Wer blickt noch durch? In den Gesundheitswissenschaften stellt man seit geraumer Zeit fest, dass sich viele Menschen mit Gesundheitsinformationen schwer tun. Kein Wunder: Das Gesundheitswesen ist ein höchst kompliziertes System, dessen Funktionsweise auch Fachleute im Einzelnen nicht durchdringen, und Informationen darüber, was der Gesundheit schadet oder nicht und welche Behandlungen nützen oder schaden, muss man…

Das Zentrum für Krebsregisterdaten beim Robert Koch-Institut ist so etwas wie eine Referenzstelle für epidemiologische Krebsdaten, also bevölkerungsrepräsentative Daten zum Krebsgeschehen. Mehrfach wurde hier auf Gesundheits-Check schon auf die informative Broschüre „Krebs in Deutschland“ Bezug genommen, die regelmäßig von der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland (GEKID) und dem Zentrum für Krebsregisterdaten beim RKI herausgegeben…

O’zapft is. Vom 22. September bis zum 7. Oktober findet in München wieder das Oktoberfest statt, die Wiesn. Ein Großereignis mit vielen Menschen, vielen Brathähnchen (bairisch: „Hendl“), viel Bier, vielen Betrunkenen und vielen Polizeieinsätzen. Jedes Jahr muss die Polizei ca. 2.000 mal zum Einsatz, 1.896 Einsätze waren es im letzten Jahr. Vom Diebstahl über Prügeleien…

0,00974263, das ist meine neue Sterbewahrscheinlichkeit für das kommende Jahr, nach der Periodensterbetafel 2012/2014 für Männer aus Westdeutschland. Zu 99 % überlebe ich also das kommende Jahr. Meine statistische Restlaufzeit („fernere Lebenserwartung“) beträgt gut 20 Jahre. Das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs steigt in meinem Alter deutlich an, dafür nimmt das Risiko für jugendlichen…

In Deutschland leben schätzungsweise mehr als 1,5 Mio. Menschen mit Demenz, die meisten mit einer Demenz vom Alzheimer-Typ. Unter den Hochaltrigen ist jeder Dritte betroffen, der eine mehr, der andere weniger. Bis vor wenigen Jahren glaubte man, gegen das Risiko, dement zu werden, könne man nichts unternehmen. Inzwischen mehren sich die Hinweise, dass sich durch…

In vielen Wissenschaften, so auch in den Gesundheitswissenschaften, ist der p-Wert ein statistisches Universalwerkzeug. Man entscheidet damit darüber, ob da etwas ist oder nicht. Kurz zur Rekapitulation: Der p-Wert bezeichnet bekanntlich die Wahrscheinlichkeit, mit der beim Testen einer Hypothese, z.B. dass ein Medikament wirkt, ein bestimmtes Messergebnis zustande kommt, obwohl die Hypothese nicht zutrifft und…

Gerade gibt es wieder einen Kutschera-Sturm im Wasserglas. Seit einiger Zeit schon ist er auf kathnet, einem rechtskatholischen Forum unterwegs und gibt dort seine Ansichten zur “Ehe für alle” als wissenschaftlich begründete Aussagen zum Besten. Vor kurzem wurde bei kathnet ein Interview Kutscheras mit dem ebenfalls einschlägigen polnischen Wochenmagazin Sieci recycled, in dem wir erfahren,…

Der polizeilichen Kriminalstatistik zufolge gab es im Jahr 2015 in Deutschland ca. 180.000 Gewaltdelikte. Die Zahl der polizeilich erfassten Gewaltdelikte war in den ersten Jahren des Jahrtausends etwas angestiegen, seit 2007 ist sie rückläufig und liegt jetzt in etwa wieder auf dem Niveau von vor 15 Jahren. 589 Menschen kamen 2015 durch Mord oder Totschlag…

Im Alltag schreiben wir die Vergangenheit oft einfach fort, sonst könnten wir nicht leben. Ich verlasse mich z.B. darauf, dass die Sonne morgen wieder aufgeht, wie sie das die letzten Jahre auch recht zuverlässig getan hat, und ebenso wird wohl auch morgen der Kaffee von der Kanne in die Tasse fließen und nicht etwa schwerelos…

In der Epidemiologie gibt es das Konzept der sog. „vermeidbaren Sterbefälle“. Im Glossar der Gesundheitsberichterstattung des Bundes werden sie als Sterbefälle definiert, “die bei angemessener Krankheitsprävention oder Therapie hätten verhindert werden können.“ Das Konzept wird auf verschiedene Weise operationalisiert, indem bestimmte Diagnosen aus der Todesursachenstatistik als „vermeidbar“ gezählt werden. Jeder Variante wohnt eine gewisse Willkürlichkeit…