Die GWUP-Konferenz 2011 in Wien ist zwar auch schon wieder fast sechs Wochen her, aber immer noch erreichen mich Anfragen (danke!), ob mein Vortrag “Statistricks – Die Zahlenspiele der Parawissenschaftler” wiederholt werde oder online zu haben sei. Dank Jörg Wipplinger gibt es nun tatsächlich eine Aufnahme meines Vortrags. Die Tonqualität ist allerdings leider bescheiden, sorry!

Vortrag: “Statistricks” während der GWUP-Konferenz 2011 in Wien from Skeptikus on Vimeo.

Kommentare (11)

  1. #1 Skeptikus
    12. Juli 2011

    Hallo, es gibt auch noch ein Video mit Prof. Edzard Ernst: Quo vadis Alternativmedizin? GWUP-Konferenz 2011 in Wien

  2. #2 Susanne
    13. Juli 2011

    Was sie hier schreiben klingt alles recht lustig. Mag sein, dass sie auch in vielem Recht haben, das aber bedeutet nicht notwendigerweise, dass sie nicht auch in vielem Unrecht haben können.

    “Wissenschaftler gebrauchen Statistik, um Daten zu analysieren. Parawissenschaftler dagegen missbrauchen Statistik, um die gewünschten Resultate aus den Daten zu quetschen.”

    Das hier stimmt schon einmal nicht. Es gibt ein Buch von einem Statistiker der auch an einer Uni arbeitet (“So lügt man mit Statistik von Walter Krämer”). Er beweist, dass Statistiker alles beweisen, oder widerlegen können, wenn sie gut genug sind – und dass sie das auch im Auftrag von Firmen, etc. tun. Denn er hat es auch getan und das sagt er öffentlich. Somit verleumden sie (oder wer immer das geschrieben hat – ich habe es gerade eben irgendwo auf ihrem Blog gefunden) “Parawissenschaftler” indem sie behaupten, nur diese würden (ich gehe davon aus sie meinen absichtlich – das unterstellen sie aufgrund der Formulierung, bzw. das empfindet man so, wenn man ihre Formulierung liest) Statistiken missbrauchen.

    Bringen sie ein konkretes Beispiel, bzw. beweisen sie, dass es so ist, statt nur zu behaupten.

    Dann – was ist ein “Parawissenschaftler? Im Prinzip wären ja auch sie einer, würden sie ernsthaft erforschen, ob es paranormale Phänomene wirklich gibt. Das behaupten sie zwar indirekt, denn sie können nur urteilen, wenn sie das tun. Da sie aber so abfällig über “Parawissenschaftler” urteilen gehe ich davon aus, dass sie sich nicht als solcher sehen. Wenn sie sich aber nicht als solcher sehen, weil sie sich nicht wissenschaftlich mit paranormalen Phänomenen befassen, was qualifiziert sie dann? Wie können sie über Paranormales urteilen, wenn sie nicht qualifiziert sind?

    Weiters – was ist ein Skeptiker. Ich bin auch Skeptikerin, wenn ich etwas hinterfrage. Ist das ein Beruf, oder eine Ideologie? Vielleicht bin ich in vielem sogar skeptischer als sie. Weil ich nämlich auch den modernen Wissenschaftsbetrieb skeptisch betrachte.

    Ich weiß (und sie vielleicht auch), dass es genügend Gefälligkeitsgutachten gibt, dass Leute “forschen” weil sie dafür bezahlt werden und dann Ergebnisse liefern, die “passen”. Gerade die Medizin (und ich verteidige hier keineswegs Homöopathie und anderes) ist keine exakte Wissenschaft. Verstehen sie etwas davon? Wenn sie schon Statistik erwähnen – in Deutschland gibt es jährlich ca. 130 000 erkannte Behandlungsfehler in Krankenhäusern. Medikamente töten oft, oder sie führen zu MIßbildungen.

    “Tatsächlich wären die Ärzte, sollte es eine neue Mißbildungskatastrophe zu entdecken geben, wieder genauso auf Zufall und Glück angewiesen wie damals im Fall Contergan. Das Schlafmittel, 1957 rezeptfrei auf den Markt gebracht und rasch erfolgreich, blieb mehr als vier Jahre im Umlauf, ehe der Hamburger Mediziner Widukind Lenz und der australische Frauenarzt William McBride auf den möglichen Zusammenhang zwischen Mißbildungen und Contergan hinwiesen.

    Rund 6000 Contergan-Opfer gab es in der Bundesrepublik, 2394 lebten noch – mit mehr oder weniger schweren Mißbildungen -, als 1967 der Prozeß gegen die Herstellerfirma Chemie Grünenthal begann.” (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13508389.html)

    Man kann unmöglich sagen, wieviele Schäden durch Medikamente angerichtet werden. Das sind alles immer nur Schätzungen. Nicht einmal Statistiken sind präzise, weil man nur mit Unbekannten rechnet.

    Also ist Medizin Glückssache? Wenn sie schon skeptisch sind, sollten sie ihre Skepsis gleichmäßig verteilen. Tun sie das?

    Es ist natürlich auch leicht, sich über alles mögliche zu mokieren. In diesem Zusammenhang ist es ja auch bezeichnend, dass “Skeptiker” alle möglichen Sachen in einen Topf werfen, wohl um seriöse PSI Forschung in Misskredit zu bringen, indem man gleich die Esoterik damit auf eine Stufe stellt.

    Mich würde interessieren was sie für Vorstellungen haben, wie sie die Welt und das Leben sehen. Und vor allem was sie davon beweisen können.

  3. #3 Statistiker
    13. Juli 2011

    Als Statistiker muss ich doch mal was zu Susannes Posting schreiben:

    “Er[Walter Krämer] beweist, dass Statistiker alles beweisen, oder widerlegen können,”

    Nein, das hat er nicht. In diesem Buch BESCHREIBT er, wie man MIT STATISTIKEN alles beweisen oder widerlegen kann. Und genau dies ist ja die Methode der Parawissenschaftler.

    “Somit verleumden sie … “Parawissenschaftler” indem sie behaupten, nur diese würden (ich gehe davon aus sie meinen absichtlich – das unterstellen sie aufgrund der Formulierung, bzw. das empfindet man so, wenn man ihre Formulierung liest) Statistiken missbrauchen.”

    Stimmt ja auch. Seriöse Wissenschaftler missbrauchen keine Statistiken, da die seriöse Wissenschaft selbstreinigend ist.

    “Bringen sie ein konkretes Beispiel, bzw. beweisen sie, dass es so ist, statt nur zu behaupten.”

    Lesen Sie dieses Blog

    “Dann – was ist ein “Parawissenschaftler? Im Prinzip wären ja auch sie einer, würden sie ernsthaft erforschen, ob es paranormale Phänomene wirklich gibt.”

    Nein, ein Wissenschaftler forscht, OB es Parawissenschaften gibt. Parawissenschaftler suchen verzweifelt nach Pseydoargumenten, die ihre falschen Ausgangshypothesen belegen sollen.

    “Wenn sie sich aber nicht als solcher sehen, weil sie sich nicht wissenschaftlich mit paranormalen Phänomenen befassen, was qualifiziert sie dann? Wie können sie über Paranormales urteilen, wenn sie nicht qualifiziert sind?”

    Ich bin auch kein Pilot, kann aber eine Boeing 747 sehr wohl von einem Backstein unterscheiden. Susanne, Nach Ihrer Argumentation wäre mir dies unmöglich.

    “Ich weiß (und sie vielleicht auch), dass es genügend Gefälligkeitsgutachten gibt, dass Leute “forschen” weil sie dafür bezahlt werden und dann Ergebnisse liefern, die “passen”.”

    Ja, gibt es. Dies ist dann aber keine seriöse Wissenschaft mehr.

    “Gerade die Medizin (und ich verteidige hier keineswegs Homöopathie und anderes) ist keine exakte Wissenschaft.”

    Hmmm, ein Acetylsalisylsäuremolekül hat irgendwie immer die gleiche Strukturformel. Was ist daran nichtexakt?

    “Wenn sie schon Statistik erwähnen – in Deutschland gibt es jährlich ca. 130 000 erkannte Behandlungsfehler in Krankenhäusern. Medikamente töten oft, oder sie führen zu MIßbildungen.”

    Und was soll mir das sagen? das man nicht mehr ins Krankenhaus gehen soll? Ja, es gibt Behandlungsfehler in Krankenhäusern, wobei man erstmal den begriff “Behandlungsfehler” sauber definieren sollte. Wenn eine Schwester ein Pflaster nicht ganz korrekt setzt, ist das ein Behandlungsfehler? Sollen die Menschen doch lieber zuhause verrecken, ist das Ihre Intention? Ach ja, Medikamente töten…. schön platt. Dann sagen Sie mir doch mal, wie viele Menschen OHNE Medikamente sterben würden. Nur dann wird ein statistischer Schuh draus.

    btw: Sie missbrauchen gerade Statistik. Sie nennen Zahlen ohne Bezugsbasis (130.000 von welcher Grundgesamtheit), nennen keine Vergleichszahlen und interpretieren Ihre Daten nicht.

    “(http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13508389.html)”

    Aua. Den “Spiegel” als Quelle angeben….. naja… aber auch noch als seriöse, glaubhafte Quelle? das ist seit dem Tod von Rudolf Augstein doch passe…..

    “Man kann unmöglich sagen, wieviele Schäden durch Medikamente angerichtet werden. Das sind alles immer nur Schätzungen. Nicht einmal Statistiken sind präzise, weil man nur mit Unbekannten rechnet.”

    Statistiken geben Toleranzbereiche an (regelmäßig als Varianz bzw. Standardabweichung). Damit sind seriöse Statistiken a) ehrlich und b) äußerst aussagekräftig. Glauben Sie etwa, dass es tatsächlich exakt 130.000 Behandlungsfehler jährlich in Krankenhäusern gibt. 130.000 bedeutet “im Schnitt der letzten Jahre ca. 130.000, mal mehr, mal weniger, aber eben nicht 13.000 und auch nicht 1.300.000”. Und das ist schon sehr konkret. Übrigens: es sind Variable, keine “Unbekannten”. Die gibt es nur in der 5. und 6. Klasse.

    “Also ist Medizin Glückssache?”

    Schön, Dass Sie das als Frage formulieren. Dann eine Antwort: Nein!

    “wohl um seriöse PSI Forschung”

    DAS ist ein klassisches Oxymoron.

    Soviel dazu…..

  4. #4 aetiology
    13. Juli 2011

    Naja, wieder mal das Standard-Argument der Pseudowissenschafter: Weil die Wissenschaft nicht makellos ist, soll sie auf der epistemischen Ebene der Parawissenschaften stehen.
    Vielleicht wird es wahrer, wenn es nur oft genug wiederholt und in TL-DR Texte gepackt wird

  5. #5 georg
    13. Juli 2011

    @Susanne

    Von mir eine Anmerkung zur “seriösen PSI Forschung”:

    In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde versucht eine seriöse PSI Forschung an den Universitäten zu etablieren. Bei den Forschungen ließen sich die sogenannten paranormalen Phänomene aber nicht nachweisen und diesbzgl. Versuche wurden dann wegen erwiesener Ergebnislosigkeit weitgehend eingestellt. In dem Wikipedia-Artikel
    Parapsychologieheisst es dazu:

    Die Parapsychologie in der Gegenwart
    Im Vergleich zu den 1970ern hat die parapsychologische Forschung in der Gegenwart weltweit beträchtlich abgenommen.[37] Einerseits konnte die quantitative Forschung nicht die Beweiskraft aufbringen, die von ihr erwartet wurde. Andererseits erwiesen sich einige scheinbar paranormale Effekte wie zum Beispiel die Kirlianfotografie unter strengeren Versuchsbedingungen als naturwissenschaftlich erklärbar. Viele Universitäten schlossen ihre parapsychologischen Abteilungen. So wurde der einzige parapsychologische Lehrstuhl in Deutschland an der Universität Freiburg mit dem Tod von Johannes Mischo 2001 aufgehoben. …

    Es ist nicht so, dass man es nie ernsthaft versucht hätte, wie immer gerne unterstellt wird.

    mfg georg

  6. #6 Wolfgang
    13. Juli 2011

    Arzneimittel töten?

    Klar jeder stirbt mal nach der Einnahme eines Arzneimittels- Jeder
    Ich werde aus heutiger Sicht innerhalb eines Jahres nach meiner letzten Influenza Impfung versterben. Ich zweifle ob die Influenza Impfung ursächlich dran beteiligt ist, Studien zeigen die lebensverlängernde Kapazität der Influenza Impfung.

  7. #7 merdeister
    14. Juli 2011

    Guten Tag Herr Berger,

    es passiert nicht oft, dass ich mir Videos anschaue, die länger als 20min dauern, es passiert noch seltener, dass es sich dabei um einen Vortrag handelt hier hat es sich gelohnt. Vielen Dank.

  8. #8 Pille
    19. Juli 2011

    Wäre es möglich, entweder die Audiospur hochzuregeln und das Video abermals irgendwo bereitzustellen oder andererseits die Datei zum Download bereitzustellen, sodass ich das selbst erledigen kann (für mich privat jedenfalls)? Ich habe den Ton im Video und am Laptop bis zum Ultimo aufgedreht, verstehe aber immer noch kaum etwas – und das in einem Büro, in dem nur die Klimaanlage ganz leicht rauscht… Wäre spitze! Der Vortrag scheint interessant zu sein.

  9. #9 Ulrich Berger
    19. Juli 2011

    @ Pille: Also ich selbst kann das mangels technischer Fähigkeiten leider gar nicht…

  10. #10 rolak
    19. Juli 2011

    Hi Pille, das Video steht doch schon zum DL bereit. Zumindest für solche Helfer.

  11. #11 robert
    20. Juli 2011

    ich bin überzeugt, dass man statistisch die wirksamkeit von Braco nachweisen kann
    http://www.spiegel.tv/#/filme/wunderheiler-braco/
    zumindest in den brieftaschen derer, die dorthin gehen. Gerne auch per metastudie.