Heute geht es um eine Freimaurer-Medaille, auf der neun verschlüsselte Buchstaben zu lesen sind. Deren Bedeutung ist mir nicht bekannt.

Über die Web-Seite des Londoner Freimaurer-Archivs bin ich auf eine Medaille gestoßen, die etwa so aussieht:

Freemason-Badge

Aus urheberrechtlichen Gründen kann ich kein Foto dieser Medaille in meinen Artikel aufnehmen. Über diesen Link finden Sie eines.

Wie man sieht, befinden auf der Medaille acht im Kreis angeordnete Buchstaben. Dabei dürfte es sich um eine Freimaurer-Verschlüsselung handeln. Im Inneren der Medaille findet sich noch ein neunter Buchstabe.

Über die Freimaurer-Verschlüsselung (auch als Pigpen-Verschlüsselung bekannt) habe ich in Klausis Krypto Kolumne schon öfters berichtet (z. B. hier und hier). Diese sehr alte Verschlüsselungsmethode wurde längst nicht nur vorn den Freimaurern eingesetzt. Außerdem setzten die Freimaurer längst nicht nur die Freimaurer-Verschlüsselung ein, sondern nutzten auch andere Techniken. In diesem Fall passt es aber: Es handelt sich um eine Freimaurer-Medaille mit einer Freimaurer-Verschlüsselung.

Die Freimaurer-Verschlüsselung funktioniert normalerweise wie folgt:

Freimaurer-Pigpen-3

Es gibt allerdings zahlreiche Abwandlungen dieses Schemas. Insbesondere müssen die Buchstaben von A bis Z nicht in der gezeigten Reihenfolge aufgeschrieben werden. Hier ist ein Beispiel:

Freimaurer-Pigpen-4-AssassinsGreed

Welche Variante der Freimaurer-Verschlüsselung auf der Medaille verwendet wurde, ist mir nicht bekannt. Die Sache ist nicht ganz trivial: Es ist nicht klar, wo der Geheimtext anfängt bzw. aufhört, außerdem weiß man nicht, ob einige der Buchstaben auf dem Kopf stehen. Und schließlich ist der Geheimtext mit acht bzw. neun Buchstaben für eine Häufigkeitsanalyse sehr kurz.

Schafft es trotzdem jemand, die Verschlüsselung zu knacken?

Zum Weiterlesen:


Kommentare (5)

  1. #1 Peter Lichtenberger
    Geheimlabor
    16. August 2014

    Die 8 Buchstaben stehen höchstwahrscheinlich für H. T. W. S. S. T. K. S. – Man beachte vor allem die Anordnung: Das H ist oben. Das bedeutet: HIRAM, TYRIAN, WIDOW’S SON, SENDETH TO KING SOLOMON; einer Phrase des Initiationsritus. Ich habe auch ein Bild dazu gefunden. Hier der LInk zu einem Freimaurermedaillon mit diesen Buchstaben (das dritte Bild anklicken): https://www.etsy.com/listing/152818837/antique-freemasons-locket-royal-arch

  2. #2 Peter Lichtenberger
    Geheimlabor
    16. August 2014

    Hier noch die Tabelle der Chiffre:
    AJS BKT CLU
    DMV ENW FOX
    GPY HQZ IR
    Jeder 2. Buchstabe dieser Tripel hat einen Punkt, jeder dritte 2 Punkte. LG Peter

  3. #3 Klaus Schmeh
    16. August 2014

    Hallo Peter, vielen Dank, das klingt plausibel.
    Was ich übersehen habe: Die beiden von mir angegebenen Beispiele für eine Freimaurer-Chiffre kommen nicht infrage, da sie maximal einen Punkt pro Buchstabe vorsehen. Die folgende Variante wäre der bessere Ausgangspunkt: http://scienceblogs.de/klausis-krypto-kolumne/files/2014/04/langie-pigpen-solution.png

  4. #4 Peter
    2. September 2014

    >Die beiden von mir angegebenen Beispiele für eine Freimaurer-Chiffre kommen nicht infrage, da sie maximal einen Punkt pro Buchstabe vorsehen.

    Würde ich jetzt so nicht sagen. Je nach Herkunftsland war eine andere Codierung vorhanden.

    mal als Erinnerung
    http://www.quadoo.de/freemason/freimaurer-alphabet.html

  5. #5 Peter
    2. September 2014

    Hier noch eine allgemeine Hilfe für alte Schriften. War immer mal hilfreich.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Kensington_Runestone#mediaviewer/File:Edward_Larsson_1885_I.jpg