SB.de-Leser George Christoph Palberg zweifelt zwar nicht an seinem Verstand, aber ein bisschen mehr Klarheit hätte er schon gerne:

Mein gesunder Menschenverstand wird verwirrt durch die allgemein gültige Meinung dass die ersten Sterne im Universum der Population 3 und die Jüngsten der Population 1 angehören. Sollte es nicht umgekehrt sein ?

Danke für die Antwort. Macht genauso weiter!

Kommentare (5)

  1. #1 Uli Schoppe
    6. Dezember 2018

    Hm, weil die Nummer sich auf den Metallgehalt bezieht (hoch = 1) und der mit dem Alter abnimmt? 🙂

  2. #2 rolak
    6. Dezember 2018

    umgekehrt?

    Vor allem ganz anders: Die PopulationsSortierung bezieht sich nicht aufs Universum, sondern auf die Milchstraße, also die eine Galaxis, in der wir – mostly harmless – leben. Das und auch den Rest der Frage hätte ein rasches Dpediasieren klären können, aba mei, wenns schee macht: Das ist eine Sortierung nach Eigenschaften, George, kein kalendarischer Überblick – genau wie bei den Untergruppen der Infektion, da kommt es auch nicht auf die lexikalische Sortierung nach KriteriumsName an.
    Wie Uli zwar zweifelnd(?Hm) jedoch völlig korrekt bemerkte, wird nach Metallizität sortiert, also nach des Sternes Gesamtgehalt aller Elemente außer Wasserstoff und Helium. Das entspricht zwar so ungefähr auch dem Alter des Sternes, jedoch nicht unbedingt wohlsortiert – zur Erläuterung ein kleines Beispiel: Onkels sind typischerweise älter als ihre Neffen – doch zur Zeit meiner Kindheit waren in der lokalen Gruppe ‘meines’ Spielplatzes zwei Jungs, die ich lange für Brüder hielt. Das wurde erst angezweifelt, als die Sache mit den Bienchen und Blümchen verarbeitet war – die beiden waren nämlich nur ein halbes Jahr auseinander. Nachfragen ergab dann, daß der jüngere der Onkel vom älteren war; kann passieren in Generationen mit breiter NachkommenAltersstreuung.

    Und hey, es ist eine Zählung, wieherum man zählt ist schnurzegal, Hauptsache sortiert.

  3. #3 UMa
    6. Dezember 2018

    Die Unterscheidung der Sterne in Sterne der Population I, welche eher blaue, langsame Sterne der Scheibe und offener Sternhaufen umfasst und Sterne der Population II, welche eher rötliche und schnelle Sterne und Sterne von Kugelsternhaufen und elliptischen Galaxien umfasst, stammt von Walter Baade der das 1944 veröffentlicht hat.
    Das der Unterschied auf den Metallgehalt und das Alter zurückzuführen ist, hat man Glaube ich erst in den frühen 1950er Jahren richtig verstanden. Der Name is geblieben.
    Die Veröffentlichung von Baade kann hier heruntergeladen werden:
    http://adsabs.harvard.edu/abs/1944ApJ…100..137B

  4. #4 Uli Schoppe
    6. Dezember 2018

    rolak, um die Uhrzeit sind meine posts manchmal seltsam, darum vorsichtig hm 🙂

  5. #5 roel
    6. Dezember 2018

    @George Christoph Palberg

    Das ist hier ziemlich gut erklärt: https://physik.cosmos-indirekt.de/Physik-Schule/Population_(Astronomie)

    “Die Klassifikation geht auf Walter Baade (1944) zurück. Sie ist nützlich für die Beschreibung von Spiralgalaxien wie der Milchstraße, auch wenn das heutige Bild dieser Objekte wesentlich komplexer ist. Anfangs wurde zwischen zwei Hauptpopulationen unterschieden (Population I und II) und über eine dritte spekuliert. Später erlaubten genauere Messergebnisse eine feinere Einteilung. Obschon der Zeitpunkt der Entstehung ein Charakteristikum einer Population ist, hat die sie bezeichnende römische Zahl nichts mit ihrem Entstehungszeitpunkt zu tun.

    Im Band der Milchstraße, der galaktischen Scheibe, gehören die meisten Sterne zur sogenannten Population I. Dies sind relativ junge, stabil leuchtende Sterne, die sich auf annähernden Kreisbahnen um das galaktische Zentrum, meist in den Spiralarmen, bewegen. Sterne der Population I enthalten einen relativ hohen Anteil schwerer Elemente, die in früheren Sterngenerationen entstanden sind und Metalllinien im Spektrum verursachen.

    Sterne der Population II sind an ihrer geringeren Metallizität zu identifizieren (siehe z. B. BPS CS22892-052). Sie sind überwiegend älter als sechs Milliarden Jahre und finden sich, oft in Kugelsternhaufen, im ausgedehnten galaktischen Halo, dessen Dichte zum galaktischen Zentrum hin zunimmt. Bereits kurz nach dem Urknall gab es Sterne, die aufgrund ihrer großen Masse schnell in Paarinstabilitätssupernovae endeten und dabei jene Metalle bildeten und in den Raum schleuderten, die sich schon in den ältesten Sternen der Populationen II finden. Sollten damals auch vereinzelt massearme Sterne gebildet worden sein, so werden sie als kalte Zwerge die noch hypothetische Population III bilden. ”

    @rolak “Die PopulationsSortierung bezieht sich nicht aufs Universum, sondern auf die Milchstraße, also die eine Galaxis, in der wir – mostly harmless – leben.”

    Also ich finde nur die Aussage, dass es nicht auf die Milchstraße beschränkt ist. Wo hast du deine Aussage her?

    “Das und auch den Rest der Frage hätte ein rasches Dpediasieren klären können”

    Ich denke, die Antworten auf viele Fragen kann man rasch im Internet ermitteln. Auf scienceblogs.de kannst du aber ziemlich sicher sein, dass die Antwort, die da schlußendlich kommt auch gut ist. Ich denke dieser Frage-Blog ist eine hervorragende Idee und offen für alle Fragen, die sich auf Wissenschaft beziehen.

    “aba …” ist die österreichische Version von “abär”. Gleiches Level.