KSA-leaks: die Kontroverse (aktualisiert)

[Aktualisierung vom 4.7.2013: Thomas Schmidinger, Politikwissenschaftler und Vorstand der IG LektorInnen, klinkt sich ebenfalls in die Debatte ein, siehe Beitrag Nr. 6 unten. Abgesehen von zwei unnötigen Seitenhieben gegen Krista Federspiel und die GkD ein m.E. nicht unvernünftiger Kommentar.]

Wien darf nicht Frankfurt/Oder werden!

Na gut, so schlimm ist es bei weitem noch nicht. Dennoch: um den Anfängen zu wehren, hat Krista Federspiel vergangenen Montag eine recht unverblümte Kritik an gewissen Zuständen am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien publiziert. Prompt wurde ihr und uns ein eurozentrisches, ultra-rationalistisches Weltbild attestiert, und noch viel mehr. Aber lesen Sie selbst…!

Bevor es unübersichtlich wird, hier die bisherige Chronologie zur “KSA-leaks” Kontroverse, die durch Kristas Artikel auf derStandard.at (mit aktuell 1382 Kommentaren) ausgelöst wurde:

  1. Krista Federspiel (GkD): Mit Geisterforschung zum Doktortitel: Esoterik an der Wiener Universität, 24. Juni
  2. Igor Eberhard (Lektor am KSA-Institut): Das Goldene Brett für pseudokritisches Denken, 25. Juni
  3. Bernhard Hadolt, Wolfgang Kraus, Elke Mader, Gertraud Seiser (Studienprogrammleiter, Vorstand und deren Stellvertreterinnen am KSA-Institut): Braucht die Universität Wien Exorzismen?, 25. Juni
  4. Das “Kern-Team” der ARG: Stellungnahme der ARG – Awareness Research Group, 28. Juni
  5. Ulrich Berger (GkD): Gebrauch der Vernunft als eurozentrischer Ultra-Rationalismus?, 28. Juni
  6. Thomas Schmidinger (Politikwissenschaftler): Esoterik, Wissenschaft und Kritik, 2. Juli

 

Kommentare

  1. #1 Thilo
    29. Juni 2013

    Wozu der Aufstand? Der Professor ist bereits verstorben, nur eine der 8 Absolventen hat tatsächlich promoviert und ist an der Uni tätig. Da gibt’s doch sicher aktuellere Probleme.

  2. #2 Barton Fink
    29. Juni 2013

    @Thilo:
    Verschenken wir doch einfach akademische Titel in Zukunft am Lagerfeuer zur Sonnwendfeier!

  3. #3 rolak
    29. Juni 2013

    (indirektes Zitat)

    habe übrigens die gesamte inkriminierte Dissertation gelesen

    Moin Ulrich, ist die frei online zugänglich oder müßte ich da in ein Endlager für tote Bäume?

    Mal ganz allgemein: Nebenläufig schätze ich an diesem blog die immer wieder auftretenden Lesestopper (Hä? Wassndas?) aufgrund der Austrismen(?) – doch heute bekam dies Sahnehäubchen noch ne Kirsche obenauf gesetzt: ‘Untergriff’ klärte sich nicht wie bisher so zuverlässig bei ostarichi, sondern -tadaaa- im Duden ;-)

  4. #4 Andreas
    29. Juni 2013

    Wenn ich das früher gewußt hätte, ware ich zu den Ösis ausgewandert und wäre im Bibo-Kostüm um ein Feuer getanzt, um meinen Ing. zu machen, anstatt in den Semesterferien 300 Stunden im Monat zu arbeiten.

  5. #5 Ulrich Berger
    29. Juni 2013

    @ Thilo:
    Aktuellere Probleme? Für die Menschheit sicher, für die GkD im Moment nicht.

    @ rolak:
    Siehe hier: http://othes.univie.ac.at/19626/

  6. #6 Ulrich Berger
    29. Juni 2013

    Mein Favorit ist allerdings Kapitel 3.4 von http://othes.univie.ac.at/11740/

  7. #7 rolak
    29. Juni 2013

    Schönen Dank, Ulrich – wenn ich es gelesen habe, werde ich vielleicht auch ein ranking unternehmen…

    Kapitel 3.4

    Weiß gar nicht was Du hast – zB im Straßenbau ist Channeling eine durchaus akzeptierte und weitläufig praktizierte Methodik. In gewissem Sinne.

  8. #8 HT
    29. Juni 2013

    @Thilo:
    Fuer die Esoterik-Szene ist derartige ‘Forschung’ immer ein gefundenes Fressen: ‘Selbst die Universitaet Wien bestaetigt…’ ist dann immer ein schoenes Argument fuer die Bestaetigung der Richtigkeit der Esoterik. Der Link zur Arbeit ist ja trotz des Todes des Betreuers immer noch gueltig.

    Wenn serioese Einrichtungen Unserioeses foerdern, dann faengt es an gefaehrlich zu werden. Ich bekomme hier und da das Gegenargument von ‘Heilern’ aus der Alternativmedizin zu hoeren: ‘Man kann doch nachlesen, dass selbst die Krankenkassen das ganze foerdern!’

  9. #9 rolak
    29. Juni 2013

    Mein Favorit

    Kann ja auch schonmal ein Zwischenergebnis veröffentlichen: Bis jetzt führt, ebenfalls aus der Drachenarbeit, die dortige Figur 3. Unschlagbar, diese Bearbeitung nicht genannten Kartenmaterials in grandioser Umsetzung einer Technik, die wir wohl alle schon selber und auch mit diversen Kindern mehrfach umgesetzt haben: Ausriß-Collagen. Als Interpretationsvorschlag: Links Mitte könnte der Versuch eines Löwen sein.

    Kabbelt sich betreffs der Führungsposition allerdings noch ein wenig mit dem einleitenden ‘Solemn Statement’, das in einem noch dringend der Nachbearbeitung bedürfenden ersten Satz ‘ernsthaft’ die Bequellung jedwegen Fremdmaterials gelobt, um dann für den zweiten Satz, der formal ein Zitat ist, ganz lässig jedwege Herkunftsangabe unter den Tisch des Hauses fallen zu lassen.

  10. #10 Franz
    29. Juni 2013

    S.92ff!

  11. #11 Bärbel S.
    29. Juni 2013

    Die Stellungnahmen der Wiener KSAler sind einfach köstlich. Damit haben sie sich selbst demontiert und eigentlich erst gezeigt, dass es da nicht nur eine Eso-Fraktion gibt, sondern dass das Problem tiefer geht.
    Ist das ne eigene Religion oder so? Oder sind das die Theologen der Esoterikszene?
    Wenn man sich dazu noch die verteidigenden Kommentare unter den Beiträgen ansieht, bekommt man fast den Eindruck.

  12. #12 Thilo
    29. Juni 2013

    @HT: Das ist mir auch klar. Nur ist bei kremser nicht damit zu rechnen, das er in Zukunft noch mal fragwuerdige Lehrveranstaltungen abhaelt oder Diplomarbeiten durchwinkt.

  13. #13 Joseph Kuhn
    29. Juni 2013

    Wunderbar. Die Stellungnahme von Igor Eberhard gefällt mir besonders gut. Da kann man dem apologetischen Denken beim Ausrutschen zugucken:

    “Ich habe die im Kommentar angesprochenen Arbeiten nicht gelesen, und kann die Qualität bzw. deren Fehlen weder bestätigen, noch absprechen. Aber:”

    So siecht ein Gedanke nach dem anderen vor sich hin. Gedankengebäude dieser Art muss man eigentlich unter “Denk-mal-Schutz” stellen.

  14. #14 Joseph Kuhn
    29. Juni 2013

    @ Thilo:

    “Nur ist bei kremser nicht damit zu rechnen, das er in Zukunft noch mal fragwuerdige Lehrveranstaltungen abhaelt oder Diplomarbeiten durchwinkt.”

    Sicher? Bei all den spirituellen Techniken, die man dort, streng wissenschaftlich natürlich, anwendet?

  15. #15 Homi Hami
    29. Juni 2013

    Eben – der Professor wird einfach gechannelt und er kann vom Jenseits seinen Sanktus geben.

  16. #16 rolak
    29. Juni 2013

    dem apologetischen Denken beim Ausrutschen zugucken

    Schick, Joseph – das steck ich mal ins Zitate-Kästchen. So langsam glaube ich ein Gespür für die besonders haarigen Haarnadelkurven zu bekommen, an denen mit solchen Stunts zu rechnen ist. (Übrigens startete Brett Palmer vor kurzem eine neue ‘Apologetik’-Reihe)

    Professor wird einfach gechannelt

    Warum so kompliziert, in bester spiritistisch-dämonischer Tradition kann doch in seinem Geiste weiter gearbeitet werden.

  17. #17 Passepartout
    29. Juni 2013

    @Joseph Kuhn

    ;-) … wo doch seit einiger Zeit soviel Wert auf E-Learning an österreichischen Unis gelegt wird: also jetzt Psi-Learning!

  18. #18 Eheran
    29. Juni 2013

    #9 rolak, dass ist doch eher ein Schwein, oder?
    Sieht insgesammt irgendwie nach “Bauernhof” aus.
    Rechts kann es prima im Schlamm suhlen.
    Oben drüber wird der Wassertrog sein, denn die restlichen Wasseflächen sind abgesperrt.

  19. #19 HT
    30. Juni 2013

    @Thilo:

    “Nur ist bei kremser nicht damit zu rechnen, das er in Zukunft noch mal fragwuerdige Lehrveranstaltungen abhaelt oder Diplomarbeiten durchwinkt.”

    Es kann aber damit gerechnet werden, dass jemand an anderen Einrichtungen unter Kremser erstellte Arbeiten als Quelle benutzt oder darauf aufbaut. Solange also die Arbeiten weiter auf den Seiten der Unis verfuegar sind, ist das Gemeckere von Berger und co berechtigt.

    Die oben verlinkte Arbeit ist falsch, unsinnig, und unwissenschaftlich, Wenn diese von der Uni-Seite genommen wird, man Sicherstellt, dass kein weiterer Esoterikzirkus zu Gast an der Uni ist, dann kehrt auch hier wieder Ruhe zu dem Thema ein.

  20. #20 Jochen
    30. Juni 2013

    @Thilo

    Und du darfst nicht vergessen:
    Die Arbeiten werden vom Institut offenbar für so hochwertig gehalten, dass die Schüler und Anhänger des Profs. jetzt an dem Institut als Lektoren lehren.

  21. [...] die Kontroverse, Kritisch gedacht am 29. Juni [...]

  22. #22 Dr. Webbaer
    30. Juni 2013

    Das Ganze hat System:
    -> http://www.europa-uni.de/de/forschung/institut/institut_intrag/institut/Hintergrund.html (“Transkulturalität”, “Komplementärmedizin”, “Pluralismus”)
    -> http://www.who.int/medicines/areas/traditional/congress/beijing_declaration/en/index.html

    Es ist insofern politisch gewünscht, wenn der evidenzbasierten Medizin bspw. “Ethnozentrismus” oder “Eurozentrismus” (gemeint hier auch: die Aufklärung) vorgeworfen wird.

    MFG
    Dr. W

  23. #23 Joseph Kuhn
    30. Juni 2013

    Interessant ist in den Verteidigungsreden auch die Gleichsetzung von Vernunft und “Ultra-Rationalismus”. Das suggeriert, hier seien extreme Außenseiter am Werk. Auf einer anderen Baustelle ist von “Fundamentalismus” die Rede. Das mögen viele Leute nicht und darauf setzt man: Lasst uns nicht alles so ernst nehmen, so extrem rationalistisch, lasst uns lieber etwas ausgeleiert denken. Echte “Schlawiener”.

  24. #24 Lercherl
    1. Juli 2013

    @Ulrich Berger:

    Mein Favorit ist allerdings Kapitel 3.4 von http://othes.univie.ac.at/11740/

    Zusammen mit Kapitel 6.2. Na, wenn das nicht ein eindeutiger Verstoß gegen die gute Wissenschaftliche Praxis ist – er hat ja schließlich einen “Ghostwriter” beschäftigt!

  25. [...] hier nochmals eine zusammenfassende Linksammlung zur aktuellen Debatte: http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2013/06/29/ksa-leaks-die-kontroverse/ Dort wird auch auf die Stellungnahme des eingehend kritisierten “Kompetenzzentrums für [...]

  26. #26 WolfgangM
    1. Juli 2013

    Eigentlich urschade. Der Verfasser der Diplom Arbeit spricht 5 Sprachen – da müßte er ja bereits wegen dieser Qualifikation einen tollen Job machen können.

    Und was macht er aber wirklich (siehe CV am Ende der Arbeit)

    “since 2009 Independent healer Graz”.

    “des weiteren Chakra Technician certif.”

    Zertifiziert auch noch- ja klar, ohne Qualitätssicherung geht heute gar nichts mehr

    weiters “Awakening the light body teacher” und “Radiance self exciting teacher”

    ein esoterisches Perlen (5 Sprachen) vor die Säue werfen. Schade

  27. #27 rectus
    1. Juli 2013

    Mal abgesehen von dem astreinen Nonsens in der Dissertation: an einigen Stellen (z.B. S. 277) macht sie meines Erachtens ziemlich unverhohlen Werbung -für Gold Ash Powder. Darf man das?

  28. #28 Analyticus
    2. Juli 2013

    weiter gehts mit einem Kommentar von Thomas Schmidinger, “Betriebsrat und Vorstandsmitglied der IG LektorInnen.”

    http://derstandard.at/1371171263968/Esoterik-Wissenschaft-und-Kritik

  29. #29 Stephan
    4. Juli 2013

    [Aktualisierung vom 4.7.2013: Thomas Schmidinger, Politikwissenschaftler und Vorstand der IG LektorInnen, klinkt sich ebenfalls in die Debatte ein, siehe Beitrag Nr. 6 unten. Abgesehen von zwei unnötigen Seitenhieben gegen Krista Federspiel und die GkD ein m.E. nicht unvernünftiger Kommentar.]

    @Ulrich Berger:
    Na ja, er mag ja mit einigen Dingen Recht haben und insofern ist sein Beitrag „vernünftig“. Aber ich will einmal kurz kritisch erwähnen, was an seinem Beitrag zu kritisieren ist:

    Schmidinger:
    “Eine völlig fachfremde Medizinjournalistin ohne Ahnung von universitären Strukturen entdeckt einige – gelinde gesagt – mehr als nur fragwürdige wissenschaftliche Abschlussarbeiten.”

    Es ist irrelevant, ob sie Ahnung von universitären Strukturen hat, wenn sie den Inhalt von Arbeiten kritisiert. Man muss auch kein Mitglied dieser Studienrichtung sein, um eine Kritik äußern zu dürfen und können, daher ist der „Hinweis“, sie sei „völlig fachfremd“ ebenfalls irrelevant.

    Schmidinger:
    „Sie wagt es aber entweder erst einige Monate nach dem Tod des betreuenden Professors dieser Arbeiten mit einem wutentbrannten Manifest auf derStandard.at, die gesamte Wiener Kultur- und Sozialanthropologie zu attackieren, oder wurde tatsächlich – wie ihr Vereinspräsident Ulrich Berger schreibt – “erst im Frühjahr 2013 durch Insider auf das ganze Ausmaß der untragbaren Zustände aufmerksam gemacht”.“

    Für eine Kritik ist es ebenfalls irrelevant, ob und wer wann gestorben ist oder nicht. Entweder die Kritik ist berechtigt oder nicht, egal wer tot oder lebendig ist. Was hat das mit dem Thema zu tun? Eindeutig ein „Red Herring“, also eine Ablenkung vom Thema.

    Schmidinger:
    „Im Duktus eher als Inquisition denn als Kritik gehalten und noch dazu gegen einen sehr beliebten Professor gerichtet, der sich vom Grab heraus nicht mehr wehren kann, macht es die Autorin, die einer verbissen scientistischen Gruppierung angehört, der Institutsleitung damit leicht, diese Kritik abzuschmettern, auf die eigenen Leistungen zu verweisen und sich nicht mehr näher damit auseinandersetzen zu müssen.“

    Für die Frage, ob eine Kritik inhaltlich berechtigt ist, ist es ebenfalls irrelevant in welchem „Duktus“ die Kritik geäußert wird, einmal abgesehen davon, dass der „Duktus“ subjektiv ist und vom jedem anders beurteilt wird.
    Wessen Geistes Kind Herr Schmidinger ist, lässt sich hier an seiner Formulierung „die einer verbissen scientistischen Gruppierung angehört“, wunderbar erkennen. Mich wundert es nur, dass er nicht noch Adjektive wie „radikalen, fundamentalistischen, dogmatischen“ oder ähnliche, verwendet hat. Ist ihm überhaupt wirklich klar, was „Szientismus“ ist? Weiss er, was (gute) Wissenschaft ist? Szientismus einer Organisation, die Wissenschaft populärer machen will, vorzuwerfen, wenn man sich selbst für einen Wissenschaftler hält, finde ich mindestens kurios.

    Wenigstens räumt er anschließend ein, dass sich die bisherigen Äußerungen nur als Schutzreflexe mit schlechten Argumenten (so denn überhaupt vorhanden) klassifizieren lassen. Und er räumt ein, dass die Kritik an diesen Arbeiten völlig berechtigt ist.

    Ob seine Spekulationen über die Gründe und Ursachen dieser „schlechten“ Arbeiten zutreffend sind, will ich mir kein Urteil erlauben.

    Schmidinger:
    “Dabei ist die Abgrenzung zwischen Wissenschaft und Religion/Esoterik leider nicht so klar und eindeutig, wie Federspiel und ihre “Gesellschaft für kritisches Denken” (GKD) dies gerne hätten.”

    Nun ja, es mag sein, dass es Grenzfälle gibt und die Abgrenzung nicht immer so klar und einfach ist, wie man es sich wünschen möge. Aber in der Vielzahl der Fälle, ist die Abgrenzung auch ziemlich klar und viel deutlicher, als Herr Schmidinger es mit diesem Hinweis implizieren möchte.

  30. #30 Adent
    4. Juli 2013

    “Dabei ist die Abgrenzung zwischen Wissenschaft und Religion/Esoterik leider nicht so klar und eindeutig, wie Federspiel und ihre “Gesellschaft für kritisches Denken” (GKD) dies gerne hätten.”

    Wenn man das nur etwas anders versteht als Herr Schmidinger das wohl meint, dann würde ich sagen Ja genau, leider ist die Abgrenzung nicht so klar (gegeben), weil sich die Esoterik gerne unter das Mäntelchen der Wissenschaft flüchten möchte.
    Man kann hingegen sehr klar Esoterik und Religion daran erkennen, daß sie wissenschaftliche Methoden wenn überhaupt, dann nicht korrekt anwenden, die Abgrenzung ist dann wieder was anderes und ich hätte sie auch gerne (siehe oben).

  31. #31 Orci
    5. Juli 2013

    Es ist auch sehr interessant, dass er die Fachfremde und Ahnungslosigkeit von Frau Federspiel kritisiert, ihr zähneknirschend aber doch recht geben muss, was die inhaltliche Qualität der Arbeiten angeht, damit also implizit eingesteht, dass ein Laie gesehen hat, was sehr gebildete Fachkollegen übersehen haben. Persönlich herauslesen würde ich sogar, dass er ihr daraus einen Vorwurf macht. Das ist ebenfalls zumindest kurios.

    In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Tod Herrn Kremsers, der von den Verteidigern des blühenden Unsinns als Nennenwirsmalargument gegen die durchaus begründeten Kommentare von Frau Federspiel et al. instrumentalisiert wird. Das ist mindestens unwürdig.

  32. #32 Spritkopf
    7. Juli 2013

    Schmidinger:

    Die an der KSA geübte Kritik interessiert sich nicht im Entferntesten für die strukturellen und vor allem personellen Rahmenbedingungen, unter denen diese Missstände möglich waren.

    Warum muss sie das? Reicht es nicht, wenn die Mißstände benannt werden? Zudem geht Schmidingers Ursachenforschung mindestens bei den von Krista Federspiel genannten Arbeiten am Thema vorbei:

    Die Gründe dafür liegen allerdings nicht primär in individuellem Versagen von Lehrenden, sondern in strukturellen Problemen. Seit Jahren sind Fächer wie die Kultur- und Sozialanthropologie, die Soziologie, die Politikwissenschaft und die Publizistik personell massiv unterbesetzt.
    [...]
    Dass damit auch Arbeiten durchrutschten, die niemals positiv benotet hätten werden dürfen, ist zwar skandalös, aber weniger die Schuld völlig überlasteter Lehrender als die katastrophale Folge der strukturellen Probleme an österreichischen Universitäten.

    Wenn man schon im Vorwort einer Diplomarbeit lesen muss, dass diese “allen Wasserwesen gewidmet” sei und sich dieser esoterisch-säuselige Tonfall durch das gesamte Dokument zieht, dann hat es nichts mit Überlastung des Lehrenden zu tun, wenn eine solche Arbeit zur Erlangung eines akademischen Titels anstandslos durchgewunken wird. Sondern damit, dass die Nebenprüfer entweder nicht die Courage aufbrachten, Professor Kremser bei seiner fragwürdigen Prüfungspraxis in den Arm zu fallen oder dass sie selber die gleichen wissenschaftsfernen Standards bei ihrer Bewertung anlegten wie jener.

  33. #33 Britt
    7. Juli 2013

    @Spritkopf

    richtig, – besonders wenn die Arbeit auch noch aus dem Jahr 2006 stammt, und nicht in der “Überlastungszeit” entstanden ist.

  34. #34 WolfgangM
    10. Juli 2013

    Zitat”“Eine völlig fachfremde Medizinjournalistin ohne Ahnung von universitären Strukturen entdeckt einige – gelinde gesagt – mehr als nur fragwürdige wissenschaftliche Abschlussarbeiten.”

    Das ist doch immer wieder dasselbe unsinnige Argument. Homöopathie ist unwirksam stellt ein Nicht-HP fest. Antwort. keine Ahnung weil fachfremd.

    Astrologie Unsinn sagt der Astronom. Antwort : besser doch erst mal ausprobieren.

    Hat doch schon maxim Gorki festgestellt.:”Mann muss nicht in der Pfanne gelegen haben, um über ein Schnitzel zu schreiben.”

    Das sollte auch für Krista Federspiel gelten.

  35. #35 Thomas
    11. Juli 2013

    Vom Schmidinger habe ich das erste Kapitel gelesen und hatte dann keine Lust mehr auf den Rest.

    Was ist denn das für ein Schaumschläger? Kein Inhalt, ad hominem bis zum Füllstrich. Nein danke, was auch immer dann noch kommen mag.

  36. #36 Kerstin
    12. Juli 2013

    @HT

    Die Befürchtung ist nicht unbegründet. Die besagte Diss findet sich nämlich schon in der Literaturliste eines esoterischen “Glücks-Seminars” http://www.glueck-seminar.net/literatur/ neben Frank Kinslows “Quantenheilung” oder Bartletts “Die Physik der Wunder”. Die Uni Wien legitimiert also auf diesem Weg das Zeugs.

    Die Autorin selbst veranstaltete das Seminar, gemeinsam mit einem Waldorflehrer, der auch Quantenheilung, Reiki, Human Design, Gene Keys, Nummerologie, Rückführungen usw. anbietet.
    http://www.holistic-coaching.net/index.html

    Man kann rätseln, wieviel Wissenschaft bei der Lehrveranstaltung im SS2012 enthalten war:

    240217 SE Anthropologie des Glücks (P4)
    Studienprogrammleitung Kultur- und Sozialanthropologie
    2 Stunde(n), 5,0 ECTS credits
    Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung
    Kapitel:24.01
    Manfred Kremser , Veronica Futterknecht

  37. #37 Juli
    15. Juli 2013

    Tja, – wie schon ein Kommentar aus dem Jahr 2011 festgestellt hat:

    O je! Das ist ja keine Wissenschafterin, sondern eine Missionarin. – See more at: http://www.talkinganthropology.org/2010/02/16/ta07-religionsethnologie/comment-page-1/#sthash.rD4FIdSt.dpuf

    Der Podcast ist übrigens sehr interessant und verrät einiges über die kritisierten Arbeiten. Es genügt wenn man ab Minute 57 reinhört; da wird die Gold-Geschichte erzählt; – Schwindel konnte es nicht sein, weil kein Ego im Spiel war; Bachblüten und Homöopathie sind bewiesen, unheilbare Krankheiten gibts nicht, usw. usw.
    Ganz am Schluss wird die Rolle des Kremser erwähnt.

  38. #38 Aufklärerin
    23. Juli 2013

    Was ist Wissenschaft? Ein Plädoyer für Differenzierung und Multidimensionalität
    In einer Zeit, in der von verschiedensten wissenschaftlichen Disziplinen (etwa Philosophie, Sozialwissenschaften, Geschichtswissenschaft, Kulturanthropologie, aber auch Physik und Neurowissenschaft) das einseitige rational und positivistisch verengte Paradigma der Beschreibung von Wirklichkeit hinterfragt und aufgebrochen wird, treten fast zwangsläufig Hüter und Hüterinnen des vertrauten und zementierten Weltbilds auf, die sich zu seiner Rettung berufen fühlen. Obwohl es mittlerweile genügend Hinweise dafür gibt, dass der Mensch ein vieldimensionales Wesen ist, das sich nicht nur auf den Verstand reduzieren lässt, versteifen sich manche Zeitgenossen darauf, dass das menschliche Proprium und allzumal die Wissenschaft nur auf Rationalität beruht. Das „Ich denke, also bin ich“ von Descartes, der im Übrigen maßgeblich ein maschinenförmiges Bild vom Menschen (mit folgenreichen Konsequenzen auf die Medizin, Stichwort: Organbestand Mensch) geprägt hat, hat mittlerweile durch das „Ich fühle, also bin ich“ (Antonio Damasio) ein Korrektiv erhalten. Nicht zuletzt die Erkenntnisse der modernen Physik legen es nahe, dass ein Verständnis von Wissenschaft, das ausschließlich auf dem Modell der aristotelischen Logik gepaart mit dem Anspruch auf Neutralität und Objektivität nicht imstande ist die komplexe Wirk-lichkeit zu erfassen. Zumindest bleibt diese Art der Wissenschaft an der Oberfläche und hat nur einen eingeschränkten Erkenntniswert.
    Kritik ist grundsätzlich wertvoll und gut, wenn sie ein besseres Verständnis der Wirklichkeit zum Ziel hat, das vom Interesse an einem gedeihlichen Zusammenleben aller Menschen und ihren Mitwelten geleitet ist. Kritik ist jedoch genauso wenig wertfrei wie die Wissenschaft selbst (spätestens seit der Erfindung der Atombombe ist es mehr als naiv zu behaupten, dass die Wissenschaft neutral ist). An der Art der Debatte, die den verstorbenen Kollegen Manfred Kremser und den engeren und weiteren Kreis seiner Schülerinnen und Schüler fokussiert, offenbart sich die negative Kehrseite von Kritik, die wertend, ideologisch und destruktiv agiert. Diese Form der Auseinandersetzung produziert Menschen verachtende und Ruf schädigende Pamphlete. Unter wissenschaftlicher Kritik ist ein konstruktiver Dialog, keine Inquisition zu verstehen. Darüber hinaus ist aber ein Verständnis von Wissenschaft, das auf den ideologischen Vorannahmen eines Weltbilds basiert, das nur von Rationalismus und Positivismus geprägt ist, angesichts des sich anbahnenden in vielen Disziplinen Paradigmenwechsels nicht mehr zeitgemäß.
    Den meisten Menschen in allen Kulturen, die wir kennen, ist das Totengedenken heilig. Mehr noch ist die Sorge um die Toten, die weit über die Bestattung hinausreicht, erst in den modernen Gesellschaften einer großen Sprachlosigkeit gewichen. Manfred Kremser hat mit großem Engagement geforscht und viele Menschen inspiriert. Als Kollege hat er über die Fachgrenzen hinweg gewirkt: Er war viele Jahre Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Religionswissenschaft und hat ein Buch über Heilung in den Religionen, das erst Anfang diesen Jahres erschienen ist, als Herausgeber mitverantwortet. Als Mensch hat er viele Spuren hinterlassen. Sowohl dem Wissenschaftler als auch dem Menschen gebühren Dank und Solidarität.

  39. #39 Ulrich Berger
    24. Juli 2013

    Liebe Aufklärerin, Sie arbeiten laut Ihrem in Ihrer e-mail Adresse enthaltenen Namen am KSA-Institut, stellen hier aber unkommentiert einen Beitrag herein, den Birgit Heller vor zwei Wochen unter http://www.univie.ac.at/rw-news/blog/?p=1516 veröffentlicht hat. Was sollen wir aus dieser Vorgangsweise jetzt schließen…?

  40. #40 Merowech
    Hannover
    24. Juli 2013

    @#38 (Wer auch immer der Verfasser dieser Zeilen ist)

    Ein Plädoyer für Differenzierung und Multidimensionalität [...]

    Für Menschen die gerne alles ganzheitlich sehen wollen passt Differenzieren jetzt aber nicht ganz so. ;-)

    [...] des vertrauten und zementierten Weltbilds [...]

    Natürlich zementiert. Und das ist gut so. Denn nur auf einem vernünftigen “zemetierten” Unterbau kann man aufbauen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Normen MÜSSEN festgelegt und bindend sein (solange bis sie widerlegt wurden) damit sich ein Wissenschaftler aus Brasilien genauso über ein Thema äußern kann wie ein Wissenschaftler aus Australien. Genau das wird die Eso Szene NIE schaffen.

    Obwohl es mittlerweile genügend Hinweise dafür gibt, dass der Mensch ein vieldimensionales Wesen ist [...]

    Soso, vieldimensional…. ja Mensch das hilft mir vor Gericht bestimmt:
    “Herr Richter es tut mir leid dass ich meinen Nachbar erschossen ahbe, ich befand mich da gerade in einer anderen Dimension”.

    “Oh, Mist wo kam denn der Verkehrsteilnehmer gerade her, muss wohl aus der Nachbardimension geschossen gekommen sein, ja das konnte ich ja nicht ahnen”

    Man kann IM KOPF und in GEDANKEN unzählige Dimensionen, Gaias und Energieformen entwickeln und sich vorstellen. Aber entscheidend ist, was die Wirklichkeit abbildet und was wir in der Lage sind mit UNSEREN SINNEN zu erfassen. Alles andere sind Fantasien und Wunschdenken, liest sich ganz gut in einem SciFi Roman und dient lediglich als Gesprächstoff in Philosophierunden bei einem Glas Sherry, Kaminfeuer und nur guten Kubanischen.

    Es ist doch wie mit den Sockenkobolden. Fakt ist, es verschwinden regelmäßig Socken. Klar könnten es Sockenkobolde sein, denn wir bekommen nie mit wenn die Socken verschwinden. Sehen und messen können wir die Kobolde auch nicht. Also können wir diese Hypthese NIE einwandfrei widerlegen. Man kann jetzt ne ganze Wissenschaft daraus machen. Kobolde als Geistform ? Kobolde die multidimensional eine Zeitfalte nutzen um zeitversetzt für uns eben jene Socken entwenden. Alles eine Frage der Fantasie und geschickterter Ausformulierung …..aber das alles entspricht nicht der Wirklichkeit und was wir SEHEN und ERFASSEN können.

    Da berufen sich die Pseudowissenschaftler oft auf Ur- /altes Erfahrungswissen (Astrologie, HP, Schamanismus ach und wad weis ich nicht alles), dann frag ich mal, wiso haben DIE nicht schon von mehreren Dimensionen in einem Menschen gewusst, den Atomkern entdeckt oder Geister wissenschaftlich erfasst. Oder das Wassergedächtnis entdeckt und beschrieben. Ich meine der Mensch redet seit Jahrtausenden von Geister und Götter und beschäftigt sich seit Urzeiten damit. Und ? Auch Wasser ist das WICHTIGSTE in usnerem Leben. Wir selber bestehen zum Großteil aus Wasser. Und ? Wiso hat sich im laufe der Jahrtausende sich da nicht eine Erkenntnis entwickelt…“also mein rechter Arm weiß immer wo die zuletzt benutzte Wasserstelle ist, an der ich meine rechte Hand gewaschen habe”. WISO entdeckt das EIN EINZIGER. Ich meine ich würde es verstehen wenn da mehrere Menschen sind die sich UNABHÄNGIG voneinander über ein Thema zumindest Gedanken machen nach dem Motto: “Mensch da muss doch noch was anderes sein” JAAAAA dann ok. Alles andere sind rosa Einhörner im Schlafzimmer eines Einzelnen.

    Ach auf den anderen SÜLZ gehe ich jetzt nicht mehr ein. Aber zu dem “Es muss mehr da sein als Rationalismus und Objektivität”

    Klar kann man sich, wie ich schon oben geschrieben habe, unzählige weitere Daseinsformen und Subjektive Erkenntnise vorstellen, aber Fakt ist, es hat keine Auswirkung auf unser Leben. Es macht das Essen nicht schmackhafter, es reduziert nicht die Verkehrstoten, es macht Brücken nicht stabiler, es erklärt nicht den Monsunregen, es lässt nicht mehr Polarlichter aufleuchten und und und. Die Dinge die uns umgeben sind DA so wie sie sind. Und sind erklärbar. Alles andere sind Gedankenkonstrukte wie mein rosa Einhorn und mein Sockenmonster. Denn die Erkenntnis die wir NICHT erfassen, sprich sehen, fühlen, schmecken oder hören können sind für unser Leben als Mensch irrelevant (zumindest was den Nutzen angeht) da es unser Leben nicht verändern wird. Rot wird die Farbe rot bleiben. Rot war schon vor 3000 Jahre rot. Heute nach den Erkenntnissen des Spekturms des Lichts und deren Wellenlänge bleibt rot immer noch rot. Menschen die aber eine Rot-Grün Schwäche haben haben Probleme damit. Das zeigt doch dass unabhängig von Wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Farbe es einzig und allein beim individum bleibt ob er tatsächlich das von der Gesellschaft als ROT definierte Licht auch tatsächlich als ROT sieht. Daher brauchen wir NORMEN und REGELN damit die MASSE der Menschen das gleiche ROT sehen. Ganz einfach. Aber der rote Apfel bleibt auf ewig “unser” rot auch wenn der Mensch “mehrere Dimension vereint” oder der Apfel ein Konstrukt Gaias ist .

    [...] spätestens seit der Erfindung der Atombombe ist es mehr als naiv zu behaupten, dass die Wissenschaft neutral ist [...]

    Genau…da haben sich ein Wissenschaftler an einen Tisch gesetzt und gedacht: [ Ironie ] “Mensch Kinders, lasst uns doch mal ne Mega Bombe bauen” [ / Ironie ]
    Der Verfasser dieser Zeilen kennt die Zusammenhänge Wissenschaft – Militär – Politik ????
    Dann müssen wir in die Steinzeit zurück und dem Menschaffen die Keule aus der Hand nehmen, denn damit kann man ja jemanden die Birne einschlage.

    Ich finde es immer drollig wenn sich Menschen über Dinge aufregen die sie selbst nutzen. Der Verfasser dieser Zeilen hat, und jetzt lehne ich mich weit aus dem Fenster und behaupt, bestimmt einen PC benutzt. Der ist bestimmt nicht entstanden aus einer andere Dimension, oder hat Gaia uns geschickt oder wurde mit Wassergeistern hergestellt. Sondern ist AUSSCHLIE?ßICH (!!! EINSELF !!! ) aus Erkenntnissen der zu kritisierenden Wissenschaft entstanden.

    Das erinnert mich immer an die Doppelmoral vieler Menschen, Der Grüne Hippe der nostalgisch und stolz einen T1 aus den 60ern fährt und sich am besten noch beschwert warum er keine Grüne Plakette bekommt. Oder der arbeitslose Neonazi, der sich beschwert, dass die Ausländer uns Deutschen auf der Tasche liegen, aber selber Hartz IV beziehen, oder der Verkehrsteilnehmer der sich über Falschparker vor seiner Tür oder die Raser aufregt aber bei der nächsten Kontrolle aufheult, warum man unbescholtene Bürger belästigt und nicht Mörder und Vergewaltiger jagt (Steht ja bei jedem auf der Stirn dass man unbescholten ist, Polizeibeamte können halt einfach nicht lesen tztztz).

    Was ich mit diersen Zeilen sagen will: Der gesellschaftliche Nutzen dieser Menschen tendiert gegen NULL. Da die Erkenntnisse aus diesen Wissenschaften der Gesellschaft keinen Mehrwert bringen. Daher ist die Kritik an der Kritik lächerlich und reduziert sich konsequent nur auf den Umstand dass es unmoralisch ist jemanden zu kritisieren der Tod ist. Aber inhaltlich wird, mal wieder, nichts erwidert.

  41. #41 Start
    24. Juli 2013

    @Aufklärerin (oder wer auch immer)

    “Unter wissenschaftlicher Kritik ist ein konstruktiver Dialog, keine Inquisition zu verstehen.”

    Das hätten sie wohl gern, dass man diesen Stuss der am KSA-Institut produziert wurde auch noch wissenschaftlich diskutiert. Wissenschaftliche Kritik kann man nur dort anbringen, wo es sich um Wissenschaft handelt, und einen Dialog nur dort führen, wo diskursfähige Aussagen gemacht werden. Das war hier nicht der Fall.

  42. #42 Basilius
    Motto motto Deviluke
    25. Juli 2013

    @Aufklärerin

    Diese Form der Auseinandersetzung produziert Menschen verachtende und Ruf schädigende Pamphlete. Unter wissenschaftlicher Kritik ist ein konstruktiver Dialog, keine Inquisition zu verstehen.

    Darf ich fragen, ob Sie den Unterschied zwischen einem Pamphlet und der Inquisition kennen? So, wie Sie diese beiden Begriffe verwenden scheinen Sie völlig zu ignorieren, wer die Inquisition war. Dürfen Sie aber gerne hier nachlesen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Inquisition

  43. #43 Spritkopf
    25. Juli 2013

    Nach meiner Erfahrung wollen diejenigen, die vom “einseitig rational verengten Paradigma” schwafeln, lediglich ihre Irrationalität als wissenschaftlich verkaufen. Und Multidimensionalität bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der esoterische Schwachsinn, dem hier Tür und Tor geöffnet werden soll, aus allen Richtungen kommen darf.

  44. #44 C
    3. August 2013

    Witzig finde ich ja den Versuch der “Awareness Research Group” das Ganze als “Graben zwischen positivistischen und sozial-konstruktivistischen Forschungszugängen” darzustellen.

    Die halten sich wohl für Sozial-Konstruktivisten. Eigentlich ist es umgekehrt, denn die GWUP meint, dass diese von ihnen beforschten (vermeintlichen) Phänomene sozial konstruiert sind.

  45. #45 Ritter
    9. August 2013

    @Aufklärerin

    “Er war viele Jahre Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Religionswissenschaft und hat ein Buch über Heilung in den Religionen, das erst Anfang diesen Jahres erschienen ist, als Herausgeber mitverantwortet.”

    Echt toll. Das Buch “Heilung in den Religionen”. Die Mitherausgeber: Die besagte Veronica F. und Michaela N., die regelmäßig esoterisch angehauchte Veranstaltungen im Völkerkundemuseum abhält und glaubt das sei Wissenschaft. Ein Artikel in dem Buch wurde von einer Schamanin verfasst, welche die Methode der Kulturanthropologin Felicitas Goodman propagiert. Das ist nicht gerade ein positiver Beleg für die Causa.

  46. #46 rolak
    9. August 2013

    Echt toll

    Fand ich auch, edler Ritter – ‘mitverantwortet’ klingt so schön nach gemeinsam begangener Untat. Tatsächlich sehr gut gewählt :mrgreen:

  47. #47 Princess
    18. August 2013

    Ja ja, – Heilung in den Religionen, ein tolles Buch.
    V. Futterknecht erklärt darin:

    “…Schamane oder Schamanin und Patient erleben eine Trance, die rationale, intellektuelle Anteile und Interpretationsmuster schwächt und stattdessen eine psychische Energie aktiviert, die für eine umfassende Heilung vonnöten sein kann.” (S106)

    Psychische Energie – sehr interessant.

    Der Beitrag von Birgit Heller im Buch ist auch nicht viel besser, kein Wunder dass die ein Verteidigungsschreiben aufsetzt.

  48. #48 Basilius
    Nyaruratohotepu
    19. August 2013

    Ich glaube den Rest können wir uns sparen. Aufklärerin scheint Kommentarflucht begangen zu haben. Da kommt nichts mehr zurück.

  49. #49 Lercherl
    1. September 2013

    Es sind wieder ein paar neue Diplomarbeiten publiziert worden, zu Geistheilern und magischen Kräften des Wassers. Kleine Kostprobe:

    1.4.2. Rechtsdrehendes Wasser

    Die Bezeichnung beschreibt eine energetisierte, heilende Wirkung, welches bei jeder meiner besuchten Quellen analysiert wurde.
    Rechtsdrehend beschreibt die Rotationsschwingung des Wassermoleküls.
    Rotation und Schwingung, einfach gesprochen, beschreibt dieser Vorgang die Drehbewegung der Elementarteilchen im Wassermolekül. (…) Wissenschaftlich gesprochen, bezeichnet man diese Kreiselbewegung als Spin (Drehung).
    Der Spin erzeugt ein elektromagnetisches Feld mit bestimmter Frequenz und Wellenlänge. (vgl. http://www.lauretaner.at)
    Diese Eigenschaft wird bei einem Heilquellwasser vorausgesetzt.

  50. #51 Bullet
    2. September 2013

    Vielleicht “lauretana.at”?
    Ich schmeiß mich weg:
    “http://www.lauretana.de/index/de/home” – empfohlen von Dr. Masaru Emoto!. Tröööööt.
    “Frei von Uran”? Da lehnt sich einer weit aus dem Fenster, der eine Quelle im Gebirge ausbeutet.
    Woher lercherl allerdings das Zitat geholt hat, hab ich auf jener Webseite auch nicht sehen können.

  51. #52 rolak
    2. September 2013

    Da Bullets Kommentar mein Auge viel zu spät mein Auge erreichte, war die url zum Lauretana-Wasser schon längst rausgesucht. Die dort ebenfalls angebotene Pi-Power-Wasseraufbereitung ist allerdings auch nicht von schlechten Eltern…

    Lercherl gibt allerdings nicht die Lauretaner-Seite als Textquelle an, sondern diverse Neuerscheinungen bei Diplomarbeiten (der KSA?). Leider umfasst die Liste der 2012er Dissertationen und Diplomarbeiten schlappe 414 Einträge, daher wäre auch ich um eine etwas spezifischere Suchvorgabe froh.

  52. #53 Lercherl
    2. September 2013

    @Ulrich Berger:

    Das Zitat – inklusive falschem Link – stammt aus http://othes.univie.ac.at/22678/

  53. #54 Lercherl
    2. September 2013

    Und hier Neues zur Geistheilung: http://othes.univie.ac.at/22738/

  54. #55 rolak
    3. September 2013

    Schönen Dank für die Bescherung, Lercherl.

  55. #56 Adent
    3. September 2013

    Diese Eigenschaft wird bei einem Heilquellwasser vorausgesetzt.

    Ergo gibt es gar kein Heilquellwasser.
    Mannoman, jetzt gibt es nicht nur Spin-Doktoren sondern auch schon Spin-Diplomer?
    Darf eigentlich jeder Scheiss (sorry) als Diplomarbeit verwurstet werden?

  56. #57 Bullet
    4. September 2013

    aua aua aua …

  57. #58 Basilius
    Nyaruratohotepu
    4. September 2013

    Irgendwie erscheinen mir die alle mit der Muffe gepufft zu sein.
    O_0

  58. #59 Bullet
    4. September 2013

    interessant, diese Formulierung. Ist die bei euch im Irr… äh, Freistaat verbreitet?

  59. #60 Basilius
    Nyaruratohotepu
    5. September 2013

    @Bulli
    Weiß nicht, ich jedenfalls kenne das schon seit anno dunnemal von Kindesbeinen an. Ich meine, daß mein Oheim das immer gerne benutzte (oder immer noch nutzt, keine Ahnung).
    Musste aber tatsächlich beim Schreiben kurz an Dich denken, da ich beim Nachschlagen der korrekten Schreibweise las, daß der Begriff in Deiner Gegend wohl geläufig und ursprünglich sein solle.

  60. #61 Heidemarie
    6. September 2013

    Habe mir beide Diplomarbeiten durchgelesen und muss sagen: Mir kommt echt das Kotzen.
    Diese bodenlose Arroganz in Kombination mit Unwissenheit und primitivster Esoterik in den KSA-Arbeiten ist unerträglich.

    “denn wir in der Kultur- und Sozialanthropologie wissen vielleicht besser als andere darüber Bescheid, dass Heilung ganzheitlich erfolgen sollte. Das der Mensch aus der immaterielle Seele und der irdischen Schutzhülle, dem Körper besteht.” (S83)

    Die Autorin versteht ihr Werk als Anschluss auf die DA von Andreas Gmeiner “Land des Wassers” – und bezieht sich teilw. auf die gleichen Eso-Quellen. Da kann wohl niemand mehr sagen, dass Eso-Arbeiten nicht schaden anrichten.

    Sie war auch noch Mitorganisatorin und Vortragende im “Forschungssymposium” im Völkerkundemuseum “Ohne Wasser ist kein Heil”. Wer sprach da noch?
    Dr. Hans K. Gasperl – Homöopath, Wünschelrutengänger und Kneipparzt; “Mag.” Andreas Gmeiner – Wasseresoteriker mit der schon bekannten “Magisterarbeit” und eine Reihe anderer Kremserschüler mit Esoterik-Themen.
    http://www.cam-tm.com/de/das-war-das-forschungssymposium-ohne-wasser-ist-kein-heil.htm

    Veranstalterin: die Kremser-Schülerin Dr.Michaela-Noseck-Licul – gesponsert von Uniqa.

    Dieselbe nimmt mit Futterknecht gemeinsam demnächst die Prüfung auf der KSA ab:
    Veronica Futterknecht und Michaela Noseck-Licul
    Heilung in den Religionen
    Di, 01. Oktober 2013, 16:45-18:15, HS A, schriftlich
    ohne Anmeldung

    Na dann gute Nacht! Das ist doch eine eingeschworene Clique, die ihren Mist systematisch unter die Leute bringen und als Wissenschaft verkaufen.
    Die Uni Wien sieht dabei zu? Eine Schande

  61. #62 Lercherl
    7. September 2013

    Florian kann hier auch noch was lernen:

    Zu Beginn der Naturwissenschaften war die Erde eine Scheibe, dann der Mittelpunkt des Universums, heute haben wir einen Planeten weniger, weil der gedachte Planet nur aus Gas besteht, etc …

    Ich habe noch selten eine dermaßen schwache intellektuelle Leistung erlebt. Abgesehen vom unterirdischen Inhalt bringt sie auch keinen geraden deutschen Satz zustande.

  62. #63 Baumharz
    21. September 2013

    Und wieder systematische KSA-Esoterik!

    Diesmal veranstalten die Österreichische Gesellschaft für Medical Anthropology (=Zweig der KSA; Präsidentin des Clubs ist die KSAlerin Eigner Dagmar, die auch die Diplomarbeit zur Geomantie von Michaela Noseck beglaubigt hat) gemeinsam mit der GAMED einen esoterischen Wasserkongress, für den es auch noch Fortbildungspunkte für Ärzte gibt!

    Die Referenten muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:

    Walter Medinger
    http://www.psiram.com/ge/index.php/Walter_Medinger

    Herbert Klima
    http://www.psiram.com/ge/index.php/Herbert_Klima

    Alexander Popp – hier mit einem Vortrag zu Biophotonen und Bewusstsein
    http://www.youtube.com/watch?v=MMiXD0Rcah8

    Bernd Kröplin
    http://www.psiram.com/ge/index.php/Bernd_Kr%C3%B6plin

    Bernhard Ratheiser, der auch den “kosmischen UMH-Energetisator” verscherbelt
    http://www.umh.at/elektrosmog/energetisator.html

    Weiters: der bekannte Esoteriker Jörg Schauberger; Gründer der Rudolf-Steiner-Schule in Wien Tobias Kühne; der in die Esoterik abgedriftete Pietschmann; usw. usw.

    siehe: http://www.gamed.or.at/uploadprogramm/Abstracts_und_Lebenslaeufe_der_ReferentInnen_679.profolder2.pdf

    Wo haben denn die ihre Referenten her? Suchen die bei Psiram nach geeigneten Leuten?

  63. #64 E. Berndt
    22. September 2013

    Medizin ist ein großes Rückzugsgebiet des Aberglaubens!
    Besser war ein Rückzugsgebiet, denn nun hat sich der Aberglaube, die Esoterik, der Humbug unter dem Hut der medizinischen Wissenschaften organisert und angeführt von den Hahnemannschen Regimentern wird die Welt der Aufklärung vernichtet!

  64. #65 Korneuburg
    11. Mai 2014

    Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das esoterische Magazin “Lebensweise”, wo unter anderem Dahlke als Fachbeirat fungiert. Da werden die KSAler DDr. Armin Prinz (2014) und Dr. Gerhard Tucek (2013) geehrt.
    Der liebe Oberhomöopath Frass ist auch auf den Bildern zu sehen. Und auch der Gesundheitsminister.
    http://www.lebensweise-magazin.at/lebensweise-preise/

    Unter den Kooperationspartnern des Magazins findet man viele der “österreichischen Achse der Alternativmedizin”:

    Dokumentationszentrum für traditionelle und komplementäre Heilmethoden in Österreich (von Mag. Dr. Michaela Noseck-Licul) – KSAlerin
    Österreichischer Berufsverband für Kinesiologie
    (ÖBK)
    Die Apotheke zur Kaiserkrone
    Österreichische Gesellschaft für homöopathische Medizin
    uvm.
    http://www.lebensweise-magazin.at/partner/

  65. #66 Dr. E. Berndt
    13. Mai 2014

    Politiker und Politikerinnen waschen sich in Unschuld

    Die Politiker und Politikerinnen halten sich zurück. Werden sie z.B. mit den magisch abstrusen Inhalten der Homöopathie konfrontiert, dann hüten sie sich wie auch die überwiegende Mehrheit der Journalisten und Journalistinnen vor einer klaren Stellungnahme. Eine Diskussion über die Inhalte und Vorstellungen der Homöopathie oder anderer Abstrusitäten meiden sie wie der Teufel das Weihwasser. Nichts wäre gefährlicher und negativer für das politische Vorankommen als ein eindeutiges Engagement in einer Frage, die eigentlich nicht nur die Medizin betrifft sondern auch eine Weltanschauung berührt. Am einfachsten entgeht man diesem Dilemma, wenn man erklärt, dass man darüber nur eine persönliche Meinung hat, die selbstverständlich nicht relevant ist, weil sie persönlich ist. Dann kommt der eigentliche taktische Befreiungssprung. Man verweist auf die geltende Gesetzeslage. Die Konfrontation wird damit auf die „Beamtenschaft“, die für die Einhaltung der Gesetze zuständig ist, übertragen und schon haben sich Politiker und Politikerinnen ihrer Verantwortung entledigt und waschen ihre Hände in Unschuld wie einst Pontius Pilatus. Als Waschbecken dienen dann Paragraphen Gesetze, Vorschriften, Anweisungen und dergl. mehr in Bund und Ländern. Hier endet dann die Diskussion im Paragraphendschungel und im Wildwuchs der Zuständigkeiten. Selbstverständlich werden die Behörden bzw. die Beamten alles daran setzen nachzuweisen, dass alles paragraphengerecht und nur paragraphengerecht umgesetzt wird. Eine Diskussion über die Wirksamkeit der Homöopathie und dergl. mehr ist damit schon beendet, ehe diese begonnen hat. Es steht ja auch nichts drinnen in den Paragraphen über in Wissenschaft, Naturwissenschaft oder Medizin zulässige Inhalte oder Heillehren. Die Diskussion geht ins Leere und genau das wollen die Politiker und Politikerinnen. Sie wollen lediglich Mehrheiten erreichen. Zu viele Wähler und vor allem Wählerinnen schwören auf die Homöopathie und mit Wählerstimmen sollte man es sich nicht verscherzen. Ob die Homöopathie überhaupt wirkt, ist völlig nebensächlich. Angedacht und umgesetzt wird nur, was in der Wahlzelle wirkt.
    Dieses traurige Spiel beherrscht BM Stöger und die anderen Politiker perfekt.
    Es geht nicht um richtige Sachentscheidungen sondern nur um Wählerstimmen.
    Er hat sich als Gesundheitsminister erst dann mit dem Rauchen beschäftigt, als er sich sicher war, nicht zu viele Wählerstimmen zu verlieren.

  66. #67 noch'n Flo
    Schoggiland
    14. Mai 2014

    @ Dr. Berndt:

    Die Politiker und Politikerinnen halten sich zurück.

    Hier in der Schweiz leider nicht mehr: da sind sich die Verantwortlichen in der Politik des Umstandes, dass die sog. “Alternativmedizin” nicht mehr haltbar ist, voll bewusst – und was passiert: der ganze Dummfug wird einfach per Dekret von oben der evidenzbasierten Medizin gleichgestellt:

    http://www.gwup.org/infos/nachrichten/1269-schweizer-krankenkassen-sollen-kuenftig-alternativmedizinq-bezahlen

    Ich muss morgen dringend mal ins Möbelhaus – ein Dutzend neue Tischkanten (die extra-verstärkten) kaufen.

  67. #68 Dr. E. Berndt
    15. Mai 2014

    noch’n Flo
    Wo bleibt bitte der Aufschrei aus den 1med. Wissenschaften, der Biologie und dem Rest an Naturwissenschaften.
    Gibt es nennenswerte Kommentare aus den Universitäten, die sich an die Öffentlichkeit richten?
    Die einzige öffentlich laute Stimme, die ich bis dato gehört habe aus der Schweiz ist Prof. Beda Stadler!

  68. #69 noch'n Flo
    Schoggiland
    15. Mai 2014

    @ Dr. Berndt:

    Wo bleibt bitte der Aufschrei

    Untergegangen, weil für die Medien uninteressant. Das Volk bekommt ja jetzt, was es wollte, wen interessieren da ein paar skeptische Ärzte?

  69. #70 Räusper
    9. Juli 2014

    Und wieder ein Esoterik-Event mit akademischen Fahnen wo Kultur- und Sozialanthropologen federführend beteiligt sind. Diesmal mit Legitimation der Stadt München.
    http://www.institut-infomed.de/weltkongress-2014.html

    Wenn man sich das Programm durchliest kräuseln sich die Haare.