Zurzeit liest man viel über den Umgang mit Fakten, traditionellen wie alternativen Fakten. Der Diskurs über die Fakten hat die Diskurse über Propaganda, Ideologie, „falsches Bewusstsein“ und postmodernen Relativismus erst einmal abgelöst. Im Newsletter des Jounalistenkollektivs Correktiv wird heute auf den Artikel „The problem with facts“ von Tim Harford in den Financial Times hingewiesen, sehr…

Um die Frage, ob die Homöopathie „wirkt“, dreht sich der größte Teil der Diskussion um diese Behandlungsmethode in den sozialen Medien. Mit der Wirkungsfrage wird ein ganz bestimmter Zusammenhangstyp angesprochen: Es geht um kausale Zusammenhänge zwischen Ereignissen. Das ist nicht alles auf der Welt. Es gibt z.B. auch Begründungszusammenhänge bei Handlungen: „Ich habe das Licht…

Vor ein paar Tagen hatte ich einen Blogbeitrag über eine Rezension zu Ulrich Kutscheras Buch „Das Gender-Paradoxon“ veröffentlicht. An der Diskussion dazu hat sich ein Kritiker der Gender Studies beteiligt, Markus Meier, nach eigener Aussage Professor für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Universidad Externado de Colombia in Bogotá (Kolumbien). Nach kurzem Diskussionsverlauf hat Markus Meier begonnen,…

Der Mensch ist ein Herdentier, noch dazu ein bequemes, das seine grundlegenden Weltanschauungen nicht gerne ändert, weil diese oft konstitutiv für die personale Identität sind. Nebenan hat Jürgen gerade interessante Ergebnisse einer kleinen Untersuchung der Washington Post vorgestellt. 41 % der Trumpanhänger halten das Luftbild von der Amtseinführung Obamas für das von Trumps Amtseinführung, weil…

Am Freitag war ich in den Münchner Kammerspielen. Carolin Emcke, die 2016 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, hat dort aus ihrem Buch „Gegen den Hass“ gelesen. Zwei Punkte davon seien hier kurz angerissen. Der erste: Carolin Emcke hat sich viel Gedanken darüber gemacht, wo der neuerdings so offen vorgetragene Hass in den…

Ulrich Kutschera und andere wackere Kämpfer gegen den Untergang des patriarchalen Abendlandes waren hier auf Gesundheits-Check schon mehrfach Thema. Vor allem die „Gender-Studies“ sind für diese Leute Teufelswerk, wobei immer etwas unklar bleibt, was sie dazu zählen und was nicht. Diskussionen darüber in Internetforen führen zwar am Ende zuverlässig wieder zum Ausgangspunkt zurück, aber einen…

Im Moment wird viel über Filterblasen und Echokammern durch selektive Informationen im Internet diskutiert, über das postfaktische Zeitalter, in dem wir angeblich leben, über motivated reasoning und cultural cognition, über schnelles und langsames Denken und gar nicht Denken. Es geht dabei stets darum, warum wir uns manchmal (und die Andern sich dauernd) auch augenscheinlichen Fakten…

Vor ein paar Tagen hatte ich hier im Zusammenhang mit den Wahlprognosen für Trump und Clinton gefragt, inwieweit wir darauf vertrauen dürfen, dass sich Trends fortsetzen. Das kann man bekanntlich verallgemeinern: Inwieweit dürfen wir überhaupt darauf vertrauen, dass unsere Meinungen richtig sind? Bewährte Meinungen sind gute Alltagsheuristiken. Wir können im Alltag nicht ständig alles infrage…

Im Alltag schreiben wir die Vergangenheit oft einfach fort, sonst könnten wir nicht leben. Ich verlasse mich z.B. darauf, dass die Sonne morgen wieder aufgeht, wie sie das die letzten Jahre auch recht zuverlässig getan hat, und ebenso wird wohl auch morgen der Kaffee von der Kanne in die Tasse fließen und nicht etwa schwerelos…

In weiten Bereichen der Wirtschaftswissenschaften gilt der homo oeconomicus, der individuelle Nutzenmaximierer, als grundlegende Modellannahme. Zwar wird häufig betont, dass das nur eine Modellannahme sei und keine empirische Beschreibung menschlichen Verhaltens, aber das klingt meist so, als ob Menschen eben manchmal „irrational“ handeln und daher vom Modell des homo oeconomicus abweichen. Dass menschliche Rationalität nicht…