Dass sich das frühere Mitglied der glaubenskritischen Giordano Bruno-Stiftung im Kampf gegen die „Genderideologie“ auch bei reaktionären katholischen Medien wie kathnet geistig zuhause fühlt, dürfte sich herumgesprochen haben. Nach dem Motto, der Feind meines Feindes ist mein Freund, tritt er jetzt auch im Propagandanetzwerk der AfD auf. Die AfD spricht sich in ihrem Parteiprogramm klar gegen die Gender-Studies aus und will sie abschaffen. Früher oder später musste hier wohl zusammenwachsen, was zusammengehört. Vor ein paar Tagen war Kutschera auf dem Storch-Kanal „Freie Welt“ zu Gast und hat mit Beatrix von Storch über seine bekannten Ansichten gesprochen. Inhaltlich nichts Neues. Die Bedeutung des Gesprächs dürfte für die AfD darin liegen, kulturelle Reichweite im wissenschaftlichen Milieu zu demonstrieren, die Bedeutung für Kutschera darin, dass ihm noch irgendwer zuhört. Am interessantesten vielleicht, dass er en passant behauptet, Klassen seien biologisch bedingt. Frau von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg, wird das vermutlich ähnlich sehen, die AfD-Wähler im Osten der Republik eher weniger. Natürlich erklärt Kutschera auch einmal mehr, dass seine Kritiker einfach zu blöde wären, um ihn zu verstehen. Hauptsache Frau von Storch versteht ihn. „Als Biowissenschaftler zählen für mich Bildungsstand und Fachkompetenz – Frau von Storch ist studierte Juristin und Rechtsanwältin und somit eine ideale Gesprächspartnerin. Wäre sie Studienabbrecherin bzw. ohne Berufsausbildung, wie viele bekannte Politiker, hätte ich das Gespräch abgesagt, da ich keine gemeinsame intellektuelle Basis gesehen hätte“, wie sich Kutschera auf einer anderen Geistessumpfseite zitieren lässt. Ich fürchte, die „gemeinsame intellektuelle Basis“ ist in dem Fall ziemlich weit unten.

Kommentare (38)

  1. #1 rolak
    2. April 2018

    Er will das Gegendere mit Stumpf und Stiel ausrotten und läßt sich dazu in Sumpf und Siel zitieren?
    Ja, klingt schlüssig…

  2. #2 Alisier
    2. April 2018

    Gut…..ich meine, dass das immerhin ehrlich von Kutschera ist. Er gibt zu, dass ihm Argumente schnurzpiepe sind, und seien sie noch so gut belegt und schlüssig.
    Hauptsache der oder die das Argument vorbringende hat die nötige Ausbildung oder auch nur einen Titel, denn dann kann ich Ihm oder ihr Autorität zugestehen.
    Und brauche mich um Argumente nicht mehr zu scheren, sondern kann mich mit Behauptungen zufrieden geben.
    Es scheint das Zeitalter der Behaupter angebrochen zu sein, die Belege und saubere Diskussionen als etwas extrem Lästiges ansehen.
    Wozu denken wenn Urteile und die Wahrheit schon feststehen?

  3. […] hatte ich schon kurz über Ulrich Kutscheras neue Freunde berichtet. Ob kluge Leute, wenn sie intellektuell vom Weg abkommen, besonders tief ins Gebüsch […]

  4. #4 Blake
    3. April 2018

    Zu welchem Propaganda Netzwerk gehört eigentlich scienceblogs?

  5. #5 Alisier
    3. April 2018

    Zu den freien Illuminaten Blake!
    Eine neue Bewegung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Deppen jeder Art zu debunken, indem man sie sich selbst demontieren lässt.
    Und das klappt doch ganz gut, oder?

  6. #6 Basilios
    Martian Successor Nadesico
    3. April 2018

    @Alisier
    Ja wie jetzt?
    Arbeitet Scienceblogs.de nicht mehr für den Tiroler Geheimdienst?
    0_0

  7. #7 Alisier
    3. April 2018

    Du weißt genau, dass du für das Verraten dieses wohlgehüteten Geheimnisses wirst büßen müssen, Basilios.
    2 Stunden Parteitagsreden von von Storch, ungeschnitten und ohne Drogen!
    Lang lebe Tirol!

  8. #8 RPGNo1
    3. April 2018

    a) Kutschera ist laut eigener Aussage apolitisch und Nichtwähler.
    b) Er hat mal erklärt, dass ihm die Redakteure von kath.net immer höflich und zuvorkommend gegenübertreten und er deshalb keinerlei Problem darin sieht, ihre Anfragen ebenso höflich zu beantworten.

    Fazit: Dass Kutschera nun einer bekannten rechtnationalen AfD-Politikerin Rede und Antwort steht, die anscheinend die richtigen Knöpfe gedrückt hat (siehe b), ist somit nur logisch. Dass er sich somit allerdings immer mehr ins Abseits stellt, obwohl er selber so wohl nicht wahrnimmt, ist eine weitere Konsequenz, der er sich stellen muss.

    • #9 Joseph Kuhn
      3. April 2018

      @ RPGNo1:

      “Kutschera ist laut eigener Aussage apolitisch”

      Das nennt man – bestenfalls – einen bias blind spot.

      “Redakteure von kath.net immer höflich und zuvorkommend … deshalb keinerlei Problem”

      Das nennt man – bestenfalls – naiv. Aber ich halte ihn nicht für so dumm, dass er nicht weiter darüber nachdenkt, wer ihn da anfragt und in welchen Sumpf er sich damit begibt.

  9. #10 RPGNo1
    4. April 2018

    @Joseph Kuhn
    Mir und sicher auch vielen anderen Kommentatoren erscheint Kutscheras Verhalten in Bezug auf nationalkonservative bzw. rechtslastige Medien als mindestens naiv.

    Aber ich denke, er tickt tatsächlich so. Die Botschaft, die er hat, soll verbreitet werden. Das Medium, welches es verbreitet, ist ihm egal, solange eine Form gewahrt bleibt (siehe Storchs Befähigung als Interviewer aufgrund ihrer Bildung oder das Auftreten von kath.net ihm gegenüber).

    Ein letztes Beispiel: Im Buch “Das Gender-Paradoxon” beschreibt, wie seine Teilaspekte seiner Aussagen sowohl in sciencefiles.org (https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4nnerrechtsbewegung#Männerrechtsbewegung_im_deutschsprachigen_Raum) als auch in der Emma präsentiert/diskutiert wurden. Gegensätzlicher geht es kaum – Männerrechtler versus feministische Zeitschrift.

  10. #11 anderer Michael
    4. April 2018

    ” Der Regenwurm in uns lebt fort.” Zitat von Herrn Professor Kutschera, der sich vierzig Jahre mit dem Liebesleben von Ringelwürmern nach eigenen Bekunden beschäftigt hat

    Ich verstehe gar nicht, wieso das Interview so negativ gesehen wird. Es ist eine Quelle von vielfältiger Inspiration und praxistauglicher Lebenserfahrung.

    Vielleicht bilde ich es mir nur ein. Der Gesichtsausdruck der Frau von Storch , dominierendes alpha Weibchen, ist eher sorgenvoll in Richtung des Herrn Professor Kutschera, so im Sinne von :”..hoffentlich redet der nicht zuviel d…… Zeug ..”

  11. #12 RPGNo1
    4. April 2018

    @anderer Michael
    Frau von Storch schaut immer so aus der Wäsche. Das schlägt sie sogar unsere frisch wiedergewählte Alt- und Neukanzlerin. 😉

  12. #13 shader
    5. April 2018

    Übrigens ein interessantes Nebenthema, Kutschera beschwert sich darüber, dass so viele Politiker nicht studiert haben oder angeblich keine Berufsausbildung besitzen. Die Wirklichkeit sieht aber so aus, dass über 80% im Bundestag Akademiker sind. Auf die Gesamtbevölkerung bezogen sind es aber nur 18% mit einem akademischen Abschluss. Jetzt könnte man schon die Frage stellen, inwieweit ein Akademiker-Parlament über die Bedürfnisse und Interessen von Nicht-Akademikern Bescheid weiß.

  13. #14 Helge
    22. April 2018

    Ich bin irritiert so einen Beitrag auf einem Science*blog zu finden? Was haben die politischen Ansichten des Authors, von Frau Storch o.a mit Wissenschaft zu tun? Wer also Genderforschung befürwortet sollte seine eigenen Argumente bringen. Und wer diese Art von Forschung ablehnt ist nicht automatisch AfD Fan

    • #15 Joseph Kuhn
      22. April 2018

      @ Helge:

      “Was haben die politischen Ansichten des Authors, von Frau Storch o.a mit Wissenschaft zu tun?”

      Denken Sie einmal darüber nach, vielleicht kommen Sie von selbst darauf. Irritation ist immer eine Chance, auf einen neuen Gedanken zu kommen.

  14. #16 Hans Zauner
    26. April 2018

    Kutschera hatte mit Storch anscheinend noch mehr zu besprechen.

    Er sitzt jetzt im Kuratorium der AFD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung. (Vorsitz: Erika Steinbach).
    https://erasmus-stiftung.de/aktuell/

    • #17 Joseph Kuhn
      26. April 2018

      … als hätte man es geahnt.

  15. #18 RPGNo1
    27. April 2018

    Ulrich Kutschera geht konsequent seinen Weg … und wenn es eine gesellschaftlich-politische Sackgasse ist.

  16. #19 Hans Zauner
    30. April 2018

    Immer wieder verblüffend, wie sich bei den Rechten alles im selben Sumpf dreht. Ein weiteres Mitglied des Kuratoriums der AFD-Stiftung ist David Berger, der auf seinem Blog “Philosophia perennis” auch immer wieder mal Beiträge von Kutschera und einem anderen Biologen bringt.

    Gerade kam bei PP wieder ein besonders perfides Stück biologistischer Hetze, in dem Migranten mit “invasiven Arten” verglichen werden. Man solle doch die Erkenntnisse aus der Invasionsbiologie auf die Spezies Mensch und das deutsche Volk übertragen (was auch immer das heißt).

    Der Autor/die Autorin des Beitrags ist laut David Bergers Tweet Naturwissenschaftlerin, verbirgt sich aber hinter einem Pseudonym.

    Hier der Verweis zu Dokumentationszwecken:

    httXXXps://philosophia-perennis.com/2018/04/30/biologische-invasion/

    ( Ich habe den Hyperlink durch ein XXX zerstört, ich linke ungern direkt zu Rechtsextremen.)

  17. #20 rolak
    30. April 2018

    Pseudonym

    Ja, sogar nach einem Kampfnamen, Hans, so wie abschließend die wilde Wutz rausgelassen wird…

    durch ein XXX zerstört

    Soo kaputt isser nich: in die suchmaschine geworfen führt schon der dritte Treffer zum richtigen Ziel, die beiden ersten immerhin zum rechten blog.

  18. #21 Hans Zauner
    30. April 2018

    Ja, sogar nach einem Kampfnamen, Hans, so wie abschließend die wilde Wutz rausgelassen wird…

    Ja, der Name ist Programm, das muss man ihm/ihr lassen.

    in die suchmaschine geworfen führt schon der dritte Treffer zum richtigen Ziel..

    Man soll es ja auch finden dürfen. Ich wollte nur nicht den schönen Blog hier mit einem Schmutzlink versauen, der bei der Zielseite auch noch zu einem höheren Google-Ranking führt.

  19. #22 Joseph Kuhn
    30. April 2018

    @ Hans Zauner:

    Das ist Entmenschlichung von Migrant/innen in der denkbar übelsten Art, wie damals Höckes biologistisches Geschwurbel. Hetze und Dummheit sind invasive Unarten.

  20. #23 Jochen Schmidt
    Berlin
    10. Juli 2018

    Mir scheint der Einwand von Helge, Nr. 14 oben, sehr berechtigt. Die Replik von Joseph Kuhn, Nr. 15 oben, ist schwach. Den Vorwurf, der fragliche Artikel gehöre nicht, weil politisch motiviert, in ein Science*blog, kann man schlecht dadurch entkräften, dass man entgegnet: “Denken Sie einmal darüber nach, vielleicht kommen Sie von selbst darauf.”

    Der fragliche Artikel trägt den Titel “Kurz notiert: Ulrich Kutscheras neue Weltanschauungsgemeinschaften” sagt dazu aber nichts aus. Daraus, dass Kutschera bei Kathnet publiziert, folgt nicht, dass Kathnet eine “Weltanschauungsgemeinschaft” für Kutschera ist. Daraus, dass Kutschera im Propagandanetzwerk der AfD auftritt, folgt nicht, dass dieses Propagandanetzwerk eine “Weltanschauungsgemeinschaft” für Kutschera ist, es folgt erst recht nicht, dass die AfD selbst eine “Weltanschauungsgemeinschaft” für Kutschera ist. Analoges gilt für den Storch-Kanal “Freie Welt”.

    Was also sind die vom Artikel versprochenen “Weltanschauungsgemeinschaften” des Herrn Kutschera? Und welches sind die entsprechenden Belege?

    Darüber hinaus scheint mir auch ein weiterer Punkt von Helge, Nr. 14 oben, sehr bedenkenswert: “Wer also Genderforschung befürwortet, sollte seine eigenen Argumente bringen.” Welche Argumente bringt eigentlich der Autor des obigen Artikels? Welche Argumente bringt er gegen Kutscheras Thesen? Welche Argumente bringt er gegen die Programm-Punkte der AfD, oder gegen die Positionen von Frau Storch? Schließlich, welche Argumente bringt er zugunsten der Gender-Forschung?

    Ich finde in dem gesamten Artikel nur ein einziges Argument, nämlich ad hominem. Wissenschaftlich ist eine solche Argumentation gewiss nicht. Sie ist peinlich.

  21. #24 RPGNo1
    10. Juli 2018

    @Jochen Schmidt

    Guck mal, was eine Suche auf Josephs Blog so ausspuckt.
    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/?s=ulrich+Kutschera

    Ulrich Kutschera ist nicht zum ersten Mal Gegenstand intensiver Diskussionen.

  22. #25 Joseph Kuhn
    10. Juli 2018

    @ Jochen Schmidt:

    “Ich finde in dem gesamten Artikel nur ein einziges Argument, nämlich ad hominem.”

    Da haben Sie völlig recht. Aber mehr intellektuelle Aufmerksamkeit kann ich ihm leider nicht mehr schenken. Er wäre besser bei seinen Ringelwürmern geblieben.

  23. #26 Wetterwachs
    10. Juli 2018

    @Jochen Schmidt #23
    Herr Kuhn hat in diesem Post mitgeteilt, dass Kutschera mit Storch geplaudert hat, in angenehmer ‘wir zwei Gebildeten unternander’-Atmosphäre. Er teilt auch mit, dass Kutschera nichts Neues zu erzählen hatte.
    Ich erfahre weiterhin, das Kutschera sich bei kathnet, Freie Welt, PP und (in den Kommentaren) jetzt auch bei Steinbachs Desiderius Erasmus Stiftung rumtreibt (meine Wortwahl, nicht die Herrn Kuhns).
    Rumtreibt und in angenehmer Athmosphäre suhlt, wohlgemerkt, nicht konträr diskutiert, wie es einem Wissenschaftler anstünde, wenn er sich schon in diese Niederungen begibt.

    Das was Herr Kuhn “Weltanschauungsgemeinschaft” nennt, ist das, was man Ansammlung reaktionärer Plattformen nennen kann (oder rechter Sumpf, was mir lieber ist). Die ‘wissenschaftlichen Erkenntnisse’, die Herr Kutschera auf liberalen Plattformen nicht mehr an den Mann bringen kann, wurden bei Gesundheitsscheck ausgiebig diskutiert . Wenn Sie da Nachholbedarf haben, folgen Sie dem Hinweis von RPGNo1 (#24).

    Wollen Sie auf diesem Scienceblog die biologische Bedingtheit von Klassen diskutieren?

    Morgen fällt Herrn Kutschera ein, die Phrenologie als aktuelle wissenschaftliche Lehre zu behaupten und übermorgen dürfte es der wissenschaftliche Beweis für die jungfräuliche Geburt des ‘Gottessohnes’ sein.

  24. #27 RPGNo1
    11. Juli 2018

    @Wetterwachs

    Morgen fällt Herrn Kutschera ein, die Phrenologie als aktuelle wissenschaftliche Lehre zu behaupten und übermorgen dürfte es der wissenschaftliche Beweis für die jungfräuliche Geburt des ‘Gottessohnes’ sein.

    Zumindest letzteres dürfte sehr unwahrscheinlich sein, da Ulrich Kutschera Atheist sowie erklärter Kreationismusgegner ist und mit der Richard Dawkins Foundation zusammenarbeitet.

  25. #28 Joseph Kuhn
    12. Juli 2018

    Kleines ad hominem-Update:

    Kathnet feiert das Einjährige mit Kutschera:
    http://kath.net/news/64343. Darin gibt es herrliche Passagen, z.B.:

    “Ich konnte, neben der aufwändigen Arbeit an einem neuen Physiologie-Lehrbuch, in Kooperation mit führenden US-Kollegen renommierter Elite-Universitäten eine stattliche Zahl englischsprachiger Publikationen erstellen und veröffentlichen. Hierdurch ist es mir gelungen, mein bereits sehr gutes Ranking bei Research Gate (dem Facebook der Naturwissenschaftler) nochmals nachzubessern – Details würden als Angeberei missverstanden werden.”

    Ein Glück, dass er es bescheiden bei ein paar unauffälligen Hinweisen auf “renommierte Elite-Universitäten”, sein “sehr gutes Ranking” usw. belässt. Weitere Angeberei wäre da wirklich unangebracht. Auch kurios:

    “Ich habe nach Veröffentlichung des kath.net-Interviews (…) zahlreiche Briefe und E-Mails aus ganz Deutschland erhalten – etwa 96 % davon waren positiv”

    Ob er wohl eine Datenbank mit den Zuschriften führt und regelmäßig Auswertungen vornimmt, wie viel Prozent positiv waren? Und was sagt es eigentlich aus, wenn er bevorzugt positive Zuschriften bekommt? Er wird ja hoffentlich nicht glauben, das mache seine Aussagen wahrer oder weniger seltsam?

  26. #29 Adent
    12. Juli 2018

    Jaja, der renovierte, äh renormierte, ach egal :-), der Evolutionsplauderer Kutschera.
    Ob er überhaupt weiß, dass die Belegkraft von Monographien in der Wissenschaft ungefähr den gleichen Stellenwert wie den eines verschimmelten Holzpfostens für ein Fachwerkhaus hat?
    Seit ich ihn kenne hört und liest er sich gerne selbst reden, wissenschaftlich ist er außerhalb seines Fachgebietes nicht qualifizierter dafür als Lieschen Müller oder Kardinal Marx.

  27. #30 RPGNo1
    12. Juli 2018

    @Adent

    wissenschaftlich ist er außerhalb seines Fachgebietes nicht qualifizierter dafür als Lieschen Müller oder Kardinal Marx.

    Mit diesem Satz wäre ich vorsichtig. Das würde nämlich heißen, dass ich auch nicht über die Bibel/Religionen/Gott reden darf, wenn ich nicht Theologie studiert habe. Dieser Vorwurf wurde von Theologen teilweise an Richard Dawkins gerichtet, nachdem er “Der Gotteswahn” veröffentlicht hatte.

  28. #31 Wetterwachs
    12. Juli 2018

    Dass Kutschera (noch?) Berater der Dawkins Foundation ist, hat für mich den Geruch von Entwertung dieser Organisation. Ich habe dort noch keine Stellungnahme gefunden, die etwas sagt über die biologisch Bedingtheit von Klassen. Und ich habe dort noch keine Stellungnahme gefunden, die die Herumtreiberei Kutscheras auf reaktionäre Plattformen bespricht.
    Habe ich da nur nicht professionell gesucht oder gibt es wirklich nichts?

  29. #32 Beobachter
    12. Juli 2018

    Am Kutschera-Beispiel sieht man mal wieder, dass weder Atheismus noch akademische Bildung vor Reaktionismus und Rechtslastigkeit schützt bzw. dieses ausschließt.

    Dass Kutschera offenbar Richard Dawkins (der hier für manche eine Art Heilige Kuh ist) – Fan ist, macht seine Aussagen auch nicht besser.

    Und Lieschen Müller kann und darf wie jede/r andere ihre persönliche Meinung zu ALLEM öffentlich kundtun – sie sollte nur nicht behaupten, dass sie wissenschaftlich fundierte Weisheiten bzw. “Wahrheiten” von sich gibt.
    Und das sollten Wissenschaftler auch nicht tun, wenn sie sich fachfremd äußern und persönliche Sichtweisen/Meinungen zum Besten geben.

    Reden (unter Beachtung der üblichen Regeln) darf/kann/soll man über alles – ob mit oder ohne Studium und überhaupt …

    .

  30. #33 RPGNo1
    12. Juli 2018

    @wetterwachs
    Wenn du dir ein umfassenderes Bild machen willst, was Ulrich Kutschera bei der RDF veröffentlicht hat, hier ist der Link.
    https://de.richarddawkins.net/articles/search_articles?utf8=%E2%9C%93&search_term=kutschera
    Viel über Gender, einiges weiteres über Evolutionsbiologie oder Kreationismus.

    Und was Kutscheras Kommunikationsbedürfnis über rechtslastige Seiten angeht, verweise ich auf meinen Kommentar #10.

    Mir und sicher auch vielen anderen Kommentatoren erscheint Kutscheras Verhalten in Bezug auf nationalkonservative bzw. rechtslastige Medien als mindestens naiv.

    Aber ich denke, er tickt tatsächlich so. Die Botschaft, die er hat, soll verbreitet werden. Das Medium, welches es verbreitet, ist ihm egal, solange eine Form gewahrt bleibt (siehe Storchs Befähigung als Interviewer aufgrund ihrer Bildung oder das Auftreten von kath.net ihm gegenüber).

    Eine weitere mögliche Erklärung zu Kutscheras Verhalten steht in folgendem Artikel:
    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2018/07/04/war-pettenkofer-ein-pseudowissenschaftler/

    Wenn solche Leute fixe Ideen entwickeln oder seltsamen Vorstellungen anhängen, wird es interessant. Man denke z.B. an Isaac Newtons Leidenschaft für die Alchimie oder Linus Paulings Vitamin-C-Marotte.

  31. #34 Tuip
    12. Juli 2018

    @ RPGNo1:

    Kutschera ist kein Newton und sein Gender- und Homoehen-Geschwurbel ist nicht interessant, sondern nur dumm.

  32. #35 RPGNo1
    12. Juli 2018

    @Tuip
    Wenn du Josephs Artikel und die Kommentare aufmerksam gelesen hättest, dann wüsstest du, dass sich das darin geschilderte Verhalten nicht nur auf sogenannte “Genies” beschränkt, sondern auch auf “normale” Wissenschaftler, wie z.B. diese beiden hier:
    https://www.psiram.com/de/index.php/Josef_Gruber
    https://www.psiram.com/de/index.php/Werner_Gitt

    Ulrich Kutschera ist im übrigen ein Wissenschaftler von internationalem Ruf in seinen Fächern Evolutionsbiologie und Pflanzenphysiologie. Er hätte nach aktuellen Stand der Dinge auch dabei bleiben sollen. Wie sich seine Exkurse in die Genderdiskussion jetzt oder auch in Zukunft auf seinen Ruf auswirken, das muss er mit sich selber ausmachen.

  33. #36 adent
    12. Juli 2018

    #RPGNo1
    Kutschera und jeder andere darf über Genderthemen soviel reden wie er/sie will, worauf ich hinauswollte ist, man sollte seine Aussagen nicht überbewerten, da er nur wie jeder andere (z.B. Lieschen Müller) eine Meinung kundtut, die nur durch Monographien belegt wird. Eine Monographie kann jeder schreiben, die wird nicht durch andere Wissenschaftler des jeweiligen Fachgebietes gegen gelesen oder gereviewed, insofern, Bla bla bla. Da er in dem Interview keine Forschungsartikel zitiert gehe ich davon aus, es gibt auch keine, die seine kruden Thesen stützen, ansonsten wäre es für einen wissenschaftlich versierten sehr ungewöhnlich statt Paper Monographien zu zitieren.
    Da ich ihn vor 10 Jahren persönlich kennenlernen konnte (nur ein wenig zum Glück und das war vor seiner unsäglichen Genderdiskussion), kann ich in etwa seine Entwicklung nachvollziehen. Damals trat er bei uns auf wie ein etwas eitler Geck, “hier hab ich das publiziert, hier dies und in Nature das” (das waren in der Regel alles “Letter to the Editor” Veröffentlichungen zum Thema Evolution vs Kreationismus Diskussion (also keine Forschungsarbeit und Ergebnisse, die hat er im Bereich Pflanzenphysiologie gemacht) in denen er sich heftigst mit den deutschen Kreationisten gekabbelt hat.
    Das war/ist sicherlich sinnvoll, die Frage ist, ob man der Wissenschaft einen Gefallen tut, wenn man sich auf das Diskussionsniveau der Kreationisten begibt. Genau das hat er damals getan indem er extrem populistisch argumentierte (zumindest in seinen Vorträgen) und genau das scheint er jetzt im Bereich Gender so fortzusetzen.

  34. #37 Beobachter
    12. Juli 2018

    Sarkasmus on:

    Merke:

    Ein Wissenschaftler, besonders wenn er Biologe ist, darf alles, wenn er nur Richard Dawkins-Fan ist und auf einem Fachgebiet Experte.
    Wenn er in rechtsextremen, rassistischen und verknöcherten, reaktionären Medien seine fachfremden abstrusen Ansichten in Exkursen als Wissenschaft verkauft, so muss man es ihm nachsehen, und er muss es mit sich selber ausmachen –
    denn er ist ja nur naiv, hat halt nur Marotten und Leidenschaften, wie jeder geniale (siehe z. B. Newton) oder normale (siehe z. B. Lanka) Wissenschaftler.
    Hauptsache ist und bleibt, dass alles auf hohem akademischen Niveau stattfindet und die äußere Form stimmt.
    Der Inhalt ist nicht so wichtig und muss sowieso erst richtig interpretiert werden.
    Denn was ein richtiger, renommierter Experte ist. der kann in seinen Exkursen in allen anderen Fachgebieten ja nicht ganz falsch liegen.
    Das alles muss die echte Wissenschaft unbeschadet aushalten können, und die Genderforschung gehört sowieso nicht dazu.
    Wer das nicht versteht, ist selber schuld und ungebildet.

    Sarkasmus off.

    Wie hier Kutschera von einem Kommentator verteidigt wird, trieft m. E. vor Dogmatismus, Kritikunfähigkeit bzw. -unwillen und Bildungsdünkel.

  35. #38 Tuip
    13. Juli 2018

    @ RPGNo1:

    Ein „Wissenschaftler von internationalem Ruf“, der sich auf seinen Researchgate-Rang beruft, hält wahrscheinlich auch kath.net für ein renommiertes Journal.