Passend zu unserem vorgestrigen Bilderrätsel lief kürzlich einen Bericht der ARD über die Praxis der Bioresonanz und der Kinesiologie. Beides sind haarsträubend dumme und längst als unwirksam erkannte Diagnosetechniken der Hokuspokusmedizin. Leider finden sich in den Leitmedien selten kritische Berichte, die zu dieser Thematik klare Worte finden. Der report MÜNCHEN hat es geschafft. Noch ein paar Tage in der ARD Mediathek zu sehen:

Volkskrankheit Allergie: Die Heilversprechen der alternativen Medizin (7 Minuten)

Nachtrag: Wusste ich’s doch: Ein schöner kritischer Medienbeitrag kommt kaum ohne uns aus. Wie ich erfahren habe, hat sich die Redaktion ausgiebig bei Krista Federspiel informiert…

Kommentare

  1. #1 rolak
    5. April 2012

    Schönen Dank für die ganzen Tipps und Hinweise – auch wenn diesmal bereits eine Sicherheitskopie existiert.

  2. #2 Christian A.
    5. April 2012

    Ich kann es bestätigen, Physiker sind von den Erklärungen der Bioresonanzler immer sehr entgeistert. Was ich wieder ganz interessant fand, ist dass die Bioresonanzlerin wahrscheinlich durch Druck die Anzeige beeinflusst (was wird von dem Gerät eigentlich gemessen?)
    Und als die Kinesiologin da die Allergene abgefahren ist (in geschlossenen Röhrchen! Brrr!), musste ich erstmal Lachen. Wenn ich da sitzen müsste, ich würde der guten Frau ins Gesicht lachen und nicht mehr aufhören können. Was für ein Hokus-Pokus …

  3. #3 Verwundert
    5. April 2012

    Gestern sprach ich mit einer Medizinerin (Internistin), die sich auf dem Gebiet der TCM versucht hat fortzubilden, schließlich sei es auch Mode. Auf die Frage, warum so viele Frauen an den Mumpitz mit der Alt Med glaubten, antwortete Sie, es läge wohl an dem geänderten Geschlechterrollenverständnis. Es gäbe niemanden mehr, der zu Hause auf den Tisch haut und laut und deutlich sagt: “Nein. Für diesen Scheiß wird kein Geld ausgegeben.”

    Interessante These, oder?

  4. #4 steffen
    5. April 2012

    @Verwundert:
    Dies ist eine These die ich unterschreiben kann. Oftmals sieht es so aus dass der Partner mit einer tollen “Behandlungsmethode” heim kommt die so von Ungereimtheiten strotzt, dass man erstmal über soviel offensichtlichen Blödsinn baff ist. Dann wird zuhause die klappe gehalten und der eigene Gedankenhaushalt geordnet bis einem Argumente einfallen, die dann aber von der Gegenseite überhört werden. Ausserdem scheint genügend Geld in den haushalten vorhanden, so dass eine Rechnung von 150 Euro für die Alt-Med Behandlung nicht so weh tut. Uns geht es wohl allen zu gut!
    Zum Video:
    Es ist erstaunlich wie die gute Dame bei ca. 3:00 min auf die Fragen des Reporters reagiert. In meiner täglichen Laborpraxis (Materialwissenschaft) müssen meine Kollegen und ich ständig die Frage nach der Richtigkeit des Experimentes durch “Test & Gegentest” beantworten. Wir müssen sicher sein dass das was wir sehen auch real ist. Diese Methode scheint ihr fremd zu sein. Schade dass die Praxis des “guten” Experimentierens (Versuchsplanung, Versuchsumfang, stat. Signifikanz) noch nicht so weit durchgesetzt zu haben scheint.

  5. #5 Verwundert
    5. April 2012

    Na, dann kommen wir doch der Sache auf den Grund.

    Wieviele kinesiologische Ambulanzen gibt es eigentlich im arabischen Raum?

  6. #6 Stephan
    5. April 2012

    Sehr gutes Video, sehr gut gemachter skeptischer und kritischer Bericht. Hoffentlich regt er die Leute, die ihn gesehen haben wenigstens ein bisschen zum Denken an.
    Danke GWUP für die “Beratung” der Redaktion!

    Schade, dass er so kurz ist und nicht noch tiefer in das Thema einsteigt. Aber es ist ein guter Anfang.

  7. #7 Stephan
    5. April 2012

    “By definition”, I begin
    “Alternative Medicine”, I continue
    “Has either not been proved to work,
    Or been proved not to work.
    You know what they call “alternative medicine”
    That’s been proved to work?
    Medicine.”

  8. #8 Regina
    5. April 2012

    @Ulrich Danke für den Hinweis. All diese stupiden Erklärungen und immer wieder diese peinlich berührten Gesichtsausdrücke … Das tut weh.

  9. #9 Ronald
    5. April 2012

    Hier steht der Film auch noch länger online und wird fleißig kommentiert… http://blog.br-online.de/report-muenchen/2012/5005/die-heilversprechen-der-alternativen-medizin.html

  10. #10 Alice
    5. April 2012

    “die neuartige Pyramidentherapie”, hahahahaaa! das kann ich auch, lass ich mir eine Plastikpyramide fräsen und häng ein Multimeter dran. Die hätt doch wenigstens die Pyramide noch anmalen können, wie phantasielos!
    Und warum muss man auch so schmerzhafte Allergie- und Bluttests machen wenns doch reicht dass man selbiges auch per Handauflegen feststellen kann, ist doch viel angenehmer. Von negativen und positiven Schwingungen ganz zu schweigen. Was zum Teufel ist eine “negative Schwingung”? Die Skala vom Oszi falsch ausgerichtet oder wie?
    Toller Bericht!

    @Verwundert:

    Auf die Frage, warum so viele Frauen an den Mumpitz mit der Alt Med glaubten, antwortete Sie, es läge wohl an dem geänderten Geschlechterrollenverständnis. Es gäbe niemanden mehr, der zu Hause auf den Tisch haut und laut und deutlich sagt: “Nein. Für diesen Scheiß wird kein Geld ausgegeben.”

    Und was soll jetzt diese in jeder Hinsicht diskriminierende Aussage??
    - Frauen glauben eher an Esoterik (haben wir nebenan schon diskutiert, ist aber nicht bewiesen irgendeine biologische Ursache zu haben, allerhöchstens eine bildungsbegründete oder historische)
    - Männer glauben nicht an alternative Heilmethoden (wenn 1. nicht stimmt, warum dann 2.? ausserdem kann ich da genügend Gegenbeispiele anführen)
    - Männer haben ihre Frauen heutzutage einfach nicht mehr im Griff (GEHTS NOCH??)
    - etc…

  11. #11 Stephan
    5. April 2012

    @Alice

    Du musst beachten, dass „Verwundert“ eine Medizinerin zitiert.
    Nehmen wir einmal an, dass die Medizinerin tatsächlich dies so geäußert hat.

    Was sagt dies über das Frauen- und Männerbild dieser Dame aus? Was sagt dies allgemein über das Weltbild dieser Medizinerin aus?

    1.) Frauen müssen nach ihr an die Leine genommen werden.

    2.) Der Mann hat kein Weichei zu sein, sondern muss sich gegenüber der Frau durchsetzen und der diktatorische „Entscheider“ sein. Eben auf den Tisch hauen und entscheiden!

    3.) Diskussionen mittels Argumenten und am Ende der Versuche ZUSAMMEN eine Entscheidung zu treffen, scheint nicht in ihr Weltbild zu passen.

    Insgesamt also ein Frauen-/Männer- und Weltbild, welches mich stark an Eva Herman erinnert, hier nur ein Beispiel:
    http://www.tagesspiegel.de/meinung/nach-verhoehnung-der-opfer-eva-herman-ist-eine-schamlose-person/1891468.html

    Tja, was soll man dazu sagen?

  12. #12 Alice
    5. April 2012

    @Stephan:
    volle Zustimmung (das Eva Hermann Beispiel hab ich nebenan bei FF schon erwähnt, bist du spicken gegangen? ;) )!
    Dass die Frau Medizinerin ist macht’s ja nicht besser. Dass sie als praktizierende Internistin diese antiquierte Weltsicht auch noch täglich an bestimmt einige Leute verbreitet macht’s noch schlimmer…

  13. #13 Stephan
    5. April 2012

    @Alice

    Nö, ehrlich nicht. Ich bin ganz alleine auf die Eva gekommen. Wie ich das gelesen hatte, dachte ich sofort an Sie und ihr Weltbild.
    Wo bei FF denn?

  14. #14 Stephan
    5. April 2012

    @Alice

    Nö, ehrlich nicht. Ich bin ganz alleine auf die Eva gekommen. Wie ich das gelesen hatte, dachte ich sofort an Sie und ihr Weltbild.
    Wo bei FF denn?

  15. #15 Alice
    5. April 2012

    @Stephan:
    Nachtrag:
    Als ich den ersten Kommentar von Verwundert gelesen hab dacht ich noch halb es sei lustig gemeint. Und dann schlägt steffen in dieselbe Schneise und bestätigt es. Und der Rest lässt es unkommentiert. Sorry, das bin ich meiner Hälfte der Menschheit und der Emanzipation schuldig, das nicht einfach so stehenzulassen.

    Und ich bin nicht so radikal feministisch dass ich jetzt gleich einen Komplott in dem ARD Bericht vermute, von wegen die Probanden (Redakteure) waren beide männlich, der Allergologe auch, während die AM Leute bis auf eine Ausnahme alle weiblich waren. Hoffentlich nur Zufall.
    Wenn man sich übrigens das (mangelnde) Wissen der Männer über physikalische Zusammenhänge z.B. bei diesen perpetuo mobile und “Einstein ist falsch” Typen so ansieht dann sieht’s da auch nicht so gut aus. Die Ablehnung von AM Medizin bei Männern beruht evtl. viel weniger auf besserem Wissen sondern als Gegenreaktion auf die “Frauen und deren Schmarrn” (womit wir wieder mit der Ablehnung der Männer gegen “weibliche” Dinge und der Spielzeugdiskussion bei ali nebenan wären).

  16. #16 Alice
    5. April 2012

    @Stephan:
    Hier . Da hatten wir vor kurzem auch eine Diskussion über ob Frauen eher für Esoterik “anfällig” sind oder nicht. Obwohl mir da auch schon einige Dinge aufgestossen sind, frauenfeindliche und -unterdrückende Thesen wir hier hatten wir dort allerdings nicht.
    Wie gesagt, ich bin bestimmt keine Feministin. Ich bin auch niemand, der Männer verteufelt oder angreift (ganz im Gegenteil, meine besten Freunde sind praktisch alle männlich!) oder sagt Männer sind alle schlecht. Aber bei der These hats mit die Haare aufgestellt! Nach dem Motto: “Wenn die Männer mal wieder härter durchgreifen würden in dieser verweichlichten, allzu weiblichen Gesellschaft, dann hätten sich all die Probleme mit der Esoterik sofort erledigt.” wtf??!?

  17. #17 Stephan
    5. April 2012

    @Alice

    Ja, ich denke ich verstehe dich.

    Ich weiß allerdings nicht genau, wie steffen das meint, was er geschrieben hat.
    Vielleicht bezieht er sich mehr darauf, dass man in einer Beziehung nicht streiten will, wenn der Partner (egal welches Geschlecht) einem etwas daherschwurbelt.
    Keine Ahnung, ich kenne ihn nicht und will ihm keine Worte in den Mund legen.

    Grundsätzlich folgendes: Ich bin Mitte 30 und habe hoffentlich ein vernünftiges, sinnvolles Weltbild (welches ich hoffentlich ständig kritisch und zweifelnd selbstreflektierend hinterfrage), wobei hier Geschlechterbild eingeschlossen ist.

    Ich hatte ja bei FF den Beitrag vom skeptikerblog zitiert, in dem die Hypothese war, dass Frauen anfälliger für Esoterik seien (mit Spekulationen, was die Gründe dafür sein könnten).

    Das ist wirklich nicht böse gemeint und egal, ob die Behauptung nun der Wahrheit entspricht oder nicht, ich würde deshalb Frauen nicht „schlechter“ beurteilen oder sowas.

    Ich verstehe schon deinen Frust, wenn der Gruppe „Frauen“ etwas Negatives nachgesagt wird, vor allem wenn du überzeugt bist, dass es nicht wahr ist.

    Wenn Atheisten, Humanisten oder Naturwissenschaftlern Dinge unterstellt werden, die falsch sind, dann nervt mich das auch, weil ich mich zugehörig fühle.

    Allgemein finde ich solche Themen wie Diskriminierung schwierig, weil es schnell heiß her geht und man sehr aufpassen muss, was man wie sagt und zwar egal wo man steht.
    Grundsätzlich finde ich die ganze Feminismusbewegung sehr gut, auch wenn es solche negativen Beispiele wie Frau Schwarzer gibt, die schon lange nicht mehr von Argumenten zu beeindrucken ist, siehe z.B. hier:
    http://www.aliceschwarzer.de/publikationen/blog/?tx_t3blog_pi1blogListshowUid=54&tx_t3blog_pi1blogListyear=2010&tx_t3blog_pi1blogListmonth=11&tx_t3blog_pi1blogListday=08&cHash=69bb339dd9

    Frau Schwarzer kommt über ad hominem quasi nicht mehr hinaus. Lies dir mal ihre „Kritik“ an Frau Schröder durch und zähle die Nebelkerzen (Ablenkungsmanöver), die ad hominems, das Geschwurbel, die logischen Fehlschlüsse etc… und versuche echte Argumente für oder gegen irgendwas von ihr zu entdecken.
    Es ist erschreckend.

    Wie dem auch sei, jedenfalls bin ich ziemlich froh weit vom dem Weltbild einer Eva Herman entfernt zu sein. ;-)

  18. #18 Stephan
    5. April 2012

    @Alice

    @Stephan:
    Hier . Da hatten wir vor kurzem auch eine Diskussion über ob Frauen eher für Esoterik “anfällig” sind oder nicht. Obwohl mir da auch schon einige Dinge aufgestossen sind, frauenfeindliche und -unterdrückende Thesen wir hier hatten wir dort allerdings nicht.
    Wie gesagt, ich bin bestimmt keine Feministin. Ich bin auch niemand, der Männer verteufelt oder angreift (ganz im Gegenteil, meine besten Freunde sind praktisch alle männlich!) oder sagt Männer sind alle schlecht. Aber bei der These hats mit die Haare aufgestellt! Nach dem Motto: “Wenn die Männer mal wieder härter durchgreifen würden in dieser verweichlichten, allzu weiblichen Gesellschaft, dann hätten sich all die Probleme mit der Esoterik sofort erledigt.” wtf??!?

    Lol…ja, da gebe ich dir völlig Recht und mir fällt auch nur noch „WTF“ dazu ein.

    Was soll ich sagen, ich fand quasi alles, was ich bisher so von dir gelesen habe, sehr vernünftig.

    Falls ich dich mit meinem Geschwurbel und laienküchenpsychologischem Nonsens über die Ursache, warum Frauen eventuell anfälliger für Esoschrott sein könnten, verärgert habe, dann tut mir das leid.

    Basilius hat mein unqualifiziertes, inkohärentes Gebrabbel darüber ja schon kritisiert, völlig zu Recht. ;-)

  19. #19 Dealey Lama
    5. April 2012

    mich erinnert das immer sehr an evelyn hamann mit dem jodeldiplom:

    “Da hab ich was eigenes , da hab ich mein Jodeldiplom”

  20. #20 steffen
    5. April 2012

    @Alice
    Meine Antwort auf den Kommentar von Verwundert war etwas zu voreilig, insbesondere mein erster Satz, da ich dessen Kommentar nur halb in seiner möglichen Auslegung verstanden habe. Aus radikal-feministischer Sicht kann man “Verwundert”‘s Kommentar natürlich beliebig auslegen – muss man aber nicht. Man kann diesen Kommentar auch mal rein objektiv betrachten und die Genusproblematik aussenvor lassen. Worum es mir ging ist dies hier: “Der Partner (neutrum!) kommt nach hause mit einer komischen Idee … Idee wird ohne sie zu hinterfragen gefolgt … Geld wird verschleudert … offensichtlich zu viel Geld in Haushaltskasse ansonsten wäre die Idee stärker hinterfragt worden.” Mein Punkt ist: Uns geht es (finanziell) zu gut und damit werden Dinge aus dem Gesundheitsbereich nicht mehr ausreichend hinterfragt.
    Bitte lasst mich lasst mich bei Feminismusdiskussionen raus. Da möchte ich und muss nicht nicht mitreden.

  21. #21 Alice
    5. April 2012

    @steffen:

    Aus radikal-feministischer Sicht kann man “Verwundert”‘s Kommentar natürlich beliebig auslegen – muss man aber nicht. Man kann diesen Kommentar auch mal rein objektiv betrachten und die Genusproblematik aussenvor lassen.

    Also in Verwundert’s Post stand eindeutig Auf die Frage, warum so viele Frauen an den Mumpitz mit der Alt Med glaubten . Da gibt es gar nichts falsch zu interpretieren oder plötzlich zu behaupten es sei ja gar nicht auf Frauen bezogen gemeint. Lesen kann ich noch. Das hat mit “radikal-feministisch” (was ich bestimmt nicht bin, von Feministinnen distanziere ich mich!) gar nichts zu tun.
    Übrigens noch so eine bekannte Masche von Leuten die immer noch vorhandene Diskriminierung komplett herunterspielen: Ach, das war doch alles üüüüberhaupt nicht so gemeint und man solle doch alles nicht so sehen. Genau, ich sehe das was ich lese und hier war das eindeutig. Schliesslich kam die Aussage als Antwort auf die Frage warum Frauen auf AM so anspringen und wie soll ich dann die Antwort der Internistin “fehlinterpretieren” als *nicht* auf Frauen bezogen, hm?!

  22. #22 Alice
    5. April 2012

    @Stephan:
    Kannst du den Skeptikerblog und die Thesen nochmal verlinken (*liebschau*)? Ich bin immer so faul zum selber suchen ;). Oder vielleicht sollten wir die Diskussion nebenan bei FF weiterführen (nur wo? bei der seriösen Esoterik oder beim Verschwörungsgeplauder?)?

  23. #23 E. Berndt
    5. April 2012

    Ich möchte nicht eine “Genderdiskussion” führen. Über die Ursachen der Tatsache, dass der Frauenanteil größer als der Männeranteil ist, die an Paranormales glauben, kann man streiten. Es glauben mehr Frauen an das Horoskop, an die Homöopathie, an Bachblüten, Schüsslersalze etc. und das kann auch beobachtet werden. Und generell lässt sich sagen, dass es ja nicht körperlich schmerzt, völlig Unvereinbares im Sinne ,dass es schon irgendwie möglichst, für wahr und tatsächlich zu halten.

  24. #24 Alice
    5. April 2012

    @Berndt:

    Ich möchte nicht eine “Genderdiskussion” führen.

    Ich auch nicht. Aber geschlechterbeledigende Thesen und posts sollte man genauso wenig stehenlassen wie man dies für andere Beleidigungen (Hautfarbe, sexuelle Orientierung, ihr Wissenschaftler seid ja alle so verbohrt u.ä.) machen sollte. Es ging auch primär nicht um die Geschlechterdiskussion (auch wenn mir das genauso aufstösst), sondern um die Aussage dass Männer nicht mehr auf den Tisch hauen heutzutage wenn ihre Frauen mit AM Geschwafel (und entsprechenden Rechnungen) ankommen. Und das finde ich nicht nur als These völlig unsinnig, sondern auch extrem diskriminierend!

  25. #25 E. Berndt
    5. April 2012

    @Alice
    Worin sehen sie die Ursache für den größeren Frauenanteil unter den “Paragläubigen”?

  26. #26 Stephan
    5. April 2012

    @Alice

    Kein Problem, mache ich gerne. Für eine Diskussion bin ich immer zu haben, aber ich bin jetzt 3 Tage weg, (fast) ohne Internet.

    http://www.skeptiker-blog.ch/2012/03/ist-esoterik-ein-frauenproblem.html

    Übrigens…ich gebe als Antwort auf den Titel “Ist Esoterik ein Frauenproblem?”, ganz klar die Antwort Nein.

    Esoterik ist (genau wie Religion) ein Problem der Menschheit, weil es irrationales “Denken” (wenn man das überhaupt so nennen kann) unterstützt und viel gefährlicher ist, als es auf den ersten Blick scheint.

  27. #27 Stephan
    5. April 2012

    Frei nach Richard Dawkins:

    “Ich bin ein Gegner der Esoterik. Sie lehrt uns, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen.”

    Die Esoterik lehrt uns, dass es gut ist ständig blind herumzufantasieren und dass der Unterschied zwischen Fiktion/Fantasie/Traum zu der einen wunderschönen Realität irrelevant ist.

    Deshalb lehrt die Esoterik als Folge davon, dass Argumente, Belege, kritisches, skeptisches Denken und Rationalität schlecht sind, das einzig entscheidende ist “das Gefühl”.

    Objektivität – Subjektivität, völlig egal, der Unterschied ist unwichtig!

    Das ist ein Wesen der Esoterik.

    Zum KOTZEN !!!

  28. #28 miesepeter3
    5. April 2012

    Ich glaube mal irgendwo gelesen zu haben, dass rund 40 % der Nutzer von esotherischen Behandlungen Männer sein sollen und dass es nicht mehr sind liegt daran, dass Männer sich eh weniger um ihre Gesundheit kümmern, als Frauen.
    Damit dürfte sich der esotherische Vorsprung der Frauen wohl auf etwa Null vermindert haben.
    Ich fand die Aussagen im Video auch ein wenig absurd. Aber mir fiel die starke Nähe der Begründungen zu denen der Frischzellentherapie und überflüssigen Rückenoperationen auf. Aber die sind ja OK, sind ja “richtige” Medizin.

  29. #29 rolak
    5. April 2012

    Grüezi, Christian A., um Deinen Wissensdurst zu stillen: Im Allgemeinen messen derlei Geräte (die es unter xzig verschiedenen Namen gibt, Bsp) schlicht einen Widerstand, typischerweise den der Haut. Ein 08/15-Ohmmeter aus dem Grabbeltisch beim Elektronikdiscounter täte also technisch den gleichen Dienst, selbstverständlich nicht psychologisch.

  30. #30 rolak
    5. April 2012

    Völliger Quatsch, mp3, Frischzellentherapie war und ist keine Medizin, nur Hokuspokus auf hohem Schwurbelniveau und überflüssige Operation sind erst einmal nur überflüssig. Daß sie allerdings als überflüssig erkannt werden und die Behandlung sich daraufhin im Laufe der Zeit ändert, ist eine positive Seite der ach so “dogmatischen scholastischen Medizin”.

  31. #31 Gelmir
    5. April 2012

    Tja, der miesepeter findet aber auch in jeder Suppe das Haar, das dort gar nicht drin ist.

    Uups, ist das nicht eigentlich bezeichnend für einen Esoteriker?

  32. #32 michael
    6. April 2012

    @rolak
    > Daß sie allerdings als überflüssig erkannt werden und die Behandlung sich daraufhin im Laufe der Zeit ändert, ist eine positive

    Das ist ja sicher nicht das, was mp3 mit überflüsig meinte. Er wird eher an Operationen gedacht haben, die aus pekuniären Gründen druchgeführt werden.

    z.b von: hier

    Müssten viele aufwändige Operationen nicht unbedingt sein? Solch teure Behandlungen haben einen Nebeneffekt: Für den damit verbundenen Umsatz bekommen manche Chefärzte einen finanziellen Bonus

    oder hier.

  33. #33 rolak
    6. April 2012

    Nicht nur, daß ich ausschließlich von dem ausgehen kann, was mp3 schreibt, und nicht von dem, was er meiner Meinung nach meint, michael: Hinter Deinem ersten link wird gesagt, daß derartige OPs nicht aus medizinischen, sondern aus monetären Gründen heraus unter­nommen werden und hinter dem zweiten ist zu lesen, daß gegen den ausführenden Arzt wegen solcher Praktiken gar ermittelt wird.
    Was davon soll also ein Beleg dafür sein, daß medizinisch unnötige Operationen als ein Aspekt der Medizin oder gar als ‘OK’ angesehen werden?

  34. #34 Christian A.
    6. April 2012

    Solche Geschichten wie in dem BR-Beitrag sind ja kein Problem irgendeiner konventionellen “Schulmedizin”, sondern das Problem, dass die Gesundheitspolitik den Geldfluß zu den Ärzten nicht mehr vernünftig steuern kann (wahrscheinlich, weil das Geld zu knapp ist). Wenn man einen Anreiz schafft, mehr zu operieren, dann wird auch mehr operiert.

    Moin rolak, danke für den Hinweis, aber das war nicht ganz, was ich meinte ^^
    Das Bioresonanzgerät im Film wird gezeigt, auch der Zeigerausschlag, aber ich hatte gehofft, dort auch erkennen zu können was der Zeiger anzeigt (Widerstand, Strom und die Einheiten). Kann man aber nicht; so ist das ganze Gerät wahrscheinlich eine weitere Übung in Obskurantismus.

  35. #35 rolak
    6. April 2012

    Ah, er möchte in die Details – nun, dann kann ich ihn auf den Hersteller verweisen. Allerdings ohne auch nur ansatzweise garantieren zu wollen, daß von dort eine befriedigende Antwort kommt ;-)

  36. #36 E. Berndt
    6. April 2012

    Zitat aus der Webseite von Bicom: “Die Bicom Bioresonanzmethode gehört ebenso wie z.B. die Homöopathie, die Akupunktur und andere Verfahren der besonderen Therapierichtungen in den Bereich der Regulativen Medizin. Innerhalb der besonderen Therapierichtungen ist die Bicom Bioresonanztherapie als bewährte Therapiemethode anerkannt. In der Schulmedizin hingegen ist die Bicom Bioresonanzmethode nicht Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung und deshalb auch noch nicht anerkannt”
    Das ist kurz und bündig. Wer zahlt, hat bezahlt!

  37. #37 E. Berndt
    6. April 2012

    Zitat aus der Webseite von Bicom: “Die Bicom Bioresonanzmethode gehört ebenso wie z.B. die Homöopathie, die Akupunktur und andere Verfahren der besonderen Therapierichtungen in den Bereich der Regulativen Medizin. Innerhalb der besonderen Therapierichtungen ist die Bicom Bioresonanztherapie als bewährte Therapiemethode anerkannt. In der Schulmedizin hingegen ist die Bicom Bioresonanzmethode nicht Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung und deshalb auch noch nicht anerkannt”
    Das ist kurz und bündig. Wer zahlt, hat bezahlt!

  38. #38 E. Berndt
    6. April 2012

    Zitat aus der Webseite von Bicom: “Die Bicom Bioresonanzmethode gehört ebenso wie z.B. die Homöopathie, die Akupunktur und andere Verfahren der besonderen Therapierichtungen in den Bereich der Regulativen Medizin. Innerhalb der besonderen Therapierichtungen ist die Bicom Bioresonanztherapie als bewährte Therapiemethode anerkannt. In der Schulmedizin hingegen ist die Bicom Bioresonanzmethode nicht Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung und deshalb auch noch nicht anerkannt”
    Das ist kurz und bündig. Wer zahlt, hat bezahlt!

  39. #39 felix
    6. April 2012

    Ich hab mir die von Rolak verlinkte Seite mal angesehen.
    Das ist ja Hardcore -Pseudowissenschaft vom Feinsten.
    Mit größtmöglicher Pentetranz wird Wissenschaflicher Hintergrund vorgetäuscht aber die wichtigste Information nämlich der Preis wird sonstwo versteckt – den bekommt man wohl erst nach einer ordentlichen Portion Gehirnwäsche.
    Gibt es eigentlich einen Begriff für diese Sorte Geschäftsmodell?

    Gruß
    Felix

  40. #40 E. Berndt
    6. April 2012

    Gibt es eigentlich einen Begriff für diese Sorte Geschäftsmodell?

    Ja den gibt es : alternative, komplementäre und ganzheitliche Medizin

  41. #41 E. Berndt
    6. April 2012

    Gibt es eigentlich einen Begriff für diese Sorte Geschäftsmodell?

    Ja den gibt es : alternative, komplementäre und ganzheitliche Medizin

  42. #42 E. Berndt
    6. April 2012

    Gibt es eigentlich einen Begriff für diese Sorte Geschäftsmodell?

    Ja den gibt es : alternative, komplementäre und ganzheitliche Medizin

  43. #43 Basilius
    6. April 2012

    Keine Zeit, aber für ein Abo muss es langen…

  44. #44 felix
    6. April 2012

    Da hab ich vor kurzem beim Jobsuchen bei der AA einen Außendienstlerposten entdeckt -find ich aber nicht mehr- hat aber zu dieser Firma geführt http://www.bemer-partner.com scheinen alle voneinander abzuschauen…Eigentlich wäre da mal einen größere Verbraucheraufklärungskampagne gefragt..(Ich glaube daß das Ausmaß der Abzocke den wenigsten bewußt ist)
    Felix

  45. #45 rolak
    7. April 2012

    den wenigsten bewußt

    Das befürchte ich auch, felix, und zwar bezüglich Beidem in diesem Falle: Einerseits der völlig fehlende Realitätsbezug¹ der Produkte, andererseits das nicht koschere Vertriebs­kon­zept nach dem wohlbekannten Schneeball-Modell. Grundinfo, wie so erfreulich oft, gibt es bei Esowatch². Auf der site sinds noch “ausgebildeten Partner”, die die Produkte vertreiben, im Pressetext sinds unerwarterweise ehrlich Hausfrauen, die ihren Bekann­ten­kreis ‘beglücken’. Diese perfide Mischung aus Gruppendruck im Kundenkreis (..jetzt muß ich aber auch was kaufen) und Sektenbindung bei den Vertreibern (Gesichtsverlust beim Aufhören).

    _____
    ¹ ok, nicht völlig: Das Konto ist nach dem Bezahlen real leerer und manche Patienten fühlen sich nach der Behandlung aufgrund des albekannten Placeboeffektes eine zeitlang real wohler.
    ² the importance of being – nee, the problem of working online: Mer kütt vom Hölzken op et Stöcksken. Der dortige Pressetext [10] war von Bemers D-site verschwunden und so ‘mußte’ unsere Recherche-Referentin sich bis in die Schweiz durchwühlen um den Querverweis zu aktualisieren…

  46. #46 Dietmar
    8. April 2012

    Ich kann es nicht verstehen. Echt nicht: Wir leben in einem aufgeklärten Zeitalter, in einer der Wohlstandregionen der Welt, und trotzdem haben diese Scharlatane ihr Auskommen. Unverständlich.

  47. #47 Christian A.
    8. April 2012

    @Dietmar: Oben schreibt steffen “Uns geht es wohl allen zu gut!“, womit er wahrscheinlich sagen will, dass jedem Menschen in D. dringend die Hälfte des Einkommens und Vermögens aberkannt werden muss, damit die Alt.-Med. “auszutrocknet”.
    Scherz beiseite, die Alt.-Med. gibts, weil der Heilerfolg beim Menschen nicht nur von tatsächlich wirksamen Medikamenten oder Heilverfahren abhängt, sondern auch von komplett subjektiven Größen wie Zuwendung, oder dem Gefühl dass mein Heiler weiß was er da tut und die Behandlung daher funktionieren muss – also Placebo-Effekt (*). Insofern, solange man den Placebo-Effekt in der Medizin nicht großräumig gezielt nutzen kann, wirds die Altmedder geben, und sie haben sogar eine gewisse Darseinsberechtigung.

    (*) Eigentlich eine extrem schräge Angelegenheit. Warum sollte der Heilerfolg davon abhängen, dass ich das Gefühl hab, mein Bioresonanzler weiß, wovon er spricht? Warum mobilisiert der Körper nicht in jedem Fall, was an Ressourcen/Reserven da ist, um die momentan anliegende Krankheit zu bekämpfen? Stattdessen braucht man einen Medizinmann, der um einen herumtanzt und dann erst legt der Körper los. Keine Ahnung; vielleicht war das ein Mechanismus in den Kleinverbänden der Frühmenschen, damit unliebsame Gruppenmitglieder, die keiner mochte, früher gestorben sind?

  48. #48 Basilius
    8. April 2012

    @Christian A.

    Warum mobilisiert der Körper nicht in jedem Fall, was an Ressourcen/Reserven da ist, um die momentan anliegende Krankheit zu bekämpfen? Stattdessen braucht man einen Medizinmann, der um einen herumtanzt und dann erst legt der Körper los. Keine Ahnung; vielleicht war das ein Mechanismus in den Kleinverbänden der Frühmenschen, damit unliebsame Gruppenmitglieder, die keiner mochte, früher gestorben sind?

    Das hast Du, finde ich, recht schön geschrieben.
    Und die Frage ist tatsächlich interessant. In dem Vorwurf der “Altmedder”, die EVB-Medizin würde den Placebo-Effekt ja gar nicht bzw. noch viel zu wenig verstehen ist leider tatsächlich was dran. Wobei ich tragisch finde, daß erstere diesen vermutlich kein Deut besser verstanden haben, aber oftmals ungleich viel geschickter auszunutzen wissen.
    Auch ein Vorwurf, den sich die Medizin leider gefallen lassen muss. Wobei es da besser aussehen könnte, wenn die Patienten das Geld, welches sie für “Alt-Med” zusätzlich locker machen können, stattdessen in die ordentliche Med stecken würden.
    Aber letztlich darf natürlich jeder selber entscheiden, wofür er sein Geld zum Fenster rauswirft.
    ^_^

  49. #49 E. Berndt
    8. April 2012

    http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/03/vollkommen-seriose-esoterik.php

    Sehen sie sich die hier verlinkten Videos an. Es ist unfaßbar was hier geschieht. Ich war noch nie auf einer Eso-Messe. Es muss absolut wahnsinnig sein.
    Ich bin ja mit Scherzgeräten konfrontiert, aber das ganze drumherum und die Leute dazu, die das gläubig bestaunen.

  50. #50 E. Berndt
    8. April 2012

    http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/03/vollkommen-seriose-esoterik.php

    Sehen sie sich die hier verlinkten Videos an. Es ist unfaßbar was hier geschieht. Ich war noch nie auf einer Eso-Messe. Es muss absolut wahnsinnig sein.
    Ich bin ja mit Scherzgeräten konfrontiert, aber das ganze drumherum und die Leute dazu, die das gläubig bestaunen.

  51. #51 E. Berndt
    8. April 2012

    http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/03/vollkommen-seriose-esoterik.php

    Sehen sie sich die hier verlinkten Videos an. Es ist unfaßbar was hier geschieht. Ich war noch nie auf einer Eso-Messe. Es muss absolut wahnsinnig sein.
    Ich bin ja mit Scherzgeräten konfrontiert, aber das ganze drumherum und die Leute dazu, die das gläubig bestaunen.

  52. #52 Christian A.
    8. April 2012

    @Basilius: Danke ^^

    Ich hab eben mal kurz nach Evolution und Placebo gesucht und gefunden. Dann bin ich mal weiter gegangen und habe auch Google Scholar gesucht, und die zitierenden Arbeiten von dem in obigen Link erwähnten Humphrey-Ding durchgeschaut. Aber leider war da keine Arbeit bei, die was zu Evolution und Placebo-Effekt aussagt. Schade! Allerdings war das mal grad 1/2h Suche, irgendwo da draußen muss es einfach was dazu geben …

    In dem Vorwurf der “Altmedder”, die EVB-Medizin würde den Placebo-Effekt ja gar nicht bzw. noch viel zu wenig verstehen ist leider tatsächlich was dran.

    Ja, aus einer gewissen Warte wahrscheinlich schon. Aber man muss immer bedenken, dass die Wissenschaften in ihrer modernen Ausprägung ja eine ziemlich junge Sache sind. 100, 150 Jahre, würde ich sagen. Und Antibiotika werden seit weniger als einem Menschenalter flächendeckend eingesetzt. Und der P.-E. ist so scheisse schwierig objektiv zu messen, dass es kein Wunder ist, dass er schlecht erforscht ist.

    Wobei ich tragisch finde, daß erstere ["Altmedder"] diesen vermutlich kein Deut besser verstanden haben, aber oftmals ungleich viel geschickter auszunutzen wissen.

    He, die müssen sich nicht mit Wirksamkeitsnachweisen etc. rumschlagen, die können einfach machen und ihre Rechnung selber schreiben. Da fällt dann auch mehr Zeit pro Patient ab, und wenn ich das richtig gesehen hab, gilt beim P.E.: Mehr Zeit (Höhere Dosis) = Mehr Wirkung.

    Aber letztlich darf natürlich jeder selber entscheiden, wofür er sein Geld zum Fenster rauswirft.

    Zum Glück :)

  53. #53 E. Berndt
    8. April 2012

    Wer sonst wenn nicht die EBM hat den Placeboeffekt herausgefunden und erforscht das Phänomen Placeboeffekt?
    Muss sich die EBM daher etwas vorwerfen lassen?

  54. #54 E. Berndt
    8. April 2012

    Wer sonst wenn nicht die EBM hat den Placeboeffekt herausgefunden und erforscht das Phänomen Placeboeffekt?
    Muss sich die EBM daher etwas vorwerfen lassen?

  55. #55 E. Berndt
    8. April 2012

    Wer sonst wenn nicht die EBM hat den Placeboeffekt herausgefunden und erforscht das Phänomen Placeboeffekt?
    Muss sich die EBM daher etwas vorwerfen lassen?

  56. #56 Christian A.
    8. April 2012

    @E. Berndt: Nein, natürlich nicht. Das meinte ich auch nicht.

    1.) Ich hab als Beispiel einen guten Freund von mir vor Augen. Der hat Heuschnupfen, und weil ihm die Ärzte nicht mehr weiterhelfen konnten, ist er zu einer Bioresonanztherapiepraxis gegangen. Er meint, das hilft. Der Punkt hier ist: Die Altmedder haben eine Palette Heilsversprechen (“one size fits all”, “Eine Therapie, sie alle zu binden”) und den Placebo-Effekt auf ihrer Seite. Da ist’s natürlich immer blöd zu sagen, “Du, deine Bioresonanzgeschichte, die du da machst, ist ausgemachter Schwachsinn und hat weder einen Wirkmechanismus, noch einen Wirksamkeitsnachweis.”
    2.) Es gibt doch einen Haufen Krankheiten, da kann man wenig machen außer nebenherlaufen und schauen, wo’s hingeht. Sowas kenne ich aus meiner Verwandtschaft; nix zu machen, man kann die Symptome bekämpfen und dann warten, das es von selber besser wird. Ich meine, dass das für viele Leute schwer zu verstehen ist, wenn doch alles, was als Wissenschaft in den Nachrichten kommt, immer nur irgendwelche Durchbrüche sind etc., aber für meine komische Krankheit gibts keine Erklärung.

    Aus 1.) und 2.) mag dann eine übertriebene Erwartung an die Medizin resultieren, und daraus folgt der Standpunkt, dass irgendjemand für meine Krankheit doch eine Heilung haben MUSS. Wenn man dann mit “Placebo-Effekt” ankommt, reicht das natürlich nicht.

  57. #57 Basilius
    9. April 2012

    @E. Berndt

    Muss sich die EBM daher etwas vorwerfen lassen?

    Nein, ganz bestimmt nicht. Es wird nur immer wieder von den “Agenten” gerne versucht, in Verkennung der Fakten. Christian A. hat das ja gerade eben sehr schön beschrieben, wie einfach sich die Alt. Meds. es hier machen. Realität sieht natürlich anders aus, aber wenn man sich um die Fakten keinen Deut schert, dann kommt man natürlich leichter an der Realität vorbei.

  58. #58 Basilius
    9. April 2012

    @Christian A.

    Aber man muss immer bedenken, dass die Wissenschaften in ihrer modernen Ausprägung ja eine ziemlich junge Sache sind. 100, 150 Jahre, würde ich sagen. Und Antibiotika werden seit weniger als einem Menschenalter flächendeckend eingesetzt. …

    Ja natürlich. Genau das wird sehr gerne übersehen und im gleichen Atemzug wird auch überhaupt nicht honoriert, welche geradezu erstaunlichen Fortschritte in der Gesundheit wir in eben diesen letzten 150 Jahren erleben durften. Da kann die Alt.Med überhaupt nix für!
    Ich hatte diese Tage ein überaus frustrierendes Gespräch in einer Runde, in der es darum ging, was man mit einem uns allen bekannten Patienten anstellen solle. Besonders herausragend war die Debatte mit einem Menschen, dem ich versuchte beizubringen, was für ein Mumpitz hinter den Heilpraktikern steckt. Das war in den Schädel nicht hinein zu bekommen, weil da schon so viele falsche Vorurteile ein fundamentiert waren, daß einfach nichts mehr Platz hatte. Hier mal so im Kurzdurchgang (es kamen fast alle Klassiker drin vor):

    • Ich war beim Doktor, der hatte ja gar keine Ahnung
    • Bei uns hat man schon immer gesagt, wenn man es im Rücken hat, dann geht man zum XXX (*Hier bitte lokalen Wunderquacksalber nach belieben einfügen*)
    • Anm: Unser gemeinsamer Patient hat es aber gar nicht im Rücken…???

    • Im Fernsehen zeigen sie auch immer wieder diese Sendung über diesen Pferde-Knochen-Richter
    • Anm: Bei diesem Argument konnte ich überhaupt nicht verstehen, was DAS denn jetzt solle und meinte, daß wir dann ja unseren betroffenen Patienten vielleicht am besten zu eben diesem Vieh-Heilpraktiker schicken sollten…Das kam dann tatsächlich ALLEN absurd vor. Dabei war das nur eine wirre Vorbereitung auf das nächstes Argument:

    • Diese Heilpraktiker können Sachen machen, die können die Ärzte einfach nicht. Das kann man auch nicht lernen
    • (aber hier ging es eher in Richtung mystische Gesundbeter und Handaufleger *grusel*)

    • Das sind doch alles Erfahrungen, die unsere Großväter schon gemacht haben. Die sind/waren doch keine Deppen. Die wissen das schon besser…
    • Alternative Medizin ist die mit den Kräutern und aus der Natur ohne künstliches und ohne Chemie und so.
    • …usw. usf.

    An der Stelle möchte ich abbrechen. Es hat mir einfach nur noch weh getan, ging noch einiges weiter und wurde selbstredend auch immer lauter. Die beiden Hauptprobleme in meiner Diskussion waren, daß mein Hauptdiskussionsparter wirklich überhaupt keine Ahnung von irgendwelchen medizinischen Erkenntnissen hatte und praktisch jedes Klischee und Vorturteil vollständig glaubt, im Gegenzug dazu aber überhaupt nicht bereit war irgendwie einzusehen, daß alternative Medizin eben nicht das ist, was er darunter versteht. Irgendwelche Widersprüche in den Aussagen werden einfach weggewischt und ignoriert. Es wird in praktisch jede Falle der Selbsttäuschung rein getappt und völlig ausgeschlossen, daß man sich selber auch nur in irgendetwas täuschen könnte. Eigentlich wollte er gar nicht darüber reden, sondern nur am Tisch seine Meinung kundtun, auf das alle anderen sie einfach zur Kenntnis nähmen.
    Mit gegenteiligen Ansichten oder gar Fakten konnte und wollte er nicht umgehen, was man dann auch an seiner zunehmenden Verärgerung spüren konnte.
    Eine Diskussion war also gar nicht möglich und ehrlich gesagt auch gar nicht erwünscht. Aber trotzdem nehme ich mir in solchen Situationen das Recht heraus auch meine Meinung kund zu tun, auch wenn das manchen am Tisch sitzenden nicht passen mag. Ich musste mir deren Ausführungen ja auch anhören.
    ^_^

  59. #59 Alice
    9. April 2012

    @Basilius:
    BINGO!!!!! :)

  60. #60 Ex-Medium
    9. April 2012

    Es geht weniger um den Druck, den die Heilpraktikerin/Ärztin mit dem Akupunkturstift anwendet, sondern um die Blutzirkulation der Testperson. (Zumindest war das so bei VegaExpert = Bioresonanzanalyse-Gerät) Als “Ex-Medium” mit ständig kalten Händen, (Durchblutungsstörungen) war so eine Bioresonanzanalyse häufig besonders schwierig. Kräftig in die Händeklatschen hat aber meist geholfen und dem Gerät dann doch die entsprechenden (gewünschten) Töne entlockt. ;)

    Aus heutiger Sicht, der größte Schwachsinn, den ich je mitgemacht habe.

  61. #61 E. Berndt
    9. April 2012

    @Basilius
    Ja, so läuft es!
    Richtig ist das, was die Mehrheit und die gute Freundin machen! Es geht nur um das Gefühl, das man hat, wenn man an eine Methode oder ein Mittel denkt. Bei Bachblüten, und Actimel sagt das Gefühl den Frauen, dass das dem Körper gut tut. Logische Argumente können Sie vergessen!

  62. #62 Stephan
    9. April 2012

    @E.Berndt

    Actimel aktiviert Abwehrkräfte!

    Das weiß doch nun wirklich jeder…warum sollte man so eine “Weisheit” also kritisch und skeptisch hinterfragen?

    Außerdem fühlt man das. Also hör auf den Spielverderber zu machen, such dir mal ne andere Rolle als die des “Bad Cops”.

  63. #63 Basilius
    10. April 2012

    @E. Berndt
    Die anwesenden Frauen hätte ich vielleicht noch eher überzeugen (oder zumindest nieder reden) können.
    Allein, der härteste Betonkopf war auf einem Manne zementiert!
    Ich bin mir also da mit dieser verallgemeinerten Beobachtung des Geschlechterunterschiedes noch nicht so ganz sicher. Ich vermeine vielmehr zu beobachten, daß Frauen eher dazu neigen, schneller und offener mit dem Glauben an Alt-Med-Quark hausieren zu gehen und auch sonst schneller über solcherlei Dinge zu reden bereit sind, wohingegen die Männer hier eher verstockt bleiben und einfach still zu einem Heilpraktiker gehen, ohne das an die größere Glocke zu hängen.
    Meine These wäre also vereinfacht gesagt:
    Bei denen gibt es das auch, aber es fällt weniger auf.
    Wobei ich schon denke, daß die Frauen sich generell mehr auf dem medizinischen Teil der Esoterik engagieren, wohingegen bei den Männern der technisch angehauchte Teil der Esoterik deutlich ausgeprägter ist. Ich kenne jedenfalls keine einzige Frau, welche ich schon mal wegen einer CD-Lautsprecherkabel-Platten-Klang-Verbesserungs-Energie-Pyramide auslachen durfte.
    *_*

  64. #64 E. Berndt
    10. April 2012

    Die gefühlte Kausalität

    „Wer heilt, hat recht!“, ist genau so richtig wie: „Die Blumen sind vertrocknet, weil der Papst sie nicht gegossen hat!“ Wenn jemandem als Therapie empfohlen wurde, stündlich 20 „Ave Maria“ zu beten und auf den Knien nach Mariazell zu rutschen, und er verspürte hinterher tatsächlich eine Verbesserung seiner Leiden: Ist dann die Wirksamkeit dieses Therapievorschlags bewiesen?

    Diese Frage wird sicher mit „Nein“ beantwortet werden. Aber das war nicht immer so. Diese Frage wird nur heute mit „Nein“ beantwortet. Vor der Aufklärung war das anders. Damals waren Gebet und Gottes Hilfe selbstverständlich wirksamste Mittel und logisch! Es wurde so und nicht anders von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen geglaubt und wahrgenommen. Und es war auch logisch, denn wer sonst, wenn nicht der liebe Gott, konnte gegen die teuflischen Krankheiten helfen? Im Kontext des Mittelalters herrschte ein anderer Zeitgeist vor. Daher wurden die sinnlichen Erfahrungen einer Heilung dementsprechend anders gewichtet und interpretiert. Die Wunder einer Wallfahrt waren glaubwürdig. Aufgewachsen und eingebettet in einen christlichen Jahresablauf, konnte praktisch nichts anderes geglaubt werden, wollte man nicht zum Ketzer werden. Erzogen, fest an die unmittelbare Allmachtmacht Gottes und an die kraftvolle Fürsprache Marias zu glauben und in Kenntnis unzähliger erfolgreicher Heilungen, waren für die Menschen damals die Vorstellungen von einer himmlischen Hilfe sinnliche Realität und daher eine einsichtige bzw. befriedigende Erklärung.

    Heute beschert uns der Zeitgeist eine andere Wahrnehmung. Die Glaubwürdigkeit hat sich verändert. Die sinnlichen Erfahrungen werden anders gewichtet und logisiert. Die Wunder werden anders verortet. Die verheißungsvolle Unwahrscheinlichkeit ist ins Medizinbusineß übersiedelt. Dort wird jetzt das Geschäft mit Hoffnung und Angst gemacht. Heilsam ist, was durch Medien wahrgemacht wird. Mit geschicktem Marketing getarnt, als Aufklärung und Information, kann heute alles als wirksam verhökert werden. Man muß versiert sein, um bezahlte Einträge von redaktionellen unterscheiden zu können. Und so wirkt nach mehr als zwei Jahrzehnten Dauerschleichwerbung die grüne, sanfte, natürliche, biologische, ganzheitliche und pflanzliche Homöopathie besser denn je. Diese Attribute sind zwar absolut unzutreffend, aber sie liegen im Trend und umreißen den ganzheitlichen Zeitgeist. Sie werden gerade von den Personen für zutreffend erachtet, die meinen, daß sie besonders kritisch sind. Die ängstlich nach Gesundheit suchenden Konsumenten und besonders die zeitgeistigen Neuintellektuellen haben verinnerlicht, daß alles wahr ist, was die Medien auf den „Gesunden Seiten“ über Krankheit und das wunderbar nebenwirkungsfreie moderne Heilbusineß berichten. Der Alternative ist kritischer als gewöhnliche Menschen, weil er selbst lesen und nachdenken kann, was ihm per Werbung vorgedacht wurde. Die Wundermedizin, die in Gratisinformationszeitungen beworben wird, hat einen fixen Platz im Gesundheitsmarkt.

    Und so erscheint heute die Wirksamkeit der Homöopathie einem überwiegenden Teil der Bevölkerung so selbstverständlich wie Gottes Hilfe seinerzeit. Homöopathie kann heute alles. Sie ist der klassischen Medizin überlegen, die bewußt als „Schulmedizin“ mit unüberschaubaren Nebenwirkungen abqualifiziert wird. Und weil es eben so ist bzw. einfach kausal sein muß, werden Erklärungen für den Wirkungsmechanismus in der Homöopathie genauso wie in der Astrologie, auch wenn sie noch so abstrus und unlogisch sind, ebenfalls quer durch die Bevölkerung für höchst wahrscheinlich und richtig gehalten.

    Aber in all diesen Fällen gibt es keine wirkliche Kausalität sondern nur eine emotionelle und/oder placebobasierte Kausalität. An z. B. Homöopathie nicht zu glauben, bedeutet Außenseiter zu sein. Überall hört man davon, und überall ist es zu lesen. Die Wirksamkeit wird durch die Medien vermittelt. Sie schaffen mit ihren sogenannten Informationen den dazu notwendigen Kontext. Ziel dieser direkt und indirekt bezahlten Informationen ist, den Umsatz der alternativen und komplementären Medizinindustrie zu steigern. Wellneßmagazine werden durch Inserate finanziert. Nur Infotainment garantiert Einschaltziffern und Auflagenzahl. In den Medien werden aber keine rationalen Argumente diskutiert, sondern ausschließlich auf Emotionen zielende scheinbar positive Eigenschaften klischeehaft wiederholt.

    Die Placebowirkung, die natürlich von der Homöopathie bestritten wird, benötigt diesen Kontext. Der Placeboeffekt in weitem Sinne ist ein Phänomen, das weit über die Verabreichung eines konkreten Scheinmedikamentes hinausgeht. Die Umkehrung des Placeboeffektes ist der Nocebo-Effekt. Er mindert die Wirkung von Arzneimitteln, wenn diese negativ diskutiert werden. Desgleichen treten auch vermehrt und intensiver Nebenwirkungen auf, wenn deren Auftreten als unvermeidlich angeprangert wird. Alternative und komplementäre Mittel und Therapien werden als die bessere Alternative vermarktet. Im Gegensatz zur veralteten „Schulmedizin“ ist diese Medizin „neu“ dank Imagepflege nebenwirkungsfreier und wirkungsvoller.

    Über die Placebowirkung wird geforscht und auch ausführlich diskutiert. Die Placebowirkung ist sicher ein bedeutender Faktor praktisch jeder Therapie oder Verordnung. Sie beeinflußt die Wirkung. Aber obwohl allgemein bekannt, viel davon gesprochen und auch der Existenz dieser Wirkung zugestimmt wird, will sich niemand eingestehen, daß er selbst, ob er will oder nicht, diesem Effekt nicht entkommen kann. Es wird als Makel angesehen. Niemand will einer Täuschung unterliegen. Daher gibt es diese Wirkung immer nur bei den unbekannten anderen. Dies gilt für Patienten und Behandler gleichermaßen. Das kann doch keine Placebowirkung sein, wo ich es doch an mir selbst erfahren habe. Ich kann mich doch nicht täuschen.

    Vor diesem Meinungshintergrund wird dann jedes subjektive Erlebnis und jede persönliche Erfahrung zur unumstößlichen Bestätigung. Ich habe es selbst gespürt, und bei meinen Kindern war es auch so, also muß es richtig sein. Und die erklärende Ausweichlogik wird auch gleich in den Medien kolportiert. Je nach Intellekt, Bildung und Mentalität kann sich der einzelne etwas Passendes aussuchen. Der mächtige heilige Gott wurde durch Bioinformation und Quantengequatsche verdrängt, und die Rosenkranzperlen wurden durch Globuli ersetzt. Den Part des Geistlichen übernahm der Energethiker. Es wird nicht mehr wie früher geglaubt und zum Dank für Heilung eine Votivgabe gespendet, sondern das Geld wird für Therapien und Mittel lockergemacht, deren Wirksamkeit nur mit Marketing erzeugt wurde.

    Der Marketingberater Guido Stepken beschreibt dies so:

    … „Die Kopplung einer erfunden Erklärung an sinnlich wahrnehmbares ist typisch für die Mechanismen, wie Glaube aufgebaut wird. Und genau dann, wenn diese in „homöopathischer Behandlung“ sind, „geheilt“ werden, verbinden sie ihre angebliche „Heilung“ kausal mit dem „homöopathischen Heilmittel“, bzw. der „homöopathischen Behandlung“, ein Irrtum, wenn auch kaum ein folgenschwerer. Früher gab es den Ausdruck „gesundbeten“. Jeder der krank war, hat zum „lieben Gott“ gebetet, und – tatsächlich wurde Mensch wieder gesund. Der kausale Zusammenhang war „bewiesen“, weil ja auch „erfahrbar“. Tatsache ist, daß jeder Mensch in den allermeisten Fällen von alleine wieder gesund wird, ohne irgendein Zutun. Es gibt Milliarden Menschen auf der Erde, die fürchterlich alt werden, aber nie auch nur einen Arzt oder Apotheke jemals gesehen haben“ …

    „Als ich wieder einmal spürte, daß meine Kinder Anzeichen einer beginnenden Erkältung zeigten, gab ich ihnen auf Anraten meiner Freundin Globuli, und siehe da, der Schnupfen war diesmal minimal. Schon beim Zahnen haben den Kindern die Globuli so gut geholfen. Wer weiß, was mir nicht alles bei der Geburt passiert wäre, hätte mir die Hebamme nicht Pulsatilla empfohlen.“ Und so weiter und so weiter…

    Es liegt in der Natur des Menschen, wo immer es auch nur irgendwie möglich ist, eine Beziehung zwischen der beobachteten oder empfunden Wirkung und einer bestimmten Ursache festzulegen. Unsere Wahrnehmung ist aber nicht auf die Erforschung von wahren Ursachen optimiert, sondern um rasch handeln zu können. Dem zeitlichen Zusammenhang und der Beobachtbarkeit kommt dabei allergrößtes Gewicht zu. Chaos und Zufall sind Eigenschaften, die in unserem Denken keinen Platz haben vor allem dann, wenn es rasch zu handeln galt. Ob mit einer Wahrnehmung oder einer Beobachtung tatsächlich die wirkliche Ursache erfaßt wurde, war nicht wesentlich. Bedeutend für das Überleben war, daß die darauffolgende Reaktion zum Überleben führte.

    Dies wurde von den Verhaltensforschern Konrad Lorenz und seinem Schüler Rupert Riedl mit folgendem Beispiel illustriert:

    Wenn unsere Vorfahren die hinter dem Gebüsch vorblitzenden schwarzen und gelben Streifen (Wirkung) einem Tiger (Ursache) zuschrieben und sich davonmachten, waren sie gut beraten. Die schnelle Entscheidung, was wohl Ursache der Beobachtung sein könnte, und die daraus folgende Aktion waren lebenserhaltend.
    Die diesem Verhalten zugrunde liegende Kausalitätserwartung gehört zu den „angeborenen Lehrmeistern“ (Konrad Lorenz): Die „Hypothese von der Ursache“ enthält die „Erwartung, daß gleiches dieselbe Ursache haben werde. Dies ist zunächst nicht mehr als ein Urteil im voraus. Aber dieses Vorurteil bewährt sich… in einem derartigen Übermaß an Fällen, daß es jedem im Prinzipe andersartigen Urteil oder dem Urteilsverzicht überlegen ist” (Rupert Riedl, 1981).
    Angeborene Lehrmeister haben eine Kehrseite: Sie können Denkfallen sein: „Das biologische Wissen enthält ein System vernünftiger Hypothesen, Vorausurteile, die uns im Rahmen dessen, wofür sie selektiert wurden, wie mit höchster Weisheit lenken; uns aber an dessen Grenzen vollkommen und niederträchtig in die Irre führen.“ (Rupert Riedl). Auf die Kausalitätserwartung geht zurück, daß oftmals vorschnell der Pilot, Kapitän oder Lokführer für ein Unglück verantwortlich gemacht wird.

    Aus einer einzelnen Beobachtung kann keine Kausalität abgeleitet werden. Und auch mit Statistik allein kann ebenfalls keine Kausalität bewiesen werden. Die Anfänge der wissenschaftlichen Medizin waren geprägt vom mühsamen Weg der Erkenntnis. Aus einzelnen Fallbeispielen wurde die Kausalität abgeleitet. Diese Methode wird Kasuistik genannt. Am Beispiel Witwenbuckel läßt sich zeigen, wie irreführend Kasuistik sein kann. Die in früheren Zeiten immer wieder gemachte Beobachtung, daß Witwen Buckel haben, führte zu der Annahme, daß der Umstand, Witwe zu sein, irgendwie dazu führt, einen Buckel zu bekommen. Und im Namen Witwenbuckel kam diese Annahme auch zum Ausdruck.

    Nun, die Ursache für den Buckel ist, wie wir heute wissen, ganz wo anders zu suchen. Heute wissen wir, daß dafür die Osteoporose verantwortlich ist, die vorwiegend bei Frauen nach der Menopause als Folge von Östrogenmangel auftritt. In der Vergangenheit aber waren die demographischen Verhältnisse so, daß dieses Phänomen in der überwiegenden und damit signifikanten Anzahl nur bei Witwen beobachtet werden konnte. Die allgemeine Lebenserwartung war kurz, für Frauen noch kürzer als für Männer. Nur wenige Frauen konnten die Menopause erleben und waren in aller Regel Witwen. Unverheiratete Frauen außerhalb eines Klosters waren eine Seltenheit, und bei Männern ist dieser Buckel, dessen Ursache in der Osteoporose liegt, selten und auch altersabhängig. Also bekamen nur Witwen einen Buckel!

    Ein weiteres Beispiel einer Fehlinterpretation sind die sogenannten „Altersflecken“. Es handelt sich aber, wie heute feststeht, eindeutig um Lichtschäden. Auch alte Menschen haben daher keine derartigen Flecken an Stellen, wo wenig bis keine Lichtexposition möglich ist. Unter der Achsel ist die Haut auch bei älteren Herrschaften meist unauffällig, aber bei unbelehrbaren Sonnenanbeterinnen und Bräunungsfanatikern treten diese Schäden, weil eben Lichtschäden, schon mit 30 bis 40 Jahren und noch früher auf. Und so treten diese Schäden, als Resultat der gesamten erlittenen Sonneneinstrahlung bevorzugt auf Hautgebieten auf, die immer unbedeckt sind. Handrücken, Dekollete, hohe Männerstirne etc. sind daher als erste betroffen. In den Zeiten, wo der jährliche Sonnenbrand noch nicht obligat war, waren daher in erster Linie nur alte Menschen betroffen.

    Einfaches Beobachten und Bauchgefühl sind zuwenig um die wirklichen kausalen Verhältnisse zu erfassen. Dazu bedarf es des Werkzeuges der Wissenschaft und des wissenschaftlichen Beweises. Daher muß es heißen: „Nur wer auch wirklich belegen kann, daß er heilt, hat recht!”

    Wenn etwas einmal passiert, ist es Zufall. Wenn etwas öfters passiert und immer in bestimmtem Situationen, kann entweder ein Zusammenhang oder eine statistische Abweichung vorhanden sein. Wenn mehrere verschiedene Personen ein bestimmtes Verfahren anwenden, und es ebenso wie ich durchführen und in einer statistisch signifikanten Anzahl von Fällen tritt immer der gleiche Effekt zutage, ist die Wirksamkeit einer Methode evident. Nun, ganz so einfach ist es nicht, aber es ist der Anfang der Beurteilung einer Evidenz, der nachweislichen Wirkung.

  65. #65 E. Berndt
    10. April 2012

    Die gefühlte Kausalität

    „Wer heilt, hat recht!“, ist genau so richtig wie: „Die Blumen sind vertrocknet, weil der Papst sie nicht gegossen hat!“ Wenn jemandem als Therapie empfohlen wurde, stündlich 20 „Ave Maria“ zu beten und auf den Knien nach Mariazell zu rutschen, und er verspürte hinterher tatsächlich eine Verbesserung seiner Leiden: Ist dann die Wirksamkeit dieses Therapievorschlags bewiesen?

    Diese Frage wird sicher mit „Nein“ beantwortet werden. Aber das war nicht immer so. Diese Frage wird nur heute mit „Nein“ beantwortet. Vor der Aufklärung war das anders. Damals waren Gebet und Gottes Hilfe selbstverständlich wirksamste Mittel und logisch! Es wurde so und nicht anders von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen geglaubt und wahrgenommen. Und es war auch logisch, denn wer sonst, wenn nicht der liebe Gott, konnte gegen die teuflischen Krankheiten helfen? Im Kontext des Mittelalters herrschte ein anderer Zeitgeist vor. Daher wurden die sinnlichen Erfahrungen einer Heilung dementsprechend anders gewichtet und interpretiert. Die Wunder einer Wallfahrt waren glaubwürdig. Aufgewachsen und eingebettet in einen christlichen Jahresablauf, konnte praktisch nichts anderes geglaubt werden, wollte man nicht zum Ketzer werden. Erzogen, fest an die unmittelbare Allmachtmacht Gottes und an die kraftvolle Fürsprache Marias zu glauben und in Kenntnis unzähliger erfolgreicher Heilungen, waren für die Menschen damals die Vorstellungen von einer himmlischen Hilfe sinnliche Realität und daher eine einsichtige bzw. befriedigende Erklärung.

    Heute beschert uns der Zeitgeist eine andere Wahrnehmung. Die Glaubwürdigkeit hat sich verändert. Die sinnlichen Erfahrungen werden anders gewichtet und logisiert. Die Wunder werden anders verortet. Die verheißungsvolle Unwahrscheinlichkeit ist ins Medizinbusineß übersiedelt. Dort wird jetzt das Geschäft mit Hoffnung und Angst gemacht. Heilsam ist, was durch Medien wahrgemacht wird. Mit geschicktem Marketing getarnt, als Aufklärung und Information, kann heute alles als wirksam verhökert werden. Man muß versiert sein, um bezahlte Einträge von redaktionellen unterscheiden zu können. Und so wirkt nach mehr als zwei Jahrzehnten Dauerschleichwerbung die grüne, sanfte, natürliche, biologische, ganzheitliche und pflanzliche Homöopathie besser denn je. Diese Attribute sind zwar absolut unzutreffend, aber sie liegen im Trend und umreißen den ganzheitlichen Zeitgeist. Sie werden gerade von den Personen für zutreffend erachtet, die meinen, daß sie besonders kritisch sind. Die ängstlich nach Gesundheit suchenden Konsumenten und besonders die zeitgeistigen Neuintellektuellen haben verinnerlicht, daß alles wahr ist, was die Medien auf den „Gesunden Seiten“ über Krankheit und das wunderbar nebenwirkungsfreie moderne Heilbusineß berichten. Der Alternative ist kritischer als gewöhnliche Menschen, weil er selbst lesen und nachdenken kann, was ihm per Werbung vorgedacht wurde. Die Wundermedizin, die in Gratisinformationszeitungen beworben wird, hat einen fixen Platz im Gesundheitsmarkt.

    Und so erscheint heute die Wirksamkeit der Homöopathie einem überwiegenden Teil der Bevölkerung so selbstverständlich wie Gottes Hilfe seinerzeit. Homöopathie kann heute alles. Sie ist der klassischen Medizin überlegen, die bewußt als „Schulmedizin“ mit unüberschaubaren Nebenwirkungen abqualifiziert wird. Und weil es eben so ist bzw. einfach kausal sein muß, werden Erklärungen für den Wirkungsmechanismus in der Homöopathie genauso wie in der Astrologie, auch wenn sie noch so abstrus und unlogisch sind, ebenfalls quer durch die Bevölkerung für höchst wahrscheinlich und richtig gehalten.

    Aber in all diesen Fällen gibt es keine wirkliche Kausalität sondern nur eine emotionelle und/oder placebobasierte Kausalität. An z. B. Homöopathie nicht zu glauben, bedeutet Außenseiter zu sein. Überall hört man davon, und überall ist es zu lesen. Die Wirksamkeit wird durch die Medien vermittelt. Sie schaffen mit ihren sogenannten Informationen den dazu notwendigen Kontext. Ziel dieser direkt und indirekt bezahlten Informationen ist, den Umsatz der alternativen und komplementären Medizinindustrie zu steigern. Wellneßmagazine werden durch Inserate finanziert. Nur Infotainment garantiert Einschaltziffern und Auflagenzahl. In den Medien werden aber keine rationalen Argumente diskutiert, sondern ausschließlich auf Emotionen zielende scheinbar positive Eigenschaften klischeehaft wiederholt.

    Die Placebowirkung, die natürlich von der Homöopathie bestritten wird, benötigt diesen Kontext. Der Placeboeffekt in weitem Sinne ist ein Phänomen, das weit über die Verabreichung eines konkreten Scheinmedikamentes hinausgeht. Die Umkehrung des Placeboeffektes ist der Nocebo-Effekt. Er mindert die Wirkung von Arzneimitteln, wenn diese negativ diskutiert werden. Desgleichen treten auch vermehrt und intensiver Nebenwirkungen auf, wenn deren Auftreten als unvermeidlich angeprangert wird. Alternative und komplementäre Mittel und Therapien werden als die bessere Alternative vermarktet. Im Gegensatz zur veralteten „Schulmedizin“ ist diese Medizin „neu“ dank Imagepflege nebenwirkungsfreier und wirkungsvoller.

    Über die Placebowirkung wird geforscht und auch ausführlich diskutiert. Die Placebowirkung ist sicher ein bedeutender Faktor praktisch jeder Therapie oder Verordnung. Sie beeinflußt die Wirkung. Aber obwohl allgemein bekannt, viel davon gesprochen und auch der Existenz dieser Wirkung zugestimmt wird, will sich niemand eingestehen, daß er selbst, ob er will oder nicht, diesem Effekt nicht entkommen kann. Es wird als Makel angesehen. Niemand will einer Täuschung unterliegen. Daher gibt es diese Wirkung immer nur bei den unbekannten anderen. Dies gilt für Patienten und Behandler gleichermaßen. Das kann doch keine Placebowirkung sein, wo ich es doch an mir selbst erfahren habe. Ich kann mich doch nicht täuschen.

    Vor diesem Meinungshintergrund wird dann jedes subjektive Erlebnis und jede persönliche Erfahrung zur unumstößlichen Bestätigung. Ich habe es selbst gespürt, und bei meinen Kindern war es auch so, also muß es richtig sein. Und die erklärende Ausweichlogik wird auch gleich in den Medien kolportiert. Je nach Intellekt, Bildung und Mentalität kann sich der einzelne etwas Passendes aussuchen. Der mächtige heilige Gott wurde durch Bioinformation und Quantengequatsche verdrängt, und die Rosenkranzperlen wurden durch Globuli ersetzt. Den Part des Geistlichen übernahm der Energethiker. Es wird nicht mehr wie früher geglaubt und zum Dank für Heilung eine Votivgabe gespendet, sondern das Geld wird für Therapien und Mittel lockergemacht, deren Wirksamkeit nur mit Marketing erzeugt wurde.

    Der Marketingberater Guido Stepken beschreibt dies so:

    … „Die Kopplung einer erfunden Erklärung an sinnlich wahrnehmbares ist typisch für die Mechanismen, wie Glaube aufgebaut wird. Und genau dann, wenn diese in „homöopathischer Behandlung“ sind, „geheilt“ werden, verbinden sie ihre angebliche „Heilung“ kausal mit dem „homöopathischen Heilmittel“, bzw. der „homöopathischen Behandlung“, ein Irrtum, wenn auch kaum ein folgenschwerer. Früher gab es den Ausdruck „gesundbeten“. Jeder der krank war, hat zum „lieben Gott“ gebetet, und – tatsächlich wurde Mensch wieder gesund. Der kausale Zusammenhang war „bewiesen“, weil ja auch „erfahrbar“. Tatsache ist, daß jeder Mensch in den allermeisten Fällen von alleine wieder gesund wird, ohne irgendein Zutun. Es gibt Milliarden Menschen auf der Erde, die fürchterlich alt werden, aber nie auch nur einen Arzt oder Apotheke jemals gesehen haben“ …

    „Als ich wieder einmal spürte, daß meine Kinder Anzeichen einer beginnenden Erkältung zeigten, gab ich ihnen auf Anraten meiner Freundin Globuli, und siehe da, der Schnupfen war diesmal minimal. Schon beim Zahnen haben den Kindern die Globuli so gut geholfen. Wer weiß, was mir nicht alles bei der Geburt passiert wäre, hätte mir die Hebamme nicht Pulsatilla empfohlen.“ Und so weiter und so weiter…

    Es liegt in der Natur des Menschen, wo immer es auch nur irgendwie möglich ist, eine Beziehung zwischen der beobachteten oder empfunden Wirkung und einer bestimmten Ursache festzulegen. Unsere Wahrnehmung ist aber nicht auf die Erforschung von wahren Ursachen optimiert, sondern um rasch handeln zu können. Dem zeitlichen Zusammenhang und der Beobachtbarkeit kommt dabei allergrößtes Gewicht zu. Chaos und Zufall sind Eigenschaften, die in unserem Denken keinen Platz haben vor allem dann, wenn es rasch zu handeln galt. Ob mit einer Wahrnehmung oder einer Beobachtung tatsächlich die wirkliche Ursache erfaßt wurde, war nicht wesentlich. Bedeutend für das Überleben war, daß die darauffolgende Reaktion zum Überleben führte.

    Dies wurde von den Verhaltensforschern Konrad Lorenz und seinem Schüler Rupert Riedl mit folgendem Beispiel illustriert:

    Wenn unsere Vorfahren die hinter dem Gebüsch vorblitzenden schwarzen und gelben Streifen (Wirkung) einem Tiger (Ursache) zuschrieben und sich davonmachten, waren sie gut beraten. Die schnelle Entscheidung, was wohl Ursache der Beobachtung sein könnte, und die daraus folgende Aktion waren lebenserhaltend.
    Die diesem Verhalten zugrunde liegende Kausalitätserwartung gehört zu den „angeborenen Lehrmeistern“ (Konrad Lorenz): Die „Hypothese von der Ursache“ enthält die „Erwartung, daß gleiches dieselbe Ursache haben werde. Dies ist zunächst nicht mehr als ein Urteil im voraus. Aber dieses Vorurteil bewährt sich… in einem derartigen Übermaß an Fällen, daß es jedem im Prinzipe andersartigen Urteil oder dem Urteilsverzicht überlegen ist” (Rupert Riedl, 1981).
    Angeborene Lehrmeister haben eine Kehrseite: Sie können Denkfallen sein: „Das biologische Wissen enthält ein System vernünftiger Hypothesen, Vorausurteile, die uns im Rahmen dessen, wofür sie selektiert wurden, wie mit höchster Weisheit lenken; uns aber an dessen Grenzen vollkommen und niederträchtig in die Irre führen.“ (Rupert Riedl). Auf die Kausalitätserwartung geht zurück, daß oftmals vorschnell der Pilot, Kapitän oder Lokführer für ein Unglück verantwortlich gemacht wird.

    Aus einer einzelnen Beobachtung kann keine Kausalität abgeleitet werden. Und auch mit Statistik allein kann ebenfalls keine Kausalität bewiesen werden. Die Anfänge der wissenschaftlichen Medizin waren geprägt vom mühsamen Weg der Erkenntnis. Aus einzelnen Fallbeispielen wurde die Kausalität abgeleitet. Diese Methode wird Kasuistik genannt. Am Beispiel Witwenbuckel läßt sich zeigen, wie irreführend Kasuistik sein kann. Die in früheren Zeiten immer wieder gemachte Beobachtung, daß Witwen Buckel haben, führte zu der Annahme, daß der Umstand, Witwe zu sein, irgendwie dazu führt, einen Buckel zu bekommen. Und im Namen Witwenbuckel kam diese Annahme auch zum Ausdruck.

    Nun, die Ursache für den Buckel ist, wie wir heute wissen, ganz wo anders zu suchen. Heute wissen wir, daß dafür die Osteoporose verantwortlich ist, die vorwiegend bei Frauen nach der Menopause als Folge von Östrogenmangel auftritt. In der Vergangenheit aber waren die demographischen Verhältnisse so, daß dieses Phänomen in der überwiegenden und damit signifikanten Anzahl nur bei Witwen beobachtet werden konnte. Die allgemeine Lebenserwartung war kurz, für Frauen noch kürzer als für Männer. Nur wenige Frauen konnten die Menopause erleben und waren in aller Regel Witwen. Unverheiratete Frauen außerhalb eines Klosters waren eine Seltenheit, und bei Männern ist dieser Buckel, dessen Ursache in der Osteoporose liegt, selten und auch altersabhängig. Also bekamen nur Witwen einen Buckel!

    Ein weiteres Beispiel einer Fehlinterpretation sind die sogenannten „Altersflecken“. Es handelt sich aber, wie heute feststeht, eindeutig um Lichtschäden. Auch alte Menschen haben daher keine derartigen Flecken an Stellen, wo wenig bis keine Lichtexposition möglich ist. Unter der Achsel ist die Haut auch bei älteren Herrschaften meist unauffällig, aber bei unbelehrbaren Sonnenanbeterinnen und Bräunungsfanatikern treten diese Schäden, weil eben Lichtschäden, schon mit 30 bis 40 Jahren und noch früher auf. Und so treten diese Schäden, als Resultat der gesamten erlittenen Sonneneinstrahlung bevorzugt auf Hautgebieten auf, die immer unbedeckt sind. Handrücken, Dekollete, hohe Männerstirne etc. sind daher als erste betroffen. In den Zeiten, wo der jährliche Sonnenbrand noch nicht obligat war, waren daher in erster Linie nur alte Menschen betroffen.

    Einfaches Beobachten und Bauchgefühl sind zuwenig um die wirklichen kausalen Verhältnisse zu erfassen. Dazu bedarf es des Werkzeuges der Wissenschaft und des wissenschaftlichen Beweises. Daher muß es heißen: „Nur wer auch wirklich belegen kann, daß er heilt, hat recht!”

    Wenn etwas einmal passiert, ist es Zufall. Wenn etwas öfters passiert und immer in bestimmtem Situationen, kann entweder ein Zusammenhang oder eine statistische Abweichung vorhanden sein. Wenn mehrere verschiedene Personen ein bestimmtes Verfahren anwenden, und es ebenso wie ich durchführen und in einer statistisch signifikanten Anzahl von Fällen tritt immer der gleiche Effekt zutage, ist die Wirksamkeit einer Methode evident. Nun, ganz so einfach ist es nicht, aber es ist der Anfang der Beurteilung einer Evidenz, der nachweislichen Wirkung.

  66. #66 E. Berndt
    10. April 2012

    Die gefühlte Kausalität

    „Wer heilt, hat recht!“, ist genau so richtig wie: „Die Blumen sind vertrocknet, weil der Papst sie nicht gegossen hat!“ Wenn jemandem als Therapie empfohlen wurde, stündlich 20 „Ave Maria“ zu beten und auf den Knien nach Mariazell zu rutschen, und er verspürte hinterher tatsächlich eine Verbesserung seiner Leiden: Ist dann die Wirksamkeit dieses Therapievorschlags bewiesen?

    Diese Frage wird sicher mit „Nein“ beantwortet werden. Aber das war nicht immer so. Diese Frage wird nur heute mit „Nein“ beantwortet. Vor der Aufklärung war das anders. Damals waren Gebet und Gottes Hilfe selbstverständlich wirksamste Mittel und logisch! Es wurde so und nicht anders von der überwiegenden Mehrzahl der Menschen geglaubt und wahrgenommen. Und es war auch logisch, denn wer sonst, wenn nicht der liebe Gott, konnte gegen die teuflischen Krankheiten helfen? Im Kontext des Mittelalters herrschte ein anderer Zeitgeist vor. Daher wurden die sinnlichen Erfahrungen einer Heilung dementsprechend anders gewichtet und interpretiert. Die Wunder einer Wallfahrt waren glaubwürdig. Aufgewachsen und eingebettet in einen christlichen Jahresablauf, konnte praktisch nichts anderes geglaubt werden, wollte man nicht zum Ketzer werden. Erzogen, fest an die unmittelbare Allmachtmacht Gottes und an die kraftvolle Fürsprache Marias zu glauben und in Kenntnis unzähliger erfolgreicher Heilungen, waren für die Menschen damals die Vorstellungen von einer himmlischen Hilfe sinnliche Realität und daher eine einsichtige bzw. befriedigende Erklärung.

    Heute beschert uns der Zeitgeist eine andere Wahrnehmung. Die Glaubwürdigkeit hat sich verändert. Die sinnlichen Erfahrungen werden anders gewichtet und logisiert. Die Wunder werden anders verortet. Die verheißungsvolle Unwahrscheinlichkeit ist ins Medizinbusineß übersiedelt. Dort wird jetzt das Geschäft mit Hoffnung und Angst gemacht. Heilsam ist, was durch Medien wahrgemacht wird. Mit geschicktem Marketing getarnt, als Aufklärung und Information, kann heute alles als wirksam verhökert werden. Man muß versiert sein, um bezahlte Einträge von redaktionellen unterscheiden zu können. Und so wirkt nach mehr als zwei Jahrzehnten Dauerschleichwerbung die grüne, sanfte, natürliche, biologische, ganzheitliche und pflanzliche Homöopathie besser denn je. Diese Attribute sind zwar absolut unzutreffend, aber sie liegen im Trend und umreißen den ganzheitlichen Zeitgeist. Sie werden gerade von den Personen für zutreffend erachtet, die meinen, daß sie besonders kritisch sind. Die ängstlich nach Gesundheit suchenden Konsumenten und besonders die zeitgeistigen Neuintellektuellen haben verinnerlicht, daß alles wahr ist, was die Medien auf den „Gesunden Seiten“ über Krankheit und das wunderbar nebenwirkungsfreie moderne Heilbusineß berichten. Der Alternative ist kritischer als gewöhnliche Menschen, weil er selbst lesen und nachdenken kann, was ihm per Werbung vorgedacht wurde. Die Wundermedizin, die in Gratisinformationszeitungen beworben wird, hat einen fixen Platz im Gesundheitsmarkt.

    Und so erscheint heute die Wirksamkeit der Homöopathie einem überwiegenden Teil der Bevölkerung so selbstverständlich wie Gottes Hilfe seinerzeit. Homöopathie kann heute alles. Sie ist der klassischen Medizin überlegen, die bewußt als „Schulmedizin“ mit unüberschaubaren Nebenwirkungen abqualifiziert wird. Und weil es eben so ist bzw. einfach kausal sein muß, werden Erklärungen für den Wirkungsmechanismus in der Homöopathie genauso wie in der Astrologie, auch wenn sie noch so abstrus und unlogisch sind, ebenfalls quer durch die Bevölkerung für höchst wahrscheinlich und richtig gehalten.

    Aber in all diesen Fällen gibt es keine wirkliche Kausalität sondern nur eine emotionelle und/oder placebobasierte Kausalität. An z. B. Homöopathie nicht zu glauben, bedeutet Außenseiter zu sein. Überall hört man davon, und überall ist es zu lesen. Die Wirksamkeit wird durch die Medien vermittelt. Sie schaffen mit ihren sogenannten Informationen den dazu notwendigen Kontext. Ziel dieser direkt und indirekt bezahlten Informationen ist, den Umsatz der alternativen und komplementären Medizinindustrie zu steigern. Wellneßmagazine werden durch Inserate finanziert. Nur Infotainment garantiert Einschaltziffern und Auflagenzahl. In den Medien werden aber keine rationalen Argumente diskutiert, sondern ausschließlich auf Emotionen zielende scheinbar positive Eigenschaften klischeehaft wiederholt.

    Die Placebowirkung, die natürlich von der Homöopathie bestritten wird, benötigt diesen Kontext. Der Placeboeffekt in weitem Sinne ist ein Phänomen, das weit über die Verabreichung eines konkreten Scheinmedikamentes hinausgeht. Die Umkehrung des Placeboeffektes ist der Nocebo-Effekt. Er mindert die Wirkung von Arzneimitteln, wenn diese negativ diskutiert werden. Desgleichen treten auch vermehrt und intensiver Nebenwirkungen auf, wenn deren Auftreten als unvermeidlich angeprangert wird. Alternative und komplementäre Mittel und Therapien werden als die bessere Alternative vermarktet. Im Gegensatz zur veralteten „Schulmedizin“ ist diese Medizin „neu“ dank Imagepflege nebenwirkungsfreier und wirkungsvoller.

    Über die Placebowirkung wird geforscht und auch ausführlich diskutiert. Die Placebowirkung ist sicher ein bedeutender Faktor praktisch jeder Therapie oder Verordnung. Sie beeinflußt die Wirkung. Aber obwohl allgemein bekannt, viel davon gesprochen und auch der Existenz dieser Wirkung zugestimmt wird, will sich niemand eingestehen, daß er selbst, ob er will oder nicht, diesem Effekt nicht entkommen kann. Es wird als Makel angesehen. Niemand will einer Täuschung unterliegen. Daher gibt es diese Wirkung immer nur bei den unbekannten anderen. Dies gilt für Patienten und Behandler gleichermaßen. Das kann doch keine Placebowirkung sein, wo ich es doch an mir selbst erfahren habe. Ich kann mich doch nicht täuschen.

    Vor diesem Meinungshintergrund wird dann jedes subjektive Erlebnis und jede persönliche Erfahrung zur unumstößlichen Bestätigung. Ich habe es selbst gespürt, und bei meinen Kindern war es auch so, also muß es richtig sein. Und die erklärende Ausweichlogik wird auch gleich in den Medien kolportiert. Je nach Intellekt, Bildung und Mentalität kann sich der einzelne etwas Passendes aussuchen. Der mächtige heilige Gott wurde durch Bioinformation und Quantengequatsche verdrängt, und die Rosenkranzperlen wurden durch Globuli ersetzt. Den Part des Geistlichen übernahm der Energethiker. Es wird nicht mehr wie früher geglaubt und zum Dank für Heilung eine Votivgabe gespendet, sondern das Geld wird für Therapien und Mittel lockergemacht, deren Wirksamkeit nur mit Marketing erzeugt wurde.

    Der Marketingberater Guido Stepken beschreibt dies so:

    … „Die Kopplung einer erfunden Erklärung an sinnlich wahrnehmbares ist typisch für die Mechanismen, wie Glaube aufgebaut wird. Und genau dann, wenn diese in „homöopathischer Behandlung“ sind, „geheilt“ werden, verbinden sie ihre angebliche „Heilung“ kausal mit dem „homöopathischen Heilmittel“, bzw. der „homöopathischen Behandlung“, ein Irrtum, wenn auch kaum ein folgenschwerer. Früher gab es den Ausdruck „gesundbeten“. Jeder der krank war, hat zum „lieben Gott“ gebetet, und – tatsächlich wurde Mensch wieder gesund. Der kausale Zusammenhang war „bewiesen“, weil ja auch „erfahrbar“. Tatsache ist, daß jeder Mensch in den allermeisten Fällen von alleine wieder gesund wird, ohne irgendein Zutun. Es gibt Milliarden Menschen auf der Erde, die fürchterlich alt werden, aber nie auch nur einen Arzt oder Apotheke jemals gesehen haben“ …

    „Als ich wieder einmal spürte, daß meine Kinder Anzeichen einer beginnenden Erkältung zeigten, gab ich ihnen auf Anraten meiner Freundin Globuli, und siehe da, der Schnupfen war diesmal minimal. Schon beim Zahnen haben den Kindern die Globuli so gut geholfen. Wer weiß, was mir nicht alles bei der Geburt passiert wäre, hätte mir die Hebamme nicht Pulsatilla empfohlen.“ Und so weiter und so weiter…

    Es liegt in der Natur des Menschen, wo immer es auch nur irgendwie möglich ist, eine Beziehung zwischen der beobachteten oder empfunden Wirkung und einer bestimmten Ursache festzulegen. Unsere Wahrnehmung ist aber nicht auf die Erforschung von wahren Ursachen optimiert, sondern um rasch handeln zu können. Dem zeitlichen Zusammenhang und der Beobachtbarkeit kommt dabei allergrößtes Gewicht zu. Chaos und Zufall sind Eigenschaften, die in unserem Denken keinen Platz haben vor allem dann, wenn es rasch zu handeln galt. Ob mit einer Wahrnehmung oder einer Beobachtung tatsächlich die wirkliche Ursache erfaßt wurde, war nicht wesentlich. Bedeutend für das Überleben war, daß die darauffolgende Reaktion zum Überleben führte.

    Dies wurde von den Verhaltensforschern Konrad Lorenz und seinem Schüler Rupert Riedl mit folgendem Beispiel illustriert:

    Wenn unsere Vorfahren die hinter dem Gebüsch vorblitzenden schwarzen und gelben Streifen (Wirkung) einem Tiger (Ursache) zuschrieben und sich davonmachten, waren sie gut beraten. Die schnelle Entscheidung, was wohl Ursache der Beobachtung sein könnte, und die daraus folgende Aktion waren lebenserhaltend.
    Die diesem Verhalten zugrunde liegende Kausalitätserwartung gehört zu den „angeborenen Lehrmeistern“ (Konrad Lorenz): Die „Hypothese von der Ursache“ enthält die „Erwartung, daß gleiches dieselbe Ursache haben werde. Dies ist zunächst nicht mehr als ein Urteil im voraus. Aber dieses Vorurteil bewährt sich… in einem derartigen Übermaß an Fällen, daß es jedem im Prinzipe andersartigen Urteil oder dem Urteilsverzicht überlegen ist” (Rupert Riedl, 1981).
    Angeborene Lehrmeister haben eine Kehrseite: Sie können Denkfallen sein: „Das biologische Wissen enthält ein System vernünftiger Hypothesen, Vorausurteile, die uns im Rahmen dessen, wofür sie selektiert wurden, wie mit höchster Weisheit lenken; uns aber an dessen Grenzen vollkommen und niederträchtig in die Irre führen.“ (Rupert Riedl). Auf die Kausalitätserwartung geht zurück, daß oftmals vorschnell der Pilot, Kapitän oder Lokführer für ein Unglück verantwortlich gemacht wird.

    Aus einer einzelnen Beobachtung kann keine Kausalität abgeleitet werden. Und auch mit Statistik allein kann ebenfalls keine Kausalität bewiesen werden. Die Anfänge der wissenschaftlichen Medizin waren geprägt vom mühsamen Weg der Erkenntnis. Aus einzelnen Fallbeispielen wurde die Kausalität abgeleitet. Diese Methode wird Kasuistik genannt. Am Beispiel Witwenbuckel läßt sich zeigen, wie irreführend Kasuistik sein kann. Die in früheren Zeiten immer wieder gemachte Beobachtung, daß Witwen Buckel haben, führte zu der Annahme, daß der Umstand, Witwe zu sein, irgendwie dazu führt, einen Buckel zu bekommen. Und im Namen Witwenbuckel kam diese Annahme auch zum Ausdruck.

    Nun, die Ursache für den Buckel ist, wie wir heute wissen, ganz wo anders zu suchen. Heute wissen wir, daß dafür die Osteoporose verantwortlich ist, die vorwiegend bei Frauen nach der Menopause als Folge von Östrogenmangel auftritt. In der Vergangenheit aber waren die demographischen Verhältnisse so, daß dieses Phänomen in der überwiegenden und damit signifikanten Anzahl nur bei Witwen beobachtet werden konnte. Die allgemeine Lebenserwartung war kurz, für Frauen noch kürzer als für Männer. Nur wenige Frauen konnten die Menopause erleben und waren in aller Regel Witwen. Unverheiratete Frauen außerhalb eines Klosters waren eine Seltenheit, und bei Männern ist dieser Buckel, dessen Ursache in der Osteoporose liegt, selten und auch altersabhängig. Also bekamen nur Witwen einen Buckel!

    Ein weiteres Beispiel einer Fehlinterpretation sind die sogenannten „Altersflecken“. Es handelt sich aber, wie heute feststeht, eindeutig um Lichtschäden. Auch alte Menschen haben daher keine derartigen Flecken an Stellen, wo wenig bis keine Lichtexposition möglich ist. Unter der Achsel ist die Haut auch bei älteren Herrschaften meist unauffällig, aber bei unbelehrbaren Sonnenanbeterinnen und Bräunungsfanatikern treten diese Schäden, weil eben Lichtschäden, schon mit 30 bis 40 Jahren und noch früher auf. Und so treten diese Schäden, als Resultat der gesamten erlittenen Sonneneinstrahlung bevorzugt auf Hautgebieten auf, die immer unbedeckt sind. Handrücken, Dekollete, hohe Männerstirne etc. sind daher als erste betroffen. In den Zeiten, wo der jährliche Sonnenbrand noch nicht obligat war, waren daher in erster Linie nur alte Menschen betroffen.

    Einfaches Beobachten und Bauchgefühl sind zuwenig um die wirklichen kausalen Verhältnisse zu erfassen. Dazu bedarf es des Werkzeuges der Wissenschaft und des wissenschaftlichen Beweises. Daher muß es heißen: „Nur wer auch wirklich belegen kann, daß er heilt, hat recht!”

    Wenn etwas einmal passiert, ist es Zufall. Wenn etwas öfters passiert und immer in bestimmtem Situationen, kann entweder ein Zusammenhang oder eine statistische Abweichung vorhanden sein. Wenn mehrere verschiedene Personen ein bestimmtes Verfahren anwenden, und es ebenso wie ich durchführen und in einer statistisch signifikanten Anzahl von Fällen tritt immer der gleiche Effekt zutage, ist die Wirksamkeit einer Methode evident. Nun, ganz so einfach ist es nicht, aber es ist der Anfang der Beurteilung einer Evidenz, der nachweislichen Wirkung.

  67. #67 Thomas Vollmer
    11. April 2012

    Ich sehe ein riesiges Potential in den Selbstheilungskräften des Körpers, aber auf dieses Potential kann man leider (wie schon gesagt wurde) nicht einfach durch logische Schlußfolgerungen zugreifen. Hier scheint ja viel über die Psyche, Emotion und den
    -> Glauben <- an die eigene Genesung zu funktionieren. Wie kann die Schulmedizin also diese Selbstheilungsressourcen am besten verfügbar machen?

    Konkret auf mich bezogen: Ich glaube an keine “Esoterik-Tante”, aber eben auch nicht an die ” unfehlbaren Götter in weiß”, oder eine “Allmacht” der Pharmacie und medizinischen Technik. Und Atheist bin ich dummerweise auch noch! Ich werde also bei einer schlimmen Diagnose nicht beruhigt einschlafen und darauf vertrauen, dass alles gut wird. Pech gehabt, keinen Selbstheilungsbonus für mich?

    Zu der Männlein/Weiblein Diskussion: Im persönlichen Umfeld kann ich zumindest bestätigen, dass Frauen häufiger kund tun AltMed in Erwägung zu ziehen, oder diese nutzen, wobei die reine Anzahl natürlich nicht repräsentativ ist.
    Ich denke aber, dass die Geschlechter schon unterschiedlich sind und falls tatsächlich der weibliche Teil der Bevölkerung hier konkret empfänglicher sein sollte, es auf der andern Seite bei uns männlichen Exemplaren genug andere irrationaler Verhaltenweisen gibt, die anders, aber sicher nicht besser sind. Geschlechtsspezifische Vorlieben für Unfug könnte man allerdings auch einfach mal als Vorteil auffassen. So können wir uns vielleicht gegenseitig helfen, anstatt gemeinsam in die gleichen Fallen zu laufen!

    Und letztlich handelt es sich ja auch nur um Tendenzen, sodass eine Verallgemeinerung auf alle zugehörigen eines Geschlechts, oder Pauschalisierungen eines einzelnen Individuums natürlich Unsinn sind!

  68. #68 Thomas Vollmer
    11. April 2012

    Zusatz:
    Ich habe versehentlich böse Zeichen benutzt. Der erste Absatz sollte wie folgt enden
    (hier jetzt mit Capslock als Betohnung anstatt dem Kleiner-Zeichen):
    “…und den GLAUBEN an die eigene Genesung funktionieren.”

  69. #69 Dr. H.-W. Bertelsen
    11. April 2012

    @ E. Berndt

    Ihre Beobachtungen decken sich zum großen Teil mit den von mir gemachten:

    http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2012/02/insider-bericht.php

  70. #70 Dr. H.-W. Bertelsen
    11. April 2012
  71. #71 Dietmar
    14. April 2012

    Konkret auf mich bezogen: Ich glaube an keine “Esoterik-Tante”, aber eben auch nicht an die ” unfehlbaren Götter in weiß”, oder eine “Allmacht” der Pharmacie und medizinischen Technik.

    Wer behauptet denn Unfehlbarkeit der Ärzte und Allmacht der Pharmazie?

  72. #72 rolak
    14. April 2012

    Blöde Frage, Dietmar: Die Esoterik-Tante selbstverständlich, der er nicht glaubt.

  73. #73 Thomas Vollmer
    15. April 2012

    @Dietmar:
    Ich nicht. Der Punkt wäre aber der, dass wenn man dies täte, man daraus einen entsprechende Gelassenheit und Glauben an die eigene Genesung ableiten kann.
    Es scheint ja eine positive Rückkopplung zu geben, zwischen dem Glauben an die eigene Genesung, dadurch verstärkte Selbstheilkräfte des Körpers und somit der tatsächlichen Genesung.

  74. #74 Thomas Vollmer
    15. April 2012

    @rolak:
    Kontruktiver Beitrag… In meinem Kommentar habe ich besagte Tante, Religion oder Vertrauen in die der morderne Medizin als Möglichkeiten aufgeführt, aus denen ein Kranker Glauben an Genesung schöpfen kann. Weiterhin stelle ich in den Raum, dass ein solcher Glaube sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt und körpereigene Selbstheilungsprozesse fördert*.
    Wenn es diesen Effekt tatsächlich gibt, dann sollte er doch zusätzlich zu einer klassischen medizinischen Behandlung** genutzt werden! Vielleicht glaubt der Patient an göttlichen Beistand, vielleicht glaubt er an die Frau mit der Glaskugel, oder vielleicht glaubt er den besten Arzt, oder das beste Medikament der Welt zu habe, entscheidend scheint dabei einzig der Glaube an die Genesung zu sein!
    Die Frage ist nur, wie man das auch ohne Hokus Pokus nutzbar machen kann. Das Problem ist ja gerade, dass man einem Patienten nicht einfach sagen kann, dass er an dies, oder jenes glauben soll – funktioniert ja nicht! So gesehen hätte ein Patient mit einem solchen “Glaubenpotetial” ggf. sogar einen Vorteil gegenüber einem – ich sag mal naturwissenschaftlicherem – Patienten!

    …und das empfände ich subjektiv und ganz unsachlich ungerecht!

    * Dazu konnte ich als Laie, ggf. aus Mangel an passenden Suchbegriffen, allerdings keine statistischen Daten auftreiben.
    ** Ich unterstelle den Ärzten auch nicht, dass sie Ihre Kunst nicht beherrschen, sondern meinte hier diese fast schon Erführchtige was gerade ältere Herrschaften bei dem lieben Hr. Doktor gelegentlich an den Tag legen.

  75. #75 rolak
    15. April 2012

    Das war selbstverständlich ein sprachspielerischer, kein konstruktiver Beitrag, bzw sollte keiner sein, auch wenn sich jetzt herausstellt, daß er doch den Kern Deines Problemes getroffen hat, Thomas. Auch als nichtsuchfähigem medizinischen Laien hätte Dir mittlerweile (drei Wochen Denken können sollten ausreichen, mithin Dein Alter irrelevant sein) klar werden sollen, daß eine Behandlung ohne Placebo-Effekt (im Mittel) unmöglich ist, mithin jede Form von Behandlung denselben ausnutzt. Um ihn zu maximieren, ist allerdings entweder vorsätzlicher Betrug am Patienten oder wahnhafte Gläubigkeit des Behandelnden nötig – und in beiden Varianten habe ich keine andere Wahl als dringend von dem ausübenden sich Therapeuten nennenden Quacksalber abzuraten. Mit einer kleinen Ausnahme: Wenn ersteres im Rahmen einer Studie passiert, die genau dazu dient, den Effekt zu erforschen.

    An die einzige funktionale und ethisch vertretbare Variante hast Du wie all die anderen Ritter des Placebo-Ordens nicht gedacht: Therapie der EBM, Patient suggeriert¹ sich Vertrauen zum Therapeuten. Ersteres funktioniert da, wo Medizin helfen kann, zweiteres hilft maximal da, wo Einbildung helfen kann.
    Mehr geht nicht.

    _____
    ¹ vorsätzlich und im Wissen um die Wirkung, it works, bitches

  76. #76 rolak
    15. April 2012

    oha, da fehlt etwas, es sollte heißem:

    Um ihn ohne Wissen des Patienten zu maximieren

  77. #77 Thomas Vollmer
    15. April 2012

    Dass (im Mittel) eine Behandlung alleine durch die Anteilnahme und Aufmerksamkeit des Behandelnden eine positive Wirkung auf den Patienten hat, habe ich nicht angezweifelt. Wenn man dies auch unter Placebo-Effekt fasst, nehme ich diese Begrifflichkeit mal an, auch wenn ich mich an dem Begriff etwas stosse. Da schwingt rein sprachlich bei mir immer die Scheinbehandlung, oder das Scheinmedikament mit. Eine Art geduldeter Umweg, der zwar nicht unmittelbar wirkt, dem Patienten etwas vormacht, aber eben doch ans Ziel führt.
    Wenn jedenfalls mit der Methodik von EBM die “clinical significance” des Placebo Effekt gesichert ist, dann muss es ja im Interesse der rationalen Medizin sein, diesen zu nutzen und eben auch zu maximieren. Nun scheint es so zu sein, dass man dies am besten, wenn nicht sogar bisher ausschließlich, über die emotionale und psychologische Ebene ansprechen kann. Ist es dann der Weisheit letzter Schluss, dass wir mit EBM eine Palette von alternativen Methoden legitimieren und jeder sucht sich dann den Aberglauben aus, mit dem er sich am besten anfreunden kann? Hauptsache der Patient kann mit vollem Herzen daran glauben? Ich würde mir ja erhoffen, dass man versucht den dahinterliegenden Mechanismus unabhängig von esotherischem Brimborium zugänglich zu machen. Und wenn man nicht direkt an den Mechanismus kommt, wäre eine Therapieform jenseits von Hokus Pokus ja nett.
    Die Suggestion könnte dabei vielleicht wirklich helfen, allerdings zweifele ich eher daran, dass man jemanden unbeirrbaren Glauben an die eigene Genesung einpflanzen kann, der grundsätzlich eher skeptisch eingestellt ist.
    Und wie ist die Formulierung “letzteres hilft maximal da, wo Einbildung helfen kann” gemeint? Wenn man die hinterliegende Wirkung so begreift, dass hier die körpereigenen Heilungsmechanismen stimuliert werden, so wäre es doch unsinnig hier ein entweder/oder der Therapieformen zu formulieren. Im Gegenteil wäre es eher so, dass man jede Therapie positiv unterstützen könnte.
    “Stimulation von körpereigenen Heilmechanismen”, oder etwas ähnliches fände ich übrigens auch einen besseren Begriff, als Placebo Effekt, da man anstatt einer Scheinbehandlung, sozusagen die Hilfe zur Selbsthilfe des Körpers in den Mittelpunkt stellt…

  78. #78 rolak
    15. April 2012

    Und wie ist die Formulierung “letzteres hilft maximal da, wo Einbildung helfen kann” gemeint?

    Oh ja, Thomas, das ist mißverständlich und war nicht einschränkend gemeint, sondern im Sinne von ‘letzteres zeigt maximale Wirkung da, wo Einbildung helfen kann.
    Die Hälften EBM und (falls nötig) Autosuggestion sollen übrigens nicht getrennt gesehen werden, nicht als entweder-oder-Alternative, sondern als dynamisches Duo im Dienste der Besserung.

    Wie auch immer Du ihn gerne interpretieren würdest ist relativ uninteressant, da der Begriff Placebo ein festes Bedeutungsspektrum hat, Placebo-Behandlung eine Schein­be­hand­lung ist und der Placebo-Effekt deren Wirkung, die u.a. auch zur (schnelleren) Heilung führen kann. Als das, was manchmal, als wäre es etwas völlig anderes und nicht dasselbe, ‘Anregung der Selbstheilungskräfte’ genannt wird, klingt wohl geheimnisvoller, meta­phy­sischer, scheint eine im Weltbild eines Körper-Geist-Dualismus’ nötige Verknüpfung der Gegen­sätze. zu sein
    Die Scheinmedikamente und -Operationen bzw -Handlungen sind nur Staffage, entsprechen dem, was früher Talismann & Fetisch waren: Effektverstärker.

  79. #79 ileMax
    zuhause
    15. November 2013

    meine Frau hat 20 jaher mit Schmerzen und ca. 25 Ärtzen gelebt.
    Ein Kinesiologe, der auch ‘normaler’ Mediziner ist, hat ihr eine Weizenallergie bescheinigt. Ich hab sie zum Hausartz geschickt, der hat nix festgestellt. Nach 2 Wochen komplett ohne Weitzen ging es ihr gut.
    Und glaubt mir … Sie hat immer an ALLE med. Maßnamen geglaubt, keine hat geholfen

  80. #80 noch'n Flo
    Schoggiland
    15. November 2013

    @ ileMax:

    Wenn der Kinesiologe auch “normaler Mediziner” ist, wieso kommt es Dir nicht in den Sinn, dass er die Diagnose aufgrund seiner medizinischen Kenntnisse gestellt hat, nicht seiner kinesiologischen?

    Und ausserdem: Anekdoten sind immer noch keine wissenschaftlichen Daten.

  81. #81 ileMax
    15. November 2013

    Weil er es nach diesen komischen Übungen (gegen seine Hand drücken mit verschiedenen Dingen auf dem Bauch) festgestellt hat. (ich war nicht dabei)
    Und unser Hausarzt meinte er könne eine Weizenallergie feststellen aber nichts gefunden hat. Ich will nicht behaubten das das ‘immer’ funktioniert und richtig ist. Ich war selber extrem skeptisch. Trotzdem: Was meine Frau alles hat über sich ergehen lassen (Strom, alle Blomben raus, hitze, kälte, verschidene Sport-ähliche reha übungen, … ). Sie war immer zuversichtlich: das hilft! Nix hat geholfen. Der Weizen war’s

    Der ILEMax

  82. #82 HofRob
    15. November 2013

    @ileMax

    Und all die Wissenschaft nützt auch nix, wenn der Arzt oder die Umstände einfach nicht optimal sind. Es wird immer Fehler geben, davon muss man ausgehen. Ändert aber nix an der Tatsache, dass dieses Rumgedrücke und Median Gesuche reines Hokus Pokus ist.

    Man kann sich natürlich trotzdem glücklich schätzen, wenn irgendwas geholfen hat. Aber bitte lassen Sie andere rausfinden was dieses “irgendwas” war. Es gibt ja geschultes Personal dafür :-)

  83. #83 noch'n Flo
    Schoggiland
    15. November 2013

    @ ileMax:

    Nur mal so neugierdehalber: was für Schmerzen hatte Deine Frau eigentlich genau? Und was für Begleitsymptome?

    Nebenbei: “alle Plomben raus” ist keine wissenschaftlich abgesicherte Methode, die kommt auch aus dem Bereich der Pseudowissenschaften.

  84. #84 ileMax
    18. November 2013

    Ja, Ja, wer nicht betroffen ist kennt die ganze Theorie.
    Ihr hat’s jedenfalls geholfen. Und das nicht beim x-ten versuch, sondern der Kin..loge hat sofort das richtige empfohlen.
    Glaubt mir, 20 Jahre, jedes Jahr mehrfach zu verschiedenen Ärzten, von ‘Fachmann’ bis zum Selenklempner. Zum Schluß konnte es angeblich nur was psychisches sein. Aber auch der Hokuspokus Hypnotiseur hat nix gefunden. Mir ist es egal, ob es Wissenschaftlich bewiesen ist, haubtsache es hat geholfen. Und aufgrund der extrem langen Vorgeschichte ist ein plötzlich funktionierender Plazebo Effekt auch nicht glaubbar. Mann sollte skeptisch bleiben, aber nicht alles was mann nicht versteht ist automatisch quatsch.
    Der ILEMax

  85. #85 noch'n Flo
    Schoggiland
    18. November 2013

    @ ileMax:

    Nun nicht gleich ausrasten, ich wollte nur ein paar mehr Details haben, um die ganze Sache zu erklären.

    Aber entnehme ich Deinem Posting korrekt, dass es für Dich auch in Ordnung gewesen wäre, wenn der Mann um sie herumhüpft wäre und dabei “Huba! Huba!” gerufen hätte?

    Mann sollte skeptisch bleiben, aber nicht alles was mann nicht versteht ist automatisch quatsch.

    Nochmal: es geht nicht darum, Kinesiologie zu verstehen, sondern darum, dass sie gar keinen nachweisbaren Effekt hat. Wenn der fehlt, muss man sich über eventuelle Wirkungserklärungen nämlich gar nicht mehr den Kopf zerbrechen. Aber so, wie Du im Augenblick rüberkommst, muss ich ja sogar die Geschichte mit Deiner armen kranken Frau in Zweifel ziehen.

    Ach ja, und ausserdem:
    Form & Inhalt (©Bullet)

  86. #86 ileMax
    18. November 2013

    Ich bin nicht ausgerastet, wenn das so rübergekommen ist möchte ich mich in aller Form dafür entschuldigen!

    Aber wir haben so viele ‘kluge’ Leute, Ärzte, Professoren und Scharlatane kennen gelernt, das Ich diese Leute nicht mehr als ‘allwissende Götter in weiß’ ansehen kann.
    Und deren letzte Lösung: “phsycholgisch bedingt” war ja auch falsch. Außerdem klang das auch gerne mal wie: Sie haben nichts, denn ich hab nichts festgestellt.
    Es ist mir tatsächlich egal, ‘wie’ die Weizenallergie festgestellt wurde. Wenn es mit Hüpfen und Huba Huba gewesen wäre, ja. ok.
    Sie ist dort nicht geheilt weggegangen aber Sie hat ein Empfehlung (Weizen meiden) erhalten, diese befolgt und seitdem keine Schmerzen mehr. Das war vor mehr als 5 Jahren und funktioniert noch.
    Vorher hatte Sie Schmerzen in allen Gelenke, allen Knochen, Sehnen + Muskeln, aber kein Rheuma !
    Und unser Hausarzt hat behaubtet diese Allergie feststellen zu können, was er nicht konnte.

    Da wir ‘unseren’ Kin..loge empfohlen bekommen haben, gibt es mindestens noch einen Menschen dem er geholfen hat.
    Aber nicht mit Versuch und Irrtum sondern mit dem zugegebenermassen unvorstellbaren Hokuspokus. Gleich bei der 1. Diagnose!
    ILEMax

  87. #87 Basilius
    Seto no Hanayome
    18. November 2013

    @noch ‘n Flo
    Ich frage mich gerade was wohl passieren würde, wenn manche Menschen heimlich und ohne ihr Wissen weizenhaltige Lebensmittel (die nicht so einfach als solche zu erkennen sein sollten) zu essen bekommen würden.
    Falls überhaupt was passieren würde.
    Darf man natürlich nicht machen, weil nicht so ganz moralisch korrekt. Aber interessieren würde mich das Ergebnis dieser Verifikation schon.

  88. #88 noch'n Flo
    Schoggiland
    18. November 2013

    @ Basilius:

    Allergiediagnostik ist ja schon seit Jahren in der Pseudomedizin gross in Mode. Da werden u.a. dubiose Bluttests durchgeführt, an deren Ende der Patient plötzlich eine Liste von 20-30 Substanzen in der Hand hat, gegen die er alle allergisch sein soll. Und interessanter Weise geht es den Leuten nach radikaler Umstellung von Ernährung und Lebensgewohnheiten tatsächlich erst einmal besser. Zumindest eine gewisse Zeit lang.

    Eines der kinesiologischen Allergie-Testverfahren besteht z.B. darin, dass der Proband den Arm gerade ausstreckt, dann legt ihm der Kinesiologe nacheinander verschiedene Allergene in die offene Handfläche und versucht, den Arm herabzudrücken. Kann der Proband erfolgreich gegenhalten, ist er nicht allergisch gegen das Allergen, gibt er jedoch nach, so ist die Allergie “diagnostiziert”.

    Strange, nicht wahr?

  89. #89 Theres
    18. November 2013

    Wie?
    Wie meinen?
    Das ist eigentlich so ne Art Willensabfrage, also angewendet auf: Willst du Bus fahren? Oder liebst du dich – also es soll ja/ Nein Antworten bringen, meistens sogar eindeutig, aber …
    Das hab ich sogar mal erfolgreich ausgetestet, mit dem Busfahren versus Laufen funktionierte es :)
    Na, ist doch klar, dass mein Körper weiß, wogegen er allergisch ist – jedenfalls in diesem verschrobenen Weltbild – und ich renn jahrelang zu Ärzten ;)

  90. #90 Dietmar
    19. November 2013

    Glaubt mir,

    Nein.

  91. #91 Dietmar
    19. November 2013

    Eines der kinesiologischen Allergie-Testverfahren besteht z.B. darin, dass der Proband den Arm gerade ausstreckt, dann legt ihm der Kinesiologe nacheinander verschiedene Allergene in die offene Handfläche und versucht, den Arm herabzudrücken. Kann der Proband erfolgreich gegenhalten, ist er nicht allergisch gegen das Allergen, gibt er jedoch nach, so ist die Allergie “diagnostiziert”.

    Das Gleiche hatte mal James Randi in seiner Debunking-Serie mit einer Heilstein-Kundigen, wenn ich mich richtig erinnere.

  92. #92 Ursula
    11. April 2014

    Ich muss jetzt kurz Frust ablassen. Telefonat mit Schwesterherz über Bioresonanz. Meine Schwester ist leider überzeugt von Globuli, Kinesiologie, Schüsslersalzen, Bachblüten, TCM, was sonst noch entzieht sich meiner Kenntnis. Heute das erste Mal Bioresonanz, sie war allerdings nicht sehr überzeugt. Ergebnis: Schimmelpilze in Lunge, Leber und Darm, irgendwelche Würmer, und Formaldehydvergiftung. Theraphie: Irgendwas mit Artischocken und Mariendistel. Seufz!

  93. #93 noch'n Flo
    Schoggiland
    16. April 2014

    @ Ursula:

    Was Du schreibst, ist der beste Beleg dafür, warum man dem pseudowissenschaftlichen Unfug von Anfang an einen Riegel vorschieben sollte. Selbst wenn er zunächst einmal als harmlose Spinnerei erscheint. Denn wenn man erst einmal angefangen hat, an einen Blödsinn zu glauben, öffnet dies das Tor für weiteren Dummfug. Und der kann dann durchaus auch gefährlich sein.

    Darum: wehret den Anfängen!