Dieter Köhler war für eine kurze Zeit der Liebling der Medien, die dachten, jede ungewöhnliche Botschaft hat Nachrichtenwert. Man kennt das ja: Mann beißt Hund ist die bessere Schlagzeile als Hund beißt Mann. Jetzt beißen die Medien ihren Mann. Er habe sich mehrfach verrechnet. Ja klar. Erstens hat er so gut wie gar nichts gerechnet.…

Wissenschaftspluralismus und Wissenschaftsfreiheit Vor ein paar Tagen hat die Ärztezeitung berichtet, eine Gruppe um Peter Matthiessen, den Vorsitzenden des Sprecherkreises des Dialogforums Pluralismus in der Medizin, habe eine „Homöopathie-Deklaration“ veröffentlicht, die den Streit um die Homöopathie deeskalieren solle. Wie die Ärztezeitung auf die Idee mit der Deeskalation kommt, weiß ich nicht, die „Homöopathie-Deklaration“ zieht höchst…

Dass immer dann, wenn ein Thema regulationsrelevant wird, die Evidenz ähnlich wie die Wahrheit im Krieg zum Opfer der Interessenkonflikte wird, ist nichts Neues. Das war beim Rauchen so, beim Passivrauchen, bei der Homöopathie, bei Glyphosat, beim Klimawandel und aktuell eben beim Diesel. Niemand will Fahrverbote, diese „Lösung“ des Luftreinhalteproblems hat die Politik untätig herbeigeführt,…

Seit ein paar Tagen geht wieder einmal der Fall James Watson durch die Medien. Watson irrlichtert schon seit einiger Zeit mit rassistischen Bemerkungen durch die Schlagzeilen. Schwarze hätten genetisch bedingt eine geringere Intelligenz als Weiße. Diese Geschichte ist eine Endlosschleife in rassistischen Narrativen. Die Dawkins Foundation gab jetzt dem Historiker Lukas Mihr eine Bühne, um…

Nebenan bei „Weitergen“ nimmt Tobias Maier gerade die Geschichte um die erfundenen Geschichten des SPIEGEL-Redakteurs Claas Relotius zum Anlass, um über die Rolle von Geschichten in der Wissenschaftskommunikation nachzudenken. Neu sind Geschichten als Methode der Wissensvermittlung ja nicht, eher sind sie die Urform der Wissensvermittlung, siehe z.B. die “Gleichnisse” in der Bibel. Geschichten stellen Sachverhalte…

Fragen Die Grundfragen der Philosophie – was kann ich wissen, was soll ich tun und was darf ich hoffen – münden, so Kant, in die Frage, was ist der Mensch. Angesichts von gut 350 Milliarden Euro Ausgaben jährlich im Gesundheitswesen ist Kant fast zwangsläufig auch medizinisch durchzubuchstabieren: Was können wir über Gesundheit wissen, was sollen…

In der Süddeutschen Zeitung ist heute ein Artikel von Sebastian Herrmann über die Replikationskrise in der Psychologie. Die Psychologie ist, wie alle empirischen Wissenschaften – von der Ökonomie bis zur Biomedizin – dem Risiko ausgesetzt, dass sich Studienbefunde bei einer Überprüfung nicht bestätigen lassen. So weit, so trivial. Unter den Bedingungen eines Wissenschaftsbetriebs allerdings, der…

Vor kurzem hatte ich hier über die Turbulenzen rund um Cochrane berichtet. Peter Gøtzsche, ein kompromissloser Vertreter der evidenzbasierten Medizin, einer der Gründer des Netzwerks und Leiter des Nordischen Cochrane Center in Kopenhagen, wurde vor dem Hintergrund einer Auseinandersetzung um ein Review zur HPV-Impfung aus dem Führungs-Board geworfen. Jetzt hat das Führungs-Board Druck auf das…

So gibt zumindest die „Achse des Guten“, die Seite der linksphobischen Gutbürger mit dem Klagelaut im Titel, den kanadischen Psychologieprofessor Jordan B. Peterson wieder. Ob Peterson das wirklich so gesagt hat, habe ich nicht nachgesehen. Vermutlich nicht, als Psychologieprofessor wird er schon wissen, dass das Quatsch ist. Die Achse präsentiert ihn mit einem Auszug aus…

Schwierige Verhältnisse Das Verhältnis zwischen Politik, Industrie und Wissenschaft ist komplex. Darüber werden dicke Bücher geschrieben und die Beziehungen, die dabei diskutiert werden, verändern sich auch noch mit der Zeit, d.h. was gestern analysiert wurde, muss morgen schon nicht mehr ganz zutreffend sein. Mit anderen Worten: Es geht hier um ein Verhältnis, das der ständigen…