In die Diskussion um die Homöopathie ist in den letzten Jahren richtig Schwung gekommen, in Deutschland vor allem auch Dank der Aufklärungsarbeit des Informationsnetzwerks Homöopathie. Die Homöopathie ist regelrecht zum Stein des Anstoßes der Evidenzbasierung in der Medizin geworden, ein Symbol dafür, wie ernst es damit gemeint ist.

Aktuell geht es beim Deutschen Ärztetag um die Zusatzbezeichnung Homöopathie für entsprechend „weitergebildete“ Ärzte. Kritiker meinen, so etwas habe keinen Platz in der Medizin. Der noch im Amt verweilende Ärztekammerpräsident, ein Vertreter des Pluralismus in der Medizin, soweit sich damit Geld verdienen lässt, fordert eine „sachliche Debatte“ zur Homöopathie. Schon darüber könnte man lachen. Dass Zoologen eine sachliche Debatte über die Steinlaus fordern, hat man jedenfalls bisher nicht gehört.

Die Vorsitzende des Zentralvereins der homöopathischen Ärzte Deutschlands, Frau Bajic, will auch gar keine sachliche Debatte. Sie appelliert an den neuen Gesundheitsminister Spahn: „Deutschland braucht ein Bekenntnis zur Integrativen Medizin“.

Bekenntnismedizin statt evidenzbasierter Medizin – immerhin ein innovativer Ansatz für ein demokratisches Gesundheitswesen. Da ist dann auch Platz für Heilsteine, Engeltherapien und Geistheilung. Die Menschen wollen das ja, so das Kernargument von Frau Bajic, und darauf kommt es schließlich an, oder?

Kommentare (40)

  1. #1 Beobachter
    9. Mai 2018

    Zur Forderung der homöopathischen und integrativen Mediziner nach einer “Bekenntnismedizin” fällt einem nix mehr ein –
    und zur “Steinlaus” nur Loriot und Grzimek:

    https://www.youtube.com/watch?v=6ehcytFUV38

    In diesem Sinne:
    Frohes “sachliches Debattieren” … !

  2. #2 Hans Zauner
    9. Mai 2018
  3. #3 Beobachter
    9. Mai 2018

    @ Hans Zauner, # 2:

    … wenn das alles nur ein Witz wäre!
    Die meinen das aber offenbar ernst mit der Tür und Tor öffnenden “Bekenntnismedizin”.

    Ich bin in letzter Zeit mehrmals danach gefragt worden, ob gewisse Mediziner wirklich daran glauben, was sie an z. T. gefährlichem Humbug vertreten/verbreiten und auch tatsächlich danach “therapieren” –
    oder ob es ihnen “nur” um`s Geld und Abzocken geht.

    Was hätten Sie geantwortet?

  4. #4 Fluffi
    9. Mai 2018

    Da verwendet jemand im Artikel die Begriffe Steinlaus und Homöopathie, und schon ist das ganze off-topic.

  5. #5 Lisa
    9. Mai 2018

    @ Beobachter:

    Die „Bekenntnismedizin“ ist eine polemische Zuspitzung von J.Kuhn, wörtlich hat Frau Bajic das nicht gefordert.

  6. #6 Wizzy
    9. Mai 2018

    Wieder mal total unfair unser Gesundheitssystem: Homöopathie wird über die Krankenkassen gefördert. Schamanismus, Voodoo und Exorzismus können als medizinische Anwendungen sogar rechtlich verfolgt werden, und im Regelfall nicht gefördert. Das ist inkonsequent.

  7. #7 Wizzy
    9. Mai 2018

    @Lisa
    Wäre es Ihnen lieber, Homöopathie sachlich zutreffend als “nicht-evidenzbasierte Medizin” zu bezeichnen? Und, wäre das ein inhaltlicher Unterschied zum Terminus “Bekenntnismedizin”? Bekenntnismedizin ist doch schon ein Euphemismus für Quacksalberei.

    Hier z.B. eine jüngere der zahlreichen Metastudien, diese australische Metastudie wertet 1800 paper aus: https://www.nhmrc.gov.au/_files_nhmrc/publications/attachments/cam02a_information_paper.pdf
    “Evidence on the effectiveness of
    homeopathy for treating health conditions”

    p. 24 “Overall findings based on the evidence
    There is no reliable evidence from research in humans that homeopathy is effective for treating
    the range of health conditions considered. There were no health conditions for which there was reliable evidence that homeopathy was effective. […] “

  8. #8 stone1
    9. Mai 2018

    Hmm, Exorzisten werden händeringend (oder -faltend) gesucht, vielleicht denkt der eine oder andere Homöopath eine Umschulung an, falls Spahn sich nicht überzeugen lässt?
    scnr, ; )

  9. #9 RPGNo1
    9. Mai 2018

    @stone1
    In Österreich gibt es doch Energet(h)iker. Kann man die denn ebenso unter “Bekenntnismediziner” subsumieren? :)

  10. #10 Cornelia S. Gliem
    9. Mai 2018

    hm. Ich bin ja durchaus für Alternativen in der Medizin oder auch traditionelle heilformen (mit gewisser empirie) zu bedenken… aber: Homöopathie gehört nun grad nicht dazu – sie hat eben in ihrem pseudo-wissenschaftlichen Getue den Anspruch auf Wissenschaft (also muss H. auch deren kriterien standhalten) und gerade H. hat keine jahrtausendelange Historie… kein Schamanen hat je homöopathisch gewerkelt.

  11. #11 rolak
    9. Mai 2018

    ist eine polemische Zuspitzung von J.Kuhn

    ..ist eine unverschämte Unterstellung von Lisa, tatsächlich ists eine Bajics Forderung korrekt zusammenfassende Wortneuschöpfung.

  12. #12 stone1
    9. Mai 2018

    @RPGNo1

    ‘Bekenntnismediziner‘ reicht in dem Fall nicht, die machen ja auch noch in anderen Energiefeldern, zB von Gebäuden oder Fahrzeugen. Wahre Wunderwuzzis diese Energet(h)iker, die erschließen sogar Neutrinos als kostengünstige Energiequelle. Der zuständige Prof. Dr. Günther Krause darf als Deutscher (afaik) allerdings leider nicht diese Berufsbezeichnung anführen. ; )

  13. #13 Cornelia S. Gliem
    9. Mai 2018

    okay – sie forderte ein “Bekenntnis” zur Homöopathie-“Medizin” = Bekenntnismedizin…
    :-)

  14. #14 Joseph Kuhn
    9. Mai 2018

    Update:

    Die Ärztezeitung berichtet gerade: Eine Online-Befragung habe ergeben, dass 87 % ihrer Online-Leser, viele werden Ärzte sein, die Zusatzbezeichnung Homöopathie für “wichtig für die Patientenversorgung” halten, 12 % wollen sie abschaffen, ein paar können sich nicht entscheiden.

    Ich hoffe, das heißt nur, dass Online-Befragungen nicht immer für was auch immer repräsentativ sind und in dem Fall schlicht Datenschrott herausgekommen ist. Dann müsste man sich fragen, was mit der Ärztezeitung los ist, so was zu veröffentlichen. Andernfalls müsste man sich fragen, je nach ihrem Anteil unter den Online-Lesern, was mit den Ärzten los ist.

  15. #15 rolak
    9. Mai 2018

    87 %

    Die Zusatzbezeichnung scheint mir ebenfalls wichtig, Joseph – zeigt mir doch u.a. sie recht sicher an, welche Praxen bei einer Arztsuche vorerst nicht weiter in Betracht gezogen zu werden brauchen.

    • #16 Joseph Kuhn
      9. Mai 2018

      @ rolak:

      Das wirft natürlich ein ganz neues Licht auf die Sache. Wie oft hast Du bei der Ärztezeitung auf “wichtig” geklickt? 😉

    • #17 rolak
      9. Mai 2018

      Isch ‘abe gar kein Anonnemō…

  16. #18 LasurCyan
    9. Mai 2018

    ein paar können sich nicht entscheiden.

    Die gut 1% unentschlossenen Menschen machen mir am meisten Angst. Worauf warten die eigentlich, und: Warum sind es so wenige?

  17. #19 Bbr1960
    9. Mai 2018

    @wizzy

    Homöopathie ist doch evidenzbasiert. Es gibt unwiderlegbare Evidenz, dass sie komplett wirkungslos ist (bis auf den Placebo-Effekt). Welches andere alternative Heilverfahren kann das schon von sich behaupten?

  18. #20 Omnivor
    Am 'Nordpol' von NRW
    10. Mai 2018

    @wizzy #7
    Vielleicht funktioniert HP in Kopfunter anders. Laut Hannemann soll gegen den Erdmittelpunkt geschüttelt werden. Aber vielleicht wirkt nicht der Erdmittelpunkt, sondern ein Energiezentrum weit draussen auf der der anderen Seite. Dann müssten die Aussies gegen den Himmel schütteln.

  19. #21 Omnivor
    Am 'Norpol' von NRW
    10. Mai 2018

    Guggel hat mich gerade zur PZ “Pharmazeutischen Zeitung” geleitet.
    Im Archiv gibt es diese Fallschilderung einer “guten Beratung” https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=67085

    und diesen ausgewogenen Artikel über Hahnemann und HP
    https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=48419

  20. #22 Beate
    10. Mai 2018

    @ JK
    “Bekenntnismedizin statt evidenzbasierter Medizin – immerhin ein innovativer Ansatz für ein demokratisches Gesundheitswesen.”
    Damit tun sie der Demokratie großes Unrecht an.
    Es würde sich in diesem Fall um ein ochlokratisches Gesundheitswesen handeln.

  21. #23 Beate
    10. Mai 2018

    #14
    vor allem muß man sich wohl fragen, welche die Universitäten sind, die die angehenden Ärzte so etwas lehren…

  22. #24 tomtoo
    10. Mai 2018

    @Beate
    Nö, nur um eine Volksverarsche. Das hat ja mit Ochlokratie nix zu tun. Als Mensch der Hilfe sucht muss ich ja denen die Gebildet sind in dem Bereich vertrauen, ist in allen Bereichen so. Erschreckend ist das Menschen die in Chemie, Pharmakologie , Biologie usw gebildet sind, sowas verkaufen. Ich hoffe sollten die mal Schmerzen in ihren letzten Stunden haben, wird ihnen Schmerz D12 zur Hilfe gereicht.

  23. #25 Benny
    Frankfurt
    10. Mai 2018

    Ich findes diese Debatte sehr bedauerlich. Aus persönlicher Erfahrung halte ich die Alternativen zur Schulmedizin für sehr wichtig, da die Schulmedizin auch eher ein Glauben als ein Wissen ist und nicht auf jede Frage eine (richtige) Antwort hat. Selbst wenn die Schulmedizin den richtigen Ansatz hat ist das Gesundheitssystem so verkorkst, dass es dem Patienten nicht immer nutzt. Man muss sich blos einmal diese Hirnrissigen Theorien zur “richtigen” Ernährung anschauen, die die Medizin in den letzten Jahrzehnten getroffen hat.. Sprechen sie bitte nicht von wissenschaftlich fundiert. Eher glaube an ein aktuelle Studie…

  24. #26 Ursula
    10. Mai 2018

    @ Benny
    Evidenzbasierte Medizin ist nicht gleich Gesundheitssystem. Ich finde es immer wieder eigenartig verwirrend, dass dies nicht auseinander gehalten wird. Unsere Gesunheitssysteme brauchen Verbesserungen – unbestritten, aber mit Sicherheit keine Pseudomedizin.
    Könntest du bitte ein Beispiel aus der evidenzbasierten Medzin bringen für eine hirnrissige Theorie zur Ernährungen bringen bitte. In meiner Wahrnehmung ist gerade dieser Bereich ein Tummelfeld für Schwurbeleien allet Art.

  25. #27 2xhinschauen
    http://www.homöopedia.eu
    10. Mai 2018

    Mal vorab an Herrn Montgomery… das Informationsnetzwerk Homöopathie und sein Umfeld sind nahezu die einzigen Debattenteilnehmer, die überhaupt sachlich argumentieren und informieren. Von der Gegenseite prasselt es Sachlichkeitssimulationen und Verdrehungen (WissHom), die Forderung nach Glaubensbekenntnissen (DZVhÄ, die haben ja sonst nichts) und im übrigen wüste Unterstellungen (Pharmamafia… auch die Gobulihersteller sind übrigens Pharmahersteller, Mitglied in den Industrieverbänden und profitorientiert), Beleidigungen und Drohungen.

    Soviel zur durchaus berechtigten Forderung nach Sachlichkeit.

    @Benny #25

    “Schulmediziner” ist eine von Hahnemann persönlich geprägte Schmähung der Ärzteschaft seiner Zeit, also um 1800, die ihre Patienten u.a. mit Aderlässen und Quecksilber traktiert haben, nicht selten bis in den Tod. Da andererseits viele (die meisten?) Krankheiten selbstlimitierend sind (von allein weggehen, wenn auch unter teils schlimmen Beschwerden und Folgeschäden), war es seinerzeit vielfach gesünder, keinen Arzt aufzusuchen, wenn man krank war.

    Jeder heutige ehrenhafte Forscher und jeder Arzt, der sich der Beleidigung ausgesetzt sieht, ein “Schulmediziner” zu sein, sollte und müsste die Beleidiger bis in den Ruin verklagen. Nur dass das mal klar ist.

    Alle Deine übrigen Argumente, ob wahr oder nicht, machen die Homöopathie nicht wirksam. Sie ist keine Alternative, Punkt. Dem Klimawandel ist mit Regentanz ja auch nicht beizukommen.

    Und nochwas dazu: Brücken stürzen ein, Flugzeuge stürzen ab und Computer vernichten Daten. Deshalb benutzt Du ja Bauwerke, Transportmittel und Rechenknechte, die von “alternativen” Ingenieuren auf Basis persönlicher Erfahrung und jahrtausendealtem Wissen konstruiert wurden. Sanft und ganzheitlich natürlich und ohne schädliche Nebenwirkungen.

    Tust Du nicht? Es gibt gar keine “alternative Physik”?

    Eben. Es gibt auch keine “alternative Medizin”. Du bist augenscheinlich einem Betrüger aufgesessen, der Dir dieses Konstrukt angedreht hat.

  26. #28 Roland B.
    10. Mai 2018

    “Es gibt gar keine “alternative Physik”?”

    Immerhin hatten wir tausend Jahr lang (1933-1945) eine _deutsche_ Physik. Hat gereicht, Raketen in den Weltraum zu schicken (die dann dummerweise zurückgekommen sind nach London, passiert halt mal am Anfang). Und hat zum Glück anscheinend nicht gereicht, Hiroshimabomben zu bauen.

    “Dem Klimawandel ist mit Regentanz ja auch nicht beizukommen.”
    Kommt darauf an. Wenn Trump, die Chinesen und alle SUV-Fahrer anfangen würden, rund um die Uhr Regentänze aufzuführen…

  27. #29 Bbr1960
    10. Mai 2018

    @Roland B.

    Bei der „deutschen Physik“ wurden die Relativitätstheorie und die Quantenmechanik abgelehnt. Für die Raketen reichte aber Newton.

    @Benny

    Ich habe ja nicht allgemein was gegen alternative Heilverfahren. Nur speziell gegen die Homöopathie. Es gibt kein plausibles Wirkprinzip, und in Studien wurde immer wieder die Wirkungslosigkeit nachgewiesen. Warum soll man mit diesem Unsinn noch seine Zeit verschwenden?

  28. #30 Omnivor
    Am 'Nordpol' von NRW
    11. Mai 2018

    Hahnemann hat die HP um 1810 entwickelt. Damals wurden Medikamente von den örtlichen Apothekern im Hinterstübchen (Officin) hergestellt, eine Pharmaindustrie gab es noch nicht. Was hat die HP in dieser Zeit, als es noch keine Pharmamafia geben konnte, geleistet? Welche Krankheiten hat sie zurück gedrängt? Welche ihrer Errungenschaften haben die Entwicklung von Impfungen und Antibiotika unnötig gemacht?

    Und warum ist potentierter männlicher Samen kein Verhütungsmittel?. Das wäre doch eine Alternative zu der dauernden Hormonschluckerei.

  29. #31 Cornelia S. Gliem
    11. Mai 2018

    sehe das auch so: Homöopathie ist eben keine der traditionellen alternativen Heilmethoden, sie ist recht jung, westlich und will wissenschaftlich sein. Das alles gepaart mit Verschwörungstheorien und – oft, nicht immer – kombiniert mit einer gefährlichen Ablehnung der Schulmedizin (ich mag den Begriff übrigens, möchte lieber einen heiler der die schule durchlaufen hat :-)).
    Homöopathie wirkt nicht – und selbst wenn sie es täte, widerspräche sie sich selbst, da dann jede Plastikflasche jede abfüllAnlage jeder tropfen Wasser der durch Rohre floss durch Pipetten ging durch Quellen Erdbeben sickerte doch auch “Informationen” aufgenommen hätte – die jede heilwirkung völlig aufheben müsste.
    Klar placebowirkung kann auch bei H was ausmachen, aber dann doch lieber die welche durch die ev. zusätzlich echt wirksamen Medikamente des WeißKittels begleitet wird :-).

  30. #32 RPGNo1
    11. Mai 2018

    Die Homöopathie des 21. Jh. besitzt Züge einer Ersatzreligion bzw. Ersatzideologie. Deswegen sind die allermeisten ihrer Anhänger gegen Kritik immunisiert. Sie werden die Unlogik der Homöopathie bis zum Ende und darüber hinaus verteidigen.

  31. #34 Beobachter
    11. Mai 2018

    Was ist bloß mit den Ärzten los ?!
    Keine Berufsehre mehr im Leib ?!

  32. #35 anderer Michael
    12. Mai 2018

    Beobachter:
    Als ehrenhafter Arzt bist du schnell pleite, sofern selbstständig. Als Angestellter ist das Burn-out vorprogrammiert. Nur in wenigen Bereichen kannst du mit Ehre überleben.Das bezieht sich nicht nur auf Homöopathie.

    Ich habe leicht reden, ich arbeite nicht als Arzt.

  33. #36 anderer Michael
    12. Mai 2018

    Ärztekammerpräsident Montgomery hat im BR gesagt, Homöopathie helfe vielen Menschen. Hört man genau hin, ist das eher ein Versuch nirgendwo anzuecken und zu vermeiden , eine klare Position zu haben und andererseits aber Stellung gegen Heilpraktiker zu beziehen nach dem Motto: wenn Unfug als Therapie, dann sollen es nur die Ärzteschaft machen.
    Für meinen Teil hätte ich mir eine klare Aussage gewünscht: Therapien müssen belegbar wirksam sein. Fehlt die Datenbasis, so sollte wenigstens ein theoretischer Beleg für eine Wirksamkeit vorliegen ( Therapieversuche bei seltenen oder sehr schweren Erkrankungen).

  34. #37 Beobachter
    12. Mai 2018

    @ anderer Michael, # 35, 36:

    Es geht mir nicht um irgendeine hehre allgemein-moralisch-menschliche Ehrenhaftigkeit –
    sondern um ärztliche Berufsehre inklusive so etwas wie den Hippokratischen Eid als Grundlage der ärztlichen Berufsordnung.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Deklaration_des_Welt%C3%A4rztebundes

    http://www.deutschlandfunkkultur.de/neuer-hippokratischer-eid-keine-verbindliche-antwort-auf.1008.de.html?dram:article_id=402162

    http://www.bundesaerztekammer.de/recht/berufsrecht/muster-berufsordnung-aerzte/

    Selbst die Innung des Friseurhandwerks würde jedes ihrer Mitglieder rausschmeißen, das nur so tut, als ob es bei Kunden Haare schneiden würde –
    und dafür noch mehr kassiert als für`s tatsächliche Haareschneiden.

    Außerdem muss man als “selbstständiger Friseurladen” als berufliche Qualifikation eine dreijährige Lehre und einen Meisterbrief nachweisen –
    Heilpraktiker müssen bis heute nichts dergleichen nachweisen und dürfen ohne Standes-/Berufsordnung (selbstständig oder angestellt) drauflos “heilen” bzw. pfuschen.

    Der ganz normale Wahnsinn in unserem Gesundheitswesen … ?!

  35. #38 Joseph Kuhn
    13. Mai 2018

    Update:

    Der Ärztetag 2018 hat die Zusatzbezeichnung Homöopathie nicht abgeschafft. Immerhin wurde auch keine Zusatzbezeichnung “Astrologische Medizin” eingeführt.

    Der Zentralverein der homöopathischen Ärzte feiert das sprachlich etwas unbeholfen als “Bekenntnis zur Homöopathie für Ärzte”. Die Vorsitzende Frau Bajic dazu (mit geringfügig anderen Worten): “Wir freuen uns, dass die deutsche Ärzteschaft den therapeutischen Nutzen und die ärztliche Weiterbildung für Zuckeranwendungen in der Medizin bestätigt hat”. Unbestätigten Berichten zufolge will der Zentralverein künftig in jeder Arztpraxis ein Zuckerpaket sichtbar im Eingangsbereich aufstellen lassen, als Bekenntnis zur tradierten Zuckerkultur in der ärztlichen Versorgung.

  36. #39 Beobachter
    13. Mai 2018

    @ Joseph Kuhn, # 38:

    Sie haben das Bekenntnis der deutschen Ärzteschaft zum homöopathischen “informierten, geschüttelten Wasser” als tradiertem Therapeutikum in der ärztlichen Versorgung vergessen.

    Wasserspender gibt`s ja schon im Eingangsbereich in den meisten Arztpraxen …

  37. #40 Joseph Kuhn
    19. Mai 2018

    Update:

    Die Bekenntnismedizin ist im Trend. Auch der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie greift den neuen Ansatz auf:

    “Das auf dem 121. Ärztetag in Erfurt ausgesprochene explizite Bekenntnis der Ärzteschaft zur ärztlichen Zusatzbezeichnung “Homöopathie” begrüßt Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e. V. (BPI)”

    Im Beschlussprotokoll des Ärztetags findet sich dieses “explizite Bekenntnis” übrigens nicht, etwas Lesestoff zu der ganzen Geschichte gibt es gerade im Blog von Udo Endruscheit.