Das Buch Soyga ist ein 500 Jahre altes Werk über Zauberei und Astrologie. Es enthält einen seltsamen Code. Wer ihn entschlüssele, der müsse sterben, hieß es im Volksmund. Ein Mathematiker kam dem Rätsel auf die Schliche.

Das Buch Soyga ist eines der zahlreichen Bücher über Zauberei, die in der Renaissance geschrieben wurden. Es enthält allerlei magische Weisheiten, Zaubersprüche, Mystisches und astrologische Regeln. Interessant am Buch Soyga sind vor allem 36 Buchstabenquadrate, die darin abgedruckt sind. Diese bestehen jeweils aus 36 Zeilen und 36 Spalten. Hier ist das Original:

Soyga

Und hier ist eine transkribierte Seite:

Soyga-table

Der Sinn dieser Buchstabenfolgen war lange Zeit unbekannt. Inzwischen ist das Rätsel gelöst. Mehr über das Buch Soyga und dessen Lösung gibt es in meinem aktuellen Artikel in FOCUS Online: Tödlicher Zauberbuch-Code

Jim Reeds, den Mathematiker, der die Lösung gefunden hat, habe ich bereits mehrfach bei Konferenzen getroffen. Hier ist der Beweis:

Reeds-Schmeh

Zum Weiterlesen:


Kommentare (16)

  1. #1 Peter
    25. April 2014

    Interessant
    > Wer ihn entschlüssele, der müsse sterben.
    >Jim Reeds, den Mathematiker, der die Lösung gefunden hat, habe ich bereits mehrfach bei Konferenzen getroffen.

    Und er lebt noch ? 🙂

  2. #2 Peter
    25. April 2014

    Bevor ich jetzt den Link öffne, kommen mir gleich die Zahlen
    666, 13 und 7 in den Sinn.
    Entspricht den magischen Zahlen um 1500.

  3. #3 Peter
    25. April 2014

    OK ! Frage beantwortet.
    >Inzwischen lässt sich der Wahrheitsgehalt dieser Aussage überprüfen. Seit Jim Reeds die Lösung veröffentlicht hat, sind 15 Jahre vergangen. Er lebt immer noch

  4. #4 Jochen
    27. April 2014

    Es darf wohl dennoch oBdA davon ausgegangen werden, dass er (irgendwann) sterben muss.

    • #5 Klaus Schmeh
      29. April 2014

      Stimmt. Daher gilt: Jeder, der diesen Blog liest, muss sterben.

  5. #6 cing
    Hannover
    29. April 2014

    Für mich sieht das nicht nach einem verschlüsselten Text, sondern nach Codetafeln aus, mit der man Text verschlüsselt.
    Da die Codewörter der einzelnen Tafeln Tierkreise, Planeten und Elemente als Bennenung haben, wäre sogar eine Absendezeit ausreichend, um dem Empfänger anzuzeigen welche Verschlüsselungstafel angewandt wurde.
    Dann wäre eine Drohung, dass (“eine Weitergabe der”) Entschlüsselung zum Tode führt, durchaus erklärlich…
    und insgesamt würde das Ganze dann auch mehr Sinn machen.
    Eher jedenfalls als das ein spassiger Zauberbuchautor sich gegenüber der Inquisation mal einen Spass erlaubt hätte.
    Nun ja, hierfür müsste sich ja *nur* ein verschlüsselter Text finden lassen, der mit den Tafeln entschlüsselt werden kann…

    • #7 Klaus Schmeh
      29. April 2014

      Interessanter Hinweis. Allerdings ist mir nicht klar, wie genau man diese Tabellen zum Verschlüsseln einsetzt. Gibt es da eine nahe liegende Methode?

  6. #8 Knut Tunk
    29. April 2014

    >habe ich bereits mehrfach bei Konferenzen
    >getroffen. Hier ist der Beweis
    Das Foto ist aber kein Beweis, daß Sie ihn *mehrfach* getroffen haben. Es beweist nur, daß Sie ihn einmal getroffen haben. ;.)

    • #9 Klaus Schmeh
      29. April 2014

      Stimmt, Sie müssen mir also glauben, dass ich ihn noch mindestens ein weiteres Mal getroffen habe.

  7. #10 cing
    Hannover
    29. April 2014

    Gibt es die Transkription der Tafeln als Zeichenquelle (z.B.ASCII)?

  8. #12 cing
    Hannover
    29. April 2014

    Ich habe jetzt mal nur die hier im Blog transkribierte Tabelle zum Verschlüsseln benutzt: Ist ein kurzer deutscher Satz:

    MVIIIMDCCXIIMDCIIMCCCVMMMCCIXMCVICCCXXVIIIMMCCCXXVIMXXXMDCCXXVIIIMCDIMMDCCCXIVMCDXXVMDCCCVIIMDCCCXXVIIIMMXXCCCVIICMIIIMMCXXIXMMMCXIXCMVIIMDCCCVMCCCXXMMMCCIXMMVIIMMCII

    • #13 Klaus Schmeh
      29. April 2014

      Jetzt muss man sich fragen: Ist die Verschlüsselung nicht etwas umständlich (der Geheimtext ist wohl deutlich länger als der Klartext)? Ist die Verschlüsselung eindeutig umkehrbar? Hätte man den gleichen Effekt nicht auch mit kürzeren Tabellen erreichen können?

  9. #14 cing
    Hannover
    29. April 2014

    Das ist ja nur ein dahergegeriffenes Beispiel. An röm. Zahlen kann man ja leicht erkennen, wo sie beginnen und enden. Jedenfalls ist sichergestellt das jeder Buchstabe meines Satzes durch ein anderes (Zahlen-)symbol ersetzt wird. Ich habe die Tafeln selbst jetzt (noch) nicht nach Häufung der Buchstaben analysiert, aber auf den ersten Blick kommt jeder Bichstabe vergleichsweise häufig vor, so dass man einer Häufigkeitsanalyse aus dem Weg gehen kann.

    Man könnte die Verschlüsselung z.B. mit drei Tafeln durchführen, und die verwendeten Tafel z.B. als Sternzeichen, Ascendent und Element übergeben die man selbst wiederum symbolisch oder auch teilweise als Datum übermitteln kann.

    Da es sich um eine quadratische Darstellung der Tafeln handelt, könnte man diese zusätzlich noch drehen und spiegeln.

    Umständlich ist subjektiv, der Aufwand rechtfertigt sich ja durch das übertragene Geheimnis. Und so umständlich war es jetzt nicht, habe ich mit Papier und Bleistift gemacht (war ungefähr eine Viertelstunde).

    Den besonderen Charme haben diese Tafeln ja durch ihre Berechenbarkeit. Wer die Codewörter und den Rechenweg kennt, kann die Tafel reproduzieren. Solange dieses Wissen vorhanden ist, können die Tafeln auch vernichtet werden. Das diese Wissen verlorengegangen war, liegt durch die fehlerhaften Tabellen auf der Hand.

  10. #15 cing
    29. April 2014

    Ich habe gerade gesehen, dass hier Text beim posten verloren geht. Daher nochmal das Beispiel:

    MVIIIM
    DCCXII
    MDCIIM
    CCCVMM
    MCCIXM
    CVICCC
    XXVIII
    MMCCCX
    XVIMXX
    XMDCCX
    XVIIIM
    CDIMMD
    CCCXIV
    MCDXXV
    MDCCCV
    IIMDCC
    CXXVII
    IMMXXC
    CCVIIC
    MIIIMM
    CXXIXM
    MMCXIX
    CMVIIM
    DCCCVM
    CCCXXM
    MMCCIX
    MMVIIM
    MCII

  11. #16 cing
    Hannover
    2. Mai 2014

    Offene Rätsel gibt es hier genug!
    Was ich gemacht habe:
    Ich habe die hier im Blog transkribierte Tabelle spalten- und zeilenweise von 1 bis 36 durchnummeriert.
    Dann habe ich mir die für meinen Satz benötigten Buchstaben markiert und deren Koordinaten aufgeschrieben (y, x). Habe bei x eine führende 0 als 10er bei einstelliger Zahl hinzugefügt und die Zahl als 10er und Einser sowie y als 100er und 1000er zusammengesetzt und als römische Zahlen übertragen.
    Abschliessend habe ich die römischen Zahlen einfach hintereinander weggeschrieben.
    Bei den röm. Zahlen kann man hier(!) auf Trennzeichen verzichten.

    Leider hatte ich nicht sauber gearbeitet (sondern mal eben schnell und relativ spät) und Fehler eingebaut (sollte sich tatsächlich jemand damit beschäftigt haben, bitte ich um Entschuldigung).

    Die erste Zahl müsste zum Beispiel MXVIII, also 1018, y=10, x=18 -> N heissen.

    NADASSISTIAUOHLNICHTSCHUER

    Ich habe J durch I und W durch U substituiert und keine Lerrzeichen verwendet.