Oder auch nicht. Denn Higgs überlegte, dass es in der Quantenfeldtheorie – obwohl sie perfekt mit der Relativitätstheorie vereinbar ist – auch andere Konzepte gibt, die scheinbar die RT verletzen. Basierend auf einer Arbeit von Schwinger fing Higgs an zu überlegen und brauchte nur ein Wochenende, um ein Modell zu entwickeln, wie man einem Teilchen, das bei einer spontanen Symmetriebrechung entsteht, eine Masse verleihen kann. Sein paper wurde zunächst aber – vermutlich, weil der Gutachter die Implikationen nicht sah – abgelehnt, was sicher auch daran lag, dass Higgs das ganze als rein theoretische Überegung ohne jede Anwendung darstellte.

Higgs überarbeitete das paper etwas und fügte ein paar Sätze hinzu. In dieser neuen Version wurde es dann angenommen – Gutachter war übrigens Nambu, der die Tragweite der Idee natürlich sah. Parallel dazu war das paper von Englert  und Brout erschienen, die nahezu dieselbe Idee gehabt hatten.

Auch in Higgs’ rede wird also deutlich, dass es in seiner Arbeit nicht um die schwache Wechselwirkung ging, für die der Higgsmechanismus ja heute eingesetzt wird, um die Masse der W- und Z-Teilchen zu erklären. Das Higgs-Teilchen hat er also definitiv nicht vorhergesagt. Seinen Nobelpreis hat er aber natürlich – ebenso wie Englert – voll verdient.

 

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Kommentare (2)

  1. #1 Max Erwengh
    17. Februar 2014

    Wir wir das mit der Symmetriebrechung in der Vorlesung nie so ganz klar. (eigentlich bin ich nur zu faul, das nochmal nachzuschlagen, aber vielleicht interessiert das ja jemanden)

  2. #2 MartinB
    17. Februar 2014

    @Max
    Ist bei deinem Kommentar was verloren gegangen? Mir ist nicht so klar, was du damit sagen willst. Die Symmetriebrechung erkläre ich übrigens in einigen meiner Higgs-Artikel:
    http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2011/12/22/das-higgs-und-das-nix-das-vakuum-ist-auch-nicht-mehr-was-es-mal-war/