Wie berichtet, ist in Dachau der Streit um den Personalmangel im örtlichen Helios-Klinikum eskaliert. Es gibt dort seit geraumer Zeit zu wenig Pflegekräfte. Das führt zu Überlastungen bei den Pflegekräften und gefährdet die Versorgungsqualität.

Betrachtet man die Personalentwicklung an Allgemeinkrankenhäusern insgesamt, so stellt man fest, dass die Behandlungsfälle um ca. 15 % zugenommen haben (darunter immer mehr ältere und multimorbide Patient/innen) und die Zahl der Ärzt/innen erfreulicherweise um ca. 50 % gestiegen ist, während sich die Zahl der Pflegekräfte praktisch nicht verändert hat. Im Jahr 2016 gab es an den Allgemeinkrankenhäusern gut 390.000 Pflegekräfte und gut 170.00 Ärzt/innen.

Pflege_Krankenhaus_eins

In Dachau wollten die Pflegekräfte in dieser Woche streiken. Das hat das Arbeitsgericht München am Dienstag untersagt und ist damit einem Antrag des Klinikums gefolgt.

Der Klinikchef hat das so kommentiert: „Die Sicherheit unserer Patienten wäre durch den Streik gefährdet gewesen.” Damit meint er sicher, weil das Personal dann fehlen würde. Diese Einsicht immerhin teilen die Verhandlungspartner: Wenn Personal fehlt, gefährdet das die Patienten. Jetzt müssen sie nur noch die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehen.

Kommentare (19)

  1. #1 Intensivpfleger
    8. Dezember 2017

    Irgendwann soltten wir mal den finnischen Weg gehen:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/arbeitskampf-extrem-tausende-krankenschwestern-drohen-mit-massenkuendigung-a-513592.html
    Dann kann sich ein Klinikvorstand oder ein Arbeitsgericht noch so sehr auf die mögliche Patientengefährdung berufen: völlig egal. Wenn alle (oder wenigstens sehr sehr viele) gleichzeitig ihre Kündigung einreichen, ist eben zum Zeitpunkt der Wirksamkeit der Kündigungen das Krankenhaus nicht mehr mit Personal besetzt. Dann können sie zumachen.
    Oder eben mal auf die durchaus angemessenen Forderungen der Gewerkschaft eingehen.

    Aber ich träume ja nur. Pflegekräfte in Massen zu mobilisieren und für ihre Belange kämpfen zu sehen ist eher unwahrscheinlich. Sind halt die meisten längst in Resignation und innerer Kündigung gefangen…

    Gruß vom Intensivpfleger

    Und für alle, die mal sehen wollen, wie Streik an einer Klinik organisiert werden kann:
    http://de.labournet.tv/erfolgreich-streiken-im-krankenhaus

  2. #2 gedankenknick
    8. Dezember 2017

    @Intensivpfleger
    Das DROHEN mit Massen-Kündigungen ist rechtlich unzulässig in D. Da könnte es für die drohenden Angestellten anschließend erhebliche rechtliche Konsequenzen geben. Hätte die Züge von “organisierter Erpressung”…

    Das simultane Einreichen von Kündigungen durch mindestens 2/3 der Belegschaft ist unwahrscheinlich. Zu sehr sind die Angestellten auf ihren Arbeitsplatz angewiesen, zumal es auch noch eine Abwertung im “sozialen Auffang-Netz” gibt, wenn man selbsttätig kündigt. Des weiteren sollte man bedenken, dass viele im Pflegedienst beschäftigte (teilzeitarbeitende) Frauen mit Familie sind, die einen WOHNORTNAHEN Arbeitsplatz brauchen und nicht eben mal 600km weit zur nächsten Arbeitsstelle ziehen können; und dass sich viele im Pflegedienst beschäftigte Menschen auch moralisch noch “verpflichtet” fühlen, vor allem den hilfebedürftigen Patienten gegenüber. Dies wissen die Arbeitgeber durchaus für sich auszunutzen.

    Ich gebe aber offen zu, dass ich nicht verstehe, wieso die Lokführerstreikts nicht mit dem selben Argument gerichtlich verboten werden. Der wirtschaftliche Schaden durch 1-tägige Verspätung / Komplettausfall 100.000er Pendler ist sicherlich enorm größer als der wirtschaftliche Schaden durch das 3-tägige bestreiken eines einzelnen KKHs… ^^

    • #3 Joseph Kuhn
      8. Dezember 2017

      @ gedankenknick:

      “Das DROHEN mit Massen-Kündigungen ist rechtlich unzulässig in D”

      Ist das so und gibt es dafür eine Quelle? Arbeitgeber drohen jedenfalls regelmäßig mit Massenkündigungen, z.B. mit Standortverlagerungen, falls die Beschäftigten nicht billig genug bleiben. Und sie praktizieren bekanntlich den Vollzug von Massenkündigungen auch.

      Richtig ist sicher, dass ein Arbeitskampf durch die Androhung von Massenkündigungen wie bei den Pflegekräften in Finnland hierzulande wohl nicht realistisch ist. Das trauen sich nicht einmal die Flugzeugkapitäne.

  3. #4 anderer Michael
    8. Dezember 2017

    Intensivpfleger
    Wozu gibt es Gewerkschaften? Stattdessen jubelt man Pflegekammern hoch, mit Zwangsmitgliedschaften und Zwangsabgaben.Gut für Pflegefunktionäre mit überdurchschnittlicher Entlohnung.

    P.S. Ich bin Zwangsmitglied in der Ärztekammer. Wegen mir kann man diese Zwänge heute noch aufheben und von mir aus die Kammern auch.

  4. #5 gedankenknick
    8. Dezember 2017

    @Joseph Kuhn:
    Ich habe dafür keine rechtlich sichere Quelle. Aber aus dem selben Umfeld, von dem ich schon über die fragliche Kinderkrankenschwester berichtet habe, kann ich auch berichten, dass (bei einer angedrohten massenhaften Arbeitsplätze-Umverlagerung von locker +50km Arbeitsweg innerhalb des selben Klinikkonzerns für ALLE Pflegekräfte einer bestimmten Station) darüber laut nachgedacht wurde. Der Betriebsrat hat dann eindringlich vor so einem Vorgehen gewarnt und davon abgeraten, da er schwere Nachteile – auch vor Arbeitsgerichten – für die (mitmachenden) Angestellten weissagte. Das ganze wurde dann mehr oder weniger still beigelegt, da jede(r) einzelne Angestellte separat dem Klinikkonzern mit einer Arbeitsrechtsklage wegen sinnbefreiter Verschiebung des Arbeitsplatzes und damit einhergehenden extremen persönlichen Nachteilen drohte. Endkonsequenz war, dass man sich einigte, dass alle bei ihrer alten Arbeitsstelle bleiben können, dafür aber 1x Gehaltserhöhung aussetzen. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt… (Übrigens wäre das ganze eine Art organisierte Arbeitskampfmaßnahme außerhalb der Gewerkschaft – ich glaube kaum, dass der deutsche Gesetzgeber so etwas haben möchte. Wo doch schon der Arbeitskampf kleinerer Gewerkschaften verboten wird, wenn eine größere ein schlechteres Ergebnis heraushandelt… Siehe DB.)

    Übrigens, auch die massenhaften Arebitsunfähigkeitsbescheinigungen für Piloten einer einzelnen Airline könnte extreme Konsequenzen für ganz unterschiedliche Menschen haben, sollte sich auch nur IRGENDWIE ergeben, dass auch NUR EINE dieser Krankschreibungen eine Gefälligkeitskrankschreibung seitens des fraglichen Arztes war. Ich kenne selber einen Arzt, welcher einen 3 Jahre währenden Prozess am Hacken hatte, weil er einer verbeamteten Person mehrfach wegen “Migräne” für mehrere Tage Arbeitsunfähigkeit bescheinigte. Diese Person erschlich sich mit Simulation diese Bescheinigungen – und sage später vor ihrem Arbeitgeber aus, dass dem Arzt dieses bewußt gewesen wäre und er ihr via Krankschreibung aktiv Urlaubsverlängerungen verschafft hätte. Der fragliche Arzt hätte deswegen fast seine Approbation verlohren. Gegen die Person wurde allerdings keine Ermittlung wegen z.B. Betrugs seitens des eigenen Arbeitgebers (also des Staates) eingeleitet. Die deutsche Rechtssprechung steck voller Überraschungen…

  5. #6 zimtspinne
    8. Dezember 2017

    @ Intensivpfleger
    Wer solche Ankündigungen macht und ihnen dann keine Taten folgen lässt, verliert an Glaubwürdigkeit.
    Dann ist die Frage, weshalb sollten die Krankenhäuser sich überhaupt auf dieses Druckmittel einlassen, wissen sie doch, dass die Aufmüpfigen die angedrohte Kündigung ohnehin nur als Druckmittel einsetzen….
    und welchen Vorteil hätte es für sie, der Ankündigung tatsächlich Konsequenzen folgen zu lassen?
    Die Arbeitsbedingungen und Bezahlung sind ja anderswo genauso schlecht und sie fangen dort wieder bei null an, dazu kommt auch noch eine monatelange Sperre vom Arbeitsamt, falls sie nicht bereits eine neue Stelle haben, was sie aber ja gar nicht möchten, da das Ganze nur als Druckmittel angedacht ist….. zugedrehter Geldhahn für etliche Monate – das kann sich wohl eine Familie mit einer alleinerziehenden Mutter oder mit einem ebenfalls schlecht verdienenden Familienvater nicht leisten.
    Vom Zusatzstress mit Antragstellungen, Bewerbungen, Unsicherheit usw noch gar nicht zu reden.
    Sie spekulieren darauf, dass die Klinkleitung einknickt, alle zurücknimmt zu besseren Konditionen und Arbeitsbedingungen…. auf solches Pokern werden sich aber nur wenige einlassen. Diejenigen, die nicht allzu viel zu verlieren haben, wenn das alles schief geht und schnell neu Fuß fassen können.
    Vorstellen kann ich mir außerdem, dass viele ihren Patienten gegenüber ein Verantwortungsbewusstsein haben und sich auch moralisch schlecht fühlen, diese quasi “im Stich zu lassen”.
    Wenn sich so etwas allerdings herumspricht, werden diese Berufe noch unbeliebter bei Jugendlichen und der Teufelskreis dreht sich weiter…. warum sich solchen Ärger einhandeln, wenn man das Übel bei der Wurzel packen kann und um solche unattraktiven Gefilde von vornerherein einen großen Bogen macht. Verständlich ist das allemal.

  6. #7 Joseph Kuhn
    8. Dezember 2017

    Update:

    Positive Bewegung im Pflegestreit:
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/tarifverhandlungen-helios-geht-auf-beschaeftigte-zu-1.3784184

    Ob Helios sieht, dass man ein Stück Weg auch gemeinsam gehen kann und Interessenkonflikte nicht schon ganz am Anfang stehen?

    Für die Patient/innen wäre es auf jeden Fall eine gute Nachricht, sie überleben eher, wenn es ausreichend Pflegekräfte gibt: http://www.forum-gesundheitspolitik.de/artikel/artikel.pl?artikel=2585

  7. #8 Beobachter
    12. Dezember 2017

    Es ist ein uralter Hut, bestens dokumentiert, und auch Lauterbach weiß Bescheid – und trotzdem: es ändert sich nichts:

    http://www.youtube.com/watch?v=uN2p1_nH7TE

    [Link editiert, JK]

  8. #9 Beobachter
    12. Dezember 2017

    Wenn z. B Frau Dr. Grams in einem Video sagt, wir hätten das beste Gesundheitssystem auf der Welt, so geht sie davon aus, was auf Papieren steht –
    und nicht von der täglichen Praxis.
    Und die Leute werden trotzdem zum Homöopathen oder/und Heilpraktiker rennen, nicht wegen der Homöopathie, sondern deswegen, weil der sich für Patienten Zeit nimmt bzw. Zeit nehmen kann – weil er`s bezahlt bekommt.
    Und das können sich i. d. R. nur Leute mit Geld leisten und ohne ernsthafte Erkrankungen …

  9. #10 Beobachter
    12. Dezember 2017

    Nachtrag:

    http://www.youtube.com/watch?v=N_3Nlw_4QEY

    [Link editiert, JK]

  10. #11 Beobachter
    14. Dezember 2017

    Nachtrag 2:

    “Pflege im Akkord”:

    http://www.youtube.com/watch?v=VrdLyNZMniw

    [Link editiert, JK]

  11. #12 Beobachter
    21. Dezember 2017

    Nachtrag 3:

    Nicht nur die Pflege ist am Limit bzw. leidet unter den Folgen der zunehmenden Ökonomisierung des Medizinbetriebes.
    Auch die Ärzteschaft unterliegt “Zielkonflikten”:
    Patientenwohl/”berufsethische Pflichten” vs. “wirtschaftliche Renta­bili­tätsziele”

    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/kostendruck-in-kliniken-gefaehrdung-der-patienten-wird-in-kauf-genommen-a-1184057.html

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/83282/Folgen-der-Oekonomisierung-im-Krankenhaus-fuer-Aerzte-taeglich-spuerbar

    http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/ethikrat-kritisiert-kliniken-sparen-am-patientenwohl-a-1085549.html
    (4/2016)

    Zitat, Auszug:

    “Ethikrat kritisiert Kliniken
    Gespart wird am Patientenwohl
    Krankenhäuser müssen ans Geld denken. Das Nachsehen haben dem Deutschen Ethikrat zufolge oft die Patienten. Das Gremium fordert deshalb Verbesserungen in der Kommunikation – und der Bezahlung.
    … ”

    P.S.:
    Gibt es etwas Neues aus dem Klinikum Dachau?

  12. #14 Beobachter
    23. Dezember 2017

    Nachtrag 4:

    Gewerkschaften in der Pflege und sozialen Berufen –
    wenig organisiert und schlagkräftig:

    http://www.sueddeutsche.de/karriere/job-das-ist-ganz-schoen-ernuechternd-1.3791695

    Zitat, Auszug:

    ” … Der niedrige Organisationsgrad in sozialen Berufen und besonders in der Pflege hat auch strukturelle Ursachen: Das typische deutsche Gewerkschaftsmitglied ist ein Mann, der in Vollzeit in einem Großbetrieb arbeitet. In der Kranken- und Altenpflege ist die große Mehrheit der Beschäftigten weiblich, es gibt sehr viele Teilzeitjobs und befristete Stellen und in der ambulanten Pflege fast nur kleine Firmen ohne Betriebsrat, zu denen die Gewerkschaften kaum Zugang finden. Statt kollektiv gegen schlechte Arbeitsbedingungen zu kämpfen, ziehen sich viele Pflegekräfte resigniert zurück: Sie reduzieren ihre Arbeitszeit oder wechseln gleich den Beruf. … “

  13. #15 Beobachter
    11. Februar 2018

    Update:

    Heute ist der “Welttag der Kranken” – na sowas, man erinnert sich mal offiziell einen Tag lang an sie …

    Und “die Pflege hängt am Tropf” und ist am Kollabieren –
    und endlich streiken die Pflegekräfte für mehr Personal:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutschland-pflegekraefte-in-krankenhaeusern-kaempfen-mit-streiks-fuer-mehr-personal-a-1191190.html

    “Kostendruck im Krankenhaus
    Aufstand der Pfleger
    Am heutigen Sonntag ist der Welttag der Kranken. Die Politik will den Kollaps in den Kliniken abwenden und eine Mindestzahl von Pflegekräften vorschreiben. Das wird teuer. Doch längst begehren die überlasteten Helfer auf. … ”

    ” … Denn gespart wurde an den wenig lukrativen Pflegekräften: Seit 1995 haben die Kliniken fast 60.000 Vollzeitstellen für Ärzte aufgebaut, gleichzeitig strichen sie rund 25.000 Pflegejobs. Obwohl es im Jahr fast vier Millionen Behandlungsfälle mehr gibt, wie Frank Weidner, Direktor des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (dip), sagt: “Wir haben schon vor 15 Jahren vor der Dramatik der Pflegesituation gewarnt. Doch in der Politik wollte lieber niemand zuhören – denn der Personalaufbau ist teuer.”
    … ”

    ” … “So will keiner pflegen, so will keiner gepflegt werden”

    Wie wenig Zeit für die Patienten da sei, habe ihn schockiert. Im Beruf würde er gerne bleiben, aber nicht so wie jetzt, sagt Umhofer. Er überlegt, ob er studieren soll. Unter diesen Bedingungen will er nicht lange auf einer Station arbeiten. Das kann er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. “So will keiner pflegen, so will keiner gepflegt werden.” … “

    • #16 Joseph Kuhn
      11. Februar 2018

      “Wir haben schon vor 15 Jahren vor der Dramatik der Pflegesituation gewarnt”

      Wie schon mal erwähnt: Das Buch “Pflegenotstand, das Ende der Menschlichkeit” ist aus dem Jahr 1992, vor 25 Jahren, und da fing das nicht an, da war man schon mittendrin. Die Würde des Menschen ist unantastbar, es sei denn, er ist pflegebedürftig, psychisch krank, obdachlos, prekär beschäftigt, Kriegsflüchtling … . Vor dem Gesetz der Leistungsgesellschaft sind nicht alle gleich.

  14. #17 Beobachter
    15. Februar 2018

    (Endlos-) Update für alle, die es immer noch nicht glauben wollen (oder glauben, diese Zustände gäbe es “nur” in der Altenpflege) oder diesen “Wahnsinn” ignorieren oder schlicht gleichgültig sind –
    obwohl es jeden von uns von heute auf morgen betreffen kann:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutschland-alltag-einer-klinikpflegerin-es-regiert-der-wahnsinn-a-1193264.html

    “Pflegealltag in deutschen Kliniken
    “Es regiert der Wahnsinn”
    Auf vielen Klinikstationen fehlt es am Nötigsten. Zu wenige Pflegekräfte müssen sich um immer mehr Patienten kümmern. Jetzt gibt eine Pflegerin Einblick in ein System, das für alle zur Gefahr wird.
    … ”

    Der Artikel ist zur vollständigen Lektüre dringend empfohlen !

    @ Joseph Kuhn, # 16:

    Danke für den Link und die klaren Worte …

  15. #18 Beobachter
    26. April 2018

    Aktuell:
    Kleine Anfrage der Grünen zu “Unbesetzten Stellen in der Alten- und Krankenpflege” (wobei der Stellenbedarf in der Realität höher ist):

    https://schulz-asche.de/kleine-anfrage-unbesetzte-stellen-in-der-alten-und-krankenpflege/

    “Der Arbeitsmarkt für Pflegekräfte ist leergefegt. Gesucht werden ca. 25.000 Fachkräfte und ca. 10.000 Helferinnen und Helfer in Alten- und Krankenpflege. …

    … Wie die Bundesregierung gedenkt, trotz des geringen Pflegekräftenachwuchses den Personalnotstand zu beheben bleibt völlig unklar. Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag festgehalten, 8.000 zusätzliche Stellen in der Altenpflege zu schaffen und damit weniger als eine zusätzliche Stelle pro Einrichtung. Damit wird der Pflegenotstand nicht einmal ansatzweise behoben. …”

    https://www.die-linke.de/start/presse/detail/pflegenotstand-personalmangel-toetet/

    ” … Dass so viele Stellen unbesetzt sind, dürfte niemanden überraschen. Niemand hält unter den bestehenden Arbeitsbedingungen lange durch – der Personalmangel schafft Personalmangel. Diesen Teufelskreis muss die Bundesregierung endlich durchbrechen.

    Jens Spahn muss einen Plan für eine Ausbildungsoffensive vorlegen – für mehr Personal. Pflege von Menschen ist wertvolle und harte Arbeit.

    Wer ernsthaft darüber nachdenkt, Roboter durch menschliche Pflege zu ersetzen, hat den Schuss nicht gehört. Pflegebedürftige brauchen menschliche Zuwendung und die Beschäftigten mehr Kolleginnen und Kollegen sowie anständige Löhne.

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollte endlich seine Arbeit machen und könnte sich ein Beispiel an seiner Kollegin Ursula von der Leyen nehmen: Das Bundesverteidigungsministerium plant Waffenkäufe in Milliardenhöhe. Anstatt einer Liste mit Kriegsgerät muss der Bundestag eine detaillierte Aufstellung mit Maßnahmen gegen den Pflegenotstand erhalten. Dann können die Bundestagsabgeordneten entscheiden, ob sie Raketenwerfer oder Altenpfleger für eine bessere Investition in die Gesellschaft halten.”

    Info:

    https://correctiv.org/recherchen/pflege/artikel/2016/06/02/schlechte-heime-fuer-teures-geld/

    http://www.fnp.de/nachrichten/politik/Armin-Rieger-Schlechte-Pflege-wird-belohnt;art673,2628962

  16. #19 Beobachter
    26. April 2018

    Nachtrag:

    http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/jens-spahn-krankenschwester-schreibt-emotionalen-brief-an-gesundheitsminister-a-1200012.html

    “Pflegenotstand
    Krankenschwester schreibt emotionalen Brief an Gesundheitsminister Spahn
    Als Krankenschwester erlebt Jana Langer täglich Probleme im Gesundheitswesen. Dass Jens Spahn sie löst, bezweifelt sie – und spricht in einem Brief an den Gesundheitsminister von einem “menschenunwürdigen System”.
    … “