fotos: JK)

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Kommentare (6)

  1. #1 RPGNo1
    11. Juni 2017

    Als letztes Bild ein Foto eines Schildes vor einer Apotheke in Los Llanos, dem Städtchen auf der Westseite der Insel. Ob die Reihenfolge der Angebote nachdenklich machen sollte?

    Allopathie steht oben und Homöopathie ganz unten. Es ist also “das Letzte”. 😉

  2. #2 Heiko Hofmann
    11. Juni 2017

    Da liegt immer mal Schnee. Wir haben es erlebt Anfang Januar. Dann fahren die Canarios rauf, toben herum und packen sich sogar Schnee ins Auto, um es unten Allen zu zeigen. Ist immer ein Riesenspass. :)

  3. #3 Alisier
    11. Juni 2017

    Das mit der Homöopathie, die noch hinter der Tiermedizin schnell draufgepappt wurde ist den vielen Deutschen geschuldet, die halt unbedingt Geld für nichts ausgeben wollen.
    Hauptsache Kügelchen, koste es, was es wolle! Den Verstand kann es ja nicht kosten. Der hat sich schon verabschiedet.
    Und der Adler weiß halt, genau wie die Apotheker und Ärzte, dass man zu denen, die einen füttern, nett sein muss, und seien sie noch so blöde…..stolz scheinen sie aber alle nicht mehr zu haben. Kann man sich wahrscheinlich nicht leisten, und muss man dann durch SUV ausgleichen. Wie der Adler das ausgleicht weiß ich allerdings nicht…..wahrscheinlich ist es auch eh nur ein verkleideter Geier.

  4. #4 anderer Michael
    11. Juni 2017

    Die höchste Erhebung Gran Canarias heißt Pico del Pozo de las Nieves. Aufgrund eines Fehlers eines französischen Kartographen mit Los Pechos transkriptiert . Hielt sich im Volksmund sehr hartnäckig, bedeutet es doch “die Brüste”.

    Raben gelten als intelligent und sind Aasfresser. Was haben Sie diesen zum Futtern gegeben?

    • #5 Joseph Kuhn
      12. Juni 2017

      @ anderer Michael:

      “Was haben Sie diesen zum Futtern gegeben?”

      Ich hatte nichts dabei. Angeblich sind sie auf Kekse versessen. Auf dem Bild frisst er Fruchtriegel.

  5. #6 2xhinschauen
    12. Juni 2017

    Ich denke dass das Personal die Raben angefüttert hat. Die Dame, die damals bei uns die Führung durchs Gran Telescopio gemacht hat, stand auf sehr gutem Fuss mit ihnen. Sie wurde nachdrücklich, aber zugleich vorsichtig angebettelt…. auf der Schulter landen, Autotür zumachen verhindern usw. Bei den Besuchern waren sie zurückhaltender, z.B. durch hinterherwatscheln. Herzergreifend.

    Und es waren nur einige wenige Raben (Krähen?) Offenbar sind sie territorial und verteidigen ihre Pfründe gehen ihresgleichen, und gegen Spatzen und Tauben gleich mit. Wenn die es bis 2500m überhaupt schaffen in größerer Zahl.

    p.s. war im Januar, ca mittag, sonnig, um die 10 Grad da oben oder etwas weniger.