In der Süddeutschen Zeitung ist heute ein Artikel von Sebastian Herrmann über die Replikationskrise in der Psychologie. Die Psychologie ist, wie alle empirischen Wissenschaften – von der Ökonomie bis zur Biomedizin – dem Risiko ausgesetzt, dass sich Studienbefunde bei einer Überprüfung nicht bestätigen lassen. So weit, so trivial. Unter den Bedingungen eines Wissenschaftsbetriebs allerdings, der…

Psychische Störungen sind einerseits Allerweltskrankheiten: Studien gehen davon aus, dass ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung im Laufe eines Jahres an einer solchen Störung leidet, im Laufe des Lebens ist jeder Zweite betroffen. Andererseits gibt es gegenüber Menschen mit einer psychischen Störung häufig ein Unbehagen und oft auch handfeste Vorbehalte. Auch mehr als 200…

So gibt zumindest die „Achse des Guten“, die Seite der linksphobischen Gutbürger mit dem Klagelaut im Titel, den kanadischen Psychologieprofessor Jordan B. Peterson wieder. Ob Peterson das wirklich so gesagt hat, habe ich nicht nachgesehen. Vermutlich nicht, als Psychologieprofessor wird er schon wissen, dass das Quatsch ist. Die Achse präsentiert ihn mit einem Auszug aus…

Schwierige Verhältnisse Das Verhältnis zwischen Politik, Industrie und Wissenschaft ist komplex. Darüber werden dicke Bücher geschrieben und die Beziehungen, die dabei diskutiert werden, verändern sich auch noch mit der Zeit, d.h. was gestern analysiert wurde, muss morgen schon nicht mehr ganz zutreffend sein. Mit anderen Worten: Es geht hier um ein Verhältnis, das der ständigen…

In den letzten Tagen gab es in den sozialen Medien viele Beiträge von Christian J. Becker, im Ton sehr scharf und bewusst provozierend. Hier auf Gesundheits-Check hatte ich Herrn Becker deswegen gesperrt. Er macht jetzt einen Vorschlag: „Mein Angebot an Sie: ich benehme mich und Ihre Skeptiker benehmen sich. Wir gehen uns hier auf Ihrem…

Chemnitz und München Nach den „Trauermärschen“ in Chemnitz und dem dort offen praktizierten Schulterschluss zwischen Wutbürgern, AfD, Pegida und Rechtsradikalen schlugen die Wellen der Gesellschaftsdiagnostik im Feuilleton und den Talkshows wieder einmal hoch. Als sichtbares Symbol der Besorgnis des politischen Establishments musste der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz infolge seiner obskuren Äußerungen und einer daran…

Vor kurzem hatten wir hier über einen Essay des SZ-Journalisten Nikolaus Piper über die Gründe des Rechtspopulismus diskutiert. In der soziologischen und politikwissenschaftlichen Literatur wird dazu häufig auf den Neoliberalismus und seine Produktion von Gewinnern und Verlierern in einem intensivierten Wettbewerb verwiesen. Pipers These war dagegen, dass man mit dem Neoliberalismus auf jeden Fall den…

Der Samstagsessay im Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung ist diesmal von Nikolaus Piper, in der Printausgabe betitelt mit „Der falsche Feind“. Piper ist gelernter Volkswirt und einer der wirtschaftsliberalen Hausgeister der Süddeutschen. In seinem Beitrag gratuliert er dem Neoliberalismus zum 80. Geburtstag und sieht ihn in der Tradition des Widerstands gegen den Totalitarismus des 20. Jahrhunderts.…

Wissenschaft und Objektivität Wissenschaft ist ein Versuch, Wissen im Sinne von Aussagen, die gut begründet sind, also Kandidaten für wahre Aussagen, von Aussagen zu trennen, die gute Gründe gegen sich haben, also Kandidaten für vermeidbare Irrtümer sind. In den Naturwissenschaften und auch in der Medizin trifft man dabei häufig auf einen naiven Realismus. Aussagen gelten…

Dass Leute, die die Mondlandung für eine erfundene Story halten, oder die überzeugt sind, es gäbe keine krankmachenden Viren, oft nicht nur einen einzelnen Sprung in der Schüssel haben, sondern ganzheitlich daneben sind, ist bekannt. Die Ablehnung dessen, was als wissenschaftlicher Konsens gilt, ist häufig nicht auf einzelne Themen begrenzt, sondern eine mehr oder weniger…