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Der Codex Rhohonci ist das zweitbekannteste verschlüsselte Buch der Welt. Es steht völlig zu Unrecht im Schatten des berühmten Voynich-Manuskripts. Die wichtigsten Fakten zu diesem rätselhaften Buch stelle ich heute in einem Codex-Rohonci-FAQ vor.

Der Codex Rohonci ist ein verschlüsseltes Buch, das bisher allen Lösungsversuchen getrotzt hat. Zweifellos könnte der Codex Rohonci ein weltbekanntes, vieldiskutiertes Krypto-Rätsel sein – wenn es das Voynich-Manuskript nicht gäbe, das als Inbegriff eines verschlüsselten Buchs fast alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Nachdem ich kürzlich ein Voynich-Manuskript-FAQ veröffentlicht habe, gibt es heute ein Codex-Rohonci-FAQ!

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Was ist der Codex Rohonci?

Der Codex Rohonci ist ein handgeschriebenes und von Hand illustriertes Buch mit etwa 450 Seiten. Es ist ein Einzelstück. Als Entstehungszeit wird das 16. Jahrhundert vermutet. Das Besondere daran: Der Codex Rohonci ist in einer Schrift geschrieben, die niemand lesen kann. Alle Versuche, den Text des Codex Rohonci zu entschlüsseln oder sich sonst einen Reim darauf zu machen, sind bisher gescheitert. Der Codex Rohonci gilt daher nach dem Voynich-Manuskript als das zweitbedeutendste ungelöste Buch-Kryptogramm der Welt. Auf meiner (inzwischen nicht mehr ganz aktuellen) Top-25-Liste der ungelösten Verschlüsselungen steht es auf Platz 25. Auf meiner Encrypted Book List hat es die Nummer 00002.

 

Wer hat den Codex Rohonci verfasst?

Der Autor des Codex Rohonci ist nicht bekannt. Im Gegensatz zum Voynich-Manuskript gibt es noch nicht einmal nennenswerte Spekulationen zu diesem Thema.

 

Wo ist der Codex Rohonci entstanden?

Der Codex Rohonci ist höchstwahrscheinlich in Mittel- oder Osteuropa entstanden. Viel genauer kann man den Entstehungsort nicht eingrenzen.

 

Wie alt ist der Codex Rohonci?

Das verwendete Papier wurde vermutlich im 16. Jahrhundert in Norditalien hergestellt, was man unter anderem aus einem Wasserzeichen schließen kann. Wann das Papier beschrieben wurde, ließ sich bisher nicht ermitteln.

 

Seit wann ist die Existenz des Codex Rohonci belegt?

Das Buch gehörte ursprünglich dem ungarischen Bücherliebhaber Gusztáv Batthyány (1803-1883), der es in der damals westungarischen Stadt Rohonc (heute Rechnitz in Österreich) aufbewahrte. Nach Rohonc ist das Buch benannt. Batthyány vermachte den Codex 1838 der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Über die Geschichte des Codex Rohonci vor 1838 ist – außer dass er eine Weile Batthyány gehört hat- nichts bekannt.

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Kommentare (3)

  1. #2 Knox
    13. Februar 2016

    About ten years ago, I tried to designate Rohonc glyphs with numbers so they could more easily be looked up for transliteration.
    single straight lines, no curves
    two straight lines, no curves
    three straight lines, no curves
    enclosed figures with straight lines
    complex straight lines, no curves
    straight lines with solid circles
    straight and curved line(s)
    simple single curved line
    crossed curves
    enclosed curves

    This did not work very well. A better system is needed before anyone makes a machine-readable text.
    However, there is some approximation to categorizing the glyphs on this page and images to work with:

    http://gegenschein.pbworks.com/w/page/105152583/Glyph_Designations

    Click on the small triangle on the right side of the blue view/edit bar to remove the side panel.
    Please note that this is a semi-private site that is only temporarily (one week) made public.

    I am sure there is a much better way that will, also, accommodate additional glyphs.

    The work in listing the glyphs belongs to Németi Kálmán. If you can read Hungarian (I cannot), there may be much more information.
    I found it as a PDF that is no longer available, as far as I know.
    Currently, the work can be found here:
    http://documents.tips/documents/nemeti-kalman-rohonczi-kodex-tantetel-1892.html
    Webpages are ephemeral. It might be gone tomorrow.
    You might find more by searching for:
    Németi Kálmán – Rohonczi kódex tantétel 1892

  2. #3 Martin
    15. Februar 2016

    Spontane Ideen:
    2 Sachen fallen mir beim lesen auf.
    Als erstes habe ich bei den großen Buchstaben und den Bildern an eines erinnert gefühlt. An ein Buch für Kinder!
    Gerade die Art der Bilder und der möglicherweise religiöse Kontext würde in so etwas doch gut reinpassen, richtig?
    Allerdings sollte man dann eine relativ einfache, begrenzte Sprache erwarten, was eine Entschlüsselung vereinfachen sollte.

    Somit komme ich zu meinem zweiten Gedanken.
    Die zeitliche Einordnung!
    Ich vermute, da es ein komplettes verschlüsseltes Werk in einer komplett unbekannten Schrift ist, dass jemand sich vielleicht die Mühe gemacht hat, ein altes, fast zerfallenes Schriftstück, handschriftlich zu kopieren. Vielleicht ein uraltes Familienerbstück, dessen Geschichte nur noch mündlich übertragen wurde, da niemand mehr das Buch lesen konnte.