In Gelnhausen habe ich eine Inschrift fotografiert, die ich nicht lesen kann. Kann jemand diese Verschlüsselung (falls es überhaupt eine ist) lösen?

Im Juni habe ich in Gelnhausen an einer Tagung teilgenommen, die von der Grimmelshausen-Gesellschaft organisiert wurde. Eher zufällig ist mir dabei in der Gelnhausener Innenstadt eine Inschrift an einem Fachwerkhaus aufgefallen:

Gelnhausen-Inschrift-2

Die untere Zeile ist recht einfach zu lesen “NU 1990”. Mir ist zwar nicht ganz klar, was NU bedeutet, aber insgesamt könnte das wohl ein Hinweis darauf sein, dass dieses Haus 1990 renoviert wurde (um einen Neubau aus dem Jahr 1990 dürfte es sich wohl nicht handeln).

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Völlig unverständlich ist für mich dagegen die ober Zeile:

Gelnhausen-Inschrift

Ich kann mit Mühe ein paar Zahlen erkennen, aber ansonsten ergibt das für mich keinen Sinn. Ist diese Inschrift verschlüsselt? Wenn ja, kann sie jemand knacken? Oder kennt jemand die Bedeutung dieser Inschrift? Findet sich die Lösung auf irgendeiner Web-Seite?

Für Hinweise aller Art wäre ich dankbar.

Zum Weiterlesen: Der verschlüsselte Grabstein im Schatten des World Trade Center

Kommentare (27)

  1. #1 Michel
    Lönneberga
    25. August 2014

    Die Inschrift auf dem Schild konnte ich scharfsinnigerweise lösen: “Krämergasse”
    Sorry, musste sein 😉

  2. #2 CArsten
    25. August 2014

    Hmm

    ich erkenne dort auch nur 1516 und 1610. Evtl. bedeuten die Hausmarken, dass es dort ein Haus gab, das 1516 gebaut war und dass es 1610 erweitert oder wieder aufgebaut wurde (nach Brand?). Leider sonst keine Ahnung.

    Bzgl. Hausmarken fand ich eben diese schöne Werk:
    http://www.emslaendischer-heimatbund.de/medien/bilder/publikationen/Inhaltsverzeichnis/Band_58/Emsland-Jahrbuch_Band_58_Hausmarken.pdf

    • #3 Klaus Schmeh
      25. August 2014

      >ich erkenne dort auch nur 1516 und 1610
      Das wäre doch schon etwas. Kann man diese Zahlen eindeutig identifizieren?

  3. #4 CArsten
    25. August 2014

    Ich sicherlich nicht 😉

    Paläografieexperten sicherlich. Außerdem scheint es hinten nicht 1610 zu heißen, da die Zehnerziffer anders aussieht als meine gemutmaßte 1 (sieht aus wie das Zeichen eines Kreisintegrals).

  4. #5 Daniel
    25. August 2014

    Ich habe von Hausmarken keine Ahnung. Jedoch erscheinen mir diese ans altdeutsche f erinnernden Symbole eher als Platzhalter. Demnach erkenne ich nur 56 und 60 mit Bestimmtheit.

    Vielleicht hilft ja diese Seite, auf die ich gestoßen bin:
    http://www.suehnekreuz.de/zahlen.html

  5. #6 Rich SantaColoma
    http://proto57.wordpress.com/
    25. August 2014

    CArsten, I still like your idea. Perhaps the other two figures are “ad”? The last figure, I would not know, though.

    http://www.santa-coloma.net/general/building_labels.jpg

  6. #7 Rich SantaColoma
    25. August 2014

    After centuries of building restorations, the numbers probably got all bent over time. Each time they would be taken down to fix, or paint, and nailed back up, there would be little differences. Maybe that is all that happened here?

  7. #8 Emma
    25. August 2014

    Kryptologisch unsportlich, aber vielleicht kann das Heimatmuseum von Gelnhausen weiterhelfen oder Kontakt zu jemandem herstellen, der sich damit auskennt.

    http://www.gelnhausen.de/Heimatmuseum.579.0.html

  8. #9 Bernhard Gruber
    25. August 2014

    Das Haus steht in der Langgasse, vielleicht hilft das weiter. Hier gut zu sehen (5. Reihe von oben): http://www.gudrun-kauck.eu/GelnhausenFachwerk2.html

  9. #10 Peter Adams
    Euskirchen
    25. August 2014

    War an der Tür eine Klingel?

  10. #11 undeednu
    25. August 2014

    Wenn ich da mehr reininterpretiere, was ich erwarte, als, was ich lesen kann, steht da:
    |1|5|a|d|6|0|

  11. #12 Bernhard Gruber
    25. August 2014

    Langgasse 31 um genau zu sein: http://www.panoramio.com/photo/7888383

  12. #13 Bernhard Gruber
    25. August 2014

    Hinter dem Toro und der spanischen Flagge verbirgt sich noch 1953 (?) http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c6/Gelnhausen%2C_Langgasse_31%2C_001.jpg

  13. #14 Brian
    26. August 2014

    Jup… undeednu hat recht. Die Antwort lautet: 1|5|a|d|6|0|

  14. #15 Michael
    26. August 2014

    Das die Kreisintegralzeichen Trenner sind, glaube ich auch. Das hab ich schon öfters in besser lesbar an alten Häusern gesehen. Auch die 1560 ist gut lesbar. Das D kauf ich auch.

    Aber das A müsste schon falschrum angenagelt und verbogen sein. Andererseit ist AD natürlich am wahrscheinlichsten. Und spiegelverkehrte Buchstaben (vermutlich von Analphabeten geschriebene) habe ich in Hausinschriften auch schon öfters gesehen.

    Also alles zusammen lese ich auch |1|5|A|D|6|0| mit spiegelverkehrtem, unleserlichem A.

    Gruß,

    Michael

  15. #16 Michael
    26. August 2014
  16. #17 Jan
    26. August 2014

    Ich sehe da beim besten Willen kein AD. Wenn wir uns einig sind, dass zweite Zeichen eine 5 und das vorletze eine 6 ist, dann steht da:

    |1|5|6 | 5 |6|0

    …was auch keinen Sinn ergibt 🙂

  17. #18 Michael
    26. August 2014

    Das D finde ich recht klar erkennbar, siehe die Textbeispiele, die man unter dem von mir geposteten Link findet (Halt eine Variante eines großen D in deutscher Kursive). Ein A kann man aber in der Tat nur mit viel Phantasie erkennen. Wenn man sich aber die Beispiele für A von 1606 und 1644 anguckt, scheint vieles möglich 🙂

  18. #19 Jan
    26. August 2014

    Ok, sagen wir mal das heißt |1|5|x|y|6|0|.

    Siehe Seite 190 in dem PDF. Dort gibt es eine Inschrift

    17FT46

    Das Haus von (F)enne (T)heissing wurde 1746 gebaut.

    In unserem Fall heißt das also das Haus wurde von jemandem mit den initialien XY/AD/etc. 1746 gebaut.

    That’s it.

  19. #20 Michael
    26. August 2014

    1560 😉

  20. #21 Klaus Schmeh
    26. August 2014

    @undeednu: Danke für den Hinweis, /1/5/A/D/6/0/ erscheint mir richtig. Evtl. sind die beiden Buchstaben in der Mitte anders zu interpretieren, aber die Jahreszahl stimmt.
    Damit ist klar: Es handelt sich nicht um eine Verschlüsselung sondern um undeutlich geschriebene Zahlen und Buchstaben mit Trennzeichen.
    Rätsel (größtenteils) gelöst, danke an alle Beteiligten!

  21. #22 Thorsten
    11. September 2014

    Noch ein (verspäteter) Hinweis:
    Es heisst meiner Meinung nach tatsächlich “AD” – es gab einmal die altdeutsche Schrift, in der das A nunmal so aussieht. Zum Vergleich kann man das schnell über Google aufrufen.

    • #23 Klaus Schmeh
      11. September 2014

      Danke für den Hinweis. Ich habe mir so etwas schon gedacht, bin aber kein Schriftexperte.

  22. #24 Karl Gernfink
    18. Oktober 2018

    @Klaus Schmeh. Ich weiß zwar, dass ich mich nun mächtig blamiere, aber mit Ziffern und alten Schreibweisen habe ich wenig am Hut. Handelt es sich nun um den Erbauungszeitraum, (a. D. (19)56 – (19)60, oder 1516 – 1610 – ein wenig lang oder? ), das Fertigstellungsdatum (15 a. D. 60, o. s. ä) oder bezieht sich dieses Buchstaben,- Zahlen und Zeichengewirr sonst irgendwie auf NU 1990?

  23. #25 Hans
    19. Oktober 2018

    Da das Haus Langgasse 31 laut Denkmalliste (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kulturdenkmäler_in_Gelnhausen) aus dem 18. Jahrhundert stammt, können die Deutungen, die 1560 als Baujahr vorschlagen, nicht stimmen. Es ist zwar denkbar, dass es sich beispielsweise um das Jahr der frühesten urkundliche Erwähnung des Gebäudes handelt und diese Jahreszahl später historisierend hinzugefügt wurde. Möglich ist jedoch auch, dass die angebliche 5 in Wirklichkeit eine 7 darstellen soll. In verschiedenen altdeutschen Schreibweisen ist die 7 umgedreht (hier einige frühe Beispiele: http://www.suehnekreuz.de/ikono/schrift.html). Wahrscheinlich muss die Jahreszahl also als 1760 gelesen werden.

  24. #26 Klaus Schmeh
    23. Oktober 2018

    @Karl Gernfink:
    Ich denke, das Haus wurde 1560 gebaut. Das lässt sich aus der Inschrift 1|5|A|D|6|0 schließen. Vermutlich wurde es 1990 renoviert.

  25. #27 Klaus Schmeh
    23. Oktober 2018

    @Karl Gernfink:
    Vermutlich hat Hans recht, und es muss 1760 heißen.