In den meisten Science-Fiction-Romanen oder Filmen  gehören sie ja zum absoluten Standard: Die künstliche Gravitation und die Anti-Schwerkraft. Klar. Zum einen wollen wir, dass unsere Heldinnen an Bord ihrer Raumschiffe ganz normal herumlaufen können und eben nicht schweben müssen, und Konstrukte wie Magnetstiefel sind immer nur bedingt realistisch umsetzbar (obwohl sich die SF-Serie “The Expanse” wirklich viel Mühe dabei gegeben hat und das Ergebnis auch nicht schlecht war, aber Haare z.B. müssten trotzdem anders herumschweben). Und zum anderen wollen wir, wenn unsere Raumschiffe mit nahezu Lichtgeschwindigkeit durchs All brettern, nicht, dass unsere Heldinnen bei den dazu notwendigen Beschleunigungskräften (die beste Schiffe bei Perry Rhodan z.B. erreichten ja Werte von 1000km/s², also 100000fache Erdbeschleunigung) nicht wie eine Briefmarke plattgequetscht werden.

Bringen wir mal etwas “science” in die “science fiction” – was müsste man denn tun, um künstliche Schwerkraft zu erzeugen? Das ist im Prinzip (dank der Allgemeinen Relativitätstheorie, kurz ART) ganz einfach. Die sagt nämlich ganz simpel, dass Dinge nach unten fallen, weil dort die Zeit langsamer geht. Wenn ihr auf der Erdoberfläche steht, beobachtet ihr eine Schwerebeschleunigung von 10m/s^2 (oder1 g), und zwar deshalb, weil die Zeit um so langsamer vergeht, je weiter ihr nach unten kommt. Für eine Sekunde auf dem Boden vergehen in 1 m Höhe etwa 0,11 Femtosekunden (0,00000000000000011s, ich hoffe, ich hab mich nicht verzählt bei den Nullen) mehr, in zwei Metern Höhe 0,22 fs mehr und so weiter. Dadurch ist die Raumzeit gekrümmt, und das sorgt dafür, dass ihr nach unten fallt. Wenn ich im Detail nachvollziehen wollt, warum diese leichte Veränderung des Zeitablaufs für das sorgt, was wir im Alltag als “Schwerkraft” wahrnehmen, dann klickt entweder auf meine Artikelserien (Serie “Wie man die Raumzeit krümmt” und “Von Einstein zu Newton”) oder, noch besser (weil ausführlicher erklärt und weil $$$$$$), ihr kauft mein Buch, für das ihr rechts (oder unten auf nem Mobilgerät) die diskret eingeblendete Werbung seht. Mit dem “Warum” will ich mich heute gar nicht nochmal befassen, sondern ich nehme das einfach als gegeben hin: Dinge fallen in Richtung langsam verlaufender Zeit.

Wir sind also mit unserem Raumschiff irgendwo im All, schweben da so herum und würden lieber gern fest auf dem Boden stehen. Was müssen wir also tun? Da Dinge in Richtung langsamer verlaufender Zeit fallen, müssen wir also dafür sorgen, dass die Zeit am Boden unseres Decks langsamer vergeht als bei unseren Köpfen – und zwar eben genau um 0,11fs pro Höhenmeter und Sekunde. Wir brauchen also irgendeine Form von Zeitverlangsamung. Zum Glück sind wir ja in der Science Fiction, also denken wir uns mal spontan was aus: Bei Star Trek beispielsweise gibt es “Chroniton-Partikel”, die den Zeitablauf beeinflussen können. Wir können uns also vorstellen, dass wir irgendwie einen Chroniton-Generator haben, der solche Teilchen erzeugt, so, dass wir bei unseren Köpfen eine etwas kleine Dichte davon haben als bei unseren Füßen, was die Zeit passend beeinflusst. Wie wir das genau machen, soll hier egal sein, vielleicht haben wir im Boden irgendeinen Generator, der die Teilchen erzeugt und dafür sorgt, dass sie am Boden etwas dichter verteilt sind als weiter oben.

Umgekehrt können wir uns auch vorstellen, dass wir damit Antigravitation erzeugen können. Nehmen wir mal einen Antigrav-Lift: Das wäre also ein Schacht auf der Erde, zum Beispiel in einem Gebäude, wo ich einfach hineinsteige, um dann sanft in die Höhe zu schweben. Innerhalb des Schachtes müssten wir dann die entsprechenden Chroniton-Partikelfelder andersherum generieren. Wenn wie die Schwerewirkung der Erde genau kompensieren wollen, müssten wir unsere Chronitonen also so anordnen, dass sie um so dichter sind je höher wir im Schacht sind, und zwar so, dass die Zeit jetzt pro Höhenmeter um 0,11fs pro Sekunde langsamer vergeht. Das würde dann den Effekt durch die Erde genau kompensieren und wir wären im Schacht schwerelos. Jetzt müssen wir uns nur noch leicht abstoßen (oder es gibt in unserer SF-Welt eine Art Traktorstrahl) und schon können wir nach oben oder unten schwebens.

So weit, so gut. Was man bei dieser Überlegung aber auch sieht ist, dass das Ganze nicht völlig unproblematisch ist. Nehmen wir nochmal das Raumschiff: Wir haben also am Boden einen langsameren Zeitablauf als unter der Decke. Stellen wir uns ein großes Raumschiff vor, mit vielleicht 100 Meter Höhe. Dann vergeht die Zeit oben schneller als unten, und zwar um 11fs. Außenrum ist das Universum, dort haben wir ja keine unserer Chroniton-Partikel erzeugt, dort vergeht die Zeit also ganz “normal”. Nehmen wir an, dass wir die Oberseite unseres Raumschiffs quasi nahtlos an den äußeren Zeitverlauf anschließen, dann vergehen unten am Raumschiffboden also 11 Femtosekunden pro Sekunde weniger zeit als direkt dahinter im Vakuum. Von hier nach außen muss es jetzt aber irgendwie einen Übergang geben. Das führt dann natürlich dazu, dass ein Gegenstand, der sich von unten unserem Schiff nähert, eine entsprechende Schwerebeschleunigung erfährt. Wenn die Übergangszone einen Meter dick ist, dann haben wir hier also eine Schwerkraft von etwa 100g. Da ist vielleicht schon etwas Vorsicht geboten, falls wir durch einen Staubgürtel oder so etwas fliegen (aber vermutlich haben wir ja einen Schutzschirm).

Mal wieder ein Expertinnenhinweis: Ich betrachte hier die einfache Näherung der ART, nach der die benötigten Schwerefelder so gering sind, dass wir uns komplett auf die Veränderung des Zeitablaufs beschränken können und nach der die Effekte zum Beispiel durch die Krümmung des Raums vernachlässigbar sind. Im Prinzip kann man sich vieles von dem, was ich hier tue, auch mit Äquipotentiallinien in der Newtonschen Physik überlegen.

Noch etwas schwieriger wird die Angelegenheit, wenn wir unsere lokale Schwerkraft sehr stark begrenzen wollen. Nehmen wir beispielsweise an, wir wandeln mal wieder auf Perry Rhodans Spuren und tummeln uns auf Gol, einem Planeten der Wega (oder alternativ auf Mesklin, der Extrem-Schwerkraft-Welt von Hal Clement – falls Ihr “Schwere Welten” nicht kennt, unbedingt lesen, wenn ihr “harte SF” mögt). Auf Gol haben wir eine Schwerebeschleunigung von satten 916g (und Perry et al. hatten deshalb ganz schöne Probleme, aber wenn man unsterblich werden will, muss man da halt durch). Lokal in unseren Bodenfahrzeugen (vornehm “Shift” genannt) hätten wir aber doch lieber nur 1 g (sonst müsste die Serie ja “Perry Rhodan – die Flunder des Universums” heißen). Wir brauchen also ein entsprechend starkes Feld an Chronitonen im Inneren unseres Fahrzeugs. Und was passiert an der Grenze zwischen Innen und außen? Dort müssen sich ja die Zeitabläufe irgendwie angleichen.

Ich versuche das mal irgendwie grafisch zu veranschaulichen:

Hier seht ihr meine hervorragende Zeichnung eines Kettenfahrzeugs. Die Farbe kennzeichnet den Zeitverlauf, je roter, desto langsamer. Wenn wir das Ganze so wählen, dass wir oben im Fahrzeug denselben Zeitverlauf haben wie außerhalb, dann bekommen wir unten im Fahrzeug natürlich einen sehr viel schnelleren Zeitverlauf als außerhalb. An der Seite unseres kleinen Panzers gibt es also einen sehr abrupten Übergang von einer Zone mit schnellerem zu einer mit langsamerem Zeitverlauf. Und weil eine lokale Änderung des Zeitverlaufs eine Schwerebeschleunigung ist, sehen wir, dass entsprechend ziemlich große Kräfte auf zum Beispiel unsere Scheinwerfer wirken, die müssen wir sehr robust bauen, denn hier ist der Gradient ja sogar noch höher als der senkrechte Gradient außen. Es wirken also vermutlich nicht “nur” 916 g, sondern noch deutlich mehr, je nachdem, wie wir das genau konstruieren und wie dick wir die Übergangszone machen, möglicherweise einige Tausend.

Wir können natürlich auch auf die Idee kommen, die Übergangszone etwas nach außen zu verlagern, damit unsere Scheinwerfer nicht leiden, etwa so (nein, ich habe mir wirklich keine große Mühe mit der Zeichnung gegeben, sorry):

Unser Panzer selbst merkt also nichts mehr von der erhöhten Schwerkraft. Allerdings erzeugen wir jetzt direkt vor unter hinter ihm eine Zone, in der die Schwerkraft sehr stark ist. Wenn der Planet, auf dem wir herumfahren, eine Atmosphäre hat (und die hat Gol bekanntermaßen), dann merkt die natürlich die extreme Schwerkraft auch: Gas wird direkt vor und hinter unserem Fahrzeug verdrängt, wenn wir fahren, dürfte es erhebliche Turbulenzen geben. Auch unten im Boden (je nachdem wie tief die Zone unseres Antigravs reicht) gibt es entsprechende Effekte, hier wird der Boden möglicherweise lokal extrem verdichtet, weil sich ja der Zeitablauf (die Farbe im Bild) sehr abrupt ändert. All das (die Beschleunigung des Gases, das Verdichten des Bodens) braucht natürlich Energie – das Fahren wird also entsprechend aufwendiger.

Noch schlimmer wird es, wenn wir uns die Bewohner des Planeten Oxtorne im Perry-Rhodan-Universum angucken. So eine Oxtornerin hat zwar etwa die Größe eines gewöhnlichen Menschen, ist aber deutlich massiver gebaut und hat eine Masse von 700kg. Auf Oxtorne herrscht eine Schwerkraft von satten 4,8g. Und wenn so eine Oxtornerin auf der Erde oder in einem terranischen Raumschiff herumspaziert, dann will sie das vertraute Schweregefühl natürlich nicht missen, sie trägt also einen sogenannten Mikrogravitator, der für sie lokal 4.8 g erzeugt.

Hier also eine exzellente Zeichnung  unserer Oxtornerin mit eingeschaltetem Mikrogravitator (es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis ich gebeten werde, die Innenillustrationen und Titelbilder bei Perry Rhodan zu zeichnen)

Wieder gilt: je roter, desto langsamer verläuft die Zeit. Und ihr seht, dass irgendwo eine Grenze zwischen der langsameren Zeit und der Umgebung ist. Wenn die Oxtornerin auf dem Boden steht und dort die Zeit an ihren Füßen langsamer verläuft als weiter darunter, dann spüren z.B. die Kacheln im Boden einen Zug nach oben. Wenn die Oxtornerin mit der Hand nach einem Glas greift, dann fliegt es ihr, sobald sie dicht genug dran ist, von selbst in die Hand.

Das Problem lässt sich auch nicht dadurch umgehen, dass ihr den Punkt, wo der Zeitverlauf identisch ist, verlegt. Klar, wenn er etwa in Schwerpunkthöhe ist, dann sind die Effekte am Fuß nicht ganz so stark, dafür ist es am Kopf jetzt unangenehm: Dort verginge die Zeit dann beim Kopf schneller als außen, es gäbe also eine Schwerewirkung weg von unserer Oxtornerin, die an ihren Wimpern zieht und auch für einen Luftzug sorgen dürfte. So richtig angenehm wäre das nicht. Und wenn wir das Mikrogravitationsfeld kurz unter der Haut der Oxtornerin enden lassen, damit die Umgebung nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, dann spürt die Haut entsprechend eine Kraft entweder hin zur oder weg von der Person, was vermutlich auch nicht so ganz angenehm wäre.

Die ganze Logik gilt natürlich auch andersherum: Wenn ihr etwas tut, was den Zeitablauf beeinflusst (das passiert in der science fiction ja dauernd), erzeugt ihr damit automatisch auch ein künstliches Schwerefeld. Schließt ihr beispielsweise jemanden in ein Stasisfeld ein, wo die Zeit viel langsamer verläuft, dann werden an der Grenze zu diesem Feld alle Gegenstände angezogen. Öffnet sich im Perryversum das Tor zum Universum der Druuf, wo die Zeit 72000 mal langsamer vergeht, dann werdet ihr an der Grenze zu diesem Universum entsprechend stark hinübergezogen, während es umgekehrt schwer wäre, aus dem Universum herauszufliegen (je nachdem, wie abrupt die Grenze wirklich ist). Und wenn wir einen Planeten in ein Feld einschließen, wo die Zeit extrem schnell verläuft (so ging es dem Planeten Trokan im “Zeitrafferfeld”, da lag der Beschleunigungsfaktor bei satten 3,7012 Millionen), dann wird an der Grenze dieses Feldes eine extreme Schwerkraft nach außen wirken.

So ganz einfach ist es also nicht mit der Antigravitation. Das muss uns aber natürlich nicht daran hindern, sie in der Science Fiction zu akzeptieren – wenn man durch Schwarze Löcher fliegen kann und sich in fünf oder sechs Dimensionen herumtreibt, dann kann man ja auch die ART so erweitern, dass solche Antigravitationseffekte stressfrei funktionieren. Das ist dann aber weniger “science” und mehr “fiction”.

Kommentare (57)

  1. #1 Hedwig
    10. Juni 2019

    “… Perry-Rhodan …”

    In meiner Jugend nannten wir P. R. den intergalaktischen Überarier. Z . d . Z wurde eher Strugatzki & Co. gelesen. Also Science-Fiction, kein Schund.

  2. #2 MartinB
    10. Juni 2019

    @Hedwig
    Jaja, das hat mein Deutschlehrer auch immer behauptet und mich damit lange Zeit davon abgehalten, das zu lesen. In Teilen ist so eine Kritik zumindest der damaligen Hefte (die ja in Konkurrenz zu sowas wie Landser-Romanen) standen, vielleicht sogar berechtigt (obwohl auch in den ersten Bänden an vielen Stellen ein sehr humanistisches Menschenbild zu Grunde liegt und Perry selbstverständlich Aliens oder menschliche Mutanten als gleichberechtigt akzeptiert und auch in frühen Bänden irgendwo ein Moslem seinen Gebetsteppich ausrollt, ohne dass jemand das komisch findet). Spätestens seit der Ära Voltz aber gilt das auf keinen Fall mehr.
    So oder so geht’s hier ja mehr darum, illustrative Beispiele für die künstliche Schwerkraft heranzuziehen, und was fantasievolle Technik angeht, ist PR ungeschlagen.

  3. #3 rolak
    10. Juni 2019

    immer behauptet

    immer und überall, von Vielen. War aber für uns Teenies genauso relevant wie der Abwertungsversuch ‘Groschenheft’, der ebenfalls schon mangels Realitätsbezuges scheiterte. So um ’75 rum begann ich ~25erblockweise das GeheimArchiv eines Schulkumpels zu durcharbeiten – diese Quelle versiegte wg StudienplatzMigration mitten im Bardioc-Zyklus. Hab dann nie weitergemacht, auch wenn hier sämtliche ebooks lauern…

    Erstaunlich, daß dies bereits in den 70ern abgenippelte antiPR-Mem noch virulent ist^^

    A+BS

    Ja sicher, schon weil die Heynes so zügig auf den Flohmärkten auftauchten. Aber doch nur auch und nicht nur.

  4. #4 Karl-Heinz
    10. Juni 2019

    @MartinB

    Ein sehr interessanter Gedankengang. Dazu hätte ich gleich mal eine Frage.

    Gegeben sei ein Liftschacht. In diesem möchte ich gerne von oben nach unten schweben. Ich verwende dafür deine Chroniton-Partikel. Diese Chroniton-Partikel werden so verteilt, dass der Innenraum des Liftschachtes das gleiche Potential hat wie ganz oben im Liftschacht. Ich schwebe dann voller Zuversicht nach unten. Unten angekommen, kommt mir dein Artikel in den Sinn und ich zögere mit dem Ausstieg, da mir fürchterliches schwant. Ich rufe etwas ängstlich in das unten angebrachte Mikrofon: Bitte Potentialausgleich durchführen, aber bitte langsam. Meine Frage dazu: Muss ich mich irgendwo festhalten? 😉

  5. #5 bronsteintrivial
    10. Juni 2019

    Ach! Alles nur mathematische Taschenspielertricks….

    Die Anziehungskraft, die auf ein Raumschiff im Orbit eines Planeten wirkt, ist selbstverständlich eine Folge der Dichte der liebeshungrigen Aliens am Boden, die nur auf das Eintreffen des Captains warten.
    Das wurde in Star Trek TOS einwandfei nachgewiesen.

    Die bodengerichtete Anziehungskraft auf der Brücke von Raumschiffen hingegen resultiert daraus, dass sich auf den unteren Decks immer hinreichend dumme Mannschaftsdienstgrade befinden, zu denen der natürliche Erklär- und Profilierungstrieb der Brückenoffiziere jene hinzieht.
    Woraus u.A. zwanglos folgt, dass in Star Trek NG die Beplankung des Brückendecks besonders stabil ausgelegt war, denn sonst wären Jean-Luc und Wesley durch den Boden in die Unterdeck-Singularität gekracht.

    Unplausibel hingegen war z.B. die Schwerkraft auf den Mitteldecks – also an den Lagrange-Punkten zwischen Polli auf der Brücke und den Unterdecks – bei Star Trek Enterprise¹.
    Zudem ist das Schiff während des Polli-Farr nicht kollabiert – physikalisch inkonsistent!

    ¹ Unvergessen allerdings durch die Frage
    “Rigel??? What’s that?”
    des astronomiebegeisterten Captains an ein Alien.

  6. #6 MartinB
    10. Juni 2019

    @Karl-Heinz
    Stimmt, den Fall hätte ich auch noch überlegen können. Wenn du im Schacht schwerelos bist, wir den zeitablauf oben angleichen, dann ist er am Boden also deutlich schneller als Außen. Beim Aussteigen wirken also kurzzeitig ein paar g auf dich (und zwar je nachdem, wie wir das genau machen, nicht bloß nach unten, sondern auch seitwärts). Ja, festhalten schadet da wohl nichts…

  7. #7 Tobi
    10. Juni 2019

    Man könnte das Raumschiff auch permanent beschleunigen (positiv wie negativ). Dann hätte man auch die meiste Zeit eine angenehme Schwerkraft.

  8. #8 MartinB
    10. Juni 2019

    @Tobi
    Ja, sicher, aber wird’s ja in vielen SF-Geschichten nich tgemacht,. Beschleunigen wäre ja in dem Sinne keine künstliche Schwerkraft, sondern ist nach Einsteins Äquivalenzprinzip von echter Schwerkraft nicht zu unterscheiden.

  9. #9 demolog
    10. Juni 2019

    Zitat:
    (es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis ich gebeten werde, die Innenillustrationen und Titelbilder bei Perry Rhodan zu zeichnen)

    -> Nein, eigendlich habe ich das dringende Bedürfnis, sie dazu aufzufordern, wieder eine traditionelle Bezeichnung der Geschlechter anzuwenden – im Falle der Bewohner von Oxtome wäre das Oxtumer/in.

    Ich versuchte nun im “Oxtomerin” ein Gerät zu erkennen, wie man es vom Planeten Tamburi her als Tamburin kennt (sic). Aber damit lag ich dann natürlich vollkommen falsch. Und ihre Erklärung wurde unverständlich und unlesbar.

  10. #10 MartinB
    10. Juni 2019

    @demolog
    Eine Bewohnerin von Oxtorne heißt “Oxtornerin”. Wo ist das Problem?
    Mimimi, ich musste eine weibliche Form lesen? ernsthaft?
    Wenn das dein Problem ist, dann heul bitte irgendwo leise, aber nicht in den Kommentarspalten hier.

  11. #11 Braunschweiger (DE)
    10. Juni 2019

    @demolog:
    Diese Diskussion gab es hier schon erheblich öfter, trotzdem:
    Was heißt traditionell, und ist wirklich “Tradition” gemeint und nicht doch Neudeutsch? “Braunschweiger/in” wäre auch eher neu. Und wie weit soll man in der Tradition zurückgehen, bis zu den Urformen germanischer Sprachen? —
    Schon im Englischen mit explizit geschlechtslosen Formen gibt es kaum noch speziell weibliche Bezeichnungen, vielleicht noch actor/actress und einiges Ähnliches mehr. Die Skandinavischen Sprachen und auch das Niederländische haben (mehr oder weniger) ein Gemeinsames Geschlecht (Utrum), was regelmäßig zu Substantiven mit nur einer Endung führt. In Dänemark soll es ca. ab den 70-er Jahren eine Diskussion gegeben haben, in der die Frauen sagten: “Nein, wir wollen keine Sonderbezeichnung für uns, wir sind keine eigene Rasse, wir wollen die Utrum-Endungen für uns wie alle anderen Substantive auch”. Seitdem sind kvinde (sprich kwinn’e) für “Frau” und dronning “Königin” die ungefähr einzigen echt weiblichen Worte im Dänischen.

    Der Stil im Deutschen und in allen Sprachen hängt alleine von den grammatikalischen Möglichkeiten und der aktuellen politischen Haltung ab. Das ist auf Deutsch im Moment eher Separation und Unterscheidung, letztlich gehören wir Menschen jedoch derselben Art an.

  12. #12 Chris
    10. Juni 2019

    Der Martin, der steht drauf umständlich die weibliche Form herzunehmen. Weil dann wirkt der direkt voll aufgeklärt und so 😀
    Die Martin
    Das Martin
    Sankt Martin?

  13. #13 MartinB
    10. Juni 2019

    @Alle
    Wen ihr das mit den weiblichen Formen diskutieren wollt, tut das hier:
    http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2015/03/26/das-generische-femininum/
    Alle weiteren Kommentare hier werde ich löschen, weil es hier um die ART, künstliche Schwerefelder und science fiction geht.

  14. #14 Braunschweiger (DE)
    10. Juni 2019

    Sorry, @MartinB, das hat sich oben überschitten. Der verlinkte Thread ist allerdings mit 750+ Kommentaren keine leichte Kost!
     

    Mal NB gefragt: Wie kann ich “Hier wohnen Drachen” per eMail abonnieren (also nicht RSS)? — Im Vergleich haben einige Blogs unter ihrem Kommentareingabefeld ein zweites Kästchen zum Anklicken dafür (siehe etwa “Ihre Frage”), und bei Florian nebenan gibt es stattdessen in der rechten Randspalte ein Feld “Blog per eMail abonnieren”. — Hier is nüscht…

  15. #15 MartinB
    10. Juni 2019

    @Braunschweiger
    Mit der Technik kenne ich mich nicht so aus, ich habe gerade mal eine “follow-blog”-Option aktiviert, mal gucken.

  16. #16 MartinB
    10. Juni 2019

    Sieht gut aus, oder? Ist dasdas ,was du meinst?

  17. #17 Braunschweiger (DE)
    10. Juni 2019

    Jo, dasisses! Danke @MartinB, auch im Namen aller anderen Glücklicherinnen. :-).

  18. #18 RPGNo1
    10. Juni 2019

    @MartinB

    es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis ich gebeten werde, die Innenillustrationen und Titelbilder bei Perry Rhodan zu zeichnen

    Gibt es eigentlich noch die Technikecke bei PR? Du könntest dich als Physiker vom Dienst bewerben. 🙂

    Öffnet sich im Perryversum das Tor zum Universum der Druuf, wo die Zeit 72000 mal langsamer vergeht,

    Klugscheißmodus an: Das war aber nur am Anfang so. Das Rote hat sich an das PR-Universum angeglichen, und so lief die Zeit am Ende nur noch doppelt so langsam ab.

    In Teilen ist so eine Kritik zumindest der damaligen Hefte […] standen, vielleicht sogar berechtigt

    Liegt sicher auch am damaligen Exposé-Autor K. H. Scheer, einem ehemaligen Freiwilligen einer U-Boot-Lehrdivision, der nicht umsonst die Spitznamen “Kanonen-Herbert” “Handgranaten-Herbert” hatte. Und man sollte die Zeit nicht außer Acht lassen, in der er die Exposés verfasst hat, nämlich mitten in den friedensbewegten 60er Jahren. Da wurde einiges kritischer und politischer gesehen, obwohl Scheer nur spannende actionreiche Heftromane haben wollte.

    Spätestens seit der Ära Voltz aber gilt das auf keinen Fall mehr.

    Ganz ehrlich? Manche Punkte Voltz’schen Ära sehe ich ein wenig kritisch. Viel Philosophisches, viel Gerede, auch so manches Weichgespülte. Bei den Terraner konnte man manchmal froh sein, wenn sie überhaupt noch ein funktionsfähiges Großraumschiff ins All brachten. 🙂

    Der Voltz’sche Humanismus war allerding auch ein Pluspunkt und blieb von da an immer in der Serie sichtbar.

  19. #19 RPGNo1
    10. Juni 2019

    Nachschlag – Hat zwar schon ein paar Jährchen auf dem Buckel, trotzdem ist es ein interessantes Interview mit Andreas Eschbach zum Mythos PR.

    https://www.welt.de/kultur/article4133687/Die-Perry-Rhodan-Welt-hat-ein-Energieproblem.html

    Und damit beende ich auch das OT.

  20. #20 demolog
    10. Juni 2019

    @ MartionB.

    Hier geht es nicht um die ART, sondern praktisch nur um science fiction. Die Formel ist nur das Gerüst, an dem die Szenerie aufgehangen ist. Und die so sicher nicht funktionieren wird.

    Die Gravitation als Eigenschaft der Natur von der ART herzuleiten, kundet von soviel Konstruktivismus, das es unwissenschaftlich ist. Aber davon lebt die Science-fiction ja explizit.

    Man muß das Problem Gravitation an dessen Grundlagen angehen, nicht über deren Beschreibungen durch eine Formel, wie sie die Einsteinsche ist, die das Problem mehr geometrisch in 4 Dimensionen beschreibt. Diese Formeln eignen sich offenbar vorzüglich, mit dem Phänomen umzugehen, aber nicht, um die Gravitation tatsächlich zu erklären.

    Es ist der fundamentale Fehler, dem sie alle unterliegen, die denken, die ganze Natur sei Mathematik. Wenn man Ursache und Wirkung vertauscht, dann passieren solche Fehlschlüsse um so wahrscheinlicher.

  21. #21 demolog
    10. Juni 2019

    @ MartinB.

    Och, das “mimimi-Problem” haben sie doch. Aber es gefällt ihnen, dass sie damit Provozieren können.

    Bei kleinen Mädchen nennt man sowas “kokettieren”.

  22. #22 demolog
    10. Juni 2019

    @ Braunschweiger (DE)
    10. Juni 2019

    Danke für das kurze “explaining”. War das bekehrtes “mansplaining”?

    Traditionel im Sinne von den Primärgeschlechtern: das Männliche und das Weibliche. Fertig ist die ganze Philosophie daran.

    @ Chris
    10. Juni 2019

    Der Martin, der steht drauf umständlich die weibliche Form herzunehmen.

    -> Das ist ja nicht umständlich, sondern vereinfacht das Problem auf die umgekehrte Weise. Wie es eigendlich nicht gelösst werden sollte.
    Ich hatte MartinB. mal für seine Lösung des angemerkten Problems gelobt. Aber das war vor der Anwendung der jetzigen Schreibweise. Sicher vor 2015 und dem verlinkten Beitrag.

    “Sankt Martin”

    -> Der war aber gemein.

  23. #23 Anonym_2019
    10. Juni 2019

    Bei Perrypedia ist ein moderneres Funktionsprinzip beschrieben, basierend auf der Hyperphysik:

    Technische Grundlage des Antigravs ist die gravoelektrische Feldtheorie/Gravoelektrik (so genannte Nicht-Newtonsche Gravitation), die auch als Manipulation des Gravitonen-Austausches beschrieben werden kann. Sie stellt einen Einstiegszweig zur Hyperphysik dar, weshalb die Grundstufe auch meist sehr früh, noch vor der eigentlichen Entdeckung der Hyperkristalle und ihren Anwendungen, entwickelt wurde.

    Quelle:
    https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Antigrav#Funktionsweise

  24. #24 Karl-Heinz
    10. Juni 2019

    @MartinB

    Beim Panzer hätte ich einen Verbesserungsvorschlag. Der Boden des Panzers soll auf gleichem Gravitationspotential wie der Boden ausserhalb des Panzers liegen. Damit wird im Boden nix verdichtet und ein weiterkommen ist damit einfacher. 😉

  25. #25 Anonym_2019
    10. Juni 2019

    Bei Star Trek wird das Grundprinzip der künstlichen Gravitation auch für den Traktorstrahl benutzt:

    Das Schwerefeld selbst ist erzeugt durch einen kontrollierten Fluss von Gravitonen. Das Grundprinzip ist mit dem des Traktorstrahls identisch. Energie vom Elektro-Plasma-System (EPS) wird in eine Hohlkammer von Aniciumtitanid-454 kanalisiert, ein versiegelter Zylinder 50 cm im Durchmesser und 25 cm hoch.

    Quelle:
    http://glanzmann.bplaced.net/allgemein/technik/gravitation.html

    Das wird auch durch Wikipedia bestätigt:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Star-Trek-Technologie#Traktorstrahl

  26. #26 Karl-Heinz
    10. Juni 2019

    @Anonym_2019

    Interessant, …
    Glaubst du daran?

  27. #27 Anonym_2019
    11. Juni 2019

    @Karl-Heinz (10. Juni 2019)

    “Glaubst du daran?”
    Das ist schwer zu beurteilen. Mit der Hyperphysik kenne ich mich nicht aus. In der Physik gibt es bisher keine experimentelle Bestätigung für die Existenz von Gravitonen.

  28. #28 MartinB
    http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen
    11. Juni 2019

    @Anonym_2019
    Ja, klar. Aber das ändert nicht wirklich was. Es sei denn, die Gravitonen im Perryversum funktionieren anders als in unserem. In unserem Universum ist die direkte, makroskopische Haupt-Wirkung der “Gravitation” eben die, dass die Zeit in der Nähe einer Masse langsamer verläuft. Und egal ob ich das mit Chronitonen, Gravitonen oder sonstwie beeinflusse, es muss logischerweise immer möglich sein, Linien mit konstantem Zeitablauf einzuzeichnen, und die können schlecht irgendwo einfach aufhören. (Im Prinzip kann man das schon mit Newtonschen Äquipotentiallinien sehen.)
    Insofern spielt es keine Rolle, wie genau ich den Antigrav baue, das Problem sollte immer da sein.

    @RPGNo1
    Klar, auch bei Voltz war nicht alles toll – irgendwann gab es mal den Roman mit dem “letzten Verbrecher”, weil eigentlich alle anderen Menschen inzwischen zu weit entwickelt waren. Das Konzept ist dann ganz schnell kommentarlos verschwunden.
    Und ne Hausphysikerin finanziert die PR-Redaktion meines Wissens nicht. Früher hat Rainer Castor das ja erledigt, ich weiß gar nicht, wer im Moment die Technik übernimmt (Verena Themsen?).

  29. #29 Sbaraquack d.Ä.
    11. Juni 2019

    Sympathisch war auch “Nick der Weltraumfahrer” von Hansrudi Wäscher. Der hatte keine Frauen an Bord und der flog auch meistens nur in unserem Sonnensystem herum.
    Er hat uns aber nie verraten, wie der Antrieb seines Raumschiffes funktionierte, das übrigens eine Kugelform hatte.
    Wegen der Zeitdilatation ist Nick auch nicht gealtert. Einen Bart hatte er nicht, man hat ihn niemals sich rasieren gesehen.

  30. #30 RPGNo1
    11. Juni 2019

    @MartinB
    Ich habe mal schnell nachgeschaut. Verena Themsen betreut die Risszeichnungen.

    https://www.perrypedia.proc.org/wiki/Verena_Themsen

  31. #31 Sbaraquack d.Ä.
    11. Juni 2019

    MartinB,
    Die Relativitätstheorie führt auch zu einer Benachteiligung aller Alienkulturen, die auf großen Planeten mit größerem g wohnen. Da ja hier die Zeit langsamer abläuft, brauchen die auch mehr Zeit,(aus unserer Sicht) wenn die z.B. dein Buch lesen oder einfach 2 + 2 addieren. D.h., die sind uns kulturell gesehen im Rückstand, weil sie zum Denken länger brauchen.
    Wenn wir also nach uns überlegenen Zivilisationen suchen, dann nur bei kleineren Exoplaneten, mit kleinem g als 1.
    Übrigens bin ich bei deinem Buch auf Seite 150 und kann nicht begreifen, dass die Zeitdilatation real existiert und auch so wahrgenommen wird, die Längenkontraktion aber nur in der Beobachtung bzw. bei der Berechneung der Länge existiert.

  32. #32 MartinB
    http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen
    11. Juni 2019

    @Sbaraquack d.Ä.
    Naja, so groß dass die Dilatationseffekte merkbar werden, ist die Schwerkraft ja allenfalls an der Oberfläche eines Neutronensterns.

    ” kann nicht begreifen, dass die Zeitdilatation real existiert und auch so wahrgenommen wird, die Längenkontraktion aber nur in der Beobachtung bzw. bei der Berechneung der Länge existiert”
    Würde ich ganz so nicht ausdrücken. Die Längenkontraktion ist ja durchaus real messbar, wie auch das Beispiel mit der Liter in der Garage zeigt. Aber derjenige, der gegenüber jemand anderem zeitdilatiert oder längenkontrahiert ist, merkt davon ja nichts, die Situation ist ja symmetrisch, jeder sieht den anderen zeitdilatiert und längenkontrahiert. Wird vermutlich klarer, wenn du Kap. 9 durch hast.
    Oder ich weiß nicht ganz, was du meinst.

  33. #33 tomtoo
    11. Juni 2019

    Hätte @MartinB Jules Verne beraten, hätte der Roman 200 yards unter dem Meer geheisen. ; )

  34. #34 MartinB
    11. Juni 2019

    @tomtoo
    Ich gebe zu, dass ich mich als Teenager gewundert habe, was der Titel soll, weil 20000 Meilen ja mehr als der Erddurchmesser sind und man offensichtlich nicht so tief tauchen kann…
    Hat ziemlich lang gedauert, bis der Groschen fiel.

  35. #35 Karl-Heinz
    11. Juni 2019

    @MartinB und tomtoo

    Ah verstehe …
    Insgesamt haben also Prof. Arronax und seine Freunde 20.000 Meilen unter dem Meer zurückgelegt.

  36. #36 Sbaraquack d.Ä.
    11. Juni 2019

    tomtoo,
    zwischen der ernsthaften Wissenschaft und Science Fiction hat MB den Scharfsinn gesetzt.
    MB,
    du hast meine kindliche Vorstellung von Zeit und Raum zerstört. Wer jetzt noch Science fiction machen will, der kommt an dir nicht mehr vorbei. Du wirst als Science Fiction Killer in die Literaturgeschichte eingehen, oder es findet sich noch einer, der aus dieser wahnwitzigen Theorie Geschichten erfindet,, die ein vollkommen neues Krankheitsbild erzeugt, das der spontanen Denkblockade. Ist bei mir schon 2 x eingetreten.

  37. #37 tomtoo
    11. Juni 2019

    @Karl-Heinz
    Siehste Physiker! Soweit habe ich garnicht gedacht ; )

  38. #38 Tobi
    11. Juni 2019

    > Die sagt nämlich ganz simpel, dass Dinge nach unten fallen, weil dort die Zeit langsamer geht.

    Warum wird eigentlich die Geschwindigkeit eines Raumschiffes im freien Raum nicht von alleine schneller? Wenn das Raumschiff schneller fliegt, dann geht die Zeit doch langsamer? Komisch das darau noch kein SF-Author gekommen ist?

  39. #39 Uli Schoppe
    11. Juni 2019

    @Tobi:

    “Warum wird eigentlich die Geschwindigkeit eines Raumschiffes im freien Raum nicht von alleine schneller? Wenn das Raumschiff schneller fliegt, dann geht die Zeit doch langsamer? ”

    ie Eigenzeit des Raumschiffs geht nicht schneller. Beim Zwillingsparadoxon ist der Witz ja gerade das die Eigenzeit weder des Nichtreisenden noch des Reisenden ihre Geschwindigkeit ändert. Wenn man dann aber beide Uhren vergleicht gibt es einen Unterschied. Man vergleicht zwei Meßwerte und stellt eine Differenz fest, that´s all 🙂

  40. #40 Karl-Heinz
    11. Juni 2019

    @Tobi

    Die sagt nämlich ganz simpel, dass Dinge nach unten fallen, weil dort die Zeit langsamer geht. Warum wird eigentlich die Geschwindigkeit eines Raumschiffes im freien Raum nicht von alleine schneller? Wenn das Raumschiff schneller fliegt, dann geht die Zeit doch langsamer?

    Im Inneren einer Hohlkugel vergeht die Zeit langsamer als ausserhalb. Zusätzlich vergeht im Inneren einer Hohlkugel die Zeit überall gleich langsam. Du wirst im Inneren keinen Gedienten bezüglich noch langsamer Zeit finden. Daraus folgern wir aus den Überlegungen von MartinB, dass im Inneren Schwerelosigkeit herrschen muss. Wenn du, sagen wir mal, mit einer hohen Geschwindigkeit unterwegs bist, vergeht die Zeit in Bezug zum ruhenden Beobachter auch langsamer. Für dich aber vergeht die Zeit bei dir und deiner unmittelbaren Umgebung gleich schnell. Auch hier gibt es keinen Gedienten bezüglich noch langsamerer Zeit. Sprich du tuckerst so dahin und beschleunigst daher nicht.

  41. #41 Braunschweiger (DE)
    12. Juni 2019

    Spricht man hier eigentlich grad über reale Science innerhalb der Fiktionen, oder doch nur über Fiction-Science im Rahmen der Science-Fiction? – Mir scheint das Perryversum (wieso wollte ich das gerade zu Perversum zusammenziehen? sorry) eher doch nur zweiteres zu sein, zumindest ab der Hyperphysik. Jules Vernes ist eigentlich mehr Fiktion mit angwandten Ideen und zudem etwas Psychiatrie und Psychologie.

    Die Verständnislücke bei den “20.000 Meilen unter dem Meer” hatte ich als Jugendlicher auch… bis ich auf “…gefahren unter dem Meeresspiegel” kam. Wie klein die Welt doch ist! (Ich meine wg. gemeinsamen Missverständnisses, nicht wegen der Entfernung unter den 7 Meeren.)

    Halleluja! — Ein Gewitter und damit Hachspannungsphysik der Extraklasse gab es grad (um Mitternacht rum) hier im Braunschweiger Raum. Blitze wie ein heftiges Stroboskoplicht, fast schon Dauerbeleuchtung, violett-düster. Ablaufende Regenwellen auf den Fenstern wie ein Wasserfall, wenigstens 10 Min. lang. Alle Funkverbindungen ausgefallen, LAN, Telefon, Satelliten-TV, fast eine Viertelstunde. Und es kommt noch eine neue Welle…

  42. #42 Karl-Heinz
    12. Juni 2019

    myself zu 40

    Gradient … Gefälle oder Anstieg einer Größe auf einer bestimmten Strecke. Die Autokorrektur hat leider, das Wort Gradienten verunstaltet.

  43. #43 MartinB
    http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen
    12. Juni 2019

    @Sbaraquack
    Naja, es gibt schon Leute, die solche Konzepte in die Sf einbauen, z.B. Greg Egan. Da zerstöre ich nichts, keine Sorge.

    @tomtoo/Karl-Heinz/Braunschweiger
    Dann bin ich ja beruhigt, ich dachte schon, ich wär als einziger so doof, dass ich das falschvertanden habe.

    “Spricht man hier eigentlich grad über reale Science innerhalb der Fiktionen, oder doch nur über Fiction-Science im Rahmen der Science-Fiction?”
    Die Grenze ist ja fließend. Irgendwo muss die SF-Autorin ja meist die Grenze zwischen aktuellem Wissen und Spekulation ziehen und ggf irgendwelche Naturgesetze für falsch erklären (spätestens, wenn man Überlichtantrieb möchte). Aber wer SF “realistisch” möchte und sich auf die ART beruft, sollte diese Effekte hier berücksichtigen.

  44. #44 Sbaraquack d.Ä.
    12. Juni 2019

    Karl-Heinz
    man kann die Frage mit der Geschwindigkeit noch mehr auf die Spitze treiben, wenn man behauptet, nicht die Masse bzw. Energie krümmt den Raum, nein , es ist die Zeit.
    Damit bekommt die Zeit die gleiche Dimension wie die Masse.
    Also, der Körper fällt nach unten, weil unten die Zeit langsamer abläuft. Wenn die Zeit langsamer abläuft erscheint die Bewegung beschleunigt, die Geschwindigkeit wird messbar höher. Der Körper befindet sich aber nur im freien Fall, also kräftefrei.

    Gravitation ist dann nur eine relativistische Kraft , verursacht durch die Verzögerung der Zeit.

    Was lernen wir als SF-Fans daraus, wir müssen nur die Zeit beinflussen, dann werden wir die Herren über die Gravitation.
    Wie beeinflusst man die Zeit, ganz einfach, indem man alle Bewegungen von Massen mit einer Lichthülle abschirmt. Also kein Plastikschlauch um das Kupferkabel, ein Lichtschlauch, muss es sein. Und schwupps, innerhalb des Schlauches bleibt die Zeit stehen, der Strom fließt wie bei einem Supraleiter.
    Wenn wir einen bestimmten Raumbereich mit vielen Lasern hermeneutisch einschließen, dann können wir sogar ein Stück aus der Raumzeit herausbrechen, weil die Raumzeit eine Spannung besitzt, wie eine Glasscheibe. Ein kleiner Ritz in der Glasscheibe genügt und die Scheibe bricht. Wenn die Raumzeit bricht, das will ich hier gar nicht ausbreiten, dagegen ist eine Atombombe der reinste Kinderfurz. Also, wir müssen mit der Zeit arbeiten und die Menschheit macht einen gewaltigen Schritt nach vorn.
    Wem verdanken wir das , natürlich MB.

  45. #45 Felix
    12. Juni 2019

    Eine Frage eines Informatikers, die sich mir immer wieder stellt wenn es um Relativität und Quanten geht:

    Es hat sich doch bestimmt schon einmal jemand Gedanken gemacht was der Aufwand eines Algorithmus zur Berechnung “Des Universums” ist oder unter bestimmten Annahmen sein könnte, oder ob das überhaupt Sinn ergibt.

    Also in O(n) Notation. Wobei sich natürlich zunächst die Frage stellt was n ist.

    Für fundierte Links wäre ich dankbar.

  46. #46 Tobi
    12. Juni 2019

    > Die Eigenzeit des Raumschiffs geht nicht schneller.

    schon klar, das gilt aber auch für die Eigenzeit in der Nähe einer großen Masse, trotzdem wird man von der großen Masse angezogen, weil dadurch die Zeit langsamer wird.

    Ein Teilchen ohne Ruhemasse bleibt doch gar nichts übrig als sich so schnell zu bewegen bis die Zeit stillsteht und das ist die Lichtgeschwindigkeit.

    Teilfchen mit einer Ruhemasse verhalten sich träger aber beschleunigt werden sie trotzdem. Je kleiner die anderen Kräfte sind die dem entgen wirken desto besser können wir das beobachten. Schließlich leben wir in einem beschleunigten Universum. 🙂

  47. #47 Anonym_2019
    12. Juni 2019

    @Sbaraquack d.Ä. (12. Juni 2019)

    “Also, der Körper fällt nach unten, weil unten die Zeit langsamer abläuft. Wenn die Zeit langsamer abläuft erscheint die Bewegung beschleunigt, die Geschwindigkeit wird messbar höher.”

    Für eine solche Erklärung der Beschleunigung nach unten (relativ zur Erdoberfläche) als reiner Mess-Effekt ist die gravitative Zeitdilatation zu gering. Eine richtige Erklärung ist, dass der frei fallende Körper einer Weltlinie mit maximaler Eigenzeit folgt.

  48. #48 Blub
    13. Juni 2019

    Was soll die Eigenzeit sein?
    Um die zu bestimmen müsste man eine absolute Zeit haben, die bekanntich nicht existiert.

    Wenn ich auf einem Raumschiff zwei Uhren mitnehme, dann werden diese natürlich immer die selbe Zeit anzeigen (vorausgesetzt die Uhren sind nicht kaputt) Auch ich würde nicht schneller oder später altern, als die zwei Uhren auf dem Raumschiff. Mal abgesehen von der schlechten Umgebug auf einem Raumschiff wie die Gammastrahlung durch die hohe Geschwindigkeit, Bewegungsmangel und anderes.

    Um die Zeitunterschied zu messen benötigt man immer einen äüßeren Bezugspunkt, zum Beispiel der Zwilling der sich nicht im Raumschiff befindet.

    Das ist vergleichbar mit der Spannung. Die Spannung kann man auch nur messen wenn man einen Bezugspunkt hat (gegen Masse zum Beispiel, Bezugspunkt = 0V)

  49. #49 Karl-Heinz
    13. Juni 2019

    @Blub

    Sehr gut aufgepasst. 😉

    Kann man sich kräftefrei von X nach Y durch die Raumzeit bewegen, so geschieht das entlang einer Bahn, bei welcher für den Quotienten ∆τ / ∆t ein Maximum resultiert, wenn ∆τ auf einer mitbewegten Uhr gemessen wird.

  50. #50 MartinB
    http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen
    13. Juni 2019

    @Sbaraquack
    “behauptet, nicht die Masse bzw. Energie krümmt den Raum, nein , es ist die Zeit.”
    Das könnte man behaupten, es ist nur leider falsch und nicht sinnvoll. Schon alleind eswegen, weil es die Raumzeit ist, die gekrümmt ist, nicht der Raum allein. Und weil Die aufteilung in Raum und Zeit ohnehin vom Bezugssystem abhängt.
    Physik ist nicht “Ich habe da gerade mal ne Idee”, sondern “Hier ist meine Idee, hier die durchgerechneten Konseuqenzen und hier die Übereinstimmung mit dem Experiment”. Und schon beim sauberen mathematischen Formulieren deiner Idee wird’s schwierig werden.

    @Blub
    “Um die zu bestimmen müsste man eine absolute Zeit haben, die bekanntich nicht existiert.”
    Nein. Die Eigenzeit ist die Zeit, die eine mitgeführte Uhr misst. Was existieren muss, ist eine verlässliche Uhr, nichts weiter.

  51. #51 Sbaraquack d.Ä.
    13. Juni 2019

    Martin B,
    das war SF ! Und die muss sich verkaufen lassen.

    Anonym 2019,
    du hast Recht, es ist die Weltlinie. Als Entschuldigung gebe ich an, dass ich bei diesem Konzept noch nicht ganz den Durchblick habe. kommt später !

  52. #52 MartinB
    13. Juni 2019

    @Sbaraquack
    Ja, aber ich mag ja SF, die entweder auf echter Wissenschaft beruht oder zumindest damit vereinbar ist (in dem Sinne, dass ggf. deutlich wird, dass hier etwas über das Bekannte hinausgeht). Oder manchmal auch SF, in der das überhaupt nicht thematisiert wird, weil andere Dinge im Vordergrund stehen. Aber SF-Erklärungen, die man leicht als falsch erkennt, schätze ich nicht so sehr. Deswegen fand ich auch das vielgelobte Drei-Körper-Problem und an manchen Stellen den Marsianer nicht so toll.
    http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2015/10/04/zwei-etwas-enttaeuschende-sf-romane/?all=1

  53. #53 Anonym_2019
    13. Juni 2019

    @Blub (13. Juni 2019) #48

    “Was soll die Eigenzeit sein?”

    Eigenzeit ist das, was die über die Orange geschnallte Armbanduhr anzeigt (s. Video-Zeitpunkt 14:20):


    “zum Beispiel der Zwilling der sich nicht im Raumschiff befindet”

    Das Zwillingsparadoxon beweist, dass man die maximale Eigenzeit verbraucht (maximal altert), wenn man in einem Inertialsystem ruht. D.h., wenn man sich, aus Sicht eines anderen Beobachters, längs einer Geodäte bewegt.

  54. #54 MartinB
    13. Juni 2019

    @Anonym_2019
    Zwei Anmerkungen zum letzten Satz:
    1. das gilt so nur innerhalb der SRT, in der ART muss man nicht in einem Inertialsystem ruhen (bzw. in der ART spielen Inertialsysteme keine große rolle mehr oder du definierst Inertialsystem um als “frei fallendes System”, dann passt es auch wieder. Ich glaube, das wird nie ganz einheitlich gemacht…)
    2. Eine Geodäte ist immer eine Geodäte, egal aus wessen sicht man sie sieht.

  55. #55 Sbaraquack d.Ä.
    13. Juni 2019

    MB,
    warte noch ein wenig, bis ich den Durchblick habe, dann bekommst du auch logisch richtige Vorschläge.
    Ich finde es übrigens sehr gut, dass du immer als Ansprechparten zur Verfügung stehst. Das machen nicht alle.

  56. #56 MartinB
    13. Juni 2019

    @Sbaraquack
    Ich geb mir Mühe – führt aber dazu, dass ich manchmal auch etwas kurz angebunden bin…

  57. #57 7eggert
    17. Juni 2019

    Zu Jules Vernes:
    Es sind original nicht 20 000 Meilen unter dem Meer, sondern Leagues (IIRC), die etwa 4 km entsprechen, was ca. zwei Mal um die Welt reicht.

    @Karl-Heinz, #40: Und dennoch sehen wir, daß die Erde hohl ist und wir Schwerkraft haben: Auf einer flachen Erde wären die Schuhsolen flach abgelaufen; auf einer Kugel-Erde in der Mitte, aber …

    Zum Thema: Man könnte mit dem Antigrav-Panzer auf einer Potkletnov-Scheibe fliegen, dann wäre das Problem unten gelöst – alles in der Scheibe verborgen. Allerdings reicht die postulierte Wirkung weit nach oben (unendlich?) und es bildet sich eine Säule reduzierter Gravitation, in die dann die Luft hineinströmt. Das ergäbe einen ziemlichen Tornado auf dem schweren Planeten (vielleicht ist ja so ein Fahrzeug unter dem Großen Roten Fleck auf Jupiter 🙂 ).