Die Wiener Skeptikerszene ist derart aktiv, dass ich mit dem Ankündigen gar nicht mehr nachkomme. Gut so!

der_grosse_bluff

 

 

Heute Abend (Di, 12. März) findet die Präsentation des neuen im Goldegg-Verlag erschienenen Buches von Theodor Much statt. Der Verleger, der Autor und seine drei Ko-Autoren (Krista Federspiel, Edmund Berndt und ich) werden in der Thalia-Buchhandlung in Wien-Landstraße ab 19:00 das alternativmedizinkritische Werk mit dem programmatischen Titel Der große Bluff – Irrwege und Lügen der Alternativmedizin vorstellen und bei Bedarf mit dem Publikum diskutieren.

 

 

Morgen Abend (Mi, 13. März) geht es weiter mit einer Serie von drei kritischen Vorträgen zur Homöopathie am Institut für Pharmakologie der Medizinischen Universität Wien, organisiert von gottlos.at gemeinsam mit den Wiener Skeptikern. Die MedUni Wien hat es bitter nötig angesichts der dort ansonsten ausufernden und völlig unkritischen Homöopathiepropaganda der einschlägigen Studenteninitiative sowie des unsäglichen Wahlfachs Homöopathie im Studienplan. Die Besetzung ähnelt der von heute insofern, als wiederum Theodor Much und Krista Federspiel als Redner auftreten werden, ergänzt allerdings um die Pharmakologen Stefan Böhm und Harald Sitte. Ob sich auch Vertreter der Homöopathie dort hin wagen, bleibt abzuwarten. Wir beißen jedenfalls nicht.

hom_vortragDa wir im Gegensatz zur Homöopathieszene keine kommerziellen, sondern aufklärerische Ziele verfolgen, ist der Eintritt zu beiden Veranstaltungen natürlich frei!

Kommentare

  1. #1 Stephan
    12. März 2013

    @Ulrich:

    Ich habe das Buch “Der große Bluff” am 08.03. geliefert bekommen und konnte es die letzten 2 Tage komplett durchlesen.

    Es hat mir sehr gut gefallen, aber natürlich gilt hier auch wieder das gleiche, was für alle diese “Aufklärungsinformationen” gilt: Ein Anhänger und Praktizierender wird sich davon überhaupt nicht beeindrucken lassen, weil er/sie sich sein Urteil, wie toll diese esoterischen “Heilsysteme” funktionieren und wirken, auch nicht über Argumente oder Belege gebildet hat.
    Wer seine Ansichten nicht über Argumente und Belege, also kurz gesagt rational, bildet, dessen Ansichten kann man mit Argumenten und Belegen auch nicht beeinflussen.

    Leider ist das so.

    Aber es gibt ja fließende Übergänge und man kann die Menschen “in der Mitte” erreichen, die vielleicht wirklich noch für Informationen, Argumente und Belege offen sind.

    Deshalb habe ich immer noch Hoffnung, dass Aufklärung doch etwas erreichen kann. Also bitte macht so weiter.

    Frei nach Carl Sagan: Seid die Kerze in der Dunkelheit und macht soviel Licht, wie ihr könnt!

  2. #2 Verwundert
    12. März 2013

    Verwundert fragt sich, warum soll dieses Buch gut sein? Wo doch Dr. Peter Aluani, eine Konifere aus Graz (http://www.aluani.at/_cms/index.php/unser-team.html) das Buch bei Amazon als grottenschlecht eingestuft hat. Also ich glaube dem Peter, weil seine Frau Ute eine “ärztlich geprüfte (wohl vom Peter; d.Verf.) und zertifizierte Aromapraktikerin ist.

    Solche Leute brauchen wir.

  3. #3 Jürgen Schönstein
    12. März 2013

    @Verwundert #2
    Konifere aus Graz” ist wirklich gut (freiwillig oder unfreiwillig, das ist mir noch nicht ganz klar) – denn das hat tatsaechlich was mit (ver)zapfen zu tun …;-)

  4. #5 Grazerin
    13. März 2013

    @ Verwundert #2

    “Ärztlich geprüfte und zertifizierte Aromapraktikerin”

    Dürfte sich wohl um fliegende Frösche nach Wilhelm Bush handeln.
    Wenn einer, der mit Mühe kaum, gekrochen ist auf einen Baum, schon meint, dass er ein Vogel wär, so irrt sich der.

    Ich werde mir das Buch auch kaufen, weil ich glaube, dass es gut ist. Und ich bin ab jetzt ärztlich geprüfte Buchprüferin und druck mir jetzt ein Zertifikat aus.

  5. #6 M.
    14. März 2013

    Wenn ihr im Fall einer unheilbaren Krankheit mit kurzer Lebenserwartung damit konfrontiert werdet, ob ihr zu wissenschaftlichen Zwecken mit Homöopathie behandelt werden sollt, wie würdet ihr entscheiden?

  6. #7 botein6603
    14. März 2013

    Von berufswegen (Krankenpfleger) habe ich schon viel gesehen was die Patienten sich neben der Allopathie so in auf ihrem Krankheits äh Heilungsweg noch so antun. Selbst einige Zeit von der ganzheitlichen Heilungsvision fasziniert (Komplementär Medizin) sah ich dann die Dinge dir mir da begegneten als richtig an. (Ja das darf sein)
    Ein Patient (2008/09) stellte sein Pat.zimmer mit Rosenquarzen aus und hatte Literatur zur “Erdheilung nach Marko Pogacnik “. Hatte selber ein Heilsteine und Pendel-Rutenseminar hinter mir.
    Da waren dann Bücher von all den Glücksheilern . z.B. Byron Kathie oder Rober Betz… die ich bei Patienten antraf, harmlos? Christusenergie und Gitter aller Arten. Ihr kennt das ja.
    Doch geschüttelt hatte es mich als eine Pat. mit Zahlen auf dem Bauch auftauchte. (2012/01) Da gab es doch diesen Wunderheiler und Totenauferstehenlasser aus dem Osten – Krankheit heilen mit Zahlen. Dank Esowatch war ich vorgewarnt (oder belastet?).
    Selber bin ich sehr froh dass ich dem Esodschungel entronnen bin. Denn es ist schon so, wer von Homöopathie, Bioresonanz und Pendeln überzeugt ist läßt sich keinesfalls von GWUP und Co. einschüchtern. oder anregen. Denn es ist in der Tat zu meist kein Wissen über die Physik vorhanden und wenn sind es eben doch mehr Kräfte als wir meinen und ganz zu schweigen von der sagenhaften Kraft der Quanten.
    Daher sind Bücher wie Der große Bluff nötig – steter Tropfen höhlt den Stein.

  7. #8 Grazerin
    14. März 2013

    @M #6
    Ja, würde ich, wenn Mitglieder der Skeptiker alles mitüberprüfen. Dann würden vielleicht einige mehr einsehen, dass man unheilbare Krankheiten nicht mit Homöopathie heilen kann.

    Ach ja, zuerst schreibe ich noch ein Testament.

  8. #9 HofRob
    z'Wean
    14. März 2013

    @ M.

    Es gibt wahrscheinlich Bereiche die auch Sie für komplett irrsinnig halten (Voodoo? Fernsehheiler?). Genauso wie sie über diese Bereiche denken, denke ich über Homöopathie. Im Leben würde mir nicht einfallen diesen Mist zu nehmen. Wenn schon Zucker, dann im Tee.

    Was würde ich stattdessen machen?

    Keine Ahnung. Wahrscheinlich Dinge die mir Freude bereiten und die mich ablenken. Aber irgendwie mach ich das ja jetzt auch schon. Die Zeit muss man so oder so irgendwie rumbiegen. Wenn es kurz ist, ist es natürlich ärgerlich und tragisch. Es macht einen wohl extrem wütend. Keine Frage. Aber Alternativmedizin* wäre für mich in so einer Situation eine größere Zeitverschwendung als zB Glasmalerei.

    @ Homöopathie generell

    Ich glaube nicht, dass diese Scharlatane für das Abzocken von Notleidenden auch noch Ansehen verdient haben geschweige denn Geld verdienen sollten. Wenn Staubsauger- und Versicherungsvertreter in Ö so ein schlechtes Image haben OBWOHL sie tatsächlich eine Leistung erbringen, haben Alternativmediziner und -pharmakologen jede Schelte verdient. Dies ist keine schutzbedürftige Berufsgruppe, es sind Betrüger.

    *: “By definition alternative medicine has either not been proved to work, or been proved not to work. You know what they call alternative medicine that’s been proved to work?
    Medicine”
    - Tom Minchin’s “Storm”

  9. #10 Adent
    14. März 2013

    @M.
    Siehe Grazerin, vielleicht könnte man damit den einen oder anderen nicht entschiedenen von der HP fernhalten.

  10. #11 M.
    14. März 2013

    Also ich hätte in diesem Fall kein Problem damit einen Beitrag zu leisten, dass Statistiken die Wirkungslosigkeit der Homöopathie noch besser belegen können. Allerdings ist jede persönliche Meinung in so einem Fall der beste Weg.

  11. #12 Spritkopf
    14. März 2013

    @M.

    Wenn ihr im Fall einer unheilbaren Krankheit mit kurzer Lebenserwartung damit konfrontiert werdet, ob ihr zu wissenschaftlichen Zwecken mit Homöopathie behandelt werden sollt, wie würdet ihr entscheiden?

    Was soll man da bitte noch herausfinden, was nicht schon herausgefunden worden wäre? Dass Homöopathie nicht funktioniert? Welch bahnbrechende Erkenntnis!

    Es gibt bestimmt sinnvollere Methoden, sein Leben in den Dienst der Wissenschaft zu stellen, wenn sowieso keine Hoffnung auf Heilung mehr besteht, als den drölfzigtausendsten Beleg zu führen, dass die H. eine Pseudowissenschaft ohne reale Basis ist.

  12. #13 Sim
    15. März 2013

    @ HofRob

    Der gute Mann heißt immer noch Tim Minchin ;)

  13. #14 excanwahn
    15. März 2013

    @ M.

    In längst vergangenen, finsteren Zeiten wurde man als Kriegsdienstverweigerer mit der Gewissensfrage schlechthin konfrontiert: “Sie gehen mit Ihrer Freundin im Park spazieren. Da stürmen hinter einem Busch fremde Soldaten mit der erkennbaren Absicht heraus, ihre Freudin zu vergewaltigen. Sie haben zufälligerweise ein Maschinengewehr dabei. Wie werden Sie sich verhalten?”

    Abwegig und konstruiert?
    Aber ja. Genauso, wie Ihr Beispiel.

    Wenn Sie, im Fall einer unheilbaren Krankheit mit kurzer Lebenserwartung, damit konfrontiert werden würden, ob zu therapeutischen Zwecken, selbstverständlich mit wissenschaftlicher Begleitung, eine Jungfrau verbrannt werden solle, wie würden Sie entscheiden?

    Abwegig und konstruiert? Aber ja. Wie bei Ihnen.

  14. #15 CM
    15. März 2013

    Heute morgen Radio gehört auf dem Weg zur Arbeit. Die neue Apotheken Umschau kommt. Ein Thema: “Heilen mit Homöopathie”. Oh je, …

    Da ist es gut zu lesen, dass es auch eine Gegenbewegung gibt – und zu hoffen, dass diese mehr und mehr Einfluss erhält.

  15. #16 E. Berndt
    16. März 2013

    @HofRob

    “…OBWOHL sie tatsächlich eine Leistung erbringen, haben Alternativmediziner und -pharmakologen jede Schelte verdient…”.

    Alternativpharmakologe ? Habe ich das richtig verstanden. Wenn Sie dazu einen Link haben, wo sich jemand als Alternativpharmakologe bezeichnet – her damit! Das habe ich noch nie gehört, klingt aber verdammt irr!

  16. #17 HofRob
    16. März 2013

    @E. Berndt

    Ist mir erst vor ein paar Wochen passiert. Hab in einer Apotheke nach Augentropfen gefragt, und mir wurden homoöpathische Wässerchen *empfohlen*. Nicht einfach nur angeboten… Die gute Frau hat mehrfach versucht mir den Ramsch zu verkaufen.

    Aber kann natürlich sein, dass Apotheker keine “Pharmakologen” sind oder umgekehrt. Das habe ich jetzt auch mit Google und Wikipedia auf die Schnelle nicht feststellen können. Kann das jemand klären? :) Tut mir leid wenn ich mich da geirrt habe!

  17. #18 E. Berndt
    28. März 2013

    @HofRob
    Apotheker haben ein Rigorosum in Pharmakologie abzulegen und hören demtentsprechde Vorlesungen.
    Und so weit ich firm bin, sind die allermeisten Pharmkologen mit der H auf Kriegsfuß.
    Wenn natürlich in Galenik (Arzneiformenlehre) , oder in Pharmakognosie der zuständige Professor Homöopathie einbringt ist das natürlich eine andere Sache.
    So geschehen in Graz, wo Prof Bauer (Pharmakognosie) eine Diplomarbeit einer Suidierenden der Pharmazie im Institut Endler (interuniversitäres Kolleg Graz Seggau) betreut hat.