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Verschlüsselte Bücher gibt es viele. Bisher hat sie jedoch niemand katalogisiert. Damit will ich heute beginnen.

Kennen Sie den Codex Igo? Höchstwahrscheinlich nicht, denn mit diesem verschlüsselten Buch aus der British Library hat sich bisher kaum jemand beschäftigt. Immerhin hat sich schon einmal jemand die Mühe gemacht, die Verschlüsselung zu lösen (das war nicht besonders schwierig) und einen Post-it-Zettel mit der Verschlüsselungstabelle auf die erste Seite zu kleben. Dadurch könnte man das Buch lesen. Ob dies schon einmal jemand gemacht hat, ist mir leider nicht bekannt.

Der Codex Igo ist nur eines von vielen verschlüsselten Büchern, die in den letzten 600 Jahren entstanden sind. Beim NSA Cryptologic History Symposium im Oktober werde ich einen Vortrag zu diesem Thema halten. Titel: „Encrypted Books: Why Some Mysteries Fill Hundreds of Pages“. Zur Vorbereitung auf den Vortrag habe ich eine Liste aller verschlüsselter Bücher zusammengestellt, die ich kenne. Hier ist sie (die Bücher sind jeweils mit ihrer englischen Bezeichnung angegeben):

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Book-of-Woo

  • Brahe’s diary
  • Browne’s Masterkey
  • Buch des Constantistenordens
  • Byrd’s diary
  • Codex Igo
  • Codex Compendium
  • Codex Copiale

Copiale

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codex-seraphinianus-2

Hampton-02

Marzi-Diary

Penitentia

  • Pepys’ diary

Pepys-Diary

Voynich-100-1

Zauberhandschrift

Die bekanntesten Bücher auf der gut 30 Einträge umfassenden Liste sind sicherlich das Voynich-Manuskript und der Codex Rohonci. Einige Bücher sind erst wenige Jahre alt (z. B. das Penitentia-Manuskript), die meisten stammen jedoch aus früheren Jahrhunderten. Ein Großteil der aufgelisteten verschlüsselten Bücher ist dechiffriert (darunter auch der Codex Igo), es gibt jedoch auch Ausnahmen (neben dem Voynich-Manuskript und dem Codex Rohonci gehört die Blitz-Chiffre dazu). Bei einigen der dechiffrierten Bücher hat sich bisher niemand die Mühe gemacht, sie zu übertragen – etwa beim Codex Igo und bei „Subtlety of Witches“. Wer also eine spannende Aufgabe sucht, der möge sich bei mir melden.

Zum Schluss noch ein Fahndungsaufruf: Wer kennt weitere verschlüsselte Bücher? Es zählen auch Bücher, die nur teilweise verschlüsselt sind (es sollten aber schon einige Abschnitte oder Seiten sein, nicht nur einzelne Wörter oder Sätze). Sachdienliche Hinweise nehme ich gerne im Diskussionsforum entgegen.

Kommentare (12)

  1. #1 Turi
    15. September 2013

    Die einzige Bücher, die mir einfallen sind die Bücher der Artemis Fowl Serie von Eoin Colfer. Diese enthalten eine über alle Seiten verteilte und verschlüsselte Nachricht.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Artemis_Fowl#Geheimschriften

    • #2 Klaus Schmeh
      15. September 2013

      Interessant. Das ist zwar kein verschlüsseltes Buch aber dafür ein schönes Beispiel für Steganografie.

  2. #3 Felix
    16. September 2013

    Hallo, wurden die noch nicht übertragenen Bücker (Codex Igo, Subtlety of Witches, etc.) bereits digitalisiert oder muss man zum Übersetzen die British Library besuchen?

    • #4 Klaus Schmeh
      16. September 2013

      Den Codex Igo und “Subtlety of Witches” habe ich als Scans vorliegen. Ich hätte sie schon längst in meinem Blog veröffentlicht, aber leider müsste ich dann ziemlich hohe Gebühren an die British Library zahlen. Vielleicht werde ich demnächst einmal Abschriften von Seiten dieser Bücher veröffentlichen (das müsste erlaubt sein, weil der Inhalt urheberrechtlich unproblematisch ist). Wenn jemand die Scans haben will, kann ich sie gerne zur Verfügung stellen.

  3. #5 Peter
    16. September 2013

    Leider handelt es sich um dieses Kryptogram nicht um ein Buch, aber Interessant ist es allemal. Vorallem weil der entschlüsselte Text mehr Fragen aufwirft als das eigentliche Dokument. Für meine Person gehört es zu den aufregensten Rätzeln unserer Zeit.
    Hier noch einen Link wo das Dokument erklärt wird. Leider auf französisch. Aber mit dem Googleübersetzer, lesbar.
    http://ybphoto.free.fr/piste_la_buse_yb_1.html

  4. #6 Thorsten
    17. September 2013

    Um Himmelswillen, was hat es denn mit Penitentia auf sich 😉
    Kommt da noch ein Bericht drüber? Sonst muss ich mal den Googel fragen.

  5. #8 Peter
    17. September 2013

    Ja klar doch, wo hab ich nur wieder meinen Kopf ! :)
    Es heisst das La Buse Kryptogram.
    Ein Pirat um 1700 wo seine Knete in einem Rätzel bekannt gab, bevor man ihn hingerichtet hat.

    • #9 Klaus Schmeh
      20. September 2013

      Stimmt, das Kryptogramm von La Buse verrät angeblich die Lage eines Schatzes. Den hat aber noch niemnand gefunden, obwohl das Kryptogramm gelöst ist.

  6. #10 Franky
    Noch Erde
    17. Dezember 2013

    L Abuse (Was L bedeutet – finde selbst heraus) -muß es heißen. Ich habe auch den Hopistein
    entschlüsselt und die Bibel und einiges mehr.
    NSA – kein guter Kontakt !!!

  7. #11 Franky
    Noch Erde
    17. Dezember 2013

    PS – Ich habe mir auch ein einfaches absolut sicheres Online Wahlsystem ausgedacht – das ist natürlich unerwünscht (Petition), denn dann würde der ganze Laden auffliegen.
    Das tut er aber bereits trotzdem.

    Angenehmes Erwachen !!!

  8. #12 Peter
    18. Dezember 2013

    Nochmal kurz über La Buse.
    Auszug aus dem Wiki.
    La Buse (frz. Der Bussard; * 1680 oder 1690 in Calais, Nordfrankreich; † 7. Juli 1730 in Saint-Paul auf Réunion), mit bürgerlichem Namen Olivier Le Vasseur oder Levasseur, war ein französischer Pirat, der sich ab 1720 im indischen Ozean aufhielt, um der französischen und britischen Marine im Atlantik zu entkommen.

    Sein Name wurde ebenfalls als La Bouche, Louis Labous, La Bouse, La Bouche, La Buze oder Louis de Boure aufgeführt.[