TV-Tipps für Mi, 17.12.2008

Auf die Schnelle: Wenn Sie nach den letzten Homöopathie-Impfgegner-Ayurveda-Scharmützeln auf den ScienceBlogs noch nicht genug von der Komplementär-, Alternativ-, Integrativ- oder sonstwie “anderen” Medizin haben, dann könnten Sie morgen, Mittwoch, eine Doppelschicht vor dem TV-Apparat verbringen.

ARD, 21:45-23:00, hart aber fair: Hand auflegen oder nur Hand aufhalten -
Was taugt die alternative Medizin?

Hier wird der arme aber wackere Beda Stadler Vernunft und Wissenschaft gegen eine Geistheilerin und ein paar Alternativmedizinfreaks inklusive dem Gottseibeiuns jedes denkenden Menschen – also Jürgen Fliege – verteidigen müssen. Außerdem wird Dieter Trzolek, Physiotherapeut des 1. FC Köln und Alternativheiler,

im Studio einen Versuch zur Wirksamkeit
alternativer Heilmethoden demonstrieren.

Meine hellseherische Begabung lässt mich prognostizieren, dass dieser “Versuch” der reinste Käse sein wird – unabhängig davon, wie er ausgeht. Wahrscheinlich irgendwas nach dem Motto “Ich leg dir die Hand auf und du sagst mir, ob du den Energiefluss gespürt hast.”

ORF 2, 23:00-ca. 00:15, CLUB 2: Geistheiler – Lebensretter, Helfer oder Scharlatane?

Im Anschluss wird unsere Ko-Bloggerin Krista Federspiel u.a. zwei Geistheilerinnen gegenübersitzen und ihnen erklären (ich spekuliere schon wieder…), warum der Placeboeffekt kein Freibrief zum Abzocken verzweifelter Menschen ist. Viel Erfolg, Krista!

Am Ende wird die Moderatorin wahrscheinlich feststellen, dass immer noch viele Fragen offen… und man muss halt dran glauben… aber wer weiß… und dann irgendwas Versöhnliches, weil immerhin ist bald Weihnachten!

Apropos Weihnachten: Aus ebendiesem Anlass gibt’s hier eine kleine Blogpause bis Anfang Jänner. Ich wünsche erholsame Feiertage!

PS: Gerade noch entdeckt: drüben beim Eso-Blog gibt’s unabhängig von mir hier auch den TV-Hinweis auf die ARD-Sendung. Seltsam – wahrscheinlich sind unsere Blogs schon total mysteriös quantenverschränkt. Ein Fall für Froböse!

Kommentare

  1. #1 Marcus
    16. Dezember 2008

    mach doch ein Liveblogging wie Florian während Uri Gellers Sendung ….

  2. #2 florian
    16. Dezember 2008

    @Marcus: Ja, das wäre eine tolle Idee. Wenn ich in Heidelberg bin, bin ich ohne TV – ich komm erst am Wochenende wieder zu nem Fernseher…

  3. #3 Robert
    16. Dezember 2008

    Zur Info für die deutschen Zuseh… ähhh Zuschauer: ORF2 gibts auch unverschlüsselt auf dem Astra-Satelliten, ORF1 hingegen nicht.

  4. #4 Ulrich Berger
    17. Dezember 2008

    @ Marcus:
    Nicht böse sein, aber das werd ich mir nicht antun. Ich bin nicht mehr so jung wie Florian und pack schon das Zusehen bei solchen Sendungen nur mit Mühe…

  5. #5 Marcus
    17. Dezember 2008

    @Ulrich
    och, ich dachte Blogger wäre alles so um die 30 (abgesehen von mir) ;-)
    Ich kann’s verstehen …

  6. #6 florian
    17. Dezember 2008

    @Ulrich: Endlich bezeichnet mich mal wieder wer als jung! Vielen Dank! ;)

    Vielleicht hat ja irgendwer die Möglichkeit, die ORF-Sendung aufzunehmen? Satelliten-Fernsehen hab ich nämlich auch nicht…

  7. #7 Unicorndeer
    17. Dezember 2008

    Der Liveblog hat echt Spaß gemacht. Vielleicht überlegst du es dir ja noch :D.

    Ich schau mal ob ich es aufnehmen kann!

  8. #8 Marcus
    17. Dezember 2008

    vielleicht einer der anderen Skeptiker-Kollegen …

  9. #9 sil
    17. Dezember 2008

    Eine Aufzeichnung wäre wirklich klasse.
    Mal sehen, wie oft “Tellerrand” und “Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde…” in der Sendung vorkommen.
    Tolle Zitate haben alle Scharlatane drauf, nur mit dem medizinischen Wissen hapert´s gewaltig.

  10. #10 Marcus
    17. Dezember 2008

    einen besonderes Augenmerk sollten wir nach der Sendung auf den “Hart aber Fair”-Faktencheck werfen. Dort wird online noch mal berichtet, welche Aussagen der Diskutanten richtig oder falsch waren. Es dauert allerdings ein paar Tage, bis die gecheckt sind.

  11. #11 sil
    17. Dezember 2008

    Kuckt mal!

    17.12.2008 13:50 Uhr
    Richard Kuhn (48 J)

    In der Ankündigung der Sendung liest man folgenden Satz: “Findet die Seele Heilung da, wo die moderne Massenmedizin versagt?” Genau hier liegt doch schon der Haase im Pfeffer. Die Schulmedizin kennt keine vom Körper losgelöste Seele. Zum Glück tut sich was auf dem Gebiet. In dem Buch: “Die geheime Physik des Zufalls” (Untertitel: Kann die Quantenphysik paranormale Phänomene erklären?) werden wissenschaftliche (nicht religiöse!) Argumente aufgeführt, die für eine unsterbliche Seele sprechen.

    Gästebuch

    Da geben sich die Quacksalber ein Stelldichein. :\

  12. #12 Rincewind
    17. Dezember 2008

    Dieser Froböse richtet wirklich massiv Unheil an mit seinem Quantenquatsch. Und das Gästebuch ist eine Orgie von Scharlatanen und ganzheitlich Doofen. Sollte man sich nur in psychisch stabiler Verfassung antun.

  13. #13 Unicorndeer
    17. Dezember 2008

    ORF krieg ich leider nicht :(. Hart aber fair kann man aber zumindest nachträglich auf dem ARD Webstream schauen.

  14. #14 E. Berndt
    17. Dezember 2008

    Jetzt läuft die Diskussion. Grauenhaft unfair.
    Beda M Stadler praktisch gegen alle.

  15. #15 E. Berndt
    17. Dezember 2008

    Jetzt läuft die Diskussion. Grauenhaft unfair.
    Beda M Stadler praktisch gegen alle.

  16. #16 E. Berndt
    17. Dezember 2008

    Jetzt läuft die Diskussion. Grauenhaft unfair.
    Beda M Stadler praktisch gegen alle.

  17. #17 E. Berndt
    17. Dezember 2008

    Jetzt läuft die Diskussion. Grauenhaft unfair.
    Beda M Stadler praktisch gegen alle.

  18. #18 Kathy
    17. Dezember 2008

    Mir tut der arme Mann so leid… das muss doch weh tun. Mir tuts zumindest weh, nur vom zuschauen.

  19. #19 rose
    17. Dezember 2008

    Rütting hofft darauf, dass unsere entwickelten Gehirne eines Tages ein Bein nachwachsen lassen. Die Homöopathie-Tante war bei einer Wunderheiler-Operation dabei und mit ihren eigenen Händen in der offenen Bauchdecke eines Patienten und außerdem “gibt es noch viel zwischen Himmel und Erde…”. Fliege ist sowieso jenseits. Grusel.

    Allerdings: Stadler fehlt die Empathie für die Bedürfnisse der Patienten – und deshalb wirkt er ziemlich abgehobenund arrogant.

  20. #20 Dr. E. Berndt
    17. Dezember 2008

    Aber Ausgewogen ist die Diskussionsrunde wirklich nicht nicht. Schon der Moderator ist eine Gemeinheit.

  21. #21 GeMa
    17. Dezember 2008

    Träume ich grade oder bekommt der Johanniswasser-Grander-Fliege grad was auf seine Krabbelbeine?

  22. #22 Skeptikus
    17. Dezember 2008

    ja fliege macht gerade schön werbung für granderwasser, super. aber der beste Spruch kam vom Skeptiker Prof. Stadler:
    “hier fehlt nur noch Uri Geller und Nina Hagen” ;-)))

  23. #23 GeMa
    17. Dezember 2008

    Ja Mensch – aber recht hat er der Fliege. Wenn man krank ist soll man sich zurückziehen. Soll er mal endlich.

  24. #24 Dr. E. Berndt
    17. Dezember 2008

    Summa summarum
    Klassische Medienunkultur.
    Wie könnte es auch anders serin, die Medien lassen sich alt halt ihre Garanten für Einschaltziffern nicht gerne im Regen stehen.
    Zeitgeist lieber Konsument!

  25. #25 Ulrich Berger
    17. Dezember 2008

    Auf ARD hab ich schon meine Sünden abgebüßt; jetzt ORF 2 und die Tante Heilerin faselt schon von der Quantentheorie. Die dumm, es brennt!

  26. #26 Popeye
    17. Dezember 2008

    Grottenschlechte Sendung! Es gibt so viele Fakten, die nicht zur Sprache kamen und leider war Herr Stadler sehr aufbrausend und hat eher abgeschreckt als überzeugt. Die Kommentarseite von hart aber fair ist ein Tummelplatz der Alternativgläubigen geworden.

  27. #27 GeMa
    17. Dezember 2008

    Also ich weiß nicht. Das schaut doch schon sehr nach Wundenlecken aus auf der Kommentarseite. Empörung statt Häme über das erwartete Heimspiel. So glamurös war der Auftritt der Seelenverwandten ja nun wirklich nicht.

    Was mich beruhigt hat, es sind immer noch ca. 50% der Bevölkerung, die an all den Quack glauben. Also keine Veränderung seit 1958. Ich dachte, es wären deutlich mehr geworden. Darauf kann man doch mal einen Grander trinken.

  28. #28 sil
    18. Dezember 2008

    Ich fand es ziemlich gut. Ich habe schon viel schlimmere Gurkensendungen gesehen.
    Mehr Fakten gehen in einer Talkshow sowieso nicht.

  29. #29 Ulrich Berger
    18. Dezember 2008

    So, auch den CLUB 2 überstanden. War ja wesentlich unaufgeregter als beim ARD. Krista hat die Ehre des weiblichen Geschlechts gerettet, nachdem die Geistheilerinnen (weder Geist noch Heilung) sich schon gar nichts mehr zu sagen trauten und ihren Anwalt herbei bzw. sich selbst weit weg wünschten. Danke, Krista!

  30. #30 erich egermann
    18. Dezember 2008

    Ist niemandem aufgefallen, daß sich der Herr Professor wieder für die bösen Ärzte entschuldigt hat , die dem Patienten nicht genug Zeit und Empathie widmen und die armen Patienten zur AlterNaiv Medizin treiben. Immer dieselbe Leier,
    Stereotypien, die schon von jedem unreflektiert nachgeplappert werden ohne drüber nachzudenken. Kein Schwarzafrikaner hätte sich im öffentlichen TV vor
    laufender Kamera für die nigerianischen Drogenhändler entschuldigt, jeder kleine Hinweis darauf ist ja schon “Rassismus”, Als Schulmediziner kannst du dich noch
    so engagiert für deine Patienten einsetzen, es nützt dir ja sowieso nix, du bist
    inkompetent, geldgierig, und hast auch kein Herz und keine Empathie für deine Patienten ! so hat es laut veröffentlichter Meinung zu sein , Basta

  31. #31 GeMa
    18. Dezember 2008

    Leider nicht. Musste mal raus zwischendurch. Wasserinformationen gibt es eben doch ;-)
    Tschuldigung.

  32. #32 Romay
    18. Dezember 2008

    Bei der ORF2-Sendung taten mir die beiden “Heilerinnen” manchmal fast leid. Man hatte insbesondere beim Soziologen den Eindruck, die beiden verstanden gar nicht so richtig, was der überhaupt von denen wollte. Dementsprechend hilf- und sprachlos waren die vergeistigten Damen dann auch. Ich fand’s schon ein bißchen unfair vom ORF.

    Ebenso war die Ausgangssituation bei der ARD auch nicht ganz fair, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Allerdings gab da die Eso-Fraktion ihr Bestes, damit sie sich selbst diskreditierte.

  33. #33 LostinNL
    18. Dezember 2008

    Laut vielen Beiträgen auf der HAF-Kommentarseite hat Beda Stadler in der Tat keinen guten Eindruck hinterlassen. Aber gegen die versammelte Freakshow anzutreten und dabei cool zu bleiben und nicht arrogant zu wirken, ist sicher praktisch unmöglich. Eigentlich sollte man sich Talkshows im Fernsehen eh nicht antun, ist immer dasselbe. Alle reden durcheinander, und keiner kann seine Argumente richtig zu Ende bringen.

    So blieb leider auch ein Aspekt auf der Strecke, der als Entgegnung auf “Ich glaube nicht, ich sehe” wichtig gewesen wäre (um den Eindruch zu vermeiden, man würde solche “Erfahrungen” schlicht ignorieren): Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch, aber das muss nicht unbedingt vom Reiki kommen. Die Wirkung einer Behandlung kann man im Einzelfall eben nicht sehen, auch Frau Rütting kann das nicht. Ohnehin war bemerkenswert, wie die beiden Damen auf der (unbestrittenen) Begrenztheit des wissenschaftlichen Erkenntnisstandes rumritten, während sie von der Begrenztheit der eigenen Empirie wohl nich nie was gehört haben.

    Auch die Diskussion um die Gerac-Studie (Akupunktur vs. Scheinakupunktur vs. Pillen) hätte etwas ausführlicher sein müssen. Für das sehr ernüchternde Ergebnis für die medikamentöse Behandlung gibt es ja durchaus Erklärungsansätze. So wie die Teilnehmer der Studie rekrutiert wurden, war ein Nocebo-Effekt absolut erwartbar, und auch wenn dieser mithilfe von Gutscheinen für 10 echte Akupunktursitzungen minimiert werden sollte (http://www.drhaag.de/pix/GERACLumb.pdf), spielte er zweifellos eine große Rolle. Und wer sucht, der findet noch weitere Kritikpunkte (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=34580).

    Zum Schluss noch etwas Trivia für alle Comic-Fans: Barbara-Rütting ist Erfinderin und Namensgeberin eines Brotbackrezepts, welches 1993 von Walter Moers verewigt wurde in “Höhepunkte des Kapitalismus – 3. Die Warenprobe”.

  34. #34 Wolfgang
    18. Dezember 2008

    also das ARD war wirklich nicht gut. ORF war besser. nein mir tut die Eso-Tante die mit Engeln arbeitet nicht leid. Auch die andere nicht, die wurde als geistheilerin vorgestellt und hat dann gesagt, nein sie heilt nicht.

    Die hat dann aber auch einen geistheilenden Rechtsanwalt genannt- das ist ein Schwurbler furchtbar- verteidigt Klienten in sog Impfschadensfällen und redt dann von Infektionshypothese.

    hier http://www.energethiker.com/index.php

    aber sein Gästebuch liest sich sehr angenehm ;)

  35. #35 klaus
    18. Dezember 2008

    Eigentlich peinlich! Seit Rüttings Auftritt wissen wir wenigstens: bald lachen wir uns keinen Ast mehr, sondern wir denken uns ein Bein. Mal schauen, ob’s klappt.

  36. #36 Dr. E. Berndt
    18. Dezember 2008

    Die Ö-Sendung war im Vergleich zur ARD-Sendung geradezu ein Labsal!
    Bitte und die beiden Geistheilerinnen wurden mit Samzhandschuhen und äußerster Höflichkeit behandelt. Und fragen, wird man wohl noch dürfen.. sonst kann man gleich nach Hause gehen. Warum sollten einem die Damen leid tun.
    Auch der Enthnologe und der Primaius von der Onkologie waren wirklich gut und natürlich Dr. Federspiel. Das war geradezu ein eingespieltes Team, womit die personelle Gleichberechtigung wenigstens gegeben war. Ohne dieses Gewicht (!) hätte die Moderatorin sicher deutlich einseitiger reagiert.

    Beim ARD war das echt konträr und wirklich übel! Beda M. Stadler , der ein engagierter Granderwassergegner ist, konnte einem richtig leid tun. Aber man muss sich vor Augen führen, dass er allein gegen alle kämpfen musste.

  37. #37 GeMa
    18. Dezember 2008

    “Aber man muss sich vor Augen führen, dass er allein gegen alle kämpfen musste.”

    Das meine ich auch. Wobei mir auch bei Erwähnung der Gerac Studie seine kurze Erläuterung gefahlt hat. So blieb ein völlig falscher Eindruck im Raum, als könne “die Schulmedizin das nicht beantworten”.

    Außerdem meine ich, man kann ruhig aufhören, sich jedem Halbwissenden zu unterwerfen. Soll er doch arrogant gewirkt haben. Na und? Schon diese Bildleser-Erwartungshaltung in den Kommentaren dort, jeder hätte sich für seinen Intellekt und seine Leistung zu entschuldigen oder wenigsten ausgeleichend hierfür demütig einherzuschleichen, ist ja dermaßen absurd.
    (ich muß ja immer schmunzeln, wenn Ludmila Carone auf den Deckel bekommt, weil sie sich nicht für Studium und Beruf hinreichend demütig entschuldigt)

  38. #38 Ella
    18. Dezember 2008

    Ich habe einen Kommentar im Forum von “Hart aber Fair” eingestellt, den man nicht freigeschalten hat.

    Hier mein nicht zu akzeptierendes Statement :-) :

    Der Zeitgeist spiegelt, dass die Menschheit verarscht werden will. Warum auf die Medizin vertrauen, wenn es doch noch so viele andere Helfer gibt, die zwar nichts anderes als einen Placebo-Effekt bewirken können, dafür aber kräftig abzocken. Aber weil man ja als armer Mensch nicht fähig ist, sich selbst zu bestärken und eine positive Lebenseinstellung einzunehmen, braucht man halt immer jemanden, der einen betüttelt. Dass dies nicht Aufgabe der Mediziner sein kann, liegt auf der Hand. Man sollte jedoch auch bedenken, dass die ganze öffentliche Hetze gegen die Schulmedizin, viele Menschen so verunsichert, dass Nocebo-Effekte keine Seltenheit mehr sind. Also negative selbsterfüllende Prophezeiungen, weil man daran zweifelt, dass das Medikament hilft, bzw. extreme Angst vor Nebenwirkungen hat. Somit kann es dazu führen, dass Medikamente nicht anschlagen und/oder, dass es zu massiven Unverträglichkeiten kommt. Die Medaille hat eben zwei Seiten.

  39. #39 Ulrich Berger
    18. Dezember 2008

    Hier der Faktencheck zur ARD-Sendung:
    http://www.wdr.de/themen/politik/1/hart_aber_fair/faktencheck_081217/index.jhtml
    Frau Fuckert hat also gelogen (oder sich, ähem, falsch erinnert).

    Auch ganz nett: Focus Online über die ARD-Sendung:
    http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/hart-aber-fair-gib-den-aerzten-zucker_aid_355124.html

  40. #40 rose
    18. Dezember 2008

    @ Ulrich Berger
    Die Lüge oder falsche Behauptung der famosen Frau Dr. Fuckert ist wirklich infam. Wenn man sachlich nicht weiterweiß, dann greift man eben auch als “sensible” Seelenverwandte von Pastor Fliege zur persönlichen Diffamierung. (Das Seelenverwandtschaftsgesülze am Ende der Sendung war ohnehin das selbstentlarvende Highlight der Esoteriker-Show! :-)

    Ich hab leider den kritischen Zuschauerbericht zu Fliege verpasst – Lütz hat Letzteren dann ja dazu aufgefordert, sich bei einem Ehepaar zu entschuldigen. Kann mir jemand verraten, worum es da ging?

  41. #41 wolfgang
    18. Dezember 2008

    Also ich find das von der Flu(n)kert nichts so infam- das ist doch ganz normal- wenn sie den Mund aufmacht lügt sie- das Problem ist offenbar nur, dass sie das nicht mitkriegt.

    Warum wird die nicht einem Psychiater zur Therapie vorgestellt?

  42. #42 Ulrich Berger
    19. Dezember 2008

    @ rose:
    Der Moderator hatte eine e-mail eines Zusehers vorgelesen. Dieser berichtete, er hätte sich vor vielen Jahren an einen Heilpraktiker gewandt, den er für seriös gehalten hatte, weil er bei Fliege vorgestellt und empfohlen worden war. Am Ende hätte alles nichts gebracht, aber DM 18.000 gekostet. Fliege ließ das recht unbeeindruckt…

  43. #43 GeMa
    19. Dezember 2008

    @ Wolfgang
    Das habe ich mich auch gefragt. Wobei sie nicht lügt, sondern nur von ihren Halluzinationen und haptischen Sensationen berichtet, von denen sie mit Sicherheit überzeugt ist.

    “wir sind uns darüber absolut im klaren, daß okkultes Denken nicht mit vollem Erfolg bekämpft oder gar beseitigt werden kann. Das hat ganz reale Gründe : Die Erkrankungswahrscheinlichkeit für Schizophrenie ist … mit etwa 0,5% einzuschätzen. …0,3-0,4 % manisch-depressiv. Hinzu kommen die … Eleptoiden (morbus sacer, Anm.) …
    Von diesem Rest und den Übergangsformen darf man erwarten, dass sie unser Leben … bunt und wechselseitig gestalten und mit schillernd farbigen alogischen Geschichten bis hin zum echten Wahn … anreichern und stören.”
    (Prokop, Reimann, Dietz)
    ;-)

  44. #44 Ella
    19. Dezember 2008

    Muss die Erkrankungswahrscheinlichkeit nicht 50 % und 40 %, Rest 10 % heißen ?? :-))

    Die sind doch alle Seelenverwandt, daraus muss sich doch folgern lassen, dass alle ohne Ausnahme betroffen sind :-))

  45. #45 GeMa
    19. Dezember 2008

    Naja – das waren nur die konservativ-zurückhaltenden Wahrscheinlichkeiten inklusive “Normalos” ;-)
    Ich kann aber nochmal beim magnetischen Dienst anfragen. Kein Problem.

  46. #46 Kryon
    19. Dezember 2008

    Hier spricht Kryon vom magnetischen Dienst, ich Grüße euch. Um eure Diskussion zu erleuchten, möchte ich euch sagen, dass das was ihr als “Wahnsinn” bezeichnet, die eigentliche Wahrheit und somit die Realität darstellt. Eure Wahrnehmung dagegen ist eine einzige Illusion. Da immer mehr Menschen auf eurer Erde erwachen, werdet ihr vermehrt damit konfrontiert und der Tag wird kommen an dem auch ihr erkennt und begreift. :-)

  47. #47 GeMa
    19. Dezember 2008

    “Hier spricht Kryon vom magnetischen Dienst, ich Grüße euch.”
    Super, hab ich mir die Telefongebühren gespart. Soll nochmal einer sagen, im öffentlichen Dienst wird nur geschlafen.

    “Um eure Diskussion zu erleuchten, möchte ich euch sagen, dass das was ihr als “Wahnsinn” bezeichnet, die eigentliche Wahrheit und somit die Realität darstellt. Eure Wahrnehmung dagegen ist eine einzige Illusion.”
    Das ist sehr lieb von Dir. Wir bezeichnen das auch nicht als Wahnsinn, sondern normale (pfilosophischge) Fragestellung von 5-jährigen. Habe bitte keine Angst, im Laufe der Entwicklung gibt sich das, es wächst sich aus.

    “Da immer mehr Menschen auf eurer Erde erwachen, ”
    Dem Radiowecker sei Dank.

    “werdet ihr vermehrt damit konfrontiert und der Tag wird kommen an dem auch ihr erkennt und begreift.”
    Haben wir verstanden, bitte sorge Dich nicht länger. Ich biete chirurgische Eingriffe an Zirbeldrüse und Thymus an, um Schmerzen zu erleichtern. Für Bipolare verwende ich dabei einen Bipolator.

    Liebe Grüße,
    Deine GeMa
    vom metratronischen Gesundheitsdienst.

  48. #48 Dr. E. Berndt
    20. Dezember 2008

    Manchmal sagt eine Statistik mehr als tausdend Worte
    Aus der Focus on line Abstimmung

    Glauben Sie an die Wirksamkeit alternativer Heilmethoden?

    Ja: 65 %
    Nein: 35 %

  49. #49 sil
    20. Dezember 2008

    Dazu müsste man den Begriff sauber definieren.

    Tee und Kräutereinreibungen gelten für Laien auch als Alternativmedizin.

    65% glauben sicher nicht ans Pendeln und Geistheilen.

  50. #50 sil
    20. Dezember 2008

    Hier ist übrigens der Link zu einer Sendung von 1998:
    http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/1998/erste7122.html

    Nikolaus Klehr praktiziert jetzt in Salzburg.
    http://salzburg.orf.at/stories/322157/

    100 Millionen D-Mark Umsatz mit einer wirkungslosen Krebstherapie!

  51. #51 Pianoman
    21. Dezember 2008

    Es war die übliche deprimierende Vorstellung:

    Überdentellerrandschauer vs. rationale Wissenschaftler.

    Die 2+2 ist etwa 5, nach verschiedenen individuellen Erfahrung auch 6,2 – Fraktion gegen die kalte, rationale 2+2 ist 4 – Fraktion.

    Schon allein durch diese Zusammenstellung ist ein Konsens als Ergebnis einer Diskussion unmöglich; was nicht wirklich wundert. Dass es je eine Schnittmenge zwischen phantasiegestützter Absurditätsdenke und numerischer Kalkulation geben wird, ist unwahrscheinlicher als der Nachweis des Wassergedächtnisses.

    Wir brauchen die dürftige Datenlage und die methodischen Fehler alternativmedizinischen Explorationen und die inhärenten Widersprüche esoterischer Weltbilder nicht mehr zu diskutieren; und im Grunde hat die Komplemetärheilergilde sowien deren Publikum daran ebenfalls kein allzu ausgeprägtes Interesse.

    Viel wichtiger ist die Beschäftigung mit der an den rationalen Normalmenschen gerichtete Forderung von Mega-Toleranz gegenüber ahnungsfreier Meinung, die auf weitesgehend unreflektierten Erfahrungen beruht.
    Eines der letzten Statements Frau Rüttings formulierte diesen Anspruch in aller Deutlichkeit.

    Und eigentlich wäre damit auch schon alles gesagt; wenn sich nicht hinter diesem Anspruch auf Toleranz wesentlich mehr verbergen würde, als nur der Anspruch auf Akzeptanz zwar extraordinärer, wenngleich harmlos schrulliger Weltsichten.

    Sendungen wie die genannten sind das fragwürdige Ergebnis einer ins Absurde abgleitenden Political Correctness, die ihr eigentliches Ziel, Minderheiten gesellschaftlich zu schützen, schon lange aus den Augen verloren hat.
    Denn wenn der Esoteriker Fliege im Brustton der Überzeugung formuliert, “jede Krankheit ist eine spirituelle Erfahrung”, dann steht dahinter die eigentliche Aussage, dass jeder Krankheit eben auch oder zuerst spirituell zu begegnen ist. Und dabei geht es nicht nur um Plätze an den Futternäpfen der Sozialversicherungen, dabei geht es nicht nur um die Abzocke naiver Zeitgenossen, es geht vor allem um die Resakralisierung der Gesellschaft. Nicht mehr und nicht weniger.
    Es geht darum “Glauben” wieder vor “Wissen” zu positionieren. Es geht – und ich scheue nicht den Ausdruck – in erster Linie um einen schwerwiegenden Angriff auf die Fundamente unserer liberalen europäischen Kultur.

    Und die, deren Handlungsspielraum, deren Lebensqualität in Frage gestellt ist, befleissigen sich des kulturellen Appeasements; ungeachtet der Definition Churchills, der Appeaser als Menschen beschreibt, die ein Krokodil in der Hoffnung füttern, als Letzte gefressen zu werden. In Deutschland kennt man diese Haltung unter dem Namen “St. Florians-Prinzip” : Verschon mein Haus, zünd´andere an…”

    Wenn Frank Plasberg als Schlußwort verkündet, dass die Diskussion ihm persönlich Informationen vermittelt hat, die seine Position zugunsten einer der beiden Denkrichtungen wesentlich beeinflusst hat, er aber diese Gewichtung nicht verkünden wolle, dann steckt auch hinter einer solchen Äußerung das pervertierte Prinzip der journalistischen Ausgewogenheit, die schon längst vor selbst hochgradigem Schwachsinn kapituliert hat. Nicht “Hart und Fair” sondern “Halbherzig und Feige” hätte zumindest diese Folge der Sendereihe heißen sollen.

    Wer sich einer permissiven Gesellschaft verpflichtet sieht, kann nicht umhin, Position für die Meinungsfreiheit zu beziehen. Leider lässt sich unter dem Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit selbst der größte Schwachsinn verkünden, der Begriff der Freiheit verhindert die Beschränkung.

    Wollen wir also Meinungsfreiheit schützen, bedarf es eindeutiger Bekenntnisse gegen den Schwachsinn, der unter ihrem Schutzschirm formuliert wird.

    Wir wissen, dass Homöopathie nicht funktioniert, denn wenn ihre theoretischen Grundlagen richtig wären, wenn sie wirklich funktionieren würde, gäbe es uns nicht.
    Wir wissen, dass Rudolf Steiners pathologisches Analogiegeschwätz keine Pathologie hervorgebracht hat, die diesen Namen verdient.
    Wir wissen, dass mit Handauflegen weder ein Karzinom noch ein entzündete Zahnwurzel zu therapieren ist.
    Wir wissen, dass Bachblüten genau so eine Spinnerei sind, wie die Zufuhr von Natrium chloratum in D 12 mittels der Schüsslerschen Biochemie eine ist.
    Wir wissen, dass Meridiane Konstrukte sind, für die es keine beobachteten anatomischen Grundlagen gibt.
    Wir wissen, dass der von den Craniosakral-Therapeuten behauptete Puls der Cerebospinalflüssigkeit nicht existiert.
    Wir wissen, dass die von Wünschelrutengänger behaupteten geologischen Phänomene nicht existieren und deswegen auch nicht krank machen.
    Wir wissen, das es scheißegal ist, welche Sternenkonstellation am Tage unserer Geburt zu beobchten ist, genau so wie es auch schnurzpipe für den menschlichen Organismus ist, wie der Erdtrabant gerade beleuchtet wird.

    Warum vertreten unsere – ursächlich der Verbreitung von Wissen verpflichteten Medien – diese Ansichten nicht mit aller Konsequenz ?

    Liegt es nur daran, dass unsere sozialen Konditionierung auf Konsens angelegt ist, und eine recht hohe Hemmschwelle es lange, allzu lange verhindert, Spinner als Spinner zu bezeichnen ?
    Geholfen ist uns jedenfalls damit nicht.

    Woher kommt diese Entschlossenheit Tatsachen zu verleugnen, woher die Bereitschaft, eine verbogene und verbeulte Realität wieder besseren Wissens zu akzeptieren, woher die Bereitschaft, noch dann Rücksichtnahme auf absonderliche Welterklärer zu üben, wenn deren offenkundiges Ziel es ist, diese Rücksichtnahme rücksichtslos zu mißbrauchen ?

    Man hat, angesichts solcher Diskussionen, irgendwie den Eindruck, es wäre an der Zeit, sich zu entschuldigen: Z. B. für die Entdeckung der Mikrobiologie und der pathologischen Wirkung von Mikroorganismen , der Genetik, der auf den Erkenntnissen der Anatomie aufbauenden Chirurgie, der Biochemie und der durch sie bestimmten Prozessen des Zellstoffwechsels, des Atommodells, der 4-Kräfte-Lehre, überhaupt aller naturwissenschaftlicher Erkenntnisse, die den einfachen Stoff-, Farb-, Kraft- und Gestaltanalogien einer vorwissenschaftlichen Medizin mit ihren archaischen, magisch-animistischen Heilkonzepten den Garaus bereitet haben.

    Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Zurückhaltung bei der kritischen Beleuchtung von Erst- und Letztbegründungen ein letztes Aufbäumen der religiös-mystischen Konditionierung unserer Gesellschaft ist, ein säkularisationsresistentes Überbleibsel, das uns – obwohl wir auf dieser Welt immer nur Menschen begegnen – daran hindert, beschworene höhere Mächte als das zu identifizieren, was sie sind: Konstrukte menschlicher Phantasie.

    Dabei vergessen wir offenbar, dass der Bruch mit dem Immanentismus, mit der Verdieseitigung des Jenseitlichen, letzlich den Aufbruch in eine Welt möglich gemacht hat, die nicht mehr durch Aberglaube, durch höhere Mächte, durch mystisches Raunen (Danke an Rose für den Begriff) bestimmt wird.
    Erst wenn der Mensch Herr seiner Selbst und nicht Objekt höherer Interessen und Einflüsse ist, bekommt der Begriff von Eigenverantwortlichkeit überhaupt einen tieferen Sinn.

    Wenn wir also unsere Gesellschaft auf eine verbindliche Ethik, auf einen kulturübergreifenden Wertekodex einschwören wollen, werden wir uns entscheiden müssen, ob wir religiös-mystische Maßstäbe zur dessen Grundlage machen, oder ob wir auf den Bedingungen aufbauen, die sich dann präsentieren, wenn wir den Weg der wissenschaftlichen Erkenntnis beschreiten.

    Eine Diskussionskultur, die sich daruf beschränkt, nur die Art der Wahrnehmung und nicht mehr die Natur des Phänomens an sich zu diskutieren, hilft bei dieser Entscheidung nicht weiter.

  52. #52 Dr. E. Berndt
    21. Dezember 2008

    @pianoman
    Ich danke Ihnen für diesen Kommentar!

  53. #53 Dr. E. Berndt
    21. Dezember 2008

    @pianoman
    Ich danke Ihnen für diesen Kommentar!

  54. #54 Dr. E. Berndt
    21. Dezember 2008

    @pianoman
    Ich danke Ihnen für diesen Kommentar!

  55. #55 Dr. E. Berndt
    21. Dezember 2008

    @pianoman
    Ich danke Ihnen für diesen Kommentar!

  56. #56 rose
    21. Dezember 2008

    @Pianoman:
    Die These von der Resakralisierung der Gesellschaft ist in diesem Zusammenhang spannend, aber in einem Punkt erscheint sie mir wenig plausibel: “Resrakalisierung” macht Sinn für eine der großen Weltreligionen, die dafür auch gleich noch das passende totalitär-integrative Gesellschaftsmodell parat haben, wie dies bei den fundamentalistischen Strömungen der monotheistisch-patriarchalen Religionen der Fall ist. Für den bunt gemischten Bauchladen der Esoterik würde die Wiederkehr verbindlicher religiöser Instanzen aber bestenfalls Häresiegefahr bedeuten.

    Ich meine, es geht eher um die Deutungshoheit im öffentlichen Diskurs über die existenziellen Themen des Menschen und die daraus resultierenden Vorteile für Status und gewinnbringende Vermarktung der eigenen Produkte und Dienstleistungen. Die Diskreditierung von Wissenschaft und Vernunft ist das allererste Geschäftsinteresse dieser Leute – dass sich so viele von ihnen dennoch einer pseudowissenschaftlichen Sprache bedienen, offenbart ihren “wunden Punkt”, ihren möglicherweise unbewussten oder clever verschwiegenen Wunsch, ihre nichtexistente sachliche Legitimation durch Imitation von Habitus und Sprache zu kompensieren.

    Das Problem der Meinungsfreiheit auch für z. T. gefährliche Spinnereien ist eines, das meiner Ansicht nach ganz einfach eng mit der Dialektik der Aufklärung zusammenhängt: Die Esoterik verdankt ihre unbekümmerte Existenz der durch die Aufklärung erkämpften Säkularisierung. Dazu gibt es aber meines Erachtens keine Alternative. Mir ist allemal lieber, die Rüttings und Flieges dieser Welt dürfen ihren Quatsch öffentlich äußern, als im Untergrund die “Märtyrer-Rolle” spielen und sich daran emporranken. Problematisch ist lediglich die vielerorts zu beobachtende Konfliktscheu angesichts nötiger Erwiderung, die Sie so treffend beschrieben haben.

    Was das Konzept des Menschen vom “Herrn seiner Selbst” betrifft, kommen aber – 100 Jahre nach Freud – gerade auch von der Hirnforschung spannende Beiträge, die unser Verständnis von Willensfreiheit möglicherweise ziemlich beschädigen. Was das für unser Verständnis von Schuld und Eigenverantwortung bedeutet, ist noch gar nicht abzusehen. Ein Neurologe, dessen Name ich vergessen habe, meinte in einer kürzlich gehörten Wissenschaftssendung, lediglich wenige Prozent der Menschen hätten derzeit überhaupt Einblick in diese Entdeckungen – wie damit sozial und individuell gelebt werden könne, sei noch nicht abzusehen. (Und die neurobiologischen Antworten auf die Frage der Willensfreiheit sind wissenschaftlich wohl auch noch nicht abgesichert.)

    Mir wird so wie Ihnen regelmäßig mulmig zumute angesichts des grassierenden Schwachsinns, vor allem beschäftigt mich die Frage, welche Art von Erfahrung geeignet ist, Menschen, die in diese Glaubenssysteme hineinkippen, zurückzuholen auf den tragenden Grund menschlicher Begrenztheit und rational begründeter innerer Freiheit. Mir fällt offen gestanden nichts Wirksames ein.

    Dann wieder packt mich das Vertrauen in die Kraft des Lachens: Michail Bachtin hat – in seiner Beschreibung des mittelalterlichen Karnevals – das Lachen einmal treffend als geradezu anarchische, weil sich uneingeschränkt zum Diesseits, zum Leben hier auf der Erde bekennende Lebenshaltung gedeutet. Nicht umsonst hatte Beda Stadler einen seiner gewinnendsten Momente, als er seinem Podiumsnachbarn eine “alternative Whisky-Therapie” auf der Almhütte anbot: Was für eine Wohltat gegen das Seelenverwandtschafts-Gesülze der verhärmten Esoteriker-Fraktion!

    Und – jetzt fällt mir wieder Carl Sagan ein – das Staunen über die Schönheit wissenschaftlichen Denkens/Arbeitens und seiner Erkenntnisse: Diese sind in ihrer Komplexität und Tiefe um vieles faszinierender und “ehrfurchtgebietender” als das, was sich ein narzisstisch aufgeblähtes Channel-Medium an galaktischen Märchen in 1000 Jahren auszudenken vermag.

    In diesem Sinne stoße ich mit Ihnen gedanklich mit einem guten Glas Rotwein auf die Freude an Leben und Freiheit an! Die gedankliche Auseinandersetzung mit Menschen wie Ihnen, hier in diesem Forum, ist wunderbar. Danke! :-)