Gravestone-bar2

Heute melde ich mich live aus New York. Im Süden Manhattans suche ich nach einem Grab mit verschlüsselter Inschrift.

In einer alten Ausgabe der Fachzeitschrift Cryptologia kann man es nachlesen: Auf zwei Friedhöfen in Manhattan, nur wenige Häuserblöcke voneinander entfernt, befinden sich die Gräber von zwei Freimaurern. Auf deren Grabsteine sind verschlüsselte Inschriften angebracht.

Eines der beiden Gräber soll sich auf dem Friedhof der St. Pauls Chapel befinden. Als ich dort ankomme, bin ich übrrascht: Diese Kapelle steht quasi im Vorgarten des World Trade Center. Eines der ältesten und eines der neusten Gebäude New Yorks sind also Nachbarn.

Gravestone-St-Paul

Das Grab ist auf dem zugehörigen Friedhof leicht zu finden. Es stammt aus dem Jahr 1796 und ist die letzte Ruhestätte eines gewissen James Lacey, einem Freimaurer.

Gravestone

Der Grabstein enthält tatsächlich eine verschlüsselte Inschrift:

Gravestone-Lacey

Es handelt sich um eine Freimaurerchiffre (was sonst?). Auf diese (auch als PIgpen-Chiffre bezeichnet) bin ich in Klausis Krypto Kolumne bereits eingegangen. Sie wird sogar von der NSA verwendet. Hier ist die an dieser Stelle relevante Variante davon (es gibt verschiedene Versionen):

Freimaurer-Pigpen-2

Die Inschrift ist nicht ganz einfach zu entziffern, da einige der Punkte nicht mehr erkennbar sind. Der Klartext lautet: REMEMBER DEATH. Zugegeben, besonders einfallsreich ist das nicht – aber immerhin verschlüsselt.

Banner-Nicht-zu-knacken

Und das zweite Grab? Dieses steht als nächstes auf meinem Reiseprogramm. Mal sehen, ob ich es finde.

Kommentare (7)

  1. #1 Pnugi
    München
    18. März 2014

    Soso, du bist also in New York und beschäftigst dich mit verschlüsselten Freimaurer-Gräbern. Und genau an diesem Tag stirbt in New York die Frau von Mick Jagger, angeblich Selbstmord. Ich sehe schon die Verschwörungstheorien hochkochen …

  2. #2 Ralf Bülow
    19. März 2014
    • #3 Klaus Schmeh
      19. März 2014

      Stimmt. Ich war inzwischen dort und habe den Grabstein gefunden. War gar nicht so einfach, denn das Personal konnte mir nicht weiterhelfen. Erst als ich mit Hilfe eines Fotos selbst auf die Suche gegangen bin, hat es geklappt.

  3. #4 Redfox
    19. März 2014

    besonders einfallsreich ist das nicht

    Ist ein Klassiker:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Memento_mori

  4. #5 Lyse
    20. März 2014

    X eingebundene Bilder liefern mir hier einen „HTTP 401 Authorization Required“ zurück, entsprechend kriege ich hier von meinem Browser ein Anmeldefenster präsentiert mit dem Realm „Konradin: Password required“. Ich glaube, da liegt ein Fehler vor. Beispielsweise tritt das bei dieser Grafik hier auf: http://konradin-scienceblogs-k02.nionex.net/klausis-krypto-kolumne/files/2014/03/Manchester-bar-60×45.png

  5. #6 nicht schlau aber wissbegierig
    6. April 2016

    http://registers.trinitywallstreet.org/files/history/churchyard/stpaul/history.php?id=702

    ist damit diese Person gemeint? Da schreibt er sich “james lacen”

    • #7 Klaus Schmeh
      6. April 2016

      Das könnte sein. In der Schrift auf dem Grabstein kann man das Y und das N durchaus verwechseln. Ich vermute aber, dass Y richtig ist.