i-11b22d33d0b36c698ffaf307fbf2ef36-Online.jpgDas Internet ist – im besten Sinne – alltäglich geworden. Wir sind immer häufiger und immer länger online. Das ist eines der wenig überraschenden Ergebnisse der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie. Interessant wird es, wenn man sich die detaillierte Studie genauer ansieht und dabei nach Nutzungsmustern und dem Alter der Internetnutzer unterscheidet.

Letzte Woche wurden die jüngsten Ergebnisse der 13. ARD/ZDF-Onlinestudie bekanntgegeben, die wie keine andere Untersuchung die Karriere des Internets nachzeichnet. Für die Studie wurden 1806 vollständige Interviews (1212 mit Online-Nutzern, 594 mit Offline-Nutzern) geführt.

Absolute Zuwachsraten schwächen sich ab

Die Auswertung macht deutlich: der enorme Zuwachs an Internetnutzern hat sich inzwischen abgeschwächt. Zahl der Onlinenutzer hat sich auf hohem Niveau (67,1%, das sind 43,5 Millionen Bundesbürger) stabilisiert. Der Zuwachs gegenüber dem Jahr 2008 betrug bescheidene 1,9%, das ist eine Zunahme von 800 000 Personen. Immerhin. Aber – wie Birgit van Eimeren und Beate Frees schreiben: *

“Dieser Anstieg bedeutet aber auch die geringste Wachstumsrate der Internetverbreitung seit Beginn der repräsentativen Messung der Internetnutzung in Deutschland.”

Und wenn man die Entwicklung extrapoliert, so dürften auch für die nächsten Jahre keine großen Sprünge mehr zu erwarten sein. Die Zuwächse kommen allenfalls marginal von neuen Nutzern jüngeren und mittleren Alters, dort sind heute schon 85-95% regelmäßig im Web unterwegs. Steigerungsraten sind lediglich bei den älteren Nutzern zu erwarten, bei denen das Internet gerade in den letzten 2-3 Jahren immer beliebter wurde.

Über alle Altersgrenzen hinweg läßt sich jedenfalls ein anderer Trend feststellen: die Internetnutzung wird immer alltäglicher, immer selbstverständlicher und immer stärker in den normalen Tagesablauf integriert. (Von den Befragten gaben 71,6% an, daß sie am Vortag das Internet genutzt hatten. 2008 waren das nur 68%.)

Immer mehr, immer länger

Und diese Entwicklung führt konsequenterweise dazu, daß die durchschnittliche Verweildauer im Netz inzwischen bei stattlichen 136 Minuten liegt, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 16 Minuten entspricht (Männer 148 min, Frauen 122 min)

Eine weitere Veränderung gegenüber den Vorjahren ist bei den Nutzungsmotiven festzustellen; wie man in der Zusammenfassung in den aktuellen Media Perspektiven (07/2009) lesen kann:


“Heute sehen bereits 34 Prozent der Onliner das Internet als ihr „Primär-Medium” an, um sich im Alltag zurechtzufinden, aber nur 25 Prozent bzw. 24 Prozent schreiben diese Eigenschaft dem Fernsehen oder der Tageszeitung zu.”

Kurz: Wer einmal das Internet entdeckt hat, der greift immer seltener auf Fernsehen und andere Medien zurecht, wenn er schnelle Infos sucht und sich über das Tagesgeschehen auf dem laufenden halten will.

Hier die Entwicklung der letzten Jahre. In der unteren Zeile sieht man die steigende Popularität hinsichtlich der Nutzungsdauer des Internets:

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In einem weiteren Beitrag werden an dieser Stelle einige interessante Details aus der Studie vorgestellt; für diesen ersten Teil lässt sich zusammenfassend feststellen:

Rechnet man die Internet-Nutzungsdauer für die Gesamtbevölkerung hoch, so ist 2009 jeder Erwachsene in Deutschland – unabhängig davon, ob Onliner oder Offliner – täglich 70 Minuten online. Gegenüber dem Vorjahr hat sich damit das Nutzungsvolumen um 12 Minuten erhöht.

Deutschland ist im Internet angekommen.

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