Die Masernimpfung ist ein „Klassiker“ unter den Aufführungen rund um das Thema Impfmotivation und Impfskepsis. Mit jedem Ausbruch oder bei jedem masernbedingten Sterbefall beginnt – zurecht – wieder die Diskussion darüber, warum es immer noch nicht gelungen ist, die Masern in Deutschland zu eliminieren. Seit den 1960er Jahren wird gegen Masern geimpft, in der DDR gab es seit 1970 eine Impfpflicht für Kinder, in der Bundesrepublik hat die STIKO 1974 die Masernimpfung empfohlen und inzwischen gibt es sogar einen Nationalen Aktionsplan zur Elimination der Masern und Röteln in Deutschland, dessen Umsetzung durch eine Nationale Verifizierungskommission begleitet wird. Und trotzdem kommt es immer wieder zu Masernerkrankungen, trotzdem sterben noch jährlich im Schnitt 1-2 Menschen an den Masern, hinzu kommen einige SSPE-Fälle, einer Masernspätfolge, die immer tödlich verläuft.

Allerdings besteht kein Anlass zur Resignation. Langfristig betrachtet, ist das Werben für die Masernimpfung recht erfolgreich. In Bayern liegt beispielsweise die Impfquote im Einschulungsalter bei der ersten Masernimpfung inzwischen bei 96,1 % (bei der zweiten Masernimpfung bei 91,3 %). Vor dreißig Jahren waren es gerade einmal 64,1 %. Auch bei der zweiten Impfung steigen die Impfquoten kontinuierlich. Die Kinder werden zwar nach wie vor nicht rechtzeitig entsprechend der STIKO-Empfehlung geimpft, d.h. zweimal bis zum Ende des zweiten Lebensjahrs, aber von massenhafter Impfverweigerung bei den Eltern kann keinesfalls die Rede sein.

Masernimpfung_1987_2016

Die Impfquote nimmt nicht mehr so stark zu wie früher, ein Deckeneffekt, der auch, aber nicht nur mit Impfskeptikern zu tun hat. In Bayern gibt es im wohlhabenden Süden des Landes gehäuft impfskeptische Eltern. Das sind eher gut gebildete und gut situierte Leute, die durch die Kritik an manchen Missständen der Medizin zu unkritischen Anhängern der „Alternativmedizin“ geworden sind. Mit der Zeit kapselt sich ein Teil in weltanschaulichen Milieugemeinschaften ab und ist nur noch schwer für rationale Argumente erreichbar – immer wieder Thema hier auf den Scienceblogs oder nebenan bei den Skeptikern. Das lässt sich sogar an hochaggregierten Daten ablesen: In Bayern gibt es z.B. auf Kreisebene über die Jahre hinweg eine stabile Korrelation zwischen den Masernimpfquoten und der Heilpraktikerdichte.

Trotzdem ist der Einfluss dieser Gruppen auf die Impfquoten insgesamt eher gering. Lägen die südbayerischen Kreise im Landesdurchschnitt, würde das die landesweite Impfquote nur marginal verbessern. Dennoch gilt es natürlich, regionale Impflücken zu schließen, sie erhöhen das Ausbruchsrisiko. Aber mindestens so wichtig sind die rechtzeitige Impfung der kleinen Kinder, die flächendeckende Verbesserung bei der zweiten Impfung und die Schließung der Impflücken bei den nach 1970 Geborenen, die keine natürliche Immunität infolge einer durchgemachten Erkrankung mehr haben und als Kinder möglicherweise noch nicht geimpft wurden. Ob das gelingt? Die Entwicklung der Impfquoten bei den Kindern stimmt eigentlich optimistisch, dass die Ziele des Nationalen Aktionsplans in ein paar Jahren auch ohne Impfpflicht erreicht werden können. Aber dafür müssen, wie der frühere STIKO-Vorsitzende Jan Leidel kürzlich im Deutschlandfunk sagte, alle Beteiligten doch noch etwas mehr Engagement zeigen.

Kommentare (31)

  1. #1 Mars
    3. März 2018

    “” …stabile Korrelation zwischen den Masernimpfquoten und der Heilpraktikerdichte. “”

    … aber auch die lebenserwartung ist in Südbayern höher als im norden – obs an der schlechteren impfdichte liegt?

    ein guter beitrag, der die zahlen mal etwas genauer anschaut und die impfverweigerung ad absurdum führt
    … zumindest bei den Masern in Bayern.

    • #2 Joseph Kuhn
      3. März 2018

      @ Mars:

      “aber auch die lebenserwartung ist in Südbayern höher als im norden”

      Genau. Der Süden ist wohlhabender und das prägt auch die sozialen Milieus. Wer sein Leben selbst bestimmen will, hinterfragt auch eher, “was der Doktor sagt”, ein Teil der medizinkritisch aufgeklärten Leute glaubt dafür paradoxerweise dem Heiler alles. Aber damit heben sie sich eben auch von der Masse ab.

      “obs an der schlechteren impfdichte liegt?”

      Ganz sicher nicht. Impfen rettet Leben. Die höhere Lebenserwartung im Süden ist eine Folge des Wohlstands. Dass die Lebenserwartung mit dem Wohlstand zunimmt, gehört zu den best gesicherten Erkenntnissen der Sozialepidemiologie.

  2. #3 Maria Katz
    3. März 2018

    Der größte Teil der Impflücken geht wohl nicht auf das “Wirken” der Impfgegner zurück, sondern auf Verunsicherung, Vergessen oder Unkenntnis. Eine Impfpflicht würde bei den verspäteten Impfungen und den Lücken bei Jugendlichen und Erwachsenen wenig bis nichts nützen, da braucht es andere Wege, abgesehen von den möglicherweise negativen Effekten (Reaktanz).
    Eine Gruppe, bei der mir großer Handlungsbedarf zu bestehen scheint, sind die Ärzte, vor allem Hausärzte. Leider habe ich keine Zahlen, aber schon die Kenntnisse der Stiko-Empfehlungen sind wohl oft lückenhaft. Hier wäre ohne großen Aufwand viel zu erreichen. Die Niederlande machen es vor: Eine routinemäßige jährliche Überprüfung des Impfstatus’ erhöht die Quote deutlich.

  3. #5 Karl Mistelberger
    3. März 2018

    Eine Kollegin bei Scilogs hat sich mit dem Thema befasst, dabei aber einen bedeutenden Aspekt ziemlich stiefmütterlich behandelt:

    https://scilogs.spektrum.de/streifzuege-rueckwaerts/vor-20-jahren-andrew-wakefield-und-seine-studie/#comment-166

  4. #6 Andreas
    3. März 2018

    Ich bin froh, dass die Impfgegner noch nicht soviel Erfolg haben wie es die Homöopathen, Chiropraktiker und Heilpraktiker bis jetzt hatten.

    Deshalb ist es auch gerade jetzt wichtig, verstärkt gegen diese Gruppe vorzugehen, indem man aufklärt und erklärt wird. Je länger eine Erkrankung nicht mehr im Bewusstsein der Menschen ist um so eher werden sie auch nicht mehr impfen, da eben die Impfung vergessen wird, die Schäden durch die Erkrankung nicht mehr bekannt sind oder man der Meinung ist, ich brauche nicht mehr es erkrankt ja niemand mehr.

    Das Problem der Verunsicherung einiger Menschen, welches dann zur Impfhemmnis führt, ist die Arbeit von Impfgegnern. Ich bin sehr intensiv auf YT unterwegs und finde unendlich viele Videos von Impfgegnern, die vor allem auch noch als erstes in den Suchen angezeigt werden. Leider sind die guten aufklärerischen Videos zum Thema Impfen eher spärlich gesät.

    • #7 Joseph Kuhn
      3. März 2018

      @ Andreas:

      Ich fürchte, Sie überschätzen die Rolle der Impfgegner und unterschätzen die Rolle anderer Faktoren, von Gedankenlosigkeit bis mangelnder Information, siehe auch Kommentar #3 von Maria Katz.

  5. #8 Maria Katz
    4. März 2018

    Absolut kontraproduktiv ist es allerdings besonders in Hinsicht auf die Verunsicherten, wenn der Vorsitzende der Stiko Prof.Dr.Thomas Mertens innerhalb weniger Tage zwei Mal mit einem der Ober-Impfgegner und Anthroposophen Dr.Steffen Rabe auftritt. Dem “Impfkongress” der Ärzte für individuelle Impfentscheidung und von Gesundheit aktiv e.V (nach eigener Aussage eine Lobbyorganisation für anthroposophische Medizin) wurde mit der Teilnahme eine Seriosität verliehen, die ihm keinesfalls zusteht – und natürlich verdrehen und instrumentalisieren die Veranstalter die Aussagen der Impfbefürworter für ihre Zwecke, wo diese nicht sowieso schon aus falsch verstandener Toleranz die Impfgegner bestätigen.
    https://www.gesundheit-aktiv.de/aktuelles/pressemitteilungen.html#impfen-auf-dem-weg-zu-einer-neuen-vertrauens-und-dialogkultur
    Wenige Tage später findet man den Stiko-Vorsitzenden wieder zwei Stunden lang mit Rabe im Gespräch, diesmal beim Deutschlandfunk Kultur. Nicht nur das, er stimmt Rabe so häufig zu, dass das Fazit des Moderators lautete: “Sie waren sich beide doch mehr einig als gedacht”. Rabe gibt sich als Wolf im Schafspelz, verleugnet seine Aussagen z.B. zu dem Machwerk Vaxxed und niemand stellt ihn zur Rede.
    http://www.deutschlandfunkkultur.de/streitfall-impfen-vorbeugen-statt-leiden.970.de.html?dram:article_id=412069
    Ist Prof.Dr.Mertens so naiv zu glauben, dass eine falsch verstandene Dialog- und Kompromissbereitschaft beim harten Kern der Impfgegner irgend etwas bewirken kann? Oder kennt er die organisierten Zusammenhänge zwischen anthroposophischer und homöopathischer “Alternativmedizin”und Impfgegnern und deren Lobbyarbeit wirklich nicht?

    (Ich hoffe, mein Kommentar ist nicht zu heftig geraten, aber es macht mich sprachlos, dass einer der wichtigsten Protagonisten für Impfen dazu beiträgt, die Positionen der Impfgegner hoffähig zu machen.)

    • #9 Joseph Kuhn
      4. März 2018

      @ Maria Katz:

      Ich denke nicht, dass sich Herr Mertens Illusionen darüber macht, was man durch Gespräche beim harten Kern der Impfgegner erreichen kann. Die Frage ist, ob man, auch mit Blick auf die Öffentlichkeit insgesamt, der Debatte mit der impfskeptischen Szene in ihren diversen Schattierungen gänzlich aus dem Weg gehen sollte oder nicht. Die Diskussion kommt auch jedes mal bei der Nationalen Impfkonferenz neu auf. Meine Sicht der Dinge: Leute wie Rabe oder Hirte oder der Verein “Libertas & Sanitas” argumentieren anders als z.B. Lanka, man muss mit ihnen auch anders umgehen und es kommt dabei auch auf den Rahmen an. Das hat sich Mertens sicher gut überlegt. Ich sehe erst mal nicht, dass er mit seinen Auftritten die Positionen von Impfgegnern hoffähig gemacht hat, aber ich verstehe die Befürchtung.

      • #10 Maria Katz
        4. März 2018

        Meine Kritik richtet sich weniger gegen das “ob”, dass eine Diskussion geführt wird, sondern gegen das “wo” und das “wie”. Hört man sich die zwei Stunden im Deutschlandfunk an, so fangen sehr viele Repliken von Mertens an mit “Da stimme ich Herrn Rabe völlig zu”, etwa zu der Aussage, dass es nicht nachweisbar sei, dass Geimpfte gesünder seien als Ungeimpfte oder dass die Wiedereinführung von Einzelimpfstoffen notwendig seien.
        Mein Eindruck ist einfach der, dass er sich in diese Diskussionen begeben hat, ohne die Standardargumentation von Impfgegnern und vor allem das bisherige “Wirken” von Rabe zu kennen, deshalb zu verständnisvoll und defensiv darauf eingeht und nahezu alle falschen Aussagen unwidersprochen stehen lässt (Aluminium!) – teilweise sogar bestätigt.
        Gerade weil damit die 25 bis 30% Verunsicherten (laut BzgA-Studien) erreicht werden, sind solche Diskussionen so wichtig, etwa was das Problem der verspäteten Impfungen betrifft.
        Mein Fazit: Wer sich in solchen (übrigens rhetorisch sehr geschulten) Leuten einlässt, sollte die Impfgegnerszene besser kennen.

  6. #11 Karl Mistelberger
    5. März 2018

    Ohne Kommentar: Zeitgeist

  7. #12 No comment
    6. März 2018

    Zitat: Herr Kuhn
    “Das sind eher gut gebildete und gut situierte Leute, die durch die Kritik an manchen Missständen der Medizin zu unkritischen Anhängern der „Alternativmedizin“ geworden sind.”

    Eine Vermutung ihrerseits oder gibt es hierzu konkretes?

    Meine Beobachtung ist viel eher dass gebildeter Schichten ganz grundsätzlich aber eher dazu neigen Dinge zu hinterfragen und sich selbst möglichst ausführlich zu informieren, dabei aber sehr oft in akuter Halbbildung hängen bleiben, weil ihnen eben doch die Verständnisfähigkeit und informative Durchdringung fehlt.

    Meist handelt es sich auch um Personengruppen die eh bereits aus beruflichen Milieus kommen in denen es einen denkbar große Ferne zur naturwissenschaftlichen Objektivität gibt (Soziologen, Pädagogen, Künstler, … überhaupt auffällig viele Berufe die von Frauen ergriffen werden – was sich auch wieder in der Anhängerschaft von Esoterikern und selbsternannten “Skeptikern” niederschlägt).

  8. #13 Royal Bloodline
    6. März 2018

    Brauchbare Beispiele für eine gewisse Borniertheit, die sich der Aufklärung – wohl mit Vorsatz – in den Weg stellt, findet man hier nur allzuoft. So auch diesmal, wenn von “unkritischen Anhängeren einer Alternativmedizion” die Rede ist.
    Das Lager der Pharmazeuten hat sich die Ablehnung derer Produkte selbst eingebrockt. Wer nicht weiss, worauf dies anspielt, – na was soll’s?.

    Haben Sie auch schon mal diese Geschichte gehört vom Ausschluß aus einem Kinderharten gerade jener Kinder, die nicht geimpft sind?
    Wohl traut man der Wirkung einer Impfung bei jenen Kindern, die geimpft wurden, nicht das zu, was man nach soviel Propaganda erwarten dürfte.

    • #14 Maria Katz
      6. März 2018

      @Royal Bloodline

      Schon mal davon gehört, dass es Kinder gibt, die zu jung sind, um geimpft zu werden?
      Dass es Kinder gibt, die aus verschiedenen Gründen nicht geimpft werden können?
      Dass es einen – wenn auch sehr geringen Anteil – gibt, bei dem die Impfung nicht wirkt?
      Dass der vollständige Schutz erst mit der zweiten Masernimpfung erreicht ist?

  9. #15 Royal Bloodline
    6. März 2018

    Maria Katz, wollen Sie damit sagen, daß zum Schutze jener (royalen) Kinder, bei denen die Impfung wirkungslos ist, alle anderen Kinder geimpft werden sollten?

    Ein ethisch wohl ziemlich absurdes Vorhaben.

  10. #16 Joseph Kuhn
    6. März 2018

    @ no comment:

    “Eine Vermutung ihrerseits oder gibt es hierzu konkretes? Meine Beobachtung ist viel eher …”

    Ich verstehe den Widerspruch zwischen dem, was ich gesagt habe und dem, was Sie beobachten, nicht.

    @ Royal Bloodline:

    “zum Schutze … alle anderen Kinder geimpft werden sollten … ethisch wohl ziemlich absurdes Vorhaben.”

    Es ist eine Überlegung, die man neben dem Vorteil, den das Impfen für die Geimpften selbst bringt, nicht außer acht lassen soll.

    Wenn man natürlich anthroposophisch verscheuklappt das Impfen selbst gar nicht als Vorteil erkennt und für Dritte (z.B. Säuglinge oder immungeschwächte Kinder) sowieso nichts übrig hat, sieht die Sache natürlich anders aus. Warum sollen zum Schutz der nüchternen Autofahrer die, die gerne trinken, auf Alkohol verzichten? Warum sollen zum Schutz der Nichtraucher die, die gerne rauchen, in öffentlichen Räumen darauf verzichten?

    Was die ethische Abwägung angeht, empfehle ich Ihnen einen Blick in die Überlegungen des Münchner Medizinethikers Georg Marckmann zum Thema Impfen, manches davon ist sogar online: http://www.egt.med.uni-muenchen.de/personen/leitung/marckmann/materialien/vortragsfolien/muenchen-15_05_13.pdf

  11. #17 Maria Katz
    6. März 2018

    @Royal Bloodline

    “Ein ethisch wohl ziemlich absurdes Vorhaben.”

    Dann mal Butter bei die Fische. Was ist an Impfungen ethisch absurd?

    Ansonsten: Lesen hilft.

  12. #18 Royal Bloodline
    6. März 2018

    Herr Kuhn, abermals verknüpfen Sie Eigenschaften eines Individuums mit gesellschaftlichen Interessen auf eine ganz und gar unangemessen Art.
    Ihre Unterstellung, daß einem Impfgegner das Schicksal immungeschwächter Kinder egal wäre, ist unterm Strich.
    Die Kritik an den Impfprogrammen hebt ja gerade dies hervor: Impfpräparate (Barlach) hätten einen schädlichen Einfluß auf die Entwicklung des kindlichen Immunsystems.

    Nun wäre es auch eine primäre Aufgabe der Schulmedizin, nach anderen Umwelt-Faktoren als Ursache für eine “Immun-Schwäche” zu forschen.
    Und zudem zu untersuchen, wie das Immunsystem gestärkt oder geheilt werden könne.

  13. #19 Royal Bloodline
    6. März 2018

    Maria Katz, andere Kinder zum “Schutz” des eigenen mit Impfungen traktieren zu wollen ist das Endstadium eines tiefenpsychologischen Vorgangs.
    Siegmund-Freud-Lesen soll helfen.

  14. #20 Joseph Kuhn
    6. März 2018

    @ Royal Bloodline:

    “Herr Kuhn, abermals verknüpfen Sie Eigenschaften eines Individuums mit gesellschaftlichen Interessen auf eine ganz und gar unangemessen Art.”

    Könnten Sie das bitte begründen, statt es nur zu behaupten? Haben Sie versucht, die Überlegungen von Herrn Marckmann einmal nachzuvollziehen?

    Die gesellschaftlichen Interessen (z.B. Masernelimination) ist noch einmal eine andere Ebene. Zunächst geht es um ganz konkrete individuelle Interessen von Kindern, die nicht geimpft werden können.

    “Ihre Unterstellung, daß einem Impfgegner das Schicksal immungeschwächter Kinder egal wäre, ist unterm Strich.”

    Manche sagen das leider ganz unverblümt: man solle der Natur ihren Lauf lassen. Wenn Impfgegner wenigstens dann bei Initiativen wie der Pfennigparade (da ging’s um Polio) ganz vorn dabei wäre, aber das sind sie nicht.

    “Impfgegner … schädlichen Einfluß auf die Entwicklung des kindlichen Immunsystems”

    Dass die Masernimpfung das kindliche Immunsystem schädigt, dafür gibt es keine Belege außerhalb der impfgegnerischen Alternativfakten. Worauf Sie mit “Barlach” anspielen, verstehe ich nicht. Sind Sie Impfgegner?

    “anderen Umwelt-Faktoren als Ursache für eine “Immun-Schwäche”

    Dazu gibt es viel Forschung, je nach Art der Immunschwäche geht es um andere Ursachen. Aber was hat das mit der Masernimpfung zu tun?

    “Siegmund-Freud-Lesen soll helfen”

    Seinen Namen richtig schreiben auch.

  15. #21 Maria Katz
    6. März 2018

    @ Royal Bloodline

    Wer an den Voodoo Psychoanalyse glaubt, hält natürlich auch Medizin und Impfungen für Teufelszeug, da helfen weder Fakten noch gute Argumente.
    Das aber über das Internet zu kommunizieren, das in diesen Kreisen für noch neumodisch gefährlichet gehalten wird als der gute alte Fernsehapparat entbehrt nicht einer gewissen Komik.

  16. #22 Royal Bloodline
    6. März 2018

    Herr Kuhn, ich kann es nachvollziehen, daß Sie in Ihren Abhandlungen polarsierend wirken wollen. Jedoch sollte man es damit nicht übertreiben und den Zwischentönen Raum geben.

    Ich sehe Impfprogramme bei Säuglingen und Kleinkindern sehr kritisch.
    Was im Speziellen die Masern-Prevention anbelangt kann ich nicht beurteilen.

    Mein Ausgangspunkt ist daher dies:
    Das Ernst-Barlach-Institut äußerte sich zu Impfpräparaten, die u.a. organische Quecksilber-Verbindungen enthalten etwa so: Es bestehe erwiesener Maßen keine Gefahr für Säuglinge oder werdende Mütter.

    Wo immer mit psychologischen Techniken des Marketings auf die Meinungen oder die “Stimmung” der Bevölkerung eingewirkt wird, wie hier offensichtlich der Fall, klingelt meine Alarmglocke. Besonders wenn ich dann höhre, daß einige Kinder diese Quacksalberei nicht vertragen.

    Aha, wird da etwa vor einer Masernimpfung ein Test gemacht?
    Woher weiss der Arzt denn von diesem Umstand, und wie ist es dazu gekommen?

    Mit der kontrastierenden Darstellung der Impfgegner als anthroposophischer Traum-Tänzer oder Natur-Gläubiger handeln Sie, Herr Kuhn, nicht im Interesse der immun-geschwächten Kinder.

    • #23 Joseph Kuhn
      6. März 2018

      @ Royal Bloodline:

      “ich kann es nachvollziehen, daß Sie in Ihren Abhandlungen polarsierend wirken wollen”

      Ich will nicht polarisieren, ich will Fragen klären.

      “Ernst-Barlach-Institut … psychologischen Techniken des Marketings … Test … Woher weiss der Arzt …”

      Welches “Ernst-Barlach-Institut”? Welche “psychologischen Techniken”? Welche Tests? Das ist alles etwas eigenartig. Sind Sie “demolog” und haben mal wieder einen Weg gefunden haben, die Sperre zu umgehen? Bitte suchen Sie sich Gesprächspartner im echten Leben und woanders. Ich bin sicher, Sie finden Menschen, die Sie schätzen und mit denen Sie einen freundschaftlichen Umgang haben können. Der Blog hier kann Ihnen das nicht bieten.

  17. #24 Maria Katz
    6. März 2018

    @ Royal Bloodline: Meinungen (“ich sehe Impfprogramme skeptisch”) und wissenschaftliche Fakten sind nun mal zwei sehr verschiedene Stiefel.
    Und Thiomersal (vermutlich das, was Sie mit “organischen Quecksilberverbindungen” meinen) ist schon sehr lange in keinem Impfstoff mehr drin, da ausschließlich Einzeldosen geimpft werden. Man sollte schon etwas auf dem Stand der Dinge sein.

  18. #25 schlappohr
    7. März 2018

    @nocomment

    “[…] die Verständnisfähigkeit und informative Durchdringung fehlt.”

    “[…] in denen es einen denkbar große Ferne zur naturwissenschaftlichen Objektivität gibt […]”

    Das kann ich nicht bestätigen. In meinem Arbeitsumfeld (Universitätsnahes Institut) arbeiten 90% Wissenschaftler und Ingenieure (MINT-Bereich), jedoch nahezu keine Mediziner. Bei uns gibt es Impfgegner, Wünschelrutengänger, Homöopathieanhänger und weitere Esoteriker, gleichermaßen Frauen wie Männer. Sie bilden zwar eine kleine Minderheit, sind aber durchaus sichtbar, verteidigen ihre Ansichten mit einem Selbstbewusstsein, dass jeden Widerstand im Keim erstickt, und entwickeln oft einen gewissen missionarischen Eifer.

    Nach meiner Erfahrung haben sie ihr jeweiliges Lieblingsthema (z.B. die Impfdiskussion) durchdrungen und kennen die Fakten, ziehen aber daraus falsche Schlüsse. Ein Beispiel: Die Masernviren gibt es schon sehr lange und das deute darauf hin, dass ihre Existenz evolutionsbiologisch sinnvoll sei, da sie sonst längst von selbst ausgestorben wären. Eine Ausrottung durch Impfung sei ein Eingriff in das planetare Ökosystem, dessen Auswirkungen nicht absehbar seien. Möglicherweise erfüllten die Viren eine Nutzfunktion. Ebenso könne man darüber nachdenken, alle stechenden Insekten auszurotten, weil sie letztlich auch Krankheiten übertragen. Man könne nicht jede vom Aussterben bedrohte Art unter Schutz stellen und gleichzeitig die Ausrottung einer anderen Art vorantreiben.

    Mein Einwand, dass mit dieser Argumentation die Bekämpfung jeglicher biologischer Krankheitserreger gestoppt werden könne (was letztendlich zur Ausrottung der Menschheit führen würde), wurde als Polemik abgetan, ebenso wie meine Frage, ob sie bereit seien, sich selbst oder ihre Kinder einer hypothetischen “Nutzfunktion” eines Virus zu opfern.

  19. […] wohl nicht so schlimm, wie man angesichts der Berichte über Impferverweigerer meinen möchte. Bei Gesundheits-Check ist nachzulesen, dass die Impfquote bei der Erstimpfung sehr gut ist, und auch bei der Zweitimpfung noch recht […]

  20. #27 PDP10
    9. März 2018

    @Royal Bloodline:

    Maria Katz, wollen Sie damit sagen, daß zum Schutze jener (royalen) Kinder, bei denen die Impfung wirkungslos ist, alle anderen Kinder geimpft werden sollten?

    Ja was denn sonst? Irgendeine bessere Idee, wie man Kinder, die man – aus welchen Gründen auch immer – nicht impfen kann, schützen kann?

    Ein ethisch wohl ziemlich absurdes Vorhaben.

    Haben Sie sich beim Sprung zu dieser Schlussfolgerung einen Gehirnmuskelriss zugezogen?

  21. #28 rolak
    9. März 2018

    Gehirnmuskelriss

    Bei allem Respekt, PDP10, von Gehirn und Muskeln hast Du überhaupt keine Ahnung, ne?

    Gehirnmuskeln können gar nicht reißen!

  22. #29 PDP10
    9. März 2018

    @rolak:

    Wohl!

  23. #30 Basilios
    Code Geass R
    11. März 2018

    Was vorher schon nicht da war kann hinterher auch nicht kaputt gehen.
    ^_^

  24. #31 roel
    12. Juni 2018

    @Joseph Kuhn “eine stabile Korrelation zwischen den Masernimpfquoten und der Heilpraktikerdichte.”

    Ich denke, dass die Impfgegner die Vorteile der Heilpraktiker gegenüber Ärzten schätzen. Also mehr Zeit, eine intensivere Beratung, das Gefühl nicht schnell abgearbeitet zu werden, Empathie, Sympathie und Einfühlungsvermögen.

    Da haben Ärzte sehr hohen Nachholbedarf. Wenn sie sich in der Beratung die gleiche Zeit nehmen (könnten) wie Heilpraktiker, sind mit Bestimmtheit viele Impfskeptiker zu erreichen.
    Zusätzlich müsste ein Terminmanagement für die Vergesslichen, die einfach die 2. Impfung verschlafen, installiert werden und Zugezogene besser informiert werden. Das müsste die Impfquote entscheidend verbessern.

    Wenn die lauten Impfpflichtforderer nicht einmal Empathie, Sympathie und Einfühlungsvermögen anderen Impfbeführwortern entgegenbringen können, dann können sie das erst recht nicht Impfgegnern vermittel. Durch ihr Idioten, Mörder, nehmt-den-die-Fahrerlaubnis-weg-Geschrei treiben sie diese nur weiter in die Empathie, Sympathie und Einfühlungsvermögen vermittelnden Sprechstunden der Heilpraktiker.

    Und ich denke, das wäre günstiger zu realisieren, als eine Impfpflicht, die installiert, durchgesetzt und kontrolliert werden muss.