Am kommenden Montag mache ich wieder Deutschlands Wohnzimmer unsicher. Im Sat.1-Magazin Planetopia geht es um Kryptologie.

Immer mehr Fernsehredaktionen entdecken die Kryptologie als spannendes Thema. Am kommenden Montag wird sich erstmals das Magazin Planetopia (22:15, Sat.1) den Verschlüsselungen und Geheimschriften widmen. In einem achtminütigen Beitrag werde ich mit von der Partie sein. Details kann ich natürlich noch nicht verraten, aber so viel sei gesagt: Das Voynich-Manuskript wird eine Rolle spielen, außerdem die Verschlüsselungsmaschine Enigma und der berüchtigte Zodiac-Killer.

Gedreht haben wir zunächst im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn. Erkennt jemand, welches bekannte Kryptogramm ich in der Hand halte?.

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Danach ging es in die Bibliothek des Kapuzinerklosters in Werne.

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Diese Klosterbibliothek erwies sich als ideale Location für das Voynich-Manuskript.

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Am Tag danach drehte das Team in Kassel. Dort ging es um die Kasseler Zauberhandschrift, die letztes Jahr entschlüsselt wurde.

Ich bin schon auf Montag (10. Februar 2014) gespannt. Um 22:15 in Sat.1 geht es los.

Einige weitere Fernsehauftritte von mir gibt es auf der Seite In den Medien. Und hier ist ein Radio-Interview, das ich letzte Woche auf hr-iNFO-gegeben habe (mit freundlicher Genehmigung von hr-iNFO). Der Moderator ist Riccardo Mastrocola.

Kommentare (4)

  1. #1 Svechak
    Erde
    8. Februar 2014

    Klaus Schmeh direkt neben Albert Einstein 😉 http://scienceblogs.de/klausis-krypto-kolumne/files/2014/02/Planetopia-2014-bar.jpg
    Glückwunsch jedenfalls zu den vielen Fernsehauftritten. Ich hoffe, es kommt keiner im Djungelcamp dazu.

  2. #2 Joerg
    Berlin
    8. Februar 2014

    Whistleblower Mi. 7. September 1960
    Die USA bespitzeln die ganze Welt Ehemalige Mitarbeiter eines amerikanischen Geheimdienstes packen aus
    Zwei Mitarbeiter eines amerikanischen Geheimdienstes, Bernon Mitchell und William Martin, sind am Dienstag in Moskau auf einer internationalen Pressekonferenz vor die Öffentlichkeit getreten. Mitchell verlas auf englisch eine Erklärung, die er und Martin in der „State Bank of Laurel” in der Stadt Lau- rel, USA-Staat Maryland, Schließfach 174, das auf den Namen Bernon F. Mitchell lautete, hinterlegt hatten. In der Erklärung werden die Gründe angegeben, aus denen sie sich entschlossen haben, mit den USA zu brechen.

    Sie verweisen darauf, daß sie seit Sommer 1957, seit Beginn ihrer Arbeit im Nationalen Sicherheitsdienst der USA („United States National Security Agency”), eingesehen haben, daß die „Regierung der USA vorsätzlich falsche und irreführende Erklärungen sowohl zur Rechtfertigung ihrer eigenen Politik als auch 2ur Verurteilung der Handlungen anderer Staaten abgibt”.

    Skrupellose Mittel

    Mitchell und Martin erklärten, daß die „Regierung der USA manchmal insgeheim Geld und Waffen benutzt, um zu versuchen, Regierungen zu stürzen, wenn sie annimmt, daß diese Regierungen den USA gegenüber unfreundschaftlich sind”. Diese Handlungen haben Mitchell und Martin davon überzeugt, daß die Regierung der USA in der Wahl der Mitte) skrupellos ist, obwohl sie die Regierung der Sowjetunion dessen bezichtigt.

    Beide stellten fest, daß gewisse Leute in den USA. die Gegner des Kommunismus sind, einen Präventivkrieg gegen die UdSSR predigen. Sie bemerkten, daß ein solcher Krieg „bestenfalls diese Leute zu Herrschern auf dem Friedhof der Zivilisation” machen würde.

    William Martin gab dann eine Presseerklärung in seinem Namen und im Namen von Bernon Mitchell ab. Als Hauptgrund ihrer Unzufriedenheit mit der USA-Politik gaben beide an:

    „Wir sind äußerst beunruhigt über die von den USA betriebene Politik der vorsätzlichen Verletzung des Luftraums anderer Länder zwecks Spionage und über die Praktiken der USA-Regierung, verlogene Erklärungen über derartige Verletzungen zur Irreführung der öffentlichen Meinung abzugeben.

    Sie sind auch über die von der Regierung der USA geübte Praxis des Abfangens und DechifTrierens von geheimen Mitteilungen ihrer Verbündeten empört. Sie sind damit nicht einverstanden, daß die USA-Regierung soweit gegangen ist. Agenten unter Mitarbeitern ihrer Verbündeten zu werben.

    Vorsätzliche Grenzverletzer

    Mitchell und Martin erklärten, die Erkundungsflüge amerikanischer Flugzeuge längs der Grenzen und über Gebieten der sozialistischen Länder seien nicht nur in den letzten vier Jahren durchgeführt worden, sondern auch in der Zeit von 1952 bis 1954, „als wir beim Abhördienst der Kriegsmarine der USA in Kamiseya bei Yokohama (in Japan) dienten”.

    Vor jedem Flug von Militärflugzeugen der USA längs chinesischer und sowjetischer Fernostgrenzen ergingen nach Kamiseya ‘ und anderen Abhörstationen streng geheime Funksprüche mit Angabe der Zeit und der Flugroute. Bei diesen Flügen ermittelte Ansahen erhielt der Nationale Sicherheitsdienst.

    Martin und Mitchell teilten mit, sie hätten nach der Aufnahme ihrer Arbeit im Nationalen Sicherheitsdienst von einem weiteren LufterVundunesverfahren Kenntnis erhalten, das mit dem Einbruch in den Luftraum des zu erkundenden Landes verbunden ist. -Diese unter der Bezeichnung .Elint’ (für Elektronenerkundung) bekannten Operationen werden mittels Flügen unweit der Radaranlagen der Sowjetunion und anderer Länder durchgeführt, um Angaben über die physische Beschaffenheit der Ausstrahlungen von Radarsendern zu erhalten.”

    Diese Auskünfte werden dazu benutzt, um Mittel zur Schwächung der Radarverteidigung, unter anderem durch Anwendung von Störsendern, ausfindig zu machen, die von amerikanischen Stützpunkten in der Nähe der sowjetischen Grenze aus funktionieren.

    Martin teilte Einzelheiten von dem Flug eines USA-Flugzeugs C-130 mit, das im September 1958 die sowjetische Grenze von der Türkei aus überquert hatte und in den Luftraum Sowjetarmeniens eingedrungen war. Ein höherer Beamter des Nationalen Sicherheitedienstes erzählte William Martin, daß sich an Bord des Flugzeugs „C-130″ Fachleute für Elektronik und Spezialausrüstuneen zum Abhören von Signalen sowjetischer Funkortungsstationen aus kurzer Entfernung befanden. Dieser Beamte fügte hinzu, die sowjetisch-türkische Grenze sei vorsatzlich verletzt worden, um in den Raum zu gelangen, in dem sich sowjetische Funkortungsstationen befinden.

    Die Aufgabe des „Sicherheitsdienstes

    Die beiden Amerikaner schilderten einige Einzelheiten über die Tätigkeit des Nationalen Sicherheitsdienstes. Dieser spezialisiert sich auf Fernmeldeerkundung und wirkt als halbautonomes Organ im Verteidigungsministerium unter der Leitung des Amtes für Sonderoperationen. Er spielt eine Hauptrolle, wenn nicht die wichtigste Rolle, unter verschiedenen / Aufklärungsorganisationen der USA.

    Im Nationalen Sicherheitsdienst sind etwa 10 000 Mitarbeiter unter der Leitung von Generalleutnant der Flieger John A. Samford beschäftigt. Allein für den Unterhalt der zentralen Institutionen in Fort Meade werden jährlich etwa 100 Millionen Dollar verausgabt. Im Gebäude der Zentralstellen des Dienstes steht die größte Elektronenrechenmaschine der Welt.

    Das Netz der Abhörstationen des Nationalen Sicherheitsdienstes erstreckt sich über die ganze Erde, wobei mehr als 2000 Abhörstellen mit 8000 Mann militärischem Bedienungspersonal benutzt werden. Außerdem sind zahlreiche Personen mit dem Abhören von Meldungen beschäftigt, die durch Fernschreiber übermittelt werden. Einige Abhördienststellen befinden sich auf Schiffen und Flugzeugen, die Abhörtätigkeit wird aber hauptsächlich von militärischen Funkstationen der USA auf Ihren Stützpunkten Im Ausland ausgeübt. Der Unterhalt dieses Netzes von Abhörstationen kostet etwa 380 000 000 Dollar im Jahr. Zusammen mit dem Unterhalt der zentralen Dienstzeiten des Nationalen Sicherheitsdienstes verausgaben die USA jährlich für Funkaufklärung fast eine halbe Milliarde Dollar.

    Neutralität wird mißachtet

    Wie Martin und Mitchell mitteilten. gehören zu den zentralen Dienststellen des Nationalen Sicherheitsdienstes vier Hauptverwaltungen. In der operativen Verwaltung gibt es Abteilungen, die unter anderem die Regierungsdhilfrier- systeme und diplomatischen Kodes der Sowjetunion, Chlffrlersysteme der So« wjetarmee und Systeme für den inneren Bedarf der UdSSR, Kodes und Chiffriersysteme der sozialistischen Lander in Asien sowie der Verbfindeten der USA und der neutralen Länder erkunden.

    Der Nationale Sicherheitsrat der USA umfaßt eine Sonderverbindungsgruppe des Vereinigten Königreichs, die sich aus englischen Staatsangehörigen zusammensetzt. Außer mit England arbeiten die USA auch mit Kanada in der Funkaufklärung eng zusammen. «Wir wissen, daß die USA mit Erfolg den geheimen Funkverkehr von mehr als 40 Ländern ent-i Ziffern”, erklärten Mitchell und Martin. (ADNj

    Mi. 7. September 1960

    • #3 Klaus Schmeh
      8. Februar 2014

      Danke für den Kommentar. Dieser Text aus dem Jahr 1969 soll wohl zeigen: Es gibt nichts Neues unter der Sonne.

  3. #4 Pnugi
    München
    9. Februar 2014

    Planetopia schaue ich sonst nur, wenn ich zufällig reinzappe. Aber morgen werde ich mir die Sendung auf jeden Fall ansehen.