… macht, was sie schon immer gern getan hat: ziellos durch die politische Arena stolpern. Da tritt doch allen Ernstes Thomas Kemmerich mit exakt 5 % Stimmen im Rücken zur Ministerpräsidentenwahl im Landtag an. Ein Wessi, politisch unerfahren, aber mit der in manchen politischen Milieus gern gesehenen Naschforschheit und Macherhabitus. Jetzt ist er zur eigenen Überraschung Ministerpräsident von Thüringen. Mit eben jenen 5 %. Und den Stimmen der AfD. Das ist nicht gut fürs Renommee. Und es reicht für keine Regierung.

Der große Stratege der FDP, Christian Lindner, hat erst gratuliert, jetzt besinnt er sich auf sein Credo nach der Bundestagswahl, auch da war die FDP ziellos herumgestolpert: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“. Noch besser wäre es, ab und zu vorher zu überlegen, was nachher rauskommt – bei dem, was man tut.

Die CDU, die das Thüringer Desaster durch ihre Stimmen im dritten Wahlgang mitherbeigeführt hat, wird sich langsam ihrer eigenen strategischen Fehlleistung bewusst. Soll sie etwa als Juniorpartner in ein Kabinett Kemmerich eintreten? Einem Ministerpräsidenten, der mit den Stimmen der AfD ins Amt gewählt wurde? Und obwohl man bei der Landtagswahl 21,7 % geholt hatte, also viermal so viel wie die FDP? Gut, sie hatte auch 11,8 % gegenüber der letzten Wahl verloren, da kann man schon mal zusätzlich die Nerven verlieren.

Gewonnen bei dem Possenspiel hat die AfD. Sonst niemand. Vielleicht lernen die anderen Parteien daraus, dass Politik kein Zocker-Geschäft ist, bei dem man reizt und guckt, wer darauf reinfällt. Ein “hochriskantes” und “nicht akzeptables demokratisches Abenteuer”, so Markus Söder. Er hat selbst Erfahrung im politischen Glücksspiel der Premiumklasse, sein Wort zählt hier besonders. Jetzt scheinen sich Neuwahlen anzubahnen. In dem Fall vielleicht wirklich das Beste. Mag sein, dass die Stimmverteilung danach nicht viel anders aussieht. Aber der eine oder andere Abgeordnete wird dann hoffentlich etwas verantwortungsvoller mit seinem Mandat umgehen.

——–
Edit: In der ersten Version stand fälschlicherweise, dass sich die CDU im dritten Wahlgang enthalten habe, das ist natürlich falsch. Sie hatte sich in den ersten beiden Wahlgängen enthalten.

Kommentare (162)

  1. #1 RPGNo1
    5. Februar 2020

    Jetzt scheinen sich Neuwahlen anzubahnen.

    Neuwahlen haben sowohl Kemmerich als auch die Thüringen-CDU bereits abgelehnt. Sie ahnen wohl, was ihnen aktuell blüht: Die FDA verschwindet in der Versenkung, und die CDU findet sich mit der SPD am einstelligen Prozenttischchen wieder.

    In dem Fall vielleicht wirklich das Beste.

    Das denke ich auch.

    Im Übrigen wurden bereits kurz nach Wahl Kemmreichs die Aussagen ad absurdum, keine Zusammenarbeit mit der FDP anzustreben. Die weitere Landtagssitzung wurde nämlich mit Stimmen der CDU, FDP und AfD gegen Grüne, SPD und Linke vertagt.

    Im Zweifelsfalls sind Ethik und Moral halt doch irrelevant.

    • #2 Joseph Kuhn
      5. Februar 2020

      @ RPGNo1:

      “Neuwahlen haben sowohl Kemmerich als auch die Thüringen-CDU bereits abgelehnt.”

      Was Kemmerich sagt oder nicht sagt, ist irrelevant. Der versucht jetzt erst mal zu verstehen, in welchem Spiel er welche Position hat. Viel schlimmer: In den Nachrichten kam gerade, dass es laut AfD schon im Vorfeld der Wahl Absprachen zwischen AfD und CDU gab. Wenn die CDU in Thüringen das nicht glaubhaft dementiert, dann gute Nacht.

  2. #3 RPGNo1
    5. Februar 2020

    Ein kleines “liberales-bürgerliches” Schmankerl

    Benedikt Brechtken, Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen Recklinghausen auf Twitter:

    SPD und Grüne koalieren ohne Bedenken mit der ehemaligen SED, überall wo es irgendwie geht. Die FDP koaliert nicht mit der AFD, sondern wurde in einer geheimen Wahl ungeplant von dieser unterstützt. Von euch muss sich kein Bürgerlicher moralische Belehrungen anhören!

    https://twitter.com/ben_brechtken/status/1225043375490990082

  3. #4 RPGNo1
    5. Februar 2020

    @Joseph Kuhn

    In den Nachrichten kam gerade, dass es laut AfD schon im Vorfeld der Wahl Absprachen zwischen AfD und CDU gab.

    Das wiederum überrascht mich weniger. Denn es hatten sich einige wichtige Mitglieder der thüringischen CDU direkt nach der Wahl für eine “bürgerliche” (gemeint ist CDU/FDP/AfD) Koalition ausgesprochen. Mike Mohring schien dem nicht vollkommen abgeneigt. Er hat sich wie Aal gewunden und erst nach einem scharfen Rüffel aus Berlin diesbezüglichen Gedankenspielen eine Absage erteilt.

  4. #5 Alisier
    5. Februar 2020

    Tja FDP…….wer wird euch noch wählen wollen?
    Obwohl…..wer hat die denn bis jetzt gewählt?
    Und die CDU hat jetzt auch ein ernsthaftes Problem an der Backe.
    Es sind halt wieder die 20ger Jahre, nicht wahr. Und die “Bürgerlichen” haben aus der Geschichte anscheinend nix gelernt.

  5. #6 noch'n Flo
    Schoggiland
    5. Februar 2020

    Bitte nicht vergessen: die heutigen Ereignisse sind komplett innerhalb des legalen demokratischen Rahmens erfolgt. Wer Demokratie möchte, muss auch mit solchen Ergebnissen leben (können).

    @ Alisier:

    Es sind halt wieder die 20ger Jahre, nicht wahr. Und die “Bürgerlichen” haben aus der Geschichte anscheinend nix gelernt.

    Komisch: genau das habe ich schon vor einiger Zeit bei CC geäussert, aber niemand wollte mir glauben, dass sich die Geschichte wiederholt… mir wurde sogar unterstellt, dass die heutige Demokratie reif genug sei (und aus der Geschichte ausreichend gelernt hätte), genau dies zu verhindern… wer war das (u.a.) noch gleich…

    Die Parallelen gehen übrigens noch weiter: wir haben wieder einen “starken Mann” im Kreml, einen US-Präsidenten, der sich nicht so sehr für Aussenpolitik begeistert, ein Deutschland, welches für halb Europa den Zahlmeister gibt sowie ein zunehmendes Aufkommen nationalistischer und antisemitischer Tendenzen in eben jenem Europa.

    Zufall? Oder jetzt vielleicht doch endlich ein Weckruf?

    Ich habe bereits vor Jahren mit einem ehemaligen Kommilitonen eine Wette (um eine Kiste Magnum-Champagner) abgeschlossen, dass bis spätestens 2033 (zum 100jährigen “Jubiläum”) der Reichstag wieder brennt. Wenn es so weiter geht, gewinne ich diese Wette locker. Und dann werde ich von der Schweiz aus auf Euer Andenken anstossen.

    (Disclaimer: ich verfolge diese Entwicklung bereits seit Jahren mit grosser Sorge und bin mit den heutigen Ereignissen überhaupt nicht einverstanden. Nur so für den Fall, dass mich mal wieder jemand in die rechte oder gar Rassismus-Ecke stellen möchte.)

    • #7 Joseph Kuhn
      5. Februar 2020

      @ noch’n Flo:

      “Bitte nicht vergessen: die heutigen Ereignisse sind komplett innerhalb des legalen demokratischen Rahmens erfolgt.”

      Das hat auch niemand bestritten. Aber was ist das für ein Argument? Auch Hitler wurde demokratisch gewählt. Und kommt jetzt bitte nicht gleich mit “Godwin”.

      “Wer Demokratie möchte, muss auch mit solchen Ergebnissen leben (können).”

      Niemand hat vor, sich deswegen umzubringen. Aber kritisch kommentieren wird man die Sache ja noch dürfen. Was also willst du mit dem Satz sagen?

      “dass bis spätestens 2033 … der Reichstag wieder brennt. … dann werde ich von der Schweiz aus auf Euer Andenken anstossen”

      Sachma, geht’s noch?

      “Nur so für den Fall, dass mich mal wieder jemand in die rechte oder gar Rassismus-Ecke stellen möchte”

      Keine Angst, du musst den Präventions-Godwin nicht bemühen. Aber man kann auch dummes Zeug reden, wenn man nicht in der rechten Ecke steht.

  6. #8 RPGNo1
    5. Februar 2020

    @noch’n Flo

    Wer Demokratie möchte, muss auch mit solchen Ergebnissen leben (können).

    Leben: Ja
    Tolerieren: Nein
    Akzeptieren: am allerwenigsten

    Und dann werde ich von der Schweiz aus auf Euer Andenken anstossen.

    Es gibt die SVP in der Schweiz. Und per Volkabsabstimmung sollte den Ausländern, also auch dir, das Leben in der schönen Schweiz versaut werden.. Auch hier kann sich Geschichte wiederholen, so dass nichts aus dem Anstoßen wird.

    @Alle
    Die NSDAP ist 1933 nicht durch einen Putsch an die Macht gekommen. Das sollten wir niemals vergessen.

    • #9 Joseph Kuhn
      5. Februar 2020

      … musstest du das jetzt schneller in der Tasten hauen als ich? Am Ende halten uns manche noch für gleichgeschaltet. 😉

  7. #10 noch'n Flo
    Schoggiland
    5. Februar 2020

    @ JK:

    Aber was ist das für ein Argument? Auch Hitler wurde demokratisch gewählt. Und kommt jetzt bitte nicht gleich mit “Godwin”.

    Warum sollte ich? Ich bin genauso besorgt wie Du, wohin uns der heutige Entscheid führen wird (also zumindest hoffe ich, dass Du deswegen genauso besorgt bist, wie ich).

    Was also willst du mit dem Satz sagen?

    Dass eine Demokratie solche Ereignisse aushalten können muss.

    Sachma, geht’s noch?

    Ich bin halt in dieser Sache inzwischen ein Zweckpessimist.

    Keine Angst, du musst den Präventions-Godwin nicht bemühen.

    Aha! Mir gestehst Du den Godwin nicht zu, obgleich er angemessen gewesen wäre, aber unterstellst mir einen, wo keiner ist.

    Aber man kann auch dummes Zeug reden, wenn man nicht in der rechten Ecke steht.

    Und vice versa.

    Danke für das Gespräch! Ich wollte sinnvoll diskutieren, Du jedoch kommst mit persönlichen Angriffen.

  8. #11 Alisier
    5. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    Ganz so pessimistisch wie Du bin ich nicht.
    Eher fühle ich mich zum Handeln herausgefordert und nicht zum Wetten.
    Und es wiederholt sich nichts wirklich, aber die Gefahrenlage ist durchaus ähnlich, wenn auch aus ganz anderen Gründen.
    Und ich würde mit Dir trotzdem gerne um eine “Chateau Cheval Blanc” wetten, worum genau überlege ich noch.
    Noch was: es hat dich eigentlich nie jemand in die rechte Ecke gestellt soweit mir bekannt, oder des Rassismus bezichtigt, sondern lediglich rassistisch zu verstehende Sichtweisen und Bemerkungen moniert. Das ist ein großer Unterschied.
    So wie Du auch zuweilen antidemokratische Bemerkungen machst, und Dir dann u.U. Kritik einfängst.
    Tja Joseph, dass RPGNo1 deine Sockenpuppe ist haben wir ja schon länger geahnt. Und bei mir bin ich mir manchmal auch nicht so sicher……

  9. #12 Alisier
    5. Februar 2020

    Ansonsten: Du calme, messieurs!
    Oder wie man bei Asterix zu sagen pflegte: “Pax, meine Herren, Pax!”

  10. #13 noch'n Flo
    Schoggiland
    5. Februar 2020

    @ RPGNo1:

    Tolerieren: Nein

    Wie willst Du das in der deutschen Demokratie durchsetzen?

    Akzeptieren: am allerwenigsten

    Da sind wir uns zum Glück wieder einig.

    Es gibt die SVP in der Schweiz.

    Korrekt. Und die SVP wurde vor ein paar Jahren gemeinschaftlich von allen anderen im Nationalrat (dem schweizer Parlament) vertretenen Parteien wegen ihrer extremistischen Parolen kaltgestellt – woraufhin sich die SVP unter Führung ihres Chefideologen Christoph Blocher (das war 2007 der mit den “scharzen Schafen”) beleidigt für 4 Jahre in die Opposition zurückgezogen hatte. Genau das hätten die 5 demokratischen Parteien in Thürgingen auch tun können.

    Haben sie aber leider nicht.

    Und per Volkabsabstimmung sollte den Ausländern, also auch dir, das Leben in der schönen Schweiz versaut werden.

    Wenn Du schon Bezug auf schweizer Politik nimmst, dann recherchiere bitte besser: es soll nur der Zuzug von neuen Ausländern begrenzt werden (was auch geschehen ist), diejenigen, die bereits das Aufenthaltsrecht besitzen (so wie wir bereits sein 2013), sind davon nicht betroffen.

    Uns gängelt man in anderer Weise. Ähnlich wie die Ausländer in Düütschland.

    (Aber die Geschichte solltes Du ja bereits sattsam kennen.)

  11. #14 Alisier
    5. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    Man kann das schweizer System wirklich nicht direkt mit dem deutschen vergleichen, weswegen die Vergleiche hinken müssen.

  12. #15 Dietmar Hilsebein
    5. Februar 2020

    @ noch’n Flo

    Man kann aber noch ein anderes Szenario entwerfen: die Geschichte wiederholt sich freilich, aber nicht eins zu eins. Hitler war ja nicht das Problem, es waren die Gläubigen, die einen Erlöser suchten. Heute, so vermute ich, sind wir doch -gerade auch im Osten- eher atheistisch geprägt. Was gehen uns Erlösungsphantasien an? Mag der Höcke sich doch selbst erlösen -was gehen mich seine narzißtischen Überlegenheitsphantasien an? Höcke hier, Trump und Putin, Erdogan oder wie die alle heißen dort, kriechen aus dem selben Loch, aus dem einst Franco, Mussolini, Stalin oder Hitler kroch. Diese Narzißten wird es immer geben, wichtig aber für uns, ihnen nicht mehr zu glauben. Es glaubt ihnen heute ja auch keiner. Es wird aus Protest gewählt, so wie man in den 90igern die Republikaner gewählt hat. Hier wird dann natürlich, @Alisier möge mir verzeihen, die Demokratie ihr Ende finden. Wer wählt, muß auch abschätzen können, was die eigene Wahl für Folgen haben könnte. Wahlrecht für alle führt zum Untergang der Demokratie.

    • #16 Joseph Kuhn
      5. Februar 2020

      @ Dietmar Hilsebein:

      “Wahlrecht für alle führt zum Untergang der Demokratie.”

      Das Problem ist, dass viele Gruppen glauben, die anderen sollten kein Wahlrecht haben. Wer andere von der politischen Willensbildung ausschließen will, weil er elitären Phantasien anhängt, ist per se kein Demokrat.

      Die Demokratie würde untergehen, wenn niemand mehr etwas darauf geben würde. Sei es, weil man sie für “Parteiengezänk” hält und lieber einen Führer will, sei es, weil man zufrieden ist, wenn man rechtzeitig das neue Handy kaufen kann, sei es, weil man einfach keine Lust hat, sich darum zu kümmern, was alle angeht, sei es, weil man denkt, Wahlrecht für alle sei der Untergang der Demokratie. Die Proteste gegen die Thüringer Posse lassen hoffen, dass solche Einstellungen noch nicht die Mehrheit haben.

  13. #17 noch'n Flo
    Schoggiland
    5. Februar 2020

    @ Alisier:

    Ganz so pessimistisch wie Du bin ich nicht.

    Das freut mich für Dich. Ehrlich!

    Eher fühle ich mich zum Handeln herausgefordert und nicht zum Wetten.

    Das sehe ich ähnlich. Vielleicht können wir beide uns ja soweit zusammenraufen, dass wir zu dem Ergebnis kommen, dass wir:
    a) in gewissen Fragen vorläufig nicht auf einen Nenner kommen (e.g. Klimadebatte, FFF), jedoch
    b) unsere gemeinsamen Resourcen in anderen Dingen vereinen können und wollen.

    Solltest Du da mit mir übereinstimmen: Du hast immer noch meine Telefonnummer, ruf mich gerne jederzeit in diesem Sinne an!

    Und es wiederholt sich nichts wirklich, aber die Gefahrenlage ist durchaus ähnlich, wenn auch aus ganz anderen Gründen.

    Dein Wort in der Götter Gehörgang!

    Und ich würde mit Dir trotzdem gerne um eine “Chateau Cheval Blanc” wetten, worum genau überlege ich noch.

    Um es mal mit den goldenen Worten von Philipp Jenninger, im Jahr 1987 Präsident des Deutschen Bundestages, zu sagen:

    Ich bitte die Beteiligten, den Gegenstand der Wette an anderer Stelle festzulegen, und mich gegebenenfalls daran zu beteiligen.

    (Das sagte er seinerzeit im April 1987 in einer Haushaltsdebatte bei einem regen Wortgefecht zwischen mehreren Abgeordneten von CDU und SPD.)

    Noch was: es hat dich eigentlich nie jemand in die rechte Ecke gestellt soweit mir bekannt, oder des Rassismus bezichtigt, sondern lediglich rassistisch zu verstehende Sichtweisen und Bemerkungen moniert. Das ist ein großer Unterschied.

    Ich lasse Dir das jetzt mal grosszügig durchgehen und hoffe, dass mir Deine liebe Frau nicht schon wieder in meine (inzwischen sowieso im Ruhestand befindlichen) Kronjuwelen treten möchte… 😉

  14. #18 Alisier
    5. Februar 2020

    @ Dietmar Hilsebein
    Ich hatte ja auch früher auch aus lauter Wut und Verzweiflung Fantasien manche von Wahlen auszuschließen.
    Inzwischen sehe ich das anders.
    Und der Osten ist mitnichten atheistisch geprägt: ob man den Sozialismus oder einen anderen Götzen anzubeten gelernt hat macht kaum einen Unterschied.
    Echter Atheismus beruht auf eigenem Denken und nicht auf verordnetem Verhalten.

  15. #19 noch'n Flo
    Schoggiland
    5. Februar 2020

    @ Alisier:

    Man kann das schweizer System wirklich nicht direkt mit dem deutschen vergleichen, weswegen die Vergleiche hinken müssen.

    Warum eigentlich? Es handelt sich in beiden Fällen um parlamentarische Demokratien. Und der Umstand, dass in der Schweiz wesentlich mehr Volksbefragungen abgehalten werden, als in Düütschland, hat doch mit dem aktuellen Fall nichts zu tun.

  16. #20 Dietmar Hilsebein
    5. Februar 2020

    “Ich hatte ja auch früher auch aus lauter Wut und Verzweiflung Fantasien manche von Wahlen auszuschließen.
    Inzwischen sehe ich das anders.”

    Würde mich interessieren. Früher wollte ich die direkte Demokratie, heute sehe ich das anders. Ich bin inzwischen von der Blödheit der Massen zutiefst überzeugt. Ich wünschte, mich würde einer davon abbringen. Anderseits ist es mir um die Massen auch nicht Schade. Soll sie doch dahinfahren…

    “Echter Atheismus…” Heute wurde gerade auf Arte Nietzsche wiederholt: “werde, der du bist…”

    • #21 Joseph Kuhn
      6. Februar 2020

      @ Dietmar Hilsebein:

      “Anderseits ist es mir um die Massen auch nicht Schade. Soll sie doch dahinfahren…”

      Ich schlage vor, Sie denken noch einmal ein wenig nach, bevor Sie Ihren persönlichen Lebensfrust in allgemeine Menschenverachtung ummünzen. Mir hat heute auch das Mittagessen nicht geschmeckt, der Fisch war total trocken, der Kartoffelsalat eine Zumutung. Trotzdem wünsche ich das Kantinenpersonal nicht zum Teufel und das Wahlrecht will ich ihnen auch nicht entziehen. Bei Ihnen komme ich dagegen ins Grübeln, sollten Leute wie Sie wirklich wählen dürfen?

  17. #22 Alisier
    5. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    Nun, wir könnten mit dem “Milizparlament” anfangen, und dann über Entscheidungsfindungsprozesse reden.
    Aber das schweizer System ist hier nicht Thema.

  18. #23 Alisier
    6. Februar 2020

    @ Dietmar Hilsebein
    Interessanterweise bleibe ich optimistisch gestimmt, und sehe sogar in China Lichtblicke.
    Die Ratten kommen halt immer mal wieder aus ihren Löchern, aber dennoch sind es immer weniger und sie werden insgesamt immer schwächer.
    Und es gibt viele Gründe die demokratisch Gesinnten zu unterstützen und zu stärken. Ein paar notorische Vollidioten hat man immer, aber die anderen sind es wert, sich am Riemen zu reißen und weiter zu machen.
    Zumindest ist das meine Überzeugung.

  19. #24 Alisier
    6. Februar 2020

    @ Joseph Kuhn
    Trockener Kantinenfisch und schlechter Kartoffelsalat ist alllerdings schon heftig, und sollte nicht einfach so hingenommen werden.

  20. #25 Dietmar Hilsebein
    6. Februar 2020

    @Joseph Kuhn
    Ok, dann müssen wir uns dahingehend einig werden, daß für die politische Willensbildung mehr geleistet werden muß, um die Demokratie zu erhalten. Denn um auf die Demokratie etwas geben zu können, bedarf es eines Geschichtsbewußtseins -und nichts außerdem! Doch darum ist es hier in Deutschland schlecht bestellt. Ich sehe nur Krokodilstränen angesichts des Holocaust’, aber keine wirkliche Begegnung mit der Geschichte, die mit Luther und Wagner ihren Anfang und Fortsetzung nahm. Von oben erzwungener (DDR) oder geheuchelter Antisemitismus (BR Dtl.) treibt die Wähler genau dorthin, wo man sie eigentlich nicht haben will.

    • #26 Joseph Kuhn
      6. Februar 2020

      @ Dietmar Hilsebein:

      “Ok, dann müssen wir uns dahingehend einig werden, daß für die politische Willensbildung mehr geleistet werden muß, um die Demokratie zu erhalten.”

      Dass Demokratie als Bereicherung des Lebens, als konkrete Möglichkeit, Dinge mitzugestalten, Einfluss zu nehmen, erlebbar sein muss, und nicht nur als Lippenbekenntnis: Wie käme ich dazu, das infragezustellen? Wenn Sie das auch so sehen, müssen wir uns also nicht dahingehend einig werden.

  21. #27 Dietmar Hilsebein
    6. Februar 2020

    @ Joseph Kuhn

    “Bei Ihnen komme ich dagegen ins Grübeln, sollten Leute wie Sie wirklich wählen dürfen?”

    Ihre Haltung mir gegenüber kann ich nachvollziehen -mich reitet bisweilen der Teufel…

    • #28 Joseph Kuhn
      6. Februar 2020

      @ Dietmar Hilsebein:

      “mich reitet bisweilen der Teufel”

      Ich empfehle Ihnen, sich aus der Rolle des Esels des Teufels zu befreien.

  22. #29 Dietmar Hilsebein
    6. Februar 2020

    “Ich empfehle Ihnen, sich aus der Rolle des Esels des Teufels zu befreien.”
    🙂
    Ach, im Grunde ist es mir um des Teufels gar nicht bange, ich hatte ihn schon lange lieb gewonnen. Überwindet Liebe nicht alles? Das war auch immer meine Gegnerschaft zum Christentum -daß sie einen bösen Teufel nötig hatte. Es war doch immer das Neue gegen das Alte und daraus hat man den Gegensatz Gut und Böse konstruiert. Irgendwo hat Nietzsche schon recht: jenseits davon muß man suchen. Und vielleicht kommt die Demokratie ja nicht ans Ende, vielleicht ist sie das Ende, wenn der Mensch wahrhaftig einzeln geworden ist. Das ist sicherlich eine bittere Pille. Ein einsames Ich…wird vielleicht irgendwann viele Iche werden ohne ein kollektiviertes Wir.

    • #30 Joseph Kuhn
      6. Februar 2020

      @ Dietmar Hilsebein:

      Würden sich alle so verhalten, wie Nietzsche sich den freien Menschen vorstellt, dann wäre genau das die totale Vereinzelung. Jeder Einzelne mit seinem Willen zur Macht gegen jeden anderen. An dem Punkt ist Nietzsche kein guter Ratgeber, diese Konsequenz war ihm ja durchaus bewusst, daher ging seine Vorstellung in sich widersprüchlich in eine andere Richtung, der Herrschaft der Starken über die Schwachen. Wohin das in der politischen Umsetzung führen kann, haben wir gesehen, da landet man schnell beim Faschismus.

      Wenn Sie diesen ihren Teufel wirklich “lieb gewonnen” haben, sollten Sie zumindest darüber nachdenken, ob Sie sich auf der Seite der Starken oder der Schwachen befinden, oder sich nur der Phantasie hingeben, an der Seite eines Führers selbst stark sein zu können und nicht Teil der “Masse”, die nach Ihren Worten “doch dahinfahren” soll. Neigungen zur bewussten Selbstentmündigung der kleinen Leute und zum Einschiffen zum “Dahinfahren” haben derzeit ja gerade Konjunktur.

  23. #31 noch'n Flo
    Schoggiland
    6. Februar 2020

    @ Alisier:

    und dann über Entscheidungsfindungsprozesse reden

    Ja, die erfolgen – oberflächlich betrachtet – gerne im “Gemeinsinn” und mit dem guten alten Schweizer Kompromiss. Die Frage ist nur, ob diese Grundidee (über die Ausführung derselben schweige ich mich aus) nicht tatsächlich besser ist, als die düütsche Streitkultur?

    Bitte vergiss Deine Herkunft nicht! (insb. eingedenkt ihrer aktuellen Probleme)

    Aber das schweizer System ist hier nicht Thema.

    Korrekt. Allerdings habe nicht ich dieses Thema angesprochen, sondern der liebe RPGNo1.

  24. #32 noch'n Flo
    Schoggiland
    6. Februar 2020

    Ach ja, ein kleiner Nachtrag:

    müssen nun alle politischen Mandatsträger in Düütschland, die bei ihrer Wahl auch nur von einem/r einzigen AfD-Vertreter*in eine Stimme erhalten haben, ihr Amt aus Protest aufgeben?

    Solltet Ihr das tatsächlich meinen, gebt Ihr damit der AfD sehr viel mehr Macht, als sie verdient.

  25. #33 noch'n Flo
    Schoggiland
    6. Februar 2020

    Im ARD-Nachtmagazin hat übrigens Stefan Möller, Sprecher der AfD Thürigen, ganz offen eingeräumt, dass diese Partei von vornherein geplant hatte, Herrn Kemmerich zu locken, sich für die MP-Wahl zur Verfügung zu stellen, und dass man sehr zufrieden sei, wie gut das geklappt habe, um den bisheriben MP Bodo Ramelow zu verhindern.

    Also nix mit CDU/FDP-Beteiligung, die “Bürgerlichen” wurden von der AfD eiskalt reingelegt. Darauf sind die Rechten sogar noch stolz!

  26. #34 Alisier
    6. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    Nein, das Argument funzt nicht.
    Es ist, schon wieder, ein großer Unterschied, ob irgendeine AfD-Stimme den Kohl nicht fett macht, oder ob das AfD-Stimmverhalten entscheidend für die Wahl eines Ministerpräsidenten ist.
    Die AfD hat und bekommt erst dann Macht, wenn man ihr diese zugesteht. Und genau das ist hier passiert.
    Man hat, ohne jegliche Not, der AfD Macht zugeschustert, und zwar ganz direkt von Seiten der FDP, und indirekt von Seiten der CDU.
    Und genau das ist der Skandal: FDP und CDU haben die AfD überhaupt erst auf den Schild gehoben: die FDP aus purer Verschlagenheit, die CDU aus purer Verbohrtheit.
    Beide Parteien haben total versagt. Und das sollte Konsequenzen haben.

  27. #35 Alisier
    6. Februar 2020

    Nachtrag: die AfD hat überhaupt niemanden reingelegt: das haben FDP und CDU schon selber besorgt, indem sie Machtgeilheit (FDP) und Ressentiments (CDU) über die Prinzipien einer liberalen Demokratie gestellt haben.
    Der Rücktritt der Verantwortlichen ist unvermeidlich.

  28. #36 roel
    6. Februar 2020

    @Joseph Kuhn
    Ich denke, das war im Vorfeld zwischen AfD, CDU und FDP genauso abgestimmt. Wenn das tatsächlich so ist, ist das weitere Vorgehen ebenfalls schon besprochen. Der Plan dürfte dann für CDU und FDP nicht Neuwahlen sein und der AfD kann es egal sein.
    Es wird jetzt darauf ankommen, ob die Bundesparteien Einfluss ausüben können. Verheerend wäre, wenn das die Landesparteien als ungewollten Einfluss sehen.
    Ich kann es nicht belegen, aber ich denke in der zukünftigen Landesregierung wird die AfD starkes Gewicht bekommen. Sind hier eigentlich spontane Parteimitgliedschaftswechsel möglich?

    Aber klar, die saubere Lösung wären Neuwahlen.

  29. #37 RPGNo1
    6. Februar 2020

    @noch’n Flo

    Korrekt. Allerdings habe nicht ich dieses Thema angesprochen, sondern der liebe RPGNo1.

    Ich habe den Absatz nur als zugegebenermaßen holprigen Vergleich auf deinen Kommentar #6 gebracht. Dass du und Alisier den Gedanken dann in euren Kommentaren fortspinnt, kannst du mir nicht vorwerfen.

    @Alisier

    Tja Joseph, dass RPGNo1 deine Sockenpuppe ist haben wir ja schon länger geahnt.

    Vielleicht bin ich auch Josephs Klon? 😉

  30. #38 RPGNo1
    6. Februar 2020

    Der FDP weht es eiskalter Wind ins Gesicht. Lindner erweist sich als laue Lusche.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/tabubruch-der-fdp-in-thueringen-wer-hat-uns-verraten-freie-demokraten-a-d3b7f2f9-e8d8-4703-8393-ee3da8a80258

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/thueringen-tausende-demonstrieren-deutschlandweit-gegen-wahl-von-thomas-kemmerich-a-714ad232-0211-4379-a753-8b0e8bc31718

    https://www.focus.de/politik/deutschland/gastbeitrag-von-gabor-steingart-fdp-verliert-ihre-seele-christian-lindner-hat-versprechen-spektakulaer-gebrochen_id_11634038.html

    Ich bin der festen Überzeugung, dass Deutschland eine liberale Partei als Korrektiv benötigt. Es benötigt jedoch nicht DIESE FDP unter Lindner. Ich kann nur hoffen, dass die anständigen Demokraten (denn die gibt es noch, siehe Baum, siehe Strack-Zimmermann) ihre Parteispitze in dern Orkus jagen.

  31. #39 noch'n Flo
    Schoggiland
    6. Februar 2020

    @ Alisier:

    die AfD hat überhaupt niemanden reingelegt: das haben FDP und CDU schon selber besorgt, indem sie Machtgeilheit (FDP) und Ressentiments (CDU) über die Prinzipien einer liberalen Demokratie gestellt haben.

    Und das ist natürlich wahr, weil Du es sagst.

    Es hat einfach keinen Sinn mit Dir… *seufz*

  32. #40 roel
    6. Februar 2020

    @Alisier Das Reinlegen war, wenn es nicht abgesprochen war, das Aufstellen eines eigenen Kandidaten und das Wählen eines anderen Kanditaten und zwar geschlossen.

  33. #41 Dietmar Hilsebein
    6. Februar 2020

    @ Joseph Kuhn

    Ich bin mir der Gefahr, in die man sich begibt durchaus bewußt, wenn man Nietzsche liest. Ich will Nietzsche auch nicht gegenüber seiner Schwester in Schutz nehmen (bei der Sammlung “Wille zur Macht” geht man ja heute von einer Fälschung aus). Denn sozialdarwinistische Tendenzen (das Schwache soll man stoßen) gibt es bei Nietzsche durchaus. Da muß man aufpassen, da haben Sie freilich recht.
    Ob nun die Vereinzelung zum Faschismus führt oder die Kollektivierung, da kann man geteilter Meinung sein. Ich gehe eher davon aus, daß die Flucht vor sich selbst, die Angst, es bei sich selbst aushalten zu lernen, zum Führerkult führt. Der Faschismus war ja gerade das Gegenteil davon, was Nietzsche wollte.

  34. #42 Alisier
    6. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    Mein persönlicher Eindruck, kein Wahrheitsanspruch meinerseits, denn Gott bin ich (noch) nicht. 🙂
    @ Dietmar Hilsebein @ Joseph Kuhn
    Vorsicht bei Nietzsche-Interpretationen ist in der Tat vonnöten. Ich habe ihn noch nie im sozialdarwinistischen Sinne verstanden, im Gegenteil.
    “Und Nietzsche weinte” von Irvin Yalom ist übrigens ein lesenswertes Buch in dem Zusammenhang, auch wenn es Fiktion ist, aber verdammt gut erfundene.

  35. #43 noch'n Flo
    Schoggiland
    6. Februar 2020

    Wenn man so durch die Nachrichten schaut, ist es wirklich beeindruckend, mit welcher Geschlossenheit die Polit-Elite heute das Ergebnis eines völlig demokratischen Vorgangs in Frage stellt.

    @ Alisier:

    Mein persönlicher Eindruck

    …den Du mit einem ziemlichen Absolutheitsanspruch präsentierst. Hast Du DIr schön bei Trump abgeschaut.

    Hätte die AfD im ersten Wahlgang bereits Ramelow gewählt und damit zum MP gemacht, müsste er dann – Deiner Meinung nach – jetzt auch zurücktreten? Immerhin wären das dann ja entscheidende Stimmen gewesen.

  36. #44 RPGNo1
    6. Februar 2020

    Die FDP-Fraktion will einen Antrag auf Auflösung des Landtags stellen.
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/thueringen-fdp-fraktion-stellt-antrag-auf-landtagsaufloesung-a-c825e24e-3373-42d3-a49b-fe5dff972fd1

    Dazu noch:
    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/thueringen-das-versagen-der-eliten-gastbeitrag-a-f31f6433-8b84-4b7a-8f4c-e6fa4c298997

    @noch’n Flo

    eines völlig demokratischen Vorgangs

    Orban, Trump, Bolsonaro, Duterte und die PiS sind auch in einem völlig demokratischen Vorgang an die Regierung gekommen (wie auch Hitler 1933). Die Machtmittel dieser Demokratie nutzen sie jetzt, um ihre illiberalen, antidemokratischen, nationalistischen und/oder autoritären Ziele durchzusetzen. Dieses Experiment müssen wir in Deutschland nicht (noch einmal) starten.

  37. #45 Alisier
    6. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    Es ist nicht nur die “Polit-Elite”, die das Ganze nicht so prickelnd findet, sondern die Mehrheit der Bevölkerung.
    Und auch wenn es Dir nicht gefällt: wir anderen dürfen das absolut Scheiße finden.
    Das ist unser gutes Recht.
    Und uns auch wünschen, dass Lindner und die FDP-Bagage zur Hölle fährt.
    Es geht hier eben auch um Fingerspitzengefühl und Grenzüberschreitung, Dinge von denen du unter Umständen nicht ganz so viel verstehst.
    Könnte das eventuell sein?

  38. #46 Alisier
    6. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    So, und jetzt gehe ich extra wegen Dir heute abend zum FDP-Kreisverband und protestiere gegen diese verantwortungslosen Vollidioten, zusammen mit hoffentlich vielen anderen.

  39. #47 uwe hauptschueler
    6. Februar 2020

    Wenn das thüringische Parlament mit seinen Ministerpräsidenten unzufrieden ist, dann soll es einen anderen wählen. Das ist nicht verboten. Oder geht das erst, wenn vorher die Posten richtig verteilt wurden? Auch nach einer Neuwahl werden dort mehrheitlich die gleichen Kasper sitzen wie heute.

  40. #48 RPGNo1
    6. Februar 2020

    @Alisier

    Viel Spaß? Oder doch besser Viel Erfolg?

    Du kannst den Kreisverband dann auch gleich bitten, Herrn Linder eine rote Karte zuzuschicken. Der will nämlich die Vertrauensfrage stellen.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/christian-lindner-will-vertrauensfrage-im-parteivorstand-stellen-a-f9b87667-9e19-453c-804e-1de22185e257

  41. #49 Alisier
    6. Februar 2020

    Deine Demokratieverachtung in Unehren, uwe:
    Mir ist das alles nicht egal, und ich habe nicht vor Däumchen zu drehen, wenn Rechtsradikale plötzlich in einem Bundesland mit regieren.
    Es reicht.

  42. #50 Alisier
    6. Februar 2020

    @ RPGNo1
    Ich nehme tatsächlich rote Karten mit.
    Mal sehen, wie viele kommen werden.
    Und ich werde berichten.

  43. #51 noch'n Flo
    Schoggiland
    6. Februar 2020

    @ Alisier:

    Es ist nicht nur die “Polit-Elite”, die das Ganze nicht so prickelnd findet, sondern die Mehrheit der Bevölkerung.

    Quelle?

  44. #52 Alisier
    6. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    Meine Allwissenheit natürlich!
    Was dachtest Du denn?

  45. #53 Alisier
    6. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    Extra für dich: eine Umfrage direkt aus Thüringen, aus einem konservativen Medium:
    https://www.welt.de/regionales/thueringen/article205660895/Umfrage-Mehrheit-findet-Kemmerich-Wahl-schlecht.html
    Im Westen ist die Ablehnung übrigens noch viel größer.
    Und glaubst du wirklich, dass die FDP so schnell zurückgerudert wäre, wenn die nicht echt Feuer unterm Hintern hätten? Das Gleiche gilt für die CDU.

  46. #54 Alisier
    6. Februar 2020

    @ RPGNo1
    Ca. 500 Demonstranten: für eine spontane Demonstration ist das nicht schlecht.
    7 Polizeifahrzeuge, ca. 30 PolizistInnen, alles lief ruhig und höflich ab.
    2 sehr gute Reden zur Weimarer Republik und ihren Totengräbern, viele bedachte Bürger, aber mehr junge als ältere.
    Letztendlich fand ich es beruhigend wie viele sich abends zu einer spontanen Kundgebung bewegen ließen.
    Aber viele, viel zu viele Relativierer unter Artikeln in der Presse: man könnte meinen, sie würden das Ende der Demokratie geradezu herbei sehnen.
    Und dabei gibt es zwei recht ähnlicheTendenzen: die einen verachten die Demokratie ganz offen, die anderen trauen der Demokratie nichts zu, und beide verhöhnen Politiker und misstrauen den Volksvetretern grundsätzlich.
    Ich denke, dass alle madig Macher, egal wie sie es tun, einen kräftigen Ar…tritt verdient haben. Nörgeln ist furchtbar einfach, konstruktiv agieren hingegen erfordert Engagement.
    Wer immer nur nörgelt, den nehme ich zudem nicht ernst.

  47. #55 RPGNo1
    6. Februar 2020

    @Alisier
    Danke für den Überblick.

    Was Lindner angeht, der will morgen die Vertrauensfrage stellen.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/christian-lindner-will-vertrauensfrage-im-parteivorstand-stellen-a-f9b87667-9e19-453c-804e-1de22185e257

    Ich wünsche der FDP die Entschlusskraft, diesen “Besser nicht regieren als falsch regieren” Windfähnchen-Liberalen in den Vorruhestand abzuschieben und seinen Königsmacher Kubicki gleich mit dazu und wieder zum echten Liberalismus eines Heuss, Scheel, Baum oder einer Hamm-Brücher zurückzukehren.

  48. #56 Alisier
    6. Februar 2020

    Das wird die FDP nicht mehr können, RPGNo1.
    Es gibt sich schlicht nicht mehr als liberale Partei.
    Zum Nachdenken:
    https://www.zeit.de/kultur/2020-02/ministerpraesidentenwahl-thueringen-wahl-fdp-landtag-thomas-kemmerich

  49. #57 Spritkopf
    7. Februar 2020

    @Alisier

    Das wird die FDP nicht mehr können, RPGNo1.
    Es gibt sich schlicht nicht mehr als liberale Partei.

    Bitte was? Aus einem Landesverband, der sich bei den Rechten anbiedert, und einem wankelmütigen Bundesvorsitzenden, der im Vorfeld nicht energisch genug einschreitet, schließt du, dass die gesamte Partei nicht mehr liberal ist? Die Tatsache, dass viele Liberale in deutlichen Worten das Kemmerich’sche Manöver und Lindners Eiertanz verurteilt haben, ist keiner Erwähnung wert?

    “Liberal” gilt ja in vielen Kreisen mehr und mehr als Schimpfwort. Aber dem muss man sich nicht anschließen, wenn einem eine liberale Demokratie (und ausdrücklich in einem umfassenderen Sinne als dem Parteiprogramm der FDP gemeint) noch etwas wert ist.

  50. #58 Stephan
    7. Februar 2020

    #44
    “Orban, Trump, Bolsonaro, Duterte und die PiS sind auch in einem völlig demokratischen Vorgang an die Regierung gekommen (wie auch Hitler 1933). ”

    Nein.

  51. #59 Alisier
    7. Februar 2020

    @ Spritkopf
    Es geht mir mitnichten um Thüringen, wenn es um diese Diagnose geht.
    Was, bitte schön, ist an der Bundes-FDP noch liberal?
    Die letzte Liberale im Vorstand, die ich wahrnehmen konnte, war Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.
    Die anderen waren und sind eher eine Light-version der US-Konservativen.
    Zudem haben Lindner und Kubicki das Vorgehen Kemmerichs zuerst ausdrücklich gebilligt.
    Die FDP bewegt sich aus meiner Sicht immer mehr auf Ayn Rand zu, deswegen haben sie auch kein Problem mit rechts.
    Lindner ein Liberaler? Scherzkeks.

  52. #60 noch'n Flo
    Schoggiland
    7. Februar 2020

    Was die Politiker jetzt endlich mal anfangen sollten, ist nachzudenken, warum eigentlich so viele Wähler ihr Kreuz bei der AfD machen, und ihr damit überhaupt zu so viel Macht zu verhelfen. Aber dafür müsste man ja auch mal sein eigenes Denken und Handeln in Frage stellen, ja vielleicht sogar ändern, für viele Politiker ein unvorstellbarer Akt. Und deshalb darf sich auch niemand wundern, wenn sowas wie in Thüringen wieder passiert.

  53. #61 Alisier
    7. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    Klar, Dein Credo:
    Die Politiker sind für alles verantwortlich, die Wähler für gar nichts. Wenn Hitler gewählt wird, sind die Politiker der Weimarer Republik schuld oder die Franzosen : hatten wir schon mal.
    Viele, die bei der AfD ihr Kreuz machen sind einfach missmutige Nörgler mit rechter schlagseite. Denen in den Arsch zu kriechen halte ich für keine gute Methode.

  54. #62 RPGNo1
    7. Februar 2020

    @Stephan
    Es gab demokratische Wahlen in den USA, Philippinen, Ungarn, Polen und Brasilien. Oder was soll dein Nein sonst bedeuten?

  55. #63 RPGNo1
    7. Februar 2020

    @noch’n Flo
    Das ist zu simpel gedacht.

    Ich will nicht abstreiten, dass manche Politikern eine Mitverantwortung an der Politikverdrossenheit haben. Lindner und AKK geben aktuell hervorragende Beispiel ab, wie es nicht laufen darf.

    Aber: Politiker werden gerne auch als Sündenböcke für alles mögliche und unmögliche dargestellt, weil es leichter ist, einen anderen für seine Probleme verantwortlich zu machen, weil einige Personen sich gerne in Selbstmitleid zu suhlen, aber andererseits es ablehnen Eigenverantwortung zu übernehmen.

    Zweitens: Aller Ärger ist kein hinreichender Grund eine Partei zu wählen, die die Grundwerte offen mit den Füßen tritt.

    Und weiter: Die AfD-Mitglieder, die sich in Amt und Würden befinden, sind auch Politiker. (Die Katze beißt sich in den Schwanz).

    Zuletzt: Die AfD hat in den vergangenen 4/5 Jahren gezeigt, dass ihr an Politik nicht gelegen ist, sondern an Obstruktion und Destruktion. Wer das ausblendet, ihr trotzdem zujubelt oder sein Kreuzchen auf dem Stimmzettel macht, tut das in dem vollem Bewusstsein, einer rechtsradikalen, völkischen, antidemokratischen Partei zum Aufschwung zu verhelfen.

  56. #64 foobar407
    7. Februar 2020

    @Alisier
    Natürlich sind die Politiker für die Politik verantwortlich. Wer sonst?
    Und das ist eben, wie Untersuchungen ergeben haben, eine Politik, die reiche Leute reicher macht und Arme ärmer.

    Oder erinnern wir uns das Thema Familienpolitk. Du scheinst ja auch der Meinung zu sein, dass die Ansichten eines Renz-Polster ganz vernünftig sind. Weißt du, welche Partei als einziges diesem Standpunkt entgegenkommt?

    Wenn du also der Meinung bist, dass ein Reflektieren über die vergangene Politik, nur darin münden kann, Rechten in den Arsch zu kriechen, dann denk noch mal drüber nach.

  57. #65 Alisier
    7. Februar 2020

    @ foobar407
    Erstens haben die Wähler die Politiker, die sie ärmer machen, selbst gewählt. Warum wissen nur die Götter.
    Die AfD ist ja auch knallhart neoliberal, aber das interessiert die Kälber anscheinend nicht, weil sie ja keine Ausländer sind, nicht wahr…….
    Ansonsten gibt es in vielen Parteien unterschiedliche Flügel, und Renz-Polster wird von Vernünftigen aus vielen Parteien sehr genau wahrgenommen.
    Es geht hier um die AfD, und wie RPGNo1 schon angedeutet hat, ist mit denen kein Staat zu machen, und wer sie wählt muss inzwischen wissen, dass er oder sie Rassisten wählt.
    Und damit ist Ende Gelände.

  58. #66 Alisier
    7. Februar 2020

    Nochmal: ich habe keine Lust die Wähler der AfD als arme Hascherl zu bedauern, und ihnen übers Köpfchen zu streichen.
    Sie nehmen bewusst in Kauf, dass Rassismus Tür und Tor geöffnet werden, und damit sind sie für mich raus.
    Es gibt andere Methoden, seiner Unzufriedenheit Ausdruck zu geben als ausgerechnet Rechtsradikale zu wählen.

  59. #67 foobar407
    7. Februar 2020

    @Alisier

    Erstens haben die Wähler die Politiker, die sie ärmer machen, selbst gewählt. Warum wissen nur die Götter.

    Es gibt halt keine ernsthaften Alternativen 😉 Selbst die Linken haben die Privatisierung in Berlin vorangetrieben, als sie in der Regierung waren.

    Die AfD ist ja auch knallhart neoliberal, aber das interessiert die Kälber anscheinend nicht, weil sie ja keine Ausländer sind, nicht wahr…….

    Umfragen belegen, dass es immer weniger Rassisten in Deutschland gibt, während die AFD immer mehr zulegt. Damit ist die AFD eine Protestpartei und die Mehrheit der Wähler wünscht sich keine Lösungen von der AFD sondern möchte eben nur protestieren. Man hofft also, genau wie @noch’n Flo schreibt, dass die bisherigen Parteien den Stinkefinger verstehen und sich verbessern.

    Ansonsten gibt es in vielen Parteien unterschiedliche Flügel, und Renz-Polster wird von Vernünftigen aus vielen Parteien sehr genau wahrgenommen.

    Ich bitte dich. Wie soll man denn einen Flügel in einer Partei wählen? Was am Ende rauskommt zählt, und das ist nicht familien- sondern wirtschaftsfreundlich.

    … und wer sie wählt muss inzwischen wissen, dass er oder sie Rassisten wählt. Und damit ist Ende Gelände.

    Nur weil es noch schlimmere Arschlöcher gibt, rechtfertigt das nicht ein weniger schlimmes Arschloch zu sein.
    Natürlich sind die Politiker aufgefordert, das Wählersignal zu verstehen und darauf zu reagieren. Und das Signal ist eben nicht, dass es in Deutschland immer mehr Rassisten gibt – das Gegenteil ist der Fall.

  60. #68 Alisier
    7. Februar 2020

    @ foobar407
    Ok, foobar, WIE soll die Politik konkret reagieren?
    Was genau können Politiker in Deutschland machen, damit die AfD-Wähler, die keine Rassisten sind, sich gehört fühlen?
    Ich bin gespannt auf Deine konkreten Vorschläge.
    Die Frage geht auch an dich, noch’n Flo.

  61. #69 foobar407
    7. Februar 2020

    @Alisier

    Es gibt andere Methoden, seiner Unzufriedenheit Ausdruck zu geben als ausgerechnet Rechtsradikale zu wählen.

    Na, welche denn? Welche Partei bietet sich denn deiner Meinung nach an, politischen Protest auszudrücken?

    kleiner 5%-Parteien? – Dann fällt deine Stimme einfach unter den Tisch. Nichts ändert sich.
    Nicht wählen? – Ist den anderen Pareien egal. Nichts ändert sich.
    CDU/SPD/FDP/Grüne/Linke wählen? – Dann fühlen sie sich bestätigt und nichts ändert sich.

  62. #70 Alisier
    7. Februar 2020

    Nachtrag:
    Demokratieschelte ist einfach und wohlfeil.
    WAS konkret soll sich ändern?
    Einfach nur “Ist alles Scheiße und ich protestiere!” zu sagen ist natürlich erlaubt, führt aber grad mal zu gar nichts.

  63. #71 foobar407
    7. Februar 2020

    @Alisier

    Ok, foobar, WIE soll die Politik konkret reagieren?

    Dir fällt nichts ein, was die Politiker besser machen könnten? Wirklich? Das ist dein Standpunkt?

  64. #72 foobar407
    7. Februar 2020

    @Alisier

    Einfach nur “Ist alles Scheiße und ich protestiere!” zu sagen ist natürlich erlaubt

    Noch. Gibt bestimmt viele,die die AFD gerne verbieten würden. Du auch?

    führt aber grad mal zu gar nichts.

    Nur, wenn niemand zuhört. Das ist genau das Problem, was ich und @noch’n Flo ansprechen.

  65. #73 Alisier
    7. Februar 2020

    Entweder Du wirst konkret, oder ich nehme Dich nicht ernst foobar.
    Mir fällt eine Menge ein, und das setze ich auch um.
    Und außer der Unterstellung, ich wolle die AfD doch auch nur verbieten kam bis jetzt von Dir nichts.
    Butter bei die Fische!

  66. #74 Alisier
    7. Februar 2020

    Ich habe übrigens in den letzten Jahren mit vielen lokalen AfDlern aktiv das Gespräch gesucht, und zugehört.
    Nur kam außer Nörgeln und dass die Ausländer irgendwie schrecklich sind nichts.
    Zeig doch mal, dass es anders geht foobar.

  67. #75 libertador
    7. Februar 2020

    @noch’n Flo

    Hätte die AfD im ersten Wahlgang bereits Ramelow gewählt und damit zum MP gemacht, müsste er dann – Deiner Meinung nach – jetzt auch zurücktreten? Immerhin wären das dann ja entscheidende Stimmen gewesen.

    Hier kann man vielleicht ansetzen, warum es einen Unterschied macht, wenn die afd Ramelow gewählt hätte im Vergleich zu Kemmerich.

    1. Von der CDU haben einige in Thüringen öffentlich Gespräche mit der afd gefordert.
    2. Die afd will gerne an die FDP und CDU andocken, um so an Macht, um “bürgerlich” zu erscheinen.

    Für die Linken und Ramelow gilt beides nicht.

    Dazu kommen dann noch ein paar weitere zweifelhafte Punkte bezüglich von FDP und CDU:

    3. Die Reaktionen einiger in der FDP lassen nicht erkennen, dass sie überhaupt ein Problem damit haben von der afd gewählt zu werden (Kubicki).
    4. CDU und FDP haben nach dieser Wahl davon gesprochen, dass ein Kandidat der Mitte sich durchgesetzt hätte. Das erscheint mir angesichts der politischen Konstellationen recht zweifelhaft, da rechts dann viel Platz für die afd bleibt.

  68. #76 noch'n Flo
    Schoggiland
    7. Februar 2020

    @ Alisier:

    Klar, Dein Credo:
    Die Politiker sind für alles verantwortlich, die Wähler für gar nichts. Wenn Hitler gewählt wird, sind die Politiker der Weimarer Republik schuld oder die Franzosen

    Musste der Godwin jetzt wirklich sein?

    Aber vielen Dank, Du hast mit der Art Deiner Antwort sehr schön aufgezeigt, warum die Politiker tatsächlich dafür verantwortlich sind, dass der AfD die Wähler zulaufen. Das hat bei Dir schon etwas von Realsatire.

    Was genau können Politiker in Deutschland machen, damit die AfD-Wähler, die keine Rassisten sind, sich gehört fühlen?

    Nicht der Industrie in den Allerwertesten kriechen? Für sinnvollen Klimaschutz sorgen, anstelle von blindem Aktionismus? Dafür sorgen, dass angesichts des Wirtschaftswachstums die Schere von Arm und Reich nicht noch weiter auseinandergeht? Für bessere Integration sorgen (auch bei der dritten und vierten Generation)? Für bessere Schulbildung?

    Ich bin gespannt auf Deine konkreten Vorschläge.
    Die Frage geht auch an dich, noch’n Flo.

    Ich dachte, Du bist der grosse Politikexperte und Aktivist. Und Du weisst das nicht? Schwach…

  69. #77 foobar407
    7. Februar 2020

    @Alisier

    Ich habe dir überhaupt nichts unterstellt, sondern ganz offen gefragt, ob du für ein Parteiverbot bist. Du hast immer noch nicht geantwortet.

    Dass du alle AFD-Wähler für Rassisten hältst, die nicht die leiseste Idee hätten, was man politisch in den letzten Jahren hätte besser machen können, spricht für sich. Bitte setz dich mit den Umfragen zu Rassismus in Deutschland auseinander.

    Hier aber gerne ein paar Sachen, die mir spontan einfallen, ganz pauschal, wie ich sie für einen Kommentarstrang angemessen halte:
    – mehr Transparenz in politischen Entscheidungsprozessen (Stichwort Korruption)
    – Familienpolitik, die sich an den Familien orientiert und nicht an der Wirtschaft
    – eine Einwanderungspolitik, die nicht in Opens Borders mündet oder Flüchtlingsströme in die Türkei umleitet, wodurch Erdogan dann international Narrenfreiheit genießt
    – ein Innenministerium, dass sich mehr um den Schutz der Bürger vor dem Staat kümmert als umgekehrt
    – ein Sozialstaat, der gestärkt und nicht abgebaut wird
    – eine Außenpolitik, die sich unabhängiger von den USA macht,
    – weniger/keine Auslandseinsätze der Bundeswehr
    – …

    Also, welche Partei kann ich wählen, Alisier, die das grob umsetzt?

  70. #78 RPGNo1
    7. Februar 2020

    @foobar407

    Na, welche denn? Welche Partei bietet sich denn deiner Meinung nach an, politischen Protest auszudrücken?

    Mir fällt da verschiedenes ein.

    Das könnte z.B. damit anfangen, nicht zu wählen statt eine Partei, die der Demokratie offene Verachtung entgegenbringt und eben jene Wahlen am liebsten abschaffen würde, wenn sie könnte oder sie zumindest wie andere Autokraten (Russland, Türkei) zur Scheinlegitimation nutzen möchte.

    kleiner 5%-Parteien? – Dann fällt deine Stimme einfach unter den Tisch. Nichts ändert sich.

    Die Grünen haben mal so begonnen. Die Piraten ebenso (und wenn sie sich nicht in freudiger masochistischer Lust selbst zerfleischt hätten, wären sie heute noch im öffentlichen Gedächtnis).
    Die FDP war von 2013-2017 nicht im Bundestag vertreten und 2014 nur in 6 Landtagen.
    Du willst Ökologie, bist aber konservativ, dass weder grüne noch CDU in Frage kommen? Dann wähl die ÖDP.
    Oder unterstütze eine der zahlreichen freien Wähler/Wählergemeinschaften.

    Du siehst es gibt genug Möglichkeiten, Protest auszudrücken und nicht extrem zu sein.

  71. #79 foobar407
    7. Februar 2020

    @RPGNo1

    Es ging um Protestwahl. Und das ist Nicht-Wählen nun einmal nicht.

    Die Idee ist doch auch ganz krumm: Du willst, dass die Leute mehr Demokratie wagen und empfiehlst dann, vom einzigen Recht, was jeder Bürger zur Beteiligung an der Demokratie hat, nicht gebrauch zu machen?

    Und 2013 ist übrigens das beste warnende Beispiel kleinere Parteien nicht zu wählen. Um die 13% der gültigen abgegebenen Stimmen wurden einfach unter den Tisch fallen gelassen. Wie kann das sein in einer Demokratie? Haben die anderen Parteien darauf reagiert? Wurde das als Protest zu den anderen Parteien aufgefasst? Nein. Dann kann man wirklich bei der Wahl zu Hause bleiben.

    Wenn denn wirklich Sitze im Bundestag frei bleiben würden, wenn genügend Leute nur eine kleine Partei wählen oder einen leeren Stimmzettel abgeben, dann gebe ich dir Recht, dann wäre das eine Protestmöglichkeit.

  72. #80 Alisier
    7. Februar 2020

    @ foobar
    Nochmal: was schlägst Du vor?
    Welches sind die Themen, die angeblich nicht beachtet werden?
    Oder muss ich Dich jetzt wirklich unter die Stammtischdampfplauderer einordnen, die immer ganz genau wissen, was falsch läuft, aber nur heiße Luft und unbestimmtes Raunen von sich geben?

  73. #81 foobar407
    7. Februar 2020

    @Alisier
    Das steht in #77
    Die Liste lässt sich noch erweitern. Findest du zum Beispiel, dass man in den Bereich Bildung nicht mehr investieren müsste? Bei dem Niveau, was einige Schulen in Deutschland mittlerweile haben, bin ich zum Beispiel dafür mal langsam über Home-Schooling-Möglichkeiten nachzudenken.

  74. #82 Alisier
    7. Februar 2020

    Sorry, ich hatte #77 übersehen foobar.
    Wieso sollte ich die AfD verbieten wollen? Noch besteht dazu kein Anlass.
    Dann nochmal sehr deutlich: eine Partei ist nicht dazu da, das was Du wichtig findest, umzusetzen.
    Deutschland hat viele Einwohner, und die Interessen und Prioritäten sind unterschiedlich, und genau das spiegeln die Parteien wider.
    Wenn Du findest, so wie auch ich, dass man im Bereich Bildung mehr investieren müsste, dann geht es erstens darum, zu definieren, was das genau heißen soll (hier gehen die Meinungen deutlich auseinander), und zweitens wirst du natürlich in vielen Parteien Menschen finden, die das auch finden.
    Such Dir eine raus, geh hin, und engagier Dich.
    Eventuell lernst du dann auch etwas über politische Prozesse, und dass die Vorstellungen, was “Bildung” ist oder sein sollte, oft meilenweit auseinander liegen.
    Jedes Jahr müssen Entscheidungen zu Bildung getroffen werden. Es wäre schön, wenn sich dazu viel mehr Menschen ganz direkt mit ihren konkreten Vorschlägen äußern würden.
    Also: was heißt “mehr und bessere Bildung” für Dich?

  75. #83 Alisier
    7. Februar 2020

    ….und das gilt für alle Themen: Entscheidungsfindungsprozesse sind kein Zuckerschlecken, und die Meinungen gehen selbst innerhalb der gleichen Partei weit auseinander.
    Deswegen ist es umso wichtiger, dass wohlbegründete, konkrete und präzise Vorschläge kommen, damit eine Chance auf Umsetzung besteht.
    Und was home-schooling anbelangt, foobar: wir machen das sowieso……nach der Schule. Es hat nur eine andere Form, hilft aber den Kindern sich wirkliche Informationen und Wissen selbst anzueignen. Und ich mache das auch soweit möglich in manchen Schulen. Meine Reichweite ist aber begrenzt.

  76. #84 Joseph Kuhn
    7. Februar 2020

    @ noch’n Flo:

    “Hätte die AfD im ersten Wahlgang bereits Ramelow gewählt und damit zum MP gemacht, müsste er dann – Deiner Meinung nach – jetzt auch zurücktreten?”

    Eine AfD, die Ramelow wählt, wäre nicht die AfD. Man könnte genauso gut fragen, ob man Hitler nicht in Ehren halten müsste, wenn er nur menschenfreundlich gehandelt hätte.

    @ foobar 407:

    “Umfragen belegen, dass es immer weniger Rassisten in Deutschland gibt”

    Welche Umfragen sind das? Umfragen von Höcke in seinem Bekanntenkreis, in dem es nur “Nationalromantiker” gibt? Umfragen sagen eher das Gegenteil, z.B. die Autoritarsmusstudie der Uni Leipzig, die Alltagsrassismusstudie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration usw.

  77. #85 foobar407
    7. Februar 2020

    @Kuhn

    Welche Umfragen sind das?

    Die Mitte-Studie zum Beispiel. Wenn Sie meinen, die Friedrich-Ebert-Stiftung ist jetzt von Nationalromantikern unterwandert, nur zu.

    • #86 Joseph Kuhn
      7. Februar 2020

      @ foobar407:

      Dass die Friedrich Ebert-Stiftung von Nationalromantikern unterwandert sei, gehört nicht zu meinen Argumenten, auch wenn Friedrich Ebert ein seltsamer Vogel war. Mit der Mitte-Studie und den bei Telepolis berichteten Trends wäre ich vorsichtig, siehe die Trendgrafiken hier: https://www.fes.de/forum-berlin/gegen-rechtsextremismus/mitte-studie. Da scheint es einen Methodenwechsel gegeben zu haben, so dass man nicht einfach Vorher und Nachher vergleichen kann. Aber davon abgesehen: Bei solchen Dingen ist es nicht anders als in der Medizin, womöglich gibt es viele Studien mit abweichenden Befunden. Was sagen denn Leute mit Übersicht über die Studienlage insgesamt?

  78. #87 RPGNo1
    7. Februar 2020

    @foobar407

    Muss ich dir erst den Begriff “Sperrklausel” erklären? Und warum die Gründermütter und -väter der BRD es angesichts Weimarer Verhälntnisse als wichtig erachteten, diese in die heutigen Gesetze zu gießen? Und das auch viele andere Staaten diese Klausel haben, ohne dadurch undemokratisch zu sein.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sperrklausel#Deutschland

  79. #88 Alisier
    7. Februar 2020

    @ foobar
    “Leider müssen wir anhand dieser wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit rechtsextremen und menschenfeindlichen Einstellungen in unserer Gesellschaft auch festhalten, dass rechtsextreme, -populistische und demokratiefeindliche Einstellungen und Tendenzen in der Mitte tief verwurzelt sind und die Normalisierung rechter Einstellungen sich immer mehr in der Mitte festschreibt und verfestigt.”

    Aus deinem Link! Und ich habe keine Ahnung, warum Du so scharf darauf bist, Offensichtliches und gut Belegtes mit Finten zu leugnen.

  80. #89 Moreno
    7. Februar 2020

    @ Alisier: “Wieso sollte ich die AfD verbieten wollen?”

    Eben, es gibt keinen Grund dafür. Die AfD beeinträchtigt weder die FDGO noch versucht sie diese zu beseitigen. Was Voraussetzung für ein Verbotsverfahren wäre und was man der AfD nachweisen müsste.

    Somit stehen der AfD die selben Rechte wie allen anderen Parteien auch zu. Auch wenn es die Hetzer vom Gesinnungskartell mit schmierigen Anwürfen noch zu verhindern versuchen.

    • #90 Joseph Kuhn
      7. Februar 2020

      @ Moreno:

      “die Hetzer vom Gesinnungskartell mit schmierigen Anwürfen”

      Ich dachte, das seien die von der AfD gewünschten Partner für eine “bürgerliche” Mehrheit? Aber vermutlich ist das auch nur ein Hütchenspiel, die Erfahrung zeigt ja, dass sich rechtsextreme Parteien nicht einbinden lassen, sondern ihre rechtsextreme Politik umsetzen wollen.

      Sehr witzig übrigens, wenn sich Frau Weidel darüber beschwert, dass die Linke-Fraktionsvorsitzende Hennig-Wellsow Kemmerich “Bar jeglichen Verständnisses für parlamentarische Demokratie … den Blumenstrauß vor die Füße” wirft. Hätte die Frau etwa mit dem Fuß aufstampfen sollen?

      Frau Weidel gratulierte übrigens Kemmerich nach der Wahl ganz erfreut, für einen “Hetzer vom Gesinnungskartell” schien sie ihn da noch nicht zu halten.

  81. #91 foobar407
    7. Februar 2020

    @RPGNo1

    Du musst mir das nicht erklären. Wie gesagt, ich halte diese Klausel in dieser Höhe nicht mehr für zeitgemäß. Eine Absenkung wäre heutzutage auf jeden Fall ohne große Probleme machbar. Und andere Optionen, wie man mit den Stimmen, die unter diese Klausel fallen, umgeht, gibt es auch. Ein Vorschlag kam direkt von mir am Ende.

    Dass man einfach über diese 15,7 % (habs gerade noch mal bei Wikipedia nachgeschlagen) unter den Tisch gefallener Stimmen hinwegsieht, halte ich nicht für demokratisch. Das sind fast 7Mio Stimmzettel. Zwei Mal die Bevölkerung von Berlin. Einfach nicht berücksichtigt. Schön, dass ihr zur Wahl gegangen seid, ihr hättet auch zu Hause bleiben können.

  82. #92 foobar407
    7. Februar 2020

    @Kuhn
    Klar, wird da je nach Methodik immer etwas anderes herauskommen. Von der Tendenz her reicht mir das aber um zu behaupten, dass die steigenden Wählerzahlen der AFD nicht mit einer steigenden Zahl an Rassisten in Deutschland einhergeht. Zumindest nicht in dem Maße, also muss etwas anderes dahinter stecken.

    @Alisier
    Bitte den gesamten Text lesen. Dass Vorwort von Frau Schröter passt überhaupt nicht zu den Zahlen aus der Studie.
    Du kannst dir auch noch mal die beiden Grafiken aus Kuhns Link in #86 ansehen.

  83. #93 Moreno
    7. Februar 2020

    @ Joseph Kuhn: “Ich dachte, das seien die von der AfD gewünschten Partner für eine “bürgerliche” Mehrheit?”

    Die CDU hat ihre letzte Chance eine rechts-konservativen Partei zu sein aufgegeben. Zukünftig wird in Thüringen die Merkel-Partei sogar der SED einen blasen. Das FDJ-Mädchen ist wieder da wo es einst herkam.

  84. #94 RPGNo1
    7. Februar 2020

    @Joseph Kuhn

    Meinst du nicht, dass Moreno für persönliche Diffamierung und Beleidigung, bei der er sich wohl auf das Künast-Urteil berufen wird, eine gelbe Karte in Form einer Kommentarlöschung und eines längeren Kommentarbanns verdient hat?

    Er wird dann zwar von “Zensur” zetern und seinen “Meinungsfreiheit” untergraben sehen, aber was will man von einem Fanboy von Bernd Höcke auch anders erwarten.

    • #95 Joseph Kuhn
      7. Februar 2020

      @ RPGNo1:

      In dem Fall will ich es stehen lassen. Es bringt so schön das “bürgerliche” Niveau dieser Leute zum Ausdruck. So antiquiert und ideologisch dieses Etikett ja ist, als ob z.B. Leute wie der SPDler Klaus von Dohnanyi nicht geradezu penetrant “bürgerlich” wären, im Zusammenhang mit der AfD ist es auf jeden Fall völlig deplatziert. Das demonstrieren ihre Politiker, und das demonstriert Moreno. Und Thüringen lässt gerade jeden sehen, dass das nur eine Bande verlogener Hazardeure ist, Strache-Typen eben.

      Bei der Gelegenheit sei mal wieder das Foto einer Vertreterin der “bürgerlichen” AfD verlinkt. Die andere Variante der “Bürgerlichkeit” dieser Leute sieht so aus: https://www.nwzonline.de/oldenburg/kultur/wieder-hochzeit-im-eutiner-schloss_a_1,0,739384990.html. Das macht wiederum verständlich, warum Frau v. Storch gerade für die Entschädigung der Hohenzollern durch den deutschen Steuerzahler eintritt oder was sie mit einem anderen Fürsprecher der kleinen Leute vereint: https://eu.usatoday.com/story/news/politics/2018/03/07/mar-lago-insiders-view-trumps-florida-estate/405689002/

  85. #96 RPGNo1
    7. Februar 2020

    Nochmal:

    Bei der Gelegenheit sei mal wieder das Foto einer Vertreterin der “bürgerlichen” AfD verlinkt.

    Ach, dieses nette Pärchen. Ja, da haben sich zwei gesucht und gefunden.

    Beide adlig; beide reaktioär; beide antidemokratisch; beide wollen Güter zurück, die ihnen die böse Revolution und Republik vor über 100 Jahren geklaut haben. Wilhelm Prinz von Preußen wäre so stolz auf sie (*schnüff*).

    • #97 Joseph Kuhn
      7. Februar 2020

      @ RPGNo1:

      Sorry für das Verschieben der Links zu den Bildern mit den aristokratischen “Bürgerlichen”. Habe deinen Kommentar im anderen Blog gelöscht und hier dafür den von dir zitierten Satz, der weggefallen war, eingefügt.

  86. #98 Joseph Kuhn
    7. Februar 2020

    Lesenswerter Kommentar zur den Thüringer Vorgängen von Maximilian Steinbeis auf “Verfassungsblog”: https://verfassungsblog.de/das-ist-kein-probealarm/

  87. #99 noch'n Flo
    Schoggiland
    7. Februar 2020

    @ Alisier:

    Entscheidungsfindungsprozesse sind kein Zuckerschlecken, und die Meinungen gehen selbst innerhalb der gleichen Partei weit auseinander.
    Deswegen ist es umso wichtiger, dass wohlbegründete, konkrete und präzise Vorschläge kommen, damit eine Chance auf Umsetzung besteht.

    Dafür, dass Du keiner Partei angehörst, beherrscht Du das Politiker-Ausreden-Vokabular aber ziemlich gut.

    @ JK:

    Eine AfD, die Ramelow wählt, wäre nicht die AfD.

    Das war eine prinzipielle Frage. Nach den jüngsten Ereignissen in Thüringen könnte die AfD, besoffen von ihrer neuen Macht zur Verhinderung von Minderheitsregierungen, nämlich tatsächlich Gefallen an dieser neuen Option finden.

    Man könnte genauso gut fragen, ob man Hitler nicht in Ehren halten müsste, wenn er nur menschenfreundlich gehandelt hätte.

    Und schon wieder ein Godwin. Geht das bei Dir und Alisier wirklich nicht mehr ohne?

    • #100 Joseph Kuhn
      7. Februar 2020

      @ noch’n Flo:

      “Und schon wieder ein Godwin.”

      Das war kein Godwin, sondern ein Vergleich, der die Absurdität deiner “prinzipiellen Frage” verdeutlichen soll. Lies noch mal nach, was ein “Godwin” ist. Dauernd “Godwin” zu schreien, wenn irgendwas mit Nationalsozialismus oder Hitler zur Sprache kommt, ist ein “Flowin”, eine Variante des “Godwins”, wie dieser ein versuchtes Totschlagargument.

  88. #101 Alisier
    7. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    Wenn Du anstatt einer konstruktiven Anwort nur noch blöde Sprüche bringen kannst, dann lass es doch einfach.

  89. #102 Alisier
    7. Februar 2020

    Nach dem Lesen der Kommentare:
    https://www.allmystery.de/i/t5ea0de_majestix-muede-700px-300×207.jpg
    Und es kommt einfach nichts, nur immer die selben ausgelutschten Behauptungen und “Hab ichs nicht immer gesagt!”- Leerlauftexte ohne jedes Argument.
    Dank an die Konstruktiven Kommentatoren und für den erfrischenden Text von Steinbeis.
    Ich geh jetzt ins Bett und lese was Vernünftiges.

  90. #103 RPGNo1
    7. Februar 2020

    @Alisier

    Guts Nächtle.

    Lesen ist übrigens ein guter Tipp. Ich muss mal wieder Vermes “Er ist wieder da” hervorholen. Inwischen hat die Wirklichkeit hat die Satire nämlich z.T. überholt.

  91. #104 noch'n Flo
    Schoggiland
    7. Februar 2020

    @ Alisier:

    Wenn Du anstatt einer konstruktiven Anwort nur noch blöde Sprüche bringen kannst, dann lass es doch einfach.

    Ich habe Dir in Kommentar #76 eine sehr konstruktive Antwort gegeben, die Du allerdings einfach mal herabgewürdigt hast.

    Ich darf daran erinnern, dass ich – im Gegensatz zu Dir – 10 Jahre lang einer Partei angehört und dabei (leider sehr schlechte) Erfahrungen an der Basis gemacht habe.

    Du hingegen gibst einfach nur “das verkopfte und weltfremde Blabla eines geisteswissenschaftlichen Bourgois mit ausgeprägtem Dunning-Kruger” (Originalzitat Muddi von heute Nachmittag!) von Dir.

    Und bevor Du ihre Meinung auseinanderpflückst, bedenke bitte, dass Muddi aus der Unterschicht und aus einer langjährigen SPD-Wähler-Familie kommt, die sich jedoch aus Enttäuschung – und zu Muddis massivem Missfallen – inzwischen auch der AfD (bzw. im Falle ihres ebenfalls in die Schweiz ausgewanderten Bruders der SVP) zugewandt hat.

    Wenn man jahrzehntelang von den selbsternannten Gralshütern der sozialen Gerechtigkeit und zuletzt von ihrem Armanikanzler und seinen politischen Erben verarscht wurde, passiert sowas halt. Auch das wäre ein Punkt, an dem die linken Parteien mal ansetzen könnten.

  92. #105 noch'n Flo
    Schoggiland
    7. Februar 2020

    Nachtrag @ Alisier:

    Fun fact:

    Bei jedem Wahl-O-Maten, den ich in den letzten Jahren ausgefüllt habe, ergaben sich als die beiden Top-Matches von mir mit den Parteiprogrammen die Linke und die Grünen.

    Und als im vergangenen Herbst die Homöopathie-Debatte bei den Grünen in Gang kam, haben Muddi und ich uns ernsthaft vorgenommen, sollten die Grünen sich von den Kügelchen überzeugend distanzieren können, 2021 erstmals von unserem Wahlrecht als Auslandsdeutsche Gebrauch zu machen und in der Tat die Grünen zu wählen!

    Wären zwar nur 2 Stimmen gewesen, aber immerhin…

    Aber das hat der Grünen-Vorstand ja inzwischen grandios verbockt.

  93. #106 foobar407
    7. Februar 2020

    @Alisier #82 & #83

    Das ist ja schön und gut, dass du dich nebenbei noch irgendwie anderweitig politisch engagierst. Klar wäre es auch schöner, wenn das bei bestimmten Themen mehr Leute machen würden. Aber was du hier beschreibst, ist keine Lösung für die breite Wählermasse. Für die Politik sind nun mal zuvorderst die Politiker zuständig, das ist ihr Beruf.

    Deutschland hat viele Einwohner, und die Interessen und Prioritäten sind unterschiedlich, und genau das spiegeln die Parteien wider.

    Anscheinend nicht, sonst hätten nicht so viele Leute AFD gewählt.

    Jedes Jahr müssen Entscheidungen zu Bildung getroffen werden. Es wäre schön, wenn sich dazu viel mehr Menschen ganz direkt mit ihren konkreten Vorschlägen äußern würden.

    Das ist die Aufgabe der Politiker und nicht der Wähler! Du drehst hier alles um. Der Wähler geht den ganzen Tag zur Arbeit, kümmert sich dann um Familie, Haushalt und andere soziale Pflichten. Und wenn Bildungspolitik nicht gerade sein Hobby ist, wie soll er konkrete Vorschläge machen? Was soll denn dann der Politiker überhaupt noch machen? Es ist seine Aufgabe, politische Lösungen zu finden, und nicht die des Wählers.

    Entscheidungsfindungsprozesse sind kein Zuckerschlecken, und die Meinungen gehen selbst innerhalb der gleichen Partei weit auseinander.

    Ich mache es mir da ganz simpel. Ich schaue, was als Ergebnis des Prozesses hinten rauskommt. Wenn dann das zum Beispiel die Automaut ist, interessiert es micht nicht, ob in der Partei auch Leute dagegen waren. Wenn es zum Beispiel kostenlose Kitas anstelle von Betreuungsgeld ist, interessiert es mich nicht, ob da jemand in der Partei dagegen war. Wenn es zum Beispiel Auslandseinsätze unserer Verteidigungsarmee sind, interessiert es mich nicht, ob da jemand auch dagegen war.
    Wenn ich Hartz4 unverzeihlich finde, kann ich doch nicht trotzdem SPD und Grüne wählen, nur weil es ein paar Mitglieder gab, die das vielleicht auch nicht so toll fanden.

    Und wenn die Entscheidungsfindungsprozesse zu schwierig sind, um etwas ändern zu können, muss man die Prozesse anpassen.

    Und was home-schooling anbelangt, foobar: wir machen das sowieso……nach der Schule.

    Es geht natürlich um Home-Schooling anstatt der regulären Schule, was nur durch eine Gesetzesänderung legal ist. Nach einer Ganztagsschule noch mal Pauken ist zu viel Belastung für ein Kind. Zumal dann ein ähnlicher Effekt wie bei der Nachhilfe eintreten könnte: das Kind konzentriert sich im Unterricht noch weniger, weil es ja später den gleichen Stoff noch mal hat. Das ist jetzt aber Offtopic.

  94. #107 Joseph Kuhn
    8. Februar 2020

    Die ZEIT zum “Bürgerlichen”:

    Auch in der ZEIT wird darüber diskutiert, was “bürgerlich” heute noch bedeuten soll: “Denn wofür steht das nun eigentlich? Eine Altbauwohnung in der Stadt? Ein Haus mit Doppelgarage auf dem Land? Reclam-Regal oder Weber-Grill?”

    Der Begriff hatte früher seinen Sinn in der klassentheoretischen Gegenüberstellung von Bürgertum und Proletariat, als Begriff, der herrschende Klassen von ihrer Rolle in den Produktionsverhältnissen her etikettieren sollte.

    Als Habitus-Begriff, der sich an einem Lebensstil festmacht, ist er politisch inhaltsleer. Das “linksgrünversiffte” Latte-Macchiato-Milieu des Prenzlauer Bergs, die “FDP mit Dosenpfand”, könnte nicht “bürgerlicher” sein. Da funktioniert der Begriff nur als Teil einer Politik des Gefühls, als Markierung des eigenen Stallgeruchs gegen das Linksgrünversiffte.

  95. #108 RPGNo1
    8. Februar 2020

    “Was für eine Woche, meine Damen und Herren. Ich weiß, ich sage das jede Woche – aber diesmal stimmt’s.” Mit diesen Worten eröffnete Oliver Welke die jüngste Ausgabe der “heute show” […] “Unsere Demokratie stirbt nicht an der AfD, sondern an der Doofheit der anderen Parteien”, konstatierte Welke.

    https://www.stern.de/kultur/tv/zdf–heute-show–holt-nach-thueringen-debakel-zum-rundumschlag-aus-9127958.html

  96. #109 Alisier
    8. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    Zu Homeschooling:
    Wenn ich nach der Schule mit meinen Kindern angeln gehe, Pilze sammle und dann mit ihnen auch über ökologische Zusammenhänge spreche und das dann eher scherzhaft gegenüber foobar als Homeschooling bezeichne, musst Du mir nicht gleich das Jugendamt vorbei schicken 🙂
    Was ich sagen wollte ist, dass Eltern eben auch für die Bildung der Kinder verantwortlich sind, und eben nicht ausschließlich, neben der Schule, das Fernsehen.
    Bei uns gibts kein Fernsehen, und deswegen bleibt viel Zeit für Gespräche über Biologie, Coronaviren, Philosophie…..
    Für mich geht es in der Schule hauptsächlich darum das Soziale zu lernen, zumindest in den ersten Jahren. Für den Stoff brauchen viele Kinder nur ein paar Wochen, viel mehr Kinder als man denkt.
    Deswegen mein Einsatz für freie Schulen, die mehr bieten als reine Aufbewahrungsanstalten zu sein.

  97. #110 zimtspinne
    8. Februar 2020

    @Alisier

    Hast du das:

    Bei uns gibts kein Fernsehen

    autoritär über die Köpfe deiner Kinder hinweg entschieden oder war das eine demokratische Entscheidung, bei der die Kinder natürlich ein Mitsprache- und Entscheidungsrecht hatten?

    Mir wird immer ganz gruselig, wenn ich mit so Eltern konfrontiert werde, die selbstherrlich und dominant-übergriffig den Zucker komplett aus der Ernährung verbannen, gar Verbotsübertritte (bei den Großeltern) unter Strafe stellen, mit Drohungen und Einschüchterung arbeiten, um erwünschtes Verhalten zu erreichen und unerwünschtes zu eliminieren.

    Ich weiß auch ein bisschen, wovon ich spreche; habe solche Öko-Freak-Eltern, wobei das zum Glück während meiner “Beine unter deren Tisch”-Zeit noch in den Kinderschuhen steckte, sonst hätte ich womöglich auch die volle Dröhnung Öko-Erziehung, Öko-Ideologie/Konditionierung, Öko-Krankheitskurierung abbekommen.
    Aus Wut und Frust hab ich übrigens mal heimlich (da war ich schon ausgezogen, aber natürlich noch immer mal da an den WE) den gesamten ökologisch durchoptimierten Garten mit üppig angemischtem Blaudünger übergossen (der war strengstens limitiert nur für die Tomaten zugelassen) und die Prozedur dann in Abständen noch mehrmals wiederholt.
    Herrlich wüchsig war danach alles und Tote gabs wider Erwarten auch nicht. 😉

  98. #111 Alisier
    8. Februar 2020

    Liebe Zimtspinne,
    kein Fernseher heißt, dass bei uns nirgendwo ein fest installierter riesiger Bildschirm rumhängt oder rumsteht.
    Dennoch gibts Bildschirme, und wir gucken auch zusammen Filme auf dem Laptop, und die Kinder haben ihre eigenen Zeiten, in denen sie am Laptop machen können, was sie wollen. Und für gute Filme bevorzugen wir das Kino.
    Und ich gebe Dir recht: Verbote sind unwirksam und oft übergriffig. Ich erinnere mich an einen Mitstudenten, dessen Mutter ihm als Kind Nutella verboten hatte…… sein ganzer Schrank stand voll mit Gläsern.
    Und dann der Sohn eines befreundeten Botanikers, der mit Pflanzennamen gepestet wurde……in dessen Wohnung war nichts Grünes, und raus ging er nur sehr ungern.
    Was hat das jetzt mit der FDP zu tun? Denken wir uns was aus 🙂

  99. #112 noch'n Flo
    Schoggiland
    8. Februar 2020

    @ Alisier:

    @ noch’n Flo
    Zu Homeschooling:

    Ich habe das Thema Homeschooling doch gar nicht aufs Tapet gebracht. Bist Du gerade ein wenig verwirrt?

  100. #113 Alisier
    8. Februar 2020

    Mea culpa, noch’n Flo.
    Ich meinte foobar, aber da ich kurz vorher schon an dich geschrieben hatte……
    Man wird halt alt…..moment, wie heißt du nochmal…..?

  101. #114 noch'n Flo
    Schoggiland
    9. Februar 2020

    @ Alisier:

    Man wird halt alt…..

    Wem sagst Du das?

    Übrigens: früher war alles besser!

    moment, wie heißt du nochmal…..?

    Godot.

  102. #115 zimtspinne
    9. Februar 2020

    Lieber Alisier,
    uff, Erleichterung macht sich breit – ich dachte schon, ihr wandelt ganz auf den Pfaden der Waldschrate und habt TV komplett eliminiert als “Gift und Unheil”.
    Und du geisterst heimlich im Netz umher und lässt es dir gutgehen…. Wein und Wasser und so.

    Hatte dein Mitstudent die Nutellas in seinem Studentenschrank gehortet oder schon als Kind? (ja, das gibts alles!)
    Tja, die Nutella-Eltern hätte man zu dem Schrank zitieren und alle Gläser aufessen lassen sollen, bis ihnen Nutella zu den Ohren rausquillt.

    Den Bogen zu Thüringen könnte man so schlagen, dass es dort ja etwas waldschratig ist…. also, die Thüringer sind schon ein spezielles Völkchen und manche bisschen verschroben.
    zur FDP kriege ich den Bogen jetzt aber nicht.

  103. #116 Alisier
    9. Februar 2020

    @ zimtspinne
    “Friss-Die-Pampe!”, kurz FDP als Aufforderung an die Nutella-Eltern…?
    Nein, zu hause hat er sich das nicht getraut. Erst in der WG war er dann frei genug.
    Aber als Bild passt das schon, genau so für die FDP wie auch für die AfD: manche Wähler schlucken alles, solange sie sich bestätigt fühlen und sich einen kleinen Vorteil erhoffen.

  104. #117 Uli Schoppe
    10. Februar 2020

    Alisier, manchen Wählern geht es nicht so gut wie Dir und mir. Und selbst mir geht es als Nichtakademiker nicht so gut wie es könnte. Die wollen ein Leben, mehr nicht.

  105. #118 noch'n Flo
    Schoggiland
    10. Februar 2020

    @ Uli Schoppe:

    Aber darin liegt ja auch ein grosses Problem: wieviele Arbeiter sind noch im Deutschen Bundestag vertreten? Wieviele Handwerker? Und warum stellen die Parteien eigentlich keine Arbeitslose oder Hartz-IV-Empfänger als Kandidaten auf?

    SPD und Linkspartei sollten es doch eigentlich geradezu als ihren Auftrag verstehen, genau daran etwas zu ändern und den Abgehängten der Gesellschaft eine Stimme zu geben. Dann würden die auch nicht zu den Rechten überlaufen.

    Der Deutsche Bundestag ist einfach schon seit langem kein Spiegelbild der Gesellschaft mehr (man vergleiche mal mit den 50er-, 60er- und 70er-Jahren). Quereinsteiger in die Politik gibt es auch kaum noch. Und die Verkopften haben nun einmal keinen Draht zur gesellschaftlichen Basis mehr.

  106. #119 Alisier
    10. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    “Und warum stellen die Parteien eigentlich keine Arbeitslose oder Hartz-IV-Empfänger als Kandidaten auf?”
    Weil sie ganz schlicht und ergreifend auf lokaler Ebene nicht auftauchen. Um sich zu engagieren, braucht man ein gewisses Selbstbewusstsein, und das haben viele verloren.
    Und es ist pure Sozialromantik zu denken, dass dergleichen im heutigen System helfen würde: um mit Black Rock umzugehen muss man hart und geschickt sein.
    Und ich fiel beinahe vom Glauben ab, als Vertreter dieser Gruppe plötzlich im Vorfeld einer Stadtteilplanung auftauchten, und schon mal vorfühlten. Die Politik müsste sich in der Tat wieder auf ihre Stärken besinnen, und sich gerade gegen offensichtliche Heuschrecken durchsetzen.
    Der SPD im jetzigen Zustand (der schon viele Jahre andauert) traue ich das z.B. gerade überhaupt nicht zu.
    Und bei der Linkspartei, die ich auch nur mit größten Bauchschmerzen wählen könnte, sollte der SED-Vorwurf auch inzwischen leiser werden können. Es gibt dort gute Leute, genau wie bei allen Parteien (Nur bei der AfD treten die Guten und Moderaten gerade reihenweise aus).

  107. #120 noch'n Flo
    Schoggiland
    10. Februar 2020

    @ Alisier:

    Der SPD im jetzigen Zustand (der schon viele Jahre andauert) traue ich das z.B. gerade überhaupt nicht zu.

    Spätestens seit dem Armanikanzler war da doch jegliche Glaubwürdigkeit verschwunden.

    Zur Erinnerung: Muddi kommt aus eine Unterschichtfamilie, die über viele Jahre treu SPD gewählt haben. Inzwischen sind die meisten aus Enttäuschung bei der AfD gelandet.

    Und bei der Linkspartei, die ich auch nur mit größten Bauchschmerzen wählen könnte

    Ich sehe, wir verstehen uns.

  108. #121 Tante Tulli
    Niedersachsen
    10. Februar 2020

    @ Alisier und noch’n Flo
    Wieso hättet ihr Bauchschmerzen, wenn ihr die Linke wählen würdet?

  109. #122 Alisier
    10. Februar 2020

    @ Tante Tulli
    Ich kann nur für mich sprechen:
    Der wichtigste Grund warum Parteien links von der SPD für mich immer sehr unattraktiv waren und bleiben, ist ihr merkwürdiges Verhältnis zu Umweltproblemen: es hat ewig gedauert, bis es Umweltthemen überhaupt auf die Agenda geschafft haben, und bis jetzt nehme ich vielen Abgeordneten der Linken nicht ab, respektive kann nicht sehen, dass sie beim Klimawandel, dem Artenschwund, der industriellen Landwirtschaft……den ernst der Lage erkannt haben.
    Dann erzählen mir immer noch Linken-Anhänger etwas von “Zionismus”: so richtig scheinen sie dem Antisemitismus noch nicht abgeschworen zu haben, und das ist für mich ein rotes Tuch.
    Wenn dann noch die Relativierung von Putins Aktionen dazukommt wirds haarig.
    Das Gesellschaftsbild der Linken erscheint mir zudem immer noch sehr einseitig und altmodisch zu sein.
    Was nicht heißen soll, dass es unter ihnen nicht auch gute und fähige Politiker gibt.

    • #123 Joseph Kuhn
      10. Februar 2020

      @ Alisier:

      “bis jetzt nehme ich vielen Abgeordneten der Linken nicht ab, … dass sie beim Klimawandel, dem Artenschwund, der industriellen Landwirtschaft……den ernst der Lage erkannt haben.”

      Ich wusste gar nicht, dass Julia Klöckner oder Andreas Scheuer bei den Linken sind. Aber durch diese Brille gesehen, hast du natürlich völlig Recht.

      “Das Gesellschaftsbild der Linken erscheint mir zudem immer noch sehr einseitig und altmodisch zu sein.”

      Du meist so was wie kostenlose Kita, was Ramelow in Thüringen gemacht hat? Oder Harald Wolfs Engagement für die Rekommunalisierung der Energieversorgung in Berlin? Klar, so was ist schon ziemlich altmodisch, wahrscheinlich CDU-Politik der 60er Jahre.

      “Was nicht heißen soll, dass es unter ihnen nicht auch gute und fähige Politiker gibt.”

      Ich zitiere dich, um dir die Antwort auf meinen Kommentar zu ersparen. Hast du die von mir fett gesetzen Quantoren eigentlich bewusst benutzt oder sind sie dir so rausgerutscht? Ich meine nur, wegen der “vielen” und “allen” oben.

      Disclaimer für mitlesende Parteinähe-Schnüffler: Nein, daraus lässt sich nicht ableiten, dass ich Fan der Linken bin. Ich bin gerecht gegen alle Parteien. Jede hat die Chance, von mir kritisiert zu werden. Nur bei der bayerischen Josefi-Partei tue ich mir schwer, weil ich keinen Grund gegen ihre zentrale Forderung zur Wiedereinführung des 19.3. als Feiertag finde.

  110. #124 noch'n Flo
    Schoggiland
    10. Februar 2020

    @ Tante Tulli:

    Bei mir ist es der Umstand, dass sich die Linkspartei nie wirklich von ihrer SED-Vergangenheit distanziert und diese infolgedessen auch nur mangelhaft aufgearbeitet hat.

    Wenn man sich darüber echauffiert, dass die AfD kein Problem damit hat, auf dem lange brachliegenden Acker der NSDAP neu zu säen, sollte man m.E. auch kritisch genug sein, eine Partei, für die die andere grosse Diktatur in Deutschland im 20. Jahrhundert kein Problem ist, zu hinterfragen.

    @ JK:

    Jede hat die Chance, von mir kritisiert zu werden.

    Das ist ja auch nur fair. 🙂

  111. #125 Alisier
    11. Februar 2020

    @ Joseph Kuhn
    Tante Tulli hat gefragt, und ich habe spontan geantwortet.
    Dass Du Dir diese Dinge rausgepickt hast, ist natürlich dein gutes Recht.
    Dennoch: die Linke ist und bleibt für mich als Umweltpartei ziemlich unglaubwürdig, und Kindergärten reichen nicht, um mich zu überzeugen. Zudem in dieser Stadt Kindergärten ebenfalls kostenlos sind, für die, die es sich nicht leisten können, was ich auch wichtig finde, und das ist der SPD zu verdanken.
    Ich präzisiere deswegen nochmal: die Linke ist mir zu einseitig aufgestellt.
    Und ja, sie steckt aus meiner Sicht irgendwo in den fünfziger Jahren fest, und das ist nicht positiv gemeint.
    Ich bin halt grün bis in die Knochen. Da ist wahrscheinlich nicht viel zu machen 🙂

    • #126 Joseph Kuhn
      11. Februar 2020

      @ Alisier:

      “sie steckt aus meiner Sicht irgendwo in den fünfziger Jahren fest”

      Ich muss gestehen, ich habe mich nicht sehr mit dem Programm der Linken beschäftigt. Konkretisiere doch mal, warum sie “irgendwo in den fünfziger Jahren” feststeckt. Hat sie eine reaktionäre Gender-Politik? Ist ihre Haltung zur Digitalisierung antiquiert? Warum gehört ihre energiepolitische Position in die fünfziger Jahre, oder ihre wohnungspolitischen Forderungen?

      Kann ja alles sein, aber weißt du es oder behauptest du es nur?

      Die grüne Haltung zur Homöopathie steckt übrigens irgendwo Ende des 18. Jahrhunderts fest, und die von vielen (!) Grünen goutierte Waldorfpädagogik zumindest mit einem Bein in den Anfängen des 20. Jahrhunderts in Steiners Esoterik 😉

  112. #127 Alisier
    11. Februar 2020

    Wenn Waldorfpädagogik und Homöopathienähe im Parteiprogramm stünden, Joseph, dann würde ich dir zustimmen.
    Da das Zeug aber gerade jetzt auf der Abschussliste steht (Daumendrück, dass es klappt!), bezweifle ich, dass es zentrale Themen sind.
    Zur Linken:
    “Wir wollen die Klassengesellschaft überwinden. Die neue und bessere Ordnung, die der demokratische Sozialismus erstrebt, ist eine von Klassenschranken befreite Gesellschaft.”
    Aus dem Erfurter Programm von 2011, das wohl sowas wie ein Grundsatzprogramm der Linken darstellt.
    Die Wortwahl ist in mehrfacher Hinsicht nicht mehr zeitgemäß, und katapultiert die Linke in Ideologiebereiche, die ich überwunden sehen möchte. Aber das ist nur meine unbescheidene Position, als Erklärung was mich als Wähler etwas abschrecken würde.

    • #128 Joseph Kuhn
      11. Februar 2020

      @ Alsisier:

      “Wenn Waldorfpädagogik und Homöopathienähe im Parteiprogramm stünden”

      Viel fehlt nicht, wenn man dem grünen Gesundheitsminister Lucha aus Baden-Württemberg zuhört: “Wenn wir als Grüne die Homöopathie in Frage stellen, dann berührt das unsere programmatische DNA”. Das ist keine Einzelmeinung.

      “der demokratische Sozialismus”

      Der Begriff mag aus der Zeit gefallen wirken, nach 30 Jahren Neoliberalismus. Aber wenn man sich einmal von der Begriffsästhetik löst, was konkret möchtest du daran “überwunden sehen”?

  113. #129 noch'n Flo
    Schoggiland
    11. Februar 2020

    @ Alisier:

    Wobei vorhin im “ARD-Mittagsmagazin” ein Sprecher der Linken behauptete, man sei über den Sozialismus hinweg, habe ihn ad acta gelegt und damit auch ausreichend Vergangenheitsbewältigung betrieben.

    Ja wat denn nu?

  114. #130 RPGNo1
    11. Februar 2020

    @noch’n Flo

    Ein Sprecher macht noch keine Partei. So oder so ähnlich

  115. #131 zimtspinne
    11. Februar 2020

    .. aber der Text hört sich ja wirklich an wie an einem SED-Verkaufsstand.
    Alisier, hast du dich verguckt und bei einer kommunistischen Partei gelesen?
    Hier tritt jetzt meine Unkenntnis offen zutage, hab keinen Schimmer, obs solche Parteien in D überhaupt noch gibt.

  116. #132 zimtspinne
    11. Februar 2020

    @ Alisier
    Wie bist du eigentlich zu deiner Grünfärbung gekommen?
    War das ein langer Prozess oder ein Erkenntnisblitz aus heiterem Himmel (der gerade mit Rußwolken verhangen war) oder bist du schon so gestartet und hast quasi nie an etwas anderes gedacht?

  117. #133 Tante Tulli
    Niedersachsen
    11. Februar 2020

    @ Alisier
    Du hast geschrieben:
    ” Ich bin halt grün bis in die Knochen. Da ist wahrscheinlich nicht viel zu machen ”

    Ich hatte mal einen Lehrling aus dem Kosovo. Rate mal, warum der in Deutschland war.

  118. #134 Tante Tulli
    N
    11. Februar 2020
  119. #135 Alisier
    11. Februar 2020

    @ Tante Tulli
    Ich empfehle die Lektüre von Saša Stanišićs wunderbarem Buch “Herkunft”.
    Und eine eingehende Beschäftigung mit dem Kosovo-Konflikt.
    @ zimtspinne
    Zu sehr OT. Vielleicht komme ich ja mal wieder in den Keller und erzähle es.

  120. #136 noch'n Flo
    stinkig unterwegs zur Sonnenuhr auf dem Aussichtsdeck
    11. Februar 2020

    @ Alisier:

    Vielleicht komme ich ja mal wieder in den Keller und erzähle es.

    Wäre nett. 🙂

  121. #137 anderer Michael
    12. Februar 2020

    Hauptsache AfD und ” Die Linke” kommen nicht an die Macht. Wenn die sich gegenseitig ein Bein stellen, freut es mich.

    • #138 Joseph Kuhn
      12. Februar 2020

      @ anderer Michael:

      “Hauptsache … Wenn die sich gegenseitig ein Bein stellen, freut es mich.”

      Davon ausgehend, dass Politik die Probleme lösen soll, die uns gemeinsam angehen, und nicht wie bei Carl Schmitt ihren Inbegriff darin sieht, Freund und Feind zu unterscheiden, habe ich einen anderen Blickwinkel.

      Ich teile viele Vorbehalte gegen die Linkspartei, z.B. ihre SED-Erblast oder die in manchen westdeutschen Landesverbänden penetrante politische Sektiererei, aber die Regierung Ramelow hat gezeigt, dass sie Alltagsfragen pragmatisch angeht, von den Kita-Beiträgen über die Schulsanierung bis hin zur Digitalisierung. Auch Mike Mohring hatte ja nicht grundlos darüber nachgedacht, ob eine projektebasierte Zusammenarbeit mit Ramelow (“Projekte-Regierung”) nicht ein Weg wäre.

      Während bei Ramelow also der Pragmatismus über den Resten sozialistischer Ideologie steht, ist es bei der AfD umgekehrt, hier sind partielle Ansätze einer Sachpolitik überlagert von destruktiven, spalterischen und demokratiezerstörerischen Zielen.

      In der gegenwärtigen Thüringer Situation zu sagen, Hauptsache keiner von beiden spielt mit, finde ich daher problematisch, zumal diese Distanzierung 54 % der Wählerstimmen ausgrenzt. Und wenn man nachfragt, was genau von den Vorhaben der Regierung Ramelow so gänzlich untragbar sei, kommt meist nicht viel und man landet schnell wieder bei der SED oder den Mauertoten. Bei der Bundes-CDU hat man dazu noch den Eindruck, dass sie die Abgrenzung gegenüber Ramelow nicht nur aufrechterhält, weil sie geistig noch im Antikommunismus festhängt, sondern die Ausgrenzung Ramelows auch als ideologisches Gegengewicht dazu braucht, dass der Damm gegenüber der AfD nicht bricht. Das Ergebnis ist eine Blockade aller politischer Lösungswege, und damit verbunden, siehe die Wahl Kemmerichs, die Bereitschaft zu perspektivlosen Spielchen, also das Gegenteil von Politik.

      Was wäre denn Ihr Vorschlag für Thüringen?

  122. #139 RPGNo1
    12. Februar 2020

    @Joseph Kuhn
    Danke für deine Einschätzung #138. Ich teile sie, auch wenn ich es nicht so gut in Worte fassen könnte.

  123. #140 foobar407
    12. Februar 2020

    Ich verstehe nicht, warum kostenlose Kitas als etwas Modernes wahrgenommen werden? Kindergärten stammen historisch aus den Zeiten der industriellen Revolution.
    Dass ausgerechnet die Linke solche Lösungen vorbringen (auch in Berlin), ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es in der DDR sogar Dauerheime für Säugline und Kleinstkinder gab. Den Vorwurf von @noch’nFloh, dass die Linke ihre SED-Vergangenheit nicht aufgearbeitet hat, sehe ich in diesem Punkt absolut bestätigt.

    • #141 Joseph Kuhn
      12. Februar 2020

      @ foobar407:

      Na, wenn es bei den Vorbehalten gegen die SED-Vergangenheit um die Kita-Finanzierung geht, könnte man etwas ideologischen Dampf aus dem Kessel lassen. Man muss ja umgekehrt Wochenmärkte auch nicht zu kapitalistischen Basiszellen hochstilisieren.

      Und was würden Sie mit Ihren SED-Vorbehalten jetzt konkret für Thüringen vorschlagen? Doch nicht etwa eine Koalition mit der AfD, um das kommunistische kostenlose Kita-Jahr zu verhindern?

  124. #142 Alisier
    12. Februar 2020

    @ Joseph Kuhn
    Bei #138 stimme ich dir in Gänze zu, und denke an meinen Großvater, der als katholisch konservativer Stahlarbeiter immer den kommunistischen Bürgermeister mitwählte, weil er wusste, dass der sich für seine Rechte einsetzte und auch sonst ein fähiger und integrer Mann war…..und, ok, er kannte ihn auch persönlich aus dem Untergrund, als sich damals Erzkonservative und Kommunisten gegen die Nazis verbündeten. Eventuell sollte man sich heute wieder ein Beispiel daran nehmen, anstatt immer wieder die gleichen Vorwürfe als Grund vorzuschieben, um mit den Linken nicht verhandeln zu müssen :
    https://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Useldinger
    Ohne Pragmatismus kommen wir nicht weiter, und die CDU vermutlich auch nicht.
    Was mich aber z.B. am Erfurter Programm massiv stört ist die Tatsache, dass die Formel “Am Sozialismus soll die ganze Welt genesen” aber auch fast überall durchscheint, und damit eher nicht ausschließlich soziales Handeln gemeint sein dürfte. Wenn eine Ideologie nicht mehr hinterfragt wird, bin ich extrem skeptisch, und die Linke ist eben nicht allein der auch rhetorisch brillante Gysi.
    Zu den Grünen:
    Aufgrund eines dann doch unterschiedlichen kulturellen Hintergrundes habe ich mit den deutschen Grünen immer sehr gefremdelt, und erst jetzt, wo ich klar erkennen kann, dass die alten unwissenschaftlichen Zöpfe endlich in Frage gestellt werden, nähere ich mich ihnen an.
    Aus meiner Sicht sollte alles getan werden, um auch hier die Pragmatiker und an Fakten orientierten zu stärken. Nur so lassen sich Probleme gemeinsam lösen, und nur so kommen wir weiter.

  125. #143 anderer Michael
    12. Februar 2020

    Ganz so ist es nicht mit Herrn Ramelow. Ja, er betreibt eine sachorientierte Landespolitik, wie ich es grob beurteilen kann. Gegen ihn spricht seine euphemistische Umschreibung, wieso denn die DDR kein Unrechtsstaat sei oder der rhetorische Trick mit der Vergatterung, weil es doch keinen Schießbefehl gebe. Zudem hat die Linkspartei ein Sammelsurium von merkwürdigen Ansichten und Personen. Eine solche Partei ist für mich immer ein politischer Gegner.
    Was wäre theoretisch zu tun gewesen: CDU, SPD, Grüne und FDP hätten sich zusammenschließen sollen, den Versuch einer Minderheitenregierung und bei Sachfragen notgedrungen mit den beiden restlichen Parteien zusammenzuarbeiten.

  126. #144 Alisier
    12. Februar 2020

    @ anderer Michael
    Hast Du Dir mal die Adenauer-CDU in den fünfziger und sechziger Jahren angeguckt?
    Alles lupenreine Demokraten mit blitzsauberen Ansichten, die immer wieder auf den Unrechtsstaat zwischen 33 und 45 hingewiesen haben?

  127. #145 Dietmar Hilsebein
    12. Februar 2020

    @ Alisier

    “Hast Du Dir mal die Adenauer-CDU in den fünfziger und sechziger Jahren angeguckt?”

    Damals gab es halt kein sauberes Wasser. (->Adenauer)
    Im Osten fehlen sicher auch die unbelasteten Politiker und sie immer nur aus dem Westen zu importieren, behagt auch nicht. Ich denke, daß es richtig ist, die AfD und die Linken nicht über einen Kamm zu scheren. Linke als politische Gegner und die AfD als Feind zu betrachten, paßt schon. Mit den Grünen wollte ’82 auch keiner politisch zusammenarbeiten. Die Zeiten ändern sich. Hoffen wir, daß wir nicht in zehn Jahren die neuen/alten 30iger erleben müssen -mit Höcke als Kanzler, weil’s kein anderer machen will.

  128. #146 noch'n Flo
    Schoggiland
    12. Februar 2020

    @ Alisier:

    Was mich aber z.B. am Erfurter Programm massiv stört ist die Tatsache, dass die Formel “Am Sozialismus soll die ganze Welt genesen” aber auch fast überall durchscheint, und damit eher nicht ausschließlich soziales Handeln gemeint sein dürfte. Wenn eine Ideologie nicht mehr hinterfragt wird, bin ich extrem skeptisch, und die Linke ist eben nicht allein der auch rhetorisch brillante Gysi.

    Gregor Gysi ist auch der einzige Linkspolitiker, der mir einigermassen sympathisch ist. Spätestens bei Sarah Wagenknecht überkommt mich das kalte Grausen.

    Und bei den Grünen war mir bislang auch nur einer einigermassen sympathisch: Christian Ströbele. Okay, das mag auch daran liegen, dass ich ihn 2007 (oder war es 2008?) mal persönlich kennengelernt habe und sehr von seiner liberalen Drogenpolitik beeindruckt war (ich habe mich seinerzeit recht aktiv in diesem Feld betätigt).

    Zu den Grünen:
    Aufgrund eines dann doch unterschiedlichen kulturellen Hintergrundes habe ich mit den deutschen Grünen immer sehr gefremdelt, und erst jetzt, wo ich klar erkennen kann, dass die alten unwissenschaftlichen Zöpfe endlich in Frage gestellt werden, nähere ich mich ihnen an.

    Und genau da liegt wiederum mein Problem: es wurde in Frage gestellt und dann die Diskussion im grossen Plenum von den Altvorderen der Partei wieder abgebügelt.

    Oder gibt es inzwischen etwas neues in der Homöopathiefrage, was mir entgangen sein sollte?

  129. #147 Alisier
    12. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    Jetzt warte doch mal ein wenig ab 🙂
    Und es war kein Abbügeln.

  130. #148 Uli Schoppe
    12. Februar 2020

    Was war das denn anderes als abbügeln?

  131. #149 Alisier
    12. Februar 2020

    Einen Konflikt zu moderieren, der einen Kompromiss nicht zulässt, ist nicht gerade einfach.
    Warten wir doch ab wie es weiter geht.

  132. #150 Uli Schoppe
    12. Februar 2020

    Nachdem sie in sozialen Fragen und durch ihre Kriegspolitik bewiesen haben das sie etabliert sind gibt es wenig Anlass zur Hoffnung.

  133. #151 noch'n Flo
    Schoggiland
    13. Februar 2020

    @ Alisier:

    Jetzt warte doch mal ein wenig ab

    Okay, ich vertraue Dir. Aber maximal bis zur nächsten Bundestagswahl – d’accord?

  134. #152 noch'n Flo
    Schoggiland
    13. Februar 2020

    @ Uli Schoppe:

    Lass uns doch Alisier einfach eine Chance in dieser Frage geben.

  135. #153 anderer Michael
    13. Februar 2020

    Alisier
    Das ist Ablenkung. Wir leben im Jahr 2020.
    Das ist die Linkspartei und wählt solche Herren.
    https://www.tagesspiegel.de/politik/der-putin-versteher-so-tickt-der-neu-gewaehlte-vize-chef-der-linksfraktion/25536864.html

  136. #154 foobar407
    13. Februar 2020

    @Kuhn #141

    Für Thüringen habe ich keine Lösung. Ich kann noch nicht mal sagen,ob ich dazu eine Meinung habe.

    Ich habe mich nur gewundert, dass ausgerechnet das Kita-Thema ein Beispiel für pragmatische und moderne Politik sein soll. Dabei ist die linke Familienpolitik in meinen Augen ausgesprochen ideologisch und veraltet.

    Dass mit der SED-Vergangenheit stört mich an sich gar nicht so sehr, ich habe da nur Bezug auf @noch’nFloh genommen. Aber wenn man wirklich modern und pragmatisch an die Sache herangehen will, kann man sich die Fehler der Vergangenheit ja mal anschauen, sich die wissenschaftlichen Ergebnisse zu dem Thema mal anschauen, und dann feststellen, dass Fremdbetreuung in der Regel keine so gute Idee ist. Schau ich mir aber das Programm von Linke, Grüne, SPD an, so geht es in deren Familienpolitik anscheinend nur darum geht, Kinder so einfach und früh wie möglich von ihren Eltern zu trennen.

    PS: Sorry für so viel Offtopic.

  137. #155 RPGNo1
    13. Februar 2020

    @anderer Michael

    Du unterliegst einem Denkfehler. Es gibt nicht “die” Linken, und du kannst einen Ramelow nicht mit einem Hunko oder Wagenknecht gleichsetzen (Disclaimer: Ich mag beide genannte Personen nicht).

    Ebenso ist der Landesverband einer Partei nicht mit ihrem Bundesverband gleichzusetzen. Dazu musst du dir nur die Thüringer CDU ins Gedächtnis rufen, deren Spitzenpolitiker offen mit einem Faschisten und dessen Parteigenossen sympathisieren.

  138. #156 noch'n Flo
    Schoggiland
    13. Februar 2020

    @ RPGNo1:

    Ebenso ist der Landesverband einer Partei nicht mit ihrem Bundesverband gleichzusetzen.

    Gilt das auch für die AfD? 😉

  139. #157 noch'n Flo
    Schoggiland
    13. Februar 2020

    @ foobar407:

    Schau ich mir aber das Programm von Linke, Grüne, SPD an, so geht es in deren Familienpolitik anscheinend nur darum geht, Kinder so einfach und früh wie möglich von ihren Eltern zu trennen.

    Das ist – mit Verlaub – Schwachsinn.

    Nebenbei: sollen, deiner Meinung nach, Frauen also kein Recht haben, sich beruflich zu verwirklichen? Oder findest Du, dass die Frau gefälligst nach der Geburt für 18 Jahre an den heimischen Herd gehört?

  140. #158 Alisier
    13. Februar 2020

    @ noch’n Flo
    Bei der AfD ist es egal: die Moderaten, die es noch gab, fliehen inzwischen teilweise entstetzt. Ob Landesverband oder Bundesverband: inzwischen ist es egal.
    Den DDR-Schock kriegt man halt aus den deutschen Knochen nicht raus, weswegen alles, das im Entferntesten nach Sozialismus riecht für jeden Erzkonservativen nicht mal mit Weihwasser bekämpft werden kann.
    Dass gerade überzeugte Sozialisten das letzte Bollwerk gegen den Nationalsozialismus darstellten wird dann gerne vergessen. Und es gab und gibt sie, die demokratisch denkenden Sozialisten und sogar Kommunisten.
    Und wenn man sich die Werteunion anschaut, so scheint mir diese zu den wahrlich unsicheren Kantonisten gezählt werden zu müssen wenn es um Demokratieverteidigung geht.

  141. #159 RPGNo1
    13. Februar 2020

    @noch’n Flo

    Ich kenne keinen AfD-Landesverband, der sich politisch und inhaltlich maßgeblich von den Vorgaben seines Bundesverbandes unterscheiden würde. Ganz im Gegenteil sind sie oft noch radikaler aufgestellt, siehe aktuell Höcke/Thüringen oder Kalbitz/Brandenburg. Dieses Verhalten wird von der Bundes-AfD goutiert und nur halbherzig angegangen, wie es vor wenigen Jahren die “Gemäßigten” um Petry während der Ausschluss-Diskussion um den saarländischen Verband zeigten.

  142. #160 foobar407
    13. Februar 2020

    @noch’n Flo

    sollen, deiner Meinung nach, Frauen also kein Recht haben, sich beruflich zu verwirklichen? Oder findest Du, dass die Frau gefälligst nach der Geburt für 18 Jahre an den heimischen Herd gehört?

    1. Ich habe Frauen in meinem Beitrag überhaupt nicht erwähnt. Wie kommst du darauf? Kann sich in deinem Weltbild nur eine Frau um Kinder kümmern?

    2. Das Märchen mit der beruflichen Selbstverwirklichung willst du mir jetzt doch hier wirklich nicht auftischen, oder?

    3. 18 Jahre? Gehen deine Kinder 18 Jahre in den Kindergarten?

    4. Schau dir einfach die wissenschaftlichen Untersuchungen zu Kitas an. Kinder aus sozialbelasteten Familien können von einer Kita profitieren, wenn die Kita gut ist. Für die anderen Kinder kann eine Fremdbetreuung schlecht sein, wenn die Kitas schlecht sind.

    Wieso muss aber die Kita für alle umsonst sein? Es sind doch nicht alle Familien sozial belastet? Zudem sind die meisten Kitas nicht gut, die Betreuungsschlüssel sind in häufig katastrophal. Und wenn man mit kostenlosen Kitas noch mehr Kinder und immer früher dorthin lockt, dann wid die Qualität noch schlechter. Zumal in Berlin, zum Beispiel, ein Kita-Gutschein schon ab dem ersten Geburtstag für 7 Stunden immer ohne Prüfung bewilligt wird.

    Dass Kitas gefördert werden, hat aus staatlicher Sicht nur zwei Vorteile: schnellere Rückkehr der Eltern auf den Arbeitsmarkt und sehr frühe erzieherische Eingriffsmöglichkeiten auf nachfolgende Generationen. Das sind beides Punkte, die ich nicht so toll finde.

    5. Es ist bezeichnend, dass in deinem Beitrag #157 zum Thema Familienpolitik nicht ein Mal das Wort (oder der Gedanke an ein) Kind vorkommt, auch wenn der Kommentar zugegebener Maßen sehr kurz war.

    6. Zu deinem “Schwachsinn”. Nehmen wir zu Beispiel die Familienpolitik der Grünen:
    “Mit unserem grünen Familienbudget wollen wir Familien mit zusätzlich 12 Milliarden Euro pro Jahr entlasten und die Kinderarmut verringern. Wir schaffen in den nächsten Jahren weitere 350.000 Krippen- und Kitaplätze”

    Das ist die erste Maßnahme bei den Grünen. Dazu dann dieses mMn grauenhafte Menschenbild:
    “Kinder brauchen Fachkräfte, die ihnen Zeit widmen und sie individuell fördern.”
    Vielleicht ist bei mir wirklich etwas falsch verdrahtet, aber wenn ich so etwas lese, habe ich immer wieder diese Assoziation mit der Heimerziehung in der DDR.

    7. Nun kann man, wie ich Herr Kuhn verstehe (wobei ich ihn wohl häufiger missverstanden habe), das Thema nicht so hoch priorisieren. Für junge Familien oder solchen, die es werden wollen, ist das aber ein wichtiges Thema. Da es hier um die psychische Gesundheit nachfolgender Generationen geht, denk ich, dass das Thema auch alle anderen etwas angeht. Und es ist nun Mal auch ein Thema, was von den linken Parteien sehr schnell umgesetzt wird (siehe Berlin und Thüringen) und somit Relevanz erhält.

    8. Ich muss mich nochmals für das Offtopic entschuldigen, da ich die genaue Situation der Kitas in Thüringen nicht genau kenne. Sollte es dem bundesweiten Trend entgegenstehen, und nur hochwertige Kitas in Thüringen geben mit mehr als genügend und nur hervorragend ausgebildeten Erziehern geben, dann ist das Thema dort vielleicht nicht so wichtig. Mich würde es aber sehr wundern.

  143. #162 Tante Tulli
    Niedersachsen
    20. Februar 2020

    @ Alisier #135
    Ein bißchen spät, aber ich will dir doch noch antworten. Du schriebst
    “@ Tante Tulli
    Ich empfehle die Lektüre von Saša Stanišićs wunderbarem Buch “Herkunft”.
    Und eine eingehende Beschäftigung mit dem Kosovo-Konflikt.”

    Zu dem Buch habe ich mir ein paar Rezensionen auf Amazon durchgelesen. Ich werde es nicht lesen, ich mag weitläufige Schilderungen nicht mehr so gerne. Ich ziehe Bücher wie “Der Dank des Vaterlandes” von Giulio Cisco vor. Das deprimiert so schön.

    Mit dem Kosovo-Konflikt hatte ich mich schon beschäftigt, auch mit der Zeit davor in Jugoslawien; ich kenne und kannte Leute, die von dort kamen.

    Um nochmal auf die Grünen zurückzukommen- die habe ich Anfangs auch für ein bißchen faselig gehalten. Als ich den Krefelder Appell unterschrieben habe, bin ich mit einigen ins Gespräch gekommen und habe festgestellt, daß das doch nicht nur Spinner waren.
    Naja, das ist alles lange her, das Spinnertum überwiegt jetzt wohl doch wieder. Esoterische Kriegspieler eben.

    Und jetzt bin ich mal persönlich neugierig: Wo kommst du denn her? Deutschland kann es nicht sein, hier gab und gibt es zwar viele Stahlarbeiter, aber keinen einzigen kommunistischen Bürgermeister.