Das umgedichtete Kinderlied von der im Hühnerstall motorradfahrenden Oma entwickelt sich langsam zum Fallbeispiel politischer Psychiatrie.

In der Tradition sozialistischer Selbstkritik hatte sich WDR-Intendant Tom Buhrow „ohne Wenn und Aber“ von der Neufassung des Kinderlieds distanziert. Das wiederum fanden andere albern. Martin Sonneborn zeigt sich beispielsweise irritiert, dass Tom Buhrow den Shitstorm nicht ausgehalten hat – und schlägt ansonsten vor, man solle Polemik und Satire doch Leuten wie ihm überlassen. Ob er dabei irgendwo ganz hinten im Zerebrum an den Satz eines anderen Spaßpolitikers, Christian Lindner, dachte, die Sache mit dem Klimaschutz solle man doch den Profis überlassen? Wer weiß, des Menschen Seele ist ein Abgrund.

Der sonnebornsch kritisierte Tom Buhrow verteidigt sich jetzt gegen die Kritik an der Selbstkritik. Was wäre denn, wenn man statt der Oma von „Ali“ gesungen hätte, fragt er rhetorisch. Das wäre großer Mist gewesen, Tom, das ist doch klar. Schließlich gibt es kein altbekanntes albernes Kinderlied von Ali, der im Hühnerstall Motorrad fährt und das man moralalbern hätte umdichten können. Genauso wenig hätte es mit Juden oder Menschen mit Behinderungen gepasst, um den hinkenden Vergleich Buhrows noch deutlicher hinken zu lassen. Interessant wäre natürlich gewesen, was in dem Fall die „Deutsche Bruderschaft“, die ehrenrettend für die deutsche Oma vor dem WDR demonstriert hat, getan hätte.

Übrigens, nur nebenbei: Schon das Motorrad im Hühnerstall war umweltpolitisch inkorrekt. Die Luft im Hühnerstall ist allein durch die Hühner, ganz ohne Motorrad, hochbelastet, z.B. mit Ammoniak. Braucht es da noch zusätzlich Abgase aus dem Auspuff? Bei aller Kritik an der Kritik an der Oma: Man sollte nicht über diese dunkle Seite ihrer Vergangenheit schweigen.

Aber was rege ich mich auf. Dafür haben wir ja unsere Profis. Sonneborn, Lindner, bitte übernehmen Sie!

——————
Zum Weiterlesen: SPON zur Buhrowschen Selbstkritik.

Kommentare (32)

  1. #1 rolak
    31. Dezember 2019

    Selbstkritik

    Weils auf der rhetorischen Seite erstaunlicherweise nicht gelistet ist: Kritik und Selbstkritik.

    dunkle Seite

    Die ganzen SchnellEmpörten sollten mal das Geschehen von vor 3, 4 Generationen auf die heutige Weltbevölkerung hochrechnen. Die erste Hälfte des letzten Jhdts. war nämlich erstaunlich weit hinter Almidylle und zumindest hier im globalen Norden schon vollindustrialisiert. Selbst dann desaströs, wenn die Betrachtung völlig losgelöst von Gesellschaft und Politik sein sollte.

  2. #2 RPGNo1
    31. Dezember 2019

    “Die WDR-Satire sei ein Ausdruck künstlerischer Freiheit, sagte der ehemalige Innenminister Gerhart Baum (FDP) im Dlf. Sich für das Lied zu entschuldigen, sei eine Überreaktion. Er kritisierte auch den Einwurf von FDP-Politiker Wolfgang Kubicki in der Debatte, hier werde Satire politisch instrumentalisiert.”

    https://www.deutschlandfunk.de/umweltsau-satire-entschuldigung-vom-wdr-intendanten-eine.694.de.html?dram:article_id=466871

  3. #3 Alisier
    31. Dezember 2019

    Almi Dylle? Der erste wirklich richtige und wichtige Ökobauer?
    Richtig, es hat ihn nie gegeben.
    Und die FDP Gerhard Baums gibts auch schon ewig nicht mehr….
    Würde “Life of brian” heute gedreht und gezeigt gäbs Tote. Natürlich würde das politisch, religiös und auch sonst unkorrekte Zeug niemand mehr finanzieren wollen. Und es wären gerade die “Man darf ja nichts sagen!”-Typen, die ihre Mistgabeln und Fackeln schon bereit hätten.
    Es geht halt um “richtige” Satire, “richtige” Toleranz und den “richtigen” Humor. Und natürlich um “richtige” Politik, wobei die üblichen Verdächtigen natürlich immer schon ganz genau wissen, was das ist.
    Diskussionen sind natürlich Pfui, wenn die Wahrheit jedem klar vor Augen stehen muss…..
    Darauf eine Runde Motorrad im nächsten Hühnerstall….wobei….wo soll man den denn finden?
    Im durchschnittlichen landwirtschaftlichen Produktionsbetrieb ist der Platz so knallhart kalkuliert, dass man selbst mit Rollschuhen kaum noch durchkommt.
    Trotzdem ein schönes neues Jahr allen.

  4. #4 noch'n Flo
    Schoggiland
    31. Dezember 2019

    @ Alisier:

    Für Deine Behauptung

    Würde “Life of brian” heute gedreht und gezeigt gäbs Tote.

    hätte ich aber jetzt gerne mal eine Begründung. Das war doch eher ein Problem mit der RKK in den 1980ern, woher sollte jetzt eine solche Zerstörungskraft kommen?

    Dennoch auch Dir und Deinen Lieben einen guten Start ins neue Jahrzehnt.

  5. #5 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/
    1. Januar 2020

    @Alisier:

    Und es wären gerade die “Man darf ja nichts sagen!”-Typen, die ihre Mistgabeln und Fackeln schon bereit hätten.

    Finde ich auch nicht einleuchtend. Wo haben diese Typen denn bisher erkennen lassen, dass sie Meinungsfreiheit geringschätzen?

    Das Argument erinnert man an die Typen, die behaupten, dass die Friday-for-Futurekids mehr Flugreisen unternehmen als der Durchschnitt, nur weil sie am Flughafen Jugendliche gesehen haben.

    • #6 Joseph Kuhn
      1. Januar 2020

      @ user unknown:

      “Wo haben diese Typen denn bisher erkennen lassen, dass sie Meinungsfreiheit geringschätzen?”

      Mit Blick auf das aktuelle Thema: z.B. bei der Demo vor dem WDR? Bei den Morddrohungen gegenüber WDR-Mitarbeitern? Oder war die Frage anders gemeint?

  6. #7 Alisier
    1. Januar 2020

    @ noch’n Flo
    Es hat sich, seit die Pythons den Brian gedreht haben sehr vieles geändert: wie man am Thema dieses Posts sieht, neigen Menschen, befeuert durch diverse neue Kommunikationsmöglichkeiten dazu, sich über jeden Regentropfen einzeln aufzuregen, weil sie es können.
    Man muss sich nur bei den Evangelikalen in den USA umschauen, um zu beobachten, mit welch ungeheurem Selbstbewusstsein und mit welcher Aggressivität inzwischen vorgegangen wird.
    Der Film würde heute gleich von mehreren Seiten in die Zange genommen:
    Einerseits von den aggressiver werdenden Restchristen, und natürlich auch von manchen, die Jesus immerhin als Propheten begreifen. Damals haben viele Radikale die Existenz des Filmes gar nicht wahrnehmen können. Heute würde die Empörungswelle weltweit gar nicht mehr abebben, und zwar bereits, wenn das Thema des Drehbuchs bekannt wäre.
    Übrigens ist das nicht allein meine Prognose: John Cleese und Michael Palin haben sich bereits sehr ähnlich geäußert.
    Die RKK damals, so ganz ohne Internet, war ein beherrschbarer Gegner. Die weltweite Empörungsmaschinerie ist ein ganz anderes Kaliber.

  7. #8 Alisier
    1. Januar 2020

    @ user unknown
    Ja doch, Du wirst auch im neuen Jahr Meister des gepflegten Missverständnisses.

  8. #9 noch'n Flo
    Schoggiland
    1. Januar 2020

    @ Alisier:

    Okay, aus diesem Blickwinkel ist Deine Aussage nachvollziehbar.

    Man konnte das im Ansatz ja auch schon in den letzten Wochen erleben, als herauskam, dass eine polnische Softwarefirma im Laufe 2020 ein Computerspiel herausbringen will, in dem der Spieler in die Rolle von Jesus schlüpft. Allerdings verorte ich bei diesem Projekt noch keine Todesgefahr für irgendjemanden (ausser der Spielfigur natürlich).

  9. #10 noch'n Flo
    Schoggiland
    1. Januar 2020

    Fun fact: es war übrigens ebenfalls beim WDR, wo Herbert Feuerstein das Lied von der motorradfahrenden Oma seinerzeit für die Sendung “Schmidteinander” umdichtete in: “Unsre Oma kriegt jetzt jede Menge Liebe – unsre Oma ist ‘ne ganz patente Frau.” – für einen Running Gag mit Marga Maria Werny als “Oma Sharif”.

    Mit dem Umtexten des Lieds hat man beim Sender also durchaus Erfahrung.

  10. #11 noch'n Flo
    Schoggiland
    1. Januar 2020

    Und Zitat versemmelt, verflixt!

    Ach, ist eh egal…

  11. #12 Alisier
    1. Januar 2020

    @ nnF
    Oma Sharif war in der Tat ein schöner Gag, und Feuerstein damals öfter in Hochform.
    Wenn Schmidt als Derrick ein letztes “Warum” in den Raum stellte und Feuerstein betroffen und todernst guckte, waren die beiden allemal besser als das Original.
    Die art von Humor lag mir, und das war ein Grund mich früh Richtung Deutschland zu orientieren.
    Als bei “The last temptation of Christ” in Frankreich die Kinos brannten, war die Empörungsmaschinerie schon langsam warmgelaufen, nochmal ca. 30 Jahre später ist dann schon fast jedes Wort eine Zündschnur.

  12. #13 noch'n Flo
    Schoggiland
    1. Januar 2020

    @ Alisier:

    Die Lösung lautet “N”.

  13. #14 Alisier
    1. Januar 2020

    Genau!
    Und das fand ich schon immer weitaus origineller als 42….

  14. #15 noch'n Flo
    Schoggiland
    1. Januar 2020

    @ Alisier:

    Dass die Antwort eben nicht 42 ist, wusste doch schon das Usenet Oracle:

    https://internetoracle.org/bestof.cgi?N=351-375
    (Ziffer 353-03)

  15. #16 Oger
    2. Januar 2020

    @ Joseph Kuhn
    Da sie die “Umweltsau” irgendwie OK finden, darf ich sie dann auch zukünftig als Rampensau addressieren? Natürlich nur im ironischen und leicht satirischen Sinn?

    Vielleicht fühlen sie sich dadurch ja noch geehrt, oder gar geadelt. Sie wissen schon, Säue unter sich 😉

    Und bitte keine dumm-dreisten oder flapsig ironische Kommentare zum Post. Das ist einer Raumpensau nicht würdig. Das echte Schwein steht zu seinem Wesen. Also einfach nur: Ja, ich Joseph Kuhn, bin eine Rampensau. Siehe dazu auch hier: https://de.wiktionary.org/wiki/Rampensau

    Und falls sie ein noch nicht bekehrtes Umweltschweinchen sind, würde sich für Sie die schöne Titulierung Rampen- und Umweltschwein J. Kuhn empfehlen. Könnten sie in Zukunft nicht ihren Blog mit dieser Signatur führen. Nur der Wahrheit wegen?

    • #17 Joseph Kuhn
      2. Januar 2020

      @ Oger:

      “irgendwie”

      Wie denn?

      “darf ich sie dann auch zukünftig als Rampensau addressieren”

      Tun Sie sich keinen Zwang an, wenn es Ihnen so ein Bedürfnis ist. Warum eigentlich? Aber lesen Sie, falls Sie verstehen wollen, worum es geht, noch mal das mit dem hinkenden Vergleich. Falls Sie ein altes Kinderlied finden, das mich irgendwie mit Motorrädern in Hühnerställen in Verbindung bringt, wäre ich für einen Link dankbar. Und nur nebenbei sei darauf hingewiesen, dass das umgedichtete Oma-Kinderlied keine konkrete Person adressiert. Ich fände es daher auch nicht o.k., Sie persönlich als blöde Sau zu bezeichnen, nicht mal ironisch.

      Vielleicht können Sie mir in dem Zusammenhang aber auch etwas erklären. Seltsam finde ich bei den Kritikern des Oma-Lieds, dass sie vorgegeben, für die Würde fiktiver Personen einzustehen, aber kein Problem damit haben, konkrete Personen herabzuwürdigen. Und genauso wenig verstehe ich, warum Freunde der rechten Wahrheit, für die politische Korrektheit doch eigentlich auf den Müllhaufen der Geschichte gehört, die politische Korrektheit immer dann entdecken, wenn sie glauben, damit ein Feindbild pflegen können. Gilt der Satz, “das wird man doch noch sagen dürfen” für Andere nicht?

      Die Fragen sind nicht rhetorisch, ich verstehe das wirklich nicht. Verstehen Sie es?

  16. #18 rolak
    2. Januar 2020

    Wenn ein Text völlig daneben Lob und Tadel gleichsetzt (Rampensau≙Umweltsau), beleidigt (‘Das echte Schwein’), falsch generalisiert (-sau→-schwein), generell keine Ahnung von der Sprache hat die er vorgibt zu benutzen (‘Rampenschwein’ nicht existent außerhalb äquivalenter MalapropismusGruppen) – was sagt das wohl über Autorin/Autor aus?

  17. #19 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2015/06/20/umweltenzyklika-des-papstes-iv/
    2. Januar 2020

    @JosephKuhn:

    “Wo haben diese Typen denn bisher erkennen lassen, dass sie Meinungsfreiheit geringschätzen?”

    Mit Blick auf das aktuelle Thema: z.B. bei der Demo vor dem WDR? Bei den Morddrohungen gegenüber WDR-Mitarbeitern? Oder war die Frage anders gemeint?

    Laut Alisier ging es um Man-darf-ja-nichts-sagen-Typen – bei Dir werden daraus Demonstranten vor dem WDR und Leute, die mit Mord drohen.

    Es ist vielleicht ein wenig anstrengend, aber das ist nicht 3x das Gleiche und etwas unterkomplex so zu tun als ob.

    Gegen Pesonen, die mit Mord drohen, haben wir Strafgesetze und die sehen m.W. vor, dass deren Grundrechte, wie das auf freie Meinungsäußerung, für die Dauer einer Haftstrafe stark eingeschränkt werden kann – an Wahlen dürfen sie ja auch nicht teilnehmen.

    Aber kamen die Morddrohungen aus den Reihen der Demonstranten und wenn ja, von allen? Sonst fällt es Dir so leicht zwischen Individuen und Gruppen zu differenzieren – macht man das nur noch, um den Diskussionspartner in die Pfanne zu hauen, oder steckt da so was wie ein Wert, ein Recht dahinter, die jedem Individuum zukommen?

    Wer auf einer Demo sein Missfallen äußert, achtet damit noch nicht die Meinungsfreiheit gering. Man kann Meinungen kritisieren, ohne das Recht die Meinung zu vertreten, aufgeben zu wollen. In manchen Kreisen freilich hat man sich von dieser Unterscheidung verabschiedet und will gleich jeden klatschen, der eine unliebsame Meinung äußern will.

    Die Man-darf-nichts-mehr-sagen-Typen sind für mich wieder eine andere Gruppe. Es mag da Überschneidungen geben, aber die drei Gruppen sind nicht identisch.
    In den 70ern gab es Leute, für die war jeder, der gegen AKWs demonstrierte bei der RAF. Das waren auch zum Großteil Leute, die eine einfache Problemlösung anboten: Rübe runter!

    Kann es sein, dass heute einige der damals Verunglimpften Revanche nehmen und mit einem wie Du mir, so ich Dir rechtfertigen?

    Ich selbst fand ja das Omalied keine treffende Satire, weil die angegriffene Gruppe statistisch vielleicht für mehr CO2 verantwortlich ist, als mittlere 20jährige, aber wir sagen ja auch nicht “Frauen sind schlechter in Mathe”, nur weil es statistische Befunde gibt, die sich so auslegen lassen (weniger Mathematikerinnen in Spitzenpositiionen).
    Bei Fridays for Future und Extinction Rebellion machen zwar überwiegend Jugendliche mit, aber die überwiegende Zahl der Jugendlichen macht da überhaupt nicht mit.

    Andrerseits sind Omas jetzt auch keine häufig geschubste und gemobbte Gruppe, die nicht auch mal eine unfaire Breitseite wegstecken könnte – die Aufregung vor dem WDR finde ich auch lächerlich.

    Allerdings war sie doch zu was gut. Wie nachträglich der Bückling gemacht wird und die Satire – schlecht oder nicht – verraten wird, das ist das gleiche Muster wie bei Charlie Hebdo: Die Morde lösten Erschrecken aus, aber dann wurde oft gleich nachgeschoben, dass man die Moslems ja nicht so brüskieren müsse.

    Sichtbarmachung des Stands von Bürgerrechten und Freiheiten auf der Werteskala der dt. Gesellschaft, das ist mal wieder gelungen.

    • #20 Joseph Kuhn
      2. Januar 2020

      @ user unknown:

      Verstehe ich recht: Es geht Ihnen darum, dass nur einige von den “Man-darf-ja-nichts-sagen-Typen” anderen die freie Meinung absprechen und nur die radikalsten von ihnen Morddrohungen aussprechen? Wenn’s der Wahrheitsfindung dient, von mir aus.

      Was Sie damit meinen, dass die “Sichtbarmachung des Stands von Bürgerrechten und Freiheiten auf der Werteskala der dt. Gesellschaft” wieder mal gelungen sei, verstehe ich allerdings nicht. Wem ist das gelungen und wodurch?

      Ich sehe die Geschichte als aufschlussreiches Beispiel dafür, wie einfach sich inzwischen Emotionen im Internet aufheizen lassen, wie sich aus einem völlig nichtigen Anlass heraus eine emotionale Welle erzeugen lässt, die bis zu Morddrohungen führt. Dass diese Gesellschaft an einer “thymotischen Unterversorgung” leidet, wie einmal der AfD-Hausphilosoph Marc Jongen feststellen zu müssen glaubte, kann ich jedenfalls nicht feststellen. Nicht nur der Mord an Walter Lübcke und sein medialer Vorlauf zeigt, dass die Gesellschaft stattdessen an einem frei flottierenden, mit ein paar Klicks zu bewirtschaftenden Überschuss an thymotischer Energie leidet, und an zu vielen Social Media-Lemmingen.

  18. #21 Blaire
    4. Januar 2020

    Wieder so ein erbärmlicher Artikel.

    • #22 Joseph Kuhn
      4. Januar 2020

      @ Blaire:

      Was genau finden Sie denn daran so “erbärmlich”? Finden Sie Buhrows Vergleich schlüssig? Geht es um die Äußerungen von Sonneborn? Oder wollten Sie sich nur erleichtern?

  19. #23 fangirl
    4. Januar 2020

    Ich glaube es geht dabei um ganz was anderes: die braun-blau-versifften Herrenmenschen haben gemerkt, dass auch andere das Recht haben, in der Öffentlichkeit dummes Zeug von sich zu geben. Wieder ein so ein nicht exklusives Grundrecht…

  20. #24 Joseph Kuhn
    4. Januar 2020

    Tom Buhrow irrlichtert weiter durch den Hühnerstall

    Tom Buhrow: Es habe “echte Gefühlsäußerungen von ansonsten wohlmeinenden Hörern” gegeben, “wirklich Hunderte Seniorinnen und Senioren und deren Enkel”, man könne doch nicht so tun, “als ob es nicht zählt, wenn sich ein großer Teil unseres Publikums zu Unrecht angegriffen fühlt.”

    Als Analogie: Wenn demnach Homöopathen “echte Gefühlsäußerungen” zeigen, weil man ihre Zuneigung zur Homöopathie kritisiert, oder wenn Rechte sich “zu Unrecht angegriffen fühlen”, weil man ihren ausländerfeindlichen Äußerungen widerspricht, nimmt man die Kritik auch zurück? Was sind das für Maßstäbe?

    Kurios auch: “Hunderte Seniorinnen und Senioren und deren Enkel” sind nach Buhrows Logik “ein großer Teil” des WDR-Publikums? Dass der WDR bei 18 Millionen Einwohner/innen allein in Nordrhein-Westfalen so wenig Publikum hat, hätte ich nicht gedacht.

    Zudem hat er auf eine selbstselektierte und in unbekanntem Ausmaß verzerrte Stichprobe seiner Kundschaft reagiert.

  21. #25 rolak
    4. Januar 2020

    Kurios

    Noch kurioser: ‘echte Gefühlsäußerungen von ansonsten wohlmeinenden Hörern’ impliziert doch, daß mit dem ansonstenen Wohlmeinen ein falsches Gefühl geäußert wurde, besagte Hörer durch dies Geträller geradezu vom falschen Weg abgekommen sind. Merkwürdiges Gedankengebäude…

    braun-blau-versifft

    ..when the shit hits the fan..
    Auch wenn es sehr wahrnehmbar zum aus der LTI übernommenen Sprachrepertoire der Rechten gehört, ist das noch lange kein Grund, genauso sein Gegenüber zu entmenschlichen (‘braune Flut’ etc) oder für ‘lebensunwert’ zu erklären (versifft aka syphilitisch).

  22. #26 fangirl
    4. Januar 2020

    @rolak:
    “die braun-blau-versifften Herrenmenschen”

    die = bestimmter Artikel
    braun-blau-versifften = Attribut des Types “adjektivisches Adverb” (wir erinnern uns mit Hilfe der Wikipedia: “Attribut, deutsch auch Beifügung, ist ein Begriff aus der Grammatik und bezeichnet Ausdrücke, die innerhalb eines Satzgliedes zugesetzt werden. Der Begriff Attribut bzw. attributive Konstruktion hat allerdings oft einen noch engeren Sinn und bezeichnet dann eine syntaktische Kombination eines Ausdrucks mit einem Substantiv.” )
    Herrenmenschen = Substantiv (auf welches sich das Attribut bezieht)

    Ich sehe weder in der Attributierung noch im gesamten Ausdruck irgendeine Entmenschlichung, im Gegenteil, das Substantiv “Herrenmensch” betont ja das Menschsein.
    Was, bitte, ist “LTI”?

  23. #27 rolak
    4. Januar 2020

    Ich sehe weder in (..) noch im

    Der Haken ist halt, daß ein ad-ig bloß ein ScheinArgument ist.
    LTI
    Zur sprachlichen Entmenschlichung ein neueres ErklärBär-Beispiel.

    Allgemein: nur seltenst läßt sich die Semantik mit Grammatik festlegen – falls überhaupt.

  24. #28 fangirl
    4. Januar 2020

    @rolak
    nein, was ich gebracht habe ist kein ad-ig, sondern eine Analyse. Ähnlich Ihres belehrenden Beitrages #18.

    Zum Thema versifft:
    https://www.duden.de/suchen/dudenonline/versifft
    Sie sollten die Duden-Redaktion um eine Korrektur nach Ihrem Verständnis dieses Begriffes ersuchen.

    Nebenbei: Nach meinem Wissen befällt der Syphilis-Erreger nur Menschen.

  25. #29 rolak
    4. Januar 2020

    OK, Du willst nicht denken, sondern doch noch sagen dürfen. /eof/

    Remember: If it looks like a duck, swims like a duck, and quacks like a duck, then..

  26. #30 Joseph Kuhn
    5. Januar 2020

    Eine beratene Kommunikationskrise?

    Ob die Agentur Media 5 Buhrow auch in der Causa Umweltsau beraten hat?

    Der AfD würde in dem Fall eine Medienberatung auch nicht schaden. Weidel twittert: “Zwangsfinanzierte 1,2 Milliarden jährlich für den WDR und heraus kommen Omas als „Umweltsäue“. Logische Konsequenz wäre sofortige Entlassung Buhrows.” Da ist Weidel knallhart, keine Gnade. Ob man diese logische Konsequenz auch für sie und ihresgleichen fordern darf? Zum Beispiel wegen der “Schweine” und “Marionetten der Siegermaechte”?

    Ganz davon abgesehen von der fehlenden „logischen Konsequenz”, gegen eine angeblich gleichgeschaltete Systempresse zu hetzen und dann den Rundfunk von unliebsamen Journalisten säubern zu wollen.

    Der Volljurist Maaßen hat übrigens das gleiche Verständnis davon, dass man nur einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk braucht, der auf dem rechten Weg ist, er raunt sogar davon, Buhrow müsse zur Verantwortung gezogen werden: “Das ist keine moralische Frage. Sondern eine rechtliche. Wann werden diese Damen und Herren Intendanten und Chefredakteure der ÖRR für diese Verfehlungen zur Verantwortung gezogen?” Wegen welchem Paragraphen noch mal genau, Herr Maaßen?

  27. #31 rolak
    11. Januar 2020

    Warum des Intendanten Kotau deutlich diskriminierender ist als Geträller der Sorte ‘mindestens so irrelevant wie das Original’, wird querbeet aufgedröselt.

    auch für sie und ihresgleichen?

    Geh, Joseph, der von so vielen eingenommene Standpunkt ‘für alle falsch außer bei mich’ verbietet das vehement. Übrigens ©.

  28. #32 noch'n Flo
    Schoggiland
    16. Januar 2020