Vor kurzem hatte Martin Bäker nebenan die Gangart von Spinnen beschrieben. Ganz anders als wir Menschen laufen sie auf acht statt auf zwei Beinen. Mehr gemeinsam mit uns haben sie in technischen Dingen. Auch Spinnen sind meist gut vernetzt. Aber wie gesagt, ihre Gangart ist etwas eigen. Immerhin laufen sie wie wir auf den Beinen…

Interessenkonflikte im Zeichen der Moderne Sorry, dass schon wieder die Homöopathie Thema ist. Aber ähnlich wie seinerzeit Passivrauchen oder Glyphosat oder aktuell der Klimawandel ist der Streit um die Homöopathie auch ein öffentlicher Schauplatz des Umgangs mit wissenschaftlicher Evidenz in Interessenkonflikten. Unsere Zeit ist eine Zeit, in der nur schwer ganz offen gegen Wissenschaft, gegen…

Die Moderne steht unter dem Zeichen von Aufklärung, Rationalität und technischem wie sozialem Fortschritt. Wir glauben heute nicht mehr daran, dass übersinnliche Mächte unser Schicksal lenken. Genauer gesagt, der gesellschaftliche Mainstream hat sich von diesem Glauben verabschiedet. Selbst die christlichen Kirchen haben – weitgehend – ihren Frieden damit gemacht, dass die Menschen selbst über ihr…

Martin Heidegger, der manchmal raunende, manchmal offensichtlich spinnerte, zwischenzeitlich politisch irrlichternde und manchmal tiefgründige Schwarzwaldphilosoph, hat die Technik als „Gestell“ charakterisiert. Er wollte damit darauf hinaus, dass Technik die Natur „stellt“, sie herausfordert. Egal was man von dieser Begriffsprägung hält: Auch hochmoderne Technik kann als „Gestell“, ganz alltagssprachlich, in Erscheinung treten: Diese Technik ringt der…

Nur ein Formular? In den besseren medizinischen Fachzeitschriften ist es inzwischen üblich, dass die Autoren (und Autorinnen) ein Formular zu potentiellen Interessenkonflikten ausfüllen müssen. Als Standard gelten die „Recommendations for the Conduct, Reporting, Editing, and Publication of Scholarly Work in Medical Journals“ des International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE). Die Offenlegung von Interessenkonflikten ist…

… für die Wirksamkeit hochpotenzierter Homöopathika über Placebo hinaus: 1. „Es hat mir geholfen“: Die persönliche Erfahrung kann die Wirksamkeit von Arzneimitteln grundsätzlich nicht verbürgen, weil sich die persönliche Erfahrung auf das konkrete Nacheinander von zwei Ereignissen (Einnahme, Krankheitsverlauf) beschränkt. Was unter anderen Bedingungen wäre, weiß man nicht. Dazu kommt die allgemeine Täuschungsanfälligkeit der menschlichen…

Für aufgeklärte Zeitgenossen ist der Glaube an Wunder ein Grund zum Kopfschütteln. Wunder passen nicht mehr in die Zeit. Heute gründen wir Aussagen über die Welt auf Tatsachen und als Tatsachen gilt, was öffentlich nachprüfbar ist und sich ins Gesamtbild unseres Weltverständnisses fügt. Da mag es etwas paradox anmuten, dass früher durchaus auch Wunder diese…

Der Homöopathie-Hersteller Hevert versucht, wie inzwischen in vielen Medien nachzulesen, die Wirksamkeit homöopathischer Mittel juristisch nachzuweisen. Eine besondere Regelung des Arzneimittelrechts für zugelassene Homöopathika lädt den Pharmakonzern dazu ein, diesen Weg statt des üblichen Wegs über wissenschaftliche Studien zu gehen. Es lässt „Erkenntnismaterial“ der homöopathischen Tradition zu. Allerdings ist der Weg, den Hevert eingeschlagen hat,…

Eine These Nebenan bei Mathlog geht es gerade um eine Rede des Wikimedia-Deutschland-Chefs Abraham Taherivand bei der re:publica letzte Woche. Taherivand: „‘Freies Wissen‘ ist Wissen, das frei ist von Meinungen in einer Welt, die von Meinungen zunehmend destabilisiert wird.“ Ich will diesen Satz einmal als Aufhänger für den darin markierten Gegensatz von Meinung und Wissen…

Wer kennt ihn nicht, den Shakespeare-Satz, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als sich unsere Schulweisheit träumen lässt. Das ist so, gar keine Frage. Fragen sollte man sich aber, ob es deswegen vernünftig ist, an Elfen, Marsmenschen oder den Pumuckl zu glauben. Wilhelm von Ockham hat schon vor 700 Jahren die Einsicht…