Heribert Prantl, bis Anfang des Jahres Leiter des Meinungsressorts der Süddeutschen Zeitung, stilisiert sich seit einigen Jahren zum Gutmenschen. Wir brauchen Gutmenschen. Oft sind Prantls streitbare Wortmeldungen nur allzu berechtigt, auch wenn der pastorale Unterton mitunter etwas nervt. In der Wochenendausgabe der Süddeutschen hat Prantl nun seine Meinung zur Krankenhausdebatte von sich gegeben, die kürzlich von der Bertelsmann-Stiftung auf der Basis einer Regionalstudie in Nordrhein-Westfalen neu entfacht wurde.

Prantl kritisiert zunächst – zu Recht – das zunehmende Renditedenken im Gesundheitswesen. Damit wendet er sich dann gegen die Forderungen, die Zahl der Krankenhäuser zu reduzieren: Das sei „ganz im Interesse von Giganten wie der Rhön-Klinikum AG, in deren Aufsichtsrat Liz Mohn sitzt, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung.“ Moral gegen Geld, lautet die Prantlsche Inszenierung. Wer weniger und größere Krankenhäuser will, argumentiert aus dem moralischen Abseits der Großkonzerne. Ob Prantl glaubt, dass den Krankenhäusern Mindestmengen vorgegeben werden, um Stückkosten zu senken? Wahrscheinlich nicht, von Mindestmengen hat er vermutlich so wenig gehört wie von den diversen internationalen Vergleichsstudien zur Qualität der stationären Versorgung – und dass Deutschland dabei nicht gut abschneidet.

Es geht weiter damit, dass Prantl meint, es gäbe nicht zu viele Krankenhäuser, sondern das Gesundheitswesen „krankt vor allem daran, dass das System der Fallpauschalen, nach dem die Abrechnung stationärer Krankenhausleistungen erfolgt, die Gesundheitsversorgung monetarisiert hat“. Wieder das böse Geld, als ob die früheren Tagessätze keine „Monetarisierung“ gewesen wären. Ohne „Monetarisierung“ geht es auch im Gesundheitswesen nicht. Ärzte und Pflegekräfte wollen schließlich auch Geld verdienen und nicht für Gotteslohn arbeiten, wie es Prantl in romantischer Phantasie vielleicht als Ideal vorschwebt. Es geht auch nicht ohne ökonomische Effizienz, Geldverschwendung im Gesundheitswesen ist keine Tugend. Und die Kritik daran, dass in den Krankenhäusern zu oft „die Niere in Zimmer 12“ oder „die Leber in Zimmer 13“ statt Herr Müller und Frau Meier behandelt werden, ist älter als das DRG-System. Dass die Medizin zu kalt, zu technisch und zu ökonomisch geworden ist, kann man schon in Ivan Illichs „Die Nemesis der Medizin“ aus dem Jahr 1976 nachlesen. Da ist viel dran, an Prantls Krankenhaus-Romantik nicht.

Prantl wird an dem Punkt regelrecht pathetisch: Er spricht vom „heimatlichen Wunsch der Menschen, ein Krankenhaus möglichst nahe zu wissen“. Das Krankenhaus in der Nähe „als ein Stück Heimat ist ein in dieser Debatte immer wieder bemühter Topos. Im ländlichen Raum ist die Schließung des örtlichen Krankenhauses in der Tat ein weiterer Mosaikstein des Verschwindens von Infrastruktur und hier müsste man sich etwas überlegen, um dem entgegenzuwirken. Darüber gibt es gar keinen Dissens, niemand will mit dem Rasenmäher Krankenhäuser schließen. Aber ein großer Teil der kleinen Krankenhäuser befindet sich gar nicht auf dem Land, sondern in städtischen Verdichtungsräumen und ich kann mir nicht vorstellen, dass für jemanden in München das nächstgelegene Krankenhaus wirklich ein „Stück Heimat“ ist. Da hatte die alte Werbung der Metzger, Fleisch sei ein Stück Lebenskraft, mehr für sich.

Nicht, dass das DRG-System keine unerwünschten Nebeneffekte in der stationären Versorgung hätte. Dadurch ist z.B. im Zusammenspiel mit den öffentlichen Sparhaushalten der Druck zur Privatisierung der Trägerlandschaft gestiegen. Gerade wer Krankenhäuser zur Grundversorgung auf dem Land erhalten will, sollte sich überlegen, wie die kommunale Trägerschaft von Krankenhäusern wieder gestärkt werden kann. Dann, wie Fehlsteuerungen des DRG-Systems abzustellen wären, wie Bedarfs- und Qualitätsaspekte stärker in der Vergütung berücksichtigt werden könnten und last but not least, wie man die Länder dazu bewegt, ihre Verpflichtung zur Refinanzierung der Investitionskosten der Krankenhäuser einzuhalten.

Prantls Artikel endet damit: „Kaiser Joseph II., ein Sohn der Kaiserin Maria Theresia, hat im Foyer der im Jahr 1784 in Wien neu errichteten Frauenklinik eine Tafel mit folgender Inschrift anbringen lassen: ‚In diesem Haus sollen die Patienten geheilt und getröstet werden.‘ Solche Tafeln braucht es auch 235 Jahre später. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Nirgendwo aber wird man so viel angetastet und abgetastet wie im Krankenhaus und beim Arzt. Wir brauchen daher den Geist und das Denken, das in diesen Worten steckt: ‚In diesem Haus sollen die Patienten geheilt und getröstet werden.‘“

Einmal davon abgesehen, dass das Abtasten gerade nicht zu den gewinnbringenden hochtechnisierten Verfahren gehört, auch nicht zu den Verfahren, die unbedingt in großen Zentren zu erfolgen hätten, muss irgendeiner Prantl einmal erklären, dass Medizin heute nicht mehr auf dem Stand von 1784 heilt. Zumindest ich wäre im Falle eines Herzinfarktes doch gerne in einem Krankenhaus mit Herzkathetereinheit – und zwar mit sprechender Medizin, guter Pflege, einem guten Entlassmanagement und einer gut organisierten Nachsorge. Wenn das gewährleistet ist, kann man von mir auch noch die Tafel von Kaiser Joseph II. aufhängen.

Kommentare (32)

  1. #1 borstel
    19. August 2019

    In der besagten Studie, die das IGES im Auftrag der Bertelsmannstiftung hat durchführen lassen, werden Interessenskonflikte nicht angesprochen. Allerdings bezeichnet sich das IGES auf seiner Website von vornherein als unabhängig. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich halte Prantls Behauptung, Liz Mohns Doppelfunktion (in der Stiftung und den Rhön Kliniken), würde die Studie beeinflussen, für blödsinnig, weil unbelegt.

    Worüber wir in der Tat diskutieren können, ist allerdings, welche Trägerschaft bei Krankenhäusern präferiert werden sollte. Allerdings warne ich davor, zu denken, daß eine Überführung der Häuser von privater in die kommunale Trägerschaft hier Probleme löst: Ich habe erlebt, wie “wir” in einem Haus in Privatträgerschaft ganz vernünftig behandelt wurden, während in kommunaler Trägerschaft die Bezahlung deutlich schlechter war, und ich mich des ein Eindrucks nicht erwehren konnte, das Haus sei die Krondomäne des Landrats. Ob eine Lösung, wie z.B. ein Verbot der Gewinnerzielung, wie es bei den frei-gemeinnützigen Häusern Usus ist, Sinn hat, kann ich schlecht beurteilen. Allerdings hinterläßt es in der Tat ein Geschmäckle, wenn Gewinne an den Träger abgeführt werden müssen, und Renditeerwartungen von teilw. bis zu 10% im Raum stehen.

  2. #2 uwe hauptschueler
    19. August 2019

    Allerdings hinterläßt es in der Tat ein Geschmäckle, wenn Gewinne an den Träger abgeführt werden müssen, und Renditeerwartungen von teilw. bis zu 10% im Raum stehen.

    @borstel
    Glauben Sie nicht alles, was Ihnen sozialistische Spinner erzählen. Die Rhön Klinik zahlte in den letzten 20 Jahren durchschnittlich, geschätzte, 2% Dividende.
    [https://www.boerse.de/dividenden/Rhoen-Klinikum-Aktie/DE0007042301
    Und wem, wenn nicht dem Eigentümer, wollen Sie die Gewinne zukommen lassen?

    • #3 Joseph Kuhn
      19. August 2019

      @ uwe hauptschueler:

      “sozialistische Spinner”

      Die von “borstel” erwähnten Renditeerwartungen stehen tatsächlich im Raum, und zwar nicht als Geschwätz von “sozialistischen Spinnern”, sondern als Zielvorgabe seitens der Unternehmensleitung z.B. bei Fresenius: https://www.aerzteblatt.de/archiv/170844/Private-Kliniktraeger-Die-Grossen-erzielen-gute-Gewinne

      “Die Rhön Klinik zahlte in den letzten 20 Jahren durchschnittlich, geschätzte, 2% Dividende”

      Vorsicht: Die Dividende ist nicht der Gewinn, sondern der an die Aktienbesitzer ausgeschüttete Gewinn. 2018 erzielten die Rhön-Kliniken bei 1,23 Mrd. Umsatz ca. 50 Mio. Gewinn, also eine Umsatzrendite von 4 %. Das ist nicht die Welt, aber auch nicht schlecht.

  3. #5 borstel
    19. August 2019

    Sozialismus? Aha. Ich dachte eher an Helios, und da war ich mit meiner Schätzung sogar noch recht niedrig dabei: https://www.bibliomedmanager.de/news-des-tages/detailansicht/38138-fresenius-senkt-renditeerwartung-bei-kliniktochter/

  4. #6 borstel
    19. August 2019

    “Und wem, wenn nicht dem Eigentümer, wollen Sie die Gewinne zukommen lassen?”
    – Uwe Hauptschüler, wie wäre es denn damit, nicht die Aktionäre zu befriedigen, sondern das ganze (oder einen größeren Teil) zu reinvestieren?

  5. #7 zimtspinne
    19. August 2019

    @ borstel
    Dann darf man sich aber auch keine Aktionäre ‘halten’, die ja immerhin auch Geld über Wertpapiere (einzeln oder in Fonds etc) investieren, womit dann wiederum gearbeitet werden kann.
    Dass Aktionäre, die sich über Eigenkapital in ein Unternehmen einkaufen, dann auch bei Gewinnen berücksichtigt werden möchten, ist ja wohl logisch. Verluste bekommen sie ja über fallende Aktienkurse auch zu spüren, falls sie diese dann mit Verlust verkaufen müssen/möchten.
    Viele Menschen besitzen Aktiendepots als … Altersvorsorge oder einfach Geldanlage, wobei ich mich schon wundere, dass auch Kliniken an der Börse sind, das war mir bisher gar nicht so bekannt. Man denkt bei Medizin/Börse ja eher an Biotech; Zulieferer oder auch noch Pharmafirmen…. aber Krankenhäuser!? Kann man damit als Aktionär wirklich was verdienen?

  6. #8 Beobachter
    19. August 2019

    Genau das, wie auch hier bisher darüber debattiert wird, hat Prantl vermutlich gemeint und ausdrücken wollen:
    Es geht in erster Linie nicht mehr um den Menschen, sondern um`s Geld.
    In der Krankenhausdebatte, in der Pflegedebatte, in unserem Gesundheitswesen, in der Gesundheitswirtschaft –
    laut Gröhe (Bundesgesundheitsminister a. D.) ein “Haifischbecken”, das man dem “freien Markt” überlassen sollte.
    Dann regele sich quasi alles von selbst – fragt sich nur, zu wessen Nutzen ?!

    Was sollte das Ziel sein?
    Eine gute Medizin für alle ?
    Oder was sonst ?

    • #9 Joseph Kuhn
      19. August 2019

      @ Beobachter:

      Genau das hat Prantl ausdrücken wollen, aber am falschen Sachverhalt angeknüpft. Mit einem alten Schild aus einer Wiener Klinik dagegen zu argumentieren, dass eine andere Klinikstruktur Menschenleben retten würde, ist keine Frage von Moral versus Geld, sondern einfach nur unbedacht. Wenn man Kliniken nicht bedarfs- und qualitätsorientiert plant und finanziert, bestimmt die Wirtschaftlichkeit allein.

  7. #10 borstel
    19. August 2019

    @ zimtspinne:
    Klar, wenn ein Krankenhausunternehmen börsennotiert ist, dann sollten natürlich Dividenden und Renditen an die Aktionäre gehen. Die Frage ist, ob Gewinnorientierung im Bereich Krankenhaus (im Sinne einer Befriedigung von Ansprüchen von Anteilseignern) so eine dolle Idee ist. Aber wenn man sich Helios anschaut (die als Gesellschaft Fresenius gehören und deren Aktien nicht gehandelt werden), dann ist das ganze außerordentlich profitabel. Es kann aber auch schiefgehen, wie das Beispiel der Paracelsus-Gruppe zeigt: https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/klinikmanagement/article/968911/insolvenzverfahren-beendet-paracelsus-kliniken-neuem-eigentuemer.html.

  8. #11 borstel
    19. August 2019

    Korrektur: Helios ist eine GmbH der Fresenius.

  9. #12 uwe hauptschueler
    19. August 2019

    @Joseph Kuhn, #3

    AG Vorstände erzählen viel, wenn der Tag lang ist. Sie unterscheiden sich darin nur unwesentlich von Politikern und sozialistischen Spinnern.
    Für Aktionäre sind Zahlen entscheidend. Dividenden können nur vom Gewinn ausgeschüttet und nicht von den Phantastereien die der Vorstand im Vorjahr abgesondert hat.

    Vorsicht: Die Dividende ist nicht der Gewinn, sondern der an die Aktienbesitzer ausgeschüttete Gewinn. 2018 erzielten die Rhön-Kliniken bei 1,23 Mrd. Umsatz ca. 50 Mio. Gewinn, also eine Umsatzrendite von 4 %. Das ist nicht die Welt, aber auch nicht schlecht.

    bekannt

    Und wenn man jetzt noch wüsste wieviel Umsatz pro Aktie gemacht wurde, dann könnte man den Gewinn pro Aktie ausrechnen.
    Die Rhön-Klinikum Aktie erzielte in Q1+Q2 2019 zusammen 0,3€ Gewinn pro Aktie, bei heutigen Kurs, 22,82€, entspricht das 1,3%. Schreibt man dies für Q3+Q4 fort, ergibt sich ein Jahresgewinn für den Aktionär von 2,6%, vor Steuern. Kauft Aktien!

  10. #13 Beobachter
    20. August 2019

    @ Joseph Kuhn, # 9:

    ” … Wenn man Kliniken nicht bedarfs- und qualitätsorientiert plant und finanziert, bestimmt die Wirtschaftlichkeit allein.”

    Wer plant und finanziert denn Kliniken (und Pflegeheime) nach Bedarf und Qualität, wer entscheidet, wo welcher Bedarf besteht, wie die Qualität dort jeweils aussehen soll?
    Um Qualitätsstandards erfüllen zu können, braucht man genügend gut ausgebildetes medizinisches Personal.
    Was ist mit dem großen ambulanten Bereich?
    Was ist mit der Entlastung pflegender Angehöriger?

    Man kann die Krankenhausdebatte nicht losgelöst von allen anderen damit zusammenhängenden Bereichen führen –
    und erst recht nicht dabei nur die wirtschaftlichen Aspekte (“Gewinn, Umsatz, Aktien, Rendite, … “) diskutieren, wie es hier bisher getan wird.

    Und der blinde Aktionismus, die inkompetenten Rundumschläge eines Herrn Spahn helfen nicht weiter, und es kommt z. B. sowas dabei heraus:

    https://taz.de/Kritik-an-Spahns-Intensivpflegegesetz/!5616127/

  11. #15 Beobachter
    20. August 2019

    @ Joseph Kuhn, # 14:

    Muss man erst drauf warten, bis die “Krankenhausdebatte zur realen Gefahr” wird bzw. Gesetze verabschiedet und Entscheidungen getroffen werden, die real und besonders in der praktischen Umsetzung gefährlich sind ?
    Und ich denke nicht, dass man sagen kann:
    Solange noch fruchtlos diskutiert wird und zumindest keine Fehlentscheidungen getroffen werden, wird auch nichts schlechter.
    Dem ist nicht so, siehe z. B. Pflegenotstand (der schon seit Jahrzehnten bekannt ist) und hausärztliche Versorgung.

    Unser Gesundheitswesen ist wahrlich eine “Dauerbaustelle”, und ich würde mir wünschen bzw. es für notwendig erachten, man würde in “Dauerdiskussionen” und zur “Entscheidungsfindung” mehr (oder überhaupt) Betroffenenverbände/Arbeitnehmerverbände miteinbeziehen.

  12. #16 RPGNo1
    20. August 2019

    @zimtspinne

    Siehe diesen Artikel zu den Helios Kliniken:

    Jährlich stieg der Gewinn, im Jahr 2017 erzielte Helios ein Konzernergebnis von rund 728 Millionen Euro.

    Aber auch:

    In den Kliniken bleiben inzwischen immer öfter Betten leer. Der Grund: Viele Deutsche lassen sich lieber ambulant behandeln und ersparen sich die Nacht im Krankenhaus, das ist angenehmer – aber es schadet dem Klinikbetreiber. Hinzu kommt, dass sich die Vergütungssätze verschlechtert haben.

    https://www.zeit.de/2019/08/fresenius-stephan-sturm-medizinkonzern-boerse

  13. #17 borstel
    20. August 2019

    @ uwe hauptschüler: Rhön ist allerdings auch eines von den Beispielen, wo es nicht ganz rund gelaufen ist, mit zunächst gescheiterter Übernahme und dann doch Aufkauf der meisten Klinika und MVZ durch Helios (https://de.wikipedia.org/wiki/Rh%C3%B6n-Klinikum). Und ich glaube, daß sie sich mit der Übernahme der Uniklinika Gießen und Marburg keinen rechten Gefallen getan haben.
    Aber auch Sana erscheint recht profitabel für die Aktionäre (ist aber nicht börsennotiert): https://www.sana.de/unternehmen/ueberblick-finanzen/5-jahres-uebersicht/.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Offensichtlich ist für die privaten Gesellschaften es profitabel genug, in Krankenhäuser zu investieren. Und in der heutigen Niedrigzinszeit sind sogar 2,6% je Aktie eine ganz ordentliche Rendite.

  14. #18 Beobachter
    20. August 2019

    @ uwe hauptschüler, # 12
    @ borstel

    Genau: “Kauft Aktien !” – da liegt ihr voll im Trend !
    Bei guter Beratung lohnt es sich !
    Hier die wichtigsten Aktien:

    “Anlagetrend: Gesundheits-/ Pflegedienstleister”:

    https://www.finanzen.net/anlagetrends/gesundheits-pflegedienstleister

    Spahn will Schwerstbehinderte in Pflegeheimen unterbringen (siehe TAZ-Link oben) –
    und entlastet jetzt auch besserverdienende Kinder (mit Brutto-Einkommen bis zu 100.000 €/Jahr), wenn sie ihre pflegebedürftigen Eltern dauerhaft in Pflegeheimen unterbringen. Denn sie werden nicht mehr zur Kostenbeteiligung hinzugezogen, sollte das eigene Einkommen/Vermögen der Eltern zur Pflegeheimunterbringung nicht ausreichen.

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/pflege-was-muss-ich-zahlen-wenn-meine-mutter-in-ein-heim-kommt-a-1281961.html

    ” … Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, kritisiert deshalb, der eigentliche Skandal sei, dass Hunderttausende Pflegebedürftige überhaupt aufs Sozialamt angewiesen seien. “Geschützt werden soll nun lediglich der verschwindend kleine Teil an Angehörigen, die einen Teil der Kosten erstatten müssen.” Wegen des schon geltenden Selbstbehalts seien dies eher Besserverdienende. … ”

    Der Trend geht also weg von einer ambulanten, häuslichen Versorgung hin zur stationären Versorgung.
    Warum wohl? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …

    Das Dumme ist nur, dass es für beide Möglichkeiten zu wenig qualifizierte Pflegekräfte gibt.
    Und wenn schon, dafür gibt es jetzt schon und in Zukunft erst recht “Pflege-Roboter” –
    Japan macht es uns vor:

    https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/101731/Japan-setzt-verstaerkt-auf-Pflegeroboter-und-kuenstliche-Intelligenz

    (Dieser Kommentar kann Spuren von Zynismus enthalten)

  15. #19 Lisa
    20. August 2019

    @ Beobachter:

    Die Krankenhauslandschaft und die Altenpflege sollte man auseinanderhalten.

  16. #20 Beobachter
    20. August 2019

    Nachtrag zu # 18:

    https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilienkonzern-deutsche-wohnen-kauft-30-pflegeheime-fuer-680-millionen-euro/22910024.html?ticket=ST-3814599-jstPBNsiwHaXeFdDTT1K-ap1

    “IMMOBILIENKONZERN
    Deutsche Wohnen kauft 30 Pflegeheime für 680 Millionen Euro
    Deutschlands zweitgrößter Wohnungskonzern Deutsche Wohnen treibt sein Expansionsziel weiter voran und kauft im Bereich der Pflegeimmobilien zu.
    … ”

    https://www.deutschlandfunk.de/gesundheitsbranche-private-investoren-entdecken.769.de.html?dram:article_id=446120

    “Gesundheitsbranche
    Private Investoren entdecken Krankenhäuser und Pflegeheime
    Private Investoren auf Einkaufstour in der Gesundheitsbranche: Was bei zahnmedizinischen Versorgungszentren schon üblich ist, erfasst auch Krankenhäuser und stärker noch Pflegeheime. Denn in dem Krankenkassenbudget ist kein Investitionsgeld vorgesehen. Privates Geld ist daher willkommen.
    … ”

    https://gesundheit-soziales.verdi.de/mein-arbeitsplatz/mvz/++co++4c913c64-8c1b-11e7-8dc4-525400940f89

    “Medizinische Versorgungszentren
    Versorgungszentren als Profitquelle
    … ”

    https://gesundheit-soziales.verdi.de/++co++c01267fc-1d3f-11e8-a646-525400940f89?geo-bundesebene=1

    “Gesundheit & Soziales
    Ziel: Profitmaximierung

    Private Equity
    Ziel: Profitmaximierung
    Internationale Finanzinvestoren übernahmen 2017 verstärkt Gesundheitseinrichtungen in Deutschland Anzahl der Käufe im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt
    Seit der Übernahme des Pflegeheimbetreibers Casa Reha 1998 durch die ECM Equity Capital Management GmbH wurden immer mehr Einrichtungen gekauft, verstärkt in den letzten drei bis vier Jahren mit einem vorläufigen Höhepunkt 2017. Diese Entwicklung betrifft sämtliche Versorgungsbereiche: Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Krankenhäuser, Rehakliniken sowie Arzt- und Zahnarztpraxen/Medizinische Versorgungszentren und Homecare-Unternehmen.

    Das zeigt eine Auswertung aller öffentlich zugänglichen Informationen über den Kauf von Gesundheitseinrichtungen durch Private-Equity-Investoren (Stand: Dezember 2017), die im Februar 2018 erschienen ist.
    … ”

    http://aktuelle-sozialpolitik.de/2019/08/17/vom-menschlichen-pflege-und-renditesuchenden-anlagenotstand/

    ” … »Der Immobilienkonzern verdient zwar weiterhin gut. Doch auch wegen des Mietendeckels sucht die Deutsche Wohnen nach neuen Erlösquellen – etwa Pflegeheime.« Das kann man dem Artikel Deutsche Wohnen will mit Pflegeheimen Geld verdienen entnehmen. Das ist eine der vielen Meldungen, nach denen sich der mittlerweile weit verbreitete Eindruck verfestigen muss, dass man mit Pflegeheimen irgendwie gute Geschäfte machen kann. Gleichzeitig kann man den zahlreichen Berichten über einen personellen (und menschlichen) Pflegenotstand sowie fehlende oder wenn vorhanden, dann zunehmend unbezahlbare Pflegeheimplätze nicht entkommen, wenn man halbwegs mit offenen Augen durch die Medienlandschaft oder bei sich vor Ort wandert.
    … ”

    ” … Das verweist am Ende auf eine große Fragestellung, die in der derzeitigen Diskussion leider nett formuliert unterbelichtet ist: Wer hat planungs- und steuerungstechnisch in dieser sich ausdifferenzierenden Versorgungswelt für unsere zumeist alten, pflegebedürftigen Menschen den Hut auf und noch weitaus dramatischer: Was ist eigentlich mit einer öffentlichen – und damit auch öffentlich zu finanzierenden – Infrastrukturpolitik im Altenpflege- und Altenhilfebereich? Wie steht es also um die elementare Daseinsvorsorge des Staates und wie sollen hier weitergehen?”

  17. #21 Beobachter
    20. August 2019

    @ Lisa, # 19:

    Nein, braucht man nicht –
    denn in der Krankenhauslandschaft sieht es ähnlich aus wie in der Pflegeheimlandschaft:
    Hier wie dort haben private Investoren “den Hut auf” – und bzgl. der Pflegeheime kommt noch das Immobiliengeschäft dazu.

    Ich habe vorhin dazu mit vielen Links gepostet, aber der Kommentar ist noch nicht erschienen, vermutlich waren es zu viele Links und er hängt deshalb fest.

    Hier vorab einer davon:

    http://aktuelle-sozialpolitik.de/2019/08/17/vom-menschlichen-pflege-und-renditesuchenden-anlagenotstand/

  18. #22 Beobachter
    20. August 2019

    @ Lisa:

    Nachtrag:

    Und noch ein grundlegendes Problem haben Krankenhäuser und Pflegeheime gemeinsam:
    Es herrscht bei beiden ein enormer Mangel an qualifizierten Pflegekräften !

  19. #23 Beobachter
    21. August 2019

    … “Basiswissen” … :

    http://www.finanztreff.de/wissen/geschlossene-fonds/was-ist-ein-private-equity-fonds/5710

    “Geschlossene Fonds – Basiswissen
    Was ist ein Private Equity Fonds?
    Unter Private Equity versteht man eine Form der Unternehmensfinanzierung, die in Amerika und England bereits über eine jahrzehntelange Tradition verfügt, während sie in Europa und Asien noch verhältnismäßig jung ist. Aussichtsreiche Unternehmen werden hierbei finanziell gezielt gefördert und somit in die Lage versetzt, erklärte Entwicklungs- und Wachstumsziele souverän zu erreichen. Nachdem dieser Schritt absolviert ist, werden erworbene Anteile entweder gewinnbringend verkauft, oder das jeweilige Zielunternehmen wird an der Börse platziert. In vielen Fällen erfolgt die Betreuung der Zielunternehmen über die finanzielle Unterstützung hinaus und schließt ergänzend die unternehmerische Beratung deutlich mit ein.
    … “

  20. #24 Joseph Kuhn
    21. August 2019

    @ Beobachter:

    Bevor Sie Ihre gesammelten Erkenntnisse hier reinkopieren, bitte bedenken Sie, dass ein Blogbeitrag ein Thema hat und auch wenn irgendwie alles mit allem zusammenhängt, nicht alles überall rein muss.

    “Basiswissen”

    Die kleinteilige Krankenhauslandschaft in Deutschland ist nicht entstanden, weil private Investoren das so wollten. Sie ist historisch gewachsen. Die Konzentration auf größere Einheiten wurde hier im Blog unter dem Aspekt der Versorgungsqualität (Stichwort Mindestmengen, Ausstattung) angesprochen. Der Zusammenhang mit der Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern ist dabei ebenfalls nicht nur unter dem Aspekt der Interessen von Investoren zu diskutieren.

    Ich verstehe ja, dass Ihnen der moralische Impuls von Prantl entgegenkommt, der ist mit Blick auf andere Aspekte des Gesundheitswesens ja auch nicht falsch, aber versuchen Sie doch wenigstens einmal zu verstehen, warum das hier nicht der springende Punkt ist.

  21. #25 Beobachter
    21. August 2019

    @ Joseph Kuhn, # 24:

    Zur Krankenhausdebatte gehört, wie hier von den Mitkommentatoren ausschließlich angesprochen, auch die ökonomische Seite mit ihren Aspekten.
    Dazu habe ich einige interessante Artikel verlinkt und daraus auch Auszüge kopiert, damit diese zum Lesen der kompletten Texte anregen sollten.

    Den “moralischen Impuls” des Herrn Prantl finde ich (und nicht nur ich) nicht verkehrt und habe versucht, am “richtigen Sachverhalt” (statt seinem “falschen”, Ihr Kommentar # 9) “anzuknüpfen”.

    Den “springenden Punkt” bzw. die springenden Punkte bzgl. des Themas kann man auch (noch) woanders sehen/verorten –
    und Fragen der “Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern” (und von Pflegeheimen) haben viele Aspekte.
    Es fragt sich nur, nach welchen Aspekten/Interessen letztendlich entschieden wird – wer da “den Hut auf hat” (wie Stefan Sell sehr treffend schreibt).

    Und die “Versorgungsqualität” hängt eben nicht nur von “(Stichwort Mindestmengen, Ausstattung)” ab, sondern auch davon, ob und wie sie in der täglichen Krankenhaus-Praxis von qualifizierten Fachkräften gewährleistet/umgesetzt werden kann.
    Dazu sei wiederholt die Lektüre der Kommentare von “Intensivpfleger” im Thread zu “Pflege … – Quergelesen” empfohlen.

    http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2019/08/04/pflege-gender-fake-news-und-gewerkschaftliche-selbstblockaden-quergelesen/

  22. #26 Beobachter
    22. August 2019

    Um nochmal am “richtigen Sachverhalt” (auch) in der Krankenhausdebatte anzuknüpfen –
    der auch der “springendste Punkt” in der Entwicklung unseres Gesundheitswesens zu sein scheint:

    https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/privatisierung

    “Privatisierung im Gesundheitswesen
    Im Gesundheitswesen lässt sich viel Geld verdienen – anders ist nicht zu erklären, warum sich Hedgefonds, Finanzinvestoren und profitorientierte Konzerne hier tummeln. In der Regel nicht zum Wohle von Beschäftigten und Patient/innen.

    Profite statt Menschen?
    Eigentlich sollten Menschen im Mittelpunkt stehen, doch stattdessen geht es immer mehr um Profite. Auf der einen Seite leiden im Krankenhaus Beschäftigte und Patient/innen unter der chronischen Unterbesetzung und dem Kostendruck, steigen im Pflegeheim die Eigenanteile für die Bewohner/innen und macht der Zeitdruck eine gute Versorgung kaum noch möglich. Auf der anderen Seite werden Gewinne an Aktionäre ausgeschüttet. Was das mit dem Gesundheitswesen macht und wie wir uns dagegen wehren können, zeigen wir auf dieser Seite.
    … ”

    Und hier nochmals (mit weiteren Auszügen/Zitaten):
    https://gesundheit-soziales.verdi.de/++co++c01267fc-1d3f-11e8-a646-525400940f89

    ” … An wen verkaufen Private-Equity-Fonds bei einem »Exit«?… ”

    ” … Über ein »Ende der Nahrungskette« kann nur spekuliert werden. Öffentliche und freigemeinnützige Träger werden bei einem Bieterverfahren weder mithalten können noch wollen. Dasselbe dürfte für »kleine« private Träger gelten. Neben einem Börsengang kommen also vor allem die großen privaten deutschen oder internationalen Gesundheitskonzerne als Käufer infrage.
    … ”

    Anm.:
    Der misslungene Grönland-Deal des D. Trump betrifft uns nicht –
    aber die Entwicklungen in unserem Gesundheitswesen betreffen uns alle.

    • #27 Joseph Kuhn
      22. August 2019

      @ Beobachter:

      Der springende Punkt in der aktuellen Krankenhausdiskussion sind Zahl und Größe der Krankenhäuser und die damit verbundenen Qualitätsprobleme. Das ist ein schwieriges Problem, darauf habe ich im ersten Blogartikel zur Bertelsmann-Studie unter dem Stichwort Health in all Policies hingewiesen.

      Prantl kommentiert die Bertelsmann-Studie, aber er lässt sich nicht auf die dort untersuchte Problematik ein, sondern prangert lieber die Ungerechtigkeit der Welt an. Das ist moralisierende Denkfaulheit. Zum Verständnis des Problems hat er nichts, aber auch gar nichts beigetragen. Dass es bei den Krankenhäusern und sonst im Gesundheitswesen auch andere Probleme gibt, ist unbestritten.

  23. #28 Beobachter
    22. August 2019

    Sehr lesenswerter Artikel (Ärzteblatt, 2009!) –
    betrifft “Daseinsvorsorge”, inkl. “Gesundheitsvorsorge”/Gesundheitswesen, verankert in unserem “sozialstaatlichen” Grundgesetz:

    “Öffentliche Krankenhäuser: Die Grenzen der Privatisierung
    … ”

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/64543/Oeffentliche-Krankenhaeuser-Die-Grenzen-der-Privatisierung

  24. #29 Beobachter
    22. August 2019

    @ Joseph Kuhn, # 27:

    Prantl prangert nicht die “Ungerechtigkeit der Welt” an, sondern das veränderte “Menschenbild” (wenn man es überhaupt noch so nennen kann), das zunehmend den Entwicklungen im Gesundheitswesen zugrunde liegt.
    Und das bzw. die negativen Auswirkungen wird/werden gerade im Krankenhaus für Patienten sehr spürbar.

    Und die Krankenhaus-Problematik fängt ja nicht erst im Krankenhaus an:
    Wenn es schon seit einiger Zeit vielerorts an wohnortnahen niedergelassenen Allgemeinmedizinern/Hausärzten fehlt, die Patienten ggf. ins Krankenhaus oder zum Facharzt überweisen könnten/sollten/müssten, nützt auch die beste, modernste Ausstattung in einem großen MVZ 50 km weit entfernt oder das nur 10 km weit entfernte weniger gut ausgestattete kleine Kreiskrankenhaus nichts.
    Besonders dem bettlägerigen Schwerkranken nützt beides nichts, wenn es keinen Hausarzt (mehr) gibt (der auch tatsächlich noch – sehr schlecht vergütete ! – notwendige Hausbesuche macht) !

    • #30 Joseph Kuhn
      22. August 2019

      @ Beobachter:

      Schön, dass Sie das Thema wiedergefunden haben. Der Punkt, den Sie ansprechen, wird immer wieder vorgebracht. Aber was folgt daraus? Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass die meisten kleinen Häuser in städtischen Verdichtungsräumen stehen, nicht da, wo auch sonst alles fehlt. Trotzdem kommt das Argument mit den ländlichen Regionen als Gegenrede zu den bösen Bertelsmännern, die angeblich jetzt auch noch die letzte Versorgungsstruktur “draußen auf dem Land” streichen wollen, immmer wieder.

      Ihrem “bettlägerigen Schwerkranken” wäre aber auch auf dem Land mit einem mangelhaft ausgestatteten Krankenhaus nicht immer geholfen, z.B. bei einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall, oder einer Infektion nach Hüft-OP. Ein Punkt, der selten angesprochen wird: Krankenhäuser haben eine wichtige Rolle in der Facharztausbildung. Auch dazu sollten sie das heutige Versorgungsniveau vorhalten, nicht das von 1784.

      Ich habe auch nichts gegen Prantls Grundposition. Vielen seiner Kommentare zum Zeitgeschehen stimme ich zu, siehe den ersten Absatz des Blogbeitrags. Aber in der Krankenhausdebatte geht sein Kommentar an der Sache vorbei.

  25. #31 Beobachter
    23. August 2019

    @ Joseph Kuhn, # 30:

    Allgemeinmediziner/Hausärzte fehlen nicht nur auf dem platten Land, sondern auch in Städten –
    viele ältere gehen in Rente und finden keinen Praxisnachfolger, weil man z. B. als FA für Orthopädie, Chirurgie/Sportmedizin, Mikrobiologie/Labor oder Gynäkologie bedeutend mehr verdient und schlecht bezahlte Allgemeinmedizin keiner mehr machen will.
    Deshalb wird bettlägerigen Schwerkranken, die auf Hausbesuche und rechtzeitige Überweisungen/KH-Einweisungen angewiesen sind, immer weniger geholfen, und zwar schon grundlegend.
    Und diese große Patientengruppe hat nicht nur Schlaganfälle und Herzinfarkte, sondern z. B. auch akute Nierenversagen, schwere Infektionen (ohne vorhergegangene OP), Oberschenkelhalsbrüche, die im nahen Kreiskrankenhaus gut behandelbar wären.

    Die Krankenhäuser als Hort der Facharztausbildung scheinen also noch zu funktionieren –
    aber die medizinische (und pflegerische) Grundversorgung für alle Patientengruppen mit dem Allgemeinmediziner als “Verteiler/Koordinator” und “Kenner der Patienten” funktioniert NICHT.

    Wenn also nur noch Wert gelegt wird auf eine gute, spezialisierte, gut abrechenbare medizinische Versorgung und gleichzeitig eine gute, allgemeine medizinische GRUNDVERSORGUNG vernachlässigt wird, weil sie schlecht vergütet wird –
    liegt hier grundsätzlich sehr viel im Argen.
    Wobei diese Wertung etwas mit dem “Menschenbild” zu tun hat und mit Profitmaximierung im Gesundheitswesen (siehe Links oben).

    • #32 Joseph Kuhn
      23. August 2019

      @ Beobachter:

      Schön, dass Sie mir jetzt auch noch erklären, dass mancherorts auch Ärzte in Städten fehlen. Wie konnte ich das nur übersehen. Ich geb’s auf. Aufgrund Ihrer überragenden Expertise und Ihrer unfehlbaren Fähigkeit, die springenden Punkte einer Debatte zu fixieren, schlage ich vor, Sie übernehmen die Krankenhausplanung in Deutschland. Sie schaffen das.

      Auf Daten zum Zusammenhang von Mindestmengen und Behandlungsqualität wie z.B. im Krankenhaus-Report 2017 (btw: Nierenversagen S. 118) sollten Sie natürlich verzichten, das stört nur Ihre intuitive Expertise.

      Bestenfalls könnten Sie sich von Dr. Brock beraten lassen. Als ehemaliger Chefarzt hat er sich auf dem Land niedergelassen und sorgt dort aufopferungsvoll für seine Patienten. Er behandelt alles. Das zeigt, dass das gute Herz wichtiger ist als moderne Gerätemedizin – und dass Pamphlete wie die Bertelsmannstudie nur Lobbyinteressen bedienen. Was Sie ja schon immer wussten.

      Wir hier sind für so was einfach zu naiv oder vielleicht auch moralisch zu kaltherzig, daher sollten Sie für eine Weile wieder woanders kommentieren, wo man Ihre Expertise mehr zu schätzen weiß.