Nun ist es im bayerischen Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht. Nach § 28 der Allgemeinen Geschäftsordnung für die Behörden des Freistaates Bayern gilt: „Im Eingangsbereich eines jeden Dienstgebäudes ist als Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns gut sichtbar ein Kreuz anzubringen.” Die Formulierung könnte noch für besondere Probleme sorgen, denn nicht jedes Dienstgebäude gehört dem Freistaat Bayern und wird ausschließlich durch ihn genutzt.

Ein Kreuz ist ein religiöses Symbol. Kreuze stehen, bedingt durch die geschichtliche und kulturelle Prägung unserer Heimat, an vielen Orten, auch in anderen Bundesländern, wie auf dem Bild hier. Das ist Tradition und ich finde das schön. Dass im Namen des Kreuzes auch unvorstellbare Verbrechen begangen wurden, weiß ich.

Kreuz

Mir hätte im Eingangsbereich staatlicher Behörden das besser gefallen:

Grundgesetz

Das Grundgesetz mag (noch) nicht zur geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns gehören, zur verfassungsrechtlichen Basis Bayerns und des bürgerlichen Zusammenlebens in Bayern gehört es umso mehr. Ohne die Grundrechte, mit denen dieses Grundgesetz beginnt, versinkt unser Land in der Barbarei. Diese Erfahrung gehört zur geschichtlichen Prägung Bayerns, mit und ohne Kreuz. Mit dem Grundgesetz verbindet sich die Hoffnung, dass dies nie mehr geschieht.

Kommentare (57)

  1. #1 Uli Schoppe
    22. Mai 2018

    Sowas schön zu finden ist ja auch keine Schande Joseph. Ich bin Geocacher. Fahr in den Urlaub. Finde einen Bußweg. Da ging es echt anspruchsvoll bergauf. Ich hatte den Arsch ab und die haben damals die Steine für das Kapellchen geschleppt.
    Finde ich gut und ich fühle mich oben gut. Das hat nix damit zu tun das ich Atheist bin. Ich habe damals ohne viel Fortschritt nicht mit der Pest leben müssen…

  2. #2 Beobachter
    22. Mai 2018

    Danke für den Beitrag und die klaren Worte.

  3. #3 Alisier
    22. Mai 2018

    Ich schließe mich Beobachter an.

  4. #4 RPGNo1
    23. Mai 2018

    @Joseph Kuhn

    Kreuze stehen, bedingt durch die geschichtliche und kulturelle Prägung unserer Heimat, an vielen Orten, auch in anderen Bundesländern, wie auf dem Bild hier. Das ist Tradition und ich finde das schön.

    Kein Widerspruch von meiner Seite, sondern ebenfalls Zustimmung

    Mir hätte im Eingangsbereich staatlicher Behörden das besser gefallen …

    Ein sehr guter Vorschlag, gerade auch im Hinblick eines dumpfen Populismus, welcher gerade aus verschiedenen politischen Ecken hervorquillt.

  5. #5 Oma Wetterwachs
    23. Mai 2018

    Ich finde die Darstellung fast nackter, gefolterter Männer nicht schön.
    Aber ich finde es gut, dass ich das sagen darf, ohne deswegen verfolgt zu werden.

  6. #6 schorsch
    23. Mai 2018

    Das Kreuz in bayerischen Amtsstuben ist kein Symbol geschichtlicher oder kultureller Prägung, sondern dient gezielt der Ausgrenzung von Bürgern mit anderem kulturellen Hintergrund.

    Eine tiefbraune Schandverordnung.

  7. #7 Cornelia S. Gliem
    23. Mai 2018

    Vielleicht könnten ja die entsprechenden Behördenleiter demonstrativ genauso exponiert und deutlich die ersten 20 GG-Artikel aufhängen. Als Gegenpol als Korrektiv (=demonstrativ Menora dazu zu plazieren, ist vermutlich “wegen des Neutralitätsgebotes” nicht erlaubt, hehe).

  8. #8 hmann
    23. Mai 2018

    schorsch,
    jetzt übetreibe mal nicht. Wenn du durch irgendein Dorf fährst, steht im Zentrum eine Kirche mit Kreuz. Am Ortseingang steht ein Schild mit den Öffnungszeiten der Kirche.
    Das ist die Realität. Wenn in einem Standesamt in Neuötting ein Kreuz angebracht ist, finde ich das passend. (kein Hakenkreuz)
    Wenn in einem Veterinäramt ein Kreuz angebracht ist, finde ich das unpassend.
    Ich finde , man sollte mehr die Menschen befragen, was die wollen.
    Sich nur auf das Grundgesetz berufen ist Ausdruck von obrigkeitsstaatlichem Denken.
    Dabei hat doch Bayern eine gute Tradition in Zivilcourage, man denke nur an den Hytlerputsch in München. Söder will dem nur nacheifern. (Ironie off)

  9. #9 Oma Wetterwachs
    23. Mai 2018

    schorsch #6
    “Eine tiefbraune Schandverordnung.”

    ‘Eine tief undemokratische und verfassungsfeindliche (Schand-) Verordnung’
    trifft es meiner Meinung nach besser.

    Tradition, Heimatliebe, Identitätssuche, Brauchtumspflege ist nicht per Definition braun. Aber im Zusammenhang mit der aktuellen Kreuzverordnung ein Angriff auf die Verfassung und damit die Demokratie. Es sind hier mal nicht Nazis, die die Demokratie auszuhebeln versuchen.
    Das schafft die CSU mit Söder ohne Nazis. Und was ich das Schlimmste dran finde: Die CSU hat schon die Macht und kann Verordnungen erlassen.

  10. #10 tomtoo
    23. Mai 2018

    Eigentlich eine tolle Chance interreligiös und auch mit Atheisten zusammenzuarbeiten. Leider zeigen mir die Aussagen so einiger Christen dass das Christentum seine dunklen Tage immer nich nicht überwunden hat, und es wohl auch nie wird.

  11. #11 RPGNo1
    23. Mai 2018

    @hmann aka Robert

    Sich nur auf das Grundgesetz berufen ist Ausdruck von obrigkeitsstaatlichem Denken

    Tschuldigung, dass ich so direkt frage: Bist du jetzt endgültig von allen guten Geistern verlassen?

    Ich finde , man sollte mehr die Menschen befragen, was die wollen.

    Yup, es lebe der Populismus. Es lebe die Ochlokratie.
    *Sarkasmus off*

  12. #12 tomtoo
    23. Mai 2018

    @RPGNo1
    Grundgesetz = Obrigkeitsstaat.
    Irgentwie hat @hmann da ein ziemliches Demokratieverständnissdefizit.
    @hmann
    Schämst du dich eigentlich nicht, nur weil du Kreuze gerne siehst, ihnen ihren Religiösen Part absprechen zu lassen? Also als Christ wäre ich da ganz schön angesäuert. Du solltest dich evtl. mal mit Kardinal Marx unterhalten.
    http://www.sueddeutsche.de/bayern/kreuz-erlass-kardinal-marx-wirft-soeder-spaltung-vor-1.3962223
    Und dir nochmal durch den Kopf gehen lassen,warum es in einem sekulären Staat, eine strickte Trennung von Religionen und Staatsmacht geben muss. Und somit religiöse Symbolik nichts in Amtsstuben zu suchen hat. Ansonsten müsste ich nämlich denken, dass dir ein kleiner Vorteil bzgl. deiner Religion wichtiger ist, als fair zu bleiben. Was da wohl Jesus wieder zu sagen würde? Evtl. müsste er mit dir wie mit Don Camillo reden?

  13. #13 hmann
    23. Mai 2018

    RPG
    Das Grundgesetz ist auch für mich die Grundlage der Rechtssprechung.
    Mir geht es darum, dass man es sich zu einfach macht, auf das Grundgesetz zu verweisen. In einer Demokratie müssen sachliche Argumente für und wider ausgetauscht werden. Und wenn Schorsch gleich mit “braunem Sumpf” argumentiert, dann ist das keine gute Ausgangsposition für eine sachliche Aueinandersetzung .
    tomtoo,
    du bist ja ein noch schlimmerer Pädagoge als ich.
    Nochmal: Das Kreuz ist und bleibt ein christliches Symbol. Es in den Amtsstuben beizubehalten ist richtig, wenn keine gesetzlichen Bestimmungen dagegen sprechen.
    Anmerkung: Diese gesetzlichen Bestimmungen kann man auch ändern. Es wäre nicht das erste Mal, dass Gerichte ihre Meinung ändern. Das gehört in einer Demokratie zum Kleinen Einmaleins.
    Was du da über säkularen Staat sagst, das stimmt eben nicht. Noch haben wir eine christlich geprägte Verfassung, eine christlich geprägte Gesetzgebung. Denke doch nur mal an die Feiertagsregelungen, an die Sonntagsregelungen. DieseRegelungen sind an das Konkordat geknüpft. Das müsste deiner Meinung nach auch geändert werden, wenn du so gesetzestreu argumentierst.

    Populistisch = verfassungsfeindlich
    was hast du für ein Demokratieverständnis?
    Ich bin für Volksabstimmungen wie in der Schweiz.
    Den Parteien werden viel zu viele Rechte zugestanden.
    Daher kommt doch das Problem mit Söder.
    Die CSU ist nicht Bayern.

  14. #14 hmann
    23. Mai 2018

    Nachtrag RPG
    der letzteAbsatz bei tomtoo war für dich.

  15. #15 hmann
    23. Mai 2018

    JK
    das schöne Foto mit dem Wegekreuz ist gut gelungen. Ich sammle z.B. Bilder von Kreuzen in Kirchen und außerhalb von Kirchen.
    Und wer einmal im Allgäu spazieren geht, der begegnet diesen Kunstwerken. Und wenn dann noch ein Sinnspruch dabei ist, dann war der Spaziergang seine Zeit wert.
    Solche Kreuze sind ein memento mori und sie passen zu der himmlichen Voralpelandschaft.
    Mein tipp: Sachsenried , bei schönem Wetter steht da der Himmel offen.

    • #16 Joseph Kuhn
      23. Mai 2018

      “Sachsenried”

      Weit gefehlt.

  16. #17 Cornelia S. Gliem
    23. Mai 2018

    Ich stimme zu dass wer sich ohne nachdenken auf ‘Gesetze allgemein’ beruft, könnte obrigkeitsstaatlich argumentieren (könnte); aber der Bezug auf das GG – vorallem wie hier gemeint auf die ersten 20 Artikel – mehrheitlich Menschenrechte -; das ist nun was anderes. Diese haben wir weltweit anerkannt als für alle gültige Basis. So dass etwa Änderungen von Gesetzen etc. sich eben daran messen lassen müssen. Insofern haben sie tatsächlich sogar einen atheistisch-sakralen Charakter (obwohl vieles davon christlich-philosophisch geprägt ist, von wegen Würde etc.).
    jetzt mal vom Neutralitätsgebot des Staates abgesehen (=der bei uns brd echt nicht laizistisch ist sondern christlich* geprägt) – allein die Religionsfreiheit gebietet, dass der Staat in behörden keine religiöse oder ideologische aussage trifft. fertig.
    Und jeder weiß (!), dass das Verfassungsgericht diese bayrische scharade bald kassieren wird (nur eben nach der landtagswahl).

    *zusatz: es ist so gern von “unsere jüdisch-christlichen” Kultur die Rede: aber wo bitte sind die jüdischen gesetzlichen Feiertage? Wo die beamteten Rabbiner? Wo auch jüdaischer religionsunterricht? Die jüdischen Symbole in Schule uns Behörde?
    🙂

  17. #18 hmann
    23. Mai 2018

    JK
    Ich glaube, da haben wir uns mißverstanden.
    Ihr Kreuz vermute ich irgendwo im Bayrischen Wald.

    Mit Sachsenried meinte ich meinen Lieblingsplatz. Dort steht zwar kein Marterl, dafür ist man dort dem Himmel näher.

    • #19 Joseph Kuhn
      23. Mai 2018

      @hmann:

      “Ihr Kreuz vermute ich irgendwo im Bayrischen Wald.”

      Weit gefehlt.

  18. #20 Joseph Kuhn
    23. Mai 2018

    Kurioses am Rande:

    Söder mit Brezel verwechselt: https://www.merkur.de/politik/aschaffenburg-pfarrer-predigt-gegen-soeders-kreuz-erlass-csu-ist-empoert-9891429.html

    Verwirrung in der Mitte:

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/kritik-an-beschluss-waechst-kreuz-sucht-amt-1.3989696

    Wie zu erwarten: Jetzt beginnt die Diskussion darüber, was alles als “Dienstgebäude” zählt. Was ich nicht wusste: Auch Universitäten müssen das Kreuz aufhängen. Das wird absehbar noch für Unruhe sorgen. Und mancherorts gibt es, so die Süddeutsche, schon Unruhe: “Eva Kraus, die Direktorin des staatlichen Neuen Museums in Nürnberg, weigert sich, der Weisung nachzukommen”

  19. #21 rolak
    23. Mai 2018

    mit Brezel verwechselt

    Tja, ‘weit gefehlt’ ist halt kein Alleinstellungsmerkmal für hmännchens Texte…

  20. #22 RPGNo1
    23. Mai 2018

    @hmann aka Robert

    Ich bin für Volksabstimmungen wie in der Schweiz.

    *Sarkasmus an*
    Yup, sag ich doch: Ochlokratie.
    *Sarkasmus aus*

    Bundesbeschluss vom 3. Oktober 2008 «Zukunft mit Komplementärmedizin» (Gegenentwurf zur zurückgezogenen Volksinitiative «Ja zur Komplementärmedizin») (https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_eidgen%C3%B6ssischen_Volksabstimmungen#48._Legislatur_(2007%E2%80%932011))

    https://de.wikipedia.org/wiki/Eidgen%C3%B6ssische_Volksinitiative_%C2%ABGegen_Masseneinwanderung%C2%BB

    https://de.wikipedia.org/wiki/Eidgen%C3%B6ssische_Volksinitiative_%C2%ABF%C3%BCr_Ehe_und_Familie_%E2%80%93_gegen_die_Heiratsstrafe%C2%BB

  21. #23 Cornelia S. Gliem
    23. Mai 2018

    Wie bitte? Universitäten und Museen gelten als dienstgebäude? 🙂
    ((wenn alle ‘Orte mit Beamten’ als Dienstgebäude gelten, dann fordere ich: KREUZE IN KIRCHEN” :-)).

  22. #24 DH
    23. Mai 2018

    Religiöse Debatten in Ehren, aber ist das nicht ein wenig zuviel der Ehre für eine Aktion, die einerseits dem Populismus dient, aber noch mehr dem Zweck, den bayerischen Hauptstädtern kräftig Honig ums Maul zu schmieren, um ihnen dann nach Kräften in den Rücken fallen zu können, wenn es irgendwann nützlich erscheint?
    Ein typischer Söder eben.

  23. #25 HoWe
    23. Mai 2018

    Mir hätte im Eingangsbereich staatlicher Behörden das besser gefallen:

    Dann reichen sie doch eine Petition ein:
    “Alle Bewohner Bayerns haben das Recht, sich schriftlich mit Bitten und Beschwerden an die zuständigen Behörden oder an den Landtag zu wenden”
    (Artikel 115 Absatz 1 Bayerische Verfassung).

  24. #26 hmann
    24. Mai 2018

    RPG
    du moserst am falschen Ende. Ich bin für die homo Ehe.(als Beispiel)
    Es geht mir bei der Volksabsimmung nicht um Inhalte, sondern um mehr Basisdemokratie.

    Cornelia
    Recht so. Die Kirche muss im Dorf bleiben und das Kreuz in der Kirche. Wo kommen wir denn hin, wenn wir den Webchaoten das Feld überlassen.

    DH
    du scheinst ja ein Mann der Mitte. Aber du musst auch Verständnis für unsere Mitkommentatoren aufbringen, Einer sieht schon den braunen Sumpf am Köcheln, der andere lästert gegen die Klerikalen, RPG sieht sogar die Demokratie in Gefahr, und tomtoo sieht sowieso hinter jedem Baum das Unheil lauern. Aber unser kluger Webmaster hat vorgesorgt. Wenn der Blutdruck zu stark steigt, schau auf das Marterl, sei gescheid.

    JK
    dann kann das Kreuz nur in ihrer Nähe stehen, vielleicht in Pullach?
    Jedenfalls kann man Söders Hau-Rück-Politik auch positiv sehen. Demokratie braucht ab und zu eine kalte Dusche .

    • #27 Joseph Kuhn
      24. Mai 2018

      @ hmann:

      “vielleicht in Pullach?”

      Weit gefehlt.

  25. #28 tomtoo
    24. Mai 2018

    @hmann
    Ich sehe Söders Absicht hinter dem Baum. Und die gefällt mir nicht. Abgesehen davon ist deine Begründung das wir eh kein wirklich sekulärer Staat sind und somit Kreuze überall hängen können, so wie wenn du einem Schüler sagst”Hast eh eine 4 in Mathe, da ist eine 5 auch nicht Schlimmer”.

  26. #29 Beobachter
    24. Mai 2018

    @ tomtoo:

    Könntest du bitte mal “säkular” richtig schreiben?
    Das ist so ein Fall, der einem in den Augen weh tut … 🙂

    https://www.duden.de/rechtschreibung/saekular

  27. #30 tomtoo
    24. Mai 2018

    @Beobachter
    Sry, will ja keinen Schmerz erzeugen. Versuche mich daran zu halten. Versprechen kann ich es nicht. ; )

  28. #31 hmann
    24. Mai 2018

    tomtoo
    Bei der Notengebung war ich objektiv und konnte jede Note schriftlich belegen.
    Was jetzt Söder anbetrifft, da kann einem tatsächlich Angst und Bange werden, wenn man ihn gewähren lässt.

    Was die Kreuze anbetrifft, die sollen eben nicht überall hängen , das wäre eine Inflation, eine Abwertung. Das Kreuz soll dort hängen, wo es erwünscht ist, wo es gewollt ist, wo es vom Wähler seine Legitimation hat.

  29. #32 hmann
    24. Mai 2018

    JK
    wenn man das “weit” wörtlich nimmt, dann vielleicht Hoppenwalde in Mecklenburg Vorpommern, oder irgendwo in Brandenburg.
    Interessant ist, dass ich auch mal in dieser Gegend gewohnt habe.

    • #33 Joseph Kuhn
      24. Mai 2018

      @ hmann:

      “vielleicht Hoppenwalde in Mecklenburg Vorpommern, oder irgendwo in Brandenburg”

      Weit gefehlt.

  30. #34 Oma Wetterwachs
    24. Mai 2018

    hmann #31
    “Was jetzt Söder anbetrifft, da kann einem tatsächlich Angst und Bange werden, wenn man ihn gewähren lässt.”

    Armer Söder! Der pappt doch sein Bayernlogo grade deswegen an, damit Leute wie Ihnen nicht Angst und Bange wird. Wie können Sie ihn nur so schändlich verraten?”

  31. #35 hmann
    24. Mai 2018

    Oma
    noch sind alles Spekulationen. Vielleicht wird aus Söder auch ein zweiter König Ludwig-Markus.
    Übrigens bin ich kein Bayer und bei Söder nicht emotional involviert.

  32. #36 Oma Wetterwachs
    24. Mai 2018

    @hmann
    Was ist es denn, was Ihnen bei Söder Angst und Bange werden lässt? Außer der Spekulation mit dem König werden?

  33. #37 hmann
    24. Mai 2018

    Oma,
    das war eine Redewendung nur für tomtoo.
    Für dich als hardcore Politologe hätte ich gesagt, Söder ist ein Möchtegerndiktator, dem wir den Stinkefinger zeigen.

  34. #38 Oma Wetterwachs
    24. Mai 2018

    Danke für die Antwort.
    Stinkefinger ist schon mal eine, wenn auch etwas drastische, Maßnahme. Wenn der Finger dann auch noch auf betreffende Paragraphen in der Verfassung zeigt, bekommt die Maßnahme Sachbezug.

    Wenn das Lesen, Verstehen und Ernst nehmen von Verfassungen (hier der BRD und Bayerns) einen zum ‘hardcore Politologen’ macht – das kannst Du auch.

  35. #39 Markweger
    24. Mai 2018

    Pseudoaktion.
    Auf der einen Seite lassen sie haufenweise Moslems ins Land, auf der anderen Seite hängen sie überall Kreuze auf.
    Reine Wahlpropaganda.

  36. #40 Beobachter
    24. Mai 2018

    In unserer “christlich geprägten” “Heimat” herrscht – mit oder ohne Kreuz – zunehmend eine seltsame, bedenkliche/bedenkenswerte “Stimmung” … :

    http://www.taz.de/Gewalt-gegen-linke-Politiker/!5505498/

    “Gewalt gegen linke Politiker
    Die sächsischen Vertriebenen
    Sie wurden von Neonazis gejagt. Man hat ihnen das Auto angezündet. Bis linke sächsische Politiker nicht mehr konnten. Sie sind weggezogen.
    … ”

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/rechtsruck-in-oesterreich-und-europa-die-menschenfeindlichkeit-waechst-und-waechst-1.3991302

    “Rechtsruck in Österreich und Europa
    “Die Menschenfeindlichkeit wächst und wächst”

    Sagt Nicolaus Schafhausen. Deshalb wirft der Direktor der Kunsthalle Wien seinen Job hin. Ein Gespräch über ein Land, dem es “an Opposition mangelt”.
    … ”

    ” … Wurden Sie auch persönlich angefeindet?

    Das passiert in Internet-Postings, aber auch auf der Straße. Ein besonders schlimmes Erlebnis hatte ich am Wiener Flughafen. Eine Frau, etwa Mitte 40, hat mich angeschrien, dass ich ihr Steuergeld verschwende. Dann hat sie mich vor ihren beiden halbwüchsigen Kindern angespuckt. Ich habe ihren Namen rausbekommen: Es handelt sich um eine Unternehmerin, die die FPÖ finanziell unterstützt.
    … ”

    ” … Es mangelt an Opposition, zivilgesellschaftliches Denken und Handeln wird zu wenig stimuliert. Ich meine nicht nur die Parteien, sondern das Engagement der Bürger insgesamt. Viele Leute kümmern sich offenbar nur noch um sich selbst.”

    Kritische “Inländer” vor rechten “Inländern” auf der Flucht … !

  37. #41 Markweger
    24. Mai 2018

    Früher hätte ich gesagt dass ich einer Schmidtschen Sozialdemokratie am nächsten stehe.
    Ein Kohl war mir in mancher Hinsicht schon zu rechts ein Brandt zu links.
    Aber ein Schmidt hätte doch nie und nimmermehr eine solche Massenzuwanderung betrieben und ein Kohl schon gar nicht.
    Eigentlich sind Schwarz-Rot-Grün in dieser Hinsicht zu extremen Linken geworden.
    Dann ist nach rechts rücken eben zwingend notwendig.
    Da ist mir dann wirklich jede rechte Partei lieber.
    Ich bekenne mich dazu.

  38. #42 DH
    24. Mai 2018

    @hmann
    Für den “braunen Sumpf” habe ich sogar ein gewisses Verständnis, nicht was die CSU allgemein angeht, aber bei der Person Söder selber, nebst Entourage, die sind nicht frei von solchen Tendenzen. Ansonsten Zustimmung, locker bleiben, vielleicht will sich der Söder ja auch deshalb so intensiv mit großen Kreuzen beschäftigen, weil ihm im Herbst die kleinen Kreuzchen fehlen könnten.
    Und das mit der kalten Dusche könnte hinhauen, immerhin hat schon das Polizeigesetz erheblichen Protest mobilisiert. Ein wenig HalloWach für die Liberalen, das kann nicht schaden.

  39. #43 Oma Wetterwachs
    24. Mai 2018

    Beobachter #40
    Und in Sachsen Anhalt gibt es unter dem Vorsitz von AfD-Poggenburg jetzt die Enquete-Kommission zur Untersuchung von Linksextremismus. Legitimiert mit den Stimmen der AfD und der CDU. Angepasst an den Zeitpunkt des 20. Jahrestages des Brandanschlages in Solingen Das ist noch ein Deut krasser (von der parlamentarischen Schlagkraft her gesehen) als die Kleine Anfrage der AfD zu den alimentierten Behinderten aus Verwandtenehen unter Migranten.

    Was unter Linksextremismus zu verstehen ist, sagt uns hier vor Ort ein Rotzlöffel und verrät damit die eigentlich noch intern bleiben sollende Definition der Afd: #41 „Eigentlich sind Schwarz-Rot-Grün in dieser Hinsicht (dem haufenweisen Reinlassen von Moslems #39) zu extremen Linken geworden.“

    Und gegen so was will Söder mit dem Kreuz vorgehen. Da ist ja Knoblauch gegen Vampire noch sinnvoller.

  40. #44 Oma Wetterwachs
    24. Mai 2018

    DH #42
    “vielleicht will sich der Söder ja auch deshalb so intensiv mit großen Kreuzen beschäftigen, weil ihm im Herbst die kleinen Kreuzchen fehlen könnten”

    Danke, in dem ganzen Elend hast Du mich jetzt echt zu Lachen gebracht!

  41. #45 PDP10
    24. Mai 2018

    @Oma Wetterwachs:

    Und in Sachsen Anhalt gibt es unter dem Vorsitz von AfD-Poggenburg jetzt die Enquete-Kommission zur Untersuchung von Linksextremismus.

    Ja. Sehr putzig. Wahrscheinlich braucht man diese Kommission unbedingt um überhaupt soetwas wie “Linksextremismus” in Sachsen-Anhalt zu finden …

    Den gibts nämlich praktisch nicht.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-andre-poggenburg-leitet-kommission-des-landtags-zu-linksextremismus-a-1196215.html

    Zitat aus dem Artikel:

    “Der Linken-Bundestagsabgeordnete Thomas Nord wies auf Twitter auf eine statistische Erhebung des sachsen-anhaltischen Innenministeriums aus dem Jahre 2015 hin. Demnach schrieb die Polizei damals 1749 von insgesamt 2162 aufgeführten Straftaten Rechtsextremisten zu, Linksextremistisch motiviert waren 230 Straftaten. Die AfD selbst hatte damals die Anfrage im Landtag von Sachsen-Anhalt gestellt.”

  42. #46 Beobachter
    24. Mai 2018

    @ DH, # 42:

    ” … Ein wenig HalloWach für die Liberalen, das kann nicht schaden.”

    Meinst du die Neoliberalen, damit sie den “Rechtsruck” nicht verschlafen und sich wie CDU/CSU der erstarkenden AfD rechtzeitig als möglicher Koalitionspartner anbiedern ?!
    Man hängt ja bei den “Liberalen” ja schon immer gerne das Fähnchen nach dem Wind …

  43. #47 PDP10
    25. Mai 2018

    @Beobachter:

    Man hängt ja bei den “Liberalen” ja schon immer gerne das Fähnchen nach dem Wind …

    Das hast du aber fein nachgeplappert. Hier sind deine drei goldenen Sternchen fürs Klassenbuch …

  44. #48 stone1
    25. Mai 2018

    Wo kommen wir denn hin, wenn wir den Webchaoten das Feld überlassen.

    Schade dass @hmann diesen Satz wohl eher nicht in selbstironischer Absicht gschrieben hat, denn unter diesem Aspekt betrachtet ist er ein Geniestreich. SCNR, ; )

  45. #49 DH
    25. Mai 2018

    @Oma Wetterwachs
    Gerne.

    @Beobachter
    Liberal ist nicht neoliberal, beides widerspricht sich sogar. Leider ist nicht von der Hand zu weisen, daß es unter Liberalen eine unangenehm weit verbreitete Neigung gibt, sich dem neoliberalen Zeitgeist unterzuordnen.
    Ich meinte dann aber schon tatsächlich werteliberale Vorstellungen, denen ein übergriffiges Polizeigesetz querliegt und die es sowohl in verschiedenen Parteien, in der Bevölkerung als auch in NGOs u.ä. gibt.
    Die eine liberale Kraft gibt es im Moment nicht- oder gab es vielleicht nie- , die Werteliberalen sind so ein wenig in der Diaspora zur Zeit.

  46. #50 PDP10
    26. Mai 2018

    Die eine liberale Kraft gibt es im Moment nicht- oder gab es vielleicht nie- , die Werteliberalen sind so ein wenig in der Diaspora zur Zeit.

    Nichts desto trotz bereitet ein Liberaler gerade eine Verfassungsklage zum neuen Bayerischen Polizeigesetz vor.
    Und also verteidigt einer der angeblich immer “sein Fähnchen nach dem Wind” hängt auch die Grundrechte von einem @Beobachter …

    https://www.berliner-zeitung.de/politik/gerhart-baum-zum-polizeigesetz–die-situation-ist-von-angst-gepraegt–30187450?view=fragmentPreview

  47. #51 Beobachter
    26. Mai 2018

    Die eh schon seltene “Werteliberalität” gibt es kaum mehr bzw. deren Vertreter sind “vom Aussterben bedroht” oder nicht mehr am Leben.
    Hier den linksliberalen 85-jährigen G. Baum als den typischen Liberalen zu präsentieren, ist schon etwas arg dreist –
    angesichts von Lindner und Co. …

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhart_Baum

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Dahrendorf

    Nichtsdestotrotz ist es begrüßenswert, dass sich ein bekannter Politiker a. D. und Jurist bereit gefunden hat, gegen das neue PAG zu klagen.

    Die FDP als “liberale” Partei hat schon immer die Interessen des Mittelstandes, der Unternehmer vertreten und war schon oft der “Mehrheitsbeschaffer” in nahezu beliebigen Koalitionskonstellationen:

    https://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-09/FDP-Leihstimme-Bundestagswahl-CDU
    (2013)

    “FDP vor der Bundestagswahl
    Als die CDU noch Leihstimmen zu vergeben hatte

    Jahrzehntelang waren die Liberalen Königsmacher der Bundespolitik, SPD und CDU buhlten um ihre Gunst. Doch das Konzept der Vergangenheit funktioniert heute nicht mehr.
    … ”

    http://www.sueddeutsche.de/politik/fdp-lindner-will-jamaika-koalition-auch-in-niedersachsen-1.3712001
    (2017)

    @ PDP10, # 47, # 50:

    Deine primitiven persönlichen Seitenhiebe treffen mich nicht im Geringsten … 🙂

  48. #52 Oma Wetterwachs
    26. Mai 2018

    @Beobachter

    Der Student, der die Petition gegen die Kreuzverordnung gestartet hat, ist auch ein “Liberaler”.
    Sowas zu unterstützen als irgendwo sich links Verortender ist für mich u.a. auch lebendige Bündnispolitik.

    medienmagazin.de/politik/2018/04/26/online-petition-gegen-kreuz-verordnung-gestartet/https://www.pro-medienmagazin.de/politik/2018/04/26/online-petition-gegen-kreuz-verordnung-gestartet/

  49. #53 DH
    26. Mai 2018

    Gerhart Baum ist in gewisser Weise bis heute der einflußreichste Politiker der FDP, allerdings als klagender Privatmann.
    Das sagt in der Tat einiges aus über den Zustand der FDP, es greift aber viel zu kurz, Liberale nur bei der FDP zu verorten.
    Daß der Begriff des Liberalismus heute oft mißbraucht wird, ändert nichts an der Definition desselben, sonst gewährt man den Neoliberalen einen begrifflichen Sieg, der weit über ihr eigenes Ableben hinaus wirken wird.

    Die FDP schon immer eine Unternehmerpartei?

    Erstens ist sie da wohl nicht die einzige.
    Zweitens ist es nicht ganz so einfach.

  50. #54 Uli Schoppe
    26. Mai 2018

    Mir fehlen einfach bei der FDP die Rechtsliberalen. Da gibt es an Aktiven praktisch nur Finanzliberale.

  51. #55 hmann
    27. Mai 2018

    DH #FDP
    DieFfDP war nicht immer eine Unternehmerparte.
    In Baden Württemberg hatte sie 20 % der Stimmen und verstand sich als ergänzung zwischen CDU und SPD. Sie vertrat ursprünglich die Interessen der Vertriebenen .
    Seit 1970 etwa unterstützte sie mit Helmut Mischnick die sozialliberale Richtung und die Politik von Brandt und Schmitt.
    1977 kam mit Martin Bangemann ein Wirtschaftsfachmann an die Parteispitze und der setzte sich gegen Mischnick und Scheel durch, die die SPD unterstützten . In den Kieler beschlüssen, wurde die neue Ausrichtung festgeschrieben. 1982 kam dann der “Staatsstreich” als, die FDP die Koalition mit Schmidt aufkündigte und Schmitt mit einem Misstrauensvotum gestürzt wurde.
    Tragisch dabei ist, dass die FDP vorher vor der Bundestagswahl verkündet hatte, es gibt keine Koalition mit der CDU. Ich hatte damals die fDP aus diesem Grunde gewählt. Dieses gebrochene Wahlversprechen hat der FDP langfirstig mehr geschadet als genützt. Die FDP gilt in großen Teilen der Bevölkerung als nicht vertrauenswürdig. Dass sie dabei noch als reine Wirtschaftspartei angesehen wird, schadet ihr gleichermaßen.

  52. #56 DH
    27. Mai 2018

    @hmann
    Die berüchtigte “Wende”. 1982 war denn auch das Jahr, in dem die Jungdemokraten ihrem Rauswurf als linke Jugendorganisation zuvor kamen, sich von der FDP trennten und von den Jungliberalen abgelöst wurden. Mit einem gewissen Westerwelle als Vorsitzenden (1983).

    Dennoch ist mir das zu einfach, daß immer nur die FDP als reine Wirtschaftspartei gesehen wird, da lenken andere Parteivertreter auch gerne vom eigenen Treiben ab.

  53. #57 hmann
    27. Mai 2018

    DH,
    die Grünen mutieren im Augenblick zur Wirtschaftspartei. Die haben auch gemerkt; Ohne Moos nix los.