Heute hat der SPD-Parteitag über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen für eine neue GroKo entschieden. Von 642 Delegierten waren 362 dafür, also 56 %. Ein knappes Ergebnis, das zeigt, wie zerrissen die Partei in dieser Frage ist. Zu Recht.

Parteitage sind auch große Theateraufführungen. In dem Fall gehört zur Inszenierung, dass die Parteiführung ihren GroKo-Vorschlag mit dem Versprechen garniert hat, in den Verhandlungen noch rauszuholen, was rauszuholen ist. Andrea Nahles: „Wir werden verhandeln, bis es quietscht auf der anderen Seite”.

Mich interessiert aber nicht, ob es irgendwo quietscht. Mich interessiert, ob die Koalitionäre in spe die großen Herausforderungen, die sich politisch stellen, erstens erkennen und zweitens ernsthaft angehen: Bezahlbarer Wohnraum, auskömmliche Löhne, sinnvoller Umweltschutz (auch mit Blick auf den Klimawandel), ein gutes zukunftsfestes Gesundheitssystem, Gestalten des demografischen Wandels (mit den wichtigen Baustellen Renten und Pflege) und insgesamt wieder mehr solidarisches und menschenfreundliches Miteinander – im Land und international. Die Liste ist sicher nicht abschließend.

Ich glaube auch nicht, dass das ausnahmslos alles gegeneinander verhandelt werden muss. Die Spaltung der Gesellschaft will doch vermutlich keine Seite. Die Vermögensverteilung in Deutschland ist beispielsweise hochgradig unbefriedigend, die Wohneigentumsquote extrem gering. Ist es „links“, sich darüber angesichts der politischen Entwicklung im Land Sorgen zu machen? „Streuung von Besitz in weitem Umfang ist nötig, um einer möglichst großen Zahl von Staatsbürgern Selbstgefühl, das Gefühl der Zugehörigkeit zum Volksganzen zu geben.“ Dieser Satz ist kein Satz aus dem Parteiprogramm der SPD vor Godesberg, sondern er ist aus der Regierungserklärung Konrad Adenauers 1957. Oder die Pflege, die ja im Sondierungspapier wie manch anderes mit durchaus erfreulichen Absichtserklärungen versehen ist: Wer muss da gegen wen verhandeln, bis es quietscht? Den demografischen Wandel menschenwürdig gestalten – ich wüsste nicht, warum das nicht im gemeinsamen Interesse sein sollte.

Aber mir scheint, die wahren Gemeinsamkeiten liegen woanders. Man ist sich beim großen Weiter-so so einig, dass man statt um die Lösung der wirklich wichtigen Fragen in der “Politik des Gefühls“ allzu oft lieber um die politische Farbgebung des Weiter-so streitet – bis die andere Seite quietscht. Das Quietschen der anderen ist aber kein politisches Erfolgskriterium.

——————————–
Nachtrag 24.1.2018:

Seit der Veröffentlichung letzten Sonntag hatte dieser Beitrag mehrere hundert Aufrufe, aber nur 3 mal wurde (nachverfolgbar) der Link zur Vermögenverteilung bei Wikipedia angeklickt. Daher als Service hier die Daten bei Wikipedia als Grafik aufbereitet (je höher der Gini-Index, desto höher die Vermögensungleichheit):

Vermögensungleichheit

Und als Ergänzung: Es gibt auch einen Wikipedia-Eintrag zur Ungleichheit der Einkommen, auch diese hat zugenommen, in Deutschland übrigens stärker als im OECD-Mittel, aber das ist hier nicht der springende Punkt.

Kommentare (65)

  1. #1 Alisier
    21. Januar 2018

    Eine Qui(e)tsche sollten sie jetzt zusammen pflanzen, und sich dann gegenseitig die bittere Marmelade, die man aus den Früchten kochen kann, aufs Butterbrot schmieren.
    Ansonsten haben sie die Wähler und alle anderen jetzt genug genervt. Zügig durch die Verhandlungen und gut ist.
    Dass was Innovatives dabei rauskommt glaubt sowieso keiner. Die Gesichter von Nahles, Schulz und sogar Merkel sind inzwischen so aschgrau wie die zu erwartende Politik.

  2. #2 Uli Schoppe
    21. Januar 2018

    Ach Joseph, ich habe hier stadteigen eine formal linke Regierung die sich gerade die größte Mühe gibt den wirklich gut funktionierenden Gesamtschulen das Leben so schwer wie möglich zu machen und die Schüler aus dem oberen Drittel zurück auf die Gymnasien zu drücken. Politik wird schon seit Bestehen der BRD nicht für den Bürger gemacht, die hier schon mal geschmähten Bürgerlichen. Mich hat der Leerkörper schon vor über 30 Jahren gefragt was der Sohn eines Metzgers auf dem Gymnasium zu suchen hat.

  3. #3 Joseph Kuhn
    21. Januar 2018

    @ Alisier, @ Uli Schoppe:

    Naja, das eine oder andere, was ganz vernünftig ist, wird durchaus auf den Weg gebracht, aber die von Lars Klingbeil im Namen der GroKo-Verhandler beschworene “neue Politik für eine neue Zeit”, einen gesellschaftspolitischen New Deal, kann ich eben nicht erkennen.

  4. #4 Kassandra
    22. Januar 2018

    „Streuung von Besitz in weitem Umfang ist nötig, um einer möglichst großen Zahl von Staatsbürgern Selbstgefühl, das Gefühl der Zugehörigkeit zum Volksganzen zu geben.“

    Hat damals ja auch gut funktioniert. Vor allem das Häuslebauen hatte diesen Effekt und könnte ihn wieder haben, allerdings mit Vorsicht, denn sinnvoller als die pauschale Förderung von Neubauten fände ich auf Bundesebene die Förderung der Sanierung von Bestandsbauten – und darüber hinaus allenfalls Instrumente, auf die Kommunen, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen (Wohnraummangel), zugreifen können, um dort Neubauten zu fördern, wo sie wirklich sinnvoll sind.

    Ich könnte mir auch (Sanierungs- wie Neubau-)Projekte vorstellen, in denen Eigenleistungen von Arbeitslosen (und/oder Geringverdienern) eine Rolle spielen, die zum Erwerb von so geschaffenem Wohnraum berechtigen.

    Beim Selbstgefühl geht es ja auch um den Stolz auf das selbst Geleistete, mit dem der Besitz geschaffen wurde. Das ist etwas, was die heutige Politikergeneration aus irgendwelchen Gründen nicht mehr versteht und nicht mehr in ihre Konzepte einbezieht. Vielleicht, weil diese Leute selbst nie die Erfahrung gemacht haben, etwas leisten zu müssen.

  5. #5 Hobbes
    22. Januar 2018

    Ich sehe auch ein enttäuschendes Ergebnis. Also nicht das Wahlergebnis der SPD. Ein nein wäre Fatal. Ich meine das was sich die SPD an Prioritäten setzt.
    Schulz hätte sich als Europapolitiker durch und durch präsentieren können. Er sieht sich aber lieber als Kämpfer für die entrechteten. Was nicht unbedingt falsch ist, man ihm aber nicht abkauft. Zudem ist das fatalistische früher war alles besser ein unding wenn man versucht die EU und die Flüchtlingskriese progressiv zu lösen. Da kann man noch so gute Arbeit leisten. Viele werden es als Verrat werten. Einfach weil falsche Erwartungen geweckt wurden. Die Spaltung der Gesellschaft liegt meiner Meinung nach übrigens im ausnutzen der politischen Linksrucks für eine Identitätspolitik. Nachdem Identitätspolitik immer weiter abgeschafft wurde (Zum Glück) hat die Linke sie wieder kultiviert und eine neue auf rechter Seite legitimiert. Und die Unfähigkeit der Liberalen auf beiden Seiten einen attraktiven Ausgleich zu schaffen verschärft die Sache noch. Das es die Spaltung keine wirtschaftliche Grundlage hat mache ich daran Fest, dass bei der Beurteilung der eigenen wirtschaftlichen Lage diese nur 3% als schlecht angeben.

    Eine Frage an den Blogbetreiber: Gab es hier schon einmal einen Beitrag zur Bürgerversicherung? Ich wollte mich schon oft damit beschäftigen. Insbesondere wegen der Kritik daran von gegensätzlichen Seiten. SB- Artikel bieten da meistens eine gute Ausgangslage.

    Zum GINI Koeffizienten: Es ist eine sehr schwierige Zahl. Deutschland wird dort extrem verzerrt weil zum einen (wie angesprochen) keine Wohnungseigentümer sind, Aktien hassen, und viele Leistungsansprüche in Sozialkassen versteckt sind die in anderen Ländern als vermögen gelten und zudem die Deutschen sehr schuldenfrei sind.
    Am Besten wir dies deutlich, wenn man Deutschland mit dem UK vergleicht. Wegen aller obriger Punkte einen weit besseren Gini-Wert aber in der Realität eine viel größere Ungleichheit.
    Bei Aktien hätte es gereicht in den letzten 25 Jahren 40€ im Monat beisete zu legen um auf Deutsches Medianvermögen zu kommen. Fehlendes Hauseigetum sorgt dafür das unser Vermögen geringer als das der Griechen ist etc.
    Am Besten kann man die GINI Zahl eines Landes über der Zeit vergleichen. Und da war die Entwickung leider bis 2012 leider schlecht. Aktuell geht es zwar aber der Verdienst liegt da nicht bei der Politik und ist kaum nachhaltig. Es führt aber auch recht weit vom Artikel weg und jedes Feld ist komplex genug für eine eigene Diskussion.

  6. #6 LasurCyan
    22. Januar 2018

    LMd hat diesen Monat einen passenden Artikel, den die taz dankenswerterweise online zur Verfügung stellt: ‘Mit uns wird’s nur langsam schlimmer.’

    Wobei die (zunehmende) Geschwindigkeit, mit der die SPD sich langsam abschafft, mir langsam nach Methode aussieht. Über Lösungsansätze liesse sich ja noch streiten, aber Probleme auszublenden um Wählerstimmen zu generieren, dann zu scheitern und trotzdem so zu tun, als ob das Scheitern nur ein bedauerliches Missverständnis wäre – ich kapier’s einfach nicht.

  7. #7 Joseph Kuhn
    22. Januar 2018

    @ Hobbes:

    “Eine Frage an den Blogbetreiber: Gab es hier schon einmal einen Beitrag zur Bürgerversicherung?”

    Nur zu einzelnen Aspekten, siehe die (unteren) Fundstellen bei http://scienceblogs.de/gesundheits-check/?s=B%C3%BCrgerversicherung

    “Die” Bürgerversicherung gibt es ja auch nicht, bei dem Thema hängt viel von der konkreten Ausgestaltung ab. Damit man sinnvoll von einer “Bürgerversicherung” sprechen kann, sollte in einem einheitlichen Versicherungsmarkt eine solidarische Finanzierung durch alle Bürger auf der Einnahmenseite und eine ausreichende Absicherung gegen die relevanten Gesundheitsprobleme auf der Leistungsseite gegeben sein. In der Konkretisierung kann das aber sehr unterschiedlich aussehen, siehe z.B. Schweiz, Niederlande oder in gewisser Weise auch Österreich. Großbritannien hat übrigens keine Bürgerversicherung, sondern ein staatliches Gesundheitswesen, das wird oft (manchmal auch absichtlich) verwechselt.

  8. #8 DH
    22. Januar 2018

    “Die Spaltung der Gesellschaft will doch vermutlich keine Seite. ”
    Es gibt schon Interessen, die dies wollen und erheblichen Einfluß auf erhebliche Teile der Politik haben. Warum sonst die ganze Lobbyarbeit?

    “Ist es „links“, sich darüber angesichts der politischen Entwicklung im Land Sorgen zu machen?”
    Und wenn es links ist, was ist dann falsch daran? Ist es dann weniger richtig?
    Eine weit verbreitete Rhetorik, die immer den Anschein vermittelt, man müsse sich für linke Ansichten entschuldigen.

    • #9 Joseph Kuhn
      22. Januar 2018

      @ DH:

      Dass Kräfte, die bewusst eine Spaltung der Gesellschaft wollen, maßgeblichen Einfluss auf die Union oder die SPD haben, glaube ich nicht, wohl aber, dass die neoliberale Ideologie mit ihrem Glauben an die seligmachende Wirkung von Deregulierung und Reichtum bei den Reichen de facto zu einer Spaltung der Gesellschaft geführt hat. Dieses Knirschen im Gebälk hören die Koalitionäre in spe ja angeblich sogar, sie beschwören die Herausforderungen einer “neuen Zeit”, aber sie ziehen bisher nicht oder nur halbherzig Konsequenzen daraus.

      Das hat nicht nur, aber auch damit zu tun, dass Sozialkritik von den neoliberalen und gefühls-konservativen Eliten seit Jahren als “linke” Ideologie abgewertet wurde, und wird, siehe Dobrindts Linke-Mottenkiste-Gerede. Und damit, dass die gefühls-linken Eliten seit Jahren nicht mehr wirklich etwas mit Leuten wie den Schleckerfrauen am Hut hatten. Die trifft man so selten in der Oper oder im Bioladen. Die Folge davon ist, dass es Raum für sozialkritische Rhetorik von ganz rechts gibt (und da zielen wirklich einige auf die Spaltung der Gesellschaft ab).

  9. #10 Ishmael
    23. Januar 2018

    >>(und da zielen wirklich einige auf die Spaltung der Gesellschaft ab)

    Wer denn?

  10. #11 Lisa
    23. Januar 2018

    „Wer denn?“

    Beispielsweise die, die „ausländerfreie Zonen“ herbeiprügeln wollen.

  11. #12 Beobachter
    23. Januar 2018

    Und beispielsweise die, die Sozialhilfeempfänger, Hartz-IV-Bezieher und Arbeitslose als “Sozialschmarotzer” und “arbeitsscheu” beschimpfen, “denen es viel zu gut geht und die das ganze Jahr Urlaub haben” …

  12. #13 Kassandra
    23. Januar 2018

    Fahrlässige Spaltung der Gesellschaft ist dennoch das schlimmere Problem, weil sie den Boden für diejenigen bereitet, die bewusst spalten wollen.

    Wo die Medien über Jahre hinweg gewohnheitsmäßig – die Aufzählung ist nicht abschließend – nicht nur die vielbeschworene “Mitte” gegen “die da unten” (Arbeitslose, Geringverdiener, Geringqualifizierte und zunehmend überhaupt alle, die sich irgendwie bei der Arbeit dreckig machen müssen), sondern auch Junge gegen Alte, Frauen gegen Männer, Familien gegen Kinderlose, “gesund Lebende” gegen “ungesund Lebende”, “nachhaltig Lebende” gegen “Ressourcenverschwender” aufhetzen* und dabei durchaus auch drastischeres Vokabular salonfähig geworden ist, da braucht man sich über eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft doch nicht zu wundern.

    * Teils auch umgekehrt, es gibt aber in jedem dieser Fälle eine von den Medien bevorzugte Seite. Zählen Sie die jeweils anderen Seiten mal hintereinander auf und stellen Sie sich vor, all dies treffe auf eine Person zu. Dann haben Sie das Profil eines durchschnittlichen AfD-Wählers. Einer, der offenbar genau deshalb nicht tolerant ist, weil er selbst nach seiner eigenen Erfahrung auch nicht mit Toleranz rechnen kann.

    Keine Rechtfertigung, nur eine Ursachenbeschreibung. Und, nein, eine Lösung, geschweige denn eine, die sich mit den Vorstellungen der jeweils medial bevorzugten Seite in Einklang bringen ließe, habe ich natürlich nicht anzubieten. Sicher sagen kann ich nur, dass das, was bislang so versucht wurde, dem Augenschein nach nichts positiv verändert hat.

  13. #14 DH
    23. Januar 2018

    @Joseph Kuhn
    “Das hat nicht nur, aber auch damit zu tun, dass Sozialkritik von den neoliberalen und gefühls-konservativen Eliten seit Jahren als “linke” Ideologie abgewertet wurde”

    Allerdings.

    Schleckerfrauen sind kein Idealbeispiel, gerade im Kassierer-Bereich wimmelt es leider von Arbeitnehmern, die selber einen großen Beitrag zum allgemeinen “Radfahren” leisten und selber gegen Linke und Andersartige hetzen (nicht alle, aber unangenehm viele).
    Dennoch Zustimmung, die Abwendung von Arbeitnehmerrechten ist ein Kernproblem. Wer Arbeitnehmerrechte ignoriert, erzeugt eine neue Arbeitnehmer-Rechte.

    Zustimmung auch zu den Kommentaren 11, 12, 13.

  14. #15 Beobachter
    23. Januar 2018

    @ DH, # 14:

    Warum sollte es “gerade im Kassierer-Bereich von unangenehm vielen Hetzern gegen Linke und Andersartige wimmeln”?
    Warum sollten gerade diese Arbeitnehmer besonders anfällig für die Neue Rechte sein?

    Wenn`s nach AMAZON geht, werden vielleicht gerade diese Arbeitnehmer demnächst eh abgeschafft – man braucht sie nicht mehr:

    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/usa-amazon-eroeffnet-ersten-supermarkt-ohne-kassen/20872488.html

  15. #16 ralph
    24. Januar 2018

    @ Kassandra

    #13 “Wo die Medien über Jahre hinweg gewohnheitsmäßig…”
    Ganz genau. Man sieht plötzlich allenthalben Spalter, Populisten, Vereinfacher… und merkt nicht, dass man in den Spiegel schaut.

  16. #17 ralph
    24. Januar 2018

    @Hobbes
    “Die Spaltung der Gesellschaft liegt meiner Meinung nach übrigens im ausnutzen der politischen Linksrucks für eine Identitätspolitik. Nachdem Identitätspolitik immer weiter abgeschafft wurde (Zum Glück) hat die Linke sie wieder kultiviert und eine neue auf rechter Seite legitimiert.”
    Ich sehe keine tiefgreifende, neuartige Spaltung. Ich sehe, dass Politik, Rechtssystem, Sozialstaat und in der Folge auch Grosse Teile der Zivilgesellschaft in keinster Weise kompatibel zum real existierenden grösstenteils durch mafiöse Schlepperstrukuren gesteuerten Flüchtlingsstrom sind. Das wäre ja noch gar nicht so schlimm, hätten die Bürger das Gefühl, das Problem wäre von der politischen Führung verstanden. Stattdessen werden Probleme so lange wie möglich verdrängt, geleugnet oder verharmlost. Und – oh Wunder – die AfD legt ständig zu.
    Ich erinnere daran, dass die AfD noch Anfang 2015 schon unter die 5% gerutscht war. Was Sie Identitätspolitik nennen, sind ja bislang nur Worthülsen. Nichtmal für die Mehrheit der AfD Wähler, nämlich die Protestwähler, dürfte das ein maßgeblicher Faktor zum Wahlentscheid sein. Nun meinen Vertreter fast aller Parteien, auf dieses ziemlich tote Pferd setzen müssen. (Die SPD hält sich da nach meiner Wahrnehmung wohltuend zurück ) Man kann ja mal versuchen. Besser wäre es, Probleme zu benennen und aktiv anzugehen. Das scheint aber zu viel Mut zu erfordern.

  17. #18 Joseph Kuhn
    24. Januar 2018

    @ ralph:

    “Ich sehe keine tiefgreifende, neuartige Spaltung.”

    Da sind sogar die Koalitionäre in spe einen Schritt weiter. Dass da in den gesellschaftlichen Tiefenstrukturen einiges in Bewegung ist, zeigt die zeitliche Entwicklung der Vermögensverteilung, daher im Blogbetrag der Link dazu, das zeigt aber z.B. auch das Aufkommen populistischer Bewegungen in vielen Ländern, einschließlich der Wahl Trumps durch die “abgehängten” oder sich so fühlenden Weißen.

    Die Probleme, um die es geht, werden wie gesagt teilweise sogar benannt, aber nicht mit dem nötigen Mut angegangen. Das wäre auch nicht nur Aufgabe der SPD, Pflege geht z.B. alle an, bezahlbares Wohnen auch. Das ist ja mit Teil des Problems, dass das im Rechts-Links-Gefühlschema gegeneinander gespielt wird.

    @ Beobachter:

    “Warum sollten gerade diese Arbeitnehmer besonders anfällig für die Neue Rechte sein?”

    Siehe Kommentar #9, oder “Rückehr nach Reims” von Eribon lesen, oder die von Heinrich Geiselberger herausgegebene Sammlung “Die große Regression”, oder …

  18. #19 Beobachter
    24. Januar 2018

    @ DH, # 14:

    Analog zu den Schleckerfrauen (“im Kassierer-Bereich”) könnte man z. B. behaupten, dass es bei den Müllmännern (im Entsorgungs-Bereich) von rassistischen und sexistischen Hetzern wimmelt.
    Das eine wie das andere halte ich für Unsinn.
    Oder gibt`s zumindest bzgl. der Gesinnung von ArbeitnehmerInnen “im Kassierer-Bereich” irgendwelche Statistiken, Erhebungen oder Umfragen? 🙂

    @ ralph, Hobbes, # 17:

    Welcher “politische Linksruck”?
    Wann soll der stattgefunden haben – unter so vielen Jahren der Regierungen Kohl und Merkel?
    Etwa unter Schröder zwischendurch mit seiner z. B. ach so linken und sozialen “Hartz IV-Politik”?
    Oder sind gar eh alle bundesdeutschen Regierungen seit den 1968-er Jahren “links-rot-grün-versifft” und unterwandert und mit ihnen die bundesdeutsche(n) Medien/Presse?

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_deutschen_Bundesregierungen

    Was ist unter “Identitätspolitik” zu verstehen?
    Mir fällt dazu nur die nationalistische rechtsextreme “Identitäre Bewegung” ein:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Identit%C3%A4re_Bewegung

  19. #20 Beobachter
    24. Januar 2018

    @ Joseph Kuhn, # 18:

    Ich verstehe Ihre an mich gerichtete Antwort/Bemerkung nicht.

    Denn ich halte es tatsächlich für unsinnig und völlig ungerechtfertigt, einer bestimmten (unterprivilegierten) Berufsgruppe (hier: den KassiererInnen) eine besondere Anfälligkeit für Rechtsextremismus zu unterstellen oder ihnen diese Gesinnung in hohem Maße gar unterzuschieben.
    Nur darum ging es mir erst mal.

    Alle “Eliten” (unerheblich, ob vermeintlich “links” oder “rechts”) haben “nicht wirklich etwas am Hut” mit Leuten wie den Schleckerfrauen, den Müllmännern, den VerkäuferInnen, den Schichtarbeitern in der Produktion und im Versand, den Pflegekräften in Krankenhäusern und Heimen usw. etc.
    All diese (“kleinen”) Leute werden diese privilegierten “Eliten” kaum bis gar nicht im Bioladen oder in der Oper oder auf exklusiven Bällen oder im Kammermusiksaal etc. antreffen.
    Geschweige denn arme Rentner, Sozialhilfeempfänger, Hartz IV-Bezieher etc. –
    diesen Leuten gegenüber ist der “Abstand” bzw. das Desinteresse/die Gleichgültigkeit noch viel größer.

    Ich vermisse “ganz einfach” bei diesen “Eliten” oft die Achtung vor ihren (“nicht-elitären” Gruppen zugehörigen) Mitmenschen.
    Man will keine “Augenhöhe” … und es interessiert auch nicht.

  20. #21 Alisier
    24. Januar 2018

    Entschuldige Beobachter, aber du redest Blech:
    Deine Vorurteile in Ehren, aber sie funktionieren in beide Richtungen denkbar schlecht.
    Hättest du Kontakt mit “Müllmännern”, “Schleckerfrauen”, “Rentnern”, oder welche Stempel sonst gerade noch herumliegen, und würdest dir die Zeit nehmen, dich mit den “Unterprivilegierten” ausgiebig zu unterhalten, dann müsste man dir nicht erklären, wie viele von den Abgestempelten große Sympathien für einfache bis einfachste Lösungen, so wie sie beispielsweise von der AfD propagiert werden, hegen. Was natürlich nicht heißt, dass die Fans einfacher Lösungen nur dort zu finden sind. Abstiegsängste haben schließlich viele, und die AfDler mit denen ich mich bis jetzt unterhalten habe (und das waren sehr viele) hatten vor allem eines gemeinsam:
    Keine Fremdsprachen, keine Auslandserfahrungen, keine Bücher, wenig Lesekompetenz und wenig Lust auf differenzierte Informationen.
    Viele der von dir pauschal mit Oper und Kammermusik in Verbindung gebrachten dürften heutzutage viel eher dem Jazz oder Wacken zugeneigt sein: das 19te Jahrhundert ist nämlich vorbei.
    Und viele von den von dir Verschmähten sind auf die eine oder andere weise politisch engagiert und REDEN mit den Leuten, ohne an Gut-Böse-Eliten-Bioladen…..-Klischees feshalten zu müssen.
    Wie wärs denn mal wenn du rausgingest, und dich eine Kneipe setztest, in einen Kiosk gehst, und den Leuten einfach mal zuhörst und ein paar Fragen stellst?
    Deine Einteilung der Welt und der Gesellschaft ist längst passé, und man muss nicht mal Eribon gelesen zu haben, um das zu erkennen. Man braucht nur auf die Straße zu gehen und Augen und Ohren aufzumachen.

  21. #22 Alisier
    24. Januar 2018

    Und ja, es gibt eine Spaltung, auch aus meiner Sicht.
    Wenn ich mich aber jetzt über die von mir vermuteten Gründe auslasse, dann muss ich damit rechnen dass es hier hoch hergeht, und beteiligen kann ich mich an der Debatte heute leider nicht. Außerdem gleiten wir ins OT ab. Oder was meinst Du Joseph?
    Ich würde z.B. gerne etwas über die Art von Schülern erzählen, die heutzutage an einer Schulform wie einer IGS landen, aber hauptsächlich über deren Eltern, und über die Eltern, die ihre Kinder trotz geringerer Fähigkeiten ins Gymnasium prügeln und zum Abitur pushen.

  22. #23 Uli Schoppe
    24. Januar 2018

    Nunja die Hauptschulen hier in der Umgebung sind nur Restschulen. Wer da sein Kind freiwillig hin schickt gehört angezeigt wegen Mißhandlung ^^

  23. #24 Alisier
    24. Januar 2018

    Deswegen IGS, Uli Schoppe: manche sind sehr gut ausgestattet, auch mit engagierten Lehrern. Nützt aber zuweilen doch nichts, wenn die Eltern nicht mitziehen (können).

  24. #25 Uli Schoppe
    24. Januar 2018

    Alisier wenn du meinst das viele Eltern einen IGS Platz haben wollen weil sie meinen damit ein rundum sorglos Paket zu kaufen und sich nicht mehr kümmern zu müssen muss ich dir leider sogar recht geben. Die Mentalität hast du aber schon bei meiner Frau im Kiga. Man hat ja dafür bezahlt…

  25. #26 Beobachter
    nicht im Elfenbeinturm
    24. Januar 2018

    @ Alisier, # 22:

    Entschuldige Alisier, aber was du redest, ist Weichspülerei und Rosinenpickerei.

    Und die Beispiele zu “Vorurteilen”, die du mir unterstellst, kommen nicht von mir und/oder sind nicht obsolet:
    “Bioladen, Oper, Schleckerfrauen” von Josef Kuhn, wobei DH noch ein`s obendrauf gesetzt hat –
    “Kammermusik”, Sonntags-Klassik gibt`s hier für die “akademische, wissenschaftsorientierte Elite” regelmäßig von CC (der mit Sicherheit kein Weltbild des 19. Jahrhunderts hat) –
    exklusive Akademische Bälle und Wissenschaftsbälle (für die selbst die “Skeptiker” und “Kritisch Denkenden” werben) gibt es bis heute und sind offensichtlich nicht passé.

    Auch Burschenschaften und Studentenverbindungen gibt es immer noch; dort sorgen bis heute ältere Mitglieder dafür, dass der akademische Nachwuchs auch in die richtigen rechten Führungspositionen kommt.

    Sehr große deutsche Familienunternehmen/-konzerne werden bis heute begünstigt, sind die “Säulen der deutschen Wirtschaft” und haben enormen politischen Einfluss – auch sie gehören bis heute zur “Elite”.

    Du siehst, es hat alles seine Tradition …

    Für einfache bis einfachste “Lösungen” plädieren nicht nur hauptsächlich die protestierenden oder aufgehetzten “Bildungsfernen/Unterprivilegierten”, sondern auch große Teile des “Bildungsbürgertums” –
    das AfD-Führungspersonal, die Partei-Strategen gehören zur gebildeten, intelligenten “Elite”.

    Im Übrigen weiß ich genau, wovon ich hier rede –
    denn ich hatte das Glück oder das Pech, in allen Bereichen, zu denen ich mich hier äußere, hinlänglich persönliche Erfahrungen sammeln zu können.
    Oder hast du schon mal z. B. jahrelang am Band im Gruppenakkord gearbeitet?

    Ich würde es nie wagen, vom grünen Tisch aus irgendwelche Statements/Urteile abzugeben.

  26. #27 Beobachter
    24. Januar 2018

    … in # 26 müsste es heißen: Alisier, # 21

  27. #28 Beobachter
    24. Januar 2018

    @ Alisier, Uli Schoppe:

    nochmal kurz, dann habe ich keine Zeit mehr:

    Wenn Hauptschulen als “Restschulen” bezeichnet/gesehen werden:

    “Nunja die Hauptschulen hier in der Umgebung sind nur Restschulen. Wer da sein Kind freiwillig hin schickt gehört angezeigt wegen Mißhandlung ^^”

    braucht es niemanden wundern, wenn Eltern ihre Kinder ins Gymnasium prügeln:

    ” … Eltern, die ihre Kinder trotz geringerer Fähigkeiten ins Gymnasium prügeln und zum Abitur pushen.”

    Und was sind “geringere Fähigkeiten” –
    was sind andere Fähigkeiten?
    Wer bestimmt, wie und wann sortiert wird?

    Im Übrigen fehlen schon an Grundschulen eine Menge Lehrer –
    wir haben auch noch einen Bildungsnotstand.

    Frage: Bist du Lehrer, Alisier, vielleicht u. a. für Biologie?
    Das würde manches erklären … 🙂

  28. #29 Dr. Webbaer
    24. Januar 2018

    Immerhin lebt die SPD noch im Sinne einer diskutierenden Partei, was wohl, haha, auch mit der Schwäche von Martin *Jetzt mal alle Martin rufen!* Schulz zu tun haben mag, abär immerhin!
    Nahles macht als “Parteisoldatin” einen guten Eindruck.
    Jetzt liegt der Ball bei Frau Dr. Merkel und vor allem bei der CSU, die sich sicherlich schon auf die Bayernwahlen in neun Monaten freut, insbesondere Markus Söder, der jetzt merkwürdig in die Pflicht, aber womöglich auch mit ins Verderben genommen worden ist.

    Mal schauen, was die Koalitionsverhandlungen bringen und wie die Ergebnisse unionsseitig (!) kommuniziert werden…

    MFG + schöne Mittwoche,
    Dr. Webbaer

  29. #30 Lisa
    24. Januar 2018

    @ Beobachter:

    Dein Einsatz für die Schwachen in allen Ehren, aber du hast nicht verstanden, um was es geht und eine unnötige OT angezettelt. Kuhn hatte dir punktgenau geantwortet, musst vielleicht noch mal weniger aufgeregt lesen.

  30. #31 Dr. Webbaer
    24. Januar 2018

    Zur Spaltung der Gesellschaft noch kurz angemerkt, auch weil sie exakt vierzehnmal im Primärartikel und in der Kommentatorik erwähnt worden ist:
    Also eine Spaltung der Gesellschaft ist schon demokratisch so vorgesehen, die einen meinen so, die anderen so. (Beim Mehrheitswahlrecht wird dies direkt klar.)

    Adenauer war bei der politisch Linken verhasst, wie etwa Willy Brandt bei den politisch Rechten, als Dr. Kohl die Macht ergr… , äh, gewählt worden ist, durch ein sogenanntes Konstruktives Misstrauensvotum angeleitet, tobte das politisch linke Spektrum, wie es auch zu erwarten war und wie es eigentlich auch sein sollte.

    Gerhard *Gazprom* Schröder hat dann teilweise dezidiert anti-linke Politik gemacht, Stichwort : die Hartz-Schritte, und Frau Dr. Merkel hat in der Folge teilweise dezidiert anti-christdemokratische Politik gemacht :
    jeweils an traditions-linken und traditions-christdemokratischen Maßstäben gemessen.

    So dass der Eindruck entstand als ob sich im Parlament alle lieb hätten.
    Was beim Wahlvolk mit seinen Präferenzen aber nie der Fall war, so dass eine Disparität entstand, ein Nebeneinander von Ungleichem.

    Also so eine gepflegte gesellschaftliche Spaltung ist schon ganz nett, wie Dr. Webbaer findet.

    Es geht in der Politik primär schon um scharfe Meinungsauseinandersetzung, nicht darum, dass die Politiker aller im Parlament vertretenen Parteien in wichtigen Fragen mehr oder weniger ähnliche Meinung haben, denn dann entsteht der dringende Verdacht, dass sich da welche, nämlich Amts-
    und Mandatsträger, zuvörderst um ihr eigenes Wohlempfinden und Fortkommen kümmern, nämlich Amts- und Mandatserhalt meinend, möglichst frei von politischem sozusagen vulgärem oder “populistischen” Streit.

    Amts- und Mandatsträger wären womöglich so-o gerne Elitisten, die das Wahlvieh nicht stören muss.
    Stimmt’s oder hat Dr. Webbaer recht ?

    MFG
    Dr. Webbaer

    • #32 Joseph Kuhn
      24. Januar 2018

      @ Webbär:

      “Also so eine gepflegte gesellschaftliche Spaltung ist schon ganz nett”

      Bei Ihnen fragt man sich manchmal, ob Sie noch ganz dicht sind. Aber ich vermute, dass Sie einmal mehr nur versuchen, gewonnene Einsichten wieder zu vernebeln und dass Ihnen eigentlich ganz bewusst ist, dass mit der Spaltung der Gesellschaft nicht ein klar abgrenzbares Profil der politischen Lager gemeint war, sondern ein Auseinandertriften der sozialen Lagen, siehe – zum wiederholten Male weise ich darauf hin – den Link auf die Entwicklung der Vermögensverteilung in den verschiedenen Ländern. Es wäre mir sehr recht, wenn Sie mich nicht als Nervbär unnötig mit solchen Kommentaren beschäftigen würden.

      Nachtrag: Weil ich an die Fähigkeit des Menschen zur Vernunft glaube, habe ich Ihnen die Entwicklung der Vermögensungleichheit im Blogbeitrag unten noch als grafischen Nachtisch serviert. Es geht dabei nicht darum, ob die Daten jeden einzelnen Landes plausibel sind, sondern um den generellen Trend, die soziale Spaltung, nicht gefühlt, sondern gemessen.

  31. #33 Uli Schoppe
    24. Januar 2018

    Hi Beobachter 🙂
    Das das mit den HS so ist ist eine Fehlentwicklung der letzten Jahrzehnte, als ich noch jung war *g* habe ich mich sogar noch für den Erhalt von HS engagiert, allerdings schon nicht mehr in der Form wie sie damals war. Schon damals war die nämlich vor allem bei den Freunden von der CDU und CSU eben genau als Restschule vorgesehen. Die wollten dumm gehaltene für die schwarze Arbeit.
    Das ist leider imho mittlerweile unumkehrbar geworden, deshalb ist das dreigliedrige System in meinen Augen auch am Ende.
    Und da muss ich Dir Recht geben: Weil das so ist drücken Eltern Ihre Kinder in eine höher angesiedelte Schulform.
    Leider gibt es sehr viele Konservative die da den Status Quo erhalten wollen, darum wirft man auch der IGS so viele Steine in den Weg…

  32. #34 Alisier
    24. Januar 2018

    Was ich meinte ist, dass viele Schüler weit unter ihren Möglichkeiten bleiben, weil sie weder zuhause noch sonstwo gefördert werden. Und das ist weder fair noch sinnvoll.
    Und nein, Beobachter, ich bin nicht Lehrer, respektive nicht im klassischen Sinne.
    Dennoch habe ich besonders als Student Einiges an Erfahrungen was diverse nicht besonders gut bezahlte Jobs anbelangt gesammelt, und höre auch heute noch gerne zu, und versuche zu verstehen, warum Menschen das denken was sie denken.
    Und Joseph Kuhn war, wie Lisa schon sagte, recht präzise. Manchmal habe ich das Gefühl, du hörst nicht zu, obwohl du das könntest, und auch oft konstruktiv unterwegs bis. Der Tonfall ist nur manchmal so, dass ich mir die Haare raufen möchte, obwohl wir bei Vielem übereinstimmen.

  33. #36 Uli Schoppe
    24. Januar 2018

    Joseph ich denke der Baer wünscht sich einfach nur klare politische Lagerbildung damit die eigene Klientel weis wessen Köpfe man gegen den Rinnstein treten muss.
    Sorry…

  34. #37 DH
    24. Januar 2018

    @Beobachter #15
    Es wurde schon viel Zutreffendes gesagt, hinzufügen möchte ich noch persönliche Erfahrungen, wenn auch nur vorübergehende.
    Was man da so zu hören kriegt, kuriert einen von jeder Romantisierung der Arbeitnehmerschaft.
    Aber nicht nur im Kassiererbereich, sondern in der gesamten Arbeitnehmerschaft gibt es einen hohen Anteil von “Kollegen”, die selbst dann noch gegen alles hetzen, was unter ihnen steht- oder von dem sie dies glauben- wenn sie selber nicht nur nicht profitieren von ihrem Verhalten, sondern sogar zu den Opfern desselben gehören.

    “Wenn der Deutsche nicht zu den oberen Zehntausend gehören kann, will er wenigstens in deren Fanblock stehen”.
    Von wem, weiß ich nicht, aber treffend.

    Wie hoch der hinterhältige Teil der lieben Kollegen ist, läßt sich nicht genau beziffern. Stabil liegt er meiner Erfahrung nach bei einem Drittel, alles andere variiert stark nach Region, Branche und Betrieb/Büro.

    Allerdings ist es ein Fortschritt innerhalb der Sozialkritik, daß man weggekommen ist von reinen Täter-und Opfer- Klassen.
    Die allzu positive Einschätzung von Arbeitnehmern hatte mit dazu beigetragen, daß pauschal auch die miesen Seiten derselben mit hochgespült wurden, es ist positiv, daß darauf so schnell reagiert und umgedacht wird.

  35. #38 Joseph Kuhn
    25. Januar 2018

    @ Hobbes:

    Nachtrag zum Thema Bürgerversicherung, zwar nicht zu den Organisationsalternativen und deren Wirkungen, aber zu den Präferenzen der Bevölkerung. Die Ärztezeitung berichtet heute über eine Umfrage von YouGov. Demnach ist eine Mehrheit von Wählern aller (!) Parteien für eine Bürgerversicherung, selbst in der FDP.

  36. #39 Beobachter
    25. Januar 2018

    @ DH, # 37:

    Warum gerade die Arbeitnehmer im “Kassiererbereich” besonders “hetzend”, “hinterhältig” und “mies” sein sollen, ist mir immer noch nicht ersichtlich.
    Wenn Sie nun diese Ihre “Erkenntnisse” auf die gesamte Arbeitnehmerschaft ausweiten und eine “Romantisierung der Arbeitnehmerschaft” konstatieren, fällen Sie ein Urteil über den größten Teil unserer Bevölkerung und die Klasse der Arbeitnehmer.
    Und maßen sich auch noch an zu beziffern, wie hoch der “hinterhältige Teil der lieben Kollegen” sei (“ein Drittel mit starken Variationen”).
    Das nenne ich eine ziemlich pauschale Verunglimpfung der Arbeitnehmerschaft.

    Die Zugehörigkeit zur Klasse der Arbeitnehmer macht niemanden zum besseren Menschen, das wird selbst der größte “Sozialromantiker” nicht behaupten wollen.
    Bei meiner Arbeit in der Produktion in den unteren Lohngruppen habe ich viele sehr feine und solidarische Menschen kennengelernt und auch ein paar A…….. (die gibt es überall); in der Pflege im Krankenhaus und im Pflegeheim ebenso.
    Wenn dort nicht ständig engagierte und solidarische KollegInnen für andere einspringen (z. B. im Krankheitsfall) würden, würden ganze Abteilungen/Stationen zusammenbrechen.

    M. E. befördern/betreiben Leute wie Sie, viele Arbeitgeber und besonders die AfD-Parteistrategen eine Spaltung der Arbeitnehmerschaft/Gesellschaft, indem sie Besserverdiener gegen Geringverdiener ausspielen, Geringverdiener gegen Arbeitslose, Arbeitslose gegen Sozialhilfeempfänger und Flüchtlinge, Inländer gegen Ausländer.
    Jeder nimmt angeblich dem anderen die Arbeitsplätze, die staatliche Unterstützung und die Wohnungen weg.
    Und jeder versucht, seinen sozialen und materiellen Status zu wahren und zu verteidigen –
    Solidarität bleibt zunehmend auf der Strecke, denn “Jeder ist sich selbst der Nächste”.

    Lachende Dritte sind die (natürlich profitorientierten) Arbeitgeber, Unternehmer und Geschäftsführer.
    Bsp.: In der Produktion wird zunehmend automatisiert, Arbeitsplätze fallen weg oder werden ins billigere Ausland verlegt.
    In der Pflege/im Gesundheitswesen wird das Letzte aus den Arbeitnehmern herausgeholt, und man stellt lieber (wenn überhaupt) billigere ungelernte Hilfskräfte statt qualifizierte Fachkräfte ein (von denen es immer weniger gibt, weil es keiner mehr machen will).
    Und Alte, (chronisch) Kranke und Behinderte gehören eh zu “den Schwachen” und sind “unnütz”, da kommt es nicht so drauf an – und man “vergisst” geflissentlich, wie schnell jeder selbst zu diesen “Schwachen” gehören kann.

    Die “Eliten” und Vermögenden schauen zu, es betrifft sie scheinbar nicht – sie haben ihre Schäfchen ja im Trockenen.
    Leute wie “Dr. W.”, der sich bestimmt mit seinem (angeblichen) akademischen Titel auch zur “Elite” zählt, reiben sich angesichts dieser Spaltung der Gesellschaft sogar noch perfiderweise die Hände:

    “Also so eine gepflegte gesellschaftliche Spaltung ist schon ganz nett, wie Dr. Webbaer findet.”

    @ Alisier, # 34:

    Vermutlich wirst du wieder meinen “Tonfall” beklagen.
    Mir jedenfalls sind deutliche Worte, vielleicht überspitzte Formulierungen allemal lieber als (d)ein ständiges “klares Jein” …

    @ Lisa, # 30:

    ” … aber du hast nicht verstanden, um was es geht und eine unnötige OT angezettelt. … ”

    Ich habe sehr wohl verstanden, um was es geht –
    und der “OT-Anzettler” war Alisier (Schule, Bildung):
    siehe oben # 22.

  37. #40 Alisier
    25. Januar 2018

    Lieber ein klares Jein als künstliche Polarisierung um seine Positionen nicht ändern zu müssen.
    Schwarz-weiß gibts nun mal nicht, auch wenn uns das von links bis rechts alle möglichen Lordsiegelbewahrer der “richtigen” Sichtweise weis machen wollen.
    Und wenn man seine angestammte Denkposition nicht verlassen kann, versteht man unter Umständen Vieles falsch.

  38. #41 Beobachter
    25. Januar 2018

    @ Alisier, # 40:

    OT:

    Ein ständiges “klares Jein” bedeutet oft die Weigerung, zu irgendetwas Stellung zu beziehen und von vornherein den Schwanz einzuziehen –
    kennt man z. B. gut von Politikern, die viel reden, aber nichts (aus)sagen.

    Um seine Position ändern zu können, muss man erst mal eine haben.
    Viele Leute haben gar keine und hängen ihr Fähnlein nach dem Wind.
    Mit deutlichen Worten Stellung zu beziehen, hat nichts mit “Schwarz-Weiß”-Denken und -Zuständen, mit “richtig oder falsch”, mit “rechts oder links” zu tun, sondern macht eine Verständigung und fruchtbare Kommunikation erst möglich.

    Und gerade die vielen “Grau”-Zustände/-Bereiche müssen als solche wahrgenommen und deutlich beschrieben und beleuchtet werden …

  39. #42 Alisier
    25. Januar 2018

    Deine Position, Beobachter.
    Wenn deutliche Worte deinerseits öfter beleidigend rüberkommen, oder du bei deutlichen Worten Anderer lediglich abgehst wie ein Zäpchen, dann ist das kein Beleg dafür, dass du an einem Dialog wirklich interessiert bist.
    Du meinst, dass du immer Recht hast. Gut, das haben fast alle hier verstanden.
    Und mit Politik kannst du offensichtlich auch wenig anfangen.
    Bist du dir eigentlich im Klaren darüber, wie ähnlich deine Aussagen denen der AfD- Sympathisanten sind?
    Aber Nein, das kann ja gar nicht sein, denn du bist ja einer von den Guten, nicht wahr…..
    Es als feige anzusehen, wenn man den Dialog sucht und Kompromisse akzeptiert passt auch zum Gesamtbild.
    Nur die wahre Lehre zu akzeptieren, und starre Positionen zu feiern hast du ebenfalls mit allen anderen Ideologen und Religiösen jeder Art gemeinsam.
    Wenn du darauf unbedingt stolz sein willst, so ist das natürlich deine Sache.
    Ich werde es mir trotzdem nicht nehmen lassen weiter auch Menschen Urteilsvermögen zuzugestehen die nicht meiner Meinung sind.

  40. #43 Pedant
    25. Januar 2018

    @ Beobachter
    Ich wünschte, Du wärest nicht so hitzköpfig und ließest Dich nicht so leicht aus dem Konzept bringen und auf Nebengleise abschieben. Und Du solltest vielleicht nicht einen Diskussionsstil pflegen, der den
    Eindruck erweckt, Du müsstest Dich hier gegen alle anderen, einschließlich Blogchef behaupten. Dem ist nicht so. Hier sind schon ein paar mehr von “den Guten”.

    Sich mit Klassensprecher Alisier anzulegen, bringt gar nix. Der ist ein aufrechter Antifaschist und in der Beziehung sehr stringent und wachsam. Mit sozialer Gerechtigkeit hat er eher weniger am Hut, ist nicht so ganz sein Ding. Bei dem Thema ist er – meine ganz persönliche Meinung und nicht als Beleidigung gedacht – der typische Grüne Jein-Sager.

    .

  41. #44 Alisier
    25. Januar 2018

    Mag so rüberkommen, Pedant. Liegt aber eher daran, dass ich mich meistens bei dem Thema nicht direkt positioniere. Was mich allerdings stört ist, dass soziale Gerechtigkeit oft als Privileg der Alteingesessenen gesehen wird. Bei der Diskussion spielen meistens z.B. Flüchtende gar keine Rolle.
    “Antifaschist” sehe ich übrigens als Beleidigung :-), und mein Grünsein will ich bestimmt nicht leugnen.

  42. #45 anderer Michael
    25. Januar 2018

    Beobachter
    Was hast du gegen Burschenschaften und Corps. Die unterstützen sich gegenseitig .Na und.Ist das verboten? Das machen alle, auch die Antifa, Queer und wer auch immer.
    Dein Hinweis auf “rechten” ist inadäquat , weil ich mir nicht vorstellen kann , dass du es im Sinne von “richtig”:gemeint hast. Du steckst voller Vorurteile.
    Ich bin dort nicht Mitglied oder war es noch nie. Diese Gruppen sind sehr heterogen.

    Uli Schoppe
    Zur Sekundarschule (NRW)

    ” Die wollten dumm gehaltene für die schwarze Arbeit.”
    Sag mal hast du dir das selber ausgedacht oder im Sponti-Kindergarten von der Mitteilungstafel abgelesen?

    Das, lieber Uli ,sind nicht die Probleme der HS.

  43. #46 DH
    26. Januar 2018

    @Beobachter#38
    Die Aussage, ein Drittel sei hinterhältig, ist erkennbar die Einschätzung dieses Drittels, nicht der gesamten Arbeitnehmerschaft, in der es, wie Sie sagen, auch viele respektable Menschen gibt.
    Der Vorwurf der Spaltung macht also keinen Sinn. Sie sehen jede Kritik an Arbeitnehmern als pauschale Verunglimpfung, was im Ergebnis bedeuten würde, daß Arbeitnehmer unkritisierbar und damit die besseren Menschen sind.
    Ich teile das Anstreben von Solidarität ausdrücklich und bin genau mit solchen Haltungen auf die Schnauze gefallen, nicht primär von Chefseite her, es ist ein Teil der lieben Kollegen, der einem sofort in den Rücken fällt, wenns was zu bringen scheint.
    Es ist sehr viel zielführender, sich abzugrenzen von denen, die Solidaritätsangebote hintertreiben, als blind auf alle Arbeitnehmer zu setzen.
    Erst kürzlich lief ein TV-Bericht über Amazon. Üble Arbeitsbedingungen und massive Behinderung von Gewerkschaftsarbeit von oben.
    Aber genauso war es etwa die Hälfte der Arbeitnehmer, die in vorauseilendem Gehorsam alte Fahrgemeinschaften einstellten und sich im Betrieb nicht mehr mit den Engagierten sehen lassen wollten. Mit diesem Teil geht nichts und Solidarität mit solchen Gestalten ist dem engagierten Teil auch nicht zumutbar..

  44. #47 Alisier
    26. Januar 2018

    Deine Erfahrungen und Vorschläge decken sich hier mit den meinen, DH.

  45. #48 Pedant
    26. Januar 2018

    Alisier
    “Was mich allerdings stört ist, dass soziale Gerechtigkeit oft als Privileg der Alteingesessenen gesehen wird. Bei der Diskussion spielen meistens z.B. Flüchtende gar keine Rolle.”

    Jetzt erstaunst Du mich aber doch, Alisier. Ich ging eigentlich davon aus, das Diskussionen über soziale Gerechtigkeit hier auf dieser Plattform Diskussionen über soziale Gerechtigkeit für alle „Armen“ sind. Die Forderung „Soziale Gerechtigkeit für alle Armen und auch für Flüchtende“ fände ich irgendwie doof. Das erinnert mich an eine uralt Anekdote über Heinrich Lübcke, der mal auf einem Staatsbesuch in einem afrikanischen Land eine Rede begonnen haben soll mit den Worten „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger“.
    Das willst Du doch bestimmt nicht.

  46. #49 Beobachter
    26. Januar 2018

    @ Stammtisch mit “Klassensprecher”:

    Ihr selbst dokumentiert mit euren Kommentaren (siehe auch Thread “Die Politik des Gefühls”) am allerbesten, was hier los ist –
    es erübrigt sich jede weitere Äußerung meinerseits.
    Ich werde eure Runde mit der eingespielten Hackordnung nicht weiter stören.
    Schade nur um die viele aufgewendete Zeit und Mühe.

    P. S.:
    @ anderer Michael:
    zu meinem “Vorurteil”:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Studentenverbindung#H%C3%A4ufige_Kritikpunkte
    u. a.:
    „Das Lebensbundprinzip ist die Ursache dafür, dass Studentenverbindungen Seilschaften herausbilden. Verbindungsstudenten, die im Berufsleben stehen (Alte Herren), protegieren jüngere Verbindungsmitglieder − nicht selten mit Erfolg. So mancher Verbindungsstudent gelangt auf diesem Wege in hohe Positionen, was das Selbstbild der Studentenverbindungen stützt, die akademische Elite zu sein.“

  47. #50 anderer Michael
    26. Januar 2018

    Beobachter
    Ich will nicht die Corps und Burschenschaften verteidigen. Nur diese machen das , was viele machen.
    Mir ging es um den Begriff die “rechten” , falls politisch gedacht, ist das eine Pauschalisierung. Davon ungeachtet existieren einige Verbindungen mit höchstproblematischen politischen Einstellungen.

  48. #51 Alisier
    26. Januar 2018

    Kann ich grad nicht drüber lachen, DH.
    Tatsache ist, dass für viele, wie schon erwähnt, soziale Gerechtigkeit spätestens an der Grenze endet.
    Tribalismus ist nun mal weit verbreitet.

  49. #52 Joseph Kuhn
    26. Januar 2018

    Die Politik des Quietschens

    Nachdem der Sängerwettstreit um den Rang des reinsten und edelsten Engagements für die Armen und Entrechteten beendet scheint, will ich die Aufmerksamkeit des werten Publikums doch noch einmal auf das Thema des Blogs lenken.

    In der WELT (die ich als jedweder “linker” Gesinnung unverdächtiges Medium bei solchen Themen gerne zitiere) ist ein Bericht darüber, wie es den Reichen im letzten Jahr mit Trump erging: “Die 15 Superreichen sind im ersten Jahr seiner Präsidentschaft 265 Milliarden Dollar reicher geworden.” Jetzt werden sie zusätzlich noch durch seine Steuerreform “entlastet”. Das wird Folgen auch für Europa haben, wie die Nervosität der Davos-Gäste zeigt. Die soziale Ungleichheit wird dadurch vermutlich weltweit weiter zunehmen, bis die kleinen Leute quietschen, oder protestieren, oder protestwählen, oder trotz alledem. Soros wird im Spiegel so zitiert: “Das Überleben unserer Zivilisation steht auf dem Spiel”. Eine neue Zeit, aber wo bleibt die neue Politik?

  50. #53 RPGNo1
    26. Januar 2018

    Der zukünftige Gegenentwurf zur GroKo 2.0? Eine neue Volkspartei in Wartestellung?
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/news-gruene-parteitag-robert-habeck-spd-donald-trump-davos-deutsche-bahn-a-1189881.html

  51. #54 Alisier
    26. Januar 2018

    Das Preis für das edelste Engagement für die Entrechteten gebührt doch wohl ganz klar der SPD, werter Joseph.
    So sieht sie sich selbst, ist aber mit dieser Sichtweise inzwischen so alleine, dass selbst ihre nibelungentreuen Wähler aus Tradition ihr von der Fahne gehen. Markige Sprüche (und selbst die fehlen inzwischen) sind halt nicht genug.
    Eine pragmatische Jein-Partei, die Ideen und Konzepte hat, was die Zukunft anbelangt, und Kompromisse aktiv herbeiführen will, ist da inzwischen tatsächlich Vielen näher. Ideologen von links bis rechts sind out. “Weiter so”-Schlafmützen auch.
    Was den Grünen noch zu schaffen macht sind liebgewonnene Stereotype und Abneigungen, die sich auch hier im Thread immer wieder Bahn brechen.
    Inhaltliche Kritik wir eher nicht geübt, sondern lediglich auf Ressentiments zurückgegriffen. Das wird aber auf Dauer nicht verfangen, denke ich.

  52. #55 Dr. Webbaer
    26. Januar 2018

    War nicht bös gemeint, die kleine Betrachtung zur gesellschaftlichen Spaltung vs. Solidarität (ein etwas giftiges Wort, wenn auf die Begriffsgeschichte geschaut wird) weiter oben, lieber Herr Dr. Kuhn.

    MFG
    Dr. Webbaer (der weiterhin nichts gegen Spaltung hat, auch i.p. Vermögen nicht – wichtig bleibt, dass die Mindeststandards ein menschenwürdiges Leben sicherstellen und Durchschnittsstandards, auch den Median meinend, ebenfalls zufriedenstellend sind – daran darf aus diesseitiger (liberaler) Sicht zuvörderst gesellschaftlich gearbeitet werden, nicht an der Vermeidung von Superreichen und i.p. relative (!) Armut (das Fachwort))

  53. #56 Dr. Webbaer
    26. Januar 2018

    @ Kommentatorenkollege ‘Beobachter’ :

    Nicht schlecht formuliert in der Anrede : ‘Stammtisch mit “Klassensprecher”’ -, ist auch hier in etwa so verstanden worden, dieses kleine Web-Biotop, wobei Dr. W gegen “Klassensprechertypen” schon immer etwas hatte, nichts aber gegen Lehrer.

    Abär genug der Meta-Betrachtung, es soll ja nicht unnötig gespalten werden.

    MFG
    Dr. Webbaer

  54. #57 Uli Schoppe
    26. Januar 2018

    @anderer Michael

    Sorry Joseph den Spontikindergarten mag ich so nicht hinnehmen.
    Lieber Michael, das ist genau die Art und Weise wie sich die Granden von der CDU hier in meiner Stadt äußern wenn nicht so viele hinhören. Für die ist die HS die Klötzgesschul (O-Ton ^^) für den doofen Rest. Förderung ist nicht gewollt.

  55. #58 Alisier
    26. Januar 2018

    @ Uli Schoppe
    Zudem du weißt, wovon du redest.
    Deine Einschätzung wie eine IGS von vielen Eltern gesehen wird, traf den Nagel auf den Kopf.

  56. #59 Basilios
    Horizon in the Middle of Nowhere
    26. Januar 2018

    @Uli Schoppe
    Oh, nicht nur, daß manche Granden der Union so daher reden. Nein, ich habe das Gefühl, daß von einer beträchtlichen Menge an Menschen noch von einem gänzlich anderen Blickwinkel aus allergrößte Vorbehalte gegen IGSen bestehen und gepflegt werden. Als naiver Mensch, der immer noch an das Gute in den Menschen glaubt und Ihnen (und noch mehr ihren Kindern) die besten Chancen wünscht, müsste man doch annehmen, daß gerade in der klassischen Arbeiterfamilie (Mann berufstätig, Frau hat zwei Kinder) ein Interesse an besseren Möglich…
    Pustekuchen!
    Ich bin noch gar nicht dazu gekommen zu erklären, wo den die Vorzüge liegen würden, dann heißt es schon: “Aber es kann doch nicht jeder Professor werden!
    -_-

  57. #60 stone1
    26. Januar 2018

    @RPGNo1

    Gleichzeitig droht den Grünen in Österreich bei der Landtagswahl in NÖ am Sonntag das Ende, wenn sie nicht mehr in diesen Landtag kommen, wird es auch keine Bundespartei mehr geben, schon aus finanziellen Gründen. Die Spitzenkandidatin musste den Wahlkampf teilweise mit einem Privatkredit finanzieren, und die Partei wurde von Disney verklagt, weil sie Wahlspots im Star Wars-Stil gemacht haben ohne um Erlaubnis zu fragen.

    In so einer Situation diesen Spiegel-Artikel zu lesen hat da schon was Aberwitziges.

  58. #61 Alisier
    27. Januar 2018

    Hat es nicht unbedingt, stone1:
    Die österreichischen Grünen haben sich im Zuge der Peter Pilz-Affäre selbst zerlegt, und sind mit den deutschen Grünen schon lange nicht mehr zu vergleichen.
    Der Zeit-Artikel von Bernd Ulrich zum Parteitag (nicht online frei verfügbar) ist sogar noch forscher und euphorischer als der Spiegel-Artikel.
    Mal sehen…..

  59. #62 Beobachter
    27. Januar 2018

    Nachtrag:

    @ anderer Michael:

    Österreich:

    Die Akademiker/Burschenschaften tanzen:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/akademikerball-in-wien-rechts-tanzt-links-demonstriert-a-1190107.html

    Die Wissenschaftler tanzen auch:
    http://www.wissenschaftsball.at/ball/dresscode/

    … während “links” und “rechts” angeblich “out” sind und die “grüne pragmatische Jein-Partei” im Kommen ist …

  60. #63 stone1
    27. Januar 2018

    @Alisier, OT

    Die Selbstzerlegung hat schon mit dem überraschenden Rücktritt von Parteichefin Glawischnig am Beginn der NR-Wahlkampfs angefangen, das war zwar menschlich verständlich, hat die Partei jedoch in eine unnötiges Chaos gestürzt, welches die Abspaltung der Pilz-Fraktion erst ermöglicht hat.

    zum Akademikerball:

    2.500 Ballgäste, beschützt von rund 3.000 Polizisten, welche ein unrealistisches Bedrohungsszenario angenommen haben, nämlich aus Deutschland anreisende “Berufsdemonstranten”, die sich für den Einsatz österreichischer Polizisten beim G20-Gipfel in Hamburg rächen wollten. Es blieb dann bei einem friedlichen Protest von etwa 8.000 Menschen (doppelt so viel wie im Vorjahr).
    Da war der neue Innenminister wohl ein bisschen übernervös. Super fand ich die Aktion der Satiremädelschaft Hysteria, da konnten sich anscheinend einige beim Ball einschleusen und die Gäste ein wenig verunsichern, bevor sie mit sanftem Nachdruck hinauskomplimentiert wurden.
    /OT

  61. #64 DH
    27. Januar 2018

    @Joseph Kuhn

    Ohne Solidarität auch keine neue Politik. Mit Sozialromantik hat das nichts zu tun.

  62. #65 Joseph Kuhn
    28. Januar 2018