Wissenschaftspluralismus und Wissenschaftsfreiheit Vor ein paar Tagen hat die Ärztezeitung berichtet, eine Gruppe um Peter Matthiessen, den Vorsitzenden des Sprecherkreises des Dialogforums Pluralismus in der Medizin, habe eine „Homöopathie-Deklaration“ veröffentlicht, die den Streit um die Homöopathie deeskalieren solle. Wie die Ärztezeitung auf die Idee mit der Deeskalation kommt, weiß ich nicht, die „Homöopathie-Deklaration“ zieht höchst…

In der Sendung „Maybrit Illner“ am Donnerstag sagte die Augsburger Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann, der Zweifel von Dieter Köhler an den Richtwerten zu Feinstaub und Stickoxiden sei so ähnlich, wie wenn man behaupte, die Erde sei eine Scheibe. Der Vergleich ist interessant, weil er über das unmittelbar Gemeinte hinaus – es gibt gute Evidenz für die…

Die Positionen von Harald Walach waren hier auf Gesundheits-Check schon öfter Thema. Über manche seiner akademischen Holzwege muss man nicht weiter diskutieren, anderes von ihm ist weniger abwegig und in Sachen Homöopathie schreibt er zumindest oft so, dass man sich trotz anderer Position mit seinen Thesen auseinandersetzen kann, ohne Gefahr zu laufen, dabei selbst der…

Nebenan bei „Weitergen“ nimmt Tobias Maier gerade die Geschichte um die erfundenen Geschichten des SPIEGEL-Redakteurs Claas Relotius zum Anlass, um über die Rolle von Geschichten in der Wissenschaftskommunikation nachzudenken. Neu sind Geschichten als Methode der Wissensvermittlung ja nicht, eher sind sie die Urform der Wissensvermittlung, siehe z.B. die “Gleichnisse” in der Bibel. Geschichten stellen Sachverhalte…

In der Süddeutschen Zeitung ist heute ein Artikel von Sebastian Herrmann über die Replikationskrise in der Psychologie. Die Psychologie ist, wie alle empirischen Wissenschaften – von der Ökonomie bis zur Biomedizin – dem Risiko ausgesetzt, dass sich Studienbefunde bei einer Überprüfung nicht bestätigen lassen. So weit, so trivial. Unter den Bedingungen eines Wissenschaftsbetriebs allerdings, der…

Schwierige Verhältnisse Das Verhältnis zwischen Politik, Industrie und Wissenschaft ist komplex. Darüber werden dicke Bücher geschrieben und die Beziehungen, die dabei diskutiert werden, verändern sich auch noch mit der Zeit, d.h. was gestern analysiert wurde, muss morgen schon nicht mehr ganz zutreffend sein. Mit anderen Worten: Es geht hier um ein Verhältnis, das der ständigen…

Wissenschaft und Objektivität Wissenschaft ist ein Versuch, Wissen im Sinne von Aussagen, die gut begründet sind, also Kandidaten für wahre Aussagen, von Aussagen zu trennen, die gute Gründe gegen sich haben, also Kandidaten für vermeidbare Irrtümer sind. In den Naturwissenschaften und auch in der Medizin trifft man dabei häufig auf einen naiven Realismus. Aussagen gelten…

Von der Tabakindustrie lernen Wie man unliebsame Wissenschaft ins Leere laufen lässt, ist nach wie vor am besten von der Tabakindustrie zu lernen. Sie hat vermutlich alle Register in diesem Geschäft gezogen und zur Meisterschaft entwickelt. Sie hat vorhandene Erkenntnisse verheimlicht. Sie hat eigene gute Forschung gemacht, um zu wissen, wie gefährlich Tabakrauch ist, bevor…

Heute ist Sonntag und ich habe ein dazu passendes Thema: Über Gott sprechen. Genauer gesagt, geht es mir um eine Frage, nämlich, wie kann man überhaupt sinnvoll mit dem Begriff „Gott“ umgehen. Dazu drei längere Vorbemerkungen: 1. Ich bin weder Theologe noch Philosoph und überblicke die jahrhundertelange Diskussion zu diesem Thema nicht. Ich kann also…

Auf der Seite des Zentralvereins der homöopathischen Ärzte ist vor einigen Tagen ein Beitrag von Stephan Baumgartner veröffentlicht worden, der einen Überblick über die „Grundlagenforschung“ zur Homöopathie geben will. Offenkundig möchte man der anhaltenden Kritik, dass es für die Wirksamkeit der Homöopathika naturwissenschaftlich keinerlei Plausibilität gibt, etwas entgegensetzen. Auf kritische Einwände zu antworten, ist natürlich…