Der US-Satellitenspezialist Brian Regan versuchte, Staatsgeheimnisse an Saddam Hussein zu verkaufen. Er scheiterte an schwachen Verschlüsselungsverfahren und zu vielen Rechtschreibfehlern.

Was macht ein Mitarbeiter einer US-Geheimdienst-Behörde, wenn er dringend Geld braucht? Die Antwort gibt es in meinem neuen Artikel in Focus Online. Man beachte auch das Diskussionsforum zum Artikel. Dort schreibt ein Leser unter der Überschrift “Grimms Märchenstunde” folgenden Kommentar: “Um die Ausspähung alle Bürger zu rechtfertigen werden angebliche Erfolge des Geheimdienstes gemacht.” Das soll wohl heißen, dass die NSA jetzt schon Gerichtsprozesse insszeniert und Unschuldige hinter Gitter schickt, um ihre Schnüffeleien zu rechtfertigen. Das hört sich für mich doch etwas zu sehr nach einer Verschwörungstheorie an.

Und noch ein Link-Tipp: Die ausführliche Version dieser spannenden Geschichte um den Spion Brian Regan gibt es in einem sehr interessanten Artikel im Online-Magazin Wired.

Kommentare (5)

  1. #1 Eheran
    12. September 2013

    “Das soll wohl heißen, dass die NSA jetzt schon Gerichtsprozesse insszeniert”
    Für mich heißt das, dass man einfach behauptet “wir haben x Anschläge verhindert”. Es gibt keine Beweise, keine Gerichtsverhandlungen, nichts. Nur die Aussage, die so ja auch wirklich gemacht wurde zur rechtfertigung der Überwachung.

    In anbetracht der Unfähigkeit unserer Behörden würde ich mich sehr wundern, wenn ernsthafte Terroranschläge verhindert werden könnten. Soetwas wie Breivik.
    Hirnamputierte, die eine Gasflasche mit Wecker zünden wollen, braucht man nicht daran hindern – die scheitern auch von selbst.
    Wobei ich da 50/50 zwischen echten “Terroristen” und V-Männern bzw. “Inside jobs” tendiere. So kann man schön neue Gesetzte durchdrücken usw.

    Dabei glaube ich freilich nicht an den 9/11 Unsinn.
    Die Türme sind durch die Flugzeuge eingestürzt, ganz ohne Wundermittelchen. Denkbar wäre ein absichtliches nicht-Abschießen, Hifle bei der Vorbereitung usw. der Regierung(sorganisation).

    • #2 Klaus Schmeh
      14. September 2013

      >In anbetracht der Unfähigkeit unserer Behörden würde ich mich sehr
      >wundern, wenn ernsthafte Terroranschläge verhindert werden könnten
      Das halte ich für übertrieben. Dass unsere Behörden völlig unfähig sind, ist sicherlich nicht richtig, auch wenn es viel zu kritisieren gibt. Aber auch wenn es um den Schutz vor Terrorismus geht, muss es natürlich Grenzen geben.

  2. #3 Eheran
    16. September 2013

    Wenn das übertrieben ist, warum bricht das SEK dann regelmäßig in die falsche Wohnung ein inkl. überfallen und ggf. auch verkrüppeln der Opfen?
    Namenschilder lesen gehört nicht zum aufgabenbereich der Experten, aber Terroristen können sie fassen?
    Oder solche Geschichten:
    http://www.lawblog.de/index.php/archives/2013/09/04/jacke-wie-hose-3/
    Da wird sich der Herr Noreply(!) aber über die Unfähigkeit der Beamten freuen. Einfach mal durchlesen inkl. Kommentare.
    Da bleibt einem die Spucke weg.

    Dabei gibt es ja auch ein Beispiel bez. Terroristen – die Sauerlandgruppe. Da haben die Beamten ihre ganze Unfähigkeit zur schau gestellt. Der ganze Ort wurde damals von Beamten überflutet, die die Anwohner befragt haben, wo sich die gesuchten aufhalten.
    Die sind dann noch gemütlich durch die Hintertür abgehauen usw. usf.
    Dabei waren das hirnamputierte Idioten, die sowieso nie einen Anschlag zustande bekommen hätten*. Aber über solche Lapalien ließt man natürlich nichts in der Zeitung, stattdessen verkauft man es als großen Erfolg.
    Diese Kreaturen wurden dann verurteilt – das Strafmaß für “nichts” kann man sich denken, da kommt nicht viel für rum.
    Das weiß ich zum Glück auch aus erster Hand inkl. Hintergründe. Ich hatte damals Kontakt mit dem Händler, der diesen Terroristen (auf Druck der Polizei!) das Wasserstoffperoxid liefern musste(!). Dafür wurde er später sogar noch verklagt(!). Immerhin hat er dennen nur verdünntes geliefert, statt das 35%, was er eig. liefern sollte.
    Ihm wurde so das Geschäft ruiniert, weil so ein kleiner Selbstständiger natürlich keine 50’000€ auf der hohen Kante hat für die ganzen Prozesskosten usw. Dazu kommt der enorme psychische Druck, der von den Behörden auch extra groß gehalten wurde. Er hat Frau und Kind, hat nie irgendwas verbotenes gemacht. Er musste den Laden dann schließen, weil es sowohl an Geld als auch an Kraft dazu fehlte.
    So gehen unsere Behörden vor.
    Solltest jemand ernsthaftes Interesse an diesen Horrirgeschichten haben, dann kann er sich da durch ganze Berge von Informationen wühlen, die die ganze Unfähigkeit und den Aktionismus unserer Politik und Behörden richtig schön aufzeigen.

    *Hier noch, warum diese Spinner niemals eine Bombe zustande gebracht hätten:
    Sie wollten das Wasserstoffperoxid in Töpfen einkochen um es zu konzentrieren. Im Anschluss wollten sie es zentnerweise zu AP*X umsetzten und damit eine Bombe bauen. Real wären sie an jeder kleinen Einzelheit dieses Vorhabens gescheitert.
    Echte Terroristen wie Breivik werden diese Beamten einfach nicht aufhalten.

  3. #4 Kristin
    24. Oktober 2013

    “Um die Ausspähung alle Bürger zu rechtfertigen werden angebliche Erfolge des Geheimdienstes gemacht.” Das soll wohl heißen, dass die NSA jetzt schon Gerichtsprozesse insszeniert und Unschuldige hinter Gitter schickt, um ihre Schnüffeleien zu rechtfertigen. Das hört sich für mich doch etwas zu sehr nach einer Verschwörungstheorie an.

    Sehr geehrter Herr Schmeh,
    “Das soll wohl heißen, dass die NSA jetzt schon Gerichtsprozesse insszeniert “, wirklich? Verzeihen Sie bitte, aber diesen Schluss verstehe ich nicht! Erfolge kann man auch anderes viel einfacher machen. GANZ ohne Gerichte! Fragen Sie einmal JournalistenInnen! Pressemeldung: “XYZs Wohnung durchsucht! Verdacht auf……! Material gefunden dank….!” (Seite 1) Einige Tage später “Verfahren eingestellt” (Seite X+5)
    Warum ich das so schreibe? Ich will hier ein wenig weg von dem Thema NSA kommen und wenn Sie auch nur ein wenig zurueck in der Geschichte ihres Landes (Ich bin bekennende Europäerin, aber nicht aus Deutschland!) gehen, werden Sie diese Methode auch wiederfinden. Beklagte, gerne auch mal… JounalistenInnen! Ich persönlich werde sehr misstrauisch wenn Erfolge so schwammig oder gar in Statistiken veröffentlicht werden. Mit Dreck wirft man heute doch nicht mehr! Es sei den er ist sauber! Ansonsten wäre das ja politisch nicht korrekt, oder?
    Ich gehe jetzt ein trockenes Wasser trinken!
    Schönen Abend!

    • #5 Klaus Schmeh
      25. Oktober 2013

      Ich meinte Folgendes: Selbstverständlich wird die NSA versuchen, ihre Erfolge möglichst überzeugend darzustellen, damit ihre Existenzberechtigung nicht infrage gestellt wird. Ich glaube aber nicht, dass der im Artikel beschriebene Brian Regan unschuldig verurteilt wurde. Es wäre einfach zu aufwendig und zu riskant, einen Unschuldigen mit falschen Beweisen hinter Gitter zu bringen, nur um damit die eigene Wichtigkeit zu unterstreichen. Im Übrigen glaube ich noch nicht nicht einmal, dass die NSA so etwas nötig hat, da sie ihren (wenn auch zweifelhaften) Auftrag ziemlich gut erfüllt.