Die ZEIT ist ja bekannt als seriöse und niveauvolle Wochenzeitschrift – angeblich jedenfalls. Gut, gelegentlich kommen mal Schnitzer vor wie der hier. Aber die obige Grafik, die es diese Woche im Wirtschaftsteil der Zeit gab, ist schon was besonderes.

Die Idee mit der Torte ist ja ganz nett (und wird auch im großen Aufhängerbild zum Artikel verwendet). Aber das, was die Grafik suggeriert, und das, was sie tatsächlich darstellt, hat wenig miteinander zu tun.

Zunächst einmal ist der Anstieg ja immens – von fast nix am linken Tortenstück zu einem sehr hohen Wert. Obwohl – die Zahlenwerte (die ja immerhin dranstehen) steigen ja gar nicht so stark – von 0,6 auf 1,6Mrd, weil der Nullpunkt der senkrechten Achse passend verschoben wurde. Das ist ja einer der klassischen Tricks beim Zahlenlügen – damit kann man auch sehr kleine Änderungen beliebig dramatisch wirken lassen.  Und damit das nicht so auffällt, wurde die Schrift unten an der Achse extra etwas blasser gemacht und die zwei Striche, die die unterbrochene vertikale Achse zeigen, sind kaum zu erkennen (selbst in der Druckversion nicht); schon ziemlich clever.

Und dann mal haben wir zwar unten eine Zeitachse mit schönen Jahreszahlen – aber auch wenn der weiße Tortenguss da eine Linie suggeriert – tatsächlich gibt es nur zwei Datenpunkte (2010 und 2014), die einfach mit einer geraden verbunden wurden. Wo ein linearer Anstieg suggeriert wird, könnte die Entwicklung auch ganz anders gewesen sein.

Eigentlich enthält die Grafik nur eine Information: Von 2010 bis 2014 sind die chinesischen Direktinvestitionen von 0,6 auf 1,6Mrd Euro gewachsen. Das ist alles. Nur leider nicht das, was man sieht, wenn man nicht sehr genau hinguckt…

Kommentare (35)

  1. #1 Joachim
    10. Juni 2016

    Hmm, ich weiß ja net was sie bei Dir suggeriert, aber für mich suggerierte sie nur einen 2,5 fachen Anstieg nach 4 Jahren. Soll heißen, die Kritik ist allgemein mehr als berechtigt, das gewählte Beispiel ist in meinen Augen jedoch nicht sehr gut gewählt. Vielleicht liegt es aber auch daran, daß ich es mittlerweile gewohnt bin Grafiken detaillierter zu betrachten und der Suggestion weniger erliege.

  2. #2 MartinB
    10. Juni 2016

    @Joachim
    ” für mich suggerierte sie nur einen 2,5 fachen Anstieg nach 4 Jahren.”
    Aber das Tortenstück suggeriert doch, dass der Wert am Anfang nahezu Null war, oder geht dir das nicht so?

  3. #3 Alisier
    10. Juni 2016

    Bei mir kam hauptsächlich an: “Sie” essen “uns” auf….
    In Anbetracht der deutsch-chinesischen Geschichte und manch aktueller Diskussionen ein merkwürdiges Signal, aus meiner Sicht, und der Zeit nicht würdig.

  4. #4 roel
    ******
    10. Juni 2016

    Die Graphik suggeriert einiges. Zuerst das übermächtige Rot – Halt- Stopp! Dann die Schieflage des Tortenstücks, da ist etwas umgekippt. Dann der lineare Trend über mehrere Jahre. Den Start bei O, dann 0,6 und jetzt 1,6. Und die Chinesen fressen uns auf.

    Was fehlt: Die Gegenüberstellung chinesischer Investitionen in Deutschland zu deutschen Investitionen in China. Mehrere Datenpunkte. Neutrale Aufmachung. Eventuell ein längerer Zeitraum. Start der Geldachse bei 0 ohne Unterbrechung.

  5. #5 Krypto
    10. Juni 2016

    Der Mediendesigner zum Redakteur:
    “Hey, ich hab da ein tolles Aufmacherbild!”
    Der Redakteur:
    “Super, noch fix ein Koordinatensystem mit den Zahlen dran…moment…so…feddich!”
    Der Designer:
    “Äh, aber…”
    Der Redakteur:
    “Danke. Schönes Wochenende.”

  6. #6 rolak
    10. Juni 2016

    suggerierte sie [die Grafik] nur einen 2,5 fachen Anstieg nach 4 Jahren.

    Du willst tatsächlich sagen, daß diese hochanalytische Exegese der entzifferten Ziffern via Suggestion sich in Deinem Denken manifestierte, Joachim? Dagegen spricht doch schon der Umstand, daß zum Erzielen dieses Ergebnisses vom Grafischen reineweg garnichts verwendet wurde.

    Die grafische Information (hier am Monitor) ist: Anfangs 5mm über Schattenrand, am Ende 60mm. Auf das 12-fache angestiegen. Das ist Suggestion – ob nun intentional oder nicht. Genauso wie die durchgezogene Verbindung der beiden einzigen Datenpunkte: sie suggeriert nicht nur eine über lange Zeit gleichmäßige Entwicklung, sondern auch ein ‘geht weiter so’ in die Zukunft.

    Für mich ist das einzig Positive an der Darstellung das nette Wort/Bildspiel Tortengrafik.

  7. #7 MartinB
    10. Juni 2016

    @Krypto
    Das große Aufmacherbild zum Artikel zeigt eine Torte, in der ein Stück fehlt – das ist dann wohl das Stück auf der Grafik, die ich gezeigt habe. So ähnlich wird’s also gewesen sein…

  8. #8 Peter
    10. Juni 2016

    #1 ich habe auch sofort auf die Zahlen gekuckt, und dann war klar, dass es um einen 2,5fachen Anstieg ging. Aber ich behaupte mal, dass die meisten Menschen nicht auf die Zahlen schauen, sondern hier nur eines sehen: einen riesenhaften Anstieg. Der rein optische Eindruck ohne die Zahlen: “ums 10fache mindestens …!”

  9. #9 StefanL
    10. Juni 2016

    Hmm – etwas den analytischen Denkvorgang reduziert, induziert das Bild doch den deutschen Appetit, auch ein Stück vom Kuchen respektive der Torte der weltweiten chinesischen Investionen ab zu bekommen.

  10. #10 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2015/07/08/balken-biegen/
    10. Juni 2016

    Der Sinn von Grafiken ist, die Erfassung des Sachverhalts zu erleichtern. Hier wird die Erfassung erschwert bzw. der Betrachter getäuscht.

    Erste Lügenpresserufe in 3, 2, …

  11. #11 user unknown
    https://demystifikation.wordpress.com/2016/05/28/die-frau-von-einer-tram/
    10. Juni 2016

    @Lulu:

    Finde ich nicht. In beiden Fällen werden Menschen diskriminiert. Ob aufgrund der Hautfarbe oder des Geschlechts ist in meinen Augen unerheblich.

    Nur die wenigsten Menschen haben Personen einer anderen Ethnie in der eigenen Familie. Es gibt in deutschen Spielzeugläden kein Ausländerspielzeug, keine Rasierer für Ausländer oder andersfarbige Strampler.
    Rassistische Meinungsmacher fordern von Ausländern regelmäßig Anpassung an die vorherrschende Kultur (Kleiderordnung, Übernahme der Religion, zumindest Verzicht auf Äußerungen der eigenen Religion (Minarette) usw.) während die Genderstudies kritisieren, dass Frauen eigene Rollen zugewiesen werden (Kleidung, Berufe, …).

    Dass das keine bedeutenden Unterschiede sind sehe ich nicht so ohne weiteres ein.

    Ursache wovon? Von dem Vorurteil, Frauen wären von Natur aus schlechter in Mathematik? Ist das wichtig? Und wenn es wichtig sein sollte, welche Schlüsse möchtest du daraus ziehen?

    Du meinst es sei unwichtig? Die Ursache eines Missstandes zu verstehen ist m.E. immer wichtig, wenn man diesen beseitigen will.
    Um einen Husten zu bekämpfen ist es auch wichtig zu verstehen, ob Rauchen, Allergie, Erkältung, Grippe, Lungenentzündung, verschluckte Gräte oder was die Ursache ist. Dass man derartige Selbstverständlichkeiten erwähnen muss, wundert mich.

    Und weil es nicht mehr so gelehrt wird, ist dieses Bild sogleich aus der Gesellschaft verschwunden?

    Das Kirchenbild der Frau der 50er Jahre wird ja nicht erst seit gestern nicht mehr gelehrt.

    Genau dieses ‚Ideal‘ (treusorgende, aufopferungsvolle Mutter) ist doch problematisch

    Das habe ich nicht bestritten. Ich habe damit diese Aussage bezweifelt:

    Die Frau als sündiges, schmutziges Geschöpf, das dem Manne in _sämtlichen_ Belangen unterlegen zu sein hat etc.

    Was legt das Christentum denn ganz genau fest, bezüglich Kleidung?

    5. Mose – Kapitel 22,5

    Das ist nicht Dein Ernst jetzt?

    5 Eine Frau soll nicht Männersachen tragen und ein Mann soll nicht Frauenkleider anziehen; denn wer das tut, der ist dem HERRN, deinem Gott, ein Gräuel.

    Das nennst Du die Kleidung sei im Christentum ganz genau festgelegt?
    Nur 6 Sätze weiter steht:

    11 Du sollst nicht anziehen ein Kleid, das aus Wolle und Leinen zugleich gemacht ist.
    12 Du sollst dir Quasten machen an den vier Zipfeln deines Mantels, mit dem du dich bedeckst.

    Die biblichen Kleidervorschriften werden nicht nur nicht ernst genommen, sie sind heute weitgehend unbekannt, und was die 4 Quasten angeht, wohl auch nicht erst seit den 50ern.

    Sich einfach einen Satz aus der Bibel herauszupicken reicht nicht aus, Du müsstest schon zeigen, dass dieser im liturgischen Kalender überhaupt vorgelesen wird, was aber heute, wo es v.a. Parteibuchchristen gibt, die nur noch Weihnachten, Ostern und zu Taufe, Hochzeit und Beerdigung in die Kirche gehen, auch nur noch ein Bruchteil der Bevölkerung mitbekäme.

    Wo habe ich geschrieben, dass Geschlechterrollen aus nichts als Sanktionen bestehen?

    Hast Du nicht geschrieben. Es war eine Frage von mir, ob Du das so siehst. Tust Du nicht, wie ich jetzt weiß.

    Schön für dich, dass du in einem solchen Stadtteil wohnst. Womöglich blendest du aber aus, dass es für den größten Teil der Bevökerung nicht gilt.

    Irgendwann ist man erwachsen, und ab da ist man selbst dafür verantwortlich, in welchem Stadtteil man lebt und wen man sich als Partner anlacht.

    Für Mädchen gibt es vorgefertige Shopping Centres und Cafés. Die meisten Eltern finden nichts dabei – ganz rollenkonform.

    Sind es die Eltern?

    Im Lila-Podcast erzählte eine Feministin, wie sie ihrer Tochter keine Barbie kaufen wollte und deswegen zu Hause Aufstand bekam, weil die maßgeblichen Freundinnen der Tochter Barbies hatten. Aber woher haben die Freundinnen die Idee, dass eine Barbie sein muss? Von deren Eltern, von großen Schwester, vom Werbefernsehen?

    War das in diesem Diskussionsstrang, wo es hieß, dass 30% der Frauen sich als Feministen verstehen und 15% der Männer? Sind die die nicht sozial und regional teilweise so konzentriert, dass sie über 50% der Kindergartenkinder eines Kindergartens stellen? Sieht es da anders aus?

    Eltern versuchen so oft ihre Kinder ihren eigenen Vorstellungen entsprechend zu formen und scheitern dabei so oft. Wenn es bei Geschlechtsrollen so oft gelingt (wobei nicht gesagt ist, ob nicht der Vater vielleicht einen Raumfahrersohn möchte, der aber lieber Fußballspieler werden will, während der geplante Fußballstar partout Raumfahrer werden will), kommt vielleicht einerseits das Angebot einer Geschlechtsrolle einem Bedürfnis entgegen – und zwar erstmal gar nicht ein spezielles, sondern ein beliebiges? Und zweitens, sind spezifische Rollen eben je nach Geschlecht statistisch unterschiedlich eingängig für Jungs und Mädchen?
    Man will ja keine Laborexperimente mit Kindern veranstalten. Man könnte aber Ethnologen befragen. Wenn die aber überall ähnliche Muster gefunden haben, dann hat man das vielleicht als globales Patriarchat abgebucht. Ich weiß nicht, was Ethnologen so gefunden haben, aber hätten sie eine große Varianz gefunden, dann würde man von Feministen wohl mehr darüber hören, oder?

  12. #12 Laie
    11. Juni 2016

    Die manipulative Grafik ist eine Beleidigung des Lesers und zugleich Hinweis auf den qualitativen Abwärtstrend der Qualitätsmedien. Das ist zwar schade, aber Realität.

    Interessanter wäre auch der genaue Verlauf, die Torte vermittelt einen linearen Anstieg, naja, dafür schaut so eine Torte auch schön aus…

  13. #13 griesl
    11. Juni 2016

    @user_unknown
    hör dir mal die Folge “Cameltoe und Nippel Show an” und vergleich die Reaktionen mit “Comedy Street” , wenn Goosejohan einen Riesenpimmel andeutet.

  14. #14 griesl
    11. Juni 2016

    ahhh ist das fies.
    seit wann werden links eingebunden ?

  15. #15 MartinB
    11. Juni 2016

    @userunknown
    ich vermute beim drüberfliegen, das wolltest du anderswo posten – vielleicht bei Joseph.
    Aber o.k., wir ganzen frauenverstehenden Feminazi-Blogger sind ja auch schwer auseinanderzuhalten…

    @griesl
    Youtube-Links schon immer, warum, weiß der Geier.

  16. #16 Dr. Webbaer
    11. Juni 2016

    Der untere Teil des Tortendiagramms ist so falsch wie der obere Teil, anscheinend sollte hier (unbedngt) ein Tortenteil von der nicht immer seriösen bundesdeutschen Wochenzeitschrift ZEIT hergestellt werden, visuell.

    Die Datenlage ist so:
    -> https://owc.de/wp-content/uploads/2014/08/statistik-china-direktinvestitionen.jpg
    -> https://owc.de/2014/08/29/chinesische-direktinvestitionen-in-der-eu/
    -> Mofcom ist chinesisch-kommunistische Sicht, bei Eurostat gerne selbst prüfen

    Und die Daten sind auf die EU bezogen.
    Inwiefern es chinesisch-kommunistische Investition in der EU bedarf, ist eine spannende Frage.

    HTH
    Dr. Webbaer

  17. #17 MartinB
    11. Juni 2016

    Nachtrag:
    Eine Grafik, wie der Sachverhalt im Detail aussieht, findet man in diesem Link:
    http://www.merics.org/fileadmin/user_upload/pdf/COFDI_Chinese_Foreign_Direct_Investment_DE.pdf
    auf Seite 19.

    Danach gab es 2011 einen Sprung, danach blieb es im wesentlichen konstant…

    Hier ssieht das eher linear aus, allerdings Daten nur bis 2012:
    http://www.dbresearch.de/servlet/reweb2.ReWEB?rwsite=DBR_INTERNET_DE-PROD&rwobj=ReDisplay.Start.class&document=PROD0000000000348707

    Und diese Grafik zeigt das ganze für Europa:
    http://www.merics.org/fileadmin/_processed_/csm_DE-2_29cd89b689.jpg

  18. #18 rolak
    11. Juni 2016

    warum, weiß der Geier

    Guten Tag, mein Name ist Giselher Geier – schauen Sie bitte in der Ecke da hinten nach!

    Das gilt allerdings (nur) für eine nackige url, wird sie ordentlich präsentiert innerhalb eines <a>-tags, hält sich die Automatik erfreulicherweise zurück.

  19. #19 Laie
    11. Juni 2016

    Danke auch an die Herren für die Nachreichung der genauen Stützstellen des von mir im Beitrag weiter oben kritisierten Verlaufes an der Torten-Grafik. Einen nicht-linearen Anstieg habe ich schon vermutet, jedoch nicht sooo sprunghaft, wie es vor und nach 2011 der Fall ist.

  20. #20 Joseph Kuhn
    11. Juni 2016

    Von der manipulativen Grafik einmal abgesehen: 1,6 Mrd. Euro ist auch nicht die Welt, wenn man es mit dem Gesamtbestand der ausländischen Direktinvestionen in Deutschland vergleicht: https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Statistiken/Aussenwirtschaft/Direktinvestitionen/Bestandsangaben/bestandsangaben.html.

  21. #21 rolak
    11. Juni 2016

    Gesamtbestand

    Also grob abgeschätzt nicht einmal 2% der Außer-EU-Direktinvestionen – das würde ich als einen weiteren dicken Eintrag unter ‘deswegen manipulativ’ einsortieren, Joseph; schön verstärkt.

  22. #22 MartinB
    12. Juni 2016

    @Joseph
    Daran hatte ich noch gar nicht gedacht – ich gebe zu, den Wirtschaftteil der ZEIT eh nie so gründlich zu lesen, weil ich da nix verstehe, Wirtschaft ist ja nicht so einfach und logisch wie theoretische Physik…

  23. #23 erik||e oder wie auch immer . . . ..
    12. Juni 2016

    . . . .. Kann jemand mit seinem 3-D-Drucker, entsprechend des korrekten Tortendiagramms, eine korrekte Torte drucken/anfertigen? Dann das Foto der Torte an die “Zeit”- Redaktion und an einige Investoren zusenden . . . ..
    . . . .. Was wäre theoretische Physik ohne erfolgreiche Wirtschaft . . . .. Wirtschaft ohne erfolgreiche Physik? Alles zusammen funktioniert nur mit richtiger Anwendung der Mathematik . . . ..
    . . . .. Vielleicht machst auch eine Computersimulation?
    😉

  24. #24 erik||e oder wie auch immer . . . ..
    12. Juni 2016

    “. . . .. Vielleicht machst auch eine Computersimulation?”

    Tschuldigung, soll “machts” heissen . . . .. Da ist der Proll durch den Troll gerutscht . . . ..

  25. #25 Laie
    13. Juni 2016

    Ist ja allerhand, was da Geld fließt. Ja wenigstens fließt das alles in die echte Realwirtschaft und nicht in irgendwelche dubiosen Finanzprodukte, ohne wirklichen Wert in der Realität! 🙂

  26. #26 Ishmael
    13. Juni 2016

    Kein Wunder. Wenn diese Leute da bei der ZEIT Ahnung hätten, könnten Sie ja auch einen anständigen Beruf ausüben und müssten nicht in prekären Arbeitsverhältnissen Lüg_ äh, Lückentexte verfassen… 🙂

  27. #27 libertador
    13. Juni 2016

    Deutsche Investitionen in China scheinen in etwa in der gleichen Größenordnung zu sein. Habe Angaben in US-Dollar gefunden:

    2012: 1,45 Mrd. $
    2013: 2,10 Mrd. $

    http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=deutsche-firmen-investieren-vermehrt-in-der-vr-china,did=955872.html

  28. #28 Wizzy
    13. Juni 2016

    Ungelogen: Der erste Gedankenblitz, der mir bei der Grafik kam, war “Kein Anstieg”. Denn ich habe das Stück in der Intuition der ersten Sekunde als relativen Anteil am Ganzen (Tortenrund) begriffen – und dieser ist links genauso groß wie rechts oder in der Mitte, etwa 1/12. Natürlich ging einen Augenblick später meine Aufmerksamkeit auf Achsen und Zahlen und zuletzt Titel.
    Dennoch: Suggestionen sind mächtig, und – möchte ich an dieser Stelle behaupten – wirken auf Menschen zuweilen ganz verschieden.

  29. #29 Anderer Michael
    13. Juni 2016

    Die deutschen Investitionen in China sind absolut und an der Wirtschaftskraft gemessen höher als die chinesischen in Deutschland. Neu ist , dass vorher Staatsbetriebe aus strategischer Sicht ” einkauften” und jetzt auch mittelständische Unternehmen ihre vollen Kassen zu Übernahmen nutzen. Beklagt wird ein Ungleichgewicht der Möglichkeiten. Chinesen haben in der EU kaum Einschränkungen, während in China viele Restriktionen vorhanden sind ( Direktinvestitionen betreffend ). Trotzdem wird eifrig in China investiert.
    An der Grafik wäre mir kein Skandal aufgefallen,weil die Kernaussage nicht verändert ist (was nicht bedeutet mit dieser übereinzustimmen ), und Journalisten eben gerne plakativ und überspitzt symbolhaft arbeiten. Sofern das ins Weltbild passt, stört das in der Regel niemanden, nach meiner Erfahrung. Den Artikel zur Grafik habe ich nicht gefunden. Größere Aufreger für mich sind die Kolumnen und Meinungsartikel der Zeit, als Beispiel nenne ich den im SB schon öfters gelobten BGH-Richter Fischer.

  30. #30 MartinB
    13. Juni 2016

    @AndererMichael
    “Sofern das ins Weltbild passt, stört das in der Regel niemanden, nach meiner Erfahrung.”
    Da ticke ich anders – ich finde schlechte Argumente immer schlecht, selbst wenn ich mit dem, was daraus gefolgert wird, übereinstimme. Führt in diskussionen häufig zu Verwirrung, wenn Leute glauben, ich würde meinen Standpunkt wechseln, weil ich ein Argument angreife, das meinen bisher gezeigten Standpunkt stützt.

  31. #31 Niels
    14. Juni 2016

    @MartinB
    Geht mir ganz ähnlich.
    Wobei ich schlechte Argumente für meine Position irgendwie sogar besonders ärgerlich finde und bevorzugt angreife.
    Seltsamerweise stört es mich mehr, wenn jemand aus für mich unlogischen Gründen meine Position einnimmt, als wenn er den entgegengesetzten Standpunkt vertritt.

    Das wird in Gesprächen allerdings in der Regel mit Verblüffung und leichter Aggression aufgenommen.
    Ist offenbar so ungewohntes Verhalten, dass die meisten nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.

  32. #32 MartinB
    14. Juni 2016

    @Niels
    Great minds think alike… 😉

  33. #33 roel
    ******
    14. Juni 2016

    @Niels “Das wird in Gesprächen allerdings in der Regel mit Verblüffung und leichter Aggression aufgenommen.”

    Auch in Kommentarspalten. Bei Widerspruch teilweise nicht nur mit leichter Aggression der angesprochenen Person sondern mit erheblicher Aggression eines ganzen Rudels.

  34. #34 MartinB
    14. Juni 2016

    @roel
    Ja, im Internet fallen halt einige Hemmungen…

  35. #35 rolak
    14. Juni 2016

    schlechte Argumente für meine Position

    sind wirklich gräßlich mitzu(hör|les)en, Niels – wie generell unerwünschte Unterstützung für die eigene Position extrem lästig werden kann. Wie zB bei einer Demo, wenn sich ‘die falsche’ Gruppe auch mitzumarschieren erdreistet…