Ein Gastbeitrag von Kommentator noch’n Flo

WSC 2012 – Tag 2: The good, the bad, the ugly

Bevor ich mit meinem Bericht vom WSC 2012 mit Tag 2 fortfahre, wollte ich es nicht versäumen, einmal ein wenig vom Kongress selber zu erzählen. Die Veranstaltung ist mit rund 320 Besuchern restlos ausgebucht (genauso wie schon der Publikumstag und der Science Slam). Einen solchen Erfolg hatten die gastgebenden Berliner Skeptiker nicht zu hoffen gewagt. Die Organisation ist spitze, der Veranstaltungsort nahe des Bahnhof Zoo sehr schön – einzig die im Kongresssaal aufgestellten Stühle zeichnen sich durch eine gewisse Unbequemlichkeit aus und stehen ausserdem für meinen Geschmack etwas zu eng beieinander. Bei gut besuchten Vorträgen ist da manchmal durchaus Gruppenkuscheln angesagt…

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Eine Hälfte des Publikums – nochmal so viele Besucher befinden sich hinter der Kamera.

Besonders beeindruckt bin ich ja von James Randi, der sich mit schier endloser Geduld mit Kongressteilnehmern fotografieren lässt und Fragen beantwortet. SB-Kommentator „pirx” hat ihn schon liebevoll als das „Kongress-Maskottchen” bezeichnet. Aber irgendwie scheinen die Skeptiker auch einfach nur seine grosse Familie zu sein, und er ist der liebe Opa, der irgendwie immer zwischen allen herumwuselt.

Aber genug zum Kongressrahmen, hier nun ein paar Worte zu den Vorträgen des 2. Tages:

Das erste Schwerpunktthema bildete die sog. „Alternativmedizin”. Zunächst führte uns Jürgen Windeler in die Grundlagen des Themas ein und machte sehr deutlich klar, dass die Verwendung von Begriffen wie „alternative” oder „komplementäre” Medizin keinen Sinn macht, und die daraus oft abgeleitete Forderung, diese Verfahren auf andere Weise zu prüfen, wie die etablierte Medizin, keinerlei Basis hat. In der CAM („complementary and alternative Medicine”) wird immer gerne die „Anregung von Selbstheilungskräften” als Ziel formuliert. Allerdings haben Selbstheilungskräfte immer einen wichtigen Anteil an der Heilung von Krankheiten, auch die etablierte Medizin kommt nicht ohne sie aus. Sie müssen allerdings auch nicht besonders angeregt werden.

Hauptvoraussetzung für Aussagen über Effekte einer Methode ist stets der Vergleich. Ein Verfahren isoliert zu beobachten (wie es die CAM gerne tut) macht keinen Sinn, man braucht stets den Vergleich mit entweder einer Nicht- bzw. Scheinbehandlung (Placebo) oder einer anderen Therapie.

In entsprechenden Studien kommt der Randomisierung und der daraus resultierenden Unberechenbarkeit für den Probanden, ob er nun mit einem Placebo oder der tatsächlich zu testenden Therapie (Verum) behandelt wird, die grösste Bedeutung zu. Wurde hier in einer Studie schlecht gearbeitet, sind die Ergebnisse oft nicht verwertbar.

Ebenfalls wichtig, wenn auch lange nicht so wichtig wie die Randomisierung, ist die Verblindung. Hier gibt es aber verschiedene Grade:
– die einfache Verblindung – hier weiss lediglich der Patient nicht, ob er mit Verum oder Placebo behandelt wird
– die doppelte Verblindung (die häufigste Form) – hier weiss auch der Behandler nicht, ob er Verum oder Placebo verabreicht
– die dreifache Verblindung – hier weiss auch der auswertende Statistiker nicht Bescheid
– die vierfache Verblindung – hier weiss nicht einmal der Autor der Studie, welche Ergebnisse zu welcher Gruppe gehören, muss aber trotzdem eine Entscheidung treffen, welches getestete Verfahren das effektivere ist

Es ist offensichtlich, dass nicht jede Studie gleich stark verblindet werden kann. So ist bei vielen Operationen nur eine einfache Verblindung möglich. Es sollte aber stets angestrebt werden, den maximal möglichen Verblidungsgrad zu erreichen.

Den nächsten Vortrag hielt Gerd Antes von der Uni Freiburg. Er setzte direkt beim letzten Vortrag an und erklärte zunächst den Unterschied zwischen Meta-Analysen (eine gewisse Anzahl von Studien wird miteinander verglichen) und der Analyse der Varianz individueller Patientendaten (bei denen aus mehreren Studien die einzelnen Patientendaten in einen grossen Topf wandern und dort neu untersucht werden). Besonders letztere ist sehr gut geeignet, um Verfahren zu validieren, bei denen zu Beginn die Studienergebnisse noch nicht ganz eindeutig waren.

Mittlerweile werden pro Jahr 20’000 (!) neue randomisierte doppeltverblindete Studien neu in medizinischen Fachjournalen veröfftenlicht. Das Ziel muss es daher sein, immer die maximal verfügbare Menge vorhandener Daten in neue Studien mit aufzunehmen. Leider werden aber immer häufiger die Ergebnisse älterer Studien nicht mehr mit einbezogen; im Schnitt werden in einer neuen Studie nur noch 2 ältere Studien zitiert.

Ausserdem kommen 50% der Informationen aus Studien nie beim Praktiker an. Manche Studien verschwinden ganz von der Bildfläche, manchmal werden einfach nur genehme Teildaten veröffentlicht. Dies hat verschiedene Gründe – die Folgen sind jedoch schwerwiegend: nicht nur für die Patienten, sondern auch für die weitere Forschung, die auf den mangelhaften Daten aufbaut. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist der Tamiflu-Skandal.

Um solchen Problemen künftig entgegenzuwirken, müssen in der Schweiz seit 2011 alle Studien vor Beginn registriert werden (damit sie nicht mehr heimlich, still und leise in der Schublade verschwinden können). In Deutschland gab es zu diesem Thema bereits 2 Debatten im Bundestag, passiert ist jedoch bislang nichts.

Zum Schluss wies Prof. Antes nochmals darauf hin, dass Anekdoten keinerlei wissenschaftliche Funktion erfüllen. Dies liegt insbesondere daran, dass im Regelfall überhaupt nur Erfolge gemeldet werden, Misserfolge jedoch nicht. Die Erfolgsrate ist somit überhaupt nicht berechenbar, die Erfolgsquote wäre immer 100%.

Nach einer kurzen Pause folgte dann der (meiner Meinung nach) beste Vortrag bis dato: Harriet Hall sprach über „Märchen-Medizin”. Zunächst gab es auch hier den Hinweis, dass es gar keine „alternative Medizin” gibt – alles, dessen Wirksamkeit einmal bewiesen wird, wird automatisch Teil der „Medizin”. Der Rest ist Scharlatanerie.

Viele Leute vertrauen bei ihrer Entscheidung für ein Verfahren auf die Empfehlungen anderer, auf Auftoritäten oder auf die Werbung. Diese sind jedoch keine gute Referenz. Einzig medizinische Studien liefern objektive Ergebnisse. Aber Vorsicht! Einzelne Studien haben erst einmal nur wenig Aussagekraft, erst durch Meta-Analysen und systematische Reviews entsteht echte Sicherhait über die Wirksamkeit eines Verfahrens.

Aber auch die Plausibilität darf man bei der Beurteilung eines Verfahrens nicht aus den Augen verlieren. Kommt ein Verfahren mit einem stimmigen Grundkonzept daher, lohnt sich weitere Forschung. Werden aber Grundannahmen verlangt, die mit wissenschaftlichen Erkenntnissen unvereinbar sind, kann man sich Studien oft sparen.

So hat die Homöopathie eine Plausibilität, die sich nahe Null bewegt. Für die Akupunktur ist eine solche denkbar, allerdings nicht in dem Rahmen, den die Akupunktur bislang gemeinhin annahm (siehe weiter unten). Bei der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) ist die Plausibilität sehr hoch, da schon lange bekannt ist, dass Pflanzen Stoffe produzieren, die im menschlichen Körper wirksam sind.

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Wie aber kann man diese Verfahren testen, und wo lauern Fehler? Dazu ein Beispiel: wenn man den Effekt von Akupunktur auf Rückenschmerzen testen möchte, so macht es wenig Sinn, die eine Hälfte der Patienten konventionell zu behandeln, z.B. mit Medikamenten und/oder Physiotherapie, und die andere Hälfte der Patienten zum Akupunkteur zu schicken. Hier wird die Akupunktur stets gewinnen, da bereits das gesamte Setting darauf hinwirkt. Der Akupunkteur hat für den Patienten viel mehr Zeit, er geht anders an ihn heran usw. Man muss sich also ein anderes Studiendesign überlegen.

Ein grosses Problem gab es in den letzten Jahren mit den sog. „Cochrane-Studies”. Diese kamen bei der Entscheidung zwischen evidenzbasierter Medizin (EBM) und CAM oft zu keinem eindeutigen Ergebnis, stattdessen hiess es: „we need more data”. Nur leider interpretierten die Vertreter der CAM dies oft fälschlich als Beleg, dass ihre Verfahren der EBM ebenbürtig seien.

Von der CAM selbst initiierte Studien wollen im Regelfall das „Alternativverfahren” von vornherein gar nicht erst in Frage stellen (wie es in der EBM Standard ist), sondern nur von dessen Wirksamkeit überzeugen. Infolgedessen werden oft nur wenige Daten erhoben, auch die Studiendesigns sind oft mangelhaft. Das Ergebnis ist dennoch oft, dass das Verfahren nicht besser ist, als ein Placebo. Was die Vertreter der CAM nicht daran hindert, zu sagen: „Hey, Placebo ist doch gut, also lasst uns das Verfahren weiter verwenden.”

Placeboeffekte sind jedoch oft konditioniert, deshalb findet man sie auch bei Tieren (ausgelöst durch vermehrte Zuwendung). Und ein besseres Gefühl des Patienten sagt auch noch lange nicht aus, ob es ihm tatsächlich auch objektiv messbar besser geht. Ein gutes Beispiel ist eine aktuelle Studie zum Asthma-Medikament Albutrol. Dieses wurde mit Placebo, Shem-Akupunktur und Nichtbehandlung verglichen. Ein besseres Wohlbefinden gaben etwa gleich viele Patienten bei allen drei Behandlungen an, lediglich bei Nichtbehandlung waren es signifikant weniger. Wurde aber apparativ das Atemvolumen gemessen, so war dies einzig durch das Medikament gebessert worden, Placebo und Akupunktur unterschieden sich nicht signifikant von der Nichtbehandlung.

Der letzte Vortrag des Vormittags (von dem ich mir auch den Titel für diesen Blogeintag ausgeliehen habe) wurde von Benedikt Matenaer gehalten, einem Anästhesisten, Palliativmediziner und Schmerztherapeuten, der auch eine Akupunktur-Ausbildung durchlaufen hatte (dieses Verfahren jedoch heute nicht mehr anwendet).

Um Akupunktur ernsthaft anzuwenden, muss man erst einmal an folgende – nicht bewiesene – Grundlagen glauben:
1. es gibt im menschlichen Körper einen Energiefluss namens „Chi”
2. dieses fliesst entlang sogenannter „Meridiane” durch den Körper
3. entlang dieser Meridiane gibt es Punkte mit speziellen Funktionen
4. Krankheit entsteht durch eine Disharmonie im Chi-Fluss
5. das Einbringen von Nadeln an den speziellen Punkten bringt den Chi-Fluss wieder in Ordnung

Dr. Matenaer hat diese Grundlagen vor allem deshalb nochmal so expliziert erläutert, weil selbst der Grossteil der Patienten, die sich mit Akupunktur behandeln lassen, diese nicht kennen.

Ein grosser Teil der Patienten kommt wegen Schmerzen zum Akupunkteur. Das Problem ist: gerade Schmerzen und ihre Wahrnehmung sind sehr individuell, der Einfluss eines Placebo-Effekts dementsprechend sehr gross.

Es gibt allerdings einige Punkte, die für eine Wirksamkeit der Akupunktur sprechen (wenn auch nicht in der oben geschilderten Art und Weise). So stimuliert das Einbringen der Nadeln die Ausschüttung von Endorphinen – Botenstoffen, die die Schmerzwahrnehmung verringern oder sogar ganz blockieren. Möglicherweise findet auch ein Overflow im Gehirn statt, wenn viele kleine Schmerzreize oder sogar Nicht-Schmerz-Reize das Gehirn so überfluten, dass andere Schmerzreize nicht mehr durchkommen. Auf dieser Basis dürfte sogar der Effekt der Klangschalen-Therapie beruhen: durch die andauernden sehr starken Vibrationen werden gewisse Eingangskanäle im Gehirn einfach dermassen überfordert, dass der Schmerz draussen bleibt. Einen vergleichbaren Effekt macht sich auch die mittlerweile in der Medizin etablierte TENS-Therapie zunutze, bei der die Stimulation durch schwache, aber rhythmische elektrische Impulse erfolgt.

Ausserdem erhöhen die Nadeln die Durchblutung in der Haut, dies führt zu einer Erwärmung des Areals, was wiederum die Muskulatur entspannt, wodurch wiederum die Schmerzen weniger werden.

Aber ganz wichtig: es gibt bislang keinen Hinweis darauf, dass die Wirksamkeit der Akupunktur an bestimmte Punkte bzw. Meridiane gebunden ist. Vielmehr zeigten Studien, dass der Effekt derselbe ist, egal wo die Nadeln gesetzt werden.

Im übrigen empfiehlt derzeit keine einzige medizinischen Fachgesellschaft in Deutschland die Akupunktur bei bestimmten Beschwerden. Die deutschen Krankenversicherer (gesetzliche) zahlen derzeit im Schnitt bis zu € 361.- pro Jahr für die Behandlung von Schmerzen bei Tumorpatienten. Für die Anwendung von Cannabis, dessen Wirksamkeit bei dieser Indikation in vielen Studien bewiesen wurde, wird gar nichts gezahlt. Und insgesamt zahlen die gesetzlichen Kven in Deutschland pro Jahr mehr als 500 Mio. Euro für die Akupunktur.

Nach dem Mittagessen ging es dann mit einem anderen Thema weiter: der Irrationalität des Menschen, wenn es um die Bewertung von Risiken geht. Zunächst betrachtete Walter Krämer das Verhalten einzelner Menschen bei der Bewertung von Risiken. Dabei spielt es eine grosse Rolle, wie gegenwärtig das Risiko ist, aber auch, ob man selber das Risiko kontrollieren kann, oder ob man schon damit konfrontiert wurde – sei es persönlich, aber auch in den Medien. So werden pro Jahr weltweit 100x mehr Menschen von Kokosnüssen erschlagen als von Haifischen getötet, trotzdem haben die meisten Menschen vor ersterem sehr viel mehr Angst, als vor Letzterem.

Ein weiterer Faktor ist der Anstieg der Risikobereitschaft, wenn man sich sicherer fühlt. So wurde vor Jahren ein Vergleich bei Münchner Taxis durchgeführt – es wurden diejenigen mit ABS vergleichen mit denen, die nicht über diese Technologie verfügten. Ergebnis: die Fahrzeuge mit ABS hatten mehr Unfälle, als die ohne. Der Grund hierfür lag in einer riskanteren Fahrweise der Fahrer der Taxis mit ABS. (Ein amerikanischer Psychologe schlug daraufhin vor, im Lenkrad jedes Autos einen kleinen Speer einzubauen, der bei einem Unfall dem Fahrer sofort ins Herz geschossen wird, damit würde eine derart vorsichtige Fahrweise ausgelöst, dass die Anzahl der Verkehrsunfälle drastisch zurückgehen müsste. (Aus meiner Sicht ein seltsamer Humor…))

Noch ein Beispiel für verzerrte Risikowahrnehmung: gemäss Untersuchungen stammen 99.99% aller Gifte und Pestizige in der Nahrung aus der Natur – sie werden von Pflanzen zur Abwehr von Fressfeinden und Schädlingen gebildet. In Holland fand man in einer Studie sogar heraus, dass Bio-Äpfel sogar stärker damit belastet waren, als die herkömmlich gezüchteten Exemplare. Der Grund liegt darin, dass die von aussen aufgebrachten Pestizide durch Regen sowieso fast restlos abgewaschen werden, aber immerhin die Pflanze dazu bringen, selber weniger Giftstoffe zu bilden (die dann in der Frucht sind). Die Bio-Früchte mussten sich alleine selbst verteidigen, bilden daher mehr Giftstoffe.

Nach diesem Ausflug in die Irrungen der menschlichen Ängste, transportierte Holm Hümmler das Thema dann auf die Ebene der Grossunternehmen, wo Risikobewertungen leider immer öfter nicht mehr durch rationale Kriterien erfolgen. Eine der bekanntesten Folgen war die Immobilienkrise. Der Vortrag war recht unterhaltsam, aber leider auch nicht wirklich relevant für das Konferenzthema. Wen er trotzdem interessiert, findet ihn hier.

Der letzte Schwerpunkt des 2. Kongresstages lag dann bei „Psyche und Pseudowissenschaft”. Der legendäre Ray Hyman berichtete exemplarisch von den Versuchsreihen des Karl-Friedrich Zöllner im späten 19. Jahrhundert zur Telekinese und wie sich dieser durch persönliche Erwartungshaltungen in seiner Urteilskraft hatte beeinflussen lassen. Dem stellte er die Untersuchungen James Randis von 1975 gegenüber, als dieser die „Fähigkeiten” Uri Gellers untersucht und schliesslich dessen Tricks aufgedeckt hatte.

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Als nächstes stellte Chris French die Arbeiten von Daryl Bem vor, der in den letzten 10 Jahren Untersuchungen zu übernatürlichen Fähigkeiten vorgenommen, und seine Ergebnisse sogar im „Journal of Personality and Social Psychology”, einem Journal mit einem Impact-Factor von immerhin 4732, veröffentlicht hatte. Bem hatte 9 Versuchsreihen durchgeführt, davon wiesen 8 Ergebnisse auf, die parapsychologische Fähigkeiten zu beweisen schienen. Chris French und seine Mitarbeiter haben daraufhin versucht, die Ergebnisse mit exakt demselben Versuchsaufbau zu wiederholen, was ihnen jedoch nicht gelang. Die Studien wiesen auch massive methodische Schwachpunkte auf. So wurden Rohdaten immer wieder neu gruppiert, teilweise einzelne Testpersonen aus der Studie entfernt usw. Ausserdem fiel auf, dass bei Experimenten mit sehr positiven Werten weitaus weniger Probanden beteiligt waren, als bei Experimenten mit nur recht knapp signifikantem Ergebnis. Ein solches Phänomen findet man öfters in pseudowissenschaftlichen Veröffentlichungen: liefert ein Experiment (zufällig) recht schnell günstige Ergebnisse, wird es abgebrochen, um diese nicht zu gefährden. Läuft ein Experiment hin gegen nicht wie erwartet, so wird die Teilnehmerzahl so lange aufgestockt, bis das Ergebnis zumindest knapp für den gewünschten Nachweis ausreicht.
Die Ergebnisse der Studie wurden übrigens – wie so oft – mit der Quantenphysik erklärt.

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Nette Randanekdote: das „Journal of Personality and Social Psychology” weigerte sich, ihre neuen Ergebnisse zu veröffentlichen. Begründung: man würde keine Wiederholungen veröffentlichen. Auch 3 andere Journals winkten ab – eines davon hatte sogar Bem selbst als Reviewer der neuen Arbeit bestellt. Wir lernen daraus: auch peer-reviewte Journale haben einen publication bias.

Zuletzt konnten wir dann einem Vortrag von Tomasz Witkowski über Pseudowissenschaften in der Psychologie lauschen. Ein berühmter Mythos besagt, dass wir Menschen nur 10% unseres Gehirns nutzen – was erwiesenermassen falsch ist. In der Bevölkerung stimmen rund 40% dieser Behauptung zu – und sogar 6% aller Neurowissenschaftler.Daher wundert es kaum, dass im Internet tausende Angebote zu finden sind, wie man (natürlich gegen Bargeld) die Hirnleistung verbessern kann. Rund 50% der Menschen glauben an die Wirksamkeit solcher Methoden.

Insbesondere Eltern werden gerne gelockt, die die Hirnleistung ihrer Kinder verbessern wollen. Besonders perfide ist dies bei Eltern von Kindern mit zerebralen Behinderungen, denen Heilungserfolge versprochen werden, die niemals erreicht werden können.

77% der Menschen glauben weiterhin, dass „positives Denken” eine Auswirkung auf körperliche Erkrankungen hat. Mehrere Studien mit Krebspatienten konnten jedoch zeigen, dass positives Denken keinerlei Auswirkungen auf die Überlebensdauer hat.

Ausserdem stellte Tomasz Witkowski noch eine seit März 2012 laufende Aktion der polnischen Skeptiker vor, die sich gegen die in Polen immer noch weit verbreitete diagnostische Verwendung des Rohrschach-Tests wendet, für dessen Validität bis heute jeglicher Beweis fehlt. Besonders erschreckend ist, dass die Ergebnisse aus diesem Test in Polen öfters einmal sogar als Beweis vor Gericht verwendet werden.

Tja, und am Abend des 2. Kongresstages fand dann noch eine dreieinhalbstündige Bootstour rund um Berlin-Mitte für die Kongressteilnehmer statt. Es gab ein tolles Berliner Spezialitätenbuffet (so bin ich auch endlich zu einer Currywurst gekommen), garniert mit tollen Gesprächen mit Gästen und Gastgebern. Und James Randi hat mir gedroht, mich in die Spree zu werfen – nachdem ich beim Anstehen am Buffet zur Dame hinter mir gesagt hatte, James Randi (der kurz vor mir in der Schlange stand) könnte uns ja die Wartezeit mit ein paar Löffelbiegetricks à la Uri Geller verkürzen. Daraufhin drehte sich James Randi um und meinte mit gespielter Empörung: „Take care, that I don’t throw you off that boat, young man.” Aber er grinste dabei breit (soweit durch seinen Rauschebart erkennbar). Keine Ahnung, ob er besser Deutsch versteht, als ich bisher angenommen hatte, oder er einfach auf die Nennung seines Namens mit dem von Uri Geller reagiert hat. Aber Humor hat er schon, dieser grosse alte Mann der Skeptikerbewegung.

P.S.:
Den Bericht von Tag 3 wird es wahrscheinlich nicht vor Montagabend geben, da ich am Sonntagabend erst einmal die Heimreise antreten werde. Aber er kommt bestimmt – versprochen!

Kommentare (42)

  1. #1 michael
    20. Mai 2012

    Schön aufgeschrieben! Zwei Anmerkungen:

    > Wen er trotzdem interessiert, findet ihn hier.

    Der Link ist versiebt ( das zweite http// muss wohl weg).

    > Und James Randi hat mir gedroht, mich in die Spree zu werden

    a) es heisst werfen und nicht werden, b) kannst Du denn überhaupt untergehen ?

  2. #2 rolak
    20. Mai 2012

    Zuerst einmal kann ich sowohl die ausgezeichnete Motivationsarbeit Randis (und anderer) bestätigen, als (leider) auch das möbelbedingte flat-ass-Symptom, das zu einiger Rutscherei führt, was wiederum leicht wellenartige Bewegungen an dichtbesetzten Stellen auslöst.

    Zu den Verblindungen: Auch für eine Operation wurde gezeigt, wie deutlich über 1.0 zu kommen ist. Indem namlich ‘Behandler’ gesplittet wird in ([Chirurg + Teil-KH-Pflege], meiste KH-Pflege, Nachsorge), wovon nur das erste Drittel nicht verblindet werden kann – was speziell beim Chirurgen jeder leicht einsehen wird.

    Zu Harriet Hall noch: Sie wies (nicht unerwartet) auf SBM hin, eine aus den beschriebenen Problemen der EBM heraus gewachsene Erweiterung derselben. (Seit langem in meiner blogroll 😉

    Mir ist so, als wurde als ‘Vorbild’ der TENS-Therapie die römisch-ägyptische Schmerz­behand­lung vermittels des Torpedofisches vorgetragen, würde auch inhaltlich besser passen. Danach erst kam der Hinweis, daß Klangschalen wohl aufgrund eines ähnlichen Effektes wirkten.

    Rorschach-Tests bzw äquivalente projektive Verfahren werden selbstverständlich nicht nur in Polen bei (forensischen) Gutachten herangezogen.

    Nichtsdestotrotz ein guter Tagesbericht, die Menge der auf einen einströmenden Informatioen ist einfach zu groß, als daß alles behalten werden könnte…

  3. #3 noch'n Flo
    20. Mai 2012

    @ michael:

    Upsi. Ich bitte aber als Entschuldigung durchgehenzu lassen, dass ich den Bericht noch schnell nach der Bootstour, so zwischen 24 und 2 Uhr, in die Tastatur gehackt habe, damit Ihr ihn heute früh schon lesen könnt.

  4. #4 Joseph Kuhn
    20. Mai 2012

    Klingt nett, so müssen Kongresse sein. Etwas esoterisch angereichert ist der Impact-Factor 4732, der für das Journal of Personality and Social Psychology berichtet wird, vielleicht hat James Randi daran herumgespielt. Es sind lt. Internetseite der herausgebenden American Psychological Association “nur” 5,205, viel z.B. im Vergleich zum Bundesgesundheitsblatt (derzeit 0,595) und wenig im Vergleich z.B. zum Lancet (derzeit 33,63).

  5. #5 Martin
    20. Mai 2012

    Zuerst einmal:
    Es war fantastisch!

    Aus der ganzen Welt sind sie angereist und es war wirklich eine gelungene und ausgelassene Stimmung während der gesamten Versanstaltung. Wer nicht dabei war hat definitiv etwas versäumt!
    Die Vorträge waren alle genauso gut. Alle auf dem Punkt und dennoch ergreifend.
    Durch Fleiss ist es vielen ohnedies gelungen auch ganz ohne Eintrittsgelder hineinzukommen um diese Veranstaltung vor Ort zu besuchen und um nicht auf spätere Videoaufzeichnungen angewiesen zu sein. Zugleich wurden aber die vorderen Plätze wirklich überaus teuer verkauft oder man hat eben einen namhaften Betrag gespendet. Der Vortrag von Bill Clinton war nur einer der vielen Höhepunkte, die Ansage gegen die selbstgerechte Marchfelderhof-Society, die zu diesem Zeitpunkt bestimmt den Wiener Rathausplatz und gleich Österreich aus Protest verlassen hatte, ein weiterer. Man konnte viele Kontakte knüpfen und wer wollte auch mit Bill Clinton, der neben dem Bürgermeister ausgiebig das bunte Treiben genossen hat. Es hat die ganze Nacht gedauert. Nun werde ich mich nun ein wenig ausruhen.

  6. #6 Dr. Webbaer
    20. Mai 2012

    Man konnte viele Kontakte knüpfen und wer wollte auch mit Bill Clinton, der neben dem Bürgermeister ausgiebig das bunte Treiben genossen hat.

    Bill war derjenige der mit einer Anpassung am Community Reinvestment Act [1] die Grundlagen gelegt hat für die im Artikel oder von Holm Hümmler (netter Name btw) beklagten ‘bekanntesten Folgen’ der ‘Immobilienkrise’.

    Das aber nur am Rande und politisch ein wenig einordnend.

    MFG
    Dr. Webbaer

    [1] Geld gibt’s auch ohne Eigenkapital, wir haben ja das Objekt als Sicherheit. – Die Schaffung des “Subprime”-Kreditmarktes ist gemeint.

  7. #7 rolak
    20. Mai 2012

    4732

    moin Joseph, wenn mich mein definitiv nichtphotographisches Gedächtnis nicht täuscht, habe ich ein slide mit ‘4.732’ gesehen, english notation, also hierzulande 4,732 – jedoch falls Du nachweisen könntest, daß Randi ein wenig magisiert hat, da soll ein Megabuck drin sein 😉
    Hatte ich genauso wie ‘shem’ unter läßliche Sünden angesehen bei dem Versuch, mit kleinen Notizen große Geschehen zu erfassen…

    btw: Wovon erzählt der Martin eigentlich?

  8. #8 Muddi
    20. Mai 2012

    “So werden pro Jahr weltweit 100x mehr Menschen von Kokosnüssen erschlagen als von Haifischen getötet, trotzdem haben die meisten Menschen vor ersterem sehr viel mehr Angst, als vor Letzterem.”
    Wenn die Leute mehr Angst vor Kokosnüssen als vor Haien haben ist die Angst doch begruendet oder ?
    Oder meinst du das umgekehrt?

  9. #9 Dr. Webbaer
    20. Mai 2012

    So werden pro Jahr weltweit 100x mehr Menschen von Kokosnüssen erschlagen als von Haifischen getötet, trotzdem haben die meisten Menschen vor ersterem sehr viel mehr Angst, als vor Letzterem.

    Ischt ein interessanter Punkt, das eine ist eher eine Art Haushaltsunfall, das andere eine Art Terror. – Rein zahlenmäßig allein sind Risikoszenarien nicht einordbar.

    HTH
    Dr. Webbaer

  10. #10 Carlo
    20. Mai 2012

    @Martin
    Was reden Sie da für einen Mist? Ist das eine besondere Art des Trollens oder haben Sie sich im Blog verirrt?

  11. #11 Martin
    20. Mai 2012

    Vielleicht im Blog verirrt, ja.
    Auf dem Wiener Life Ball ist der Eintritt mit tollem Kostüm kostenlos. Es geht also auch ohne Konferenzgebühren? Vieles hängt eben vom persönlichen Engagement ab.
    Viele haben sich jahrelang auf dieses Ereignis vorbereitet. Somit war ohnedies klar, dass genau an diesem Tag viele auch nicht nach Berlin reisen werden.

  12. #12 G.W.
    20. Mai 2012

    Vielen Dank für diese schöne Zusammenfassung.

    Mit der Asthma-Studie war vermutlich die von Wechsler et al. im NEJM, Juli 2011, gemeint. Hierzu folgende Anmerkungen.

    Die Ausgangslungenfunktion (FEV1) betrug im Mittel 67.0 % plusminus 16.9 % (SD) des Sollwertes (100 %). Dies bedeutet, dass es sich um eine extrem heterogene Population mit einer ganzen Reihe von Patienten in schlechter klinischer Verfassung handelte. Dies sieht man auch an den Medikamenten. Zwar hatten 49 % überhaupt keine medikamentöse Therapie, der Rest aber zumindest inhalierte Corticosteroide. Die Beschreibung der Patienten durch Mittelwert und SD erscheint unzureichend; es hätten Median und Quartile sein müssen. Bei symmetrischer Verteilung hätten unter 46 Patienten auch welche mit Mittelwert minus 2*SD sein sollen, was extrem schlecht und daher fraglich ist. Auch ist nicht klar, ob die Lungenfunktion in der Beschreibung der Patienten nach Absetzen oder im Zustande voller Medikation gemessen wurde.

    77% der Patienten zeigten einen prozentualen Anstieg von FEV1 um mindestens 12 % nach Albuterol, obgleich in den Eingangskriterien gefordert war, dass alle eine solche Antwort um 12 % zeigen sollten. Dies belegt wieder einmal, dass einzelne Bronchodilatatortests nicht sonderlich verlässlich sind. Was komplett fehlt, ist eine Korrelationsanalyse der Einzelwerte von funktioneller versus subjektiver Verbesserung, aufgeschlüsselt nach Schweregraden, Medikation usw. So etwas wünschte man sich aber bei einer so heterogenen Population, um überhaupt substanziell interpretieren zu können.

    Als Ergebnis bleibt eigentlich nicht viel mehr als die bekannte Tatsache, dass – jedenfalls unterhalb gewisser Schwellenwerte – subjektive Atemnot und objektive Funktion beim Asthma nicht gut bzw. unter verschiedenen Umständen unterschiedlich korrelieren. Was aber im kritischen Falle klinisch entscheidet, ist die funktionelle Reserve.

    Auch stellt sich die Frage, ob man nicht mit einer Intervention wie Akupunktur bei schwerer erkrankten Patienten die Selbstwahrnehmung gerade verschlechtert statt verbessert. Eine adäquate Selbstwahrnehmung ist jedenfalls die Voraussetzung jeder selbstbestimmten Asthmakontrolle, die eine dauerhafte Übermedikation vermeiden soll.

    Die Studie ist daher in meinen Ausgen in Präsentation, Analyse und auch Diskussion eines der Beispiele dafür, dass auch im NEJM nicht alles Gold ist, was glänzt, wenn auch nicht ganz und gar Katzengold wie im Viadrina-Fall des Quantenadepten Conrad.

  13. #13 Joseph Kuhn
    20. Mai 2012

    @ rolak: Punkt und Komma und Übermüdung des Spreekahnfahrers beim Umgang mit Selbigen – das sind typische Rationalisierungen, weil Sie das “Randi-Phänomen” von vornherein nicht ernstnehmen wollen. Vermutlich kommt bei Ihnen außerdem noch ein Skeptikerkongressbesuchs-Bias hinzu. Es gibt aber mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als Sie sich vorstellen können. … Jetzt wollte ich eigentlich damit fortfahren, dass auch die Wissenschaft nicht alles erklären kann, aber ich schlage statt dessen vor, die Sache durch ein “pfiffiges Experiment” zu untersuchen. Da gibt es ein Instrument, einen sog. “Kozyrev-Spiegel”, der zum Erraten von Impact-Punkten und Punkten in Impact-Punkten wie geschaffen ist …

    @ G.W.: Gute Analyse.

  14. #14 ncl
    20. Mai 2012

    Wie kam eigentlich dieser Titel The Good, The Bad, The Ugly zustande?

  15. #15 rolak
    21. Mai 2012

    Wenn ich es recht in Erinnerung habe, ncl, wußte Meister Matenaer selber nicht mehr genau (oder zumindest hat er es überzeugend so dargestellt), ob derjenige, der ihm den Titel-Vorschlag machte für die an einen cinderella-sort erinnernde Aufgabe, Akupunktur-Bezogenes in (gut, schlecht, blödsinnig) aufzuteilen, sich nun letztendlich auf Sergio Leones Klassiker ‘Il buono, il brutto, il cattivo’¹ bezog oder auf eine analog, aber englisch untertitelte vergleichende Übersicht bzgl der Qualität von Akupunkturnadeln. Das Bild werde ich, wenn überhaupt, dann mit Sicherheit nicht jetzt im Netz finden. Und ehrlich gesagt, Du willst es auch gar nicht sehen 😉

    Hi G.W., von der Studie habe ich nur noch die beiden Ergebnisgrafiken im Kopf, Balkendiagramme über die 4 Werte – falls das Paßt, hast Du die Studie gefunden. Da es einige Vortragende freiwillig angeboten haben, werde ich übrigens bei allen um eine Kopie der slides, evtl +Transkript anfragen.

    Ja doch, Joseph, ich bin ein schon furztrockener ultrarationaler Kopfling. Ist ua daran zu sehen, daß ich mir in den wenigen freien Minuten in Berlin schon wieder irgendwelche Dinge gekauft habe nur weil ich sie schön bzw angenehm finde…
    btw: Wenn ich ausdrücklich zum Spiegeln aufgefordert werde, möchte ich meinen nach der wg Stau zu langen Heimfahrt nur noch spärlich funzelnden Blick darauf umlenken, daß wie bei Dir zu Hause im Viadrina-Zimmer von ungefähr zurechtphantasiert, der Grad der Verblindung tatsächlich noch bis 4 ausziseliert zu werden scheint^^

    _____
    ¹ also eigentlich² ‘The Good, the Ugly and the Bad’
    ² ein imho wesentlich ulkigeres Detail bei diesem Film ist, daß die Zahl der Protagonisten im deutschen Titel auf zwei schrumpfte…
    ³³³ Ist das angenehm, wieder die gewohnte Tastatur unter den Fingern zu haben!

  16. #16 Martin
    21. Mai 2012

    Es kann sich nur um Kneipenbrüder handeln. Das Trinken wurde ja alsdas gesellschaftliche Event vorgeschlagen.
    http://www.goodbadugly.at/

  17. #17 noch'n Flo
    21. Mai 2012

    Tja, der Martin, der sich ja bereits über die Kongressgebühren ausgiebig echauffiert hat, kann eben das Stänkern nicht lassen. Wohl neidisch.

    @ G.W.:

    Danke für die Details. Ich war immer schon froh, wenn ich mit der Mitschrift bei den Vorträgen einigermassen mitkam, für die Notation von Details blieb da oft keine Zeit (insbesondere bei einigen Vortragenden, die viel zu viele Slides vorbereitet hatten und diese dann im Eiltempo durchhechelten). Aber mir war es vor allem wichtig, die Kernbotschaften ‘rüberzubringen und Euch einen ungefähren Eindruck von den Themen zu bieten.

    Und ich habe gelernt, dass es nicht unbedingt ratsam ist, einen solchen Artikel nachts zwischen 24 und 2 Uhr zu schreiben, wenn man vorher den ganzen Tag auf dem Kongress und am Abend noch auf der Bootstour war. Sorry an alle wg. der Flüchtigkeitsfehler.

  18. #18 Martin
    21. Mai 2012

    @noch’n Flo: Zunächst einmal sind das keine” Gebühren”, denn solche benötigen immer eine gesetzliche Grundlage. Über diesen Stolperschein werden auch noch einige Universitäten in Österreich fallen. Eine private Organisation kann demnach genausowenig “Gebühren” einheben. Selbstverständlich kann sie Geld verlangen, es handelt sich aber in keinem Fall um “Gebühren”. Es geht also gleich um grundsätzliche Fragen zur staatlichen Verwaltung und da ist ein kritischer Kommentar mehr als angebracht. “Echauffieren” ist daher genausowenig passend.

    Keinesfalls war der Link als Stänkern gemeint. Mir war sofort klar es handelt sich wahrscheinlich um diese Band und nicht etwa um einen Western, daher habe ich ausgeholfen. Es wurde ja konkret angefragt.

  19. #19 rolak
    21. Mai 2012

    Mensch Martin: Keinen Plan von Bedeutung, aber hier offensichtlich ausweichender­weise (kein Stänkern) den Hellseher geben wollen (‘mir war sofort klar’). Alternative:

    1. get real. anywhere but not here
    2. drop dead
  20. #20 ncl
    21. Mai 2012

    @rolak
    hehe, Danke. Gestern abend sah ich vor meinem inneren Auge noch Reiter zu Morricone-Musik durch die Prärie reiten und versuchte einen Zusammenhang mit den oben angesprochenen Themen zu finden. Nun sehe ich Clint Eastwood mit diversen Akkupunkturnadeln im Gesicht sein Ziel verfehlen.

  21. #21 noch'n Flo
    21. Mai 2012

    @ ncl:

    Nun sehe ich Clint Eastwood mit diversen Akkupunkturnadeln im Gesicht sein Ziel verfehlen.

    Gnihihihihihihiiiih!

  22. #22 Martin
    21. Mai 2012

    @rolak: Ich kenne mich eben aus. Aber diese Band ist ausserhalb von Wien eben nicht so bekannt.

  23. #23 ZetaOri
    21. Mai 2012

    @rolak· 21.05.12 · 12:39 Uhr

    Mensch Martin: Keinen Plan von Bedeutung, […]

    Wenn´s nur das wäre. Ich fürchte, dahinter steckt ein eklatanter Fall von Demenz, dabei liegen dazwischen keine 24 Stunden:

    Martin· 20.05.12 · 17:47 Uhr […]
    Auf dem Wiener Life Ball ist der Eintritt mit tollem Kostüm kostenlos. Es geht also auch ohne Konferenzgebühren? […]

    Martin· 21.05.12 · 12:28 Uhr
    @noch’n Flo: Zunächst einmal sind das keine” Gebühren”, denn solche benötigen immer eine gesetzliche Grundlage. […]

  24. #24 rolak
    21. Mai 2012

    Gut aufgespießt, ZetaOri. Und schönen Dank – da kann ich mit eine Antwort auf den Band-wurm sparen, die ich sowieso nicht machen wollte.

  25. #25 ZetaOri
    21. Mai 2012

    @rolak· 21.05.12 · 15:55 Uhr

    […] da kann ich mit eine Antwort auf den Bandwurm sparen, die ich sowieso nicht machen wollte.

    Hmm, ja, Bandwurmbefall könnte eine Erklärung liefern:

    […] Teilweise können auch bestimmte Arten von Bandwürmern andere Teile des menschlichen Körpers, wie zum Beispiel Gehirn oder Leber befallen.

    >;D

  26. #26 rolak
    21. Mai 2012

    ^^Na das nenne ich mal crowdsourcing! So toll organisiert der gesamte Haufen auch aussehen mag, eine Ameise an sich ist ja strohdoof. Und jetzt schau, wie schnell, lässig und doch zielorientiert wir hier zu schwierigsten, eminent sicheren Diagnosen kommen. Sollnwern Laden aufmachen?

  27. #27 rolak
    21. Mai 2012

    Ganz übersehen:

    Clint Eastwood mit diversen Akkupunkturnadeln im Gesicht

    Kompass gefällig? Da haben Sie ja wohl völlig die Orientierung verloren, junger Mensch. Das war kein Western, sondern ein Eastern, der, in dem ein gewisser Herr den Weg des Drachen ging, trotz des hiesigen Titels ohne jede tote Kralle. Dort wurde formvollendet gezeigt, wie der gemeine bad&ugly-boy akupunkturgerecht mit Zahnstochern pikiert zu werden hat.

    btt: Wird es noch einen Bericht ‘… Tag 3’ geben?

  28. #28 noch'n Flo
    21. Mai 2012

    @ rolak:

    Wird es noch einen Bericht ‘… Tag 3’ geben?

    Selbstverständlich! Aber ich habe ja bereits am Ende meines Berichtes zu Tag 2 geschrieben, dass ich diesen frühestens heute Abend verfassen werde (und dann bleibt ja noch die Latenz, bis Ulrich ihn freischaltet).

    So: stay tuned to this channel.

  29. #29 rolak
    21. Mai 2012

    sorry, überlesen/vergessen. Dicke Augen und müde…

  30. #30 Micha
    21. Mai 2012

    Um solchen Problemen künftig entgegenzuwirken, müssen in der Schweiz seit 2011 alle Studien vor Beginn registriert werden (damit sie nicht mehr heimlich, still und leise in der Schublade verschwinden können). In Deutschland gab es zu diesem Thema bereits 2 Debatten im Bundestag, passiert ist jedoch bislang nichts.

    Echt jetzt? Das wird wirklich so gemacht? Immerhin! Müssen auch die auszuwertenden Parameter vorab festgelegt werden? Falls ja – und das wäre meines Erachtens eine ziemlich einfach zu erfüllende Forderung – wären die in Ben Goldacre’s “bad science” formulierten Vorschläge ja perfekt umgesetzt!

  31. #31 noch'n Flo
    22. Mai 2012

    Okay, Leute: der Bericht von Tag 3 ist fertig und wurde soeben an Ulrich verschickt. Mal schauen, wann er online geht…

  32. #32 noch'n Flo
    22. Mai 2012

    @ Micha:

    Falls ja – und das wäre meines Erachtens eine ziemlich einfach zu erfüllende Forderung – wären die in Ben Goldacre’s “bad science” formulierten Vorschläge ja perfekt umgesetzt!

    Tja, soweit ich das vorvorgestern verstanden und gestern noch schnell nachrecherchiert habe, ist es genau so umgesetzt worden.

    Und da sage nochmal jemand, die Schweizer seien langsam…

  33. #33 Dr. Webbaer
    22. Mai 2012

    @ncl

    Wie kam eigentlich dieser Titel The Good, The Bad, The Ugly zustande?

    Gute Frage; sollte oder könnte auch die erste Leserfrage sein zu diesem Artikel.

    Adressiert ist offensichtlich dieser Film – http://en.wikipedia.org/wiki/The_Good,_the_Bad_and_the_Ugly – in dem Clint Eastwood den Guten, Lee van Cleef den Schlechten und Eli Wallach den Häßlichen darstellen.

    Der Regisseur (Sergio Leone, der in ‘Es war einmal in Amerika’ mit ähnlichen Motiven projiziert/produziert) arbeitet hier mit einem alten jüdischen Prinzip, dem Verhältnismäßigkeitsprinzip – http://de.wikipedia.org/wiki/Auge_um_Auge,_Zahn_um_Zahn -, seinerzeit eine wichtige zivilisatorische Errungenschaft und natürlich auch der Grund, warum der Häßliche (Eli Wallach) überleben darf.

    Der Bezug dieser Einordnung zum Artikel ist erkennbar nicht erkennbar. [1]

    HTH
    Dr. Webbaer

    [1] wobei natürlich ein derartiger Nicht-Bezug ein künstlerisches Mittel sein kann, wenn auch etwas esoterisch wirkend…

  34. #34 noch'n Flo
    22. Mai 2012

    @ WB:

    Wie im Artikel ausgeführt, war “The Good, the Bad and the Ugly” der Titel des Vortrages von Benedikt Matenaer (über Akupunktur). Für mich beschreibt er auch sehr schön die verschiedenen Therapievarianten aus Medizin und Pseudomedizin, deshalb habe ich ihn übernommen.

    HTH

  35. #35 Dr. Webbaer
    22. Mai 2012

    @Flo
    Auch aus dem hier wiedergegebenen Inhalt des Matenaer-Vortrags ergibt sich kein für diesen Kommentatoren erkennbarer Zusammenhang zwischen dem geliehenen Titel dieses Artikels und dem (bekannten) Konzept des “Good, Bad & Ugly”, wo wäre bspw. der oder das Hässliche (das es zu tolerieren gilt)?

  36. #36 noch'n Flo
    22. Mai 2012

    @ WB:

    Bei dem Akupunktur-Vortrag gab es sogar zweierlei Erklärungen für den Titel:

    1. stellte Dr. Matenaer damit verschiedene Aspekte der Akupunktur dar: die guten (das, was bei der Akupunktur tatsächlich funktioniert), die schlechten (das, was alles nicht funktioniert) und die üblen/hässlichen (die ganzen Spezialfunktionen, die Scharlatane gerne noch der Akupunktur andichten, um so richtig Kasse zu machen)

    2. begann Dr. Matenaer seinen Vortrag mit 3 Elektronenmikroskop-Bildern von den Spitzen von Akupunkturnadeln – eine davon war akkurat und spitz, eine weitere ziemlich stumpf und eine weitere gesplittert (wohlgemerkt: es handelte sich um fabrikneue Nadeln!)

    Sieht der Bär jetzt endlich den Waldrand?

  37. #37 Martin
    22. Mai 2012

    Herr Rolak!
    Ich lasse mir ja vieles gefallen aber gabz bestimmt keine Morddrohungen.
    Ob Sie mit Ihrem wahnwitzigen Western-Vergleich “verschwinde oder stirb!” strafrechtliche Grenzen überschritten haben, werde ich nun klären lassen. Es kann also durchaus sein, dass Sie demnächst Besuch von der Polizei an Ihrem Arbeitsplatz bekommen.
    Zunächst werde ich also meinen Anwalt beauftragen Ihre IP-Adresse, Name und Anscharift, sowie auch die von Herrrn Ulrich Berger und dem Betreibern dieser Webseite in Deutschland ausfindig zu machen.

  38. #38 rolak
    22. Mai 2012

    Tja Martin, eigentlich sollte ich Dir raten, Englisch zu lernen, aber ich möchte Dir in keiner Weise die Chance verbauen, Dich auch im RL so richtig lächerlich zu machen…

  39. #39 noch'n Flo
    22. Mai 2012

    @ Martin:

    Ich lasse mir ja vieles gefallen aber gabz bestimmt keine Morddrohungen.

    Morddrohung? Wo denn??

    Jetzt komm mal wieder runter und gib Dich damit zufrieden, dass Du Dir mit übertriebenem Geiz einen Platz an den wirklichen intellektuellen Fleischtöpfen vermasselt hast. Dein ewiges Herumgepaule auf diesem Blog geht mir langsam wirklich auf den Keks.

  40. #40 rambaldi
    23. Mai 2012

    “Ein berühmter Mythos besagt, dass wir Menschen nur 10% unseres Gehirns nutzen – was erwiesenermassen falsch ist.”

    Hm, haben die auch Esoholiker, Ufofanatiker, Verschwörungstheoretiker und die Scienceblogkommentartröllchen getestet?

  41. #41 rolak
    23. Mai 2012

    Klar doch, rambaldi, speziell diese Menschen verbraten doch schon einen Großteil der 100% allein dafür, ihr verqueres Weltbild zumindest vor sich selbst aufrecht zu erhalten. Für diese immense Leistung ist reichlich Hirnschmalz vonnöten, kein Gedanke an ‘dumm’.

  42. #42 Ponder
    4. Juni 2012

    Auf dem BrightsBlog wird der WSC, speziell Jürgen Windelers Vortrag, in einem seltsamen Kontext rezipiert:

    https://brightsblog.wordpress.com/2012/06/02/edgar-wunder-gwup-ist-eine-ideologisch-motivierte-gesinnungsgemeinschaft-und-ein-kampfverband/

    Dazu verlinkt der Blogger auch noch ausgerechnet auf einen Bericht in “heilpraxis.net”, den Bernd Harder im GWUP-Blog auf seine Weise würdigt.

    http://blog.gwup.net/2012/06/02/und-wieder-mal-die-dogmatischen-skeptiker/

    Das Ganze entbehrt nicht einer gewissen Komik.
    Werden die Brights von Huschi-Fuschis unterwandert?