Der Brite Alfred Janes veröffentlichte vor 130 Jahren ein selbsterfundenes Verschlüsselungsverfahren und ein Rätsel dazu. Es ist bis heute ungelöst.

“Ich bitte, die folgende Verschlüsselung an die Kryptografen aller Nationen weiterzureichen”, schrieb in den den 1880er Jahren der Brite Alfred Janes. Ich weiß nicht, ob die Verschlüsselungsexperten des späten 19. Jahrhunderts dieser Aufforderung nachgekommen sind. Ich will es jedenfalls heute tun.

 

Das Lockstitch-Verfahren

Doch der Reihe nach. Der Blog-Leser Knox aus Texas hat mich dankenswerterweise auf eine Krypto-Veröffentlichung aufmerksam gemacht, die 188x in London erschienen ist (das genaue Jahr ist nicht bekannt). Diese Arbeit stammt von einem Alfred Janes aus London. Hier ist sie abrufbar.

Janes beschreibt darin zunächst ein Verschlüsselungsverfahren, das er als “Lockstitch-Chiffre” bezeichnet. Lockstitch (auf Deutsch: Steppstich) bezeichnet eine gängige Art, wie eine Nähmaschine einen Faden in den Stoff sticht. Der Begriff “Steppdecke” ist davon abgeleitet.

Das Lockstitch-Verfahren arbeitet mit Ersetzungstabellen wie der folgenden:

A:65   B:3   C:345 D:41  E:53  F:98  G:163
H:34   I:93  J:67  K:45  L:6   M:10  N:30
O:34   P:57  Q:901 R:46  S:36  T:88  U:36
V:47   W:94  X:36  Y:30  Z:8

Die Ziffer “2” kommt in der Tabelle nicht vor. Sie wird als Trennzeichen verwendet. Der Klartext KRYPTO verschlüsselt sich demnach in 45246230257288234.

Es handelt sich hier um eine einfache Buchstaben-Ersetzung. Ein längerer Text, der auf diese Art verschlüsselt ist, ist leicht zu lösen. Man muss lediglich die Buchstaben zählen oder nach Wortmustern suchen.

Doch jetzt kommt das Entscheidende: Janes schlägt vor, für jeden Buchstaben des Klartexts eine neue Ersetzungstabelle zu wählen (auch die als Trennzeichen verwendete Ziffer kann dabei variieren). Dies ist äußerst bemerkenswert, denn damit hat Janes ein wesentliches Merkmal des erst später erfundenen One Time Pad vorweggenommen.

 

Das Janes-Kryptogramm

Das Lockstitch-Verfahren ist zwar sehr sicher, aber auch recht umständlich. Der Verschlüsseler muss eine große Menge an Tabellen mit sich herumschleppen, die naturgemäß auch der Empfänger kennen muss.

Janes war dieser Nachteil anscheinend bewusst. Er ging daher davon aus, dass man in der Praxis mit weniger Tabellen arbeitet. Am Ende seiner Arbeit präsentiert Janes als Rätsel einen verschlüsselten Text, der wie folgt aussieht:

Stepstitch-Cryptogram

Janes schreibt ausdrücklich, dass er für dieses Kryptogramm keine Lockstitch-Chiffre verwendet hat. Das heißt wohl: Er hat zwar mit verschiedenen Ersetzungstabellen (inklusive unterschiedlichen Trennziffern) gearbeitet, es waren aber weit weniger Tabellen als der Text Buchstaben hat.

Weitere Informationen zu diesem Janes-Kryptogramm liegen mir nicht vor. Es wurde wohl schon einmal in einem Internet-Forum diskutiert, aber gelöst wurde es meines Wissens nicht. Die Schwierigkeit der Aufgabe hängt natürlich von der Anzahl der Tabellen und vom Muster, wie zwischen diesen gewechselt wird, ab.

Hinweise zur Lösung nehme ich gerne entgegen.

Zum Weiterlesen: Ungelöste Verschlüsselung aus dem 19. Jahrhundert: Bibliothek bietet 1000 Dollar Belohnung

Kommentare (71)

  1. #1 :-)
    6. Juli 2016

    Die Uhr tickt

  2. #2 Piper
    7. Juli 2016

    Tja, was für ein Vogel denkt sich denn sowas aus?

    Vielleicht der hier: Janes, Alfred, 1840-1907, der hat zwei Bücher über Kurzschrift verfaßt, und der Lebenszeitraum kommt auch hin.
    http://onlinebooks.library.upenn.edu/webbin/book/lookupname?key=Janes%2C%20Alfred%2C%201840-1907

  3. #3 Thomas
    7. Juli 2016

    Ja, der ist es. Bei der “Shorthand Society” hat er 1890 in einem Beitrag sein 1888 erschienenes Büchlein mit der “universal cipher” angepriesen: The decipherer would have nothing to start upon and no chance of finding out wether or not he was on the right track. He is “in wandring mazes lost.” Den Kryptographen, der dies nicht glauben will, weist er auf sein “challenge cryptogram” im Büchlein hin (https://books.google.de/books?hl=de&id=N3xQAAAAYAAJ&dq)
    Ob das Teilzitat aus Miltons “Paradise Lost” ein Lösungshinweis ist?

  4. #4 Eberhard Bauer
    8. Juli 2016

    Off topic:
    Gibt es eigentlich Berührungspunkte zwischen der Kryptographie und der Entschlüsselung antiker Schriftsysteme?

    • #5 Klaus Schmeh
      9. Juli 2016

      Ja, die gibt es. In den Standardwerken zur Krypto-Geschichte von David Kahn und Simon Singh gibt es Kapitel zur Entschlüsselung alter Schriften. Interessant sind beispielsweise die Linearschrift A (ungelöst) und die Linearschrift B (gelöst). Aus Sicht eines Kryptologen entspricht eine unbekannte Schrift oft einer Buchstaben-Ersetzung. Die Methoden zum Knacken sind oft ähnlich.
      In meinen Büchern (z. B. “Codeknacker gegen Codemacher”) habe ich die Entschlüsselung alter Schriften immer ausgeklammert, da ich genug anderes Material hatte.

  5. #6 Thomas
    9. Juli 2016

    Janes dürfte, jedenfalls was das “challenge cryptogram” von 1888 angeht, mit seiner Einschätzung Recht haben, wenn er seine universal cipher für “unbreakable” hielt: Der Klartext müsste rund 80 Buchstaben lang sein (Länge des Kryptogramms: 244 Zeichen; einstellige Trennzahlen (“spacer”); ganz überwiegend zweistellige Chiffrezahlen). Wenn Janes auch nur zwei verschiedene Ersetzungstabellen verwendet hätte, stünden – nach Abgrenzung von “spacern” und Chiffrezeichen – nur ca. 40 Chiffren je Alphabet für eine Häufigkeitsuntersuchung zur Verfügung, was doch recht wenig wäre. Natürlich können es noch mehr verschiedene Alphabete sein. Wenn man, wie in dem Beispiel im Büchlein weiter oben, die ersten neun Ziffern des Kryptogramms als Hinweis auf die Abfolge der verwendeten Ersetzungstabellen deutete, wären es drei verschiedene Alphabete.

    Nachtrag zu Janes´ Vortrag vor der Shorthand Society 1890:
    Dort bringt er vor dem Hinweis auf das “challenge cryptogram” ein weiteres Beispiel (allerdings mit nur einer Ersetzungstabelle). Die Ziffern von 0-9 teilt er in zwei Gruppen ein. Die erste (im Beispiel aus fünf Ziffern bestehend) stellt die Trennzeichen zwischen den Chriffrezeichen (“spacer”) dar. Aus der zweiten Gruppe bildet er die Ersetzungstabelle mit ein- und zweistelligen Zahlen. Aus der zweiten Gruppe nimmt er noch drei Ziffern und bildet daraus drei jeweils dreistellige Zahlen (“repeater”), mit denen eine Chiffrezahl wiederholt werden kann, um Doppelbuchstaben des Klartextes zu verschleiern.

  6. #7 Piper
    9. Juli 2016

    “Janes schreibt ausdrücklich, dass er für dieses Kryptogramm keine Lockstitch-Chiffre verwendet hat. Das heißt wohl: Er hat zwar mit verschiedenen Ersetzungstabellen (inklusive unterschiedlichen Trennziffern) gearbeitet, es waren aber weit weniger Tabellen als der Text Buchstaben hat.”

    Das könnte, boshaft gedacht, auch bedeuten, daß das Kryptogramm mit einer ganz anderen Verschlüsselungsmethode, z.B. ROT13 o.ä., verschlüsselt ist.

    Also nix mit vielen Tabellen, Spacern und Repeatern.

    Man sollte zwar annehmen, daß sein Beispiel irgendetwas mit seiner Lockstitchmethode zu tun hat, aber weiß man’s?

    Vielleicht wollte er auch nur ein simples Beispiel für eine Verschüsselung, geben, welches die gelangweilt/interessierte britische Oberschicht (wie wir seit #BREXIT wissen, nicht die allerhellsten) einfach nachvollziehen kann.

  7. #8 Piper
    9. Juli 2016

    @Eberhard Bauer
    Ja, man muß eine ganze Menge Gehirnschmalz investieren 🙂

    Lies dir das hier mal durch, hier hat’s geklappt:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Stein_von_Rosette

    Und hier sucht man noch nach einer Entschlüsselung:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Linearschrift_A

  8. #9 Thomas
    9. Juli 2016

    @Piper
    Bei einem Zahlenbandwurm ohne Zwischenräume kommt man ohne Trennziffern (“spacer”) nicht aus, wie sollen sonst die einzelnen Chiffrezahlen eindeutig voneinander abzugrenzen sein? An einen Schabernack im challenge cryptogram glaube ich nicht. Schließlich soll es sich um ein Beispiel für seine universal cipher handeln, die er im späteren Vortrag anpreist und dann noch mit einer wohl ähnlichen Chiffre des Foreign Office vergleicht, wobei er betont, sie unabhängig davon erfunden zu haben (nämlich in einer schlaflosen Nacht im Herbst 1888).

  9. #10 Thomas
    9. Juli 2016

    Bei unbekannten alten Schriften kann man sich glücklich schätzen, wenn man eine Bilingue zur Verfügung hat, wie Champollion mit dem von Piper erwähnten Stein von Rosette. Dem entspricht es in der Kryptologie, wenn dieselbe Nachricht oder Klartextteile in zwei verschiedenen Verschlüsselungen gesendet werden, von denen eine bereits bekannt ist. Solches ist ja wohl ab und zu bei der Wehrmacht vorgekommen.

  10. #11 Abo
    9. Juli 2016

    🙂

  11. #12 Piper
    10. Juli 2016

    @Thomas
    Indem du den Zahlenbandwurm in Pakete aufteilst.

    Z.B.: die ersten zwei Ziffern spezifizieren die Verschlüsseltungstabelle/Methode/Zeichensatz.

    01 = die nächsten 2 Ziffern stellen die Anzahl dar, wie viele Zeichen mit dieser Tabelle verschlüsselt werden. Jedes Zeichen wird durch zwei Ziffern dargestellt.

    02 = die nächsten 15 Ziffern stellen 5 Zeichen dar (drei Ziffern pro Zeichen)

    03 = usw. usf.

    Nach diesem Prinzip, und wenn man sicherstellt, daß alle Ziffern benutzt werden, z.B. bei zweistelligen Zahlen nicht nur 01 bis 26 für A-Z, sondern A kann auch 01, 27, 44, 71 und 98 sein.

    Wenn du noch weiter verschleiern möchtest, zählst du z.B. die Zahl Pi auf den Zahlenbandwurm, Ziffer für Ziffer, oder ein geheimes Passwort(zahl). (Bandwurmziffer + Passwortziffer) modulo 10.

    Ist dir das noch nicht verwurschtelt genug, kannst du den Zahlenstrom in neue Pakete einteilen, z.B. je Paket 10 Zeichen und diese einzelnen Pakete einfach rückwärts schreiben.

    Reicht das immer noch nicht, unterteilst du den Zahlenstrom in neue Pakete, z.B. je Paket 20 Zeichen und vertauscht die Pakete paarweise, 1 mit 2, 3 mit 4, 5 mit 6 etc.

    Das sind alles Techniken, die sich mit Papier und Bleistift durchführen lassen, und einem entsprechenden Satz Verschlüsselungstabellen.

    Und das alles ohne Spacer 🙂

  12. #13 Piper
    10. Juli 2016

    @Thomas
    Mich hat folgender Satz von Klaus stutzig gemacht:

    ““Janes schreibt ausdrücklich, dass er für dieses Kryptogramm keine Lockstitch-Chiffre verwendet hat. Das heißt wohl: Er hat zwar mit verschiedenen Ersetzungstabellen (inklusive unterschiedlichen Trennziffern) gearbeitet, es waren aber weit weniger Tabellen als der Text Buchstaben hat.””

    Also ist es wohl kein Schabernack, sondern eine Aussage Janes und somit ein Fakt.

    *WARUM* er aber erst sein Lockstich-Verfahren erklärt und dann ein Beispiel bringt, welches nicht im Lockstich-Verfahren verschlüsselt ist, dazu habe ich zur Zeit keine Idee.

    Also interpretiere ich das so, daß das Krypto-Rätsel garantiert *KEINE* Lockstitch-Codierung ist, und somit könnte es alles sein, solange nur die Ziffern von 0-9 verwendet werden, aber irgendwas in Ziffern umzuschlüsseln, ist ja nun kein Hexenwerk.

    Warum Janes das gemacht hat, keine Ahnung, es erscheint mir sinnlos. Eventuell wollte er auch nur ein Prinzip seiner Methode demonstrieren, anstatt die komplizierte Methode insgesamt.

  13. #14 Thomas Ernst
    Pittsburgh
    10. Juli 2016

    Ein paar Beobachtungen: Janes’ Trenner können einzeln oder Doubletten sein. Ein oder zwei Trenner schließen bei monoalphabetischem Gebrauch ihre Benutzung als Chiffrewerte aus; bei Trenner “7” oder “77” z. B. gäbe es keine Klartextäquivalente “47” oder “173”. Bei wechselnden Trennern und Alphabeten – dem “WAR”-Beispiel zufolge – kann Janes vermeiden, daß der folgende, neue Trenner die vorausgehende Ziffer wiederholt – z. B. 753-8, aber nie 753-3 – jedoch, wenn er nach einem absoluten System wie dem Alphabetwechsel auf jedem Buchstaben chiffriert – seinem “lockstitch” z. B. -, nicht, daß ein neuer Trenner die erste Ziffer des neuen Alphabets vorwegnimmt, Beispiele “0-0”, “0-00”, “1-1”, “1-11”, “2-2”, “3-3”, “6-6”, “9-9” aus der “WAR”-Chiffre. Der Grund dafür ist proportional: egal ob Janes 35 oder 365 verschiedene Alphabete einsetzt, er hat immer nur zehn Trennziffern, einfach oder doppelt, zur Verfügung. Janes zufolge ist die “Rätselchiffre” kein “lockstitch”, jedoch erscheinen auch hier zwei Dreiergruppen, zufälligerweise “000” und “111”, wie in der WAR”-Chiffre. In seinen vier Beispielen chiffriert Janes keinen Buchstaben als “000” (nur einmal “00” = Y), d. h. heißt die Stelle in der ersten Zeile muß 0-00 oder 00-0 gelesen werden. “111” kann prinzipiell ein Chiffrewert sein, aber auch hier wird es 1-11 oder 11-1 bedeuten. Janes könnte prinzipiell zehn oder mehr Alphabete so verwenden, daß solche Wiederholungen nicht aufträten, nicht jedoch bei einer systematischen Chiffrierung. Hier wird also der Alphabetwechsel von Buchstabenanzahl oder Wortlänge diktiert sein. Ebenfalls zu bedenken: jedem Buchstaben des Chiffretextes wird der Trenner nicht voran-, sondern nachgestellt. – Wir haben insofern Glück, daß einer der beiden Dreier gleich zu Beginn steht: “113123111” (die “000” folgt später in derselben Zeile).
    1) Wenn wir auf 1 als Trenner bis “000” ‘rumklamüsern, ergibt sich: 1 3 23 1 8 2 32 13 6 30 08 6 81 3. Also ein Wort, oder mehrere Wörter, mit 14 Buchstaben; Wiederholungen “1” und “3”. Die vielen Anschlüsse mit Trenner-1 sind unschön. Der Beginn von Janes’ Artikel – sollten die Gedanken sich dahin richten – hat zwei Wörter mit 13 Buchstaben.
    2) Nehmen wir “3” als anfänglichen Trenner, ergibt sich: 11-3, 12-3 | 11-1, das hieße: Einsatz auf zweibuchstabigem Wort (BY, IF, AS), und Alphabetwechsel per Wort. Anschließend könnte man ein I, YOU, ONE, ANY ONE oder SOME ONE erwarten. In Janes’ gedrucktem Text erscheint “any one” getrennt.
    3) Wenn man beim ersten Substitutionsalphabet zwei Trenner zugleich annimmt, nämlich 3 und 8, kommt man, bis zu “000”, auf: 11 12 111 121 211 161 010 161 11 100. Die wiederholten “11” und “161” sind verlockend, doch für “010” als Chiffrebuchstaben gibt es bei Janes kein Vorbild.
    4) Doppelte Trenner: wohl nicht möglich bei “113123111”, wenn man nicht in die Tausender gehen möchte.
    Von diesen vier Möglichkeiten ist die zweite am wahrscheinlichsten: 11-3, 12-3 | 11-1, 8-1 | 121-3, 211-3 | 16-1, 30-1 | 0-8, 161-8 | 11-3, 100-3 | 00-0, 8-0 | 8-1, 213-1 […]. Wenn dem so ist, dann wechselt Janes nach jedem zweiten Buchstaben. Hätte ich nur mehr Zeit …

  14. #15 Piper
    10. Juli 2016

    @Klaus#5
    Ein kleiner Widerspruch, mit Buchstabenersetzungen kommst du bei *UNTERSCHIEDLICHEN* Sprachen/Grammatiken selten weiter.

    Bestes Beispiel, Rosetta Stone, Altgriechisch, Demotisch und die perverse Schreibweise der Hieroglyphen. Da paßt aber auch gar nix mit Buchstabenersetzungen übereinander.

    Ein modernes Beispiel für den Rosetta Stone in Deutsch, Französisch und Chinesisch:

    Dies ist nicht mein Freund Peter.
    C’est pas mon ami Pierre.
    Ta bu shi wo de pengyou Pe ter.

    Mit Buchstaben 1:1 Übersetzungen bist du da verraten und verkauft. Und das sind lebende Sprachen, mit Millionen von Sprechern.

    Um das noch weiter zu verdeutlichen, beschränken wir uns doch mal auf Deutschland:

    Dies ist nicht mein Freund Peter (Hochdeutsch)
    Dit is net myn freon peter (Friesisch)
    Schleich di, Saupreiß, damischer! (Bayrisch)

    Siehste?

    1:1 Buchstabenübersetzung paßt selten 😀

    • #16 Klaus Schmeh
      11. Juli 2016

      Stimmt. Von einer Buchstabenersetzung kann man nur sprechen, wenn für die verwendete Sprache eine andere Schrift bereits bekannt ist. Bei der Linearschrift B war das so (natürlich wusste man das vorher nicht).

  15. #17 Thomas
    10. Juli 2016

    @Piper #13
    Janes’ Systematik verstehe ich so: Der Oberbegriff ist “universal cipher”. Dafür bringt er dann mehrere Beispiele unterschiedlicher Komplexität. Die zuletzt dargebotene lockstitch cipher ist nur eine – die komplexeste – Form der universal cipher, nämlich diejenige, bei der jeder Klartextbuchstabe nach einer eigenen Ersetzungstabelle verschlüsselt wird. Bei dem challege cryptogram soll es sich dann wieder um eine weniger komplexe Art der universal cipher handeln (eben, wie Klaus schreibt, mit weniger Tabellen). Die “challenge” ist zwar damit keine lockstitch cipher, aber eine andere Form der verschiedenen universal ciphers, um die es im Büchlein geht. Für alle aber ist Janes Methode mit den Trennziffern charakteristisch, weshalb dies auch im challenge cryptogram nicht anders sein dürfte, mit einem anderen System ist hier nicht zu rechnen.

  16. #18 Piper
    11. Juli 2016

    @Thomas
    Wenns denn eine einfachere Lockstich-Methode sein sollte, mit weniger Tabellen, aber immer noch Trennern, könnten die ersten 12 Zeichen wie folgt aussehen (Trenner = 1)

    113 1 23 1 118 1 2 1 32 1 113 1 6 1 30 1 08 1 6 1 8 1 13 1
    Wie man sieht, lasse ich den Trenner 1 am *ANFANG* einer Zahl zu, aber das widerspricht ja nicht Janes Ideen.

    Mal schauen, ob ich so weiterkomme….

    Allerdings macht auch diese Methode die Entschlüsselung per Buchstabenhäufigkeit nicht gerade einfacher.

  17. #19 Thomas Ernst
    Latrobe
    11. Juli 2016

    @ Piper: genauer gesagt: Sie lassen einen Trenner zu, der im Chiffrewert enthalten ist, aber nichtsdestotrotz NACH dem Chiffrewert steht.
    Fernere Beobachtungen: hinsichtlich der Häufigkeit der Ziffern 0 – 9 bestehet ein deutliches Gefälle:
    55 x “0”, 62 x “1”, 45 x “2”, 12 x “3”, 16 x “4”, 6 x “5”, 26 x “6”, 7 x “7”, 8 x “8”, 9 x “9”. Sollten es auch nur 5 x “5” sein? Ebenfalls fällt das Verschwinden gewisser Ziffern auf, z. B. der “3”: 9x Zeile 1, 2x Zeile 2, einmal Zeile 3, dann fugata. Bei keiner seiner vier Chiffrierbeispiele wird eine bestimmte Ziffer solange ausgespart wie in dieser Aufgabe. “0”, “1”, “2”, “6” häufig, der Rest Gefälle: “4”, “3”, “9”, “8”, “7”, “5”. – Diesem Text wird nur semantisch beizukommen sein. Wäre Janes nett gewesen, dann bedeutete “8-1” beim zweiten Vorkommen denselben Buchstaben, nur finden wir uns da von gleichbleibenden Polyalphabeten verwöhnt: “1” mag wohl wieder der Trenner sein, was nicht bedeutet, daß “8” denselben Klartextbuchstaben darstellt, es sei denn, Janes hätte uns den Gefallen von nur zehn Substitutionsalphabeten getan. – Stellt sich die Frage nach Janes’ didaktischen Absichten: ich glaube schon, daß er die Lösung der Chiffre erschwert, jedoch nicht unmöglich gemacht hat. Denn dann hätte er ja lockstitch verwenden und Interessenten nur seinen “Gegenschlüssel” zeigen brauchen – langweilig, kann jeder. Die Frage ist: WIE erlaubt uns Janes, seiner Chiffre beizukommen? Denn eine gewisse und gezielte Didaktik verfolgte er anscheinend, wenn man die vielen Passive seiner beschreibenden Sätze als Maßstab nimmt.

  18. #20 Thomas Ernst
    Latrobe
    11. Juli 2016

    Im Nachherein fällt mir ein – eben wegen des Zifferngefälles – daß Janes vielleicht alle seine Methoden zugleich illustriert. Dann dürfte der Anfang doppelte Trenner bei Wortende aufweisen: 1-1 3-1 23-11 / 18-1 2-1 32-11 / 3-1 6-1 30-1 08-1 6-1 8-11 / 310-0 30-00 /. Also vielleicht: YOU CAN […], WHO CAN […], ONE CAN […], ANY ONE […]. Die “N” müssen ja nicht identisch chiffriert sein, jedoch müßte 6-1 im folgenden Verb für denselben Buchstaben stehen.

  19. #21 Eberhard Bauer
    11. Juli 2016

    @Klaus und Piper
    Vielen Dank für die raschen Antworten. Ich werde mich über den Sommer mal einlesen.

  20. #22 Piper
    11. Juli 2016

    @Thomas
    So weit habe ich noch gar nicht gedacht, mir ist nur aufgefallen, daß die Codierung mit der 1 als Trenner für den Großteil der ersten Zeile funktioniert, danach anscheinend aber nicht mehr.

    Deswegen vermute ich, daß Janes für diese Verschlüsselung 3 – 4 verschiedene Tabellen benutzt hat, halt die Erste für die ersten 12 Buchstaben und die anderen für den Rest.

    Und wenn das so ist, dann bringt die Analyse von Häufigkeiten von Ziffern überhaupt nichts, weil sich diese von Tabelle zu Tabelle immer ändert (siehe die Häufung der 1 am Anfang des verschlüsselten Textes und danach die viellen Nullen).

  21. #23 Thomas
    11. Juli 2016

    Ein paar weitere Überlegungen:

    Das challenge cryptogram als didaktisches Potpourri? Ja, unbedingt! Doch was will Janes vorführen? Natürlich möglichst viel von dem zuvor im Büchlein bis zu Seite 6 Gesagten – bis auf eben die lockstitch cipher:

    Wieviele verschiedene Alphabete? Jedenfalls nach der Vorrede zur challenge mindestens zwei. Bei nur zwei Tabellen müsste der Absender dem Empfänger natürlich keine Reihenfolge signalisieren, wohl aber bei mehreren. Janes sieht auf Seite 6 (2. Absatz) dafür vor, dass der Absender durch eine Ziffernfolge eingangs des Kryptograms anzeigt, in welcher Reihenfolge die zuvor durchnummerierten Ersetzungstabellen (im Beispiel neun) eingesetzt werden. Deutet man die ersten Ziffern der challenge (113123…) in diesem Sinne (und noch nicht als Chiffrezahlen/Trenner), spricht daher viel für drei Tabellen. Unklar bleibt dann, mit welcher Ziffer hier das Vorspiel endet und wo es zur Sache geht.

    Wo wechseln sich die Alphabete ab? Auch hierzu gibt Janes auf S. 6 im zweiten Absatz einen Hinweis: nach einer bestimmten Anzahl von Wörtern (“It would be understood between the two correspondents that so many words – say ten – should be translated by means of each key in turn.”). Bei dieser wesentlichen Passage ist mir allerdings nicht klar, ob die bestimmte Anzahl von Wörtern (im Beispiel zehn) durchgehend mit der Tabelle verschlüsselt werden soll, die durch die Ziffernfolge am Anfang vorgegeben wird, und die Tabelle erst nach zehn Wörtern gewechselt wird, oder ob gemeint ist, dass je ein einzelnes Wort mit einer Tabelle in der vorgegebenen Reihenfolge verschlüsselt wird und nach zehn Wörtern die Tabellenreihenfolge wieder von vorne beginnt. Bei dem relativ kurzen challenge cryptogram dürfte nur letzteres – jedenfalls aber kein Wechsel erst nach zehn Wörtern – Sinn machen.

    Zu den Trennern: In einer der Ersetzungstabellen muss die 1 ein Trenner sein, denn am Ende aller Beispiele steht ein Trenner. Hat die challenge Worttrenner? Wohl nicht als verdoppelte spacer wie im ersten Beispiel. Dafür enthält die challenge zu wenige Doppelziffern, und Janes gibt die Verdoppelung nach seinem ersten Beispiel auf S. 4 auf. In Betracht kommt aber noch eine Einzelziffer als Worttrenner; auf S. 6, 1. Absatz spricht er von “two letter spacers” and “a word spacer” (jeweils pro Alphabet). Also entweder gar keine Worttrennung oder mit einer Einzelziffer je Alphabet.

    Zu den Chiffrezahlen: Man muss nach S. 6 (“higher numbers”) auch mit dreistelligen rechnen.

    Thomas´ Ernst Gedanke, dass Janes das challenge cryprogram nicht unlösbar machen wollte, hat ihren Reiz. Allerdings steht für eine Zuordnung von Chiffrezahlen zu Buchstaben über eine Häufigkeitsuntersuchung (wohl zu) wenig Material zur Verfügung: Bei nur zweistelligen Chiffrezahlen (es sind aber auch dreistellige nicht auszuschließen) wären es nicht mehr als 80 Klartextzeichen, die sich auf mehrere Schlüsselalphabete verteilen würden. Daher sehe ich eine Lösbarkeit nur über vermuteten Klartext. Auf einen Text wie in den beliebig konstruierten Beispielen (“Will be…”, “Dear Robert…”) könnte man nicht kommen. Wohl aber auf ein bekanntes Zitat – natürlich ein weites Feld. Da Janes vor dem challenge cryptogram “solutions respectfully invited”, offenbar aber keine Lösung erhalten hatte, könnte er in seinem zwei Jahre später gehaltenen Vortrag über die universal cipher einen Hinweis eingebaut haben. Sein Teilzitat aus Miltons “Paradise Lost” im Vortrag könnte etwa auf ein anderes Zitat daraus hindeuten; das bekannteste dürfte sein: “The mind is its own place, and in itself can make a heaven of hell, a hell of heaven.” Mit der Methode des Alphabetwechsels könnte gezeigt werden, dass die Wortwiederholungen dieses Klartextes im Chiffrat nicht durchscheinen.
    Aber ich gebe zu: Nur Spekulation! Ausprobiert, ob das passen kann, habe ich nicht.

  22. #24 Thomas
    11. Juli 2016

    Janes’ Vortrag von 1890 kann ich nicht im Volltext verlinken, weil google books hier nur die Snippet-Version des 4. Bandes hat (link unter #3). Hathitrust bietet die Vollversion nur für Nutzer, die über eine us-amerikanische ip-Adresse verfügen https://m.hathitrust.org/Record/008610941).

  23. #25 Piper
    12. Juli 2016

    Bei meinem Vorschlag für den Anfang von Zeile Eins mit dem Trenner “1” komme ich ja auf 12 Zeichen.

    113 1 23 1 118 1 2 1 32 1 113 1 6 1 30 1 08 1 6 1 8 1 13 1

    Vielleicht hat er ja nicht nach einer bestimmten Anzahl Worten, sondern Zeichen die Tabellen gewechselt.

    Man sieht aber auch noch was anderes, nämlich, welche Zahlen verwendet werden.

    Einstellige – 2,6,8
    Zweistellige – 23,32,30
    Dreistellige – 113

    und, als besonderes Schmankerl, 08, zufällig eingestreute Vornullen, um das Ganze noch etwas interessanter zu machen.

    Was mich an meinem Vorschlag so fasziniert ist, daß man die Struktur mit den Trennern quasi sehen kann.

    Deswegen vermute ich auch mal, daß die verwendeten Tabellen nicht am Anfang der Nachricht codiert sind, sondern er einfachere Tabellen, die man an der Häufigkeit der verwendeten Trenner, hier die 1, erkennen kann, verwendet hat.

    Später taucht die 8 häufig auf, später dann auch die 2.

    Noch ein Gedanke, der mir gerade durch den Kopf geht:
    Der verschlüsselte Text, über was für einen Menschen reden wir eigendlich? 1880, British Empire, Victorianisches Zeitalter.
    Ich denk da gerade an Marconi, der den Funk erfunden hat. Das zweite, was er damals von Kanada abschickte, war ein Funkspruch an den König von England und den König von Italien, unter dem hat er es nicht gemacht.

    Also erwarte ich doch von einem anständigen, patriotischen Briten zumindestens doch einen Text über die Glorie des Empires oder eine Huldigung der Queen, oder, bei der verklemmten Moral zu der Zeit, etwas moralisch Aufbauendes, und nicht so etwas schnödes wie “Dear Robert” oder “Mary had a little lamb”.

    Wenn Janes damit gerechnet hat, daß sich sein Verfahren durchsetzt, möchte er doch wohl wahrscheinlich sagen können, daß die erste verschlüsselte Nachricht irgendwas wie “God shave the Queen” oder “Rule Britannia, Britannia rule the waves” war, und nicht sowas Einfaches wie “Das Pferd frißt keinen Gurkensalat”.

    Und noch ein Gedanke:
    “Ich bitte, die folgende Verschlüsselung an die Kryptografen aller Nationen weiterzureichen”

    Wenn ich ein Verschlüsselungsverfahren erfunden habe, und es an alle Kryptografen aller Nationen weiterreichen möchte, möchte ich doch eher bewiesen haben, daß es nicht knackbar ist, anstatt es möglich einfach zu machen.

    Oder habe ich da wieder ein Verständnisproblem, daß der von Klaus gepostete Code geknackt werden soll?

    Momentan glaube ich, daß dieser Code unknackbar ist, und wir uns nur der Lösung durch

    a) Erstellen der benutzten Tabellen (machbar)
    b) Zuordnung der Zahlen zu Buchstaben (schwierig bis unmöglich aufgrund der Verfügbarkeit von so wenig Daten)

    annähern können.

    Wir werden vermutlich diverse Gedichte, Lieder, Huldigungen, Formulierungen finden, die mit den passenden Tabellen auch stimmen würden, aber letztendlich wird man nur die Lösung finden, wenn man Janes’ Tabellen kennt.

    Solange wir zwar die Tabellen identifizieren können, aber die Zuordnung von Zahlen zu Buchstaben nicht kennen, können wir da fast alles reininterpretieren.

  24. #26 Piper
    12. Juli 2016

    @Thomas Ernst
    Ich glaube, daß man mit Häufigkeitsanalysen der Ziffern diese Chiffre nicht knacken kann, dazu ist das verfügbare Material einfach zu wenig.

    Die Engländer hatten tausende von deutschen ENIGMA-Funksprüchen, wo immer um 6:00 ein Spruch kam, der mit dem Wort WETTERBERICHT anfing, und wir haben hier nur so um die 400 Ziffern.

    Ich glaube, Janes’ Verschlüsselung ist fast unknackbar, aber wir können uns der Lösung indirekt nähern, indem wir die verwendeten Tabellen entschlüsseln und dann die Zahlen Buchstaben zuordnen, die dann einen Sinn ergeben, wenn man die Person Alfred Janes in seiner Zeit betrachtet. Britisch, Victorianisch, patriotisch.

  25. #27 Thomas Ernst
    Pittsburgh
    12. Juli 2016

    @ Piper: Bestandsaufnahmne bitte nicht mit Häufigkeitsanalyse zu verwechseln. Ich weiß nicht, warum dieses Zallengefälle auftritt. – Numerologen würden sich über Janes’ Geburtsdatum freuen: 5. 7. 40. – Jedoch scheint bei Janes’ Veröffentlichungen/Ansprachen 1888(9) und 1890 ein Patentanspruch eine Rolle gespielt zu haben (siehe seine Stenographie); Janes wollte der Erste gewesen sein. Das heißt nicht, daß er geklaut hat – einfach, daß er das betreffende Chiffriersystem zuerst konzipiert hatte. Man denke an die Erfindung des Telephons, des Autos, des Flugzeugs …

  26. #28 Thomas
    12. Juli 2016

    @Piper
    Janes schreibt auf S. 4 oben, dass darauf zu achten ist, den “spacer” aus dem Alphabet wegzulassen. “113” und “118” können also nicht mit der 1 als Trenner zusammentreffen. Entweder ist die die 3 der erste Trenner (die 1 scheidet wegen 11 am Anfang wohl aus) oder aber der Anfang enthält gar keine Chiffrewerte, sondern zeigt die Reihenfolge der Tabellen an.

  27. #29 Thomas Ernst
    Latrobe
    12. Juli 2016

    Mit der “3” als ersten Trenner hätte man einen guten Einstieg (siehe # 14) – wahrscheinlich IF. – Janes schreibt schon, man solle die Trenner nicht in den Chiffrewerten verwenden. Andererseits – wie die “lockstitch”-Chiffre beweist – können folgende Trenner mit der vorangehenden (End-)Ziffer eines Chiffrewerts zusammentreffen (siehe # 14). Und Janes’ Chiffre braucht kein “lockstitch” zu sein, damit dies zutrifft. Ob z. B. Chiffre-1 und Trenner1 zusammentreffen können oder nicht hängt a) von der Regel ab, die Janes sich für den Alphabetwechsel auferlegt hat, b) von der Anzahl seiner Substitutionsalphabete. – Daß die Anfangszahlen Tabellen bezeichnen soll, halte ich, mit Respekt, für völlig ausgeschlossen. Wie schon gesagt: IF wäre ein hübscher Anfang. An diese Chiffre kommt man nur ‘ran, indem man, vom Beginn her, Text rät, und den erzeugten Text dann mit einem System des Alphabetwechsels beweist.

  28. #30 Piper
    13. Juli 2016

    @Thomas
    Du verwechselst hier gerade Ziffern und Zahlen.
    Die Zahl des Trenners, in meinem Beispiel die 1, könnte aber auch die 47 sein oder 226, darf im Alphabet, in der verwendeten Tabelle keinen Buchstaben repräsentieren.

    Nehmen wir doch mal anstatt der 1 die 47.

    47 473 47 wäre zu entschlüsseln, 47 ist der Trenner, dann kommt eine Zahl, mindestens eine Ziffer (!!), nämlich 473, danach der nächste Trenner.

    47 347 47 paßt nicht, weil da würde man einen Trenner nach der 3 finden, schon kann man 347 eben nicht darstellen.

    Oder 47 47 47, das wäre nach Janes Regel nicht möglich (obwohl es geht!), erst 47 als Trenner, dann 47 als Zahl (mindestens eine Ziffer!), dann erneut ein Trenner.

    Außer Janes, hat (Achtung, neue Idee!!) auch angedacht, zwei Trenner nacheinander zuzulassen, um das Ganze noch etwas verwirrender zu machen, dann wäre 47 47 47 zulässig, weil das ergibt Trenner, keine Zahl, Trenner, immer noch keine Zahl, Trenner. Also so eine Art “Salting”, Datenschrott einfügen, um es unleserlicher zu machen.

  29. #31 Piper
    13. Juli 2016

    @Thomas Ernst
    ” An diese Chiffre kommt man nur ‘ran, indem man, vom Beginn her, Text rät, und den erzeugten Text dann mit einem System des Alphabetwechsels beweist.”

    ich fürchte, so isses, bei der geringen Datenmenge, die uns vorliegt, wird nichts anderes möglich sein.

    Das Problem wird dann sein, die entsprechenden Tabellen zu erstellen, da wird es keine eindeutige Lösung geben, weil, man die Tabelen dann so zurecht biegen kann, daß es für alle möglichen Texte passt.

    Wer sagt denn, daß das Ergebnis Englischer Text sein muß?

    Könnte ja auch ein Zitat auf Latein oder Altgriechisch sein, man bedenke immer, Janes lebte im Victorianischen Zeitalter, also vor 140 Jahren.

    Immer Personen/Dinge im Kontext ihrer Zeit betrachten und nicht von unserem heutigen Wissensstand ausgehen!

  30. #32 Thomas
    13. Juli 2016

    @Piper
    Ich verstehe Janes’ Erläuterungen zu seiner universal cipher so, dass es nur einstellige Zahlen, also einzelne Ziffern, als Trenner gibt und eine Trennziffer in der betreffenden Ersetzungstabelle nicht als Teil einer Chiffrezahl – sei diese ein-, zwei- oder dreistellig – vorkommen darf. So ist es auch in allen Beispielen, sowohl im Büchlein als auch im Vortrag, die zu Trennern bestimmten Ziffern tauchen in den Chiffrezahlen an keiner Stelle auf. Dann spricht meiner Meinung nach viel dafür, dass er es im abschließenden Kryptogramm genau so gemacht hat.

    Zur Sprache: Janes schreibt dazu: “It enshrines ordinary English words.”, Latein oder Altgriechisch schließe ich daher aus.

  31. #33 Piper
    15. Juli 2016

    Sooo… ich bin mal etwas tätig geworden und habe meinen C-Compiler angeworfen und ein kleines Analyseprogramm gebastelt, welches versucht, in der obrigen Verschlüsselung die beste(längste) Codierung nach den von Thomas/Janes beschriebenen Kriterien zu finden.

    Wir suchen nur die allererste, beste Codierung.

    Trenner = 1 Ziffer, kommt in keiner anderen Zahl der Codierungstabelle vor.

    Evtl. gibt es einen Header, der die verwendeten Tabellen beschreibt, deswegen läuft mein Programm von start=0 bis start=19, sprich, ich fange bei der ersten 1 von 1131231… an und suche so eine Codierung, dann fange ich bei der 2. eins von 1131231 an, danach bei der 3 usw. usf.

    Ich probiere alle Trenner von 0 bis 9 durch, und das hier ist das Ergebnis und wird so interpretiert:

    ====> start=0
    Ab dieser Stelle in der Verschlüsselung von Janes starten wir, in diesem Fall ab Ziffer 0, der 1 von 1131.

    Spacer=3
    Der Spacer, den wir ab der aktuellen Startposition testen, in diesem Fall die 3, und es wurde auch mindestens eine Zahl gefunden.

    Dann die gefundenen Zahlen und die dazugehörigen Spacer.

    maxsp=2 bestspacer=3
    Für den Spacer 3 haben wir ab dieser Startposition die meisten Zahlen gefunden, in diesem Fall 2.

    ########
    Fertig mit einem Spacer, evtl. folgen noch weitere.

    Der beste Treffer ist überigens bei start=17, maxsp=6 bestspacer=1

    ——-( Schnipp )——-
    ==============> start=0
    Spacer=3
    11
    ——-3
    12
    ——-3
    ##############
    maxsp=2 bestspacer=3
    ==============> start=1
    Spacer=2
    131
    ——-2
    ##############
    Spacer=3
    1
    ——-3
    12
    ——-3
    ##############
    maxsp=2 bestspacer=3
    ==============> start=2
    Spacer=1
    3
    ——-1
    23
    ——-1
    ##############
    Spacer=2
    31
    ——-2
    ##############
    maxsp=2 bestspacer=1
    ==============> start=3
    Spacer=2
    1
    ——-2
    ##############
    Spacer=3
    12
    ——-3
    ##############
    maxsp=1 bestspacer=2
    ==============> start=4
    Spacer=1
    23
    ——-1
    ##############
    Spacer=3
    2
    ——-3
    ##############
    maxsp=1 bestspacer=1
    ==============> start=5
    Spacer=1
    3
    ——-1
    ##############
    maxsp=1 bestspacer=1
    ==============> start=6
    Spacer=8
    111
    ——-8
    ##############
    maxsp=1 bestspacer=8
    ==============> start=7
    Spacer=8
    11
    ——-8
    ##############
    maxsp=1 bestspacer=8
    ==============> start=8
    Spacer=2
    181
    ——-2
    13
    ——-2
    ##############
    Spacer=8
    1
    ——-8
    ##############
    maxsp=2 bestspacer=2
    ==============> start=9
    Spacer=1
    8
    ——-1
    2
    ——-1
    32
    ——-1
    ##############
    Spacer=2
    81
    ——-2
    13
    ——-2
    ##############
    maxsp=3 bestspacer=1
    ==============> start=10
    Spacer=2
    1
    ——-2
    13
    ——-2
    ##############
    Spacer=3
    121
    ——-3
    211
    ——-3
    161
    ——-3
    ##############
    maxsp=3 bestspacer=3
    ==============> start=11
    Spacer=1
    2
    ——-1
    32
    ——-1
    ##############
    Spacer=3
    21
    ——-3
    211
    ——-3
    161
    ——-3
    ##############
    maxsp=3 bestspacer=3
    ==============> start=12
    Spacer=2
    13
    ——-2
    ##############
    Spacer=3
    1
    ——-3
    211
    ——-3
    161
    ——-3
    ##############
    maxsp=3 bestspacer=3
    ==============> start=13
    Spacer=1
    32
    ——-1
    ##############
    Spacer=2
    3
    ——-2
    ##############
    maxsp=1 bestspacer=1
    ==============> start=14
    Spacer=1
    2
    ——-1
    ##############
    Spacer=3
    211
    ——-3
    161
    ——-3
    ##############
    maxsp=2 bestspacer=3
    ==============> start=15
    Spacer=3
    11
    ——-3
    161
    ——-3
    ##############
    maxsp=2 bestspacer=3
    ==============> start=16
    Spacer=3
    1
    ——-3
    161
    ——-3
    ##############
    Spacer=6
    131
    ——-6
    ##############
    maxsp=2 bestspacer=3
    ==============> start=17
    Spacer=1
    3
    ——-1
    6
    ——-1
    30
    ——-1
    08
    ——-1
    6
    ——-1
    8
    ——-1
    ##############
    Spacer=6
    31
    ——-6
    ##############
    maxsp=6 bestspacer=1
    ==============> start=18
    Spacer=3
    161
    ——-3
    ##############
    Spacer=6
    1
    ——-6
    ##############
    maxsp=1 bestspacer=3
    ==============> start=19
    Spacer=0
    613
    ——-0
    1
    ——-0
    ##############
    Spacer=1
    6
    ——-1
    30
    ——-1
    08
    ——-1
    6
    ——-1
    8
    ——-1
    ##############
    Spacer=3
    61
    ——-3
    ##############
    maxsp=5 bestspacer=1

    ——-( Schnapp )——

    Sieht für mich erstmal so aus, als ob da doch irgendwo am Anfang ein Header ist und Janes extrem kurze Blocklängen benutzt, bevor er den Spacer/die Verschlüsselungstabelle wechselt.

    Wenn dem so ist, wird’s ferkelig…
    (Außer, ich habe mich irgendwo vertippt)

    Wenn jemand das Programm haben möchte, kann ich es hier posten, es sind nur 85 Zeilen (außer Klaus möchte solche langen Posts nicht in seinem Forum haben, dann natürlich nicht).

  32. #34 Thomas
    15. Juli 2016

    @Piper
    Eine tolle Idee, das mit dem Programm! Würde mich sehr interessieren, von Informatik habe ich aber leider so gut wie keine Ahnung. Kannst du vielleicht in Worten beschreiben, was der Algorithmus macht und was maxsp und bestspacer bedeuten?

  33. #35 Piper
    15. Juli 2016

    @Thomas
    Das Programm sucht einen Anfang, wo ein Block nach Janes’ Methode codiert wurde, Spacer eine Ziffer, danach Zahlen, ein- bis dreistellig.

    Maxspacer zeigt an, wie viele Spacer es in einem Block gefunden hat, also, wie viele ein- bis dreistellige Zahlen, durch Spacer getrennt, und bestspacer ist der Spacer, mit dem die meisten Zahlen gefunden wurden.

    Das Programm beginnt die Suche ab Stelle 0, also der ersten Ziffer, dann Stelle 1, Stelle 2, in der Annahme, daß am Anfang ein Header unbekannter Größe sein könnte, der eben nicht nach Janes’ Codierung verschlüsselt ist. Die Annahme ist, der Header ist nicht größer als 20 Zeichen, weil, sonst macht das bei der Länge der Verschlüsselung irgendwie keinen Sinn mehr, wenn der Header zu groß ist, dann bleibt ja nichts mehr für die verschlüsselte Nachricht über.

  34. #36 Piper
    16. Juli 2016

    Irgendwie ist das alles nicht so zielführend…

    Nehmen wir doch mal meine oben geposteten Analysedaten, vergessen das mit dem Header und versuchen, von Anfang an zu entschlüsseln.

    Der Anfang sieht ja so aus:
    1131231118121321131613

    Dann käme man auf:
    Spacer=3
    0 1 : 11
    2: == 3
    3 4 : 12
    5 : == 3
    Spacerwechsel, Spacer = 8
    6 7 8 : 111
    9 : == 8
    Spacerwechsel, Spacer = 1
    10 : 2
    11 : == 1
    12 13 : 32
    14 : == 1
    Spacerwechsel, Spacer = 3
    15 16 : 11
    17 : == 3
    18 19 20 : 161
    21 : == 3

    Das sind dann aber verdammt viele Spacerwechsel (= unterschiedliche Verschlüsselungstabellen), und das nur in den ersten 22 Ziffern.

  35. #37 Thomas
    16. Juli 2016

    @Piper
    Vielen Dank für die Erläuterungen zum Programm!

    Ich meine, man muss gar nicht so viele unterschiedliche Tabellen erwarten:
    Nicht jeder Wechsel des Trenners wird ein Wechsel der Tabelle sein, weil jede Tabelle wohl mindestens zwei verschiedene Trennziffern enthält (Janes schreibt in seinem Text von “two letter spacers”, aber es können im Kryptogram auch noch mehr sein). So könnten die beiden ersten Abschnitte mit den Trennern 3 und 8 in deinem Beispiel noch in einer Tabelle untergebracht werden, weil diese Ziffern in keiner der Chiffrezahlen enthalten sind. Erst bei dem (dritten) Abschnitt mit der 1 als Trenner müsste ein Wechsel der Tabelle stattfinden, weil die vorangehenden Abschnitte Einsen enthalten. (Wegen der Chiffrezahl 32 wäre dann mit dem (vierten) Trenner 3 wieder ein Tabellenwechsel verbunden, was bei wortweisem – davon sollte man zunächst einmal ausgehen – Tabellenwechsel ein Wort mit zwei Buchstaben und dann eines mit einem Buchstaben ergäbe, etwa “IF A”, Thomas Ernst # 14 hat ja schon ein paar Möglichkeiten gezeigt)
    Außerdem können sich die Ersetzungstabellen nach einem bestimmten Muster wiederholen (z.B. rotierend: 1-2-3-1-2-3… oder doch nach Vorgabe in einem “header”). Eine spannende Frage ist, ob sich das mit einem Programm (bis zum Ende) durchprobieren lässt.

  36. #38 Piper
    17. Juli 2016

    @Thomas
    Poste doch mal Janes’ ganzen Satz, “two letter spacers” kann sowohl zwei Buchstabentrenner als auch zweibuchstabige Trenner bedeuten.

    Ein Programm könnte natürlich die von dir beschriebenen Tabellenwechsel erkennen und eine Satzstruktur ausgeben, z.B.

    XX X XXX XXXX XX X XXXXX

    Dann könnte man mit Wortlisten anfangen zu raten..

  37. #39 Thomas Ernst
    Latrobe
    17. Juli 2016

    Zur Frage, wie und wann Janes seine Chiffrealphabete wechselt, habe ich folgende Möglichkeiten für die erste Zeile ausprobiert:

    a) quantitativer Alphabetwechsel nach Buchstabenpaaren, bei höchstens zehn Chiffrealphabeten:
    11-3, 12-3 / 1-1, 18-1 (oder 11-1, 8-1) / 21-3, 211-3 / 16-1, 30-1 / 0-8, 161-8 / 1-1, 3-1 / 0-0, 3-0 / 00-8, 0-8 / 12-1, 3-1 / ? Dafür sprechen die Wiederholungen 0-8, 1-1, 3-1, und daß man dieses System auch in den folgenden Zeilen gut durchziehen kann; dagegen spricht, daß man am Ende der ersten Zeile steckenbleibt. Druckfehler sind immer zu erwarten, doch wohl weniger in Janes’ kleinem Pamphlet.

    b) quantitativer Alphabetwechsel nach Buchstabendreiern, bei höchstens zehn Chiffrealphabeten:
    113123111812132113161301081618113100300080812131008531. Hier finde ich keinen Anfang.

    c) quantitativer Alphabetwechsel nach Buchstabenvierern, bei höchstens zehn Chiffrealphabeten:
    1-1, 3-1, 23-1, 1-1, dann hörts auf.

    Also schließe ich einen quantitativen Alphabetwechsel nach einer bestimmten Anzahl von Buchstaben aus.

    d) qualitativer Alphabetwechsel pro Wort: viele Möglichkeiten, z. B. :
    da) 11-3, 12-3 / 111-8 / 12-1, 32-1, 13-1, 6-1, 30-1, 08-1, 6-1, 81-1, 3-1 / 0-0, 3-0, 0-0, 8-0 / …
    db) 11-3, 12-3 / 11-1, 8-1, 2-1, 32-1, 13-1, 6-1 / 3-0, 1-0 / 8-1, 6-1, 81-1, 3-1 / 0-0, 3-0, 0-0, 8-0 / …
    dc) 113-1, 23-1, 1-1, 8-1, 2-1, 32-1, 13-1, 6-1, 30-1, 08-1, 6-1, 8-1, 13-1 / 0-0, 3-0 / 00-8, 0-8 / 12-1, 3-1 / …
    [= BY / IN, 1-1, N, 2-1, 32-1, G, I, 30-1, 08-1, I, N, G / 0-0, 3-0 / 00-8, 0-8 / 12-1, 3-1 / …]
    dd) 113-1, 23-1, 1-1, 8-1, 2-1, 32-1, 13-1, 6-1, 30-1, 08-1, 6-1, 8-1, 13-1 / 0-0, 3-0, 0-0, 8-0 / 8-1, 2-1, 3-1 / …
    Besonders dc läuft sich gut an. Aber mir fällt für das verlockende BY/IN […]ING nichts ein, und ich traue der Sache nicht länger.

    e) systematischer Alphabetwechsel auf oder nach einem bestimmten Buchstaben, z. B. auf/nach jedem Vokal oder auf/nach nur einem Vokal, z. B. “E”. Dann bei Anfang THE oder THIS Wechsel auf dem Vokal, bei WITH Wechsel nach dem Vokal. Nur käme nach WITH wohl ein weiteres TH, deswegen halte ich nach jedem Vokal für unwahrscheinlich. Bei THE dann 1-2, 3-1, 23-1 /, dann haperts.

    f) systematischer Alphabetwechsel auf einem wiederholten Buchstaben, wortübergreifend oder nur innerhalb eines Wortes. EV/ERY CIPH/ER […], z. B., wäre übergreifend 2 + 7 + 2 […]: 11-3, 12-3 / 11-1, 8-1, 2-1, 32-1, 13-1, 6-1, 30-1 / 0-8, 161-8 […]; EV/ERY CIPHER […] wäre, nicht übergreifend, 2 + 9 […]: 11-3, 12-3 / 11-1, 8-1, 2-1, 32-1, 13-1, 6-1, 30-1, 08-1, 6-1 […]. Dasselbe würde für den Anfang ALL […] gelten: 11-3, 12-3 / 11-1 […].

    Ich halte f) für die vielversprechendste Methode, nach welcher man den Text ausprobieren sollte. Sie gibt Janes’ Chiffre den gewissen “kick”, jedoch gleichzeitig größere Beweisbarkeit als bloßes Wörterraten. Nicht locked, aber linked, und stitched auf alle Fälle.

  38. #40 Piper
    17. Juli 2016

    @Thomas Ernst
    Deine Methode f) hat aber einen Nachteil.

    Um wirklich mehrere, viele Tabellenwechsel durchführen zu können, kannst du nicht alle Buchstaben dafür als Marker benutzen, z.B. im englischen das “Z” wäre ein totaler Fehlschlag.

    Wohingegen aeiouyct wohl ganz aussichtsreiche Kandidaten wären (geschätzt).

    Nur: Damit kannst du ziemlich einfach raten, wenn du festgestellt hast, daß die Tabelle gewechselt wurde, welcher Buchstabe der vor dem Tabellenwechsel sein könnte.

    Somit kannst du schon bestimmte Buchstaben, wie z.B. das “Z” ausschließen.

    Und, um das Ende eines Wortes zu erkennen, müßte dann auch das Space/Leerzeichen mit geschrieben/codiert werden, welches dann sehr häufig im Text auftauchen müßte und die Nachricht unnötig verlängern würde.

    Ok, man könnte auch einfach einen Buchstabenbandwurm als Nachricht nehmen, das sollte ein Muttersprachler dann wohl aufdröseln können.

    Und bei manuellen Ver-/Entschlüsselungsverfahren, anno 1890, ist die Länge der Nachricht schon interessant, da eine längere Länge mehr Arbeit bedeutet, und somit auch eine erhöhte Fehleranfälligkeit.

    Was stand früher noch in den Telefonzellen geschrieben?

    “Fasse dich kurz!”

    🙂

  39. #41 Thomas Ernst
    Latraobe
    17. Juli 2016

    @ Piper: ich habe nirgends ‘was von “mehreren, vielen Tabellenwechseln” gesagt; überhaupt ist das Wort “Tabelle” hors de sujet: es handelt sich um Chiffre- oder Substitutionsalphabete, wenige oder mehrere, die Janes verwendet. Und wer sagt, daß alle Buchstaben sich dazu eignen – über einen “mezzo-soprano” werden wir bei Janes kaum etwas erfahren; “um das Ende eines Wortes zu erkennen” – das ist bei Janes eine Option, kein Muß. “Damit kannst du ziemlich einfach raten, wenn du festgestellt hast, daß die Tabelle gewechselt wurde, welcher Buchstabe der vor dem Tabellenwechsel sein könnte”: Es ist keinesfalls ziemlich einfach, jedoch hilfreich, wenn man semantisch den möglichen Substitutionswechsel einschränken kann.

  40. #42 Piper
    17. Juli 2016

      @Thomas Ernst
    Aber das ist doch die Technik von Janes, die Verschlüsselungstabellen in der Codierung zu wechseln, dadurch erst wird das doch so schwierig, seine Codierung zu knacken.

    Und deswegen muß es ein häufig vorkommender Buchstabe als Marker für einen Tabellenwechsel sein, sonst kannst du Pech haben und es wird kein einziger Tabellenwechsel in einer Nachricht durchgeführt.

    Somit wird an bestimmten Stellen in der Codierung die Anzahl der verwendeten Buchstaben merklich eingeschränkt, und genau das ist ein Punkt, wo man eine Chiffre angreifen kann.

    Und sobald man weiß, daß in einem Buchstabenbandwurm an bestimmten Stellen nur bestimmte Buchstaben stehen können, kannst du die Verschlüsselung mit Wortlisten angreifen, besonders wenn man weiß, daß die Nachricht, wie Janes sagte, nur aus einfachen englischen Wörtern besteht.

  41. #43 Thomas
    17. Juli 2016

    @Piper
    Den Text kann man gut in Klaus´ obigem link zur Rider University nachlesen. Auf S. 6: “Indeed, two letter “spacers” and a word “spacer” might then be employed…”. Die Verwendung von “a” (statt “one”) spricht eher dafür, dass sich “two” nicht auf die Anzahl der letters, sondern die der spacer bezieht. Dafür spricht auch, dass Janes´ es kurz davor noch für nötig hält, dreistellige Chiffrezahlen wegen der Telegrafiekosten zu rechtfertigen; zweistellige Trenner wären dann Verschwendung. Auch sind in allen Beispielen die Trenner durchgehend einstellig.

    @Thomas Ernst
    Zum Wechsel: Wie legen Sie den zweiten Absatz auf S. 6 in Janes´ Büchlein aus? Sollte man nicht – natürlich nur soweit sich dies mit dem Kryptogramm vereinbaren lässt – annehmen, dass er im challenge cryptogram seine im Text vorgestellte Methode des Wechsels per Wort beibehalten hat?
    Auf die Gefahr hin, dass Sie mich einer (zu) strengen Observanz zeihen: Sehe ich es richtig, dass Sie es zulassen, dass innerhalb eines Blocks/Alphabets eine Trennziffer in einem Chiffrewert enthalten sein darf? Wie lässt sich das mit Janes´ Gebot auf S. 4 vereinbaren: “…the only things to be careful about being (1) to omit the “spacer” figure from the alphabet…”?

    • #44 Thomas Ernst
      Latrobe
      17. Juli 2016

      @ Thomas: “But there […] diminished” bedeutet dies: wenn man die Chiffrewerte über nur zweistellige Werte hinaus erhöht – also praktisch auch dreistellige Werte einschließt, wie in der “War”-Chiffre, prinzipiell könnte es auch in die Tausender gehen, aber Janes verwendet in der WAR”-Chiffre nur 486, 628, 938, 329 und 631, gemischt mit Einsern und Zweiern – könnte man neben zwei Buchstabentrennern – nicht Doppelten, sondern zwei verschiedenen Ziffern – auch noch einen dritten Trenner, nämlich am Wortende einsetzen. Wir hätten also, z. B., als Buchstabentrenner 1 und 2, und als Worttrenner 3 (Janes sagt nicht, ob der Worttrenner derselbe wie einer der Buchstabentrenner sein kann). Janes spekuliert hier, und es ist unmöglich zu sagen, inwiefern er die drei Trenner in tandem bei Chiffrealphabeten mit drei- oder mehrstelligen Wert ausgeschlossen hätten. Wäre bei 1, 2, 3 als Trennern eine 624 als Chiffrewert möglich, jedoch keine 642? Janes führt das nicht exemplarisch aus, nur prinzipiell; die Theorie des Chiffriernden schießt hier über die Praxis hinaus. Das letzte Stückchen Praxis in Janes’ kurzem Text ist die “lockstitch”-Chiffre. Daß Janes hier auf jedem Klartexbuchstaben das Chiffrealphabet ändert ist weniger interessant, als daß er nicht das Überlappen einer Klartextziffer mit einem Trenner vermeidet – selbst wenn er auf jedem Klartextbuchstaben wechselt, wo es doch am leichtesten wäre, auf ein anderes Chiffrealphabet auszuweichen – weil er seine Chiffrealphabete nach einer von ihm bestimmten Reihenfolge – ob per Buchstabe oder längeren Einheiten ist prinzipiell unwichtig, – ändert. Da die vorgegebene – uns nicht bekannte – Reihenfolge das dominierende Element ist, kommt es eben zu Ziffernquerständen, wie in der “WAR-Chiffre z. B. “33” (= 3-3), “911” (= 91-1), “812208” (= 81-2, 20-8). – Bei Janes’ Chiffrieraufgabe dürften weniger solcher Querstände auftreten, da er, wie ich vermute, in längeren Einheiten chiffriert. Er muß sich ja bewußt gewesen sein, daß der Leser weder die Klartextalphabete, noch deren Reihenfolge kannte. Inwieweit also hat er also zu ermöglichen versucht, daß der Leser an den Text ‘rankommt, Inwieweit nimmt Janes mit seinen Trennern Rücksicht auf den Leser – ist er pedantisch, wie zu Beginn, oder locker vom Hocker, wie gegen Ende seines Textes? Daß er “Wort für Wort” macht, mag Janes zu einfach erschienen sein (nicht uns, jedoch ihm). Deswegen mein obiger Vorschlag, daß er vielleicht nach Wort und wiederholtem Buchstaben, übergreifend oder nicht übergreifend, vorgeht. – Es besteht noch die einfachere Möglichkeit, nämlich daß der Chiffretext nicht neu ist, sondern eine Passage des vorangehenden Textes wiederholt, z. B. “In conclusion […]”, oder auch eine frühere Passage.

  42. #45 Marc
    17. Juli 2016

    @Piper #12
    Na sowas, was hat denn die Zahl PI jetzt damit zu tun ? 🙂

  43. #46 Piper
    18. Juli 2016

    @Marc
    Die Zahl PI ist ein Beispiel, wie du Daten noch weiter verwurschteln kannst. Du kannst auch die Telefonnummern deiner verflossenen Lieben nehmen, der Unterschied ist nur, die Zahl Pi kennt jeder, die Telefonnummern wohl nur wenige.

    Das war ein Beispiel dafür, wie man so eine Art One-Time-Pads benutzen kann, ohne dieselben austauschen zu müssen.

    Man könnte auch die New York Times vom Ersten des Monats, und dort den Leitartikel oder die Titelstory nehmen, um Daten unleserlich zu machen.

    Hauptsache, beide Seiten, Sender und Empfänger wissen, was sie zum ver/entschlüsseln nehmen müssen, dann müssen keine Schlüsseltabellen ausgetauscht werden.

    Solange du was hast, was du auf den verschlüsselten Text draufzählen kannst (Buchstabenwerte, Ziffern), veränderst du die Struktur der Nachricht und machst so Angriffe per Buchstabenhäufigkeitsanalyse unmöglich.

  44. #47 Marc
    18. Juli 2016

    Danke für die Antwort.

    Es ist natürlich etwas blöd, wenn das Verfahren zur Schlüsselerzeugung theoretisch beiden bekannt ist, die praktische Umzetzung allerdings nicht ganz eindeutig ist. Da könnte sich der Empfänger dann wundern, warum es nicht funktioniert. Das ist aber eigentlich Off-Topic und muss jetzt auch nicht jeder verstehen.

  45. #48 Piper
    19. Juli 2016

    @Thomas
    Danke, das erklärt das mit den Spacern.

    Allerdings schreibt Janes auch “might then be employed”, also, könnten dann implementiert werden.

    Daraus könnte man schließen, daß solche Spacer in seinem System noch gar nicht existieren, aber in einer zukünftigen Erweiterung eingebaut werden könnten.

    @Marc
    Nee, gar nicht offtopic, das wird ja das Problem sein, falls es gelingt, Janes seinen Zahlenbandwurm in einezelne Buchstaben zu unterteilen. Weil, seine Schlüsseltabellen hat uns Mr. Janes leider nicht hinterlassen.

  46. #49 Marc
    3. September 2016

    Hat Janes auch Ziffern für Worttrennungen in seinen Beispielen verwendet ? Ich habe bei der 1. Zeile mal die 3 als Spacer und die 8 als Worttrennung interpretiert :

    11 (3) 12 (3) 111 -8- 121 (3) 211 (3) 161 (3) 010 -8- 161 -8- 11 (3) 100 (3) 000 -8- 0 -8- 121 (3) 100 -8- 5 (3) 121 (3) 05 -8-

    Danach folgt evtl. ein Alphabetwechsel.

    Dann wären die ersten 5 oder 6 Worte aber ziemlich
    kurz (max. 4 Buchstaben).

  47. #50 Marc
    4. September 2016

    Die 8 könnte auch ein 2. Spacer sein. Janes schreibt ja von 2 oder mehr Spacern. Folgend eine mögliche Aufteilung in 4 Alphabete mit jeweils 2 Spacern pro Alphabet :

    1. Alphabet (Spacer 3 + 8)
    11(3)12(3)111(8)121(3)211(3)161(3)010(8)161(8)11(3)
    100(3)000(8)0(8)121(3)100(8)5(3)121(3)05(8)

    Häufigkeit :
    2x 11
    1x 12
    1x 111
    3x 121
    1x 211
    2x 161
    1x 010
    2x 100
    1x 000
    1x 0
    1x 5
    1x 05

    2. Alphabet (Spacer 1 + 6)
    2(1)22(1)02(1)20(1)22(1)02(1)020(6)0(1)5(1)3(1)4(6)5(6)02(1)7(1)5(1)20(6)22(6)02(6)2(1)
    4(6)020(1)07(6)70(1)0(6)4(6)40(6)2(1)

    Häufigkeit :
    3x 2
    3x 22
    4x 02
    2x 20
    2x 020
    2x 0
    3x 5
    1x 3
    3x 4
    1x 7
    1x 07
    1x 70
    1x 40

    3. Alphabet (Spacer 2 + 4)
    1(2)01(2)6(4)3(4)0(2)5(4)7(2)01(4)09(2)90(4)100(2)1(2)0(4)11(2)01(4)00(2)010(4)

    Häufigkeit :
    1x 26
    1x 3
    2x 0
    1x 5
    1x 7
    2x 01
    1x 09
    1x 90
    1x 100
    1x 1
    1x 11
    1x 00
    1x 010

    4. Alphabet (Spacer 1 + 6)
    20(6)4(1)9(1)09(61)9(61)9(1)07(1)02(6)4(6)09(6)20(1)20(6)22(1)7(1)8(6)90(6)7(1)9(1)22(6)
    02(6)020(1)

    Hier könnte wieder das Alphabet vom 2. Abschnitt verwendet worden sein. Die Spacer stimmen überein und auch die Zahlen sind teils identisch ! Auffällig hier ist auch, dass Doppelspacer (61) vorkommen ! Diese grobe Aufteilung würde denke ich passen, evtl. sind die Übergänge der Alphabete nicht ganz richtig gewählt, ich sehe kein System, nach welchem ein Übergang bzw. Alphabetwechsel angezeigt wird.

  48. #51 Thomas Ernst
    Pittsburgh
    5. September 2016

    I do not think – by precedent of Janes’s other ciphers – that “000” in line 1 constitutes a plaintext letter, but rather that one of the “0” is a spacer, thus either: ~3 0 00 8~, ~3 00 0 8~, ~30 0 08~, 300 0 8~, or ~3 00 0 8~. There is one common mathematical factor to all of Janes’s four preceding examples, i. e. that appr. 27 % of the numerals of each of them – for paucity of doubles, I exclude the first one with a slightly higher ratio because of the additional word-end-spacers – constitute spacers: “Will be”, version b: 74, 3 % plaintext; “Dear Robert”: 71,2 % plaintext; “Syndicate”: 73,4 % plainext; “War”: 74, 4 % plaintext. With 244 numerals (which I initially miscounted as 243) we may assume appr. 60 spacers. There are 55 x “0” (22,6 %), 62 x “1” (25,5 %), 45 x “2” (19,2 %), 13 x “3” (0,5 %), 16 x “4” (0, 6 %), 6 x “5” (0,2 %), 26 x “6” (10,6 %), 7 x “7” (0,2 %), 8 x “8” (0,3 %), 9 x “9” (0, 3 %). The consequences of this are not clear to me, yet they should offer a breaking point. – In addition, Janes displays a preference in the preceding examples for numbers which “count”, and for non-valeurs.

  49. #52 Marc
    5. September 2016

    Ich meine, wenn ich es richtig übersetzt habe, dass Janes schreibt, mann könne auch dreistellige Zahlen in den Tabellen verwenden. Er hat ja bereits 00 verwendet, warum sollte er dann nicht auch 000 verwenden können, solange die 0 nicht als Spacer bei diesem Alphabet verwendet wird ? Nur weil in seinen Beispielen keine 000 vorkommt ? Daher würde ich die 000 nicht ausschließen !

    Ich glaube nicht, dass er viel mehr als 4 Tabellen verwendet hat. Seiner Aufforderung nach würde ich annehmen, dass es – wenn auch schwierig – halbwegs lösbar sein soll, sonst hätte er ja auch gleich Lockstitch verwenden können.

  50. #53 Thomas Ernst
    Latrobe
    5. September 2016

    Natürlich kann “000” für einen Klartextbuchstaben stehen, nur muß man sich bei diesem Rätselraten – und es ist ein unwahrscheinlich effektives Rätsel – irgendwo einschränken und mit Mutmaßungen beginnen. Drei Nullen oder drei identische Zifferen/Zahlen für einen Klartextbuchstaben schließe ich deswegen aus, weil Janes seine paar Dreier in “War” abweichend konstruiert. Die Sache mit 3 und 8 bzw. je zwei Trennern ist durchaus plausibel. Bemerkenswert bleibt, daß sich durchgehend soviel im Bereich 0, 1, 2 abspielt und es ab 3 rapide abwärts geht, und 3 und der Rest in seltsamen Ballungen auftreten, wie ja schon aus der ersten Zeile mit 3 ersichtlich. Wenn man sich die Zahlen abtippt und dann jede Zahl “highlightet” (wenn das mal nicht das schlimmste deutsche Wort ist), wird das, wie auf einer Landkarte, schnell ersichtlich. Bin dabei, mir den ganzen Janes abzutippen; dann kommt man auch näher an seine Lexik ‘ran, als wenn man den Text nur liest.

  51. #54 Marc
    5. September 2016

    “War” ist doch aber das letzte Beispiel vor der Challenge, welches er mittels Lockstitch verschlüsselt, oder habe ich das falsch verstanden/übersetzt ? Diese Chiffre verwendet er doch nicht.

    Könntest du bitte genauer erklären, was mit

    “weil Janes seine paar Dreier in War abweichend konstruiert”

    gemeint ist ? Das versteh ich nicht so ganz. Bei diesem Beispiel sind ja nicht alle 35 Substitutionstabellen angegeben, sondern nur die jeweilige Zahl, mit welcher der zu verschlüsselnden Buchstabe in dieser Tabelle verschlüsselt wird, gefolgt von dem Spacer, welcher für diese Tabelle verwendet wird. Als Beispiel mal der 1. Buchstabe :

    W 486 – 3

    Hier ist 486, so wie ich es verstanden habe, der Wert, den W in der ersten verwendeten Tabelle hat und die 3 der Spacer für diese Tabelle. Die 35 verwendeten Tabellen selbst stehen hier nirgends. Oder habe ich hier etwas missverstanden ?

  52. #55 Thomas Ernst
    Pittsburgh
    5. September 2016

    @ Marc: nein, “lockstitch” verwendet er, eigener Angabe zufolge, nicht. Das schließt aber nicht dreistellige Werte in seine Chiffreaufgabe aus. Und – sollte es derer dort geben – von diesen halte ich “000” als dreistelligen Klartextwert im Zusammenhang von Janes’ Vorgehensweisen für unwahrscheinlich. Mit Zusammenhang meine ich: die fünf Dreier in “War” sind kuddelmuddel, und die “0” als Teil von Klartextwerten kommt einmal als Paar vor, und mehrere Male als Hälfte von Paaren, an erster oder an zweiter Stelle. Überhaupt verwendet er keine identischen Dreier. Allerdings mag er identische Paare, z. B. gleich zweimal die 99 für Klartext-Z in den verschiedenen Chiffrealphabeten “Dear Robert” und “Syndicate”. Ach, und da ist noch die 92, nochmal eine 9, ebenfalls als Z. Gewisse “Aufhänger” hatte der Mann also. “000” gehört meiner Meinung nicht dazu.

  53. #56 Marc
    5. September 2016

    @Thomas Ernst
    Ich habe mich evtl. etwas missverständlich ausgedrückt. Die Challenge selbst verwendet kein lockstitch, dass ist klar, aber das “War…”-Beispiel davor verwendet diese, daher nehme ich dieses Beispiel nicht als Maßstab.

    Tatsächlich wirken die Zahlen bei der o.g. Aufteilung und Verwendung der spacer sehr “konstruiert” und nicht so recht zufällig und ähneln auch nicht den Tabellen, die er in seinen Beispielen verwendet hat.

    Aber vielleicht ist das ja gerade Absicht ?

  54. #57 Hias
    7. September 2016

    Könnte es nicht sein, dass Janes die Ziffern so gewählt hat, dass er ohne Spacer auskommt? Er hätte nur vermeiden müssen, verwendete Zahlen nicht als Anfang von anderen Zahlen zu verwenden. Wenn er z.B. die 10 verwendet, keine 101 bis 109 benutzen; oder bei 5 keine 5X oder 5XX. Habe mal total ins Blaue geschossen und die Zahlen so aufgelöst:
    11 31 23 11 181 21 32 11 31 613 01 08 16 181 13 100 300 08 08 121 310 08 5 31
    213 08 21 22 102 120 122 102 102 06 01 5 13 146 5 602 17 15 120 96 22 60 262
    146 02 01 07 67 01 06 44 06 20 20 02 104 06 211 20 126 434 02 5 47 01 409
    29 04 100 21 20 411 20 140 02 01 04 20 641 910 961 961 910 71 02 646 09 620
    120 622 17 186 906 71 912 260 260 201.
    Das Ende des Satzes könnte man mit ___lly interpretieren. Leider ist mein Englisch nicht genug für den Rest, weshalb ich mir jetzt wieder die Einträge vor dem 9. August ansehe 😉 (@Hr. Schmeh: perhaps back to the roots?)
    Allerdings wären Spacer an Wortenden sinnvoll um Sätze wie „godisnowhere“ richtig deuten zu können (god is now here / god is nowhere).
    Möglicherweise kann jemand etwas damit anfangen.
    Bei #50 stört mich der Spacer am Ende des Textes,macht keinen Sinn.

  55. #58 Thomas Ernst
    Pittsburgh
    8. September 2016

    @ Hias: leider nein, Janes verwendet Trenner nach jedem Buchstaben, ich bin langsam dabei, den Text herauszuklamüsern. Die Schluß-1 ist ein Trenner.

  56. #59 Narga
    8. September 2016

    Ich finde die folgende Lösung für zwei Abschnitte, die Marc auch schon in Posting #50 ungefähr so erkannt hat und bereits korrekt als dasselbe Alphabet nutzend klassifiziert hat (Abschnitte 2+4):

    2(1)22(1)02(1)20(1)22(1)02(1)020(6)
    W H E T H E R
    0(1)5(1)3(1)4(6)5(6)02(1)
    A N Y O N E
    7(1)5(1)20(6)22(6)02(6)2(1)4(6)020(1)07(6)70(1)
    I N T H E W O R L D

    und

    20(6)4(1)9(1)09(6)19(6)19(1)07(1)02(6)4(6)09(6)20(1)
    T O P U Z Z L E O U T
    20(6)22(1)7(1)8(6)90(6)7(1)9(1)22(6)02(6)020(1)
    T H I S C I P H E R

    Bei PUZZLE bin ich mir nicht sicher, weil das Z der Regel “Trenner darf nicht in anderen Zeichen wiederholt werden” widerspricht. Marc hat da einen Doppeltrenner gesehen. Hm.

  57. #60 Marc
    8. September 2016

    @Narga #59 :

    Genau diese Ziffernfolge 9(1)09(6)19(6)19 finde ich auch etwas seltsam : 2 Doppeltrenner direkt hintereinander ? Ich hatte hierzu noch die Idee, dass Janes hier evtl. Zahlen verschlüsselt hat.

  58. #61 Marc
    8. September 2016

    Das ist aber eher unplausibel, da Janes in seinen Beispielen auch keine Zahlen verschlüsselt und hierzu auch nichts schreibt.

  59. #62 Marc
    8. September 2016

    Wie wäre es denn, wenn jamand mal eine “Mustersuche” in den 12 Texten von Milton´s “paradise lost” durchführen würde ? Vielleicht hat er ja wirklich einen Text von dort verwendet.

  60. #63 Thomas Ernst
    Latrobe
    8. September 2016

    Janes verwendet keine Doppeltrenner; er hat sie nicht nötig, da der Reichtum seiner Chiffrierungen ja hauptsächlich von der Variabilität der vorangehenden Chiffrezahlen ermöglicht wird, ganz zu schweigen davon, daß sie – zumindest prinzipiell – auch polyalphabetisch eingesetzt werden können. Des weiteren hat Janes selbst die Regel, daß Elemente von Chiffrezahlen und Trenner sich ausschließen oder nicht zusammenstoßen sollen, wohl bei 4/7 beibehalten (können), jedoch nicht in der “War”-Chiffre, wo gleich siebenmal der Trenner einer vorangehenden Chiffrezahl mit der (Anfangs)ziffer der folgenden Chiffrezahl identisch ist. Der Annahme, daß Janes seine Trenner nach keinem ersichtlichen System – siehe seine 4/7-Chiffre – wechselt, schließe ich mich vorerst an.

  61. #64 Thomas Ernst
    Latrobe
    8. September 2016

    Die Suche nach “Mustern” in “Paradise Lost” wäre “Love’s Labour Lost.” Überhaupt sollte man sich mit der Lektüre Miltons nicht das Leben verkürzen, sonder lieber einen Spaziergang ums Haus machen, um wieder einen klaren Kopf zu kriegen.

  62. #65 Narga
    9. September 2016

    Hier nun die komplette Lösung:

    I SHOULD LIKE TO KNOW
    WHETHER ANYONE IN THE WORLD
    IS INGENIOUS AND LUCKY ENOUGH
    TO PUZZLE OUT THIS CIPHER

    Dazu habe ich den Text in ähnliche wie die von Marc in Post #50 vorgeschlagenen Abschnitte zerlegt und auch seine Trenner benutzt:

    Abschnitt 1: (Trenner 3+8)
    11(3)12(3)111(8)121(3)211(3)161(3)010(8)161(8)11(3)100(3)000(8)0(8)121(3)100(8)5(3)121
    (3)05(8)
    Abschnitt 2: (Trenner 1+6)
    2(1)22(1)02(1)20(1)22(1)02(1)020(6)0(1)5(1)3(1)4(6)5(6)02(1)7(1)5(1)20(6)22(6)02(6)2(1)4
    (6)020(1)07(6)70(1)
    Abschnitt 3: (Trenner 2+4)
    06(4)6(4)06(2)0(2)00(2)1(4)0(4)06(2)11(2)01(2)6(4)3(4)0(2)5(4)7(2)01(4)09(2)90(4)100(2)1
    (2)0(4)11(2)01(4)00(2)010(4)
    Abschnitt 4: (Trenner 1+6)
    20(6)4(1)9(1)09(6)19(6)19(1)07(1)02(6)4(6)09(6)20(1)20(6)22(1)7(1)8(6)90(6)7(1)9(1)22(6)
    02(6)020(1)

    Die 4 Abschnitte entsprechen dann den 4 Zeilen der Lösung.

  63. #66 Thomas Ernst
    Latrobe
    9. September 2016

    Meine Lösung wäre von kleineren Einheiten ausgegangen – 11-3 [A] 1-2 [N] 3-1 [Y] 11-8 [O] 1-2 [N] 1-3 [E] … – und hätte die Viererteilung als Indiz für neue Trennerpaare als zu offensichtliches Indiz ignoriert und nur die Wiederholung von Chiffrewerten als hilfreiche “give-aways” von seiten Janes’ interpretiert. Nargas Lösung ist ein so überzeugender Wurf, daß ich mit “Anyone being able / desiring / reading” nicht fortfahren werde. Sehr schöne Lösung!

  64. #67 Dampier
    9. September 2016

    Großartig, Narga, Glückwunsch! Aber auch alle anderen: Ihr seid unglaublich!
    Einzigartig, sowas live mitzuerleben.

  65. #68 Thomas
    9. September 2016

    Super, eine schöne Lösung!

  66. #69 Narga
    9. September 2016

    Offensichtlich wechselt Janes hier immer nach fünf Worten die Ersetzungstabelle. Abschnitt 2 und 4 verwenden sogar dieselbe Tabelle, dadurch waren ausreichend Zeichen vorhanden, so dass sich per Software hierfür eine eindeutige Ersetzung finden ließ.

    In Abschnitt 3 habe ich dann am Anfang entweder EVERMORE oder ISIN??NI?…. erhalten und einen Abend darüber gegrübelt. Meine Frau hat dann nur kurz rübergeschaut und sofort IS INGENIOUS gesagt. Tsss… Mit diesen Buchstaben ergab sich der Rest dann eigentlich ohne weiteres Raten und die Lösung machte auch im Kontext der Arbeit, bzw. der Schrift von Janes dann Sinn.

  67. #70 Marc
    9. September 2016

    Glückwunsch, eine tolle Leistung von dir und deiner Frau 😉

  68. #71 Klaus Schmeh
    18. September 2016

    @Narga, Marc:
    Mit etwas Verspätung auch von mir: Vielen Dank und herzlichen Glückwunsch! So macht das Bloggen Spaß! Jetzt muss ich das ganze nur noch in einen Blogartikel verarbeiten. Der erscheint in den nächsten Tagen.