Jan Fleischhauer ist einer der seltsamen Typen, die ein Leben lang mit giftigem Zynismus ihre Kindheitstraumata bewältigen. Bei ihm ist es ein sozialdemokratisches Elternhaus. Dass er auch mal mit dem Reiner aus der Nachbarsfamilie spielen sollte, obwohl der nicht mal eine eigene Eisenbahn hatte, hat er bis heute nicht verkraftet. Furchtbar, so was.

Im aktuellen SPIEGEL 10/2019 kommentiert der Jan mit der schweren Kindheit die Medienmeldungen über den Führungsstil des Dirigenten Daniel Barenboim. Das scheint ein harter Hund zu sein, der seine Leute mit Wutausbrüchen einschüchtert. „Klima der Angst“ ist Fleischhauers Artikel überschrieben. Fleischhauers Sympathie gilt solchen harten Hunden. „Mein erster Chef war Werner Funk. Funk hatte in der Branche den Spitznamen Kim Il Funk. Es soll vorgekommen sein, dass Redakteure weinend aus seinem Zimmer liefen“, so der Jan. Er war dabei, im Stahlgewitter, er hat es erlebt, ach was, überlebt. Die Weicheier von heute können sich das gar nicht mehr vorstellen.

Dann folgt die Lehre aus diesem Relotius-Einspieler persönlich verbürgter Authentizität: „Wir haben als Gesellschaft eine Aversion gegen zu viel Leistungsdruck entwickelt“. Dabei zeigen Studien konsistent, dass in der Arbeitswelt Stress und Leistungsdruck zunehmen. Und wenn ich meine Schulzeit mit dem vergleiche, was heute in den Schulen los ist, habe ich auch nicht das Gefühl, dass an der ewigen Klage der kulturpessimistischen Konservativen viel dran ist, die Kuschelpädagogik habe das Regiment übernommen. Dass die Kinder von heute Tyrannen sind, die ihren Eltern widersprechen, mit dem Essen kleckern und ihre Lehrer ärgern, wusste schon Sokrates, warum sollte also der Jan daran zweifeln.

Gut, hart wie Kruppstahl und flink wie Windhunde, das ist im Moment wirklich nicht mehr angesagt und der Jan aus dem sozialdemokratischen Elternhaus ist ja auch ein zivilisierter Mensch: „Ich bin sehr dafür, freundlich mit allen umzugehen. Allerdings ist damit noch nicht die Frage beantwortet, wie man Menschen dazu bringt, Höchstleistungen zu liefern.“

Und damit ist man beim Kern der postsozialdemokratischen Weltanschauung, Fleischhauer hat hier genau den gleichen Geisteswandel wie der lupenreine Hartz-IV-Sozialdemokrat Gerd Schröder hinter sich gebracht: Der Mensch ist von Natur aus faul und braucht Druck. Genauer gesagt, normale Leute brauchen Druck. Führungseliten tragen ein anderes Schicksal. Sie müssen den Druck ausüben, der normale Menschen dazu bringt, Höchstleistungen zu liefern. Auch wenn die mal weinend aus dem Zimmer laufen. Dazu muss man aus einem anderen Holz geschnitzt sein als die normalen Leute – dem harten Holz der harten Kerle, hart wie Kruppstahl. Dabei ist der Jan gar nicht so. Der sieht eher aus, als müsste er mal an die frische Luft.

Jetzt kommt mir mein Kommentar fast auch etwas zynisch vor. Kindheitstrauma? An den kleinen Jan mit seiner Angst um seine Eisenbahn kann ich mich allerdings nicht erinnern.

Kommentare (34)

  1. #1 rolak
    2. März 2019

    Von hinten durch die Brust den eigenen Fuß zerschossen

    Also gelenkig isser.

  2. #2 Hans Moser
    2. März 2019

    Warum bewerben Sie sich nicht beim Spiegel als Kolumnist? Da wären Sie doch sicher besser aufgehoben als hier beim SCIENCE-Blog. Nach meinem Verständnis sollte es thematisch hier doch eher um (im weitesten Sinne) wissenschaftliche Fragestellungen gehen.

    • #3 Joseph Kuhn
      2. März 2019

      @ Hans Moser:

      1. Um was es in meinem Blog gehen soll, steht rechts oben. Ich schreibe hier über das Thema Gesundheit und darüber, was mir sonst noch so querkommt. Sie müssen mir nicht sagen, was ich schreiben soll, ich sage Ihnen ja auch nicht, was Sie lesen sollen.
      2. In Fleischhauers Kommentar steckt außerdem durchaus Wissenschaft, nämlich die Lehre von zwei Menschentypen, solchen, die führen, und solchen, die mit harter Hand geführt werden müssen, weil sie sonst keine Höchstleistungen liefern oder sich gar auf die faule Haut legen. Daraus haben früher die Leute mal regelrechte Managementtheorien gemacht, die berühmteste ist die XY-Theorie von McGregor.
      3. Sie dürfen gerne die Diskussion dazu ganz freiwillig auf Höchstleistungsniveau beginnen.

  3. #4 RPGNo1
    2. März 2019

    @Hans Moser

    Nach meinem Verständnis sollte es thematisch hier doch eher um (im weitesten Sinne) wissenschaftliche Fragestellungen gehen.

    Wo steht das das?

  4. #5 michael
    2. März 2019

    > ,,,sollte es thematisch hier doch eher um …

    Unter dem Rotweinglas findet man;


    Er schreibt hier über das Thema Gesundheit und darüber, was ihm sonst noch so querkommt.

  5. #6 RPGNo1
    2. März 2019

    @rolak
    Ach, der Fleischhauer.

    Alles, was links der CSU steht, ist für den sowieso der leibhaftige politische Gottseibeiuns. Man muss dazu nur seine Kolumnen *hust, hust* bei Spiegel online lesen.

    Der würde jedenfalls einen guten Pressesprecher bei der AfD abgeben.

    • #7 Joseph Kuhn
      2. März 2019

      @ RPGNo1:

      “Der würde jedenfalls einen guten Pressesprecher bei der AfD abgeben.”

      Das könnte er von seinen Fähigkeiten her sicher gut, aber in diese Ecke sollte man ihn nicht stellen. Ich glaube nicht, dass er viel Sympathie für die AfD hat.

  6. #8 Alisier
    2. März 2019

    Genau.
    Eine ordentliche Tracht Prügel hat noch keinem geschadet und ohne Druck und Demütigungen wird man kein richtiger Mann. Es war nicht alles schlecht damals……
    Sowas gilt immer noch als konservativ, dabei ist es einfach nur strunzdoof und widerspricht allem was wir inzwischen über eine gesunde menschliche Entwicklung und echte Leistungsfähigkeit wissen.
    Und hier möchte ich RPGNo1 ein wenig beispringen: das ist m.E. sehr nahe am AfD-Sprech.
    Eventuell ist aber auch nur Neid, dass nicht alle durch den Wolf gedreht werden, wie man es selbst erlebt hat.

  7. #9 Kathrin Siebert
    2. März 2019

    Na, ja, an der Causa Barenboim ist ja das Schwieirge, dass eine perssonalie, die eigentlich intern innerhalb des Betriebes geklärt werden müsste (hat das Orchester keine personalratliche Vertretung?), dies aber in der Öffentlichkeit aus einer Art Zuschauerposition verfolgt werden kann, ohne dass klar wäre, was an den Vorwürfen dran ist oder nicht). Gerade heute stellt sich Jürgen Flimm vor Barenboim, andere verurteilen ihn sehr.
    Das nicht unwichtige Thema, welche Führungsstile wo sinnvoll, vertretbar oder wünschenswert sind, sollte man führen, aber eher auf der allgemeinen Ebene.
    Was die Schulen betrifft, so scheint es nicht wenige zu geben, an denen sich eher die Schüler (besser einige den) andern das Leben schwer machen und an denen Schikanen, Gewalt und Mobbing alltäglich zu sein scheinen.

  8. #10 Herr Senf
    2. März 2019

    Ein Orchester ist doch kein Betrieb, das ist doch Kunscht.
    Musiker müssen wissen was sie spielen, nicht was der Dirigent dirigiert.
    Wenn sie’s ständig vergeigen, gehören sie nicht dazu, also raus.

  9. #11 RPGNo1
    2. März 2019

    @Joseph Kuhn
    Wenn Jan Fleischhauer in der Zukunft öfters Kolumnen gegen die AfD und ihre Protagonisten oder andere Rechtspopulisten schreibt, dann werde ich meine Aussage gerne revidieren. Aber darauf werde ich wohl sehr lange warten müssen.

    Ich erinnere an die Geschehnisse in Chemnitz im letzten Jahr und an die Causa Maaßen. Die offensichtlich rechtsradikalen Ausschreitungen hat Fleischhauer kleinzureden versucht. Und bis zuletzt hat er Maaßen verteidigt und ihn als Bauernopfer der bösen Bundespolitik deklariert.

    Fleischhauer mag sich selbst immer noch einreden, dass er ein aufrechter Konservativer ist. Aber der Abgrund des Rechtpopulismus hat sich schon seit einiger Zeit vor ihm aufgetan, und er schreitet immer weiter darauf zu.

  10. #12 Moreno
    3. März 2019

    Fleischhauer ist der Grund, ab und zu mal bei der Relotius-Presse vorbeizuschauen.

  11. #13 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2018/11/22/zzjc-bb-mit-keith-tynes/
    3. März 2019

    Ich finde es schade, dass Spitzenkönner wie die Musiker eines Orchesters von internationalem Rang offenbar nicht gelernt haben, ihre eigene Würde zu verteidigen, vielleicht Solidarität unter Kollegen herzustellen, um nicht alleine gegen Maestro vorzugehen.

    Was nützt es, in einem demokratischen Rechtsstaat zu leben, wenn man für die eigene Sache jahrzehntelang das Maul nicht aufbekommt? Der Dirigent, der nicht gelernt hat, mit Menschen umzugehen, scheint aus dem gleichen Holz geschnitzt. Soziale Eunuchen mit Inselbegabung.

  12. #14 Chris
    3. März 2019

    XXX

    Edit: Kommentar gelöscht. Auch Provozieren will gelernt sein. JK

  13. #15 karl lauer
    3. März 2019

    Seit Jahren versuche ich, Fleischhauer zu ignorieren…aber genau wie beim Dschungelcamp: man kann sich nicht entziehen, man bekommt immer irgendwas mit…
    Selbst dort, wo man ihn nicht erwartet, liest man, was für einen Blödsinn er mal wieder von sich gegeben haben muss. Vor etlichen Jahren fand man in seiner Kolumne im Spiegel und auch sonstwo gelegentlich Anflüge von Vernunft und der Fähigkeit, zu argumentieren. Lange vorbei…

  14. #16 tomtoo
    3. März 2019

    @JK
    Schade das du den Kommentar von Chris gelöscht hast. Ich hatte ihn nämlich gelesen. Und der hat mich auf eine neue Verschwörungs Theorie gebracht.

    Den Verdummungschip in der Tastatur eingebaut.

    Da sitzt ein hochintelligenter Mensch vor seiner Tastatur und möchte einen vernünftigen Kommentar abgeben. Aber der Chip macht einfach nur BS daraus.
    Ich bin mir noch ganz sicher ob die Hypothese plausiebel ist. Aber sie würde so einiges erklären.

  15. #17 Arthur Dent
    3. März 2019

    Fleischhauer hat wahrscheinlich selbst geheult, also geweint, damals, als er durch die harte Schule der Respektlosigkeit gehen musste. Heute ist er wohl stolz darauf selbst mit den harten Hunden heulen zu dürfen. Möglicherweise hat lediglich der Abgrund, in den er blickte, in ihn zurückgeblickt. Ist natürlich nur reine Spekulation.

    Es gibt wohl viele Möglichkeiten das letzte bisschen Leistung aus einem herauszukitzeln. Die Brechstange mag wohl bei manchen funktionieren. Weicheier wie ich brauchen da eher ein freundliches Klima und gegenseitigen Respekt. Wenn mich jemand mit Windstärke 10 anbrüllt, dann wird erst mal der Notstand ausgerufen.
    Brachiale ‘Gewalt’ mag wohl auf den ersten Blick wie Stärke aussehen, doch letztendlich ist sie ein Zeichen von Schwäche.

  16. #18 aristius fuscus
    3. März 2019

    @Herr Senf: das war ja nun ein Kommentar auf bote19-Niveau, da bin ich von Ihnen eigentlich Besseres gewohnt. Zur Info: bei jedem bedeutenden Orchester (und ein solches ist die Staaatskapelle Berlin) kommen auf jede freie Stelle Dutzende, u.U. Hunderte Bewerber. Die meisten werden schon im Vorwege ausgesiebt, ein paar Auserwählte müssen ein mehrstufiges Auswahlverfahren über sich ergehen lassen, das auch mehrfaches Vorspielen (vor den Kollegen in derselben Instrumentengruppe, dem Orchestervorstand, dem Dirigenten) beinhaltet. Wer es dann geschafft hat, der beherrscht sein Handwerk aus dem Effeff und hat auch als Künstler einiges zu bieten. Da zu unterstellen, ein socher Musiker wüsste nicht was er da spielt oder würde es ständig vergeigen, zeugt einfach nur von kompletter Unwissenheit über den Klassikbetrieb.
    @alle: ein Orchester ist ein ziemlich eigenartiges Biotop und mit einer normalen Firma kaum zu vergleichen. Für den einzelnen Musiker ist es durchaus schwierig, sich gegen den Dirigenten zu stellen, da die Reputation des Dirigenten über Aufträge abseits der Abonnementkonzerte und vor allem über lukrative Plattenverträge entscheidet. Dazu kommt, dass sich über die letzten 100 Jahre ein Idealbild des Dirigenten herausgebildet hat, das eher dem eines autoritären Knochen als eines verständnisvollen Teamleiters entspricht. Schostakowitsch charakterisiert in seinen Memoiren Dirigenten im Allgemeinen als Grobiane und selbstverliebte Tyrannen. Ob ein solcher Diktator unbedingt Höchstleistungen aus seinen Musikern herauskitzeln kann, ist durchaus zweifelhaft, Schostakowitsch verneint das jedenfalls und der war ein Genie.

  17. #19 Wetterwachs
    3. März 2019

    Ich vermute Jan Fleischhauer ist kein überzeugter AfD-Fan. Dafür dürften die braunen Burschen ihm teilweise viel zu quengelig und weinerlich sein. Er würde wohl hingehen und die Jammerlappen und Weicheier erst mal leistungsmäßig auf Vordermann bringen – larmoyante Pussis wie Höcke, Angriffe auf seine deutsche Männlichkeit beklagend, auf der Maus ausrutschende Prinzessinnen wie die Storch oder Weibchen wie die Weidel, die eingeschnappt aus einer Talkshow rauschen und mit dem Stiefelchen stampfen – solche Figuren sind in seinen Verständnis von Leistungseinpeitschern eher nicht das richtige Personal.
    Nicht jeder menschenverachtende autoritäre Großkotz (wie auch Gerhard Schröder) ist ein Nazi. Sie teilen nur den Standpunkt miteinander, dass draufhauen besser ist, als gehauen werden und dass man besser auf Schwächere draufhaut, weil man sich da nicht so schnell selber eine fängt und wohl möglich nochmal seine Eisenbahn sozialisieren muss.

  18. #20 Dr. Webbaer
    4. März 2019

    Andere Sicht hierzu :

    Jan Fleischhauer ist einer der seltsamen Typen, die ein Leben lang mit giftigem Zynismus ihre Kindheitstraumata bewältigen. [Artikeltext]

    …nämlich diese :

    Herr Fleischhauer ist ein nonkonformer Konservativer, der sich von den SpOn-Kolumnisten zuvörderst dadurch absetzt, dass er Meinung pflegt und öffentlich bereit stellt, die sich von der vglw. homogenen Meinung seiner Kolumnisten-Kollegen unterscheidet, diesbezüglich deviant ist.


    Herr Fleischhauer wird hier dennoch nicht sonderlich geschätzt, hier, auf liberalem Posten, weil er teils reaktionäre Grundhaltung pflegt, bspw. hat er einmal auf die Frage, wie weit sein Konservativismus gehen würde, geantwortet : bis in den Monarchismus, so dass Dr. W, der, der bekanntlich nur ga-anz selten psychologisiert, zur Aufklärung, zu liberalen Demokratien reaktionäre Einstellung festzustellen hatte.
    Ansonsten hat der Mann Ideen und weiß zu schreiben.

    MFG
    Dr. Webbaer (der im Übrigen der Meinung ist, dass es egal ist Wer etwas sagt und potentiell wichtig, Was gesagt worden ist)

  19. #21 RPGNo1
    4. März 2019

    @Wetterwachs

    Ich vermute Jan Fleischhauer ist kein überzeugter AfD-Fan.[…]
    Nicht jeder menschenverachtende autoritäre Großkotz (wie auch Gerhard Schröder) ist ein Nazi.

    Eine Anmerkung dazu:
    Die AfD ist nicht monolithisch. Es gibt sogenannte Wirtschaftsliberale oder Nationalkonservative wie Gauland und Meuthen. Fleischhauers Stellungsnahmen in den Kolumnen lassen ihn mMn deutlich zu diesem wirtschaftsliberalen und nationalkonservativen Flügel tendieren.

  20. #22 Alisier
    4. März 2019

    “Dr. Webbaer (der im Übrigen der Meinung ist, dass es egal ist Wer etwas sagt und potentiell wichtig, Was gesagt worden ist)”
    Genau das ist das Problem: wenn Sie, sagen wir so 2 mal im Jahr etwas Interessantes und Substanzielles äußern hört keiner mehr zu, nach den Bergen von Bockmist. Es ist nicht die Aufgabe der Leser in Dreckhaufen nach Brauchbarem zu wühlen.
    Deswegen: weniger ist mehr. Viel weniger ist noch mehr, und Schweigen wäre Gold.

  21. #23 shader
    4. März 2019

    @RPGNo1: “Wenn Jan Fleischhauer in der Zukunft öfters Kolumnen gegen die AfD und ihre Protagonisten oder andere Rechtspopulisten schreibt, dann werde ich meine Aussage gerne revidieren. Aber darauf werde ich wohl sehr lange warten müssen.”

    Hat er doch. Siehe z.B. hier: https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/2017/06/23/fleischhauer-in-welt-von-afd-anhaengern-faellt-kein-sonnenstrahl-mehr/

  22. #24 shader
    4. März 2019

    @aristius fuscus: “ein Orchester ist ein ziemlich eigenartiges Biotop und mit einer normalen Firma kaum zu vergleichen. Für den einzelnen Musiker ist es durchaus schwierig, sich gegen den Dirigenten zu stellen, da die Reputation des Dirigenten über Aufträge abseits der Abonnementkonzerte und vor allem über lukrative Plattenverträge entscheidet.”

    Ich würde vermuten, dass es hierarchisch ähnlich aufgebaut wie ein Krankenhaus ist. Damit hätten wir ich auch den Schwenk zur Medizinthematik geschafft. 😉 Ein Chefarzt ist der Dirigent, der vieles im Ablauf bestimmt, über Karrieren mitentscheidet, und man schon sehr gute Gründe braucht, um seine Autorität mal anzuzweifeln. Das soll jetzt keine Entschuldigung für so ein Verhalten sein. Im 21. Jahrhundert denke ich schon, dass man ein Krankhaus oder Orchester humaner führen kann.

    @RPGNo1: “Eine Anmerkung dazu:
    Die AfD ist nicht monolithisch. Es gibt sogenannte Wirtschaftsliberale oder Nationalkonservative wie Gauland und Meuthen. Fleischhauers Stellungsnahmen in den Kolumnen lassen ihn mMn deutlich zu diesem wirtschaftsliberalen und nationalkonservativen Flügel tendieren.”

    Ich würde mal sagen, da liegt ein Logikfehler vor. Nicht jeder Wirtschaftsliberale oder Nationalkonservative ist auch ein Anhänger der AfD.

  23. #25 Chris
    4. März 2019

    Es gibt keinen Verdummungschip.
    Das nennt man Satire

  24. #26 Chris
    4. März 2019

    XXX

    Edit: Kommentar gelöscht. Auch Provozieren will gelernt sein. JK

  25. #27 Wetterwachs
    4. März 2019

    @RPGNo1
    #21 ” Fleischhauers Stellungsnahmen in den Kolumnen lassen ihn mMn deutlich zu diesem wirtschaftsliberalen und nationalkonservativen Flügel tendieren.”

    Ich habe Probleme damit, Wirtschaftsliberale / Nationalkonservative grundsätzlich alle als Nazis oder AfD-affin über einen Kamm zu scheren. Die Tendenz dahin kann ich nicht abstreite – weil Wirtschaftsliberale, ich bezeichne sie lieber als Neoliberale – sind mMn Feinde einer Demokratie, in der Gleichheit herrscht und Menschen nicht nur nach Leistung beurteilt werden. Das haben sie mit den Nazis (und Meuthen und Gauland sind doch Nazis oder siehst Du das anders?) gemeinsam. Sie unterscheiden sich im Primärfeindbild.

    Das Problem mit einem alle Menschenverächter und Leistungsausbeuter in den Nazi-Topf zu werfen besteht für mich darin, dass es eine tiefer gehende grundsätzliche Systemkritik verhindert. Selbst wenn es gelingt, die AfD klein zu kriegen (wählerstimmenmäßig) erledigt sich damit nicht das Problem mit den zwei Menschenbildern: „solchen, die führen, und solchen, die mit harter Hand geführt werden müssen, weil sie sonst keine Höchstleistungen liefern oder sich gar auf die faule Haut legen“ (Joseph Kuhn #3) oder Ausbeutern und Ausgebeuteten.

  26. #28 RPGNo1
    4. März 2019

    @Wetterwachs
    Ich mag die AfD ganz und gar nicht. Aber trotzdem würde ich nicht so weit gehen, jedes ihrer prominenten Mitglieder als Nazi zu bezeichnen. Wie ich bereits schrieb, gibt es eine Reihe unterschiedlicher Strömungen und Richtungen in der Partei.

    Meine Einschätzung einiger Personen:
    Meuthen: wirtschafts- bzw. neoliberal, rechtspopulistisch bis rechtsradikal
    Gauland: Typus Alfred Dregger, nationalkonservativ. Karrieregeil. Als AfD-Chef hat er das geschafft, was ihm als drittrangiger CDU-Politiker immer verwehrt blieb.
    Trixie von Storch: Nationalkonservativ. Reaktionär. Die hätte in der Weimarer Republik gut in die DNVP gepasst.
    Bernd Höcke: völkisch-nationalistisch, sicher. Neonazi, vielleicht. Er hat früher NPD-Demonstrationen besucht. Seine ganzen Reden und Aussagen erinnern an den Duktus von Nazigrößen.
    Poggenburg (Ex-AfD-Mitglied): siehe Höcke

    @shader

    Ich würde mal sagen, da liegt ein Logikfehler vor. Nicht jeder Wirtschaftsliberale oder Nationalkonservative ist auch ein Anhänger der AfD.

    Wo liegt der Logikfehler? Ich habe lediglich zwei der Strömungen innerhalb der Partei Adolf-für-Doofe (*) aufgezählt. Für den Rest, siehe meine Beispiele oben.

    (*) https://www.rollingstone.de/bela-b-arzte-afd-1632965/

  27. #29 shader
    4. März 2019

    @RPGNo1: “Wo liegt der Logikfehler? Ich habe lediglich zwei der Strömungen innerhalb der Partei Adolf-für-Doofe (*) aufgezählt.”

    Du hast versucht zu suggerieren, dass Jan Fleischhauer mit seinen Kolumnen zu einem dieser AfD-Flügel gehört.

  28. #30 RPGNo1
    5. März 2019

    @shader
    Nein. Denn jetzt du betreibst Cherrypicking. Rechne auch den Kommentar #11 hinzu, dann hast du das Gesamtbild.

    Ich erinnere an die Geschehnisse in Chemnitz im letzten Jahr und an die Causa Maaßen. Die offensichtlich rechtsradikalen Ausschreitungen hat Fleischhauer kleinzureden versucht. Und bis zuletzt hat er Maaßen verteidigt und ihn als Bauernopfer der bösen Bundespolitik deklariert.

    Fleischhauer mag sich selbst immer noch einreden, dass er ein aufrechter Konservativer ist. Aber der Abgrund des Rechtpopulismus hat sich schon seit einiger Zeit vor ihm aufgetan, und er schreitet immer weiter darauf zu.

  29. #31 RPGNo1
    5. März 2019

    @wetterwachs

    Offtopic

    Ich habe hier etwas, dass dir hoffentlich gefallen dürfte. Mir tut es das jedenfalls.

    https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/duesseldorfer-mottowagen-zeigt-hoecke-als-goebbels-baby_aid-37150707

  30. #32 Wetterwachs
    5. März 2019

    @RPGNo1
    #31
    Danke!

  31. #33 Dr. Webbaer
    7. März 2019

    @ Kommentatorenfreundin ‘Wetterwachs’ (die Hexe von Terry Pratchett ist gemeint, woll?) :

    Ich habe Probleme damit, Wirtschaftsliberale / Nationalkonservative grundsätzlich alle als Nazis oder AfD-affin über einen Kamm zu scheren. Die Tendenz dahin kann ich nicht abstreite – weil Wirtschaftsliberale, ich bezeichne sie lieber als Neoliberale – sind mMn Feinde einer Demokratie, in der Gleichheit herrscht und Menschen nicht nur nach Leistung beurteilt werden.

    Sog. Neoliberale, womöglich ist diese Einführung der bekannten Online-Enzyklopädie von Interesse, Dr. W zitiert gerne wie folgt :

    Vornehmlich in seiner ordoliberalen Ausprägung gilt der deutsche Neoliberalismus der 1930er und 1940er Jahre als eine wesentliche theoretische Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft, die allerdings mit größerem Pragmatismus insbesondere hinsichtlich der Konjunktur- und Sozialpolitik eigene Akzente setzte. [Quelle : eben die Wikipedia.de]

    …sind dezidiert um das Soziale bemüht, sie setzen sich so ab von sozusagen klassischen Liberalen, die dem sog. Laissez-Faire im Wirtschaftlichen nahestehen.


    ‘Gleichheit’, Ergebnisgleichheit ist in der liberalen Demokratie, das Fachwort an dieser Stelle, auch hier mögen Sie bedarfsweise ein wenig recherchieren, nicht vorgesehen, und ‘Menschen werden’ auch aus liberaler Sicht (mit oder ohne Attribut) keineswegs ‘nur nach Leistung beurteilt’.

    Wobei Dr. W, ein kleines Späßchen am Rande, schon kommentarische Leistung ein wenig für die Findung seiner kleinen persönlichen Einschätzungen berücksichtigt.

    MFG
    Dr. Webbaer (der notiert, dass der Karneval, die fleischliche Zeit sozusagen, zu Ende ist, nicht sonderlich, abär schon ein wenig kulturpessimistisch wird, auch in Anbetracht bestimmter Kenntnislagen in der BRD (anzunehmernderweise))