Genetische Algorithmen stellen ja die Evolution im Computer nach: Ausgehend von einer Population von anfänglich sehr schlechten Lösungen für ein Problem, werden diese mittels Mutation und Selektion schrittweise verbessert.

Wer einen solchen Algorithmus einmal in Aktion sehen will, der kann das hier tun: In BoxCar2D fahren einfache Autos auf einer Hindernisstrecke. Sie bestehen aus einem Haufen Polygonen, an die an einigen Stellen Räder montiert werden. Am Anfang entstehen meist Konstruktionen, bei denen die Räder oben oder innen befestigt sind, aber nach einiger Zeit kommen die Autos in Gang. So sah es bei mir nach etwa einer Stunde aus:

i-9e7854b4b410159d85bed9f642b86ebe-boxcar2D-thumb-550x408.jpg

Die Wagen werden danach bewertet, wie gut sie auf einer einfachen Hindernisstrecke zurechtkommen – je weiter sie kommen, desto größer ist die Fitness. Links im Bild seht ihr die Werte der aktuellen Population. Am Anfang muss man froh sein, wenn ein Wagen überhaupt von der Stelle kommt, aber dann setzen sich die besten Varianten durch. Bei mir ist der momentan häufigste Grundtyp eine Variante mit zwei großen und einem etwas kleineren Rad an einer ziemlich kleinen Rahmenkonstruktion, ebenfalls recht erfolgreich ist eine Konstruktion, die vor ein großes und hinten ein kleines Rad hat und aussieht wie ein Hochrad. Mal gucken, wie es in einer Stunde aussieht. Im Moment kann man leider noch keine “Bestengeschichte” angucken, um zu sehen, wie sich das optimale Design im Laufe der Zeit entwickelt – also einfach im eigenen Browserfenster öffnen und ab und zu gucken, wie es aussieht.

Wer oben im Fenster auf “The Algorithm” klickt, bekommt übrigens auch eine kurze Erläuterung, wie das ganze funktioniert, allerdings auf Englisch.

Via Pharyngula

Kommentare (46)

  1. #1 Spaceman_Spiff
    30. Januar 2011

    Also bei mir sind 2 Räder die grossen Stars, bereits in Generation 5 über 300

  2. #2 Christian A.
    30. Januar 2011

    Netter Fund! Ich lass das auch grad nebenbei laufen, ist ziemlich ulkig

    Mein Gott, Deineröhre ist eine Köterin! Anyway, hier ist eines meiner Lieblingsvideos … hmm, wenn ich darüber nachdenke, gabs das schon mal bei Florian? Thema ist zwar ID und Kreationismus, aber um Evolution zu demonstrieren, hat cdk007 mal eben eine Welt bevölkert von Uhren geschaffen. Voll mit heißem Uhrensex – wenn ich mich nicht irre, fehlt das Element bei Boxcars, aber diesen Schluss ziehe ich nur aus dem Betrachten der lustigen Autos, nicht dem Lesen des zugehörigen Textes.

  3. #3 Florian Freistetter
    30. Januar 2011

    Ich verstehs grad nicht: Kann/Soll man bei diesem Ding irgendwas machen oder läuft das von alleine durch und man kann nur zusehen? Ich seh da auch irgendwie nicht wirklich eine Evolution – sondern haufenweise verschiedene “Autos” auftauchen die kurz rumfahren oder nicht und dann wieder verschwinden…

  4. #4 Florian Freistetter
    30. Januar 2011

    Ah ok – jetzt hab ichs verstanden! (Ich hab bis jetzt noch nie mit genetischen Algorithmen zu tun gehabt aber nachdem ich mir das ne zeitlang angesehen habe ists klar, wie das abläuft…)

  5. #5 MartinB
    30. Januar 2011

    @Florian
    Die Mutationsrate, die da eingestellt ist, ist ziemlich hoch, und leider sieht man auch nicht, welche Autos wie kombiniert werden – das könnte man sicher noch anschaulicher machen. (Davon, sowas ähnliches zu programmieren, träume ich schon seit langem, aber bisher hatte ich nie die Zeit…)

  6. #6 Ben
    30. Januar 2011

    Toll, wie ich nun seit über einer Stunde sinnlos dem Computer dabei zusehe, wie er sinnbefreite Dinger zusammenbastelt – und ich bin absolut begeistert =)

  7. #7 NK
    30. Januar 2011

    Spannend auch, welche Strategien gegen das Umkippen entstehen – manche haben an jeder Ecke Räder, sodass es nix ausmacht, andere haben am Heck eine kleine “Finne”, die das Rückwärtskippen verhindert.

    Bei mir gab es einen spitzenmäßigen Start, aber momentan stagniert’s n bissl.

  8. #8 MartinB
    30. Januar 2011

    Bei mir stagniert jetzt alles ziemlich mit lauter Dreirad-Konstruktionen, die alle bei etwa 465 in einer Kuhle hängenbleiben. Da sieht man schön, wie die Evolution in einem lokalen Minimum gefangen werden kann.

  9. #9 NK
    30. Januar 2011

    Dito – bei mir isses n Berg. Allerdings sind Dreiräder bei mir ausgestorben zugunsten der Heckfinnen-Fraktion.
    Mal sehen, ob mehr Reifen und eine höhere Mutationsrate hier weiterhelfen.

  10. #10 KommentarAbo
    31. Januar 2011

  11. #11 Stefan W.
    31. Januar 2011

    Ich habe einige Fahrzeuge, die ausgezeichnet funktionieren, aber beim Start auf den Kopf geschmissen werden, und dann versagen.

    Im Fahrbetrieb kommt es auch vor, dass sie selten entweder qua Schwung sich auf den Kopf drehen, oder zuwenig Luft unter dem Boden haben und auf extremen Gelände bei ungünstiger Landung aufsetzen.

    Aber die meisten versagen eben wenn, dann beim Start, und wenn ich mir vorstellen ein Auto, ein Motorrad oder eine Schubkarre würde auf den Kopf geworfen – die würden auch nicht losfahren. 🙂
    Aus irgendeinem Grund im Spamfilter steckengeblieben, tut mir Leid. Spamfilter ist heute anscheinend besodners böse…

  12. #12 cimddwc
    31. Januar 2011

    Nett. 🙂 Bei mir gibt’s vor allem welche mit großem Rad hinten, halb so großem Rad vorne und einem großen ca. dreieckigen Kopf…

  13. #13 Christian J.
    31. Januar 2011

    Ganz lustig das Teil. Ich habe zum Spass ihm mal verboten, mehr als ein Rad zu benutzen, da ist er recht schnell drauf gekommen, dass das moeglichst gross sein sollte und versucht sich seitdem daran eine vernuenftige Stuetze hinten zu bauen.

  14. #14 nihil jie
    31. Januar 2011

    macht spass zu zu schauen 😉 ich habe ihm erlaubt max 8 räder zu nutzen… aber wie ich gerade sehen kann ist mehr nicht immer gleich vorteilhafter *gg

  15. #15 nihil jie
    31. Januar 2011

    so was müsste man in 3D machen um damit fahrzeuge für die erkundung anderer planeten zu planen und entwerfen 😉

  16. #16 jitpleecheep
    31. Januar 2011

    @MartinB: “Da sieht man schön, wie die Evolution in einem lokalen Minimum gefangen werden kann.”

    Hm, bei mir steckt er auch regelmässig bei der Klippe bei 492 fest.
    Das Problem ist, dass die Strecke immer gleich ist.
    Die ersten Modelle werden auf die flache Strecke am Anfang optimiert, damit steigen dann die Kosten drastisch, sich auf die Hügel und Kuhlen später zu adaptieren.
    Besser wär’s, wenn die Strecke auch randomisiert würde, dann würden die ersten Gehversuche zwar länger dauern, das Endergebnis wär aber universeller einsetzbar.

    Aus irgendeinem Grund im Spamfilter steckengeblieben, tut mir Leid.

  17. #17 Nashorn
    31. Januar 2011

    Sehr spannend. 🙂
    Bei mir sind in Generation 29 plötzlich wieder ganz viele total untaugliche Designs aufgetaucht. Jetzt geht’s wieder aufwärts…

  18. #18 AndreasM
    31. Januar 2011

    Sehr witzig zum Zuschauen.
    Das Problem an dieser Implementierung ist die feste, relativ hohe Mutationsrate bei kleiner Populationsgrösse und fehlenden Massnahmen, um Variation zu erhalten.
    Dadurch ist die Suche relativ lokal und bleibt nach einer Weile gerne mal in einem lokalen Optimum hängen.

  19. #19 perk
    31. Januar 2011

    das hauptproblem scheint mir zu sein dass die gesamtlänge des fahrzeugs und die größe der reder durch irgend einen parameter nach oben begrenzt zu sein scheinen, wodurch geländehindernisse auftreten können die praktisch unüberwindbar sind

  20. #20 jitpleecheep
    31. Januar 2011

    Hm… ist mein erster Kommentar stecken geblieben?

    Das Hauptproblem in meinen Augen ist die immer gleichbleibende Strecke.
    Dadurch wird immer schön linear auf die Hindernisse am Anfang optimiert.
    (Das merkt man auch, die Anfangsstrecke ist relativ flach, und die ersten Versuche sind meistens Raser, der Schwerpunkt wird dann erst später in den Hügeln optimiert.)

    Am Ende sind dann die Adaptionskosten so hoch, dass sich das nicht mehr durch einfache Umbauten lösen lässt.

    Anscheinend stellt sich da irgendwo zwischen 450-520 ein Gleichgewicht ein.

    Würde man die Strecke randomisieren wären die ersten Gehversuche schwieriger, aber das System würde zu allgemeineren Lösungen führen.
    Aus irgendeinem Grund im Spamfilter steckengeblieben, tut mir Leid.

  21. #21 nihil jie
    31. Januar 2011

    @perk

    es gibt auch keine lebewesen die sich in jedem gelände und unter aller bedingungen zurecht finden können 😉 wenn die räder beliebig gross sein dürften/könnten würde sich das fahrzeug auch nicht mehr von der stelle bewegen weil es zu schwer werden würde….

  22. #22 nihil jie
    31. Januar 2011

    nachtrag:

    und im realen fall müsste sich das fahrzeugt dann einen anderen weg suchen und die unüberwindbaren hindernisse umfahren. hier kann er nur vorwärts, rückwärts, hoch und runter… aber leider nicht links und rechts. naja… aber auch so schlagen sich manche in der 2D welt recht gut 😉

  23. #23 Skrazor
    31. Januar 2011

    Meiner hat’s geschafft!
    3 mittelgroße Räder die sich knapp überlappen und kein bisschen Karosserie das irgendwo raus schaut: Der schafft jedes Hindernis. 937? kein Problem. 1059,1? grad mal ein Wochenendausflug 😀
    Hach, da machts Zuschauen so richtig viel Spaß… Und das Tempo von dem Auto erst! Bergab schfft es jede Steigung!

  24. #24 Ben
    31. Januar 2011

    Die Strecken sind zufallsgeneriert; macht mal mehrere Fenster auf und schaut euch das an.

    Leider ist bei meiner aktuellen Strecke eine Steigung bei 427, die in 30 Generationen kein einziges Fahrzeug überwinden konnte :/

  25. #25 SporeR
    1. Februar 2011

    So mit Spore hat es angefangen und mit dem Teil hier bin ich endgültig vom ID überzeugt. ^^ 😀

  26. #26 Stefan W.
    1. Februar 2011

    Die Strecken sind zufallsgeneriert? Dann können wir untereinander gar nicht vergleichen ob man über Hindernis ~360 oder ~410 hinwegkommt? Wie schade!

    2 Bugs habe ich zu beklagen.
    1. Manchmal schlägt bei mir der Stoßdämpfer in den Boden ein, und verhakt sich da. Das sieht irgendwie unphysikalisch aus.
    2. Gelegentlich rutscht ein Fahrzeug am Berg wieder ab, und auf dem Rückweg überschlägt es sich, und hätte gute Chancen mit der anderen Seite hoch zu kommen – jedoch betrachtet der Algorithmus den 1. Fehlschlag zu früh als fail. Ich finde da müßte der Zeitraum, wo ein nicht-nach-vorne-kommen als endgültiges Scheitern gewertet wird, üppiger bemessen sein – entweder ein Hochsetzen per Steuerung wäre schön, oder/und ein zusätzlicher Button, so dass man in Ungeduld selbst manuell bestätigen kann ‘fail’.

    Soeben Meilenstein 448 passiert, und dann mit einem Salto über die Kante gelegt. Aus!

  27. #27 Stefan W.
    1. Februar 2011

    … und einen Verbesserungsvorschlag: Wenn man für das Straßenprofil einen Seed für den Zufallsgenerator vorgeben könnte, oder den vom System nimmt, dann könnte man sich aussuchen, ob man für sich alleine die eigene Population beobachtet, oder ob man Quervergleiche anstellen will.

  28. #28 erik
    1. Februar 2011

    Tolles selbstlernendes System.
    Das Beispiel können sich diejenigen zu Herzen nehmen, die Verständnisprobleme mit FW haben!
    Software laden und etwas Zeit vergehen lassen und Eigenexperiment beobachten. Analyse von Ist- und Sollzustand sollte zu Selbsterkenntnissen führen oder die Evolution entsorgt Dinge die ihr im Weg stehen.
    Physik will sich bewegen und nicht vor Null-grad-Kelvin stramm stehen.

    Wieso fällt mir solch ein Zeug nur immer ein?

  29. #29 roel
    1. Februar 2011

    @erik Ne, Ne, es hat nicht geholfen, die Verständnisprobleme aus den Weg zu räumen. Aber Physik hat auch keinen Willen und ob die Evolution Dinge aus dem Weg räumt zweifel ich an. “Wieso fällt mir solch ein Zeug nur immer ein?” Keine Ahnung, aber diesmal steht es im krassen Gegensatz zu sonst.im Gegensatz zu sonst.

  30. #30 edlonle
    1. Februar 2011

    ja, ja, da sitzen die ganzen itelligent designer und schieben Regler hin und her um “Ihr” Auto fahren zu lassen….;-)

    duck und weg

  31. #31 erik
    2. Februar 2011

    @roel
    Warum soll Evolution nicht Hindernisse wegräumen können? Prinzipiell beschäftigt sie sich mit nichts anderem, ist halt eine Frage des Verständnisses.

    „Physik hat keinen Willen!“ ist eine Aussage, keine Feststellung. Man kann zu anderer Ansicht kommen wenn man sich die Bilderserie zum CERN heute auf n-tv.de anschaut.
    Am Anfang des Universums (Bild 16) haben sich Materie und Antimaterie bilden sollen, wie es dort so schön heisst. Ein Teil Materie ist übrig geblieben und bildet jetzt unser Universum. Wonach strebt wohl diese Materie? Zu dem Zustand welche die anderen Paare von Materie bereits eingenommen haben: sich mit Antimaterie zu verbinden, mathematisch ausgedrückt strebt Materie (Physik) gegen Null!
    Dieses Bestreben kann man als Willen betrachten. Aber es wird noch deutlicher:

    Bilder 12-15 zeigen den Fortgang der Evolution im Universum und diese Gipfelt in den beiden grossen B in Bild 17: BB für Boris Becker (oder auch BBB: für BUMBUMBECKER) der sich fragt: „Warum sind wir überhaupt da?“ (Biologie)
    Um der Materie das Streben gegen Null zu ermöglichen!
    Aller Wille im Universum, der Wille der Menschen auf der Erde strebt danach den Prozess der Annäherung von Materie und Antimaterie zu unterstützen, oder auch: der Mensch dient in seinem SEIN diesem physikalischen Bestreben.

    Hier fallen die Bewegungsrichtungen des Willen der Menschen (Biologie) mit der Richtung des Bestreben von Materie (Physik) aufeinander. Wobei die Biologie ein Teil der Formen von Materie (Physik) abdeckt. Mathematik beschreibt diese Vorgänge von Willen im Universum.
    Vergessen habe ich nur noch die Chemie. Die habe ich aber nicht vergessen, ich habe sie nur nicht beschrieben.
    http://www.n-tv.de/mediathek/bilderserien/wissen/Der-Teilchenbeschleuniger-LHC-article21633.html

  32. #32 erik
    2. Februar 2011

    @erik
    Sie schrieben:

    Hier fallen die Bewegungsrichtung des Willen der Menschen (Biologie) mit der Richtung des Bestreben von Materie (Physik) aufeinander. Wobei die Biologie ein Teil der Formen von Materie (Physik) abdeckt. Mathematik beschreibt diese Vorgänge von Willen im Universum.
    Vergessen habe ich nur noch die Chemie. Die habe ich aber nicht vergessen, ich habe sie nur nicht beschrieben.“

    Wenn man diese Aussage abstrahiert, kann der erhaltenen Extrakt als genetischer Algorithmus formuliert werden. Sie stimmen also mit der Aussage des Posts überein.

    Sie benutzen das math. Modell der Komplexen Zahlen in der Gausschen Ebene. Verbinden Sie Imagination mit dem Streben nach Null. Zuerst treffen Sie auf den Zahlenstrahl der Reelen Zahlen und dann nähern Sie sich aus den beiden Seiten des Unendlichen dem einen , erstrebenwerten Punkt, dem Nullpkt.
    Sie können die beidseitige Unendlichkeit nicht fassen, um dann die gewollte Richtung gen Null einzunehmen? Da hilft Ihnen das Experiment der auseinanderstrebenden Photonen aus einer Lichtquelle und die Ordnung der QM.

    3D-NM & 4D-QM sind miteinander verbunden, in meinem Kopf und auch im Universum. Im Computer wird diese Art von Algorithmus nicht funktionieren. Der Teil der von RaumZeit (4D-QM) dominiert wird, verbindet sich mit dem Willen der Physik und bringt den benutzten PC auf Level NULLpkt. Dann haben wir einen Raum im PC der sich weiter mit Willen der Physik auffüllt und wer weiss was anrichtet.

    . . . ff. (pi), (e), (0), (1) → Eulersche Formel als Ausdruck von Willen im Universum.

  33. #33 Alexander
    2. Februar 2011

    Inzwischen ist Version 2.0 heraus. Mehr Einstellmöglichkeiten, zB Anzahl der Fahrzeuge, unterschiedliches Terrrain usw.

  34. #34 edlonle
    2. Februar 2011

    in der nun 186sten Generation haben sich, mit den Standardeinstellungen, Vehikel “fortgepflanzt”, auf die ein zweijähriges Kind zeigen würde und Auto sagen.

    Es gibt in dem randomisierten Terrain eine Hürde über die auch in den nächsten 100 Generationen kein Vehikel hinaus gelangen wird. Allein die Power reicht nicht aus diese Steilwand zu überwinden. Offensichtlich werden keine Räder gebildet deren Durchmesser größer ist als der längste Vektor. Leider kann man nicht mehr über den Algorithmus erfahren als uns der Autor mitteilt.

    Ich habe das Prog gestern abend gestartet und heute morgen (bei Generation 130) sahen die Vehikel nicht anders aus als jetzt (bei Gen. 186). Die Achsen der Räder haben fast immer einen Abstand von >3r und die Räder sind annähernd gleich groß. Kein Vektor reicht über r hinaus. Der Schwerpunkt scheint sich immer zwischen den Rädern zu befinden.

    Wie gesagt, eine Barriere scheint unüberwindbar. Aber das könnte ich nur überprüfen wenn ich mehr über die Parameter wüsste.

    Ich finde dieses Thema sehr interessant und werde mich etwas näher damit beschäftigen. Danke

  35. #35 Bullet
    3. Februar 2011

    Dieses Bestreben kann man als Willen betrachten.

    Man kanns aber auch seinlassen. Womit klar wäre, welche Relevanz dieses “man kann” hat.

  36. #36 erik
    4. Februar 2011

    Hey – Bullet, es ist immer wieder schön einen Physiker-Drachen auf die Tatsachen der Physik zurück zu holen. Das gefällt mir so an deinen Kommentaren. Sie bringen meinen Erkenntnissgewinn so richtig in Schwung.
    Zurück zu deiner Aussage:

    „Man kanns aber auch seinlassen. Womit klar wäre, welche Relevanz dieses “man kann” hat.“

    Richtig! Was macht jetzt Evolution mit diesen „zwei Mikrozuständen“? Wie auch die Entropie schreibt die Evolution deinen Mikrozustand auf ein Blatt Papier und meinen Mikrozustand auf ein anderes Blatt Papier und wir werden in die entsprechenden Stapel einsortiert. Ich habe Grund zur Annahme, das das Blatt auf dem dein Mikrozustand notiert wurde vollständig beschrieben wurde. Nur mein Mikrozustand fehlt dort, denn er steht auf einem anderen Blatt Papier (Was für eine Papierverschwendung höre ich jemanden denken.)

    Und jetzt meine Annahmen:
    – Das thermische Gleichgewicht im Universum zählt alle Zustände, die einen Differenz zu Null-grad-Kelvin bilden!
    – Dieses thermische Gleichgewicht ist in ein Selbstlernendes System eingebunden, welches Entscheidungen in Richtung der geringeren Differenz zu Null-grad-Kelvin trifft.
    – Es treten Veränderungen in der RaumZeit ein, die uns beide miteinander verbindet (Wissenschaftsblog).

    Jeder von uns wird analysiert, dokumentiert und bewertet, egal wieviel er versteht oder verstehen kann oder verstehen will.
    Wir werden gemessen, ob wir uns in Richtung des Bestrebens der Materie bewegen oder uns gegen dieses Bestreben stellen wollen.
    Physik und Biologie befinden sich immer in einem gemeinsamen Raum, besonders im Haus wo Physiker-Drachen wohnen.

    Es macht einfach Spass, solch ein kleines evolvierendes Auto zu sein!

  37. #37 Basilius
    4. Februar 2011

    @erik
    Wenn man beim Kochen sich nicht an bewährte Rezepte halten mag, dann kann man auch alles (manchmal sogar wirklich alles), was man so findet einfach in einen Topf schmeißen. Leider führt dies in der Kochkunst nicht notwendigerweise zu einem schmackhaften Eintopfgericht, egal, wie oft und heftig man auch umrührt. Da hilft dann auch fleißiges Kochen auf noch so hoher Temperatur nicht weiter. Es wird keine rechte Kochkunst daraus werden, welche dann bei den Mitessern (Versuchskaninchen?) Anklang finden wird. Auch wenn das einen hinterher vielleicht, ob der doch hineingesteckten Mühe, ärgern mag.

    Könnte sich das in der Physik vielleicht ganz analog verhalten?

  38. #38 Erik
    5. Februar 2011

    @erik

    Ich hab ja mal keinen blassen Schimmer was du da schreibst und ich halte mich eigentlich für nicht doof ^^ !?

    Also diese Seite ist echt faszinierend, unglaublich wieviel Zeit man sinnlos vor dem Computer verbringen kann =D !

  39. #39 erik
    6. Februar 2011

    Wer schreibt denn da meinem Namen mit einem grossen E? (Kommentar 05.02.11 – 18:55 Uhr)

    Warum ich diesen Kommentar nicht geschrieben haben kann:
    – ich beschäftige mich mit der Weltformel, also mit universellen Zusammenhängen. Klar das ich solche beschreibe und immer im Kontext zum Thema des Artikels und vorangegangener Kommentare. Lieber Autor “Erik”, wenn du in diesen Kategorien denken würdest, dann würde dies sich in deinen Kommentaren widerspiegeln. Das hat mit doof und blassen Schimmer nichts zu tun.
    – ich finde den Blog faszinierend, weil er mir Inspiration zum Thema RaumZeit und Wille bietet. Ich habe auch einen roten Faden in der Anordnung der Themen der Post`s entdeckt, welche meine Annahme, das RZ und Wille miteinander verknüpft sind, bestätigt. Warum soll für mich (erik) die Zeit am Computer sinnlos erscheinen. Ganz im Gegenteil, alles auf der Seite des Blogs trägt einen Sinn. Er gestaltet sich mit einer enormen Vielfalt, die ich bisher noch nicht kennen gelernt habe.
    – bisher hat sich in meinem Leben noch niemand anderes für mich ausgegeben

  40. #40 erik
    6. Februar 2011

    @Basilius
    Ich erlebe es genau in umgekehrter Reihenfolge wie du es beschreibst. Die Eulersche Formel ist für mich das schmackhafte Gericht in der Physik. Jetzt bin ich auf der Suche nach den Zutaten, die in der Eulerschen Formel versteckt sind. Von der Abstraktion der Mathematik ausgehend treffe ich Schlussfolgerungen auf Gestaltungsformen des Universums und der in diesen Raum lebenden Wesensformen.
    Eine dieser Lebens- und Wesensform bin ich selbst, eine andere bist du. Egal ob wir beide an einem Strang ziehen oder nicht, du inspirierst mich bei meinem Lebensthema (WF), dafür schon jetzt meinen Dank.
    Eine WF muss mit jeder Form der Kommunikation zurecht kommen oder sie würde einen Universellen Zusammenhang von Allem nicht gerecht werden, stimmst?

  41. #41 Basilius
    6. Februar 2011

    @erik
    Okay, man kann natürlich durchaus auch sein eigenes Süppchen kochen und, trotzdem das Gericht bei den Mitmenschen nicht so rechten Anklang finden mag, mit dem Ergebnis höchst zufrieden sein. Wenn einem das wirklich reicht, warum nicht?

  42. #42 erik
    6. Februar 2011

    @Basilius
    Das evolvierende Auto braucht auch so seine Zeit bis ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht wird.
    Ich denke das ich Physiker mit der Darstellung einer Weltformel irgend wann interessieren kann. Zur Zeit sehe ich die Ansätze wie eine Weltformel dargestellt werden kann. Eine Vollständigkeit sehe ich noch nicht. dafür verbleiben mir noch geplante 40 Jahre.
    Seit Dezember 2010 verfolge ich den Weg der WF auf diesem Blog, weil er viel Wissen für die Entwicklung der WF trägt. Es kommt mir als Wissenschaftler auf Wissen an, nicht um Anerkennung anderer Menschen. Wenn das Ergebnis in einigen Jahren stimmt hat der Erfolg garantiert viele Väter. Das wird immer so bleiben.

  43. #43 Basilius
    7. Februar 2011

    @erik
    Auch wenn ich so meine Zweifel bei der Weltformel habe, wünsche ich dennoch viel Erfolg.

  44. #44 DerLustigeRobot
    8. Februar 2011

    Erwähnenswert ist noch, dass es mittlerweile die Version 2.1 gibt, mit weiteren kleinen Verbesserungen gegenüber der oben schon genannten v2.0. Einstellmöglichkeiten weiterhin “max wheels”, “wheel freq” und “mutation rate” (praktikabel z.B.: 4 – 44 – 4), außerdem “Elite selection” als alternativen Selektionsmechanismus für erfolgreiche Varianten. Manueller Eingriff dabei: ein Individuum kann mit “Up” und “Down” bewertet werden. Weitere Einstellmöglichkeiten über “Input seed / choose terrain” sind die Populationsgröße oder eines kodierten Individuums als Grundmodell, außerdem Rücksetzen der Population auf Zufallsobjekte, sowie Wahl der Teststrecke.

    Das aktuelle Individuum oder auch das populationsbeste kann als vertextetes Zahlentupel in die Zwischenablage kopiert werden (um es wiederzuverwenden). Verlinkt ist auch ein Designer für die eigene Modelleinstellung, der diese Tupel produziert oder verändert. Die Farben der Dreiecke und Stoßdämpfer sind dabei übrigens frei einstellbar, geben aber ursprünglich einen Hinweis auf die Herkunft bei Vererbung, ausgehend von einem zufallsgenerierten Modell mit zugewiesener Farbe.

    Wie weiter oben schon erwähnt wurde, gibt es außer der Standardteststrecke mit zufällig gewählten Steigungswechseln und zunehmender Steilheit weitere wählbare “Terrains”: die gerade glatte Rennstrecke – eine Strecke ständig wachsender Steigung – Sinuswellen zunehmender Amplitude und mit Hindernissen – Absenkungen im Boden mit wachsenden Stufenabsätzen und Breite – große Klüfte mit vorgestellter Rampe, die zu überfliegen sind – Hindernisse aus Würfeln zunehmender Größe. Einleuchtenderweise werden die Modelle dabei auf unterschiedliche Eigenschaften optimiert, und das Terrain kann dynamisch gewechselt werden, die Simulation läuft nach Unterbrechung an vorheriger Stelle weiter.

    An verschiedenen Stellen weiter oben genannte Modelle fanden sich auch bei mir: Dreiräder mit deutlich kleinerem Hinterrad oder Mittelrad, langgestreckte Zweiräder mit entweder ungefähr gleich großen Rädern oder deutlich größerem Vorderrad, und auch sonst Rahmenmodelle, bei denen der Schwerpunkt deutlich nach vorne verlagert ist. Das Drehmoment scheint gerade bei größeren Hinterrädern zu bewirken, dass das Fahrzeug vorne oft abhebt. Dies führt oft zu Rückwärtspurzelbäumen, und auch dazu, dass Fahrzeuge bevorzugt werden, die “bauch-” wie “rückenwärts” gut fahren können. Die Elastizität der Stoßdämpfer bewirkt dagegen offenbar, dass einige Modell mehr fliegen als fahren, und dementsprechend wurden bei mir Modelle mit waagerecht nach vorne zeigendem Stoßdämpfer oft bevorzugt.

    Überhaupt wird die Physik recht schön simuliert, was besonders auch bei den stürzenden und fallenden Hindernissen aus Quadraten auffällt. Leider wird der Zeitschritt der Berechnung wohl nicht ausreichend angepasst, so dass sich oft exklusive Objekte minimal überschneiden; dadurch passiert es z.B., dass ein kleines Rad des Fahrzeugs auch mal unterhalb der Fahrbahn festklemmt.

    Insgesamt eine faszinierende Sache, die ich gerne weiterempfehle!

  45. #45 BreitSide
    9. Februar 2011

    Geil!!!!!!!!!!!!

    Wozu haben die Autohersteller denn noch ihre überbezahlten Entwicklungsabteilungen? Duckundwech…:))))))

  46. #46 IGCC
    11. Mai 2012

    Wenn ich mal mutmaßen darf:
    Weil die Evolution lokale Maxima unter den möglichen Lösungen findet,
    sich so aber den weg zu absolut besten Lösungen versperrt.
    (Vgl. die menschliche Netzhaut mit Blutgefäßen VOR den Lichtsinneszellen)