Vor einer Woche fand an der FU Berlin ein bundesweiter „Wissenschaftstag Geschlechterforschung“ statt. Sie erinnern sich, das ist das Thema, bei dem man in Blogdiskussionen nie weiterkommt, ideal also, um es jetzt über die Feiertage, wo alle Zeit haben, wieder einmal für eine neue Runde aufzugreifen. Wer will, kann gerne seine Kommentare aus den letzten Diskussionen kopieren, das erspart das Nachdenken.

Als Input will ich zum einen ein Interview mit Margreth Lünenborg, Leiterin des Margherita-von-Brentano-Zentrum der Freien Universität Berlin, verlinken. Sie beschreibt sehr schön die Vielfalt der Themen und Projekte in der Geschlechterforschung. Zudem kann man von dort zu einer „Datenbank Geschlechterforschung“ mit den Professuren im Bereich der Geschlechterforschung und zu einem „Gender-Open-Repositorium“ mit Texten aus der Geschlechterforschung weiterklicken, wenn man mehr wissen will.

Zum anderen, unvermeidlich, sei auf die Reaktion Thesen Ulrich Kutscheras*, eines mannhaften Vertreters der Geschlechterforschung, auf diesen Wissenschaftstag verwiesen. Anlässlich des Wissenschaftstags wurde Er gab dazu auch ein Interview von ihm wiederveröffentlicht, und zwar diesmal nicht bei seinen neuen Hausfreunden vom reaktionären Katholenblog kathnet, sondern dem Verschwörungstheoretikersumpf compactonline von Herrn Elsässer.

In dem Interview darf natürlich die Pflichtfrage eines jeden aufrechten Verschwörungstheoretikers danach, was hinter Gender Mainstreaming steht, nicht fehlen: „Kann man nicht auch von bösem Willen sprechen, von einem bewussten Plan zur Transformation der Gesellschaft?” Darauf Kutschera: „Wenn ich spekuliere, dann würde ich sagen ja, man kann hinter dem Ganzen einen Generalplan erkennen. Es kann schon sein, dass Deutschland beziehungsweise Mitteleuropa besser regierbar gemacht werden soll. Das könnte man sich vorstellen, und dass hinter dieser Politik-Agenda praktische Interessen stehen. Wenn man die Familien zerstört, die Kinder ganz früh in Verwahranstalten gibt, wie das zum Beispiel in der DDR üblich war, ihnen dann einredet, dass sie weder Junge noch Mädchen sind, dass sie keine angeborene Geschlechtsidentität haben, dann kann man sich psychische Krüppel heranziehen. Diese sind dann wiederum auf bestimmte radikal-feministische Weltanschauungen prägbar. Es drängt sich der Verdacht auf, dass diese Gender-Biopolitik zu einer leichteren Lenkbarkeit der betreffenden Menschen führen soll.“

Genau. Dass der Plan von den Reptiloiden kommt, ist natürlich nur eine dumme Verschwörungstheorie.

* Korrektur: Aufmerksamen Lesern (siehe unten) ist aufgefallen, dass das Interview Kutscheras schon älter ist und der Wissenschaftstag nur Anlass für eine Wiederveröffentlichung war.

Kommentare (103)

  1. #1 LasurCyan
    22. Dezember 2017

    Na endlich mal alles Spaltende auf einmal, Joseph^^

    Nix vor an den Feiertagen?

  2. #2 Ludger
    22. Dezember 2017

    In der Pressemitteilung des Wissenschaftstages Geschlechterforschung wird auf eine Übersicht der Experten zum Thema verwiesen ( http://www.fu-berlin.de/presse/expertendienst/aktuell/2017/wissenschaftstag-geschlechterforschung.html ). MedizinerInnen sind nicht dabei, obwohl es doch in der Pressemitteilung heißt:

    In der medizinischen Geschlechterforschung werden Unterschiede in der Entstehung von Krankheiten und in ihrem Verlauf sowie die Auswirkungen für die medizinische Versorgung untersucht.

  3. #3 rolak
    22. Dezember 2017

    die Reaktion

    Nanana, das wär aber eine ziemlich präannuelle Reaktion, hinter dem fiesen link steht nämlich

    Dieses Interview erschien in COMPACT-Magazin 06/2016

    wenn auch als Anker eines AboLinks…
    Allerhöchstwahrscheinlich nur deswegen fett, mehrfach und rot in den Text gestreut, weil es sonst keiner gemerkt hätte (weil ein aktuelles Interview analog verliefe) ähnlich dunnemals bei Helmuts NeujahrsAnsprache.

    • #4 Joseph Kuhn
      23. Dezember 2017

      @ rolak:

      Danke, Adlerauge. Was man alles an roten Hinweisen in solchen Texten übersieht. Habe es im Beitrag mit Korrekturkennung richtiggestellt, bevor jemand denkt, Kutschera habe auch noch hellseherische Fähigkeiten.

    • #5 rolak
      23. Dezember 2017

      an roten Hinweisen

      Habs erst beim zweiten oder dritten Einschub gemerkt, Joseph, entweder ging oder fiel es automatisch unter, bei letzterem Werbung.

  4. #6 RPGNo1
    22. Dezember 2017

    Kleiner Hinweis: Das Interview von Ulrich Kutschera mit compact erschien schon 06/2016 und wurde zum Wissenschaftstag online neu veröffentlicht. Sehr passend.

  5. #7 RPGNo1
    22. Dezember 2017

    Ach nee, rolak war einen Tick schneller. :)

  6. #8 Alisier
    22. Dezember 2017

    @ LasurCyan
    Exakt meine Gedanken.
    Wenn außer Abwehr von den Genderphobikern was Konstruktives kommt, ess ich den Weihnachtsbaum, ungekocht.

  7. #9 rolak
    22. Dezember 2017

    Ha! Um Haaresbreite, RPGNo1 ;·)

  8. #10 LasurCyan
    22. Dezember 2017

    ess ich den Weihnachtsbaum, ungekocht.

    Ich werde Dich daran erinnern, Alisier! Und mitmachen. Allerdings ist mein Weihnachtsbaum ein Rosmarin..

  9. #11 Alisier
    22. Dezember 2017

    ÄÄhmmm…..wie groß ist denn der Rosmarin, dass du ihn als Weihnachtsbaum missbrauchen kannst???
    Bist du gerade in Süditalien?
    Und keine Sorge: etwas Konstruktives kam noch nie. Falls doch poste ich ein Foto vom Verspeisen.

  10. #12 Dr. Webbaer
    22. Dezember 2017

    Was der Webbaer nicht versteht ist, dass es zwar anscheinend möglich ist das biologische Geschlecht, zumindest das individuell gefühlte, dann Gender genannt, zu wechseln, sogar eine Fachrichtung, die sogenannten Gender Studies, konnte darauf aufgesetzt werden, aber nicht bspw. das (gefühlte) Alter, die (gefühlte) Größe oder die (gefühlte) Hautfarbe.
    Oder kommt das noch?

    MFG
    Dr. Webbaer (der in den sogenannten Gender Studies deutlich eher die Irritation einer unsicheren und unzureichend fertilen Gesellschaft erkennt, statt eine Art Verschwörung)

  11. #13 Alisier
    22. Dezember 2017

    “Living is easy with eyes closed, misunderstanding all you see…°

    Ok, passt hier nicht ganz, weil um etwas misszuverstehen müsste man erstmal überhaupt irgendwas verstanden haben….

  12. #14 Dr. Webbaer
    22. Dezember 2017

    @ Kommentatorenkollege ‘Alisier’ :

    ‘Strawberry Fields Forever’ ist der LSD-Drogenphase der Beatles zuzuordnen und womöglich ein Vorreiter des Psychedelic Rock, korrekt?

    Irgendwie scheint “Gender” psychedelisch,
    >:->
    oder?

    LG
    Dr. Webbaer

  13. #15 Alisier
    23. Dezember 2017

    Weil Weihnachten ist, wb:
    Es könnte sein, dass genau das ihr Problem ist. Sie vermuten Schräges und Unsinniges, wo etwas Sinnvolles und Reales diskutiert wird.
    Solange Sie nicht begreifen, dass etwas da sein könnte, was sie nicht für möglich halten, bleiben Sie auf Abwehr.
    Dennoch frohe Weihnachten auch von mir.
    Zumindest Ihre Hartnäckigkeit ist bemerkenswert.
    Sie reicht aber leider nicht aus, um sinnvoll zu diskutieren.

  14. #16 Dr. Webbaer
    23. Dezember 2017

    “Transracial” ginge auch, es gibt in den Staaten diesbezügliche Beispiele, mehrere, “Transracialism” scheint dem Schreiber dieser Zeilen in etwa so tauglich wie “Transgenderism”, auch für die wissenschaftliche Bemühung, die im Aufsetzen einer neuen Fachrichtung münden darf, finden Sie nicht, Kommentatorenkollege ‘Alisier’?
    MFG
    Dr. Webbaer (der als Bär übrigens stark an “Speciesism” leidet, auch hier dbzgl. hofft)

  15. #17 dikeledi
    23. Dezember 2017

    @ Wb

    Warum können Sie nach all den Diskussionen immer noch nicht den Unterschied zwischen sex und gender verstehen? Oder wollen Sie gar nicht verstehen, damit Sie irgendwelchen Schwachsinn von sich geben können?

  16. #18 Dr. Webbaer
    23. Dezember 2017

    Der Webbaer hat den Unterschied zwischen Sex, dem biologisch feststellbaren Geschlecht, und dem sozialen oder imaginierten Geschlecht, dann Gender genannt, bestens verstanden.
    Deshalb gerne auch an Sie die Frage, Kommentatorenkollege ‘dikeledi’, ob dieser Gedankengang der sogenannten Gender Studies nicht auch auf andere biologisch unveränderliche Merkmale des Individuums ausgedehnt werden könnte bis ausgedehnt werden müsste.
    Oben gab es ein Beispiel mit dem “Transracialism”, der mittlerweile wohl akademisch in den Staaten ernsthaft diskutiert wird.
    Was meinen Sie dazu?
    Ginge dies auch?
    Oder muss das weg? (Dann, warum genau?)

    MFG
    Dr. Weihnachtswebbaer

  17. #19 dikeledi
    23. Dezember 2017

    Mnja, Sie belegen erneut eindrucksvoll, nichts, aber auch gar nichts verstanden zu haben. Nehmen Sie sich doch einfach mal die Zeit und lesen sich eine Definition zu gender durch. Vielleicht wirds dann auch Ihnen klar, was mit “sozialem Geschlecht” gemeint ist. (Pro-Tipp: es könnte was mit anerzogenen Geschlechterrollen, also einem biologischen Geschlecht zugeordnete Fähigkeiten und sich daraus ergebende Tätigkeiten, zu tun haben)

  18. #20 Dr. Webbaer
    23. Dezember 2017

    Ist ja alles hier verstanden worden, das mit dem “sozialen Geschlecht” und das mit den ‘anerzogenen Geschlechterrollen’.
    Es überzeugte nur nicht.
    Sie dürfen übrigens gerne nur auch argumentieren, Kommentatorenkollege ‘dikeledi’, auch die Fallacies, insbesondere das Ad Hominem zu meiden suchen.
    Oben stand bspw. eine glasklare und an Sie gerichtete Frage i.p. “Transracialism”, warum wäre der I.E. besser oder schlechter als die “Gender-Geschichte”?

    Übrigens ist der Schreiber dieser Zeilen philophischer Konstruktivist, versteht Aussagen, auch für die sogenannten Gender Studies grundlegende, gut, vergleiche :

    Man ist nicht als Frau geboren, man wird es. [Simone de Beauvoir]

    MFG
    Dr. Weihnachtswebbaer

  19. #21 dikeledi
    23. Dezember 2017

    @ Wb

    Bleibt erstmal zu klären, was Sie unter Transracialsm verstehen. Wenn Sie meinen, dass damit das An- und Umerziehen von physischen Merkmalen der unterschiedlichen menschlichen “Rassen” gemeint sein könnte, ist für mich die Diskussion hier vorbei.
    Wenn Sie damit in Verbindung bringen, dass es Unsinn ist, den unterschiedlichen “Rassen” pauschal Eigenschaften und Fähigkeiten zuzuordnen und damit dann Tätigkeiten abzuleiten, ist mir das eigentlich auch schon wieder zu banal.

  20. #22 Dr. Webbaer
    23. Dezember 2017

    @ “dicke Lady” :

    Klang schon besser, sachnäher, gemeint ist mit dem oben bereits webverwiesenen “Transracialism”, der auch zunehmend in den Staaten am Campus diskutiert wird, dass da welche sind, die sich racial (dieses Wort ist in den Staaten nicht negativ konnotiert) persönlich anders fühlen und insofern ähnliche oder gleiche Rechte einfordern könnten, die sich in puncto Sex oder Gender anders fühlen.

    Insofern müsste neben den Gender Studies auch i.p. “Transracialism” ein Fachbereich eingerichtet werden, um die Folgerichtigkeit, die Gerechtigkeit und die Kohärenz zu wahren, finden Sie nicht?

    MFG
    Dr. Webbaer (der natürlich auch ganz schwer unter Speziesismus leidet, als Bär, sich allerdings noch nicht so recht heraus traut, sich nicht dbzgl. outen will)

  21. #23 Dr. Webbaer
    23. Dezember 2017

    *
    persönlich anders fühlen und insofern ähnliche oder gleiche Rechte einfordern könnten [wie diejenigen]m

  22. #24 Dr. Webbaer
    23. Dezember 2017

    **
    wie diejenigen] [,]

  23. #25 dikeledi
    23. Dezember 2017

    Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass Sie immer noch nicht begriffen haben, was gender bedeutet?

    Glücklicherweise kann man das aber überprüfen, indem Sie erklären, was Sie unter z.B. einer Transgender-Frau verstehen.

  24. #26 Dr. Webbaer
    23. Dezember 2017

    Eine sogenannte Transgender-Frau ist eine Person, die sich, wegen dem ‘Trans’ einstmals als Mann begriffen hat und dies biologisch womöglich war, und nun als Frau firmiert, nicht notwendigerweise im einschlägigen Sinne umoperiert (kosmetisch, im biologischen Sinne nichts ändernd), aber doch womöglich den Staat bittend, und womöglich auch die Gesellschaft nötigend, derart personifiziert zu werden, eben staatlicherseits, auch auf anderer Anrede bestehend, auch strafrechtlich (vgl. mit dem Straftatbestand “Beleidigung”) unterstützt.

    Korrekt?

    MFG
    Dr. Weihnachtswebbaer (der abär doch bittet vielleicht noch einmal auf die ganz ähnlich gelagerte Problematik, nein : Herausforderung, Transracialism einzugehen, sofern es passt, konveniert – und Sie, werte “Dicke Lady”, die Lust und Zeit dazu finden)

  25. #27 uwe hauptschueler
    23. Dezember 2017

    “gender…n grammatical grouping of words (nouns and pronouns) into classes ( masmasculine, feminine and neuter). ”
    Oxford Advanced Learner’s Dictionary 1978

    Heute scheint gender so eine Art Religion zu sein.

  26. #28 dikeledi
    23. Dezember 2017

    @ Wb

    Naja, ich hatte es mir ja schon gedacht, aber Sie bekommen es wirklich nicht gebacken, zwischen sex und gender zu unterscheiden. Was Sie da beschreiben ist Transsexualität und hat so gar nichts mit gender zu tun. Wie soll man mit Ihnen diskutieren, wenn Sie für die Diskussion wichtige Begriffsbedeutungen nicht kennen und scheinbar auch nicht kennen wollen?

    Ich hatte Ihnen oben einen Hinweis zu gender gegeben, hat Sie natürlich nicht interessiert.
    Nochmal: Bei gender geht es unter anderem ausgehend vom biologischen Geschlecht um gesellschaftlich zugewiesene Geschlechterrollen. Viele davon sind konstruiert. Dazu ein simples Beispiel: Frauen sind dem Mann intellektuell unterlegen und taugen nur für den Haushalt. Eine Frau die dem zuwider handelt, ist keine richtige Frau. Männer sind Frauen intellektuell überlegen, weswegen nur Sie für anspruchsvolle Tätigkeiten und als Ernährer befähigt sind. Ein Mann, der diesem Bild nicht entspricht, ist kein richtiger Mann.
    Ich denke, wir sind uns einig, dass diese Rollenbilder völliger Unsinn und nicht haltbar sind.
    Gender studies beschäftigen sich deswegen unter anderem mit Herkunft und Auswirkungen solcher ausgedachten Geschlechterrollen.
    Zusammengefaßt: Nicht das Geschlecht ist konstruiert, sondern vielmehr die Geschlechterrolle. Kann man durchaus begreifen. Versuchen Sie es mal. Nur Mut.

  27. #29 Alisier
    23. Dezember 2017

    @ dikeledi
    Ob er das jetzt wirklich liest? Schließlich wirds dann schwierig, an seinen Felhlschlüssen und -interpretationen festzuhalten.
    Aber ignorieren kann er, und wie. Aber danke für den überaus freundlichen Versuch. Vielleicht hilft es anderen auf die Sprünge.
    Obwohl……wers jetzt immer noch nicht begriffen hat…..

  28. #30 Laie
    23. Dezember 2017

    Ja, so ist das. Ich fühle mich auch im falschen Körper. Eigentlich fühle ich mich als Super-Mann, der fliegen kann.

    Auch der Röntgenblick hätte ich recht gern,
    jetzt ist er jedoch noch recht fern.

    Auch mein Hund kann davon berichtern,
    fängt er auch an zu dichten.

    Er schrieb mir die Zeilen,
    hier nicht all zu lange verweilen.

    Frohe Weinachten und ein neus Jahr,
    ist das nicht wunder bar?

  29. #31 anderer Michael
    23. Dezember 2017

    Zumindestens in Deutschland ist diese Szenerie , wie sie dikeledi beschrieben hat ,zum Glück Mindermeinung.
    Ich will nicht behaupten, dass ich in der Genderdebatte den Durchblick habe. Ich achte aber inzwischen darauf und stelle immer wieder verwundert fest, dass es in der Tat biologisch Unterschiede gibt und zwar außerhalb des Bereiches der primären und sekundären Geschlechtsorgane und auch nicht bezogen auf den Körperbau.
    Letztes Beispiel: heftigere Reaktionen auf Impfungen bei Frauen. Das ist im Prinzip nicht zu erwarten.
    Die spannende Frage ist es , ob es Verhaltensunterschiede gibt , die nicht auf die unbestrittenen Geschlechterrollen beruhen.
    Was mich nervt ist die Vermengung politischer Ideologien mit Wissenschaft und blanker Lobbyismus.Seriöse ergebnisoffene Forschung wird dadurch erschwert.
    Ebenfalls erschwert der identitäre Fundamentalismus der Butlerfraktion die Diskussion, dort habe ich manchmal den Eindruck sie wollen ihr totalitäres regressiv -linkes Weltbild auf Kosten von Liberalität und Menschenrechte durchdrücken.
    Kutschera tut mir nur noch leid, er ist der politische Gegenpol und hat seine Glaubwürdigkeit eingebüsst. Das müsste für die Butlerfraktion auch zutreffen, ist aber nicht so.

    Das ist meine Meinung. Mir ist wohl der Unterschied zwischen sex und gender bekannt, gender mainstreaming halte ich im Prinzip für sinnvoll und Diskriminierungen aufgrund Geschlecht oder sexueller legaler Neigungen lehne ich entschieden ab.

    • #32 Joseph Kuhn
      23. Dezember 2017

      @ anderer Michael:

      “identitäre Fundamentalismus der Butlerfraktion … ihr totalitäres regressiv -linkes Weltbild”

      Man sollte nicht einfach mit angelesenen Begriffen um sich werfen. Wo argumentiert Butler denn “identitär”? Ist ihre poststrukturalistische, dekonstruktivistische Position nicht vielmehr genau am anderen Ende des Diskursspektrums anzusiedeln? Und worin besteht ihr “totalitäres regressiv-linkes Weltbild” – welche Art von Emanzipation verweigert sie, welche Art von Diktatur fordert sie? Und was genau kennzeichnet sie als “links”?

  30. #33 RPGNo1
    23. Dezember 2017

    @Joseph Kuhn
    Ich würde jetzt nicht “Butlerfraktion” und “Judith Butler” nicht unbedingt gleichstellen.
    Mich würde ganz ehrlich und vorurteilsfrei interessieren, ob Judith Butler glücklich damit ist, dass sie von sowohl von ihren Bewunderern als auch ihren Gegnern als Ursprung der Genderforschung in Beschlag genommen wird und dass sie deswegen von der einen Seite quasi heilig heiliggesprochen wird und von der anderen verdammt.

  31. #34 Alisier
    23. Dezember 2017

    “Links” ist für viele inzwischen ganz einfach das, was sie nicht mögen und/oder nicht verstehen.
    Früher waren es “Die Franzosen”, dann irgendwann “Die Juden”, später “Die Linken”, inzwischen auch “Die Moslems”.
    Bescheuert bleibt es, und solche primitiven Etikettierungen helfen nie und haben auch noch nie geholfen, sind höchstens ein Symptom und perfekt dazu geeignet jede Diskussion, und das Klima ganz allgemein zu vergiften.
    Wenn jemand Permanent Lenin zitiert und meint das sei sauberes Argumentieren darf man ihn ruhig als Deppen bezeichnen, so wie man jemanden als rechts bezeichnen kann, wenn er permanent rechte Parolen mit Argumenten verwechselt.
    Jenseits dieser Zuschreibungen und Klischees beginnt aber die Diskussion, und dazu sollten wir eigentlich in der Lage sein.

  32. #36 Alisier
    23. Dezember 2017

    Auch bezeichnend: 55% mögen den Artikel nicht und stimmen nicht zu, obwohl die Autorin lediglich etwas erklärt.
    So kennen wir sie, unsere Genderphobiker. Bloss nichts verstehen wollen, aber bei den Vorurteilen bleiben und stolz darauf sein.

  33. #37 Logisch denkender Mensch
    23. Dezember 2017

    Edit: Bitte die Netiquette beachten. Danke. JK

  34. #38 uwe hauptschueler
    24. Dezember 2017

    @ Alisier
    wenn ein Religiöser mir Gott erklärt oder ein Homöopath Globulis, bin ich dann verpflichtet zuzustimmen? Oder gilt dies nur für Progendererklärungen?

  35. #39 Dr. Webbaer
    24. Dezember 2017

    @ Kommentatorenkollege ‘dikeladi’ :

    Was Sie da beschreiben ist Transsexualität und hat so gar nichts mit gender zu tun.

    Mm, mm (eine Art Ablehnungslaut ist hier gemeint), lesen Sie sich bitte den Kommentar #26 noch einmal durch, beginnend mit :

    Eine sogenannte Transgender-Frau ist eine Person, die sich, wegen dem ‘Trans’ einstmals als Mann begriffen hat und dies biologisch womöglich war, und nun als Frau firmiert, nicht notwendigerweise im einschlägigen Sinne umoperiert (kosmetisch, im biologischen Sinne nichts ändernd) (…)
    [Hervorhebungen : Dr. Webbaer (der zwischen “Transsexualität” und “Transgender” zu differenzieren weiß)]

    Gerne korrigieren, punktuell, dabei gerne am Zitat bleiben, vielleicht war ja die eine oder andere Formulierung ungenau, insgesamt war’s abär im Sinne der sogenannten Gender Studies nicht irrig formuliert.

    MFG
    Dr. Weihnachtswebbaer

  36. #40 Solarius
    24. Dezember 2017

    Hallo Herr Kuhn,

    der Link, den sie gestern gepostet haben, zeigt ganz genau, warum die Gender-Studies kritisiert werden. Ich zitiere mal aus dem Link:

    Begin Zitat
    “Ob jemand eine Gebärmutter hat oder nicht, sagt auch laut der biologischen Forschung weiter nichts über Vorlieben, Interessen und Talente aus.”
    Ende Zitat

    Das ist falsch. Männer und Frauen haben im Durchschnitt unterschiedliche Interessen und Vorlieben. Diese unterschiedlichen Interessen und Vorlieben sind zu einem Teil angeboren.

    Auch der erwähnte Herr Fleck irrt sich.

    Nun ja, die Gender-Studies behaupten ja, das sie die Erkenntnisse der Biologie (und dazu gehört auch die Zwillingsforschung) berücksichtigen. Zumindest aber die Autorin dieses von ihn verlinkten Artikels scheint aber der Meinung zu sein, das unterschiedliche Interessen und Vorlieben von Männern und Frauen ausschließlich kulturell bedingt sind.

    Und hier irrt die Autorin Frau Wiedemann. Und für solche Aussagen werden die Gender-Studies zu Recht kritisiert.

  37. #41 Joseph Kuhn
    25. Dezember 2017

    @ Solarius:

    “Das ist falsch.”

    Vielleicht haben Sie recht und Emmy Noether war wegen ihrer Gebärmutter so eine brilliante Mathematikerin, und weil Kutschera keine Gebärmutter hat, glaubt er, dass die Genderstudies die Bevölkerung “regierbar” machen sollen. Es könnte natürlich auch sein, dass Emmy Noether den Verstand hatte, der Kutschera fehlt und dass Kutschera auch mit Gebärmutter so einen Mist erzählen würde.

    Aber danke, dass Sie die Endlosschleife der Diskussion noch mal ganz von vorne begonnen haben. Ich war mir absolut sicher, früher oder später kommt einer, vermutlich ohne Gebärmutter, und macht es.

    “für solche Aussagen werden die Gender-Studies zu Recht kritisiert”

    Sie kritisieren aber eine Journalistin. Ich an Ihrer Stelle hätte einmal geschaut, was so alles in der “Datenbank Geschlechterforschung” ist. Da gibt es bestimmt vieles, was Ihrem confirmation bias Futter gibt, vor allem, wenn Sie das, was Sie lesen, mit der nötigen Voreinstellung lesen. Ob das mit Gebärmutter wohl anders wäre?

  38. #42 Dr. Webbaer
    25. Dezember 2017

    Das grundsätzliche Problem mit den sogenannten Gender Studies besteht aus Sicht des Schreibers dieser Zeilen darin, dass sie individuell gefühltes Geschlecht, dann Gender genannt, dann immer auch sozial wirksam, derart ausbauen, dass sie derartige individuelle Gedankengänge und Ansprüche annehmen und weitergehend theoretisieren, auch mit wissenschaftlichem Anspruch, statt sie abzulehnen.

    Da ist nichts direkt falsch theoretisiert, Dr. Webbaer hat sich auch einige Texte der “Mutter” der sogenannten Gender Studies durchgelesen, Judith Butler ist gemeint, eine talentierte und verständige Dame, aber das Vorhaben ist nicht sinnhaft, auch gesellschaftlich höchst problematisch, erkennbar auch daran, dass die Bildungsstätten derart angepasst werden sollen und es gerade auch junge unsichere Nachwachsende erwischt, mit dieser Lehre.
    Dem Schreiber dieser Zeilen wird bspw. beim Thema ‘Transgender Kid’ sehr unwohl, gerade wenn es an Kinder im vorpubertären Alter geht, die sich für das Geschlecht womöglich nicht sonderlich interessieren und besonders irritierbar sind. [1]

    Zudem ließe sich auf dem Satz – ‘Man ist nicht als Frau geboren, man wird es’ – von Simone de Beauvoir, auf dem Judith Butler aufbaut, wenn positiv angenommen, noch ganz anders aufbauen, nämlich weitere biologisch unveränderliche Merkmale des Individuums meinend.
    Das Beispiel mit dem sogenannten Transracialism ist bereits weiter oben in dieser Kommentatorik genannt worden.

    MFG
    Dr. Webbbaer

    [1]
    Dr. Webbaer hat kürzlich eines gesehen und sich von der werten Gattin erklären lassen, dass es sich bei einem der vielleicht zehn Jahre alten Geschwister, die er als Mädchen in einem schicken Rock gesehen hat, um einen Jungen handelt, dessen Eltern aus einem ehemaligen Fußball-Profi und einem Model bestehen.
    Dieser besondere Fall wäre auch in der Öffentlichkeit bereits Thema gewesen.

  39. #43 dikeledi
    25. Dezember 2017

    @ Solarius

    Auch Sie werden es nicht schaffen, einem emanzipierten Menschen aufgrund der Kenntnis seiner Vorlieben, Interessen und Talente und natürlich auch Leistungen den Besitz oder Nichtbesitz einer Gebärmutter zuzuordnen, da diese geschlechtsunabhängig sind.

    Also nochmal: Eine Geschlechterrolle ist eine kulturell bedingte gesellschaftliche Erwartungshaltung, wie ein Mensch aufgrund seines biologischen Geschlechts zu sein hat. Ihm werden feste Neigungen, Interessen und Fähigkeiten angedichtet und vorgeschrieben und daraus dann gesellschaftliche Funktionen abgeleitet. Offensichtlich werden Menschen nach dieser Erwartungshaltung immer noch getrimmt, ohne ihre tatsächlichen (ob angeboren oder nicht) Neigungen, Interessen und Fähigkeiten zu berücksichtigen und zu fördern. Die selbstbestimmte Gestaltung des eigenen Lebens wird somit be- oder verhindert. Genau genommen ist das eine Verletzung der Menschenrechte.

    Und jetzt kann man sich natürlich fragen, welche Ursachen haben diese ausgedachten Geschlechterrollen, wer denkt sich das aus und wem nützt es warum? Ich wette, die Anworten haben ganz viel mit Religionen und alten Männern, Unterdrückung, Ausbeutung und Mißbrauch tun.

  40. #44 Laie
    25. Dezember 2017

    Vielleicht geht es bei den Gender-Ideologien darum, die Vermehrungsfähigkeit der (heimischen) Bevölkerung gezielt zu schädigen, indem man die Selbstkastration durch Gabe von Hormone fördert, weil Verwirrte medial solange bearbeitet wurden, dies als “normal” anzusehen.

    Das natürliche Familienbild muss ja durch die neuzeitlichen Idiotismen gezielt zerstört werden, das ist der gesellschaftliche Auftrag (der politisch Überkorrekten?)

    Der Erste Anschlag war und ist die gezielte Zerstörung von Sprache, u.a. die Nicht-Unterscheidungsfähigkeit zwischen biologischem und grammatikalschem Geschlecht so schnell in den Köpfen zu verankern. Gegenderte Sprache -> Gegenderte Gedanken -> Gegenderter Verwirrung…

    • #45 Joseph Kuhn
      25. Dezember 2017

      @ Laie:

      “Vielleicht geht es bei den Gender-Ideologien darum, die Vermehrungsfähigkeit der (heimischen) Bevölkerung gezielt zu schädigen, indem man die Selbstkastration durch Gabe von Hormone fördert, weil Verwirrte medial solange bearbeitet wurden, dies als “normal” anzusehen.”

      Ich weiß ja nicht, welche Hormone bei Ihnen durcheinander geraten sind und wer Sie medial bearbeitet hat, aber etwas verwirrt klingt Ihr Kommentar schon. Haben Sie mal nachgesehen, ob Sie eine Gebärmutter haben und ob das etwas mit Ihren Überlegungen zu tun haben könnte?

  41. #46 dikeledi
    25. Dezember 2017

    Wirklich, Wb, kommen Sie schon wieder mit Transsexualität um die Ecke? Wie oft noch, das hat nichts mit gender zu tun. Ihr “individuell gefühltes Geschlecht” hat nichts mit gender zu tun. Und da können Sie noch so oft mit dem Fuß aufstampfen und behaupten, Sie könnten wohl zwischen Transsexualität und Transgender differenzieren. Nen Scheiß können Sie. Ich hatte ja versucht, das Ihnen weiter oben begreiflich zu machen, auch Sie zu motivieren, sich eigenständig Begriffsdefinitionen anzulesen und anzueignen. Es interessiert Sie schlicht nicht. Sie beharren einfach weiterhin uneinsichtig und lernresistent auf eigene zusammenfantasierte Begriffsdefinitionen. So ist eine Diskussion mit Ihnen völlig sinnlos.
    Des Weiteren habe ich den Eindruck, dass Sie Transsexualität verachten. Widerlich!

  42. #47 Dr. Webbaer
    25. Dezember 2017

    @ Kommentatorenkollege ‘dikeladi’ :

    Und jetzt kann man sich natürlich fragen, welche Ursachen haben diese ausgedachten Geschlechterrollen, wer denkt sich das aus und wem nützt es warum?

    Die Natur sicherlich nicht, oder?

    Ich wette, die An[t]worten haben ganz viel mit Religionen und alten Männern, Unterdrückung, Ausbeutung und Mißbrauch tun.

    Womöglich.
    Aber auch mit der Fortplanzung.
    Hier gilt es, aus liberaler Sicht, in der Tat neue Werte zu schaffen, mit dem Weib bspw. angemessen umzugehen wie auch vice versa mit dem Männchen, hier ist in aufklärerischen Gesellschaften, und womöglich nur dort, eine Sinnkrise entstanden, die es zu bearbeiten gilt.

    Die Natur folgt Cui-Bono-Gedanken nicht, sie ist abär grundsätzlich gar nicht so schlecht anzunehmen, wenn am Schluss noch welche da sein sollen.

    Sicherlich gilt es für die Ausübung der Sexualität, auch den Fortplanzungsgedanken berücksichtigend, neu aufzubauen, am besten im aufklärerischen Sinne und von ‘Religionen’ und (schmierigen) ‘alten Männern’ wegkommend, die Kritikpunkte ‘Unterdrückung, Ausbeutung und Mißbrauch’ bleiben in diesem Zusammenhang zu beachten und bei der anfallenden, bei der anzufallenden, neuen Wertebildung einzuarbeiten.

    Wichtich abär, dass am Ende noch welche da sind.

    HTH (“Hope to Help”)
    Dr. Weihnachtswebbaer

  43. #48 Dr. Webbaer
    25. Dezember 2017

    @ Kommentatorenkollege ‘Laie’ :

    Vielleicht geht es bei den Gender-Ideologien darum, die Vermehrungsfähigkeit der (heimischen) Bevölkerung gezielt zu schädigen, indem man die Selbstkastration durch Gabe von Hormone fördert, weil Verwirrte medial solange bearbeitet wurden, dies als “normal” anzusehen.

    Derart zu vermuten oder gar festzustellen, wäre dann aber womöglich wirklich “neurechts”, haha.

    Dr. Webbaer folgt dem “Andersherum-Ansatz”, nämlich, dass eine weitgehend infertile Gesellschaft, die Zwei-Drittelung je Generation ist gemeint, damit ist nicht zu spaßen, es geht hier ganz schnell Richtung Aussterben, vgl. auch mit dem Gag “Hurra, wir sterben aus!” aus dem Film ‘Ice Age’, sich Entschuldigungstheorien sucht, um ihrem sukzessiven Abdanken einen scheinbar nach Sinn strebenden Rahmen, einen falsch- moralphilosophischen, zu geben.

    MFG
    Dr. Webbaer

  44. #49 Solarius
    26. Dezember 2017

    @ dikeledi

    Was Rollenbilder angeht, stimme ich und vermutlich jeder andere hier dir zu: Niemand sollte aufgrund seines Geschlechts in eine bestimmte Rolle gedrängt werden. Wenn ein Mensch LKW-Fahrer werden will, dann soll er es tun. Und zwar unabhängig von seinem Geschlecht. Und wenn ein Mensch gern im Kindergarten arbeiten will, dann soll er es zun. Und zwar unabhängig von seinem Geschlecht.

    Diese Dinge stehen sogar in unserem Grundgesetz. Artikel 2: Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, …

    Auch hast du Recht, wenn du meinst, das man nicht aufgrund von Interessen und Vorlieben auf das Geschlecht schließen kann. Es gibt Männer und Frauen, die Maschinenbau studieren. Und es gibt Männer und Frauen, die gern im Kindergarten arbeiten. Trotzdem haben Männer und Frauen im Durchschnitt unterschiedliche Interessen und Vorlieben. Frauen wählen im Durchschnitt andere Berufe als Männer. Und das tun sie nicht, weil sie wegen irgendwelcher Rollenbilder in diese Berufe gedrängt werden. Nein. Sie tun es, weil sie es wollen. Interessen und Vorlieben sind nämlich zu einem großen Teil auch angeboren. Ich verlinke ihnen dazu eine Sendung aus der Reihe “Geist und Gehirn” von Professor Spitzer:

    http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/geist-und-gehirn/geist-und-gehirn-manfred-spitzer-gehirnforschung188.html

    Ja, sogar Meinungen können vererbt werden. Wie das geht, erklärt Professor Spitzer in dem Video sehr gut.

    • #50 Joseph Kuhn
      26. Dezember 2017

      @ Solarius:

      Es bezweifelt doch niemand, dass mit dem biologischen Geschlecht auch psychische Dispositionen verbunden sind, die sich ggf. in der Berufswahl niederschlagen. Aber das festzustellen, ist ziemlich gedankenlos. Klüger wird man, wenn man fragt, was daraus folgt. Die ganze Zivilisation ist darauf ausgerichtet, uns von unseren biologischen Beschränkungen zu emanzipieren. Wir fahren schneller Auto als wir laufen können, wir fliegen weiter als wir springen können, warum also sollen wir z.B. Männer, die das wollen, nicht auch durch geeignete Arbeitszeitregelungen etc. dabei unterstützen, sich an der Erziehung der Kinder zu beteiligen – falls ihnen das “biologisch” nicht so nahe liegen sollte wie Frauen (ich habe keine Ahnung, ob es so ist).

      Problematisch wird die Berufung auf die Biologie immer dann, wenn man daraus ableitet, dass möglicherweise biologisch grundierte Dispositionen auch gesellschaftlich so festzuschreiben sind, weil das “natürlich” sei. Zumal wir oft nicht einmal wissen, was wirklich “natürlich” ist. Vor 100 Jahren gab es so gut wie keine Ärztinnen, Anfang der 1990er Jahr lag der Frauenanteil unter den Ärzt/innen bei einem Drittel, jetzt ist es die Hälfte und unter den Medizinstudierenden sind es sogar schon zwei Drittel. Sie dürfen selbst recherchieren, mit welche biologistischen Argumenten man früher begründet hat, warum Frauen nicht für den Arztberuf geeignet sind.

      Davon abgesehen war das Thema des Blogs nicht “gibt es Unterschiede zwischen Männern und Frauen” (ja klar, sogar einen bei manchen Männern kleinen), sondern der Hinweis des Wissenschaftstags an der FU Berlin auf die breite Vielfalt der Geschlechterforschung, und der zu diesem Anlass von Elsässers Verschwörungssumpf wiederveröffentlichte unterirdische Kommentar Kutscheras.

  45. #51 Dr. Webbaer
    27. Dezember 2017

    Kultur kann jedenfalls nicht direkt vererbt werden, dafür ist sie zu komplex, so meinen viele, und zu veränderlich.
    Die Voraussetzungen Kultur herauszubilden dagegen schon.
    Zudem gibt es ja noch den anderen, den geschlechtlichen Partner.
    Bei der “Weibchen-Männchen-Problematik”, sollte sie eine sein, gibt es dann, so meinen viele, schon das Bedürfnis die Art, in diesem Fall, die menschliche, in ihrem Bestand aufrecht zu erhalten.
    Neu hinzugekommen ist nun, nun seit ca. 50 Jahren, die Antikonzeption, die womöglich, aber nur womöglich in der Lage ist diejenigen ins evolutionäre Jenseits zu schicken, die nicht hinreichend sozial sind Kinder zu zeugen, zu gebären wie aufzuziehen.
    An diesem Punkt ließe sich vielleicht eine Ausnahme machen, allerdings gilt die Sicherstellung des Bestandserhalts, soweit Dr. Webbaer weiß, noch nicht als Kultur, wird sie ja auch von anderen Lebewesen versucht, denen Kultur nicht zuzusprechen ist.
    Die Epigenetik ist in diesem Zusammenhang von Interesse, Dr. W hat sich hier von einigen Biologen, dankenswerterweise, beraten lassen und die Epigenetik könnte schon das Zeitliche, das Aktuelle, das Tagesgeschäft sozusagen, partiell in diejenigen Erbnachfolger hineintragen, deren Altvordere bspw. bestimmte Verfolgungserfahrungen gemacht haben.

    Hier – ‘Die ganze Zivilisation ist darauf ausgerichtet, uns von unseren biologischen Beschränkungen zu emanzipieren.’ – setzt es natürlich einen Pluspunkt.
    Die Natur an sich kann als eine Art Sklavenhaltung verstanden werden, aus der sich Individuen zu emanzipieren haben, sozusagen aus der Natur herausgehend (“emancipare“) freigesetzt werden oder sich selbst freisetzen, sich so von der “Hand der Natur” entscheidend entfernen.
    MFG + frohes Neues schon mal,
    Dr. Webbaer (der natürlich “jetzt nicht so der Evolutionsbiologe” ist)

  46. #52 Solarius
    27. Dezember 2017

    Hallo Herr Kuhn,
    ich schrieb nicht von psychischen Dispositionen. Die sind in der Tat unbestritten. Ich schrieb von unterschiedlichen Interessen und Vorlieben, die zum Teil angeboren sind. Und es ist wichtig, dies festzustellen. Denn daraus folgt, das ein geringer Anteil von Frauen in bestimmten Berufen nicht zwangsläufig auf Diskriminierung beruht. Nein. Es kann eben auch an unterschiedlichen Interessen und Vorlieben liegen.

    Problematisch wird die Berufung auf die Biologie immer dann, wenn man daraus ableitet, dass möglicherweise biologisch grundierte Dispositionen auch gesellschaftlich so festzuschreiben sind, weil das “natürlich” sei. Zumal wir oft nicht einmal wissen, was wirklich “natürlich” ist.

    Mit der Frauenquote wird auch ein gesellschaftlicher Zustand festgeschrieben. Und es wird mit angeblicher Diskriminierung von Frauen begründet. Tatsächlich werden aber erst durch die Quote Menschen diskriminiert.

    Aber kommen wir jetzt doch noch zu Herrn Kutschera. Und in einem Punkt teile ich ihre Meinung. Was Herr Kutschera über die Ehe von Homosexuellen gesagt hat, ist Unsinn. Ich glaube nicht, das es unter den Homosexuellen mehr Pädophile gibt, als unter Heterosexuellen. Aber wenn man in einem Punkt Unsinn sagt, heißt das nicht, das alles andere auch Unsinn ist. Herr Kutschera und einige andere Biologen, die sie auch schon einige Male in ihrem Blog erwähnt haben, wehren sich offenbar gegen Fehler, die in die Biologie einfließen. Herr Kutschera hat in seinem Buch ein paar Beispiele benannt. Und wenn Herr Kutschera diese Fehler entdeckt, dann hat er selbsverständlich das Recht, darauf hinzuweisen. Herr Kutschera ist nicht irgendjemand. Er ist Professor für Biologie. Und als Professor für Biologie hat er meiner Meinung nach nicht nur das Recht, sondern auch ein wenig die Pflicht, darauf hinzuweisen. Herr Kutschera verteidigt die Biologie mit Zähnen und Klauen. Und wie gesagt: Herr Kutschera ist nicht der einzige. Es sind auch andere Professoren, die auf Fehler hinweisen. Es sind Professoren, die auf Unwissenschaftlichkeit in einigen Bereichen hinweisen. Vielleicht sollte man auch mal annehmen, das diese Professoren Recht haben.

    Ich finde es außerdem Bemerkenswert, das Herr Kutschera sich nach eigenen Angaben sehr für Frauenförderung einsetzt. Er schimpft in seinem Buch sehr, das man gute Wissenschaftlerinnen nicht benachteiligen soll!

    @Dr. Webbaer

    Ich verlinke einen Artikel im Deutschlandfunk. Demnach sind epigenetische Effekte nicht so durchschlagend.

    http://www.deutschlandfunk.de/persoenlichkeitsentwicklung-rolle-der-gene-bislang.1148.de.html?dram:article_id=393736

    Die im Link erwähnte Studie Twinlife läuft noch bis 2025.

    Herr Kuhn,
    ihre Argumentation ist zum Teil auch philosophisch. Sie wollen sich von ihren biologischen Beschränkungen emanzipieren. Aber vielleicht ist es dafür erforderlich, erst einmal die biologischen Beschränkungen zu erkennen. Unser Geist ist an das Gehirn gebunden. Kommt es zu einem Hirnschaden, dann ist auch unser Geist betroffen. Er wird weniger. Je stärker das Gehirn geschädigt wird, um so stärker wird der Geist geschädigt. Ist das Gehirn tot, dann ist auch der Geist tot. Die Möglichkeiten der Menschen über die Materie hinauszuwachsen sind sehr beschränkt. Trotzdem haben sie Recht: Wir Menschen sollten ständig daran arbeiten, uns weiterzuentwickeln. Über uns hinauszuwachsen.

    Die Rolle der Gene ist bislang unterschätzt. Sagt Professor Frank Spinath in obigem Link.

    Und noch was: Sie hatten die Männer erwähnt, die sich an der Erziehung der Kinder beteiligen wollen. Dazu verlinke etwas über das Doppelresidenzmodell:

    https://www.doppelresidenz.org/page/news/gemeinsame-erklaerung-leitbild-doppelresidenz.php?leptoken=7b693d47f9c2e87aef27ez1510090352&leptoken=197db11d81aa23bbf69c4z1510233733&leptoken=5b79bcbaaa4c710413387z1510234464&leptoken=2652fdcf8e2589ca5548fz1510234740&leptoken=dba7a6c1d9878e5270a1ez1510304547&leptoken=2f00ff5a80d6f46f465dez1510304863&leptoken=54d8e96a4936b269cd4f5z1510304925

  47. #53 dikeledi
    27. Dezember 2017

    @ Solarius

    Ich bestreite nicht die Möglichkeit, dass sich die Verteilung und Kombination von Neigungen, Fähigkeiten, Vorlieben usw. zwischen Männern und Frauen unterscheiden. Das heißt aber nicht, dass man feste Rollenbilder (z.B. in Fragen von Kleidung, Beruf, Hobbys usw.) ableiten kann und die Entwicklung eines Menschen daran festmachen darf.
    Im Übrigen finde ich es gar nicht so leicht, Neigungen, Fähigkeiten, Vorlieben usw. eines Menschen herauszubekommen, geschweige denn dann noch Vergleiche zwischen Menschen anzustellen. Das setzt ja voraus, dass man den (jungen) Menschen sich umfangreich ausprobieren und über seine Entwicklung (mit)entscheiden läßt.
    Leider habe ich den leisen Verdacht, dass das so nicht in dem Umfange geschieht, wie das sein müßte. Z.B. sitze ich oft vor jungen Leuten und stelle mit Bedauern fest, dass da große Potentiale nicht erkannt oder gefördert und ausgeschöpft werden. Wenn man sein Töchterchen nunmal ausschließlich als Prinzessin erzieht, wird diese kaum eine Schachgroßmeisterin oder Ingenieuerin, obwohl sie es drauf haben könnte, wenn sie ihre Fähigkeiten gewußt hätte. Für die Frau ist dann die Berufsauswahl eher mager, weil sie eben in ein Rollenbild gezwängt wurde, was eben nicht zur Ausübung anspruchsvoller Tätigkeiten befähigt, und sich sicher zum Teil auch hat blenden lassen. Ob die Berufswahl dann etwas mit “wollen” oder gar Zufriedenheit zu tun hat, bezweifele ich stark, ich würde eher sagen “es bleibt ja nichts anderes übrig”.

  48. #54 Joseph Kuhn
    27. Dezember 2017

    @ Solarius:

    “ich schrieb nicht von psychischen Dispositionen. Die sind in der Tat unbestritten. Ich schrieb von unterschiedlichen Interessen und Vorlieben, die zum Teil angeboren sind”

    Was Sie da schreiben, verstehe ich schlicht nicht. Sind Vorlieben keine psychischen Dispositionen?

    Und sagen Sie doch mal konkret, welche Berufswahl “angeboren” ist, das Beispiel kam ja jetzt mehrfach von Ihnen.

    “Tatsächlich werden aber erst durch die Quote Menschen diskriminiert.”

    Soso.

    ” Herr Kutschera verteidigt die Biologie mit Zähnen und Klauen.”

    Er sollte lieber seinen Verstand benutzen.

    “Unser Geist ist an das Gehirn gebunden.”

    Danke, das wusste ich nicht. Ich dachte, er steckt in den Zehennägeln. Sorry, wenn mir solche Plattheiten mit dem Anspruch entgegengehalten werden, ein Argument einzubringen, kann ich nicht mehr ernst bleiben.

    “Die Rolle der Gene ist bislang unterschätzt.”

    Oder überschätzt, je nachdem, um was es geht. Morgens ist es später als Abends, oder früher, je nachdem.

  49. #55 RPGNo1
    28. Dezember 2017

    Ich bin dafür, dass wir ein neues Gesetz formulieren: “Mit zunehmender Länge einer Online-Diskussion auf ScienceBlogs über Gender nähert sich die Wahrscheinlichkeit für die Erwähnung von Ulrich Kutschera dem Wert Eins an.” 😉

  50. #56 anderer Michael
    28. Dezember 2017

    Weihnachten ist zu Ende.
    1. Gender ist kein wissenschaftlicher definierter eindeutiger Begriff, es ist eine politische Strömung.
    Es sei denn, man bezieht sich nur auf gender im Sinne einer gesellschaftlich erlernten erwünschten anerzogenen Geschlechterrolle , das soziale Geschlecht. Dann ist es ein wissenschaftlicher Begriff.
    Gender als politische Bewegung ist nicht wissenschaftlich, genauso wie Queer, Transgender oder LBQGT (oder wie das sich nennt).

    2. Es gibt gender wie unter 1 definiert. Die Frage ist eben: ist das gesamte Verhalten sozial erlernt oder nicht. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass das nicht der Fall ist. Inwiefern das im Detail zutrifft, ob bei jedem , in welcher Ausprägung oder ob Verhaltensunterschiede durch andere als geschlechtliche Erwartungen geprägt werden , ist Gegenstand der Forschung ( oder sollte es sein)

    3. Die politische Strömung “gender” ist totalitär ( siehe Sprachregelungen ( jenseits gender mainstreaming )oder Eingriffe in die Forschung , siehe Lobbyismus mit Akquirierung öffentlicher Mittel und Übernahme staatlicher Aufgaben, Festlegen der mainstream Meinung).
    Teile der politischen Gender sind regressiv links, wer Genitalverstümmelung unter critical whiteness Aspekten als cutting bezeichnet, dabei eloquent inhaltlich daneben redet ,verhöhnt Opfer religiöser Praktiken unter Ausschaltung des Verstandes( ich habe das ganze zweimal bereits verlinkt, hat keinen interessiert, für was Steuermittel ausgegeben werden).
    Desweiteren relativieren politisch identitäre gender ( die als links zu bezeichnen eigentlich ein Quatsch ist) Menschenrechtsverletzungen in Parallelgesellschaften, im Gegensatz zu den “klassischen” Feministen a la Alice Schwarzer.

    Ich behaupte nicht, den Durchblick zu haben, und irre mich immer mal wieder. Ich habe mich allerdings inhaltlich sehr wohl damit beschäftigt. Mich ärgern immer Menschen , die moralistisch vorgeben, was andere zu denken haben und wie wir zu handeln oder zu sprechen oder zu leben haben( das gibt es natürlich auch im rechtsextremistischen Bereich) Und dieses auf der Grundlage persönlicher Meinungen oder Weltanschauungen unter Verweigerung anderer Auffassungen ,so wie die politische Genderbewegung es praktiziert.

    4.
    Zum Schluss. Hallo , ich bin Hausmann, ich weiß zumindestens dabei, wovon ich rede. Ich weiß in der Beziehung hautnah, was gender als soziales Konstrukt sein könnte Ich habe die Entwicklung meiner Kinder 24 h am Tag im Detail erfahren und mir schon ,noch bevor gender in aller Munde war, Gedanken gemacht.Deswegen müssen meine Gedanken nicht richtig sein , ich habe sie mir aber nicht einfach ausgedacht .

    • #57 Joseph Kuhn
      28. Dezember 2017

      @ anderer Michael:

      “Die politische Strömung “gender” ist totalitär”

      Bei diesem Wortmissbrauch würde sich Hannah Arendt im Grab umdrehen, wenn sie könnte. Es gibt Feminismus als frauenpolitische Bewegung, es gibt gender mainstreaming als gleichstellungspolitische Richtung, und es gibt die tradierten Geschlechterrollen, die still und unauffällig dafür sorgen, dass in der Regel Männer die gutbezahlten Jobs haben. Und wenn das grundsätzlich infrage gestellt wird, rasten die kastrationsverängstigten Kutscheras aus und laufen verbal Amok und beschweren sich darüber, dass Feministinnen andere Meinungen als sie vertreten. Karl Valentin und Liesl Karlstadt hätten daran ihre helle Freude gehabt.

  51. #58 anderer Michael
    28. Dezember 2017

    “Vielleicht geht es bei den Gender-Ideologien darum, die Vermehrungsfähigkeit der (heimischen) Bevölkerung gezielt zu schädigen, indem man die Selbstkastration durch Gabe von Hormone fördert, weil Verwirrte medial solange bearbeitet wurden, dies als “normal” anzusehen”

    Laie
    Sofern du das ernst meinst, ist das eine Verschwörungstheorie auf Chemtrailniveau. Niemand schluckt zu diesem Zweck unfreiwillig Hormone.

  52. #59 Dr. Webbaer
    28. Dezember 2017

    @ Kommentatorenkollege ‘anderer Michael’ :

    Dr. W hat sich derartiger Sichtenbildung, im Sinne von “Muss ich haben, hier und jetzt!” ebenfalls nicht anschließen können, aber grundsätzlich der bekannten Infertilität dienende, weil diese womöglich entschuldigend dbzgl. wirken sollen, Theorien wie bspw. die sogenannten Gender Studies tragen unzureichende Fertilität sozusagen in sich.

    Beim ‘Schlucken von Hormonen’, Ihr Zitat, weisen Sie eigentlich nur nach, dass Sie das Ideen- und Werte-Konglomerat der sogenannten Gender Studies nicht verstanden haben.
    Gerne noch mal reinschauen und zugegebenerweise schwer zu verstehende Texte bspw. aus den Hause Judith Butler zu verstehen suchen!

    MFG
    Dr. W

  53. #60 dikeledi
    28. Dezember 2017

    @ Wb

    Wenn ich Sie richtig verstehe, behaupten Sie, beobachtende und beschreibende Forschung führt zu verminderter und unzureichender Fruchtbarkeit des Menschen. Steile These. Diese Gedankengänge muß man erstmal hinbekommen.

  54. #61 Beobachter
    28. Dezember 2017

    @ RPGNo 1, # 55:

    Was willst du mit deinem Kommentar eigentlich sagen?

    Mich wundert immer wieder, dass es wegen des Biologismus und der Geisteswissenschafts-Feindlichkeit eines Ulrich Kutschera keinen empörten Aufschrei seiner Biologen-Kollegen (auch hier bei SB) gibt.
    Man kann ihn und seine Äußerungen gar nicht oft genug erwähnen und seine öffentlichen Bekenntnisse auseinandernehmen.

    Warum sollte man einer seriösen, wissenschaftlichen Genderforschung die Existenzberechtigung und gar die Fördermittel nehmen wollen?
    Es ist wohl unbestritten, dass bis heute die eine Hälfte der Menschheit, nämlich die Frauen, benachteiligt wird und nicht die gleichen Chancen und Förderungen erhält wie die andere Hälfte.
    Deshalb ist Feminismus auch heutzutage nicht obsolet, sondern notwendig.

    Das sind Binsenweisheiten – aber ich sehe und denke, dass selbst die hier öfters mal von Kommentatoren infrage gestellt und/oder als “überholt” dargestellt werden.

    „Man ist nicht als Frau geboren, man wird es“
    – Simone de Beauvoir –

  55. #62 Dr. Webbaer
    28. Dezember 2017

    @ Kommentatorenkollege ‘dideladi’ :

    Wenn ich Sie richtig verstehe, behaupten Sie, beobachtende und beschreibende Forschung führt zu verminderter und unzureichender Fruchtbarkeit des Menschen.

    Gemeint war, dass unzureichend fertile Gesellschaften sozusagen Entschuldigungstheorien zu entwickeln haben, die unzureichende Fertilität eben entschuldigen.

    Also andersherum, wie bereits auch Kommentatorenkollege ‘Laie’ so mitgeteilt, weiter oben.


    Ansonsten, der Schreiber dieser Zeilen kennt Esoterik der Art ‘Kritische Theorie’, ‘Sozialistische Marktwirtschaft’, ‘Kreationismus’, ‘Homöopathie’ etc. nur derart als wissenschaftlich an, als dass sie mit einem A-Tritt von den Bildungsstätten entfernt werden sollten.

    MFG + frohes Neues,
    Dr. Webbaer

  56. #63 Solarius
    28. Dezember 2017

    @dikeledi

    Ich hatte bereits erwähnt, das ich ihre Meinung über Rollenbilder teile. Man darf Menschen nicht aufgrund ihres Geschlechts in eine Rolle stecken. Auch ich als Mann möchte nicht in eine Rolle gesteckt werden. “Ein Mann muß doch…”. Ich bin übrigens auch Hausmann.

    Neben den Fähigkeiten und Möglichkeiten, die ein Mensch hat, sind auch die Interessen und Vorlieben zu berücksichtigen. Muß ein Mensch unbedingt Schachgroßmeister werden, nur weil er vielleicht die geistigen Fähigkeiten dazu hat? Nein, meine ich. Bei der Berufswahl ist es dann schon ernster. Man muß ja Geld verdienen. Aber trotzdem argumentiere ich genau so: Muß ein Mensch unbedingt Ingenieur werden, nur weil er vielleicht die geistigen Fähigkeiten dazu hat? Ich meine Nein. Wenn dieser Mensch lieber Arzt oder Lehrer werden will, dann soll er es tun. Und ich würde sogar noch weiter gehen: Wenn dieser Mensch gern Gärtner werden will, dann soll er es tun. Als Vater würde ich zwar Ratschläge geben, aber nichts bestimmen. Mein Sohn möchte gern Naturforscher werden. Nun ja, er ist erst 7 Jahre alt.

    Auf jeden Fall wird er Geld verdienen müssen. Da wird ihm nichts anderes übrig bleiben. Auch ihrer Tochter wird nichts anderes übrig bleiben. Da haben sie vollkommen Recht.

    Ich verlinke in meinem nächsten Beitrag noch etwas über die Berufswahl von Frauen. Herr Kuhn hat mich danach gefragt. Vielleicht interessiert sie das auch…

  57. #64 Solarius
    28. Dezember 2017

    @ Joseph Kuhn

    Offenbar habe ich den Begriff “psychische Disposition” missverstanden. Mein Fehler. Sorry.

    Ich verwende trotzdem lieber die Wörter Interessen und Vorlieben. Und ich freue mich, das wir in diesem Punkt Einigkeit erzielt haben:

    Männer und Frauen haben unterschiedliche Interessen und Vorlieben. Diese unterschiedlichen Interessen und Vorlieben sind zu einem Teil angeboren.

    Nun zu den Vorlieben bei der Berufswahl. Ich verlinke ihnen zuerst einmal eine Ausgabe des Spiegel aus dem Jahre 1990 und ich zitiere ein wenig daraus:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13499296.html

    Zitat Spiegel:

    So sind nach Ansicht der Zwillingsforscher unter anderem *___die Neigungen zu Religiosität, politischem Radikalismus ____oder auch zu Toleranz gegenüber sexuellen Minderheiten ____in hohem Maße angeboren; *___auch berufliche Fähigkeiten und Vorlieben weit stärker ____als bislang angenommen durch Erbanlagen als durch ____familiäre Umwelt beeinflußt; *___die Möglichkeiten, Intelligenz und Lernfähigkeit durch ____die Erziehung zu beeinflussen, gering.

    Und noch ein Zitat aus dieser Quelle:

    Für die Ergebnisse war es fast gleichgültig, ob Zwillinge gemeinsam oder getrennt aufgewachsen waren, wichtig für den Grad der Übereinstimmung war stets nur, ob es sich um ein- oder zweieiige gehandelt hatte.

    Mit anderen Worten: Die Berufswahl wird viel mehr von den Genen bestimmt, als durch die Umwelt. Und in einem freien und wohlhabenden Land wie Deutschland wählen die Menschen frei. Genau wie in Norwegen. In Norwegen hat man sehr viel getan, um Rollenbildern entgegenzuwirken. Man hatte einen gewissen Erfolg. Aber leider nicht so stark wie erhofft. Und der Erfolg wurde wieder geringer, wenn man ein wenig in den Bemühungen nachließ. Darüber hat sich auch der norwegische Soziologe Harald Eia gewundert. Er hat deswegen verschiedene Wissenschaftler befragt. Auch viele “gewöhnliche” Menschen.

    https://www.youtube.com/watch?v=3OfoZR8aZt4
    Norwegisch mit deutschen Untertiteln. 40 sehr interessante Minuten.

    Und nun noch einmal zu Herrn Kutschera. Sie sagen, er solle lieber seinen Verstand benutzen.

    Also das Buch von Herrn Kutschera ist sehr gut. Herr Kutschera belegt seine Behauptungen. In seinem Buch findet man viele Quellenangaben.

  58. #65 RPGNo1
    28. Dezember 2017

    @Beobachter
    Godwin’s law – läutet da etwas? Ich habe mein “Gesetz” dementsprechend erstellt und mit einem Augenzwinkern versehen.
    Wer hier bei Joseph Kuhn das Thema “Gender” über die vergangenen gut 2 Jahre verfolgt hat, weiß, dass irgendwann der Name Kutschera in den Ring geworfen wird (Ich habe es in der Vergangenheit selbst des öfteren getan) und dass dann eine sinnvolle Diskussion meist nicht mehr zu erwarten ist.

    Mich wundert immer wieder, dass es wegen des Biologismus und der Geisteswissenschafts-Feindlichkeit eines Ulrich Kutschera keinen empörten Aufschrei seiner Biologen-Kollegen (auch hier bei SB) gibt.

    Google mal nach “Hans Zauner”, Biologe und Jounalist bei Laborjounal, der auch des öfteren bei Joseph Kuhn kommentiert. Du wirst einige sehr kritische Aussagen finden.

  59. #66 Joseph Kuhn
    28. Dezember 2017

    @ Solarius:

    “Die Berufswahl wird viel mehr von den Genen bestimmt, als durch die Umwelt.”

    Nach der Lektüre eines Spiegel-Artikels aus dem Jahr 1990 kommen Sie zu solchen steilen Thesen? Haben Sie über die Sache mit Ärztinnen wenigstens einmal nachgedacht? Ich persönlich bin ja froh, dass mich meine Gene beruflich nicht zum Sklaven auf einer Bananenplantage bestimmt haben, das hätte ich doch bedauerlich gefunden.

    “Und in einem freien und wohlhabenden Land wie Deutschland wählen die Menschen frei.”

    Wenn Sie das sagen, dann wird wohl die Putzfrau sich den Job genauso frei ausgewählt haben wie der Medizinprofessor (der ist in der Regel männlich). Was ich allerdings nicht verstehe: Oben sagen Sie, die Berufswahl wird von den Genen bestimmt (noch weiter oben war’s die Gebärmutter). Hatte die Frau aus dem Arbeiterviertel jetzt eine genetische Disposition zur Putzfrauenkarriere oder hätte sie auch frei wählen können, Medizinprofessorin werden zu können?

    “der norwegische Soziologe Harald Eia”

    … ist vor allem Unterhaltungskünstler. Kutschera würde ihm – wäre es nicht sein Geistesbruder – sicher jede Kompetenz in Geschlechterfragen absprechen.

    “Also das Buch von Herrn Kutschera ist sehr gut.”

    Ihre Meinung wird ihn freuen. Ich halte ihn, was seine Gender-Thesen angeht, für einen bornierten Trottel.

    Wir sollten unsere “Diskussion” hier beenden. Das Thema des Blogs interessiert Sie nicht, Sie wollen ihre Ansichten über das Verhältnis Nature-Nurture loswerden und bemühen dazu alte Spiegel-Artikel. Ich nehme an, Sie sind nicht selbst in der Wissenschaft oder wissenschaftsnah tätig und Sie machen auch nicht den Eindruck, als ob Sie an Argumenten interessiert sind – die sprechen fast nie nur für eine Seite. Warum diskutieren Sie also Ihre Ansichten nicht einfach in den einschlägigen genderkritischen Foren? Das ist man Ihrer Meinung und Sie haben trotzdem etwas Unterhaltung über die Feiertage. Ich will mich daran auf diesen Niveau aber nicht mehr beteiligen.

  60. #67 Beobachter
    28. Dezember 2017

    @ RPGNo 1, # 65:

    Dass Joseph Kuhn und Hans Zauner sich des öfteren mit den Äußerungen Kutscheras zur Genderforschung kritisch auseinandersetzen, ist mir nicht entgangen.
    Martin Bäker hat unsere Sprachgewohnheiten/-regeln auf Geschlechtsspezifisches hin kritisch beleuchtet.
    Ansonsten sind Genderforschung, Feminismus und Gleichberechtigung hier kein Thema und haben offenbar keine “praktische Relevanz”.
    BloggerInnen und KommentatorInnen sind hier in erschreckender Minderzahl vertreten, das scheint selbstverständlich und ganz normal zu sein.

    ” … dass irgendwann der Name Kutschera in den Ring geworfen wird (Ich habe es in der Vergangenheit selbst des öfteren getan) und dass dann eine sinnvolle Diskussion meist nicht mehr zu erwarten ist. … ”

    Und warum ist die meist nicht mehr zu erwarten?
    Weil die meisten Kommentatoren die reaktionären “steilen Thesen” eines Herrn Kutschera ganz gut finden und meist noch bekräftigend eins obendrauf setzen.
    Es ist unglaublich, was hier in den Kommentarspalten von männlicher Seite so alles geäußert wird und wie dort mit Begriffen umgegangen wird bzw. wie sie missbraucht werden.
    Oder es wird jedweder Genderforschung sofort irgendeine Ideologie unterstellt – meist einer “linken” “Gleichmacherei” bis hin zur “psychischen Vergewaltigung”.
    Und von Geistes- und Sozialwissenschaften hält man eh nicht viel; es sind ja nur “weiche Wissenschaften” bzw. überhaupt keine.

    Im Grunde scheint sich in den Köpfen und in der Praxis nichts Grundlegendes geändert zu haben.
    Noch in den 1970-er Jahren mussten Mädchen aus “gutbürgerlichem Hause” darum kämpfen, das Abitur machen zu können, denn es war für sie nach der Mittleren Reife höchstens noch die Einjährige Handelsschule oder die “Haushaltungsschule” vorgesehen – um die kurze Zeit bis zur Heirat zu überbrücken und dann zumindest für ihren Karriere machenden Mann (z. B. die Doktorarbeit) tippen zu können und ihn, Kinder und Haushalt gut versorgen zu können.
    Aber das liegt ja den Frauen schon in den Genen, sie wollen und können es nicht anders – und sie müssen ja schließlich für den Fortbestand unserer westlichen Zivilisation sorgen …

  61. #68 Solarius
    29. Dezember 2017

    @ Beobachter

    „Man ist nicht als Frau geboren, man wird es“
    – Simone de Beauvoir –

    Hier irrt Frau Beauvoir.

    Ich möchte hier an dieser Stelle nur ein kleines Beispiel für einen angeborenen Unterschied von Männern und Frauen bringen. Und zwar den Mandelkern. Ich verlinke dazu eine Sendung von “Planet Wissen” über die Pubertät:

    https://www.planet-wissen.de/video-pubertaet–die-wilden-jahre-100.html

    In dieser Sendung gibt Frau Prof. Dr. Kerstin Konrad ein Interview. Es beginnt in der 29. Minute und endet kurz vor der 33. Minute. Kurz vor dem Ende des Interviews fragt die Moderatorin, ob es einen Unterschiede bei den Geschlechtern gibt. Sie fragt in einer Weise, als ob sie meint, das es sie nicht gäbe. Frau Konrad antwortet, das es möglicherweise doch welche gäbe. Der Mandelkern sorgt dafür, das Jungen möglicherweise weniger ängstlich sind, als Mädchen. – Aber sehen sie selbst. Ähnliches findet man in folgendem Link. Auch hier eine Aussage von Frau Konrad:
    https://www.apotheken-umschau.de/Gehirn/Pubertaet-Gehirn-im-Ausnahmezustand-521627.html
    Demnach sorgt der größere Mandelkern bei Jungen für einen Schutz vor starken Stimmungsschwankungen.

    Das ist jetzt nur ein einziges Beispiel. Und ich hoffe, das es auch für sie offensichtlich ist, das sich der Mandelkern nicht durch äußere Umwelteinflüsse oder sogar Rollenbilder so unterschiedlich entwickelt. Es ist ein angeborener Unterschied von Männern und Frauen. Und dieser Unterschied betrifft die Risikobereitschaft. Und dies ist dann auch eine mögliche Erklärung, warum in manchen beruflichen Positionen mehr Männer arbeiten als Frauen. Eine höhere Risikobereitschaft kann auch ein höheres Gehalt verursachen. Zum Beispiel weil man das Risiko eines Berufswechsels eingeht…

    Es muß nicht immer alles Diskriminierung sein.

  62. #69 Solarius
    29. Dezember 2017

    @ Joseph Kuhn

    Nach der Lektüre eines Spiegel-Artikels aus dem Jahr 1990 kommen Sie zu solchen steilen Thesen?

    Aufgrund der Ergebnisse der Zwillingsforschung komme ich zu diesen Aussagen. Den Spiegel-Artikel habe ich auch deshalb verlinkt, um zu zeigen, wie lange man schon Bescheid weiß.

    Haben Sie über die Sache mit Ärztinnen wenigstens einmal nachgedacht?

    Herr Kuhn,
    wir haben das Jahr 2017. Frauen sind frei in der Berufswahl. Niemand macht ihnen Vorschriften. Jede Frau kann genau den Beruf ergreifen, den sie ergreifen will. Und den Beruf, den die Frau ergreift, den ergreift sie, weil sie das so will. Sie tut es nicht, weil irgendjemand sie mit irgendwelchen biologistischen Argumenten dazu überredet.

    Wenn Sie das sagen, dann wird wohl die Putzfrau sich den Job genauso frei ausgewählt haben wie der Medizinprofessor (der ist in der Regel männlich). Was ich allerdings nicht verstehe: Oben sagen Sie, die Berufswahl wird von den Genen bestimmt (noch weiter oben war’s die Gebärmutter). Hatte die Frau aus dem Arbeiterviertel jetzt eine genetische Disposition zur Putzfrauenkarriere oder hätte sie auch frei wählen können, Medizinprofessorin werden zu können?

    Ja Herr Kuhn. Auch die Putzfrau kann in Deutschland frei wählen. Unter der Beschränkung, das auch sie Geld verdienen muß. Sie muß sich also eine Arbeit suchen. Die Gebärmutter wurde übrigens in dem von Ihnen verlinkten Artikel erwähnt. Gern verlinke ich Ihnen diesen Artikel erneut:
    https://daily.spiegel.de/meinung/gender-studies-warum-hetzen-cdu-leute-und-afd-gegen-die-forschung-a-55755

    Das biologische Geschlecht erschließt sich uns aber nicht jenseits des Sozialen. Ob jemand eine Gebärmutter hat oder nicht, sagt auch laut der biologischen Forschung weiter nichts über Vorlieben, Interessen und Talente aus.

    Dies stimmt nicht. Das hatte ich schon geschrieben. Männer und Frauen haben im Durchschnitt unterschiedliche Interessen und Vorlieben. Und diese unterschiedlichen Interessen und Vorlieben sind zu einem Teil angeboren. Über diesen Punkt haben wir ja schon Einigkeit erzielt.

    Wir sollten unsere “Diskussion” hier beenden.

    Gern. Wir können unsere “Diskussion” hier beenden. Ich werde allerdings weiterhin kommentieren. Ein paar Beiträge kommen noch.

    Ich wünsche Ihnen schon einmal ein frohes neues Jahr. Ich wünsche ihnen Gesundheit und ein langes Leben.

    Warum diskutieren Sie also Ihre Ansichten nicht einfach in den einschlägigen genderkritischen Foren? Das ist man Ihrer Meinung und Sie haben trotzdem etwas Unterhaltung über die Feiertage. Ich will mich daran auf diesen Niveau aber nicht mehr beteiligen.

    Wollen Sie wirklich nur ihre eigene Meinung bestätigt haben wollen? Das kann ich mir bei Ihnen eigentlich gar nicht vorstellen.

    Eine Diskussion ergibt sich ja erst durch unterschiedliche Meinungen.

  63. #70 Solarius
    29. Dezember 2017

    Zum Beitrag 57 von Joseph Kuhn

    …und es gibt die tradierten Geschlechterrollen, die still und unauffällig dafür sorgen, dass in der Regel Männer die gutbezahlten Jobs haben…

    Nein! Das hat überhaupt nichts mit Geschlechterrollen zu tun. Es hat mit unterschiedlichen Interessen und Vorlieben von Männern und Frauen zu tun.

    Ich möchte noch ein Ergebnis der Zwillingsforschung erwähnen:

    “Der Einfluß der Gene nimmt mit dem Alter zu!”

    Das liegt möglicherweise daran, das erwachsene ältere Menschen viel eher das tun, was sie selber tun wollen. Sie lassen sich nicht mehr so sehr von anderen Menschen (ihren Eltern) beeinflussen, wie jüngere Menschen (Kinder).

    Eine erwachsene Frau wird sich in Deutschland nicht in irgendeine Rolle drängen lassen. Eine erwachsene Frau macht in Deutschland genau das, was sie selber für richtig hält.

    Das ist ja gerade das Genderparadoxon: Je freier und wohlhabender eine Gesellschaft ist, um so eher wählen Frauen typische Frauenberufe.

  64. #71 anderer Michael
    29. Dezember 2017

    Herr Kuhn
    Die politische Strömung Gender ist eine Ideologie, die meiner Meinung nichts mit dem wissenschaftlichen Terminus gender zu tun hat, sich diesen nur bedient.
    Zum xten Mal : gender mainstreaming als gesellschaftliche Gleichstellung ist sinnvoll, des weiteren der klassische Feminismus wie ihn Alice Schwarzer vertritt . Ich will Alice nicht als Heilige verkaufen. Sie ist ein ganz normaler Mensch ,also mit Fehlern, aber sie vertritt vehement die Menschenrechte, egal wer gegen diese verstößt . Und sie ist auf Konfrontation mit der Hark/ Butler Fraktion .

    Ich verstehe nicht, warum Sie mich ( als Hausmann 1) immer nur in die Ecke eines kastrationsgeängstigten Kutscheraanhängers stecken.
    Ich habe vor kurzem einen lesenswerten Kommentar in der TAZ dazu gelesen ( Kontroverse Schwarzer/Hark). Ich suche diesen und verlinke.

    1: der Hausmann kommt als selbstgefälliges Totschlagargument rüber. Ich werde es künftig zuvermeiden zu versuchen. Mir ist bewusst, dass es auch ignorante extremistische Hausmänner geben wird.

    • #72 Joseph Kuhn
      29. Dezember 2017

      @ anderer Michael:

      “Ich verstehe nicht, warum Sie mich (…) immer nur in die Ecke eines kastrationsgeängstigten Kutscheraanhängers stecken.”

      Das war nicht auf Sie gemünzt, sondern auf Kutschera und seine Gläubigen.

  65. #73 dikeledi
    29. Dezember 2017

    @ Solarius

    Die Tatsache, dass sich aus welchen Gründen auch immer nicht geförderte und ungebildete Menschen notgedrungen mit einfachen Berufen zufrieden geben müssen, als Beleg für genetisch bedingte freie Berufswahl herzunehmen, ist schon die ganz hohe Schule der Menschenverachtung!

  66. #74 anderer Michael
    29. Dezember 2017

    Dr. Webbaer
    Ich schließe nicht aus, die Werte und Ideen der Genderoideologien nicht komplett verstanden zu haben. Im Gegenteil , es ist wahrscheinlich so.Und manchen Grundgedanken finde ich richtig. Nur eben die politischen Schlussfolgerungen lehne ich entschieden ab.
    GenderIdeologie verhält sich gemäß dem Groucho Marx Zitat:” Politik ist die Kunst, Probleme zu suchen, sie zu finden , eine falsche Diagnose zu stellen und anschließend falsche Gegenmittel einzusetzen.” Gerade im Deutschen Ärzteblatt gelesen, das Zitat in einem anderen Zusammenhang.

    So das die eine Sache. Aber das durchgeknallte Gender mit irgendwelchen Soros, Rothschilds, Großindustriellen und Islamisten in einem dunklen Hinterzimmer zusammensitzen, über die “Umvolkung ” nachdenken und mittels Hormonen die Fertilität des deutschen Volkes (1) einzuschränken versuchen , ist VT pur. Das kann Laie nicht ernst gemeint haben.

    1. Zum deutschen Volk gehört unbestritten auch Keno , der härteste , mir sehr sympathische , Ostfriese ( siehe youtube)

  67. #75 anderer Michael
    29. Dezember 2017

    Herr Kuhn und weitere geschätzte interessierte Mitkommentatorinnen:
    Schneller gefunden als gedacht, die moderne internetgestützte Datenverarbeitung hat doch Vorteile.
    http://taz.de/!5439384/

  68. #76 RPGNo1
    29. Dezember 2017

    @anderer Michael
    Danke für den interessanten Link.

  69. #77 Beobachter
    29. Dezember 2017

    “Die Tatsache, dass sich aus welchen Gründen auch immer nicht geförderte und ungebildete Menschen notgedrungen mit einfachen Berufen zufrieden geben müssen, als Beleg für genetisch bedingte freie Berufswahl herzunehmen, ist schon die ganz hohe Schule der Menschenverachtung!”
    (dikeledi, # 72)

    Wohl wahr – das ist an Menschenverachtung kaum zu übertreffen !

    Und laut “Solarius” (# 68) macht`s die angeborene unterschiedliche Größe des Mandelkerns, dass Frauen putzen gehen und Männer Medizinprofessoren werden.
    Alles ganz normal und legitim und die Folge von angeborenen Unterschieden.

    Vor nicht allzu langer Zeit haben Vertreter der weiße Kolonialmächte behauptet, die Schwarzen hätten kleinere Gehirne und wären “gerade erst wie die Affen von den Bäumen runtergekommen” (sehr schön nachzulesen in der Autobiografie von Doris Lessing).
    Deshalb war es legitim, dass eine weiße Minderheit eine schwarze, “minderwertige” Mehrheit versklavt, unterdrückt und ausgebeutet hat und ihnen ihr Land gestohlen hat.

    Auch die Juden als “Rasse” waren “minderwertig” – “Organismen” wie Läuse, die man zertreten durfte/musste/sollte, weil sie “schädlich” waren.

    Solche erbärmlichen “Argumentationen” bzw. Geisteshaltungen stehen alle in einer Reihe und sind vergleichbar.

    Wo bleibt hier die Empörung der “aufgeklärten und kritisch denkenden” Mitleser und Kommentatoren?
    Der “Skeptiker”?
    Wollt ihr das unwidersprochen so stehen lassen, was hier z. B. “Solarius”, “Laie”, “Dr. W.” von sich geben?!

    • #78 Joseph Kuhn
      29. Dezember 2017

      @ Beobachter:

      “Und laut “Solarius” (# 68) macht`s die angeborene unterschiedliche Größe des Mandelkerns, dass Frauen putzen gehen”

      Tja, was soll man dazu sagen. “Für jedes menschliche Problem gibt es eine einfache Lösung: klar, einleuchtend und falsch.” (Henry Mencken). Wobei die Lösungen bei “Solarius” langsam komplex werden, inzwischen haben wir die Gebärmutter, die Gene und den Mandelkern, also ein Dreikörperproblem.

      “Wo bleibt hier die Empörung der “aufgeklärten und kritisch denkenden” Mitleser und Kommentatoren?”

      Man muss nicht auf jede naive Ansicht eines Kommentators zum Geschlechterverhältnis empört reagieren. Geben Sie Ihrer Neigung, alle anderen bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit ins Unrecht zu setzen, mal Urlaub. Guten Rutsch!

  70. #79 anderer Michael
    29. Dezember 2017

    Beobachter
    1. Du hast doch schon dagegen gesprochen.
    2. Aber nicht nur du.
    3. Die Kunst, ist es zu wissen, wann spricht man dagegen , wann nicht. Wann ist keine Antwort die bessere Gegenrede.

  71. #80 Beobachter
    29. Dezember 2017

    Bei einigen Herren hier hat die Kritikfähigkeit bzw. der Wille zur Kritik öfters und regelmäßig Urlaub, besonders dann, wenn es um Konkretes und nicht um Theoretisches oder nette Storys geht.
    “Keine Antwort als (bessere) Gegenrede” ist oft eine Ausrede oder bedeutet Zustimmung – oder auch “nur” Wegsehen, Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit.
    Ebenso: Guten Rutsch!

  72. #81 Solarius
    29. Dezember 2017

    Die Tatsache, dass sich aus welchen Gründen auch immer nicht geförderte und ungebildete Menschen notgedrungen mit einfachen Berufen zufrieden geben müssen, als Beleg für genetisch bedingte freie Berufswahl herzunehmen, ist schon die ganz hohe Schule der Menschenverachtung!

    Das habe ich nicht behauptet!

    Und laut “Solarius” (# 68) macht`s die angeborene unterschiedliche Größe des Mandelkerns, dass Frauen putzen gehen und Männer Medizinprofessoren werden.
    Alles ganz normal und legitim und die Folge von angeborenen Unterschieden.

    Das habe ich erst Recht nicht behauptet.

    Ich erkläre es noch einmal: Ich habe geschrieben, das der Mandelkern bei Männern dafür sorgt, das sie weniger ängstlich sind als Frauen. Das sie also eine höhere Risikobereitschaft haben als Frauen. Dafür habe ich 2 Quellen verlinkt, in denen Frau Konrad über den Mandelkern spricht. (Beitrag 86). Diese höhere Risikobereitschaft kann auch mal dazu führen, das ein Mann einen sicheren Job aufgibt, um einen besserbezahlten aber unsichereren Job anzunehmen. Die höhere Risikobereitschaft kann also einen Teil des sogenannten Pay-Gap erklären.

    Offenbar verstehen hier einige meine Beiträge so, als würde ein bestimmter Beruf genetisch vererbt.

    Du meine Güte!

    Ein Autoschlosser wird doch nicht Autoschlosser, weil in seinen Genen steht, das er Autoschlosser wird. Nein. Aber er wird Autoschlosser, weil er sich für technische Dinge interessiert. Und diese Interesse für technische Dinge hat er zu einem gewissen Anteil geerbt.

    Frauen wählen gern Berufe im sozialen Bereich. Berufe, in denen sie viel Kontakt mit Menschen haben. Sie werden also zum Beispiel Ärztinnen oder Krankenschwestern oder Kindergärtnerinnen. Diese Neigung ist zu einem gewissen Teil angeboren.

    Ich hatte in Beitrag 49 einen Link zu einer Sendung aus der Reihe “Geist und Gehirn” von Professor Spitzer gesetzt. Herr Spitzer erklärt sehr gut, welche Dinge wie sehr vererbt werden.

    Man kann es sich vielleicht gar nicht vorstellen. Aber sogar Meinungen können vererbt werden. Wie das sein kann, erfährt man bei Professor Spitzer.

  73. #82 Solarius
    29. Dezember 2017

    In Beitrag 68 habe ich die beiden Quellen verlinkt.

  74. #83 LasurCyan
    29. Dezember 2017

    Frauen wählen gern Berufe im sozialen Bereich.

    Das ‘gern’ verdient gern ein Fragezeichen, Solarius?

    Wenn Du das harte Training in Sachen Sozialkompetenz, das typischerweise die meisten Frauen von Geburt an absolvieren, genossen hättest, wäre Dein Weltbild möglicherweise näher an der Realität.

    So ist das leider nur unreflektierter Quark.

  75. #84 Beobachter
    29. Dezember 2017

    Weil`s gerade so schön passt – auch bzgl.weiblicher “Sozialkompetenz”:

    “Der Nächste bitte
    Wie unterschiedlich Mann und Frau wirklich sind
    Videokolumne von Werner Bartens
    Frauen sind emotional, Männer auf den eigenen Vorteil bedacht. Derartige Klischees halten sich hartnäckig, als Argumente müssen Genetik oder Biologie herhalten. Dabei gibt es genug Gründe, genau daran zu zweifeln.”

    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/der-naechste-bitte-maenner-frauen-und-ihre-unterschiede-1.3809130

  76. #85 Solarius
    29. Dezember 2017

    @ LasurCyan

    Zur Realität gehören auf jeden Fall die Ergebnisse der Zwillingsforschung! Im Beitrag 64 habe ich den Spiegel zitiert:

    Für die Ergebnisse war es fast gleichgültig, ob Zwillinge gemeinsam oder getrennt aufgewachsen waren, wichtig für den Grad der Übereinstimmung war stets nur, ob es sich um ein- oder zweieiige gehandelt hatte.

    Es liegt also nicht nur am harten Training. Vermutlich hat das harte Training sogar nur einen relativ geringen Einfluß.

    @Beobachter

    Danke für das Video.

    Auch hier sind die Ergebnisse der Zwillingsforschung zu berücksichtigen. Ist es also denkbar, das die Mütter mit ihren Töchtern und Söhnen deshalb unterschiedlich sprachen, weil sie unterschiedlich sind?

    Der Einfluß der Gene ist stärker als man denkt. Der Einfluß der Umwelt ist geringer als man denkt.

    Es ist ja nicht so, das man in der Zwillingsforschung nur Zwillinge betrachtet. Nein. Man vergleicht eineiige Zwillinge mit zweieiigen Zwillingen und “gewöhnlichen” Geschwistern und auch mit adoptierten Kindern. Eineiige Zwillinge sind sich am ähnlichsten. Geschwister sind sich ähnlicher als adoptierte Kinder. Es ist fast so, als ob der Einfluß der Umwelt nicht nur kleiner ist, als viele es erwarten. Nein. Der Einfluß der Umwelt liegt offenbar ziemlich dicht bei Null.

    • #86 Joseph Kuhn
      30. Dezember 2017

      “Der Einfluß der Umwelt liegt offenbar ziemlich dicht bei Null.”

      Bei manchen Leuten gilt das vor allem für Argumente aus der Umwelt.

  77. #87 lindita
    29. Dezember 2017

    Bei uns, in einer externen Putzfirma, putzen 3/4 Männer.

    Interessant auch zu gucken, wer die “Frauenarbeit” in Saudi-Arabien macht, wenn Frauen gar nicht arbeiten dürfen (dürften).

    Und warum müssen Frauen in einigen afrikanischen Stämmen alles Mögliche an schwerer Last tragen, während Männer am Flussuffer philosophieren?

    Warum dürfen bei großen Festen wie Hochzeit nur usbekische Männer kochen? Und in welchen Genen liegt die “leichte Hand” des Mannes beim Kochen, wie sie sagen?

    Warum lehrt ein Rabbiner seine Schüler eine unordentliche Frau nur dann zu nehmen, wenn Mann damit leben kann. Weil es ist etwas, was angeboren ist, und wird sich auch nie mehr ändern (ja, ein religiöser! Mensch gibt es von sich).

    Und was nützt mir alle Statistik, wenn im täglichen Leben Männer als Kollegen sich vor schwerer körperlicher und geistiger Arbeit drücken und Frau soll es richten? Meistens sind Männer zu faul, als dass sie sich “männlich” positionieren. Sie sind froh, wenn wir Frauen alles machen und sie die Lorbeeren ernten.

    Und je intelligenter die Frau, desto weniger bei ihr der Kinderwunsch. Auch nichtgebildeten und nichtarbeitenden, aber intelligenten Frauen wollen weniger Kinder. Also, was hat das mit Professorinnen zu tun?

    Und habt ihr früher jeder Frau am Herd den IQ gemessen? Woher wolltet ihr gewusst haben, dass sich da gerade eine Frau mit hohem IQ vermehrt? Hatte jeder Haushalt damals 5 Kinder, damit auch die Intelligenten Frauen ganz bestimmt darunter waren?

    Oder waren viellmehr intelligente Männer ausreichend, um intelligente Kinder zu bekommen, denn die Frage über die Intelligenz der Frau stellte sich damals gar nicht, allen war klar – die Frau ist zu dumm für diese Welt.

  78. #88 Solarius
    30. Dezember 2017

    Hallo lindita,
    ich weiß jetzt nicht genau, was du damit sagen willst. Ich selbst argumentiere ja nur hier mit der Situation in Deutschland. Deutschland ist ein freies und wohlhabendes Land. Und so haben wir hier auch das sogenannte Gender-Paradoxon. “Je freier und wohlhabender eine Gesellschaft ist, um so eher wählen Frauen typische Frauenberufe”.
    Viele andere Länder sind nicht so frei und nicht so wohlhabend. Ein Beispiel ist die ehemalige DDR. Auch in der ehemaligen DDR gab es einen viel höheren Anteil an Ingenieurinnen.

    In Freiheit jedoch wählen Frauen im Durchschnitt andere Berufe. Obwohl sie sicherlich auch sehr gute Ingenieurinnen werden könnten. Darüber hat sich ja hier schon dikeledi beklagt.

    Aber es geht eben nicht nur darum, was man alles tun könnte. Nein. Es geht auch darum, wie man sein Leben einrichten möchte. Es geht auch um freie Entfaltung der Persönlichkeit. Und Frauen haben im Durchschnitt andere Interessen und Vorlieben als Männer. Diese Interessen und Vorlieben können sie in einem freien und wohlhabenden Land, wie Deutschland es ist, auch ausleben.

    Deshalb wird es wohl auch in Zukunft so sein, das Männer eher technische Berufe wählen und Frauen eher Berufe im sozialen Bereich, in denen sie viel Kontakt mit Menschen haben.

    Und natürlich darf es nicht sein, das man einer Frau sagt: “Das können Frauen nicht.” Das wäre sexistisch.
    Und auch Männern soll man nicht sagen, das sie etwas nicht können. Meiner Meinung nach können Männer genau so gute Kindergärtner sein wie Frauen. Aber Männer haben halt im Durchschnitt andere Vorlieben bei der Berufswahl.

    Trotzdem:
    Die Interessen und Vorlieben sind wichtig. Wir wollen doch alle zufrieden sein. Warum soll man einen Beruf erlernen, den man zwar erlernen könnte, den man aber nicht erlernen will? Wenn das Geld reicht. Warum nicht.

    Meine Frau ist Ärztin von Beruf. Sie sagt, wenn sie jetzt allein wäre und keine Familie hätte, dann würde sie auch halbtags arbeiten. Das Geld würde ihr reichen.

    Das ist dann auch ein Unterschied zwischen Männern und Frauen. Frauen wertschätzen die Freizeit höher. Und das ist ja auch in Ordnung. Warum soll man sich ein großes Auto kaufen, wenn ein kleiner Polo reicht?

    So! Und nun rechne ich damit, das man mir sagt ich würde Frauen als fauler bezeichnen. Nein! Das habe ich nicht gesagt. Ich sagte: Frauen wertschätzen die Freizeit.

  79. #89 dikeledi
    30. Dezember 2017

    @ Solarius

    Ich habe nochmal intensiv über Ihre Gedanken nachgedacht und kann nun plötzlich mit den vielen unglücklichen Ärztinnen und Physikerinnen mitfühlen, welche von bösen Feministen in ihre Berufe von kleinauf gezwungen wurden, z.B. durch Einprügeln von lästiger Männerbildung bei gleichzeitiger Vernachlässigung häuslicher Frauentalente, dabei wollen Sie doch nichts sehnlicher, als Ihrer natürlichen weiblichen Bestimmung, dem erfüllenden Putzen, nachgehen, weil das wegen des Putzgens angeboren ist.

  80. #90 Solarius
    30. Dezember 2017

    Ich bin überzeugt, dass in Deutschland die Ärztinnen und Physikerinnen sich ihren ihren Beruf selbst ausgesucht haben und deshalb auch glücklich damit sind.

    Niemand spricht hier von natürlicher weiblicher Bestimmung. Niemand sagt, das ein Frauenberuf eine natürliche weibliche Bestimmung sei. Das wäre auch ziemlich sexistisch. Das wäre ja mittelalterlich. Jeder Mensch hat in Deutschland das Recht, seinen Beruf frei zu wählen. Niemand muß sich hier bei uns in Deutschland aufgrund seines Geschlechts in eine bestimmte Rolle drängen lassen. Gott sei dank ist das so.

    Wenn sie allerdings keinen Beruf gelernt haben, dann müssen sie sich etwas suchen, das sie als ungelernter ausüben können. Lagerarbeiter zum Beispiel. Oder Putzfrau/mann.

    Die Auswahl ist etwas kleiner, wenn sie nichts gelernt haben. Trotzdem ist es ihre freie Wahl. Sie entscheiden selber, ob sie sich in ihrer Lehre anstrengen oder ob sie die Lehre immer wieder abbrechen.

    So, nun sind wir aber doch etwas weit vom Thema Geschlechterforschung abgekommen.

    Ein Putzgen gibt es mit Sicherheit nicht. Genau so wenig, wie es in den Genen steht, das jemand Autoschlosser wird.

    Was alles in den Genen steht, das erklärt Professor Spitzer sehr gut. In Beitrag 49 habe ich die Sendung “Geist und Gehirn” mit Professor Spitzer über die Zwillingsforschung verlinkt.

    Das ist echte Wissenschaft. Die Zwillingsforschung ist ein Teilgebiet der Biologie. Die Ergebnisse der Zwillingforschung können überprüft werden. Und man tut es auch. Der Artikel aus dem Spiegel, den ich verlinkt hatte, stammt wie gesagt aus dem Jahr 1990. Und auch heute noch wird Zwillingsforschung betrieben. Ich verlinke ihnen noch einmal einen etwas jüngeren Artikel, welcher von der Studie Twinlife berichtet:

    http://www.fr.de/wissen/forschung-zwillinge-im-fokus-der-wissenschaft-a-1383297

    Die Studie läuft noch bis zum Jahr 2025. Das ist sehr spannend. Und es betrifft sehr wohl auch die Geschlechterforschung.

    Aus dem Link zitiere ich:

    …Viele hatten trotz unterschiedlicher Biographien die gleichen Wertvorstellungen, viele den gleichen Beruf ergriffen…

  81. #91 lindita
    30. Dezember 2017

    @ Solarius

    “So, nun sind wir aber doch etwas weit vom Thema Geschlechterforschung abgekommen”

    Die Zwillingsforschung bringt mich persönlich nicht weiter. Wenn schon ein Rabbiner von “angenoren” spricht, ist es mit der Zwilligsforschung überhaup kein Knackpunkt- Argument.

    Zwillingstudie beantwortet nicht die Frage, ob jemand an ein Herd gehört, sondern wenn jemand an ein Herd gehört, dann es genetisch begründet werden kann. Bzw hier wird nicht gesagt, dass Frauen genetischbedingt an den Herd gehören. Also hat die Zwillingstudie eher etwas am Rande mit Genderfragen zu tun.

    Unsere deutsche (meine dann eben belgische) Gesellschaft ist nicht so weit, dass man an ihr sauber die macht der Gene in der Berufswahl ablesen könnte. Es müssten schon in meinen Augen einige Generationen vergehen.

    Es ist immer bequemer zu dem zurückzukehren, was man kennt, was einem vertraut ist. Vielleicht hängt die Wahl heute für typische “Frauenberufe” nur damit zusammen, dass die Revolution noch nicht zu Ende ist und es ist gerade bei Frauen ihre “Napoleon-Zeit”. Doch die Tendenz ist sichtbar – es werden mehr Frauen dort gesichtet, wo es früher undenkbar war. Es könnte aber auch mit Genen zu tun haben – das wissen wir nicht!

    Die gesellschaftliche Struktur ist noch lange nicht “rein” genug von kulturellem Enfluss vergangener Zeit, als dass man sauber etwas behaupten bzw erforschen könnte. Nicht nur Genderwissenschaften würden heute in die Leere behaupten, auch Biologen können noch nichts behaupten, weil es fehlt einfach die Möglichkeit zur Aufstellung eines sauberen “Experiments”. Und jedes mal, wenn Genderforscher eigentlich nur nach dieser Möglichkeit rufen, will jemand wie Kutschera den Ergebnissen widersprechen, die es noch gar nicht geben kann.

    (Ich weiss nur, wäre ich reich und frei in allem, -keine zehn Pferde würden mich in einen Putz- oder Pflegeberuf bringen)

    “Vielleicht sollte man auch mal annehmen, das diese Professoren Recht haben.”

    Ich dachte, in der Wissenschaft haben Fakten Recht zu haben und keine Professoren nur weil sie Professoren sind.

  82. #92 Joseph Kuhn
    31. Dezember 2017

    Ein paar Anmerkungen zum freien Individuum bei der Berufswahl, den Genen und der Umwelt:

    1. Was Menschen von Berufen erwarten und warum sie sie wählen, beruht nicht auf Berufsbildern als objektiven Beschreibungen der jeweiligen Berufe. Ein Beruf ist kein Stuhl, den man “objektiv” ansehen kann. Berufsbilder sind mit gesellschaftlichen Vorstellungen verknüpft, z.B. was als “sozialer” Beruf gilt (Erzieherin ja, Unternehmensberater nein) oder was als “technischer” Beruf (Bauzeichner ja, Näherin nein), oder was als “körperlich anstrengender” Beruf (Maurer ja, Altenpflegerin nein) und was nach gängiger Vorstellung daher eher als “Männerberuf” oder als “Frauenberuf” gilt. Alles übrigens klassische Themen der Genderstudies.

    2. Zur großen Stabilität von “Männerberufen” und “Frauenberufen” einerseits und der Dynamik dabei andererseits siehe z.B. die rein statistische Darstellung “`Männerberufe´ sind für Männer nicht mehr ganz so typisch” des BIBB. Auf das Beispiel mit den Ärzt/innen wurde weiter oben schon hingewiesen. Dass sich die genetische Disposition von Frauen und Männern gegenüber dem Arztberuf verändert hat, ist nicht anzunehmen, auch nicht, dass Männer eigentlich gar nicht so gerne Arzt werden wollten und das nur gemacht haben, weil es zu wenig Ärztinnen gab.

    3. Menschen wählen Berufe nicht als Verkörperungen ihres Genotyps. Sie wurden sozialisiert und wie man an den erbitterten Debatten über das Genderthema sieht, gehören Erwartungen daran, was “männlich” ist und was “weiblich”, zu den ganz bedeutsamen Sozialisationsinstanzen.

    4. Dass Zwillinge immer wieder ähnliche Berufe wählen, sagt über das Verhältnis Genetik-Umwelt zunächst wenig aus. Es sagt nur, dass Zwillinge, aus welchen Gründen auch immer, ähnlich aus den Möglichkeiten auswählen, die ihnen die Umwelt bietet. Die Rolle der Umwelt ist hier prinzipiell nicht wegzudenken, weil es in der Nature-Nurture-Debatte immer um Gen-Umwelt-Interaktionen geht. Genetische Determination gibt es bei der Berufswahl nicht.

    5. Dann weiter mit Punkt 1.

  83. #93 Basilios
    Freezing
    2. Januar 2018

    Danke für diese gut zusammengefassten, weiterführenden Gedanken, Joseph.

  84. #94 LasurCyan
    2. Januar 2018

    Erstaunlicherweise in der FAZ, aber gut zusammengefasst: Männer in der Krise.

  85. #95 Beobachter
    3. Januar 2018

    Nur etwas OT:

    Apropos “Männer in der Krise”:

    Wenn es nicht so irre, wahnwitzig und todernst wäre und die Realität nicht so oft jede Satire einholen bzw. überholen würde, könnte man ja drüber lachen:
    Zwei Regierungschefs (US-Trump und Nordkorea-Kim), die diesen Beruf gewählt haben, befinden sich offenbar auch in der Krise, nämlich einer nuklearen und augenscheinlich auch männlichen, und streiten sich drüber, wer den größeren, besser funktionierenden Knopf bzw. Schw… hat:

    http://www.sueddeutsche.de/politik/atomknopf-tweet-gegen-nordkorea-trump-hat-sein-enorm-tiefliegendes-niveau-unterboten-1.3812597

    Ich halte es für ziemlich (man weiß ja wirklich nie …) ausgeschlossen, dass jemals RegierungschefInnen in der Krise mit der Größe und Funktionstüchtigkeit ihrer Gebärmutter wetteifern und prahlen würden.
    Denn die soll ja bei Frauen ausschlaggebend sein, zumal die armen Damen ja eh schon einen kleineren Mandelkern haben – siehe dazu einige Kommentare hier.

    Sorry, das musste sein – ich konnte es mir nicht verkneifen.
    Wenn mir jemand vor zwei oder drei Jahren erzählt hätte, das so etwas wie dieser Tweet mal Realität werden würde – ich hätte ihn für verrückt erklärt.

  86. #96 Andreas K.
    4. Januar 2018

    “Die koreanische Politikwissenschaftlerin Pilwha Chang, die im vergangenen Wintersemester die internationale Gastprofessur für Geschlechterforschung der Freien Universität innehatte, erklärt, warum Zweidrittel der Opfer der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean Frauen waren: Wegen der traditionellen Aufgabenverteilung sind Frauen im ländlichen asiatischen Raum eher ans Haus gebunden, wo sie von der Flutwelle überrascht wurden, während die Männer, die draußen auf dem Meer fischten, dort in Sicherheit waren.”

    Ja, ja – das Meer ist ja auch so sicher.
    Während die Frauen zuhause vor dem warmen Ofen sitzen, kämpfen ihre Männer im Sturm um ihr Leben.

    Rosinenpickerei, wenn nicht gar Junk Science. Da wird ein Jahrhundertereignis gegen alljährlich wiederkehrende Stürme aufgerechnet.

  87. #97 Andreas K.
    4. Januar 2018

    Aber dank Hillary wissen wir ja auch, wer am meisten unter Kriegstoten leided: Nicht etwa die toten Männer, nein, es sind die Frauen.

  88. #98 Andreas K.
    4. Januar 2018

    Man beachte hier den Gender Death Gap auf Thailands Strassen:
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2885317/table/T6/
    8,2 (m) zu 2,4 (w), als ein etwa 3,5-faches Risiko für Männer.

    So ist das halt mit der Rosinenpickerei. Man sucht sich genau das heraus, was einem nutzt.

  89. #99 Andreas K.
    4. Januar 2018

    @J. Kuhn
    “auch nicht, dass Männer eigentlich gar nicht so gerne Arzt werden wollten und das nur gemacht haben, weil es zu wenig Ärztinnen gab. ”

    Warum gibt es denn jetzt mehr als 50% Studienanfängerinnen io Bereich Medizin?

    Könnte es etwas mit dem N.C. und der Bevorzugung von Mädchen bei den Noten zu tun haben?

    • #100 Joseph Kuhn
      4. Januar 2018

      @ Andreas K.:

      “Warum … Könnte …”

      Warum fragen Sie? Sie haben offensichtlich alle Gewissheiten, die Sie zum Leben in Ihrer Umgebung brauchen. Mehr wollen Sie doch gar nicht wissen. Bleiben Sie standhaft, wenn die Wirklichkeit Sie nicht erreicht, geht es auch so.

  90. #101 Solarius
    10. Januar 2018

    Ein frohes neues Jahr ihnen allen!

    Dass Zwillinge immer wieder ähnliche Berufe wählen, sagt über das Verhältnis Genetik-Umwelt zunächst wenig aus. Es sagt nur, dass Zwillinge, aus welchen Gründen auch immer, ähnlich aus den Möglichkeiten auswählen, die ihnen die Umwelt bietet. Die Rolle der Umwelt ist hier prinzipiell nicht wegzudenken, weil es in der Nature-Nurture-Debatte immer um Gen-Umwelt-Interaktionen geht. Genetische Determination gibt es bei der Berufswahl nicht.

    Zwillinge wählen ähnlich aus den Möglichkeiten aus, die ihnen die Umwelt bietet. Das ist ein Fakt. Zwillinge wählen auch dann ähnlich aus, wenn sie unterschiedliche Lebensläufe haben.

    Passend zum Thema Geschlechterforschung verlinke ich nun einen Bericht über eine Studie:
    http://www.psypost.org/2017/12/study-finds-robust-sex-differences-childrens-toy-preferences-across-range-ages-countries-50488

    Daraus zitiere ich die Überschrift:

    Study finds robust sex differences in children’s toy preferences across a range of ages and countries

    Das sich Jungen und Mädchen unterschiedlich verhalten muß also nicht daran liegen, das sie von ihren Eltern unterschiedlich behandelt werden. Es ist vermutlich genau umgekehrt: Jungen und Mädchen verhalten sich verschieden. Und deshalb werden sie von ihren Eltern unterschiedlich behandelt.

  91. #102 Cornelia S. Gliem
    14. Januar 2018

    Interessant dass hier in einem Wissenschaftsblog wirklich so verbissen gegen genderForschung gewettet wird; schön dass wenigstens godwin nicht zu Hitler führte (nur zu Kutschera :-), entschuldige mich gleich mal für mein meta “reductio”).
    Kl. Argument zum schluss: was an Berufswahl wirklich angeboren was erzogen ist, werden/würden wir endgültig nur wissen, wenn es eine genderneutrale Gesellschaft gibt/gäbe. ..

  92. #103 anderer Michael
    14. Januar 2018

    Frau Gliem
    1. Im wesentlichen wird hier diskuriert
    2. Mit ihrer Argumentation gibt es keine Möglichkeit zur Forschung.
    3. Auch wenn ich gender als politische Richtung ablehne, so könnte gender einiges erreichen, wenn es die eigenen Vorgaben realisieren würde.