Doppelwuerfel-Lasry-bar

Ein israelischer Computer-Experte hat eine Verschlüsselung geknackt, die Experten für unlösbar hielten: die Doppelwürfel-Challenge.

Der „Doppelwürfel“ gilt als das beste Verschlüsselungsverfahren, das sich alleine mit Papier und Stift ausführen lässt. Selbst ein Laie kann es innerhalb von Minuten lernen – und doch ist eine Doppelwürfel-Verschlüsselung selbst für einen Profi-Codeknacker eine echte Herausforderung. Mit einer “Doppelwürfel-Challenge” wollte ich testen, ob das Verfahren selbst modernsten Computer-Dechiffriermethoden standhält. Der israelische Computer-Experte George Lasry zeigte auf geradezu geniale Weise, dass dies nicht der Fall ist. Alles Weitere gibt es in meinem aktuellen Artikel in Focus Online.

George-Lasry

Ich gratuliere Lasry an dieser Stelle herzlich zu einer der größten Codeknacker-Leistungen der letzten Jahre.

Wie im Focus-Online-Artikel erwähnt, gibt es bereits drei neu erstellte Nachfolgerätsel (mit steigendem Schwierigkeitsgrad):

Im Kalten Krieg konnte die Zentralstelle für das Chiffrierwesen übrigens Doppelwürfel-Funksprüche dechiffrieren, wenn die Schlüsselwörter erraten werden konnten. Bei Kanzler-Spion Günter Guillaume stammten sie aus dem Buch “Deutschland. Ein Wintermärchen” von Heinrich Heine (danke an Ulirch Kunitz für den Hinweis). Die Funksprüche an Guillaume wurden zwischen 1956 und 1958 gesendet und erst später, vermutlich Anfang der Sechziger, gebrochen. Sie führten dann im Jahre 1974 zur Verhaftung Guillaumes. Guillaume war nicht der einzige Stasi-Agent, der auf Grund dechiffrierter Funksprüche aufgeflogen ist.

Mehr zum Doppelwürfel gibt es in meinem Buch Nicht zu knacken.

Kommentare (8)

  1. #1 Svechak
    18. Dezember 2013

    Einige der Kommentare unter dem Focus-Artikel sind wirlich geistreich. Da hat tatsächlich jemand “entdeckt”, dass man das Wort “OTTO” mit dem Doppelwürfel nicht sicher verschlüsseln kann. Herzlichen Glückwunsch!

  2. #2 Redfox
    19. Dezember 2013

    Einige der Kommentare unter dem Focus-Artikel sind wirlich geistreich.

    Wo du das grad ansprichst.

    von Franz Meier
    schön wär´s, wenn er einwandern würde. Ich schätze jedoch, die BRD mit den Steuersätzen wird nicht zum Zielgebiet von Leistungsträgern

    Schlagen wir doch mal nach.
    Lohnsteuersatz in Israel: 44%
    taxrates.cc/html/israel-tax-rates.html
    Lohnsteuersatz in Deutschland: *trommelwirbel* 42%!
    taxrates.cc/html/germany-tax-rates.html
    Soviel dazu.
    Zum Begriff “Leistungträger hat Heiner Flassbeck schon alles gesagt:
    ingenieur.de/Politik-Wirtschaft/Wirtschaftspolitik/Eine-falsche-Debatte-ueber-Leistungstraeger
    nachdenkseiten.de/?p=4443

    Und dann dieser vorwitzige Typ:

    von Hendrijk Vesseloh
    Außer ihrem Artikel liefert Google keinen einzigen diesbezüglichen Treffer. Das haben sie wohl soeben erfunden?

    Soll man man ihn loben weil der kritisch gegenrecherchiert hat oder belächeln weil er nicht erkennt das der Artikel exklusiv ist, weil es sich um Ihr Rätsel handelt und sich der Löser mit seiner Lösung direkt an Sie gewandt hat?

    Andererseits muss man Sie auch tadeln weil Sie nicht
    EXKLUSIV:
    vor die Überschrift geschrieben haben. Das gäbe noch mal 20% mehr Klicks! 😉

  3. #3 Braunbart
    19. Dezember 2013

    Wow, grandiose Leistung. Ich habe selbst nach deinem Blogartikel fast 3 Wochen in die Verschlüsslung gesteckt und schliesslich aufgegeben. Ich kann mir absolut nicht erklären wie so schnell eine Lösung gefunden werden konnte, obwohl ich inzwischen fast intuitiv in den Würfeln denken kann.
    Offensichtlich weist Du schon genauer was diese “bemerkenswerten Ideen” sind die zur Lösung führten. Kannst Du Hinweise geben?
    Das Schlüssellängen, bei denen die letzte Zeile kaum oder fast komplett gefüllt ist, leichter zu handhaben sind ist ja trivial. Und dass man nur eine echte Chance hat wenn die Längen z.B. 23 und 24 sind, aber nicht wenn sie 21 und 22 sind war mir auch schnell klar. Am Ende bin ich aber zu dem Schluss gekommen, dass ich wohl mehrere Jahre Rechenzeit, viele Festplatten (meine vielversprechendsten Ansätze liefen über riesige Datenbasen für einige mögliche Worte im Orginaltext, die dann verbunden werden mussten) und viel Glück benötigt hätte.
    Ich vermute mal, das nur einmal vorkommende Q hat auch eine entscheidende Rolle bei der Lösung gespielt?!

  4. #4 Dave
    19. Dezember 2013

    Eine Super Leistung.

    Dachte der Doppelwürfel wäre nicht zu lösen. Aber George Lasry hat uns nun das Gegenteil bewiesen.

    Wo wir gerade bei Handverfahren sind (und etwas OT).
    Gibt es eigendlich mal was neues über Solitaire?

  5. #5 Peter Lichtenberger
    19. Dezember 2013

    Wirklich eine ausgezeichnete Leistung und ein echter Beitrag in der Erforschung der Kryptografie!

    Ich halte dennoch weiter viel vom Doppelwürfel. Da mehrere Monate Überlegungen & einiges an Rechenzeit hatten investiert werden müssen zeigt es auch, dass das Handverfahren für die taktische Kryptografie weiter praktikabel ist.

    Sowohl für Praxis als auch Forschung wäre jetzt sicher interessant zu wissen: Wie macht ein Mehrfachwürfel (also mit mehr als 2 Schlüsselwörtern) das Verfahren sicherer?

  6. #6 Dave
    20. Dezember 2013

    @Klaus Schmeh
    > Die Details seiner Arbeit wird Lasry voraussichtlich demnächst zusammen mit Arno Wacker, einem deutschen Professor für Angewandte Informationssicherheit, in der Fachzeitschrift Cryptologia vorstellen.<

    Ist ein weiterer Artikel von Ihnen nach der Veröffentlichung hier geplant?

    • #7 Klaus Schmeh
      20. Dezember 2013

      Momentan habe ich keinen weiteren Artikel geplant, kann sich aber ändern. Der Artikel von Lasry (zusammen mit Prof. Arno Wacker) wird wohl in der April-Ausgabe erscheinen. Wer schon vorher etwas mehr über Lasrys Methoden wissen will, kann mir gerne eine Mail schreiben.

  7. #8 Klaus Schmeh
    13. Oktober 2015

    Kommentar von Wolfgang Wilhelm über Facebook:

    Einige der Kommentare unter dem Focus-Artikel sind wirklich geistreich. Da hat tatsächlich jemand “entdeckt”, dass man das Wort “OTTO” mit dem Doppelwürfel nicht sicher verschlüsseln kann. Herzlichen Glückwunsch! **** 😀