Die Enigma-Knackmaschine “Turing-Bombe” hatte einen großen Einfluss auf den Zweiten Weltkrieg. Sie war ein Vorläufer des Computers.

Im Film The Imitation Game spielt sie eine wichtige Rolle: die Turing-Bombe. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine Waffe, sondern um eine Datenverarbeitungsmaschine, die Enigma-Funksprüche lösen konnte. In meinem aktuellen Artikel in Focus Online gibt es Informationen dazu.

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Im Film ist die Knackmaschine fast alleine die Erfindung Turings. In Wirklichkeit war es Team-Arbeit. (Quelle: SquareOne Entertainment)

 

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Die Briten bauten über 200 Exemplare der Turing-Bombe. Nach dem Krieg wurden alle demontiert. Es gibt jedoch einen originalgetreuen Nachbau, der im Museum Bletchley Park steht.

 

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Eine Turing-Bombe simulierte 36 Enigmas gleichzeitig und konnte fast 1.700 Enigma-Einstellungen pro Minute testen. (Quelle: Ted Coles)

 

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Die korrekte Einstellung erkannte das Gerät anhand von häufigen Wörtern (viele Nachrichten endeten beispielsweise mit HEIL HITLER), die sich mit elektrischen Drähten programmieren ließen.

 

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Die Bedienung der Turing-Bomben war oft Frauenarbeit. Hier zeigt eine Veteranin am Nachbau, wie im Zweiten Weltkrieg ihre Arbeit ablief.

 

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Dieses Bild stammt von einem Veteranen-Treffen in Bletchley Park im Jahr 2009. Der hohe Frauenanteil ist offensichtlich.

 

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Dies ist ein weiteres Ausstellungsstück aus dem Museum Bletchley Park: eine Turing-Bomben-Attrappe, die für den Film Enigma (2001) hergestellt wurde.

 

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Ich bin gespannt, ob auch die Attrappe aus The Imitation Game in Bletchley Park ausgestellt werden wird. Im Gegensatz zu Enigma wurde The Imitation Game teilweise am Originalschauplatz gedreht. (Quelle: SquareOne Entertainment)

 

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Die Briten weihten die USA in die Funktionsweise der Turing-Bombe ein. Die Amerikaner bauten daraufhin eine eigene Version (Desch-Bombe), die noch leistungsfähiger war. (Quelle: National Cryptologic Museum)

 

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Im Gegensatz zur Turing-Bombe hat von der Desch-Bombe ein Exemplar überlebt. Es steht im Museum der NSA in der Nähe von Washington. (Quelle: National Cryptologic Museum)

Zum Weiterlesen: Enigma-Nachricht entschlüsselt, die kurz nach Hitlers Tod versendet wurde

Kommentare (6)

  1. #1 Jerry McCarthy
    England
    26. Januar 2015

    Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen der Desch-bombe und der Turing-Bombe. Die Desch-bombe knackte die Enigma, die vier Walzen hatte.

  2. #2 Orci
    28. Januar 2015

    Interessanterweise nennen sowohl die Briten als auch die Amerikaner ihre Maschinen nicht “Bomb” sondern “BombE” – gibt es dafür einen besonderen Grund?

  3. #3 Jerry McCarthy
    England
    28. Januar 2015

    #2. Das Wort kommt vom polnischen “Bomba” und ist eine Übersetzung davon. Der Ursprung von “Bomba” ist nicht wirklich verstanden; es gibt viele Geschichten darüber.

    • #4 Klaus Schmeh
      28. Januar 2015

      In einigen Quellen heißt es, die Bomba (der polnische Vorläufer der Turing-Bombe) habe ausgesehen wie eine Eisbombe und kam deshalb zu ihrem Namen.

  4. #5 Jerry McCarthy
    England
    28. Januar 2015

    Eine andere Hypothese ist, dass die Maschine ein Gewicht fallen ließ, ähnlich wie ein Flugzeug eine Bombe abwirft, und so deutlich hörbar signalisierte, dass eine mögliche Walzenstellung gefunden wurde. Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Turing-Bombe

  5. #6 Guenther Waffler
    3. Februar 2015

    Eine noch andere Erklärung findet sich in der Turing-Biographie von Andrew Hodges (zu den polnischen Bomben).

    Zitat: By November 1938 they had actually build such machines – six in fact, one for each possible rotor order. They produced a loud clicking sound, and were accordingly called the Bombes.