ScienceBlogs.de-Leser Dampier hat eine Frage, die man durchaus als “brennend” bezeichnen könnte:

Wenn ich den Ofen anheize und er sehr kalt ist, dann knackt es laut im Eisen. Also richtig laut und vernehmlich. Wenn ich heftig einheize, prasselt es richtig, also mehrere laute Knacks pro Sekunde. Dasselbe passiert dann, etwas weniger heftig, beim Auskühlen. Man kennt das ja auch von heißen Motoren.

Meine Fragen:

Was genau knackt da? Und wie kann das ein so lautes und scharfes Geräusch erzeugen, ohne dass das Material darunter leidet?

Klar, das muss wohl mit der Ausdehnung des Materials zusammenhängen. Aber bei der Lautstärke würde ich auf heftige irreparable Verschiebungen im Material (Haarrisse oder so) – und entsprechenden Verschleiß – schließen. Aber mir ist nicht bekannt, dass das Material darunter leidet, sonst dürften solche Öfen ja nicht Jahrzehnte lang halten. Zu
sehen ist ja auch nichts.

Danke!
Dampier

Kommentare (40)

  1. #1 rolak
    22. Mai 2019

    Beim Motor sinds (sagte dereinst ein Fachmensch) die sich unterschiedlich abkühlenden Einzelteile (Block, Kopf, Krümmer…), die trotz korrekter Verschraubung aneinander vorbeischrappen. Kann typischerweise nur nach dem Abschalten gehört werden, weil nach dem Anlassen gewisse andere Geräusche alles übertönen.

    Dein Ofen wurde mir ja noch nicht vorgestellt, Dampier – doch generell gibt es auch da gewisse Komponenten, die zur Musikalität neigen. Bei einem Kaminofen einer Bekannten wars ein zu gut befestigtes Abstrahlblech (ist sein eigener Resonanzkörper, KlingKlang-Symphonie…), das mit etwas Schraubenlockerung ruhiggestellt werden konnte; bei einem meiner Onkels war die Operation etwas komplizierter, da dort die Schamottsteine die Ursache waren.

    Ob diese Phänomene die Abnutzung allerdings signifikant erhöhen, wurde mir gegenüber noch nie konkret geklärt, doch immer als unwahrscheinlich abgetan.

  2. #2 Ingo
    22. Mai 2019

    Meine Vermutung:

    Das Problem ist, dass sich verschiede Teile verschieden schnell abkuehlen und damit verschieden schenll zusammenziehen.

    Dadurch gibt es Bewegungen zwischen den Teilen.
    Wenn diese Teile mit Verschraubungen verbunden sind bauen sich Spannungen auf, die sich mit einen KNACKS loesen. (Es braucht einfach eine gewisse Kraft die Bewegung trotz der Verschraubung auszufuehren,- und erst wenn die Verspannung stark genug ist macht es “KNACKS”)

  3. #3 Mars
    22. Mai 2019

    stick-slip-Effekt würden einen teil erklären, bei denen verschieden verbundene teile sich dehnen, und plötzlich – also nach überwindung der reibung – aneinander vorbei rutschen (im grossen Maßstab sind das erdbeben)
    aber das knistern kann sich auch im metall bemerkbar machen … nur ob man es da auch noch so nennt, weiß ich auch nicht.

    bei Zinn kann man es sogar im kalten zustand durch biegen hervorrufen – evt ähnliche effekte duch die innere kristallstrukturen bei Eisen-kohlenstoff-legierung

  4. #4 Dampier
    22. Mai 2019

    Ah, also treten die Geräusche an den Befestigungen zwischen den Teilen auf? Ich dachte immer, es knackt innerhalb des Materials.

    mit etwas Schraubenlockerung ruhiggestellt

    Verschraubungen kann ich nicht feststellen, da scheint mir das Meiste geschweißt zu sein. Für Verschraubungen kann ich mir das vorstellen, bei Schweißnähten/-punkten eher nicht. Kann aber nicht weit reingucken ins Innenleben.

    Im Übrigen stört mich das überhaupt nicht, ich finde es im Gegenteil recht gemütlich.

    Der Ofen ist ein Hwam classic 4 (mit Holz-Unter- aber ohne Backofen-Aufsatz; man bildersuche bitte selbst).

    Danke euch beiden : ]

  5. #5 Dampier
    22. Mai 2019

    @Mars
    Ich hatte auch eher auf die innere Struktur getippt, da wundert mich halt die enorme Lautstärke. Wenn man Zinn biegt, kann man das ja nicht allzuoft hin und her machen, irgendwann bricht es dann. Da korreliert also die Lautstärke schon eher nachvollziehbar mit der Materialermüdung.

    thx : ]

  6. #6 Mars
    22. Mai 2019

    @Dampier

    deswegen gibt es den rekristallisationsprozess
    weshalb man Zinn oder Blei nach dem biegen liegen lässt … und kann dann wieder und wieder nachbiegen
    Temperatur erhöht das rekrist., was beim eisen – besonders gußeisen durch den erhöhten kohlenstoffwert ebenfalls passiert

    ich denke weiterhin, dass es (auch) innere Spannungen sind
    das müsste uns ein material-spezialist mitteilen können.

  7. #7 LasurCyan
    22. Mai 2019

    Mir ist das leider auch nur ein Rätsel. Am stärksten tritt das hier bei einem PropanCampingkocher auf. Das Gehäuse aus Blech kann es nicht sein, das erwärmt sich kaum. Dem Drahtgitter (wo der Topf drauf steht) traue ich das auch nicht zu, aber das wäre leicht überprüfbar, da sich das abnehmen lässt. Bleibt also wahrscheinlich nur der BrennerRing, den man auch teilweise entfernen könnte. Ok, ich überprüfe das^^

  8. #8 rolak
    22. Mai 2019

    recht gemütlich

    Wenn das der Kern Deiner Frage gewesen wäre, Dampier, wäre sie von mir kurz und -äh- knackig bejaht worden. Das titelige Prasseln (von Jürgen?) lief hier eh in diesem Kontext.

    Das mit dem Schweißen ist allerdings nicht unbedingt ein Gegenargument: nicht nur daß zB hier die Heizungsrohre knacken, wenn über mir die Wohnung auf Saunatemperatur gebracht wird, auch die Seitenwände einer Kiste (soll keine Beleidigung für den Ofen sein) können je nach SpannungsEntwicklung in eine neue OptimalLage klappen (wie bei Seifenblasen). Sicherlich nicht zu sehen, höchstwahrscheinlich auch kaum zu orten, da es nicht unbedingt am Ort des Geschehens am lautesten ist.

    Man nehmesuche

    Ui, was für ein niiiiedliches kleines Öfchen, seltsam vertraut, wohl durch die Prägung aus den 60/70ern. Und selbstverständlich gibts da auch diverse eigenbewegliche Teile, Türe, Aschenkiste und -rost, Schieber, Rohransatz,..

    Jessas, sind die aber ultrafürsorglich^^

    [PDF!] Zusammen mit Ihrem HWAM Kaminofen wird ein Handschuh mitgeliefert. Dieser Handschuh soll Ihre Hand schützen, wenn Sie den warmen Ofen bedienen.

  9. #9 MartinB
    22. Mai 2019

    @Dampier
    Zinn ist speziell, da sind es Zwillinge im Material die beim verformen hörbar knacken.
    Rekristallisation kann es icht sein, die gibt es ja nur in stark verformten materialien zum Abbau innerer Energien (Versetzungen), aber das passiert einmal und nicht bei jedem Erwärmen/Abkühlen wieder.
    Eine simple Möglichkeit wären Beul/Knick-Effekte, wo sich das Material bei zunehmender Ausdehnung schlagartig durchbiegt, aber wieso so etwas mehrere male pro Sekunde passieren kann, sehe ich nicht.

  10. #10 Dampier
    22. Mai 2019

    @LasurCyan

    Ok, ich überprüfe das^^

    Cool, ein Experiment! Bin gespannt.

    @MartinB
    Was sind diese Zwillinge?

    Eine simple Möglichkeit wären Beul/Knick-Effekte

    Du meinst, so wie eine Küchenspüle poppt, wenn man heißes Wasser reingießt? Das passt eher nicht …

  11. #11 Dampier
    22. Mai 2019

    Ich habe da im Winter natürlich mal ein Sample von gemacht, vielleicht kann man da ja ne hübsche kleine Percussion draus bauen ; ]

    Ich habs jetzt mal hochgeladen
    (MP3, 662 kb)

    Das Holz knackt da kaum, und wenn dann nur dumpf und leise, der Effekt ist also gut hörbar.

  12. #12 Dampier
    22. Mai 2019

    Oh äh …
    gültig bis Mittwoch, 29. Mai, 2019
    5 Downloads verbleibend

    Sollte noch Bedarf bestehen, bitte nachfragen : ]

  13. #13 LasurCyan
    22. Mai 2019

    Cool, ein Experiment! Bin gespannt.

    Das wird aber noch bis morgen dauern, Dampier. Schön, dass Du diese Frage gestellt hast, sowas motiviert!

  14. #14 LasurCyan
    22. Mai 2019

    5 Downloads verbleibend

    Jetzt sind es nur noch 4. Dankeschön, ich nehme das bei mir auch auf und teile das dann hier..

  15. #15 ImNetz
    22. Mai 2019

    Für Öfen mit festen Brennstoffen (Holz, Kohle, Koks, Dung) kommen aufgrund der aggressiven Abgase / Korrosion nur Guß oder spez. hitzebeständige Stähle in Verwendung. Wäre vielleicht interessant zu Wissen welcher Art der Baustoffe des Ofens ist?
    Auch der Aufbau (ein- oder zweiwandig z.B. bei wasserführenden Kessel) sollte bekannt gegeben sein.

    P.s.: der Download der funktioniert leider nicht

  16. #16 Dampier
    22. Mai 2019

    @ImNetz
    ich glaube das ist Gusseisen. Und mindestens doppelwandig, also die Brennkammer sitzt innen drin. An den Seiten scheinen es sogar drei Lagen zu sein, die äußere mit Löchern oben. Die Seiten kann man auch im Betrieb anfassen (kurz zumindest).

  17. #17 Dampier
    22. Mai 2019

    der Download der funktioniert leider nicht

    Hab ganz vergessen, dass ich ja eigenen Webspace hab …

    OfenKnack01.mp3

  18. #18 Dampier
    22. Mai 2019

    Und für alle die’s genau wissen wollen, hier das Manual. (PDF)

  19. #19 ImNetz
    22. Mai 2019

    So wie schlecht geölte / gewartete Stahlbeschlagteile an Türen knarzen wäre eine naheliegende, nicht wissenschaftliche Erklärung.

    Aus den bei Hwam angegebenen Konstruktionsmerkmale bewirkt der zweischalige Ofen-Aufbau mit heißer Innenschale und warmer Aussenschale wahrscheinlich genug Temperaturdifferenz zwischen den Bauteile um durch verschiedene Wärmeausdehnung der einzelnen Bauteile die aneinanderstossenden Stahlteile zu Reibung zu veranlassen. Seitlich links und rechts oben die Lüftungsbohrungen verstärken Dir noch die dabei entstehenden Geräusche!

    Hier wird dieser Frage auch schon nachgegangen:
    https://www.ofen.de/wissenscenter/infothek/kamin-wissen/kaminofen-knackt

    Vom Rauchfangkehrermeister ist dein Ofen abgenommen – ordentlich angeschlossen und in Betrieb?

  20. #20 Dampier
    22. Mai 2019

    Stimmt, die Löcher könnten wie Schallöcher bei nem Instrument wirken.

    Vom Rauchfangkehrermeister ist dein Ofen abgenommen – ordentlich angeschlossen und in Betrieb?

    Sicher doch. Ich wurde gleich gewarnt, als ich hier aufs Dorf zog: “Wenn der ne Rauchfahne sieht, die er nicht kennt, steht der sofort auf der Matte – und dann wirds teuer!”

    Hier wird dieser Frage auch schon nachgegangen:

    Die meinen also auch, dass es an den Verbindungen der Teile liegt, und nicht innerhalb des Materials …

  21. #21 ImNetz
    22. Mai 2019

    Yepp – gut so!

    Nix lieber als einen funktionstüchtigen Herd / Ofen.


    Das knarzen von grossen stählernen Schiffen / Eisenbahnwaggons kommt auch aus den Reibungen an den anstoßenden / überlappenden Metallteilen.

    Der „Lärm“ des Zinnschreies hat innerkristalline Ursachen.
    Herr Bäker kann uns da sicher besser weiterhelfen.

  22. #22 MartinB
    23. Mai 2019

    @Dampier
    Zwillinge sind Umklappvorgänge im Kristallgitter – bei manchen Metallen der bevorzugte Verformungsmechanismus.
    Habe ich mal bei den Formgedächtnislegierungen kurz erklärt:
    http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2010/11/18/metalle-mit-gedachtnis/?all=1

    Mir ist gerade noch was anderes eingefallen: Könnte (zumindest da, wo Stein oder andere raue/teilporöse Materialien im Spiel sind) das schlagartige Verdampfen von Wasser ne Rolle spielen? Aber die oben verlinkte Knack-Seite spricht wohl eher dagegen, ebenso, dass das auch beim Campingkocher passiert.

  23. #23 Dampier
    23. Mai 2019

    @rolak #8

    niiiiedliches kleines Öfchen

    Ein ganz feines Gerät, kann ich sehr empfehlen – zumal es nicht bloß Accesoir ist, sondern hier richtig arbeiten muss. Robust, schön & zeitlos, ich freue mich jeden (Winter)Tag daran :-]

    Der mitgelieferte Handschuh ist ein riesiger leinengefütterter Fäustling aus superdickem schwarzen Wildleder. Funktioniert perfekt, da kann man in vollem Betrieb Scheite nachlegen (und ggf. repositionieren). Der Türgriff ist m. W. aus Titan, den kann man immer anfassen. Das Ganze hat wirklich Qualität.

    Zu deinem verspäteten Kommentar #8 habe ich Stand jetzt 26 Hinweismails bekommen (and counting). Geht das noch anderen so? (@all)

  24. #24 rolak
    23. Mai 2019

    verspätet

    Ja, aber ‘normal’ verspätet, Dampier. Soll heißen, er hing im Würgegriff von Akismet.
    Seit die Artikel-pingmails vom Astrodicticum versiegten, kommt überhaupt nichts mehr.

  25. #25 LasurCyan
    24. Mai 2019

    kommt überhaupt nichts mehr.

    Seit Wochen ist das der erste Artikel bei SBs, wo überhaupt pingmails eintrudeln, wenn auch wirr. Dachte schon, dass das an meinem Setting liegt, rolak^^

    Die Tests mit dem CampingKocher habe ich gemacht, das Geräusch kommt definitv aus dem Brenner. Intuitiv passt das auch, da sind nunmal die grössten Temperaturunterschiede und ein Materialmix aus Guss und Blech. Inklusive des Ausschaltens/Gasabdrehens klingt das dann so.

  26. #26 zimtspinne
    26. Mai 2019

    Ernsthaft?
    Die Horde der Gretelfans preist hier Feinstaub-Dreckschleudern an?

    Die übrigens hochgiftige Verbindungen produzieren und übrigens²
    “Unterm Strich produzieren die rund 12 Millionen Kaminöfen in Deutschland ähnlich viel Feinstaub wie der gesamte Straßenverkehr.” (gelesen bei Spektrum)

    Der qualmende Scheiß ist einfach nicht mehr zeitgemäß!
    Sich explizit über die pöösen SUVs und Urlaubsflugreisen aufspulen, aber gleichzeitig Kamine und Holzöfen schönreden… so sieht wohl Doppelmoral aus (oder einfach nicht nachdenken bzw Dinge bis zu Ende denken).

    https://www.spektrum.de/wissen/risiken-und-nebenwirkungen-von-holzheizungen/1322617

  27. #27 zimtspinne
    26. Mai 2019

    … immerhin ist Alisier nicht beteiligt. Das wäre ja wirklich der Gipfel des Heucheltums… ^^

  28. #28 Dampier
    26. Mai 2019

    Die Alternative wäre, mir im Winter den Arsch abzufrieren.

  29. #29 rolak
    27. Mai 2019

    Alternative

    Da müßtest Du, um beim Tenor der Kritik zu bleiben, Dampier, schon darlegen, warum das noch umweltschädlicher ist.
    Andererseits fehlt der Kritik selbstverständlich die konstruktive Komponente, kein Fingerzeig, welche Methode in Deinem konkreten Falle günstiger zum Ziel ‘bewohnbar’ führte.

    Falls Räumlichkeiten, die eh schon zentral beheizt sind, durch einen zusätzlichen oder reaktivierten Ofen/Kamin aufgewertet werden sollen, ist die Sachlage ziemlich eindeutig – doch was mache ich mit meinem gigantischen Räucherofen? OK, ist nur ein selten eingesetzter MarmeladenEimer, doch immerhin…

  30. #30 tomtoo
    27. Mai 2019

    @Zimti
    “..Doppelmoral..”

    Nö keine Doppelmoral, es geht um zwei verschiedene Dinge. Einmal Feinstaub, NOx, SOx und einmal CO2.

  31. #31 Sbaroquack
    27. Mai 2019

    Mit Magnetostriktion lässt sich Ultraschall erzeugen.
    So könnte die Wärmeausdehnung im Metall auch für die Knackgeräusche verantwortlich sein.
    Beim Holz, das verbrennt, ist es klar, die austretenden Harze explodieren. Vielleicht treten beim erhitzten Metall Elektronen aus, die Geräusche verursachen. Vielleicht ist es auch die dunkle Materie, die vor dem Licht flieht , deswegen ist es im Ofen nie dunkel, wenn er heiß wird.
    (wissenschaftliche Erklärung für die Bild Zeitung)

  32. #32 zimtspinne
    27. Mai 2019

    @ tomtoo
    Hab ich was anderes behauptet?

    Daran erkennt man wunderbar den ideologischen Charakter des Klima-Aktivistentums bzw deren (inaktive, nur plappernde) Anhängerschaft.

    Feinstaub kann der Bevölkerung aus purer egoistisch motivierten Lagerfeuerromantik also getrost und gewissensbissfrei zugemutet werden,

    ganz im Gegensatz zum ach so teuflisch bösem CO2,

    hab ich dich da jetzt korrekt verstanden, werter tomtoo?

  33. #33 zimtspinne
    27. Mai 2019

    @ Dampier

    mich würde auch interessieren – falls dir das nicht zu privat ist – ob du in so alten Gemäuern lebst (womöglich gar einer Burg!?) und unfreiwillig freiwillig uralte Heiztechniken benutzen musst, um nicht zu frieren?

    Wenn ja, stünde weiterhin die Frage im Raum, wieso du inzwischen kein moderneres, umweltfreundlicheres Heizsystem eingebaut hast?
    Die ollen Ofen verfügen sicher auch über keinerlei moderne Filtersysteme und verräuchern so richtig herrlich die Luft im breiten Umkreis wie zu Omas Zeiten?
    Dann liegt mir wiederum bereits die nächste Frage auf der Zunge: Du hast doch hoffentlich Feinstaubfilter nachgerüstet?

    Weil, kein Mensch darf mit alten Dreckschleudern von Autos rumfahren, da gibts kurzerhand die rote Karte vom TÜV.

    Warum also sollte das bei alten Ofen anders gehandhabt werden?

    Nur weil tomtoos Ansicht nach Feinstaub, der hier und heute in direkter Umgebung existiert und sehr leicht minimiert werden könnte aus Schornsteinen, nicht relevant ist im Gegensatz zum Kassenschlager CO2?

    Das müsste mir dann mal jemand verplausibilisieren.

  34. #34 Dampier
    27. Mai 2019

    @zimtspinne
    der Einbau einer Zentralheizung ist technisch und finanziell nicht machbar. Und hier auf dem Land verflüchtigt sich so ne kleine Rauchfahne schnell, ich glaube nicht, dass beim nächsten Nachbarn davon noch irgendwas messbar ist.

    Feinstaub würde also in erster Linie mich selbst betreffen, aber irgendwas ist ja immer.

    Der Ofen ist nicht alt, zieht wie ne eins, ist geprüft und zugelassen. Hauptsache man verbrennt keinen Scheiß und weiß wie man ein sauberes Feuer anlegt.

  35. #35 zimtspinne
    27. Mai 2019

    Nu ja, mit genau dieser Argumentation könnte ich auch ein uraltes qualmendes Auto fahren.

    Neues kann ich mir nicht leisten, die paar Abgase verdünnisieren sich ja schnell in der Luft und hauptsächlich würden sie auch mich betreffen.

    man könnte so auch mit dem SUV und der Fernreise argumentieren. Ist doch alles Pillepalle Kinderkram.
    Mach ich einfach weiter, weils billiger und mir bequemer ist.
    Was jucken mich die Atemluft und Lungenprobleme anderer?
    Und erst das Klima in hundert Jahren, das interessiert mich noch viel weniger, da lebe ich eh nicht mehr.

    Was wäre, wenn sich jeder so verhält und wir noch heute alle in Räucherhäuschen säßen?
    Sicherlich hat sich die Luftqualität nicht nur wegen wegfallender Industrie in den letzten Jahrzehnten gravierend verbessert, sondern auch wegen wegfallender qualmender Schornsteine aus Millionen privater Haushalte.

  36. #36 LasurCyan
    27. Mai 2019

    Sicherlich hat sich die Luftqualität nicht nur wegen wegfallender Industrie in den letzten Jahrzehnten gravierend verbessert, sondern auch wegen wegfallender qualmender Schornsteine aus Millionen privater Haushalte.

    Vielen Dank für die Binse, zimtspinne. Kannst DU mir endlich erklären, woher das Knacken und Prasseln kommt?

  37. #37 zimtspinne
    27. Mai 2019

    Dampier,

    damit hier aber nichts falsch verstanden wird,
    dein Ofen ist jetzt gar nicht so das Problem. Er ist ja nun mal da und du bist begrenzt in deinen Möglichkeiten (dennoch gilt das auch für alte Autos, nur dass der Gesetzgeber dort keine Gnade kennt und die Leute schlicht *zwingt*, sich umweltfreundlich(er) zu verhalten).

    Das Problem ist eher, dass es ein neuer und sehr verbreiteter Trend ist, sich extra neue Kamine neben bestehende hervorragend funktionierende Heizungsysteme zuzulegen, weil es so schick ist und das Wohlbefinden verbessert.
    In Eigenheime werden gar von vornherein explizit diese Feinstaubproduzenten eingeplant und eingebaut.

    So hat man neuerdings oftmals in Brennpunkten wie Hochhaussiedlungen bessere (feinstaubärmere) Luft als in noblen Vorstadtsiedlungen — und das ist durchaus messbar und wird auch gemessen.

    Es ist komplett gaga, die Klimasau täglich fünfmal durchs Dorf zu treiben und dabei den Leuten gehörig ein schlechtes Gewissen einzupflanzen (die Konditionierung ist schon erfolgreich bei vielen) wegen ihrer Autos und Reisen, andererseits diese Kaminwut der Häuslebauer völlig zu ignorieren, als sei Feinstaub irgendwie völlig…. nebensächlicher Tand.

    Dabei kann ganz im Gegensatz zu hochspekulativ angenommenen Klimaeffekten wegen persönlicher Reisebeschränkung (global betrachtet und in der Langfrist sowieso) regional feinstaubtechnisch sehr effizient, zügig und spürbar etwas erreicht werden, wie man aus Feinstaubmessungen weiß.

    Aber nein, wir fixieren uns viel lieber mit wildem Aktionismus (statt klugen Handelns) auf ein nur aus reinen Spekulationen und Wunschdenken bestehendes Konstrukt.
    Es geht ja auch um eine Religion und Ideologie, da ist das schon wichtig, dass es ja nicht zu realitätstauglich und nachvollziehbar wird.

  38. #38 Dampier
    27. Mai 2019

    @zimtspinne

    Nu ja, mit genau dieser Argumentation könnte ich auch ein uraltes qualmendes Auto fahren.

    Sehe ich nicht so. Dass man im Winter nicht friert, ist ein wesentlich grundlegenderes Bedürfnis.

    Ich finde du übertreibst es hier mit dem moralischen Zeigefinger. Ich hab auch überhaupt keine Lust mich hier zu rechtfertigen. Wenn du es schaffst, 100% umweltneutral zu leben, glückwunsch. Ich kann es nicht.

  39. #39 Dampier
    27. Mai 2019

    @LasurCyan,
    danke für die Tonaufnahme! Guter Sound, da werden Erinnerungen wach : ]

  40. #40 Uli Schoppe
    31. Mai 2019

    @Dampier, zimtspinne hat doch schon gesagt das es nicht speziell um DIch geht, brauchst Dich nicht rechtfertigen 😉 Und was das Auto angeht: Ich kann meinen Diesel mit 4er Plakette nicht ersetzen, finanziell nicht drinnen. Und pünktlich zur Arbeit ist mit ÖPNV nicht drinne. Ist als Argumentation genau so gut wie Deine mit der Heizung 😉

    Was das Knacken angeht: Ich würde wirklich auf Knicken im Material durch Ausdehnung tippen, gerade wegen der Schweißnähte. Die lassen nun mal Verschiebungen nicht zu, ist halt materialschlüssig als Fügeverfahren…