seamammal5

Aus Gearty et al., s.u.

In orange ist die Modellvorhersage eingezeichnet, die Balken zeigen die Verteilung der Arten, oben rechts sieht man das “Optimum” aus der Artenverteilung. Die Meeressäuger haben ihr Maximum alle so im Bereich 500 Kilogramm, die rote Kurve hat ihr Maximum (das kann man in der Darstellung schlecht sehen, man hätte die x-Achse besser etwas strecken und erst bei 3 (also 1 Kilogramm, wenn man keine Logarithmen an die Achse schreiben würde…) anfangen sollen) bei etwa 56 Kilogramm. Passt also nicht optimal, aber natürlich sind diese Skalierungsdaten auch nicht in Stein gemeißelt und Schwankungen unterworfen. Es ist schade, dass es in dem paper keine Sensitivitätsstudie gibt, bei der man guckt, wie das Maximum von der genauen Skalierungsgleichung abhängt. Schiebt man die Kurve für den Grundumsatz um 50% nach oben und die für die Nahrungsaufnahme etwas nach unten, kann man zum Beispiel das Maximum zum Wert 225kg verschieben, also deutlich dichter an den gemessenen Wert.

Meeressäuger sind also anscheinend nicht von den Zwängen des Landlebens befreit, im Gegenteil: Im Wechselspiel aus Wärmeverlust und Nahrungsaufnahme bleibt ihnen gar nichts übrig, als groß zu werden.

                

“Energetic tradeoffs control the size distribution of aquatic mammals”

William Gearty, Craig R. McClain and Jonathan L. Payne

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Kommentare (22)

  1. #1 Сhemіkеr
    8. April 2018

    logarithmische Skala auf der x-Achse, die ich übrigens nicht so toll finde, hatte ich glaube ich schon erwähnt

    Die Einheit ist auch sehr kreativ angegeben: log₁₀ g heißt offenbar nicht Logarithmus von g, sondern Logarithmus der Masse in Gramm.

    Naja, andere Wissenschaften, andere Sitten.

  2. #2 MartinB
    8. April 2018

    @Chemiker
    Ja, wenn man schon pingelig ist, dann müsste es eigentlich sogar 10^ /g heißen, weil man ja, um den massenwert zu bekommen 10^ die Zahl nehmen und dann mit Gramm multiplizieren muss.

  3. #3 Kyllyeti
    8. April 2018

    dass es eigentlich keine kleinen Meeressäufer gibt

    Hoffentlich auch keine großen. Die Meere haben schon Probleme genug. 😉

  4. #4 Joseph Kuhn
    8. April 2018

    Die Daten gelten für Meeressäuger. Gilt für die ausgestorbenen Saurier Analoges? Oder waren da die an Land tendenziell größer?

    Nicht ganz ernst: Seemänner sind ja auch größer als Landratten, q.e.d.

  5. #5 MartinB
    8. April 2018

    @Kyllyeti
    ROFL, schöner Tippfehler, den lass ich drin.

    @Joseph Kuhn
    Für alle Wassersaurier weiß ich es nicht sicher (einige von denen wie Placodontier waren eher klein, die waren aber vermutlic auch wechselwarm), aber zumindest bei den Ichthyosauriern gibt es auch keine wirklich kleinen Arten, soweit ich weiß, und die waren höchstwahrscheinlich auch gleichwarm.

  6. #6 wereatheist
    8. April 2018

    Mein Nachbar ist Ex-Seemann, und kleiner als ich. Aber auch breiter; also weniger Oberfläche pro kg Masse, q.e.d.
    (Er stammt von den Philippinen, kein Wunder also, dass er kleiner ist)

  7. #7 ralph
    8. April 2018

    Interessant! Damit wäre also plausibel, warum es keine sehr kleinen, Säugetiere im Meer gibt.
    Ich frage mich schon lange, warum die größten Tiere aller Zeiten, nämlich Blauwale, Säugetiere sind. Es muss wohl anatomische/physikalische Limits für Wechselwarme geben, kennt sich da Jemand aus?

  8. #8 MartinB
    9. April 2018

    @ralph
    Das ist schwer zu sagen – die größten Ichthyosaurier warena uch ziemlich groß (waren aber möglicherweise auch warmblütig), und es spielen auch andere Fragen eine Rolle, beispielsweise weiß ich im Moment gar nicht, ob es im Mesozoikum Krill in vergleichbaren Mengen wie heute gab – weiß das irgendwer?

  9. #9 Alderamin
    9. April 2018

    @MartinB

    Ich wüsste jetzt nicht, dass Meeressaurier Barten oder so was ähnliches gehabt haben (oder weißt Du da mehr?), aber es gibt ja auch große Zahnwale, die Fisch und Weichtiere fressen (Schwertwale, Pottwale; der Basilosaurus, der kein Saurier sondern ein früher Wal war, war auch ziemlich groß und hatte Zähne).

    Hätte man mich raten lassen, warum die Wale so groß sind, hätte ich auch auf den geringeren Wärmeverlust (kleineres Verhältnis Oberfläche zu Volumen) getippt. Sollte für Tiere im kalten Wasser umso eher notwendig sein.

    Wie passen jetzt aber die kleinen Schweinswale in die Statistik, zumal die durchaus auch in kalten Gewässern (Ostsee, norwegische Fjorde) leben? Nehme an, die müssen besonders flink und wendig sein, um Fische zu jagen? Weiß einer was darüber?

    Frau Meertext? Frau Meeeeeeerteeeeeext !!

  10. #10 rolak
    9. April 2018

    Meer Text? Hmm, Alderamin, der Artikel oben hat ja eigentlich eine schöne Länge.
    Aber wenn Du meinst…

  11. #11 MartinB
    9. April 2018

    @Alderamin
    Naja, mit Größenordnung bis zu 200kg sind die immer noch halbwegs dicht am Mittelwert/Optimum, das ja anscheinend bei 500kg liegt.
    Und klar sind da immer Schwankungen und Extra-Faktoren drin, so präzise sind solche Skalierungsaussagen ja nie.

  12. #12 RPGNo1
    9. April 2018

    @ralph

    Es muss wohl anatomische/physikalische Limits für Wechselwarme geben, kennt sich da Jemand aus?

    Alderamin hat dir den richtigen Tipp gegeben.

    Frau Meertext? Frau Meeeeeeerteeeeeext !!

    Stell die Frage doch einfach mal bei Bettina rein: http://scienceblogs.de/meertext

  13. #13 MartinB
    9. April 2018

    Nachtra zu den Meeressauriern:
    Shonisaurus (Ein Ichthyosaurier) wurde auch 21 Meter lang. Und natürlich ist es auch nicht unbedingt wahrscheinlich, dass wir von den allergrößten Arten immer passende Fossilien finden.

  14. #14 Alderamin
    9. April 2018

    @MartinB

    Naja, mit Größenordnung bis zu 200kg sind die immer noch halbwegs dicht am Mittelwert/Optimum, das ja anscheinend bei 500kg liegt.

    Die gewöhnlichen Schweinswale, wie sie in der Ostsee und in den Fjorden leben, sind durchaus klein und leicht, einen guten Meter lang und 50-60 kg leicht.

  15. #15 MartinB
    9. April 2018

    @Alderamin
    Ja, was ist schon ein Faktor 10 unter Freunden…?

    Wie gesagt, diese Skalierungsargumente funktionieren nur statistisch – Biologie ist nicht Physik, wo alle Elektronen dasselbe tun müssen. Man findet bei Skalierungsargumenten immer diverse Ausnahmen; und andersherum ist ein Blauwal nach der Grafik oben auch eigentlich ein bisschen arg groß., da liegen ja diverse Datenpuntke rechts der orangenen Kurve im letzten Bild.

  16. #16 stone1
    10. April 2018

    Interessanter Artikel und gute Entscheidung, die Meeressäufer drin zu lassen, da hab ich erst ein paar Sekunden überlegen müssen, ob tatsächlich Kreaturen mit immensem Durst gemeint sind, bevor ich einen Lachanfall bekam. : ]

  17. #17 RPGNo1
    10. April 2018

    @MartinB
    Es sieht so aus, als ob der Shonisaurus Konkurrenz bekommen hat. Kürzliche Untersuchungen an Skelettresten zeigen, dass der unbekannte Ichthyosaurier bis zu 25 m lang gewesen sein könnte.
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ichthyosaurus-forscher-entdecken-gigantischen-fischsaurier-a-1202066.html
    http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0194742

  18. #18 MartinB
    10. April 2018

    Schick, auch wenn die Zahlen mit viel Vorsicht zu genießen sind, im paper heißt es 20-25 Meter (und das macht bei der Masse immerhin nen Faktor 2…)

  19. #19 WolfgangS
    11. April 2018

    Große Meeressäuger (oder -säufer, beide sind Schluckspechte) müssten wohl auch, bei knappem Nahrungsangebot, effizienter sich fortbewegen und somit ein größeres Revier abdecken können, denn der Stömungswiderstand wird doch im Wesentlichen von Cw und Projektionsfläche bestimmtt. Kleinere Tiere haben vielleicht eine (eher seltene) Nische entdeckt, in der sie sich effizienter mit Nahrung versorgen können und daher keine großen Reviere benötigen.
    Betrachtet man die Evolution als Makrozustand und die einzelnen Spezies als mögliche Mikrozustände,… Entropie, ick hör dir trapsen.

  20. #20 tomtoo
    11. April 2018

    @WolfgangS
    Entropie und Gravitation. ; )
    @MartinB
    Am Anfang habe ich es ja gar nicht gerafft das du hier schamlos bei @Bettina wilderst. Musste nochmal anfagen. So mit dem Gedanken: Halt da stimmt was nicht, ist doch garnicht @Bettinas Stil.
    : ))

  21. #21 MartinB
    11. April 2018

    @tomtoo
    Soweit ich weiß, haben wir keine Reviere bei Scienceblogs.

  22. #22 tomtoo
    12. April 2018

    @MartinB
    So soll’s auch bleiben.