Widerspenstige Kinder waren den Erwachsenen schon immer ein Dorn im Auge. Vor allem, wenn die Kinder auch noch das Verhalten der Erwachsenen kritisieren, wie gerade bei den Klimademos. Schließlich war es schon immer so, dass die Erwachsenen den Kindern sagen, was richtig und falsch ist. Nicht umgekehrt. Wo kommen wir da hin. Als nächstes demonstrieren die noch gegen Rüstungsexporte in Krisenländer oder Niedriglöhne. Ohne zu wissen, wie es in der Welt zugeht: “Von Kindern und Jugendlichen kann man nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen“, so Christian Lindner von der FDP. Solche Sachen sind nichts für Kinder: “Das ist eine Sache für Profis”.

Ein Profi hat sich in den letzten Wochen auf verschiedenen Kanälen dazu zu Wort gemeldet. Erinnern Sie sich noch an Ulrich Kutschera? Den Ringelwurmfachmann, der erst tapfer gegen den Kreationismus zu Felde zog, sich dann im Genderdiskurs verlaufen hat, seitdem Interviews beim rechtsklerikalen „kathnet“ gibt und sich ins Kuratorium der AfD-nahen Desiderius Erasmus-Stiftung berufen ließ? Genau der. Jetzt ist er auch in Sachen Klimawandel unterwegs.

Für die AfD ist die Debatte über die anthropogenen Aspekte des Klimawandels bekanntlich pure Hysterie. Ihre Profis, z.B. Frau v. Storch, haben das mehrfach ausführlich erklärt: Das Klima wandelt sich seit eh und je, früher war es auch schon öfter warm und schuld an allem ist die Sonne. Oder der Islam. Ganz so faktenresistent zeigt sich Kutschera bei dem Thema noch nicht. Schließlich ist er, nach eigener Aussage, selbst Klimaexperte:

„Ich gehöre zu jenen Fachwissenschaftlern, die einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der anthropogenen CO2-Emission und der Klimaerwärmung vermuten, basierend auf meinen diesbezüglichen Forschungsarbeiten“

Aber dann kommt sein großes Aber. Mit seiner neuen Freundin v. Storch will er es sich ja nicht gleich wieder verderben. Schon beim Waldsterben, so Kutschera, sei alles nicht so schlimm gewesen:

„In analoger Weise halte ich die Vorhersagen gewisser „Klimaforscher“ für problematisch, da all diese Berechnungen mit enormen Fehlern behaftet sind und auf spekulativen Annahmen beruhen.“

Man beachte die von Kutschera gesetzten Anführungszeichen für die Klimaforscher. Keine Profis offensichtlich. 100 Ringelwurmprofessoren werden demnächst dazu ein 2-seitiges Papier vorlegen, das die Klimaforschung widerlegt. Und viel machen kann man in Deutschland sowieso nicht:

„Da Deutschland aber global für max. 2 % der CO2-Emission verantwortlich ist, wäre eine Reduktion um 50 % ohne jegliche weltweite Wirkung.“

Ein bestechendes Argument. Lasst uns die Welt hinreichend kleinteilig parzellieren, dann muss keiner was tun. Nach dieser Logik sollte jeder AfD-Wähler bei der nächsten Wahl zuhause bleiben. Seine Stimme hat ganz sicher keine bundesweite Wirkung. Für „Klima-Hysterie“ besteht nach Kutschera außerdem auch gar kein Anlass, weil das CO2 ins Holz geht:

„Da, wie im Fachbuch dargelegt (1), Pflanzen das “Treibhausgas CO2” als Lebensgrundlage benötigen und derzeit einen erheblichen Teil dieser vom Menschen erzeugten Emissionen in Form von Holz deponieren (d. h. entsorgen), ist die hysterische Massenpanik, die jetzt auch auf Schüler übergreift, besorgniserregend.“

Treibhausgas wieder in Anführungszeichen, ist ja eigentlich Pflanzenfutter. Aber die Leute verstehen das nicht. Für Kutschera gilt die Lindnersche Profis-statt-Kinder-Philosophie für die Gesamtbevölkerung: Die meisten Leute verfügen nicht „über ausreichende physikalisch-chemische Grundkenntnisse“, um da mitzureden. Wie gesagt, lasst das mal die „Profis“ machen. Demokratie ist nichts für normale Menschen. Es scheint, der Weg Kutscheras ins intellektuelle Abseits ist noch nicht zuende.

Wer einer guten Debatte rund um „Argumente“ wie die Kutscheras folgen will, dem seien die letzten Beiträge von Stefan Rahmstorf nebenan bei den scilogs samt seinen Antworten auf die Kommentare dort empfohlen. So ganz falsch ist das mit den Profis ja nicht.

Kommentare (26)

  1. #1 JW
    23. März 2019

    Ist zwar Jahre her, dass ich im Thema war, aber ich erinnere mich, dass der CO2-Effekt auf das Wachstum unter Freilandbedingungen doch eher einer Sättigungskurve folgt.
    Soll heißen, irgendwann erhöht ein steigender CO2-Gehalt nicht mehr das Pflanzenwachstum. Und exorbitant hoch war diese Konzentration nicht.

  2. #2 RPGNo1
    23. März 2019

    Ich habe den Artikel auf kath.net gelesen und werde nicht ganz schlau.

    Da ist einerseits Kutscheras unsinnige und falsches Gerede über das Klima, welches glatt aus einem AfD-(und somit EIKE-)Strategiepapier stammen könnte. Der Biologe dünkt sich klüger als die Klimaforscher, z.B. Rahmstorf, und wird ihnen Klimahysterie vor.

    Andererseits hat Kutschera auch durchaus ein paar kluge Gedanken, die ich unterstützen kann. Er möchte Spitzenwissenschaftler nach Deutschland zurückholen (mit einer Einschränkung: Warum nur Biologen?), konstruktive Lösungen erarbeiten und regt die Jugend an, zu dem Thema zu forschen. Das “Verheizen” der fossilen Energieträger hält er für verantwortunglos. Auch das stimmt.

    Das Interview klingt für mich schräg, in hohem Maße in sich wiedersprüchlich.

  3. #3 shader
    23. März 2019

    Ich warte ja eigentlich nur darauf, dass sich Kutschera zu den wirklich drängenden Fragen äußern wird. Wann werden die ersten Fusionskraftwerke laufen? Ab wann wird es Zeitreisen geben? Wann werden wir das fliegende Spaghettimonster finden? Ein Wissenschaftler mit diesem universellen Sachverstand wird doch die passenden Antworten sicher schon parat haben.

    • #4 Joseph Kuhn
      23. März 2019

      @ shader:

      Im Moment stilisiert er auf einer von Herrn von Storch betriebenen Seite als Opfer einer Klima-Gender-Verschwörung: Die “Klimawandel-Lobby” verweigere die Diskussion mit ihm. Wobei ich nicht verstehe, warum ihn das stört. Er kann doch mit den echten “Profis” in der AfD diskutieren, z.B. mit Frau v. Storch.

  4. #5 RPGNo1
    23. März 2019

    Warum sollten die Klimaforscher auch mit dem Klimalaien Kutschera diskutieren? Dann könnten Kreationisten ebenso eine Diskussion mit dem Evolutionsbiologen Kutschera fordern.

  5. #6 Holger Gronwaldt
    24. März 2019

    @shader,

    Wann werden die ersten Fusionskraftwerke laufen? Ab wann wird es Zeitreisen geben? Wann werden wir das fliegende Spaghettimonster finden?

    Man braucht keinen Kutschera um eine Antwort zu geben, auch ich als Laie traue mir das zu:
    NIE!

    • #7 Joseph Kuhn
      24. März 2019

      @ Holger Gronwaldt:

      “Ab wann wird es Zeitreisen geben?”

      Wir sind alle auf der gleichen Zeitreise in die Zukunft. Nur die AfD reist auf ihre Art und Weise in die Vergangenheit. 😉

  6. #8 Holger Gronwaldt
    24. März 2019

    @Josef Kuhn,

    einer von Herrn von Storch betriebenen Seite

    Wobei wichtig wäre zu erwähnen, dass es sich dabei um den rechtslastigen Familienausleger Sven von Storch handelt und nicht um den ungleich bekannteren Klimaforscher Hans von Storch, der trotz seiner klima-“skeptischen” Position noch zu den halbwegs seriösen Forschern gehört.

  7. #9 rolak
    24. März 2019

    NIE!

    Da hamse sich aber ziemlich vergallopiert, Herr Holger: Fusionskraftwerke laufen bereits Abermilliarden (ok, auf der Erde nicht, aber jeder Stern – und die Frage war allgemein); das mit den Zeitreisen hat Joseph bereits geklärt, vorwärts können wir alle, sogar in verschiedenen Geschwindigkeiten (ja nach Höhenlage) und bzgl wertender Ziele sogar rückwärts gewandt; selbst bei Ihrer Nudligkeit bestehen noch Aussichten – vor kurzem bekam ich von einer SchwippEnkelin bereits diverse Tentakel an den Kopf geworfen, zwar ohne Klops, aber mit Sauce und ja, das gab monströse Flecken.

  8. #10 RPGNo1
    24. März 2019

    @Holger Gronwaldt
    Ich würde Hans von Storch nicht als klima”skeptisch” ansehen. Es geht ihm wohl eher darum, dass er die öffentliche Wissenvermittlung um den Klimawandel als zu alarmistisch ansieht und dass er eine zu enge Vermengung von Wissenschaft und Politik in dieser Frage beklagt. Er widerspricht in diesem Fall der Mehrheitsmeinung seiner Kollegen.

    Übrigens: Von seiner angeheirateten Nichte, seinem den rechten Netzwerken nahestehenden Neffen und der AfD im allgemeinen (siehe auch hier http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2019/03/22/aus-deutschen-parlamenten/) und deren Klimawandelleugnung im speziellen hält Hans von Storch gar nichts.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/afd-onkel-von-beatrix-von-storch-kritisiert-klimaprogramm-a-1086816.html

  9. #11 libertador
    24. März 2019

    Das Interview ist ein schönes Beispiel dafür, dass man ohne grob Falsches zu sagen einen falschen Eindruck erzeugen kann. Zum Beispiel:

    > “Der Wasserdampf ist das wichtigste Treibhausgas, und über Wolkenbildung von besonderer Bedeutung. Das Grundnahrungsmittel der Pflanzen (CO2) trägt vermutlich zum „Treibhaus-Effekt“, d. h. der Erderwärmung, zu einem gewissen Prozentsatz bei und sollte daher im Zusammenhang mit dem Klimawandel angesprochen werden.”

    Wasserdampf hat einen sehr starken Effekt. Nur hängt dieser wesentlich von der Temperatur der Atmosphäre ab, sodass Wasserdampf der wichtigste Feedback-Mechanismus für die Wirkung von CO2 ist. Das “vermutlich” lässt die Aussage etwas schwach aussehen. Der gewisse Prozentsatz ist ungefähr der gesamte Temperaturanstieg (inklusive anderer Treibhausgase und Aerosole).

    > “Die dort zusammengetragenen Fakten zum C-Kreislauf in der Biosphäre basieren auf den neuesten Messwerten und belegen, dass derzeit nahezu 1/3 des vom Menschen zusätzlich in die Atmosphäre gebrachten Kohlendioxids von den Landpflanzen absorbiert und in Biomasse umgewandelt wird. Pflanzen sind somit, wie oben erwähnt, unsere „Treibhausgas-Entsorger“. […] Wer diese quantitativen Zusammenhänge im Detail kennt, wird nicht in eine Klimawandel-Hysterie verfallen, wie wir sie derzeit beobachten.”

    Diese Zahlen zur Aufnahme von CO2 durch die Biosphäre sind ein altbekanntes Faktum. Nur ungefähr die Hälfte der menschlichen Emissionen verbleiben in der Atmosphäre. Aufforstung ist jetzt auch nicht gerade etwas neues und spielt in den Szenarien des IPCC eine Rolle.
    Laut der von Kutschera zitierten Arbeit (6) müsste um kosteneffektiv das 2°-Ziel zu erreichen, die Gesamtemissionen bis 2050 auf ca. 10 Pg zurückgehen von derzeit ca. 40 Pg. Außerdem ein kleines Zitat aus dem Artikel:
    > “We allow no reduction in existing cropland area, but we assume grazing lands in forested ecoregions can be reforested, consistent with agricultural intensification and diet change scenarios” (p. 11646)
    Da hat Kutschera wohl vergessen zu erwähnen, dass Reduzierung des Rindfleischkonsums Teil dieser Vermeidung sein kann. Daneben sehe ich nicht wie die Gesamtheit der Maßnahmen ohne große politische Anstrengung möglich sein solle. Der größte Beitrag ist Erhalt von Wäldern. Das ist politisch in Brasilien und Indonesien herausfordernd und erfordert internationale Zusammenarbeit.

  10. #12 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2017/06/15/comic-collab-69-wald/
    24. März 2019

    Da, wie im Fachbuch dargelegt (1), Pflanzen das “Treibhausgas CO2” als Lebensgrundlage benötigen und derzeit einen erheblichen Teil dieser vom Menschen erzeugten Emissionen in Form von Holz deponieren (d. h. entsorgen), ist die hysterische Massenpanik, die jetzt auch auf Schüler übergreift, besorgniserregend.

    Das Holz wird ja nun entweder direkt verbrannt und setzt das CO2 wieder frei, oder geht den Umweg Papier/Möbel/sonstiges und ersetzt andere Holzprodukte, die stattdessen verbrannt werden.

    Es ist ja nicht so, dass wir in großem Maßstab Holz tief unter der Erde verbuddeln um neue Kohle- oder Erdölvorräte für in paar Millionen Jahren anzulegen.

    Oder man erntet das Holz nicht, dann verrotet es, und setzt so wieder die Menge CO2 frei, die es zuvor aufgenommen hat. Einmalig mag es durch eine Verdichtung der Vegetation zu positiven Effekten kommen, aber ich schätze wir befinden uns noch in einer Phase schrumpfender Weltwaldfläche und diese wird auch noch längere Zeit andauern.

  11. #13 Joseph Kuhn
    24. März 2019

    @ user unknown:

    Fast möchte man sagen, mit dem Argument war Kutschera auf dem Holzweg. Aber es passt immerhin dazu, beim Thema CO2 nicht langfristig zu denken. Eigentlich seltsam für einen Evolutionsbiologen.

  12. #14 shader
    25. März 2019

    Da es von Kutschera zur AfD und zu EIKE nicht mehr weit ist, lustig auch mit anzusehen, wie man dort versucht, inhaltlich die Fragen und Antworten des Hilse(AfD)-Klima-Quiz zu verteidigen. Die EIKE-Redaktion(!) hält tatsächlich an der These fest, dass unser Anstieg des CO2-Anteils in der Atmosphäre etwas mit Vulkanismus zu tun hat (und nicht mit uns Menschen).

    https://www.eike-klima-energie.eu/2019/03/24/pik-forscher-rahmstorf-diskutiert-ueber-klimafragen-mit-afd-mdb-hilse-was-ist-richtig-was-ist-falsch/

    Dabei fällt mir ein……wäre das nicht eine prima These für unsere 100+x Lungenärzte? Die hohe NOx-Konzentration in den Städten habe nichts mit den Dieselfahrzeugen zu tun, sondern kommt durch innerstädtischen Vulkanismus zustande, von den sogenannten schwarzen Rauchern, die unsere Luft mit Unterweltgasen belasten (aber uns natürlich nicht schädigen). 🙂

  13. #15 rolak
    25. März 2019

    innerstädtisch.., von den sogenannten schwarzen Rauchern

    Nanana, shader, jetzt bitte nicht auch noch unmotivierte Rassismen auspacken – die Weißen quarzen hier auch ganz schön dolle.

  14. #16 RPGNo1
    25. März 2019

    Ian Plimer: australischer Geologe, Bergwerksunternehmer und Klimawandelleugner

    Horst-Joachim Lüdecke: Physiker für Strömungsmechanik, Pressesprecher des Europäischen Instituts für Klima und Energie

    Und die Klimawandelleugner, die sich unter der Erwiderung der EIKE-“Fachleute” gegenseitig vor Begeisterung auf die Schultern klopfen, wie Rahmstorf angeblich in die Pfanne gehauen wurde, sind einfach nur zum Schießen.

  15. #17 shader
    28. März 2019

    Ja, man darf auch die AfD zum Klimawandel veralbern:

    http://www.youtube.com/watch?v=i3nPHti8Yzw

    [Link editiert, JK]

  16. #18 DasKleineTeilchen
    terra
    28. März 2019

    und derzeit einen erheblichen Teil dieser vom Menschen erzeugten Emissionen in Form von Holz deponieren (d. h. entsorgen)

    wow. das ist ja schon unter taschenspielertrick-niveau. beeindruckend.

  17. #19 Wizzy
    29. März 2019

    Ich finde die Position von Eike hat etwas quantenmechanisches: Sie ist nie genau festgelegt und sie vereint sich widersprechende Zustände.

    Viele Eike-Leute behaupten ja, CO2 hätte keine Treibhauswirkung bzw. Treibhausgase gäbe es nicht. Und CO2 wäre rein positiv als Dünger und es folge allein natürlichen, ungefährlichen Variationen. Warum widersprechen sie dann so vehement und faktenfern, wenn es darum geht dass auch nur ein Teil des CO2s aus menschlichen Emissionen kommt? Aus ihrer Sicht wäre das dann doch ein ziemlich unwichtiges Thema – entweder egal oder zu begrüßen, wenn Menschen dazu beitrügen.

    Außerdem behaupten manche Eike-Mitglieder, es gäbe keine besondere Erwärmung zur Zeit, andere behaupten, diese wäre natürlich und dritte, die Erwärmung wäre stark aber nicht gefährlich. Manche behaupten, die globalen CO2-Messungen wären fehlerhaft und CO2 würde gar nicht zunehmen, andere die Zunahme wäre eindeutig, sei aber rein positiv zu sehen. Es gibt noch viele weitere, sich widersprechende Varianten. Unter Wissenschaftlern würde bei solch einem Thesenwirrwarr eine Diskussion untereinander ausbrechen (was auf jeder wissenschaftlichen Konferenz auch der Fall ist, über gewisse Fragen die über den Konsens des AGW hinausgehen), aber die Eike-Leute vereinen sich allein gegen die etablierte Wissenschaft, wobei sie ihre in objektiven Standpunkten gemessen erstaunlich großen Differenzen untereinander erstaunlich weitgehend ignorieren.

    Mir sieht es überhaupt nicht danach aus, dass sie nach Erkenntnis streben, wenn sie derart unterschiedliche Positionen untereinander derart geringfügig thematisieren, ja dies sie meist nicht in geringster Weise stört und sie kaum jemals versuchen in ihrem Blumenstrauß-Thesen-Lager beinahe jeglicher Färbung irgendetwas zu klären.

  18. #20 Beobachter
    21. August 2019

    “Neues” von Ulrich Kutschera –
    zur Tat am Frankfurter Bahnhof

    Ein Kommentar in der FR:

    https://www.fr.de/meinung/ulrich-kutschera-frankfurter-hauptbahnhof-instrumentalisiert-12932424.html

    “Wie Uni-Professor Kutschera die Tat am Frankfurter Hauptbahnhof instrumentalisiert

    Professor Ulrich Kutschera schreibt zur Tat am Frankfurter Hauptbahnhof. Doch was er eigentlich macht, ist, seine Ideologie unters rechte Volk zu jubeln. Ein Kommentar.
    … “

  19. #21 Kai V
    Frankreich
    20. September 2019

    Hallo,

    warum sollte sich Kutschera “dann im Genderdiskurs verlaufen” haben?
    So wie ich Gelschechterforschung sehe gibt es diese doch, weil Frauen in der Forschung benachteiligt sind. Hierzu die Standpunkt-Theorie, die auch Donna Haraway vertritt. Oder die FES mit „Das Märchen von der Gender-Verschwörung“

    https://www.fes.de/forum-politik-und-gesellschaft/artikelseite-news-slider/publikation-warum-das-mit-der-gender-verschwoerung-ein-maerchen-ist/

    Hieraus:
    „Geschlechterforschung betreibt Wissenschaftskritik, weil der Blick der Wissenschaften von einer männlichen und weißen Perspektive ausgeht und damit zumeist blind bleibt für Geschlecht und andere Perspektiven.“ (Seite 34)

    Finde ich interessant. Nur müsste es doch dann eine Studie geben, die eine männliche und weisse Perspektive auf Wissenschaft definiert hat, und in X Publikationen von Männern diese nachgewiesen hat. Ich suche seit Jahren danach, finde aber nix. Muss man halt glauben weil es so ist…

    Wo sind all diese Geschlechter, die es ja geben soll, definiert, wo gibt es Untersuchungen zu diesen? Wo gibt es etwas über anerzogene und angeborene Verhaltensweisen bei den Geschlechtern? etc. pp.

    Man muss Kutschera ja nicht in allem Recht geben, doch sollte man zumindest mal prüfen was er da sagt. Sonst treibt man noch mehr Menschen zu den Klimakritikern. Einfach schreiben, der ist eh Bäh, reicht da leider nicht.

  20. #22 Joseph Kuhn
    20. September 2019

    @ Kai V:

    “Man muss Kutschera ja nicht in allem Recht geben, doch sollte man zumindest mal prüfen was er da sagt”

    Das ist zur Genüge geschehen, das Internet ist voll von Kommentaren zu Kutscheras Genderideologie, auch hier im Blog war sie wiederholt Thema. Für eine neue Runde mit dem gleichen Ausgang gibt es keinen Anlass. Schon gar nicht, wenn es um Kutscheras Position zum Klimawandel geht.

    “Sonst treibt man noch mehr Menschen zu den Klimakritikern.”

    Interessante These. Ich dachte, sonst treibt man noch mehr Menschen in die Ringelwurmforschung.

    “Einfach schreiben, der ist eh Bäh, reicht da leider nicht.”

    Bäh. Reicht völlig.

  21. #23 gnaddrig
    20. September 2019

    Finde ich interessant. Nur müsste es doch dann eine Studie geben, die eine männliche und weisse Perspektive auf Wissenschaft definiert hat, und in X Publikationen von Männern diese nachgewiesen hat. Ich suche seit Jahren danach, finde aber nix. Muss man halt glauben weil es so ist…

    Wieso glauben Sie, diese männliche, weiße Perspektive müsse irgendwo am Reißbrett entworfen und schriftlich ausformuliert sein? Das ist eben die traditionelle Perspektive, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat.

    # Bis vor wenigen Jahrzehnten gab es so gut wie keine Frauen in der Wissenschaft, oft durften sie nicht einmal die Schule besuchen.
    # Bis vor wenigen Jahrzehnten fand die allermeiste wissenschaftliche Tätigkeit in Europa bzw. in Institutionen statt, zu denen Nichtweiße in der Regel keinen Zutritt hatten.
    # Bis heute ist vieles auf Weiße bzw. westliche Kultur (Benennungen wie “Hautfarbe” bei Kosmetika, die Ausleuchtung von Computerspielen wie Sims, wo Schwarze bisweilen als dunkle Flecken dastehen, deren Gesichtszüge kaum zu erkennen sind, anders als bei weißhäutigen Figuren, Kleidungsnormen zumindest in der internationalen Geschäftswelt) und auf Männer zugeschnitten (Auto-, Zug- und Flugzeugsitze, Diagnosekriterien und Behandlungsrichtlinien für viele Erkrankungen, Regelungen im Arbeitsleben).
    # Bis vor wenigen Jahrzehnten durften Frauen praktisch nirgendwo wählen und waren oft nicht geschäftsfähig.
    # Sklaverei (die fast ausschließlich Schwarze betraf) ist noch nicht so lange abgeschafft, und Rassentrennung hat es in manchen großen Ländern noch viel länger gegeben usw.

    Diese gewachsenen, sehr einseitig auf Männer und Weiße ausgerichteten Verhältnisse sind zu recht Gegenstand wissenschaftlicher Forschung, und die Forderung nach anderen Perspektiven und nach Berücksichtigung anderer als männlicher und weißer Bedürfnisse ist da mehr als gerechtfertigt.

  22. #24 Kai V
    Frankreich
    23. September 2019

    @Gnaddrig
    “Wieso glauben Sie, diese männliche, weiße Perspektive müsse irgendwo am Reißbrett entworfen und schriftlich ausformuliert sein? Das ist eben die traditionelle Perspektive, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat.”

    Sehr interessant, womit es dann eine männliche Perspektive gibt, die alles am Reissbrett und so, und eine weibliche, die alles wie macht? Und wenn man das nicht muss, warum muss man das dann beim Klimawandel, denn da ist die Argumentation wie Sie diese gerade hier führen, genau die Gleiche, oder wie es der nette Herr @Joseph Kuhn schreibt, Bäh! Das reicht da völlig aus um Klimawandel abzulehnen.

    Es gab seit tausenden von Jahren irgendwelche Klimawechsel, ist so!!!
    Es gab seit tausenden von Jahren Männer die alles definiert haben!!!

    Ja, BÄH!

  23. #25 Kai Vogelpohl
    Frankreich
    23. September 2019

    Genau, weil man das einmal diskutiert hat (diese Diskussion ist mir leider entgangen) reicht das. Wobei das Gelaber, und sorry, nach Ihren Ausführungen denke ich, nur so kann man das dann nennen, genau das Gleiche ist.

    Ich bin auf diesen Blog aufmerksam geworden, weil ich Argumente gegen Klimaleugner suche. Doch im Prinzip sehe ich die gleichen Vorgehensweisen wie bei den Klimaleugnern. Z. B. ein Auszug aus dem von Ihnen verlinkten Beitrag:
    “Dass Frauen beispielsweise für gleiche Arbeit weniger verdienen – aus welchen ökonomischen Gründen auch immer – ist nicht biologisch determiniert, sondern gesellschaftlich.”

    Ist das so? GLEICHE ARBEIT? Aus welcher Statistik entnehmen Sie das? Daraus das unser statistisches Bundesamt alle Frauen mit allen Männern vergleicht und sagt, Differenz 25 (oder what ever)% verdienen Frauen weniger SKANDAL! Oder bei gleicher Tätigkeit, wobei hier Überstunden, Mehrarbeit etc. nicht berücksichtigt wird es dann noch 8% sind? Aber ist halt so, so wie es ja früher schon Klimawechsel gab!!!ELF!!! Und warum ist das ein Skandal? Wo Frauen doch 80% der Konsumausgaben machen? Und, wo Frauen anscheinend wesentlich weniger Stress haben, wo sie doch eine höhere Lebenserwartung haben? Zumindest könnte es ja so sein… Aber nein, Frauen verdienen weniger und früher war es auch mal kalt…

    Ich habe hier Argumente gegen Klimaleugner gesucht, doch leider sehe ich genau das Gleiche wie bei Klimaleugnern. Sie haben Recht, die endlosen Diskussionen mit immer dem gleichen Ausgang mag ich auch nicht, weshalb ich Sie jetzt hier in Ihrem Blog wieder allein lasse mit dem schönen Bild, in dem häusliche Gewalt männlich ist und gegen Frauen und Kinder nicht in die Tüte kommt, auch wenn hunderte Studien etwas anderes sagen. In einer Welt, in der Kinder, wenn sie männlich sind, einfach keinen Bock auf Schule haben und wissen, dass sie es später eh auf die Chefposten schaffen, wo also autoritäte Pädagogik super ist. Wo Journalisten, anstatt mal zu prüfen, lieber einfach mal Bäh schreiben, wenn z. B. ein Martenstein etwas gegen Genderstudies schreibt. Und wo alle wie ich einfach frauenfeindliche Deppen sind, die ihre Privilegien nicht verlieren wollen (welche? Meine Kinder nicht zu sehen und dafür auch noch Unterhalt zu zahlen? Das öfter im Parlament vertreten zu sein, wenn es nach dem Penis geht, was ja nun ein „Skandal“ ist, aber nicht ein Verband von Trennungsvätern im Frauenministerium Gehör findet?)

    Ja, Bäh! Sie haben Recht, ein BÄH reicht da vollkommen aus! Und nein, nicht an all dem sind die Gender Studies oder der Feminismus schuld, doch wenn man alle Probleme aus einer ‚wir sind benachteiligt‘ Sicht betrachtet und sich gegen Kritik abschottet (also das Bäh), dann kommt es auch gesellschaftlich zu solchen Auswüchsen.

    Und kurz zu Ihrer Ringelpupforschung, ich diskutiere mit Klimaleugnern, die meisten sind auch Antifeministen, wie z. B. Naomi Seibt, die gerade ihre Videos Online stellt und in der Szene als neuer Brainstar gefeiert wird. Doch deren Argumente, egal ob gegen Klimawandel oder Feminismus mag ich nicht. Doch durch Ihr BÄH zeigen sie Ihnen doch, bei Wissenschaft reicht BÄH vollkommen aus. Warum also sich überhaupt die Mühe zu machen und zumindest mit den Zweiflern diskutieren… Denn gerade im Bereich Geschlechter gibt es nicht Klimaleugner und -skeptiker, sondern oftmals einen sehr grossen Bereich dazwischen. Doch ja, Bäh reicht vollkommen!

  24. #26 Joseph Kuhn
    23. September 2019

    @ Kai Vogelpohl:

    “Ich habe hier Argumente gegen Klimaleugner gesucht”

    Siehe den Link zum Beitrag Rahmsdorf am Ende des Blogbeitrags oben.

    Ansonsten tut es mir leid, wenn ich Ihre zarte Männerseele verletzt haben sollte und womöglich auch noch Ihrem Maskulinistenhalbgott Kutschera zu nahe getreten bin.

    Was Sie mir in Ihrem blindwütigen Rant alles unterschieben, z.B. hier würde das Bild gepflegt, häusliche Gewalt sei (nur) männlich, autoritäre Pädagogik super usw., lasse ich einmal unkommentiert. Das entspringt erstens Ihrer Phantasie und ist zweitens hier nicht Thema gewesen.

    “Warum also sich überhaupt die Mühe zu machen und zumindest mit den Zweiflern diskutieren”

    Das tut Rahmsdorf doch, mit großer Geduld und sehr sachlich. Ich kann das nicht, ich bin kein Klimaforscher und kann nur feststellen, dass Kutschera bei dem Thema auf Nähe zur AfD-Linie bedacht ist. Das habe ich belegt. Wenn Ihnen das – bezogen auf die Debatte um den Klimawandel selbst – zu wenig ist, kann ich das gut verstehen und nur noch einmal auf den Blog von Rahmdorf verweisen.