Heute geht es um ein rätselhaftes Buch, das in den neunziger Jahren in London aufgetaucht ist. Es ist völlig unklar, wer dieses Buch verfasste, wann es entstanden ist, was der Inhalt bedeutet und welchen Zweck es erfüllen sollte.

Im Jahr 2007 veröffentlichte ein mir nicht bekannter Blogger einen Artikel über ein Buch, das er zehn Jahre zuvor in London gekauft hatte. Der Artikel ist noch abrufbar, man wird allerdings sofort auf eine andere Seite weitergeleitet. Hier ist ein Screenshot des Artikels:

Cylob-Cryptogram-entry

Das Buch (ich nenne es nach dem Blog “Cylob-Manuskript”, ich habe es unter der Nummer 00056 in meine Encrypted Book List aufgenommen) stammt also aus einem Laden namens “Dillon’s Arts”. Zwei Ausschnitte daraus sind im Artikel abgebildet. Folgende ist wohl die Titelseite:

Cylob-Cryptogram-1b

Und hier sind zwei weitere Seiten:

Cylob-Cryptogram-2

Leider ist mir völlig unklar, was der Inhalt des Cylob-Manuskripts bedeuten soll. Der Name des Ladens in London deutet darauf hin, dass es sich um Kunst handelt. Dies wäre sicherlich möglich, immerhin gibt es mit dem Codex Seraphianus bereits ein Kunstwerk in Form eines verschlüsselten Buchs. Hat der etwaige Künstler sinnlose Symbole aneinandergereiht? Oder haben die Rechtecke einen Sinn? Es darf gerätselt werden.

Die komplexen Zeichen erinnern an das Folger-Manuskript, ein verschlüsseltes Buch der Freimaurer. Im Folger-Manuskript steht jedes Zeichen für ein ganzes Wort. Ist das beim Cylob-Manuskript genauso? Hat das Cylob-Manuskript vielleicht sogar etwas mit den Freimaurern zu tun? Ich weiß es nicht.

Über die Herkunft, das Alter und den Zweck des Buchs habe ich ebenfalls keine Informationen. Weiß jemand mehr darüber? Kann jemand vielleicht sogar die Verschlüsselung (falls es eine ist) knacken? Hinweise nehme ich gerne im Diskussionsforum entgegen.

Zum Weiterlesen: Aus dem 18. Jahrhundert: Ein verschlüsseltes Buch mit dreieckigen Seiten

Kommentare (7)

  1. #1 Gert Brantner
    Berlin
    30. März 2015

    Sehr interessant. Ich habe in der Vergangenheit ein paar DJ-Sets von Cylob gehört.
    Ich halte die Graphik aber für ein Produkt von Cylob, der seine Plattencover oft selbst gestaltet hat. Es könnte auch aus dem Umfeld von “Designers Republic” stammen.
    Auf diesem Plattencover sind die graphischen Elemente wiederzufinden: http://www.discogs.com/Cylob-Pepper-Spray/release/2262889

  2. #2 Thorsten
    30. März 2015

    Der Text besteht aus 48 Zeichen und es lassen sich 21 unterschiedliche Symbole identifizieren. 4 davon findet man sowohl auf der Titel- als auch der Innenseite, die übrigen entweder nur auf der Titelseite oder nur auf der Innenseite. Diese exklusiven Zeichen haben auf der Innenseite meist einfach nur einen Strich mehr wie Vergleichbare auf der Titelseite. Zeichen treten in Häufigkeiten von 1 bis 4 Vorkommen im Text auf.

    Sollte ein Symbol für ein ganzes Wort stehen, so wäre der Wortschatz mit 21 Worten sehr klein. Außerdem wiederholen sich die meisten Symbole im Text, wohingegen man bei einem normalen Text mehr Wörter erwarten würde, die nur ein einziges Mal benutzt werden. Eine Substitution halte ich auch für eher unwahrscheinlich. Die Häufigkeiten geben das in meinen Augen nicht her.

    Ich vermute, dass hier kein Text verschlüsselt wurde, sondern es eher eine künstlerische Spielerei darstellt.

    Transkription
    (Bitte eine Ausnahme für das Zertifikat hinzufügen, da selbstsigniert.)

  3. #3 Möbius
    G
    30. März 2015

    Das schaut sehr stark nach Drudeln aus, so wie der berühmte Mexikaner auf dem Fahrrad von oben.

  4. #4 wrdlbprmfd
    30. März 2015

    Ich habe irgendwie gar keinen Code vor Augen, sondern sofort die Assoziation an Grundrisse von Betten, Ecksofas und Schreibtischen. Wahrscheinlich geweckt durch das große Bild auf der rechten Buchseite, das mich auch sofort an einen eingerichteten Raum denken lässt, mit Ventilator oben links. Ein verschlüsselter IKEA-Katalog? 😉

  5. #5 Gert Brantner
    Berlin
    31. März 2015

    Auch eine “künstlerische Spielerei” kann trotzdem etwas bedeuten, siehe z.B.: http://tomburtonwood.com/2011/11/cipher-text/

  6. #6 Peter
    31. März 2015

    Der letzte Eintrag zur ( Der Artikel ist noch abrufbar ), ist aus 11. Dez 2009.
    Leider kann ich auf den 5. Okt. 2007 nicht mehr zugreifen.
    Ich denke da der Artikel nicht mehr vorhanden ist, wird man auf eine andere Seite verwiesen.

  7. #7 Peter
    1. April 2015

    Ist eigentlich ganz einfach!
    In dem Buch sind die Lösungen von einem IQ Test. 😉