John Brown Jr. war ein bedeutender Gegner der Sklaverei in den USA. Von ihm sind mehrere verschlüsselte Briefe erhalten, die noch auf ihre Dechiffrierung warten.

Kennen Sie das Lied “Glory, Glory Halleluja”? Es entstand kurz nach der umstrittenen Hinrichtung des militanten Sklaverei-Gegners John Brown (1800-1859) und ist diesem gewidmet. Die Melodie ist volkstümlich, der Autor des Texts ist nicht eindeutig geklärt. Während des US-Sezessionskriegs wurde “Glory, Glory Halleluja” unter den Soldaten der Nordstaaten äußerst populär. Heute gilt es als Evergreen, auch in Deutschland dürfte es wohl jeder kennen.

Durch eine Google-Suche nach interessanten Kryptogrammen stellte ich kürzlich fest, dass John Brown einige verschlüsselte Briefe hinterlassen hat – so dachte ich jedenfalls. Bei näherem Hinsehen wurde mir aber klar, dass nicht der besagte Sklaverei-Gegner, sondern dessen ältester Sohn John Brown Jr. (1821-1895) gemeint war. Das macht die Sache aber nicht weniger interessant, denn John Jr. war ein wichtiger Helfer seines Vaters. In einer geheimen Mission versuchte er, Mitstreiter für dessen im Untergrund arbeitende Anti-Sklaverei-Gruppe zu gewinnen, wobei er jedoch nicht besonders erfolgreich war.

Die besagten Briefe werden in einem Artikel des Kansas Memory Blog erwähnt. Es handelt sich um insgesamt 33 Briefe, von denen einige teilweise verschlüsselt sind. Bisher hat anscheinend niemand die Lösung gefunden.

Die Briefe stammen jedoch nicht aus der Zeit, in der Brown Jr. für seinen 1859 verstorbenen Vater arbeitete. Vielmehr verfasste er diese Schreiben zwischen 1861 und 1863, als er im Sezessionskrieg als Offizier aktiv war. Adressatin war seine Frau Wealthy.

Auf der genannten Web-Seite ist leider nur einer der Briefe abgebildet:

Brown-jr

Aus dem Sezessionskrieg sind viele Verschlüsselungen erhalten geblieben. Die meisten davon sind jämmerlich schlecht. Ich denke daher, dass auch dieses Kryptogramm zu lösen sein müsste. Es besteht aus Zahlen zwischen 1 und 25. Diese könnten für die Buchstaben des Alphabets stehen (evtl. gilt I=J). Die Anordnung ist allerdings etwas irritierend. Schafft es jemand, dieses Rätsel zu lösen?

Interessant wäre es auch, weitere Briefe von John Brown Jr. zu haben. Der Artikel auf dem Kansas Memory Blog ist diesbezüglich allerdings sehr verwirrend, da alle Links an unpassender Stelle landen. Vielleicht wird ja ein Leser schlau daraus.

Zum Weiterlesen: Die rätselhaften Bilder und Verschlüsselungen des Charles Dellschau (Teil 1)

Kommentare (2)

  1. #1 Ralf Bülow
    13. September 2015

    Bitte einmal diese Seite studieren: http://de.slideshare.net/BillHoyt/a-few-words-in-figures

    • #2 Klaus Schmeh
      13. September 2015

      Vielen Dank für den Hinweis. Damit ist das Rätsel gelöst.