Die Leopoldina hat heute ihre Stellungnahme zu den Luftschadstoffen vorgelegt, die die Bundesregierung Ende Januar bei ihr in Auftrag gegeben hat.

Die Leopoldina empfiehlt etwas mehr Gelassenheit bei den Stickoxiden, dafür die Prüfung einer Verschärfung des Grenzwerts für Feinstaub, eine „bundesweite, ressortübergreifende Strategie zur Luftreinhaltung“ und, weil es auch um die Emission von Treibhausgasen geht, „die rasche Entwicklung eines Konzepts für eine nachhaltige Verkehrswende.“

Verkehrsminister Scheuer sagt dazu … erst mal gar nichts. Er hatte um die Ohrfeigen gebettelt, nun hat er sie. Ob Herr Köhler und die hundert Lungenärzte jetzt auch der Leopoldina vorwerfen, sie hätte Daten “extrem einseitig” interpretiert und zwar “immer” an erwünschten Ergebnissen ausgerichtet?

Die Leopoldina hat außerdem angekündigt, am Ball bleiben zu wollen: „Die Leopoldina wird zur Vorbereitung und Begleitung der vorgeschlagenen Maßnahmen entsprechende Arbeitsgruppen einrichten.“ Da wird vielleicht mancher in der Bundesregierung an Goethes Zauberlehrling denken: „Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“

Kommentare (40)

  1. #1 Holger
    9. April 2019

    wichtig wohl der Hinweis, das zwar auch beim Elektroauto Feinstaub entsteht (Bremse und Gummiabrieb) der aber geringer ist durch Energierückgewinnung beim Bremsen wodurch eben weniger Staub entsteht, aber staubfrei wirds wohl nie werden.

  2. #2 roel
    9. April 2019

    @Joseph Kuhn

    “Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer fordert angesichts der Stellungnahme der Leopoldina eine Debatte über Schadstoff-Grenzwerte. „Wir müssen über die Sinnhaftigkeit von Grenzwerten sprechen“, sagte Scheuer am Dienstag in Berlin. „Das Gutachten ist eine Steilvorlage für eine erneute Diskussion.“ Keine deutsche Stadt liege über dem Feinstaub-Grenzwert. „Grenzwerte dürfen nicht politisch-ideologisch festgesetzt sein. Sie müssen erreichbar sein. Wir müssen Fahrverbote vermeiden, zum Beispiel durch Förderprogramme für gute Luft.“”

    Letzter Absatz aus https://www.bayernkurier.de/inland/37394-diesel-fahrverbote-bringen-nichts/

    • #3 Joseph Kuhn
      9. April 2019

      @ roel:

      Danke für den Link. Ich hatte ja gehofft, er würde vielleicht sogar darüber nachdenken, was er sich da eingehandelt hat, aber die Sache zerreden, ist politisch natürlich die einfachere Lösung. Das Gutachten ist also “eine Steilvorlage für eine erneute Diskussion”: Herr Köhler, Sie sind dran!

  3. #4 uwe hauptschueler
    9. April 2019

    Man könnte die Sache auch pragmatisch angehen. Bevor es bei der Feinstaubkonzentration zu Überschreitungen kommt, einmal mit dem Sprengwagen durch die Straße fahren.
    Ob es was bringt? Versuch macht klug.

  4. #5 gnaddrig
    9. April 2019

    „Das Gutachten ist eine Steilvorlage für eine erneute Diskussion.“

    Das klingt fast, als halte er eine Diskussion für schlecht. Vermutlich hatte er gehofft, mit einer Pofalla-Nummer durchzukommen…

  5. #6 Solarius
    10. April 2019

    Eigentlich gibt die Stellungnahme von Leopoldina Herrn Scheuer und den Lungenärzten doch recht?

    Zum Stickstoffdioxid zitiere ich von Seite 35:

    “Bei Stickstoffdioxid ist zum Beispiel zu fragen, ob innerstädtische Fahrverbote verhältnismäßig sind, wenn dadurch bloß geringfügige Verbesserungen der Luftqualität erzielt werden können.”

    Viel gefährlicher als Stickstoffdioxid sind laut dieser Stellungnahme die Feinstäube. Die entstehen aber nicht durch den Diesel, sondern durch Reifenabrieb und Bremsen.

    Meiner Meinung nach sollten wir die Diesel behalten! Weil sie weniger CO2 ausstoßen, als Benziner. Auch Elektroautos sind nicht wirklich viel besser. Nach wie vor produzieren wir zu wenig Ökostrom, um den Bedarf zu decken. Noch nie in der Geschichte der Energiewende konnte der Ökostrom den Bedarf decken. Das heißt, der Ökostrom wird bereits verbraucht. Wenn man nun zusätzlichen Strom für die Elektroautos braucht, dann muß dieser zusätzliche Strom auch zusätzlich produziert werden. Und das geschieht in Deutschland mit Braunkohlekraftwerken.

    Es gilt also immer noch das Argument, das Elektroautos mit Braunkohlestrom fahren. Sie sind also nicht wirklich klimafreundlicher als Diesel.

    Wenn es also um das Klima und um die Luftreinhaltung geht, dann sollte man sich in erster Linie um die Energiewende kümmern. Man muß die Produktion von CO2-freiem Strom erhöhen. Das wäre wirklich hilfreich.

    Eine zu frühe Einführung der Elektroautos wird am Ende nur die Laufzeit der Braunkohlekraftwerke verlängern.

    • #7 Joseph Kuhn
      10. April 2019

      @ Solarius:

      “Eigentlich gibt die Stellungnahme von Leopoldina Herrn Scheuer und den Lungenärzten doch recht?”

      Ganz sicher nicht. Vielleicht lesen Sie einfach noch mal nach, was Köhler über Stickoxide und Feinstaub behauptet. Dass man kleinräumig Straßen sperren soll, steht nicht in den Studien, die Köhler beiseite wischt.

  6. #8 Uli Schoppe
    10. April 2019

    Ich muss Dir mal Recht geben Solarius. Mir sind auch die komischen Plaketten im Fenster nicht einsichtig. Ich muss immer (ist natürlich anekdotisch) daran denken das ich mit meinem Diesel auf einer Fahrt in die Schweiz so um die 5.5l /100km verbraucht habe. Dafür bekommt mein Diesel eine “4”. Klar ist ein VW, das disqualifiziert ihn. Der neue Firmenwagen mit der höchsten Umweltgüteklasse verbäst das doppelte. Irgendwer hat da einen Schatten und ich bin das nicht.
    Joseph argumentiert aber nicht für hirnlose Fahrverbote. Ich denke er würde mir zustimmen wenn ich mich frage ob das sinnvoll ist das ich nicht mit dem ÖPNV zur Arbeit fahren kann, der Bus braucht auf der Heimfahrt nur 5min länger als ich mit meinem Zweitwagen. Nur Hin geht nicht weil kein Bus fährt. Warum muss ich mit 2 Mitarbeitern in meiner Abteilung ein gentelman agreement treffen (die kein Auto haben) das es OK ist wenn der eine zur Frühschicht immer zu spät kommt und der andere auf Spätschicht früher geht weil die sonst nur die Wahl zu Fuß (HAHAHA) oder Taxi haben?

  7. #9 CM
    10. April 2019

    Nach wie vor produzieren wir zu wenig Ökostrom, um den Bedarf zu decken. Noch nie in der Geschichte der Energiewende konnte der Ökostrom den Bedarf decken.

    Bei der Planung von zukünftiger Mobilität sollten wir als Gesellschaft aber nicht allein auf die Ist-Größe eines Parameters wie der aktuellen Bedarfsabdeckung des Strombedarfs durch erneuerbare Energieen schauen, sondern auf eine Entwicklung und uns fragen, ob man diese beeinflussen kann und bis zu welcher Größenordnung.

    M.a.W. dieses Politik-Spiel der Vereinfachung und des Ableitens von Argumenten aus der Vereinfachung sollten wir uns als Wahlbürger nicht zu eigen machen.

    Im Übrigen beruhen die Grenzwerte für NO2 auch auf der Tatsache, dass NO2 ein Proxy für mehrere potentiell schädliche Gase ist. Ist das in der Leopoldina-Stellungnahme reflektiert? (Sorry, ich kam noch nicht zum Lesen des Gesamttextes, aber soweit ich erkenne wird das vollständig ignoriert!)

    • #10 Joseph Kuhn
      10. April 2019

      @ CM:

      “dass NO2 ein Proxy für mehrere potentiell schädliche Gase ist. Ist das in der Leopoldina-Stellungnahme reflektiert? … soweit ich erkenne wird das vollständig ignoriert!”

      Nein, es wird nicht ignoriert, auf Seite 23 oben wird es explizit angesprochen.

  8. #11 libertador
    10. April 2019

    @ Uli Schoppe
    Die Plaketten haben aber mit dem Verbrauch nichts zu tun, sondern mit dem Ausstoß von unmittelbar schädlichen Stoffen, wie Stickoxiden, Feinstoff und Kohlenmonoxid. Darauf beziehen sich die Abgasnormen und Plaketten. Um diese Emissionen drehen sich die Grenzwerte.

    Dieser Ausstoß hat wenig mit dem Verbrauch zu tun, der direkt zum CO2-Ausstoß führt. Der Verbrauch wird anders reguliert. Nämlich bei der Kraftfahrzeugsteuer, Mineralölsteuer (bei der merkwürdigerweise Diesel günstiger ist trotz höherem Kohlenstoffgehalt pro Liter) und über den Flottenverbrauch der Hersteller.

    Was übergreifend gilt, ist das eine Verabschiedung von fossilen Brennstoffen und alternative Energieerzeugung (Solar-, Wind-, Wasser- und Kernenergie), die auch im Verkehr verwendet wird, zu weniger Luftverschmutzung führt.

  9. #12 Alisier
    10. April 2019

    @ tomtoo
    Paul Stamets…….der Meister 🙂
    Aber im ernst: was er macht ist absolut inspirierend, und er ist einer der Gründe warum die USA den Europäern mykologisch im Moment so weit voraus sind.
    Ich werde ihn zu einer Konferenz im Herbst/Winter einladen: mal sehen, ob er kommt.
    Seine Bücher sind Pflichtlektüre für jeden Pilzfreak.

  10. #13 Alisier
    10. April 2019

    @ JK
    Sorry, Browserproblem: mein letzter Beitrag gehört zu einem ganz anderen thread……

  11. #14 Alisier
    10. April 2019

    Ok, da es nun mal hier steht, und über Energieerzeugung gesprochen wurde:
    Bei Star Trek Discovery gibt es den Astromykologen Paul Stamets, und Pilze sind mit verantwortlich für den Antrieb des Raumschiffs.
    Und wer mit den Schriften vom jetzt und hier lebenden Stamets vertraut ist, ahnt welche Rolle Pilze in Zukunft bei der Energieerzeugung spielen könnten.

  12. #15 Stefan
    10. April 2019

    Ein Thema wird leider immer komplett ausgelassen. Zitat der Stellungnahme:
    “Die Zahl von Holzöfenhat aufgrund staatlicher Förderprogramme in den letzten Jahren stark zugenommen. Holzöfen (Einzelraumfeuerstellen) emittieren im Alltagsbetrieb häufig deutlich mehr Feinstaub als auf dem Typenschild angegeben. Dazu tragen unter anderem minderwertige Brennstoffe, falsches Anfeuern mit starker Rauchentwicklung und ein schlecht regulierter Verbrennungsprozess bei. Auch wenn nur noch emissionsärmere Öfen installiert werden dürfen und ältere Modelle stillgelegt werden, rangiert ihr Anteil an den direkten Emissionen von PM2,5 inzwischen deutlich über dem von Verbrennungsmotoren. Der Beitrag der Holzöfen zur Immission ist regional und saisonal stark unterschiedlich. In Wohngebieten mit vielen Holzöfen werden vor allem in den Abendstunden sehr hohe PM2,5-Immissionswerte gemessen. Über Feinstaub hinaus tragen Holzöfen auch zur Belastung mit Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) bei.”

  13. #16 Alisier
    10. April 2019

    Das ist, nicht nur unter Spezialisten, ein breit diskutiertes Thema, Stefan.
    Das kommt halt zu allen anderen Belastungen noch dazu.

  14. #17 Uli Schoppe
    11. April 2019

    Nein Alisier, Thema sind nur Dieselfahrer wie ich die sich den Umbau auf einen Holzofen nicht mal leisten können. Geschweige denn ein neues Auto.

  15. #18 Alisier
    11. April 2019

    Vielleicht in der BILD, Uli Schoppe.
    In der Wissenschaft wird das differenzierter gesehen, und Dieselverbote zunehmend kritisch.

  16. #19 Uli Schoppe
    11. April 2019

    Du willst mich als BILD Leser abqualifizieren? Und hast keine Ahnung was Deine Grüninnen wirklich wollen?

  17. #20 Uli Schoppe
    11. April 2019

    Mal davon ab, seid wann sind wissenschaftliche Erkenntnisse Grundlage politischer Entscheidungen? Also nicht nur aus Versehen?

  18. #21 CM
    11. April 2019

    @Joseph, #10: Danke. Habe ich in der Tat übersehen. Andererseits: Wird in der Einleitung diskutiert, findet aber in der Bewertung keine Berücksichtigung …

  19. #22 Uli Schoppe
    11. April 2019

    @libertador mehr Kohlenstoff hin oder her, beim CO2 schlägt sich der Diesel doch so gut wegen des Wirkungsgrades, oder bin ich blind? 🙂

  20. #23 Dave
    NRW
    11. April 2019

    Bin ich der Einzige der ironischer Weise Werbung für VW-Jahreswagen angezeigt bekommt?

  21. #24 Alisier
    11. April 2019

    @ Uli Schoppe
    Es lag mir fern, Dich unter die B-Leser einzusortieren.
    Was ich meinte war, dass es außer Dir noch ein paar mehr Leute gibt, die das ganze differenzierter sehen.

  22. #25 libertador
    11. April 2019

    “@libertador mehr Kohlenstoff hin oder her, beim CO2 schlägt sich der Diesel doch so gut wegen des Wirkungsgrades, oder bin ich blind?”

    Ein Dieselfahrzeug hat bei gleicher Größe des Fahrzeuges (Gewicht und Leistung) geringere Emissionen als ein Benziner, da haben Sie Recht.

    Die im Moment praktizierte Besteuerung ist nicht relativ zu den Emissionen, das wollte ich oben ausdrücken. Ansonsten müsste der Diesel etwas mehr Steuern kosten und ein Kostenvorteil käme dann durch den geringeren Verbrauch zustande. Im Moment wird der Diesel somit steuerlich gefördert, um dem Absatz von Dieselmotoren, deren Produktion aufwendiger ist, unter die Arme zu greifen.
    Die Einsparung an Emissionen liegt ja am Verbrauch, weswegen die Steuer eigentlich dies nicht noch zusätzlich fördern müsste.

    Aber das hat nur am Rande mit der direkten Luftverschmutzung zu tun.

  23. #26 Uli Schoppe
    11. April 2019

    @Alisier sorry ich bin im Moment etwas dünnhäutig 😉
    @all wenn ich etwas grantig erscheine möge man das mir bitte nachsehen. Ich bin nicht immer so.

    @libertador Nu hab ich mal einen Steuervorteil, mach mir den doch nicht mies 😉 Ich wundere mich nur, eigentlich muss es doch einen linearen Zusammenhang zwischen Verbrauch und Schadstoffen geben. Warum bekommt ein 2.5t Fahrzeug das das Doppelte verbraucht eine bessere Einstufung? Vieleicht denke ich da aber zu einfach…

  24. #27 shader
    11. April 2019

    @libertador: “Ein Dieselfahrzeug hat bei gleicher Größe des Fahrzeuges (Gewicht und Leistung) geringere Emissionen als ein Benziner, da haben Sie Recht.”

    Diese Aussage liest man immer wieder und sie ist mit Sicherheit fachlich richtig. Aber letztlich heißt das nur, dass ein Dieselfahrzeug unsere Umwelt mit etwas weniger CO2 belastet als ein Benziner. Selbst wenn man alle Benziner mit Diesel ersetzen würde, wäre wir immer noch Welten von einer Nahezu-Null-Emissionen-Welt entfernt. Das ist ungefähr so, als wenn man sagen würde, mit einer 7 Meter-Leiter kommt man dem Mond ein Stück näher als mit einer 5 Meter-Leiter. Wir müssen bei der Mobilität generell umdenken und sehr langfristig planen.

  25. #28 rolak
    12. April 2019

    …müssen wir auch darauf vertrauen, daß es gesichertes Wissen gibt

    11:11 (wann sonst?) Die aktuelle scobelSendung läßt sich gut an…

  26. #29 tomtoo
    14. April 2019

    @Uli Schoppe #20
    Zumindest bei den FCKW’s waren sie es. Und das recht erfolgreich.

  27. #30 zimtspinne
    14. April 2019

    @ shader

    Konkretisierst du das “Umdenken” mal bitte?
    Also konkrete Vorschläge, die sofort oder ganz zügig machbar sind?
    Ich ahne schon wieder schlimmes, was ich vorhin erst bei Florian F. lesen musste.

    (bei tomtoo wäre ich weniger misstrauisch; der ist praxisorientierter)

  28. #31 zimtspinne
    14. April 2019

    Ich frage mich auch, ob und wann sich mal jemand [außer Kachelmann] ernsthaft der Kaminöfenexplosion widmen wird und wie man einen Zwang zur korrekten Bedienung und Befütterung am effektivsten durchsetzen könnte.
    Während viele Leute doch stark auf Autos angewiesen sind und es auch keine echten Alternativen gibt, kann das für diese Wohlfühloasen von Kaminfeuern ja wohl kaum hinreichend gelten. Also schnell weg damit und vor allem keine neuen genehmigen.
    Ich bin auch sehr dafür, den Bürger rundum so mit Zwängen, Auflagen und Pflichten einzudecken, dass der gar keine Zeit mehr hat, so Dinge wie Kamine oder Wochenendausflüge auszuhecken. das WE braucht er dann voll zur Erholung auf der Couch.
    Und da gilt natürlich das Essverbot für Fett- und Süßkram und Alkohol sowieso. Gesunde Bio-Möhrchen dürfen geknabbert werden.
    Und bloß nicht in Reisekatalogen aus Langeweile blättern, womöglich noch mit Kreuzfahrtsangeboten!!!!
    (ich gucke grade passend zum Thema den Film “Fahrenheit 451”)

  29. #32 tomtoo
    14. April 2019

    Wichtig ist es die Dieseldebatte und die CO2 Debatte zu trennen, zumindest auf der direkten Wirkebene. Da geht es um zwei verschiedene Gase. Was für informierte ganz klar ist, für weniger informierte leider nicht. Erschreckend für mich ist die Meta Ebene. Nämlich das die aktuelle Politik beide Probleme ungefähr gleich ignorant angeht.

  30. #33 zimtspinne
    14. April 2019

    Auf der Metaebene hab ich gerade die Vorstellung, dass über jedem, der auch nur an eine Urlaubsreise zu fernen Gefilden denkt, ein Eimer Wasser über dem Kopf ausgekippt wird.
    Bäh, aus, böse!
    Dafür wird natürlich 1a Regenwasser verwendet, spackig und vermoost wie es ist, direkt frisch aus der Regentonne.

  31. #34 tomtoo
    15. April 2019

    @zimti
    Man muss es ja nicht übertramatisieren. Aber klar, warum Kerosin nicht angemessen besteuert wird, ist imo schon eine legitime Frage.

  32. #35 bote19
    16. April 2019

    Dass das CO2 zu den Schadstoffen zählt, wird gern vergessen. Ich meine jetzt nicht die Erderwärmung, sondern , dass CO2 Kohlenstoff enthält. Und dieser Kohlenstoff wir diurch radioaktive Strahlung aus dem Weltraum radioaktiv. Aus C 12 wird C14. Das ist bekannt durch die Radiocarbonmethode, mit der das Alter von Holz bestimmt werden kann.
    Unsere Atemluft ist also zum Teil radioaktiv durch C14.
    Wenn sich jetzt der CO2 Gehalt erhöht, dann erhöht sich die radioaktive Belastung bei den Pflanzen, die das CO2 aufnehmen und sogar in unseren Gebäuden, weil bei Abbinden von Beton CO2 aus der Luft aufgenommen wird. Das bedeutet, die natürliche Strahlenbelastung steigt. Und zum Abbau dieses Effektes braucht es 5730 Jahre bis die Hälfte dieses radioaktiven Kohlenstoffes abgebaut ist. Keine guten Aussichten.

  33. #36 Wizzy
    17. April 2019

    @bote19
    Das ist zwar richtig, aber vernachlässigbar. “The beta-decays from external (environmental) radiocarbon contribute approximately 0.01 mSv/year to each person’s dose of ionizing radiation.” Die natürliche Strahlenbelastung liegt in Deutschland bei 2 mSv/Jahr, im weltweiten Durchschnitt bei 2,4 mSv/Jahr und in den USA bei 3,1 mSv/Jahr, dies sind die Werte ohne menschliche Beiträge wie Medizin und Nukleartests.

    Der Anstieg des atmosphärischen Kohlenstoffs macht da sogar weniger aus als beispielsweise die erhöhte Mobilisierung des stärker natürlich-radioaktiven Radons und Kaliums durch die Dürren und Stürme des Klimawandels, welches wir auch jetzt schon einatmen.

  34. #37 bote19
    18. April 2019

    Wizzy
    deine Schlussfolgerung ist korrekt , wenn man nur den Augenblick betrachtet. Die Radioaktivität reichert sich aber an, sie wird im eigenen Körper gespeichert, im Fett, im Muskelgewebe, über all, wo Kohlenwasserstoffe sind.
    D.h. du wirst bestrahlt , immer. Bei der Atemluft atmest du das CO2 wieder aus, bei der Nahrung nimmst du den radioaktiven Kohlenstoff auf und baust ihn in deinen Körper ein.
    Mich würde mal interessieren, ob man mit der Radiokarbonmethode das Alter von gefunden Leichen z.B. den Özi bestimmen kann.

  35. #39 casualidad
    19. April 2019

    Was soll der Einwurf bzgl. Dr. Köhler und seiner Kollegen? Wer die Adhoc-Stellungnahme genau und komplett durchliest, wird feststellen, dass sie die wesentlichen Argumente Köhlers – wenn auch sehr viel höflicher und “vorsichtiger” – bestätigt. Die “Panik” über NOx ist verfehlt, die Grenzwerte und ihre “interpretation” wissenschalftlich fragwürdig, die Prioritäten sollten eher bei Feinstaub liegen, Aktionismus mit kurzfristigen und lokalen Massnahmen ist nicht sinnvoll und die Konsequenzen solchen Tuns müssen schon “gesamtheitlich” betrachtet werden. Quidquid agas, prudenter agas et respice finem.

    • #40 Joseph Kuhn
      19. April 2019

      @ casualidad:

      Die Stellungnahme bestätigt Köhler in keinem einzigen Punkt. Sie stellt die Grenzwerte nicht infrage, bezweifelt nicht die wissenschaftliche Evidenz zu Luftschadstoffen und wirft der Wissenschaft auch nicht vor, samt und sonders korrupt zu sein.

      Dass Feinstaub das relevantere Problem ist, hat in der Umweltepidemiologie niemand je bestritten. Köhler dagegen bestreitet sogar, dass Feinstaub überhaupt ein Problem ist, er hat ja noch nie einen Feinstaubtoten gesehen und witzelt darüber auch noch mit abstrusen Adventskranz- und Zigarettenvergleichen.

      Köhler hat fertig, würde man in Fußballdeutsch sagen.