Eine neue Steuer auf pronografische Darstellungen zwingt den Besitzer des Voynich-Manuskripts zu einem ungewöhnlichen Schritt: Die abgebildeten nackten Frauen sollen mit einem Bikini ausgestattet werden.

Das Motto “sex sells” war bekannttlich schon dem Autor des Voynich-Manuskripts bekannt. Deshalb sind mehrere Dutzend nackte Frauen im rätselhaftesten aller Bücher abgebildet. Doch diese Freizügigkeit wird wohl bald ein Ende haben, denn nach eigenen Angaben will die Beinecke Library, die das Voynich Manuskript seit 1969 besitzt, demächst eine Korrektur an den Zeichnungen vornehmen. Alle nackten Frauen, so der Plan, sollen mit einem Bikini ausgestattet werden – aufgemalt in einer originalgetreu hergestellten Tinte.

Voynich-Bikinis

Hintergrund dieser Aktion ist ein neues Gesetz des US-Bundesstaats Connecticut, das am 1. Oktober 2014 in Kraft treten wird. Diese Bestimmung sieht vor, dass für den Besitz pornografischer Druckwerke, deren Wert 50 Dollar übersteigt, pro Jahr eine Steuer von 5 Prozent des Werts zu entrichten ist. Da das Voynich-Manuskript auf etwa 10 Millionen Dollar geschätzt wird, bedeutet dies für die Beinecke Library eine jährliche Belastung von 500.000 Dollar. “Da ist es allemal günstiger, die pornografischen Darstellungen im Voynich-Manuskript zu entschärfen”, berichtet ein Sprecher der Beinecke Library. Im als besonders konservativ geltenden Bundesstaat Connecticut haben bibeltreue Gruppierungen die Nackt-Darstellungen im Voynich-Manuskript schon häufig kritisiert.
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Es gibt jedoch auch Kritik an den Plänen der Bibliothek. So machte die US-amerikanische Voynich-Manuskript-Expertin Tammy Aprilia einen Alternativ-Vorschlag, der mir naturgemäß sehr gut gefällt: “Der deutsche Voynich-Fachmann Klaus Schmeh besitzt eine originalgetreue Kopie des Manuskripts, die für Ausstellungs- und Studienzwecke völlig ausreicht. Diese könnte man der Beinecke Library übergeben, während man das Original für die Forschung verwendet. So könnte man etwa 50 Seiten des Manuskripts für eine Radiokarbon-Untersuchung der Tinte verwenden, deren Alter man bisher ja noch nicht kennt.” Meine Voynich-Manuskript-Kopie hat nach Meinung von Experten einen Wert von etwa 20.000 Dollar. Die jährliche Steuer würde also nur etwa 1.000 Dollar pro Jahr betragen. An den verbleibenden Seiten des Original-Voynich-Manuskripts haben bereits mehrere Sammler Interfesse angemeldet.

Kommentare (6)

  1. #1 Elitsa
    1. April 2014

    > Voynich-Manuskript-Kopie hat nach Meinung
    > von Experten einen Wert von etwa 20.000 Dollar.
    Viel zu hoch gegriffen, ich würde dafür maximal 15000 zahlen.

  2. #2 Peter
    1. April 2014

    15’000 $ ?. Eindeutig viel zu wenig.
    Jetzt wo wir wissen, dass es den Bikini schon im 15 Jahrhundert gab, müsste der Preis gleich doppelt angesetzt werden.
    Und man sollte auch gleich die Patentrechte von Triumpf überprüfen.

  3. #3 rolak
    1. April 2014

    20.000 .. 15.000

    Quatsch, eindeutig 14.000.

  4. #4 Rich SantaColoma
    1. April 2014

    Clearly this is in error. Those bikinis are still far too revealing.

    Perhaps, Capri’s and a chiffon blouse might be nice… or maybe a tasteful business suit. Why just follow the “letter of the law”… do it with style!

  5. #5 Wikka
    Templin
    1. April 2014

    April, April 😉

  6. #6 Klaus Schmeh
    1. April 2014

    FOCUS Online berichtet über diesen Artikel: http://www.focus.de/panorama/welt/april-april-google-bietet-festanstellung-fuer-pokemon-meister_id_3736762.html

    Kein Wunder, ist ja auch wirklich eine Sensation.